Contamination – Tödliche Parasiten

Blu-ray Review

Busch Media Group, 09.04.2021

OT: Yeon-ga-si

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Durst

Und noch ein Pandemie-Thriller aus Fernost.

Inhalt

Jae-pil hat aktuell einiges an seiner Beziehung auszusetzen

Jae-hyeok hat eine gute Ausbildung genossen und ist eigentlich Professor für Biochemie gewesen. Doch ein Börsentipp seines Bruders Jae-pil führte dazu, dass er finanziell in den Ruin gelangte. Seitdem versucht er mit schlecht bezahlten Jobs seine Frau und die beiden Kinder über Wasser zu halten – und wenn er dafür bei reichen Leuten zu Fronarbeiten gezwungen ist. Sein Bruder hingegen arbeitet als Polizist und versucht sich immer noch an dubiosen Aktiengeschäften. Dann jedoch wird er zu einem Leichenfundort gerufen. Was er dort, am Flussufer sehen muss, entbehrt jeder Beschreibung. Der Gerichtsmediziner stellt fest, dass der Körper der jungen Frau nur noch aus Haut und Knochen bestand. Jegliches Wasser wurde ihr entzogen. Etwas, das im Prinzip nicht möglich ist, wenn man bedenkt, dass die Frau seit einem Tag vermisst galt. Die Tote bleibt aber nicht die allein. Es gibt noch mehrere solcher Funde und der Mediziner steht vor einem Rätsel. Selbst die Tatsache, dass Seoul seit Wochen schon unter einer schrecklichen Dürre ohne jeglichen Regen zu leben hat, würde nicht eine derartig schnelle Dehydration erklären. Bald schon finden sich ganze Leichenberge mit Menschen, die in ähnlichen Zuständen sind. Als eine Verstorbene in einer Badewanne gefunden wird, sind die Verursacher ebenfalls zu sehen: Rosshaarwürmer. Parasiten, die den Wirt befallen und seinem Nervensystem Befehle erteilen – final jene Aufforderung, ins Wasser zu gehen, damit sich der Wurm dort wieder vermehren kann. Jae-hyeok erkennt schnell, dass seine Frau und die Kinder ebenfalls befallen sind und hofft auf ein schnelles Heilmittel. Doch als das durch Zufall gefunden wird, geht das Chaos erst so richtig los …

Zur Not tut’s auch die Wanne für den Parasit

Die Busch Media Group weiß, wie man die Corona-Krise thematisch nutzen kann, um dem Grusel- oder Katastrophenfilmfreund Gutes zu tun. Nach Pandemie und Infection folgt nun der nächste Film, dessen Inhalt eine Seuche nutzt, um für Spannung zu sorgen. Während Pandemie von 2013 ist und auch der venezolanische Infection vor Corona produziert wurde (und durch de Zikavirus-Realität eingeholt wurde), stammt Contamination sogar noch aus einem früheren Zeitpunkt. 2012 wurde der Film produziert und erreichte in den südkoreanischen Kinos immerhin 4,5 Mio. Zuschauer.
Inszenatorisch nimmt sich Contamination durchaus Zeit, um seine Figuren vorzustellen. Gut eine Viertelstunde dauert es, bevor die erste Leiche gefunden wird. Zuvor erfahren wir etwas über die beiden Hauptfiguren. Zwei Brüder, die sich aufgrund der Ereignisse in der Vergangenheit spinnefeind sind. Dabei gibt sich der Film (zunächst) allerdings keine Mühe, einen der beiden irgendwie sympathisch darzustellen. Während Jae-hyeok ständig seine Familie und seine Kinder anraunzt, ist sein Bruder ein stets genervter Polizeibeamter, der zunächst überhaupt kein Interesse an der Verrichtung seiner Arbeit hat. Privat meckert auch er ständig seine Partnerin an. Frauenfreunde sind beide nicht. Vielmehr suhlen sie sich in ihrem Selbstmitleid und geben anderen die Schuld für ihre Befindlichkeiten. Soweit die Voraussetzungen für die Charakterentwicklung.

Der Wissenschaftler ist sich sicher: Da ist der Wurm drin

Die ist dann durchaus gegeben, wenn Jae-hyeok mit all seinen Kräften versucht, die Familie zu retten und Jae-pil an der Aufgabe, Licht ins Dunkel der Ermittlungen zu den Urhebern der Epidemie zu bringen, wächst. Begleitet wird das Geschehen von recht rasanten Szenen des parasitären Chaos. Zwar wirkt es mitunter etwas albern, wenn hunderte Menschen zur Not auch in Aquarien von Zoohandlungen springen, um dem Willen des Parasiten zu folgen, aber die Panik wird durchaus packend inszeniert. Und wenn am nächsten Tag die Leichen in Massen die Flüsse hinunter treiben, ist das durchaus bedrückend.
Contamination ist aber nicht nur ein Film über die Erkrankung der Menschen, sondern vor allem einer, der kritisch mit dem Krisenmanagement von Regierungen während solcher Krisen umgeht und das Verhalten der Pharmaindustrie anprangert. Während die Regierung zunächst gerne alle Fakten der Bevölkerung vorenthalten will, bekommen die Pharma-Industriellen ebenfalls ihr Fett weg. Wenn es bei der Herstellung eines Medikaments plötzlich um Patentrechte, Mehrheitsaktionäre und Erpressung der Regierung, kann die Kritik kaum deutlicher sein. Im späteren Verlauf gesellt sich dann noch etwas mehr an Spekulation hinzu, was natürlich vor allem gefundenes Fressen für Freunde von cineastischen Verschwörungsgeschichten ist.

Die Hysterie unter den Infizierten schlägt in instinktives Handeln um

Zirka nach einer Stunde erreicht der Film seinen dramatischen Höhepunkt, wenn das Tauziehen um das Medikament seinen Lauf nimmt und die Panik in der Bevölkerung den Höchststand erreicht. Contamination schafft es von da an, spürbar Dramatik zu erzeugen und zu fesseln, indem er die jeweiligen Handlungsereignisse geschickt miteinander verbindet und mit einem professionellen und gut gelungenen Schnitt arbeitet. Das ist auch der Zeitpunkt, wenn unser Hauptdarsteller für den Zuschauer sympathischer wird. Sein Kampf um die Gesundheit seiner Familie wird zunehmend authentisch und lässt mitfiebern. Klar, dass es auch noch Möglichkeit für Dong-wan Kim gibt, seinem Polizistencharakter etwas mehr Herz zu vermachen.
Während der Film sich zunehmend vom Epidemie-Katastrophenfilm zu einem Wirtschaftsthriller entwickelt, zeigt sich auch das recht hohe production value des Films. Weder sparte man mit Massenszenen der vom Wurm befallenen Infizierten, noch mit Statisten für die zunehmend panische Situation auf den Straßen. Das macht in allen Belangen durchaus was her. Ob man die sehr konstruierte Wendung des Pharma-Regierungs-Nebenstrangs dann glaubwürdig findet oder nicht, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

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Bild- und Tonqualität

Da gehe sie hin, die medizinische Hoffnung

Contamination nutzt seine digital gefilmte Herkunft für ein extrem ruhiges und rauschfreies Bild. In Close-ups ist es zudem erstaunlich scharf für eine koreanische Produktion. Oftmals sind Filme aus Fernost relativ stark gefiltert und softer. Hier zeigen sich aber Details wie Muster in den Hemden oder T-Shirts sehr plastisch und auch die Haare kommen sauber und detailliert rüber. Während der Tageslichtszenen sind zudem die Kontraste wirklich gut. Nur hier und da überstrahlen helle Flächen ein wenig. Allerdings geraten Farben sehr natürlich und die Plastizität ist wirklich gut. Während der düsteren Szenen gehen Details allerdings schon mal verloren. Im Schwarz und auf Schattenbereichen von Gesichtern verliert sich die Durchzeichnung dann schon mal.
Akustisch sorgt die DTS-HD-Master-Spur vor allem für eine recht dynamische Darstellung des Scores. Auch vereinzelte Surroundeffekte kommen fetzig rüber, während Dialoge meist gut verständlich sind, gehen sie in den tumultartigen Szenen schon mal etwas unter. Herausragende Effekte wie die Wassersprinkler-Anlage bei 96’48 sorgen für eine sehr räumliche Kulisse und wenn zwischendurch mal ein Feuer ausbricht, fackelt der Raum ziemlich dynamisch ab.

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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von Contamination besteht lediglich aus den Trailern und einigen Programmtipps.

Fazit

Contamination liefert von den Epidemie-/Pandemie-Thrillern aus Fernost, die zuletzt Hochkonjunktur im Homevideo-Segment hatten, eine der überzeugendsten Vorstellungen ab. Die Steigerung von Dramatik und epidemiologischem Chaos ist rasant gefilmt und wird mit einem wirtschaftlichen Storytwist garniert, der dem Film zum Schluss noch mal ein bisschen Drive verpasst. Ob das alles glaubwürdig ist, sei mal dahingestellt. Aber spannend ist’s durchaus und auch die emotionale Komponente passt. Da sieht man dann über ein paar misslungene CGI-Würmer und die anfänglich arg unsympathisch charakterisierten Hauptdarsteller hinweg.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 75%
Tonqualität (Originalversion): 75%
Bonusmaterial: 10%
Film: 70%

Anbieter: Busch Media Group
Land/Jahr: Südkorea 2012
Regie: Jeong-woo Park
Darsteller: Myung-Min Kim, Jung-hee Moon, Dong-wan Kim
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, kor
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 110
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Busch Media Group)
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Trailer zu Contamination

CONTAMINATION - TÖDLICHE PARASITEN - Offizieller deutscher Trailer


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Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
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