Das Attentat – The Man Standing Next

Blu-ray Review

Capelight Pictures, 14.08.2020

OT: Namsanui bujangdeul

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Verräter der Revolution

Historisch verbürgte und brisante Verfilmung realer Geschehnisse in Südkorea.

Inhalt

Park Yong-gak sagt in den USA gegen Park Chung-hee aus

„Wir werden ihn töten!“ Die Aussage des Geheimdienstchefs ist final. Und sie endet tödlich für Südkoreas dikatorisch regierenden Präsidenten Park Chung-hee. Der Grund für das Attentat beginnt 40 Tage zuvor. Der Ex-Direktor des südkoreanischen Geheimdienstes KCIA, Park Yong-gak sagt in den USA während der Anhörungen zu „Koreagate“ über die antidemokratische Regierungsweise seines Präsidenten aus und erhofft sich dadurch Asyl in Amerika. Um sein Anliegen zu beweisen, hat er seine Memoiren bei sich. Diese enthalten brisantes Material über Park Chung-hee. Und deshalb soll Park Yong-gaks Nachfolger, Kim Gyu-pyeong diese sichern und nach Südkorea bringen. Doch als Kim in deren Besitz kommt und über ihre Inhalte sowie über geheime Bankgeschäfte Parks erfährt, beginnt er an seinem Freund und Vorgesetzten zu zweifeln …

Kim Gyu-pyeong war stets die rechte Hand des Präsidenten

Südkorea hatte während der kurz andauernden, Zweiten Republik versucht, ein parlamentarisches System zu etablieren, nachdem man in Folge des Korea Kriegs wirtschaftlich am Boden lag und der langjährige Präsident Syngman Rhee nach und nach ein autokratisches Unterdrückungssystem etablierte. Doch die Zweite Republik hielt nicht lange. Am 16. Mai 1961 putschte das Militär und installierte General Park Chung-hee als Präsidenten. In der Folge gründete sich die Korean Central Intelligence Agency (KCIA), der südkoreanische Geheimdienst. Dessen Macht schien grenzenlos und sie sicherte Parks Präsidentschaft für insgesamt 18 Jahre. Medien wurden zensiert, Widerspruch wurde unterdrückt. Vermutlich hätte es noch länger gedauert, wenn nicht am 26. Oktober 1979 ein Attentat auf den Präsidenten verübt worden wäre. Ausgehend von einer Aussage von Yong Gak Park, einem ehemaligen Direktor des KCIA, in Washington eskalierten die Geschehnisse innerhalb von sechs Wochen. Das Attentat schildert die Ereignisse genau dieser 40 Tage und folgt dabei Kim Gyu-Pyeong, dem Nachfolge-Direktor des KCIA. Gespielt von Lee Byung-hun (Die glorreichen Sieben), dessen zurückgenommenes Agieren ganz besonders in den Bann zieht, muss man als westlicher Zuschauer allerdings möglichst aufmerksam bleiben. Wie ein Spionage-Thriller ist der Film aufgebaut und die zahlreichen Figuren und für West-Sehgewohnheiten ungewohnten Namen können schon mal die Übersicht verlieren lassen. Gut, dass man neu auftauchende Figuren auch mit eingeblendeter Schrift vorstellt.

Kim möchte Park dessen Memoiren abnehmen

Was schade wäre. Denn nicht nur bekommt man ein Stück südkoreanische Geschichte in einer zweistündigen Dramatisierung dargeboten, sondern noch ein spannendes dazu. Es ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Geschehnisse gerade einmal 40 Jahre zurück liegen; dass die junge Republik Korea auch nach dem Waffenstillstand mit dem kommunistischen Nordkorea lange Zeit brauchte, bevor sich im Land die Zustände demokratisierten und normalisieren. Die unterschiedlichen Präsidenten der Zeit von der ersten bis zur fünften Republik litten immer wieder unter Amtsmissbrauch und beschnitten demokratische Rechte. Erst während der sechsten Republik, rund um die Olympischen Spiele in Seoul 1988 wurden demokratische Reformen sichtbar umgesetzt – vor gerade einmal etwas über 30 Jahren.
Das Attentat gibt einen Einblick in eine sehr kurze Phase des Landes, veranschaulicht aber sehr beeindruckend, welche (Macht)Verhältnisse herrschten und in welche Richtungen sich jeder Politiker und Geheimdienstler absichern wollte, um nicht unter die Räder zu kommen (oder den Tod zu finden). Stark ist hier die Dynamik zwischen Kim Gyu-pyeong und Sicherheitsleiter Gwak. Letzterer schmeichelte sich mehr und mehr bei Präsident Park ein und erkannte, was im Laufe der Entwicklungen opportun war, um das Vertrauen Parks für seine eigenen, militärisch getriebenen Vorstellungen zu gewinnen.
Das Attentat konzentriert sich ganz auf seine historische Vorlage und beschreitet filmisch den Weg klassischer Spionagefilme eines Sydney Pollack (Die drei Tage des Condor) oder Alan J. Pakula (Die Unbestechlichen). Die Kamera bleibt stets ruhig auf dem Geschehen und den Protagonisten. Das Pacing ist äußerst langsam und die Spannung, die in Szenen wie jener nach 78 Minuten erzeugt wird, funktioniert gerade aufgrund der klassischen Fotografie und Inszenierung. Dazu kommen eine vorzügliche Ausstattung und das wirklich intensive Schauspiel – als Freund von Spionagethrillern und Tatsachen liegt man hier richtig.

Kim hält nichts von der militärischen Scharfmacherei
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Bild- und Tonqualität

Sicherheitsleiter Gwak schießt quer

Das 1,85:1-Bild hat durch eine konstant vorhandene Körnung, die ihm ein analoges Feeling verpasst. Ob tatsächlich mit Filmkameras oder doch digital gedreht wurde, ließ sich zwar nicht herausfinden, doch zur Thematik und dem Jahrzehnt passt der etwas gröbere Look natürlich. Die Farbgebung passt sich ebenfalls den Filmen der 70er an. Die ist vornehmlich in Ocker und Gelb gehalten und bietet nur bedingt gute Schwarzwerte. Die Schärfe lässt sich in Close-ups ebenso sehen wie in so mancher Totale. So kommen Details auf Gesichtern gut zur Geltung und bisweilen auch Bäume oder ähnliche Details im Bildhintergrund.
Nur selten öffnet sich der Ton auch mal in den rückwärtigen Raum. Wenn er’s tut, ist es dann aber sehr angenehm und luftig – beispielsweise während der folkloristischen Instrumentierung bei 60’45 oder kurz darauf während der kurzen Verfolgungsjagd. Auch der Reben bei 81’02 wird sehr räumlich dargestellt. Kurz darauf gibt’s sogar mal einen sehr realistisch klingenden Hubschrauber. Die Filmmusik, die oft von getragenen Geigen dominiert wird, sorgt für etwas Dynamik, während die Stimmen allzeit hervorragend verständlich sind.

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Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von Das Attentat gibt’s lediglich den Originaltrailer und einige Programmtipps des Anbieters zu entdecken.

Fazit

Das Attentat ist weit entfernt von Spionage-Action im Stile eines Jason Bourne. Vielmehr werden hier historische Tatsachen zu einem sich langsam entfaltenden und hochkomplexen Gebilte verdichtet, das Fans von klassischen Spionagefilmen beglücken wird.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 10%
Film: 70%

Anbieter: Capelight Pictures
Land/Jahr: Südkorea 2020
Regie: Woo Min-ho
Darsteller: Lee Byung-hun, Lee Sung-min, Kwak Do-won, Lee Hee-joon, Kim So-jin, Jerry Rector
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, kor
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 114
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Capelight Pictures)

Trailer zu Der Aufstand

DAS ATTENTAT – THE MAN STANDING NEXT Trailer (Deutsch)
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