Burning Speed – Sieg um jeden Preis

Blu-ray Review

Tiberius Film, 15.10.2020

OT: Trading Paint

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Im Hornissennest

John Travolta gibt den Rennfahrer mit schicksalhafter Vergangenheit.

Inhalt

Cam sinniert über die Niederlage

Cam Munroe ist stinksauer. Soeben hat ihn ein Motorschaden beim letzten Rennen der Saison der Super-Late-Model-Klasse den Gesamtsieg gekostet. Unter den Augen seines Rennfahrer-Vaters Sam „the Man“ Munroe musste er das Fahrzeug kurz vor der Ziellinie abstellen. Gewonnen hat der ehemalige Kontrahent von Sam, Bob Linsky. Und das zum dritten Mal in Folge. Bobby bietet daraufhin Cam an, mit ihm zusammenzuarbeiten und ein besseres Fahrzeug von ihm zu bekommen. Gleichzeitig soll Cam die Autowerkstatt Linskys leiten. Das Problem: Bob ist ein Mistkerl. EinTyp, mit dem man sich am besten nicht einlässt. Entsprechend heftig fällt die Reaktion von Vater Sam aus, als er von Cams Plänen hört. Der Vater schmeißt den Sohn achtkantig aus der Firma raus und zweifelt dessen Loyalität zu sich an. Weil er sein Auto aber gerne auf dem Track sehen möchte, setzt sich Sam nach sechs Jahren wieder selbst ans Steuer. Nun ist er Konkurrent von Cam und Bob. Und das kann nicht gut gehen …

Sam kann seinem Sohn kein zuverlässigeres Auto bieten

John Travolta und Michael Madsen in einem gemeinsamen Film – vor 17 Jahren, zu Zeiten von Kill Bill hätte das durchaus aufhorchen lassen. Heute jedoch sieht man beide Darsteller meist in billig produzierten B-Movies zu, wie sie ihr prominente Antlitz in die Kamera halten, um durch das verdiente Geld ihre Miete zu bezahlen. in Karzan Kaders () Rennfahrerfilm treten sie nun als alte Kontrahenten auf und machen den Asphalt im Oval unsicher. Erinnerungen an Rush oder Driven wird’s geben, sollte man aber frühzeitig auch wieder zu den Akten legen. Denn die Konzentration des nicht mal ganz anderthalbstündigen Films liegt dann doch eher auf einem Vater-Sohn-Drama, denn auf der Rennstrecke.
Immerhin gibt es hier mal eine andere Rennserie. Inszeniert wird hier die Talladega Short Track, die nicht mal auf Asphalt (man möge mir deshalb meinen sprichwörtlichen Ausdruck ein paar Zeilen weiter oben verzeihen) stattfindet, sondern auf sandiger (oder wahlweise ziemlich matschiger) Piste. Es ist also eher eine Stock-Car-Challenge und die Fahrzeuge sehen dementsprechend auch ein bisschen verbeult aus.

Bob Linsky lockt Cam mit Geld und schnellem Rennwagen

Die Rennszenen geraten halbwegs dynamisch und sind ganz ansprechend gefilmt. Leider verliert man immer mal wieder die Übersicht und bekommt Bilder und Stadionkommentar nicht so ganz überein.
Was den Film an sich angeht, mal das Gute vorweg: John Travolta spielt nicht, wie in seinen letzten Filmen, auf Knallchargen Niveau. Als Vater Sam schafft er es sogar, der Figur ein bisschen Emotionalität zu verpassen und bleibt authentisch. Sogar die zarte und aufkeimende Liebe zur von Countrypop-Diva gespielten Shania Twain gespielten Becca funktioniert. Twain schlägt sich ganz wacker, wenngleich man ihr anmerkt, dass sie hier das erste Mal eine Filmfigur verkörpert. Als gute und zwischen Vater und Sohn vermittelnde Seele schaut man ihr gerne zu.
Das Schlechte: Travolta und Twain müssen gegen ein ziemlich müdes Drehbuch und Dialoge aus der Mottenkiste der Drehbuchautoren ankämpfen. Vor lauter Männlichkeitsritualen, Imponiergehabe und verletztem Stolz kommen die schauspielerischen Leistungen leider nur selten zur Geltung
Immerhin gibt es ein bisschen Auflockerung durch Sidekick Stumpy, der als alter Kumpel von Sam ein bisschen Sarkasmus ins Spiel bringt. Michael Madsen fügt seiner wahrlich langen Liste an schwachen Darbietungen aber leider eine weitere hinzu. Unbeweglich ist er. Fast komplett frei von Mimik und lustlos wirkt er auch.
Der Rolle mag es helfen, weil man ihn nicht sympathisch finden soll. Aber irgendwie zeichnet man ihn dann doch nicht so böse, dass man Sams Antipathie und Wut auf ihn so richtig versteht. Auch hier patzt das Drehbuch und liefert zu wenig Futter für einen echten Bösewicht. Immerhin hat man sich dann für das finale Rennen eine durchaus gefällige Idee einfallen lassen, um in den letzten zwei Runden für Spannung zu sorgen.

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Erscheinungstermin: Thu, 15 Oct 2020
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Bild- und Tonqualität

Es kommt zur Katastrophe

Abgesehen von den ganz dunklen Szenen, in denen ein wenig Körnung auftritt, bleibt das Bild von Burning Speed ruhig und rauscharm. Gut ausgeleuchtete Szenen gefallen mit kräftigen Farben und Kontrasten. Die Schärfe ist durchweg gut (50’18). Allerdings ist die Farbgebung bisweilen etwas übertrieben. Gesichter nehmen dann einen deutlichen Gelblook an. Ab und an setzt es auch schon mal leichte Banding-Probleme (Himmel 37’53). Insgesamt aber ein ansprechendes und schön dynamisches Bild.
Akustisch warten zwar dts-HD-Master-Spuren für beide Sprachen, doch das bedeutet leider nicht, dass sie sich auch ähnlich gut anhören. Schon die US-Fassung ist für einen Rennsport-Actioner erstaunlich schwachbrüstig geraten. Die Rennszenen zu Beginn haben kaum Dynamik – weder von außen gefilmt, noch aus dem Inneren des Cockpit. Auch die Surroundkulisse lässt arg zu wünschen übrig. Da feuern die Fahrzeuge an der Kamera vorbei und der Sound bleibt dennoch komplett frontlastig. Leider bleibt das während der kompletten Laufzeit derart unspektakulär. Selbst wenn nach 46 Minuten mal ein Crash mit Feuersbrunst zu sehen ist, setzt es keinerlei Akzente. Ebenso bleibt die Filmmusik ohne echten Druck. Und das war die Beschreibung der US-Tonspur. Die deutsche Fassung ist leider noch dünner und undynamischer geraten – also alles andere als ein Ton-Highlight.

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Bonusmaterial

Trailer und Programmtipps – mehr gibt das Bonusmaterial leider nicht her.

Fazit

Burning Speed gehört zu den besseren John-Travolta-Filmen der letzten Jahre. Welten besser als der wirklich schwache Speed Kills vom letzten Jahr. Ein wirklich guter Film ist es aber leider dennoch nicht. Dazu fehlen die Ideen und eine motiviertere Regie.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 10%
Film: 60%

Anbieter: Tiberius Film Home Entertainment
Land/Jahr: Spanien/USA 2019
Regie: Karzan Kader
Darsteller: John Travolta, Shania Twain, Toby Sebastian, Rosabell Laurenti Sellers, Kevin Dunn, Michael Madsen
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 87
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film Home Entertainment)

Trailer zu Burning Speed

BURNING SPEED - SIEG UM JEDEN PREIS / Offizieller Trailer / Deutsch HD

 

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