Daughter of the Wolf

Blu-ray Review

Tiberius Film, 05.03.2020

OT: Daughter of the Wolf

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Ein Sohn für einen Sohn

Gina Carano darf mal wieder zulangen.

Inhalt

Die Geldübergabe läuft schief

Clair Hamilton hat eine fundierte militärische Ausbildung und war lange im Nahen Osten. Als ihr Vater stirbt, kehrt sie zurück und muss feststellen, dass man ihren 13-jährigen Sohn entführt hat. Bei der Lösegeldübergabe versucht man sie zudem übers Ohr zu hauen. Es gibt Tote. Der übrig gebliebene Lösegeldeintreiber flieht mit der Kohle in den Wald, wird aber bald von Clair gestellt. Eine ramponierte Zweckgemeinschaft schlägt sich nun durch den tiefen Schnee, um ihr Ziel zu erreichen: „Vater“. Der ältere Herr hatte offensichtlich noch eine Rechnung mit Clairs Dad offen und sieht das Lösegeld als sein Eigentum an. Doch weil Clair eine erfahrene Kämpferin ist, die gar nicht daran denkt, klein beizugeben, nimmt sie es auch alleine mit den Schergen des Entführers und Erpressers auf …

Clair weiß, wie man mit den Dingern umgeht

David Hackl hatte sich mit dem Produktionsdesign von SAW II bis IV einen Namen gemacht (im Falle dieser Filme durchaus ein sehr kreativer Bereich des Filmemachens), bevor er dann bei SAW V selbst auf dem Regiestuhl Platz nahm. Es folgten ein Naturthriller sowie ein Katastrophendrama mit John Travolta.
Nun setzt er auf einen Actionthriller in verschneiter Kulisse, in dem er Martial-Arts-Ikone Gina Carano (FF6, Deadpool) als eiskalte Rächerin inszeniert. Der taffen Kampf-Amazone steht die Rolle hervorragend, wenngleich sie hier darstellerisch lange nicht so gefordert wird, wie es bei Soderberghs Haywire der Fall war.
Zumal sie anfänglich alles andere als sympathisch charakterisiert wird und erst nach und nach mal ein paar Emotionen zeigt. Dem Betrachter kommt es schon eine Zeit lang etwas unangemessen vor, wenn Larsen ihr Leben einmal verschont und ein zweites Mal sogar rettet, sie ihn aber immer noch prügelt und beschießt.
Ein wenig Mäßigung möchte man ihr dann schon mal zurufen.
Im Falle von Brendan Fehr (Booth‘ Bruder aus Bones – Die Knochenjägerin) hat man aber einen wirklich guten Co-Star gefunden, dessen gelbe Fake-Zähne zwar übertrieben wirken, der aber für ein wenig menschliche Wärme im kalten kanadischen Gebirge sorgt.

Vater rettet dem jungen Charlie einige Male das Leben

Als großer Gegenspieler fungiert Richard Dreyfuss, dessen Vater auch nicht ganz aus Stein gerät, wie man anhand der verständnisvollen Art im Umgang mit Clairs Sohn erkennen kann.
Filmisch teilt sich Daughter of the Wolf in Rache-/Entführungsthriller und Survival-Actioner auf, erinnert stellenweise an Braven mit Jason Momoa.
Zum Survival-Abenteuer wird es immer wieder, weil beide Gruppen immer wieder von Wölfen angefallen werden und sie mit der Kälte und einigen Verletzungen ohnehin schon genug Probleme an der Backe haben. Gerade das Szenario (wenngleich nicht mehr ganz frisch) kann überzeugen. Vor einer verschneiten Kulisse lässt sich eben wirklich gut jagen und kämpfen – das wusste auch schon Sylvester Stallone in Cliffhanger. Wie dessen Regisseur Renny Harlin so beweist Hackl, dass er Action ebenfalls kann. Vor allem, wenn man sich die Verfolgungsjagd mit anschließendem, sehr beeindruckenden Unfall der beiden Kontrahenten anschaut. Clairs Jeep crasht ziemlich vehement und von der Kamera lange verfolgt. Immerhin so realistisch, dass man hofft, dass der entsprechende Stuntman (falls einer drin saß) ist heile wieder dem Wrack entkommen. Die kurzen Kampfsequenzen hätten allerdings etwas dynamischer ausfallen können. Zum Teil ist das ziemlich behäbig geschnitten, sodass man die Absprache hinter den Bewegungen erahnen kann.
Außerdem wirkt der Background des Hinterwäldler-Motivs wenig überzeugend. Für echte Hillbillies ist Vaters Familie (sieht man von den schlechten Szenen ab) fast zu zivilisiert und für die eigentliche Story hat das eh keine Bewandnis.

Clair taucht unter

Bild- und Tonqualität

Haben sie dieses Kind gesehen?

Daughter of the Wolf liefert durchweg sehr ruhige Bilder, die nur auf Hintergründen schon mal ein leises Wuseln offenbaren. Die Kontrastierung ist bei Totalen auf Wälder eher durchschnittlich und etwas trüb, während spätere Szenen etwas zu tief ins Schwarz gehen und Details etwas absaufen. Beim Schnee halten sich Momente massiven Überstrahlens halbwegs im Rahmen. Das hat man bei Blu-rays auch schon schlechter gesehen.
Der dts-HD-Master-Ton wird erstmalig während der Schießerei etwas lauter, allerdings nur bedingt dynamisch. Die Wummen – selbst die Schrotflinte – liefern nur wenig Druck. Etwas räumlich wird es aber und wenn der Jeep des Trios abrauscht, hört man ihn auch mal von den Rears. Am meisten Dynamik entsteht noch durch den Score, der ohnehin treibend umgesetzt wurde. Die Explosion nach 11’30 liefert dann auch tatsächlich mal etwas Tiefbass. Richtig cool kommt das glucksende Geräusch rüber, das den Einbruch ins Eis ankündigt. Auch hier wird der Subwoofer schön aktiv.

Bonusmaterial

Trailer und Programmtipps sind das einzige Bonusmaterial auf der Blu-ray von Daughter of the Wolf.

Fazit

Daughter of the Wolf erfindet das Thema des Survival-/Rache-Thrillers keineswegs neu, bietet aber ein paar bekannte Gesichter, ein atmosphärisches Setting und recht kurzweilige Action.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 10%
Film: 55%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: Kanada 2019
Regie: David Hackl
Darsteller: Gina Carano, Brendan Fehr, Richard Dreyfuss, Sydelle Noel, Chad Riley, Brock Morgan
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 88
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)

Trailer zu Daughter of the Wolf

Daughter of the Wolf - HD Trailer

 

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