Braveheart 4K UHD

Blu-ray Review

braveheart 4k uhd blu-ray review cover
20th Century Fox, 06.12.2018
braveheart steel
20th Century Fox, 12.11.2018/06.12.2018

OT: Braveheart

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Für die Freiheit

Mel Gibsons fünffach oscarprämiertes Epos erscheint auf UHD.

Inhalt

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Williams Sandkasten-Liebe Murron

Schottland im ausgehenden 13. Jahrhundert: Nachdem die Eltern von William Wallace in kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Engländern ums Leben gekommen sind, wird der achtjährige William von seinem irischen Onkel aufgezogen. In den Jahren seines Heranwachsens leidet Schottland unter der britischen Krone, die König Edward I. für sich beansprucht hat. Als William in sein altes Dorf zurückkehrt, um als erwachsener Mann seine Jugendliebe Murron zu heiraten. Dies tun sie heimlich, um zu vermeiden, dass der englische Sheriff sein Recht auf die ersten Nacht geltend macht. Doch das Dorf wird überfallen und Murron wird gefangen genommen. Während William flüchten kann, wird seine frisch Angetraute vom Sheriff öffentlich hingerichtet. Wallace nimmt daraufhin blutige Rache und bekämpft in der Folge mit einer wachsenden Anzahl an Gefolgsleuten weitere englische Garnisonen. Das ruft natürlich König Edward auf den Plan und auch der rechtmäßige Thronerbe Robert the Bruce schaltet sich ein. Wallace landet derweil einen Erfolg nach dem anderen. Doch wie lange kann der Kampf um die Freiheit Schottlands weiterhin siegreich sein …?

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Der Auslöser eines blutigen Rachefeldzugs

Man kann von Mel Gibson (gerade heutzutage) halten, was man will. Was er mit Braveheart vor 23 Jahren aber erreichte, war die Neubelebung eines seinerzeit praktisch für tot befundenes Genres. Der epische Kostüm- und Historienfilm, der in den 30ern und 50ern/60ern für volle Kinosäle sorgte, lag drei Jahrzehnte lang praktisch am Boden. Doch dann kam dieser irischstämmige Gibson und erzählt in einer US-Produktion eine schottische Geschichte in gigantisch angelegten Massenszenen und mit einer Spieldauer von (in den frühen 90ern sehr ungewohnten) drei Stunden.
Dass die Menschen nicht vor Überanstrengung und Überforderung aus den Kinos gerannt sind, liegt daran, dass es kaum ein anderer damals so verstand, das Publikum dermaßen zu emotionalisieren und auf seine Seite zu ziehen. Schon in Braveheart nutzte Gibson das auf manipulative Weise, was er dann acht Jahre später in Die Passion Christi auf die maximal mögliche Spitze trieb. Es ist auch heute kaum möglich, als Zuschauer nicht auf Wallace‘ Seite zu stehen, obwohl dieser ein rachlüsternder und brutaler Mörder ist – Respekt an Gibson dafür, dass er sein Publikum derart in der Hand hat.
Und nicht nur die Zuschauer. Denn immerhin war auch die Academy seinerzeit begeistert und schmückte Gibsons Epos mit fünf goldenen Statuen (unter anderem Bester Film, Beste Kamera und Beste Regie).

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William führt die einfachen Leute in die Schlacht

Für Gibson war Braveheart erneut ein Vehikel, um sein offensichtlich völlig gestörtes Verhältnis zur Gewalt zur Schau zu stellen. Natürlich sind die Bilder beeindruckend. Natürlich war der Freiheitskampf der Schotten alles andere als unblutig. Man darf allerdings schon in Frage stellen, ob man das derart exzessiv darstellen muss wie Gibson es tut. Und gleichzeitig muss man zugeben, dass es höchst unterhaltsam ist. Das auch deshalb, weil der Film historische Fakten mit Fiktion vermischt und Zeitabläufe teils drastisch komprimiert, um es passend und nachvollziehbar zu machen.
Historiker schlagen noch heute die Hände über dem Kopf zusammen, wenn es um die teils verdrehten Tatsachen in Braveheart geht – und damit sind nicht charmante Randnotizen gemeint, wie jene, dass es um das Jahr 1300 herum noch keine Kilts gab und auch Whiskey in seiner Form noch nicht bekannt war.
Viel schwerer wiegt die ohnehin vollkommen unnötige Affäre mit der französischen Braut des englischen Prinzen. Während diese (von Sophie Marceau gespielte) Dame zwar existierte, ist Wallace ihr jedoch nie begegnet. Aber hey: So ein epischer Historienfilm wäre halt auch nur halb so unterhaltsam, wenn’s nicht doch noch eine Liebesgeschichte  gäbe.
Von allen korrekten und weniger korrekten Fakten und gewissen zeitlichen Straffungen mal abgesehen, ist Braveheart aber eben auch ein wirklich packender Kriegsfilm. Man kann sich über die gezeigte Gewaltdarstellung in der Diskussion über den Film aufregen, während des Schauens verfehlt das alles aber seine Wirkung nicht. Man wird durchweg gepackt von dieser dreistündigen Schlachtplatte mit politischem Bezug. Man fiebert mit, wenn diese durch Schlamm, Erde und Blut verschmierten Typen mit Schwertern aufeinander losgehen. Und man ertappt sich dabei, wie man gemeinsam mit Wallace „Freiheit“ schreit, als des Scharfrichters Urteil vollstreckt wird.
Und selbst wenn Gibson wohl eher sich selbst inszeniert als einen schottischen Volkshelden, so wird doch Folgendes deutlich:
Die Opfer, die die Schotten seinerzeit für ihren Freiheitskampf bringen mussten sowie der Wille, ein Leben zu leben, das nicht von außen bestimmt wird.

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Opfer werden gebracht

Bild- und Tonqualität BD

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Seite an Seite für Schottlland

Die bisherige Blu-ray von Braveheart war/ist so schlecht nicht. Natürlich sieht man dem Material mittlerweile sein Alter an. Die analoge Basis offenbart während der anfänglichen Vogelperspektiven sichtbare Helligkeitsschwankungen und natürlich ist ein deutliches Korn wahrnehmbar. Davon ab allerdings erscheint die BD erstaunlich defektfrei und mit satten Kontrasten. In einigen Einstellungen tendieren Auflösung und Detailtiefe fast schon etwas ins Überschärfen (2’26). Auch Close-ups in Innenräumen sind bisweilen wirklich knackscharf (16’31), wenn nicht gerade die Kamera aus dem Fokus ist (16’41). Etwas weniger schön sind die ab und an zu beobachtenden Randunschärfen, die mal im unteren Bereich auftreten (114’45) und mal in einem erstaunlich breiten Umfang von oben ins Bild ragen (114’55).
Farben werden in den sonnigen Szenen kräftig wiedergegeben, was Wiesen mit sattem Grün erscheinen lässt (22’04). Auch die blaue Kriegsbemalung erscheint kontrastreich und der Schwarzwert ist oft erstaunlich gut. Selbst wenn im späteren Verlauf während der blutigen Schlachten mal etwas mehr Nebel und Dunst aufkommt, der das Bild insgesamt etwas grauer erscheinen lässt, gehört Braveheart zu den am besten umgesetzten älteren und analog gefilmten Titeln auf Blu-ray.
Beim Sound liefert die BD von Braveheart die für Anbieter Fox typische Aufteilung auf reguläres dts für die deutsche Fassung und einen dts-HD-Master-Sound fürs Englische. Erstaunlich allerdings auch hier, wie druckvoll und dynamisch das Geschehen schon in der deutschen dts-Version zu Werke geht. Während der Schlachtenszenen sind Schwerthiebe nicht nur dünnes metallisches Klackern, sondern wuchtig. Das Pferdegetrappel liefert wuchtige Subwoofer-Unterstützung und der Score bleibt ebenfalls voluminös. Hervorragend auch die Surround-Einbindung. Ob das Pferde sind, die von vorne nach hinten durchs Bild laufen oder Pfeile, die abgeschossen werden und über die Köpfe hinweg zischen – stets werden die Rears mit einbezogen. Noch schöner aber, dass die Dialoge stets sauber und präzise eingebunden sind und nie zu leise oder dünn daherkommen. Ab und an scheinen die Streichinstrumente des Scores etwas zu schwanken, aber das ist Kritik auch hohem Niveau – gerade für einen Film von 1995.

Bild- und Tonqualität UHD

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König Edward I sieht die Entwicklungen mit sorgenvoller Miene

Bitte beachten: Zunächst basierte die Rezension auf der US-UHD mit Dolby Vision. Nun wurde ein Abgleich mit der deutschen UHD gemacht, die ein deutlich anderes Color-Grading zeigt. Leider konnte nach wie vor nicht überprüft werden, ob die deutsche UHD mit Dolby Vision ausgestattet ist, da sie auf dem LG UP970 (wie übrigens auch auf einigen Sony-Playern) nicht zum Laden zu bewegen war. Lediglich der Panasonic DMP-UB900 war in der Lage, die UHD einzulesen. Dieser kann aber bekanntlicherweise nur HDR10 dekodieren.

Braveheart wurde 1995 selbstverständlich analog aufgezeichnet. Und zwar mit Panavision-Panaflex-Platinum-Kameras auf 35mm-Filmmaterial. Ausgehend von diesem wurde für die UHD ein nativer 4K-Scan angefertigt, der die Scheibe also zur nativen 4K-Disk werden lässt. Dazu wurde natürlich ein erweiterter Farbraum im Rahmen von Rec.2020 integriert und auch die höhere Bilddynamik wurde genutzt – und zwar in HDR10. Ob die Disk (wie die US-Fassung) auch Dolby Vision enthält, war aufgrund der nicht auslesbaren Disk, wie oben beschrieben, nicht zu ergründen.
Jetzt gilt es natürlich zu beachten, dass Gibsons Epos aufgrund seiner analogen Herkunft niemals ein glattgebügelter Digital-Film sein kann, wenn man nicht brutale Rauschfilter einsetzt. Glücklicherweise hat man dies nicht getan und den originalen Look auch auf die UHD gerettet. Jene, die auf hochglanzpoliertes, kornfreies Bild stehen, werden von Braveheart enttäuscht sein. Allerdings ist das Korn wirklich fein reproduziert und leidet nicht unter Artefaktbildung. Durchweg filmisch erscheint das Ganze über die UHD – sehr schön.
Und bitte nicht die erste Vogelperspektive beim Flug über die Highlands als Maßstab nehmen, denn hier wuselt und wackelt es über die Maßen viel – es bleibt aber die einzige derart unruhige Sequenz.

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Die französische Angetraute des britischen Thronfolgers hat einen Narren an William gefressen

Natürlich ändert sich über die UHD auch nichts daran, dass einige Einstellungen schon vom Ursprung her softer sind (bspw. bei 39’45). Das wird auch über die 4K-Scheibe nicht besser – immerhin kann man keine Auflösung/Schärfe zaubern, wo im Original keine vorhanden ist. Zumal gerade Einstellungen mit Sophie Marceau bewusst weicher gestaltet sind.
Im direkten Vergleich mit der alten Blu-ray fällt sofort das neue Color Grading auf –
und hier gibt’s eine große Überraschung zwischen der US-UHD und der deutschen UHD. Vergleicht man das Color Grading von beiden, so ist die US-Disk wesentlich reduzierter in der Farbgebung, während über die deutsche Fassung Rot- und Grüntöne wesentlich kräftiger sind. Gegenüber der bisherigen Blu-ray ist aber bei beiden UHDs (also der US-Version und der deutschen) die unschöne gelborange-farbene Hauttönung eliminiert worden und das Bild gestaltet sich deutlich neutraler.
So stechen die teils orangen Umhänge der Engländer nicht mehr so massiv heraus, haben aber eine trotzdem sehr intensive Färbung – nur halt nicht so orange. Wiesen sind nun nicht mehr neongrün, sondern kräftig und saftig. Im Gegensatz zur US-UHD übrigens, die hier wesentlich farbloser ist. Die sehr intensiven roten Töne der Samtklamotten des Scharfrichters und von Isabelle sind hart an der Darstellungsgrenze, überstrahlen aber nicht.
Dass die neue Farbgebung nicht einfach nur Geschmackssache, sondern besser ist, lässt sich beispielsweise an den Szenen ablesen, in denen Robert seinen Vater zur Rede stellt. Während sein blutverschmiertes Gesicht über die bisherige Blu-ray nur wenig Differenzierung zwischen orangegelber Haut und dem Blut lieferte, zeigt die UHD hier jetzt ganz deutlich die Abgrenzungen.
Die Helligkeit erscheint im Ganzen auch reduzierter, was typisch ist für HDR-Umsetzungen. Dennoch weisen Spitzlichter einen bemerkenswerten Punch auf und Schwarzwerte sind sichtbar verbessert. Durch die Bank ist die UHD per HDR10 natürlicher, in den Grundfarben aber kräftiger und durchweg besser aufgelöst.De US-UHD punktet per Dolby Vision mit noch mehr Schwarz, wobei sie in ganz dunklen Szenen steilere Kontrastflanken hat. Meist lüftet DV allerdings milchige Bereiche der HDR10-Fassung und präsentiert ein kontraststärkeres Bild. Wie gesagt: Bei der US-UHD.

(78’59): Die Blu-ray ist in den grünen Wiesen doch ein bisschen übertrieben quietschig und gelblastig. Auch die orangenen Überwürfe der Soldaten sind etwas übertrieben und wirken wie gerade aus der Waschmaschine geholt.
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(Deutsche UHD HDR10): Die UHD ändert die neongrün-artigen Wiesen und präsentiert sie saftig und kräftig. Das Orange reduziert sich zu einem kräftigen Rot.
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(US UHD HDR10): Die US-UHD ist wesentlich weniger farbkräftig und deutlich flacher im Farbkontrast.
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(22’00) Blu-ray: Auch hier ist die BD im Grün zu neonartig übertrieben. Die Steinmauer rechts wirkt wie ein gelbbrauner Lehmhaufen.
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(Deutsche UHD HDR10): Während Steine und Kiesel wesentlich neutraler und natürlicher gefärbt sind, die deutliche (gelbbraun-Färbung ist hier passé), kommen Wiesen auch hier viel kraftvoller und satter rüber.
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(US UHD HDR10): Die US UHD ist auch hier deutlich schwächer kontrastiert und lange nicht so kräftig in den Farben wie die dt. UHD.
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(68’00): Auch bei Gesichtern ist der Gelbanteil der Haut über die Blu-ray ausgeprägt
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(Deutsche UHD HDR10): Glücklicherweise ist das Gelborange auf den Gesichtern Geschichte. Mels Antlitz wirkt zwar schmutziger, liefert aber gleichzeitig mehr Farbdifferenzierung und erscheint einfach klarer und plastischer.
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(US UHD HDR10) Die US-UHD hat in den Hauttönen die sichtbar kühlere Abstimmung mit leichter Tendenz zum Grün.
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(167’07): Auch hier ist gut der Unterschied in der Farbgebung zu sehen. Die Blu-ray mit einem leuchtenden Orange …
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Gleichzeitig um die Orange-Anteile behoben, im Rot aber kräftiger – die UHD.
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(149’18) Blu-ray: Ein hervorragendes Beispiel dafür, warum das neue Color Grading der UHD stimmiger ist. Während die BD Blut arg orange und unnatürlich erscheinen lässt und kaum Differenzierung zur Hautfarbe möglich ist …
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(Deutsche UHD HDR10): … beherrscht die UHD diese Differenzen wesentlich besser. Nun ist Blut tiefrot und das Gesicht neutral getönt.
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(US UHD HDR10): Die US UHD ist im Gesicht hier noch etwas wärmer, aber gleichzeitig auch deutlich dunkler abgestimmt.
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(166’42): Schon die bisherige Blu-ray war in den gut fokussierten Szenen sehr scharf und detailreich.
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In der Ausschnittsvergrößerung (etwa 50% des ursprünglichen Bildinhaltes) zeigt die UHD durch die ausgeprägteren Schatten noch mehr Dreidimensionalität. Auch die Poren wirken noch etwas feiner. Im direkten Vergleich gut sichtbar zwischen Gibsons Augenbrauen
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Macht auf Donnergott: William Wallace

Beim Ton ändert sich gegenüber der deutschen Blu-ray für das hiesige Ohr nichts. Es bleibt beim 5.1-Sound in regulärem dts.
Die deutsche Veröffentlichung der UHD bietet, wie auch die US-Version, englischen Dolby-Atmos-Sound.
Dieser liefert von Beginn an schon mal den Score zusätzlich auch aus den Höhen-Speakern. Naturgeräusche wie Vogelzwitschern gesellen sich ebenfalls leise hinzu. Ohnehin sind es sehr oft Piepmätze, die man dediziert auf die 3D-Speaker abgelegt hat. Das härt man auch im Schuppen nach fast fünf Minuten: Während man die baumelnden Leichen aufgrund des knarzenden Holzes, an denen die Stricke angebracht wurden hört,  stieben auch hier sehr gut vernehmbar ein paar Vögel hoch (4’00). Das ist der erste, sehr dedizierte Atmos-Effekt, der zeigt, dass die Höhenkanäle von Braveheart es durchaus ernst meinen und nicht nur simples Hochmischen der regulären Ebene präsentieren. Dies hatte man zuletzt bei einigen Backkatalog-Titeln wie Bad Boys gehört. Wenn nach etwas über sechs Minuten Pferde über die Kamera trampeln, ist das ebenso korrekt von oben hörbar (6’35) – im Gegensatz zum übertriebenen Pferdegetrappel beim Einmarschieren der britischen Soldaten in Wallace‘ Dorf. Da die Tiere von hinten ins Bild kommen und nicht von oben, hat das Getrampel auf den Heights eigentlich nichts verloren (26’35).
Stand hier an anderer Stelle schon mal, dass es sicher Geschmackssache ist, wenn ein Score auch aus den Höhen-Speakern kommt, macht es in Braveheart vor allem dann Spaß, wenn perkussive Instrumente eingesetzt werden.
Jetzt ist ein Historien-Epos natürlich nicht unbedingt der große Garant für Effekte aus der Höhe. Hubschrauber gab’s noch nicht, Außerirdische Flugobjekte kommen auch nicht vor. Doch was wäre ein derartiger Genre-Film ohne Pfeile? Die fliegen dann erstmals bei Wallace‘ erster Rache an den Engländern in seinem Dorf und kommen präzise von oben herangeflogen (50’33). Ähnlich vertont wird das dann immer wieder (84’20 usw.).
Dass während der heroischen Ansprachen an seine Krieger – also vor allem während der Massenszenen – auch Gemurmel und Begeisterungsstürme aus den Heights kommen; dass im Getummel der Kämpfe auch akustisch alles drunter und drüber geht – das darf man hier durchaus mal begrüßen. Vermutlich war das damals wirklich derart laut, dass man die Stimmen von überall her hörte (bspw. ab 88’00). Ab und an werden die Heights dabei aber nicht ganz sauber zugeschaltet oder getrennt, was schon mal zu abruptem Geräuschabbruch und -wiedereinsatz führt.
Einen richtig voluminösen 3D-Sound-Effekt gibt’s dann noch mal bei etwas über einer Stunde, wenn das Feuer massiv lodert und den ganzen Screen einnimmt (122’14).

Bonusmaterial

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Der „kein-Wässerchen-trüben“-Blick täuscht

Während die US UHD mit einer dritten Disk aufwartet, die auf Blu-ray eine Fülle an Extra-Material aufweist, rang sich 20th Century Fox hierzulande nur zur 2-Disk-Fassung durch. Also enthält die BD nur das bekannte Bonusmaterial.
Als da wären: Der Audiokommentar von Gibson sowie das interaktive Feature „William Wallace’s World“. Letzteres liefert Infotafeln, eine interaktive Landkarte sowie einige Videos zu den historischen Hintergründen der Hauptfigur während des laufenden Films.

Fazit

Braveheart gehört zu den epischsten Historien-Spektakeln, die das Kino/Heimkino je erlebt hat. Was Gibson an Schlachtszenen und Landschaftsaufnahmen liefert, ist absolut beachtlich. Inhaltlich und in Sachen Gewaltdarstellung darf man indes durchaus Kritik üben – unabhängig davon, wie man subjektiv zur Person des Regisseurs/Darstellers steht.
Die UHD liefert den Film nun in seiner bisher harmonischsten und filmischsten Art und Weise. Hochglanz-Hollywood-Glattbügel-Kino sieht anders aus. Wer aber auf möglichst authentischen und analogen Look steht, wird von der kontraststarken und scharfen, mit neutral-intensiven Farben ausgestatteten Ultra-HD in jeder Hinsicht begeistert sein.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD (HDR10): 85%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 75%

Bonusmaterial: 50%
Film: 75%

Anbieter: 20th Century Fox
Land/Jahr: USA 1995
Regie: Mel Gibson
Darsteller: Mel Gibson, Sophie Marceau, Patrick McGoohan, Catherine McCormack, Brendan Gleeson, James Cosmo, David O’Hara, Angus McFayden
Tonformate BD: dts-HD-Master: en // dts 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 178
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: 20th Century Fox)

Trailer zu Braveheart

Braveheart (1995) Trailer #1 | Movieclips Classic Trailers

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3 thoughts on “Braveheart 4K UHD

  1. Balista66

    Hat hier noch jemand abspielprobleme mit der UHD? Hab mir das Steel gekauft, mein Sony UBP–X700, hängt sich auf und friert ein, noch nie Probleme damit gehabt. Im Netz oder diversen Foren auch noch nicht wirklich was gefunden.
    Deswegen wollt ich hier mal nachfragen, wenn es unpassend ist einfach löschen.

    • Hi Balista.
      Steht auch oben im Review, dass es Probleme gibt 😉
      Mein Samsung UP970 spielt sie auch nicht ab. Die Sonys X700 und X800 sind bisher mehrfach in Gruppen in sozialen Netzwerken ebenfalls „gemeldet“ worden.
      Wendet euch bitte mit eurer Anfrage an kundenservice[a]fox.com. Je mehr Anfragen dort eingehen, desto eher wird man da um eine Lösung bemüht sein.

    • Arne

      Auf meinem Oppo UDP-203 wird die UHD erkannt, Laufwerk rauscht, es erscheinen lauter Nullen in der Zeitanzeige und da bleibt er stehen.

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