Dead in Tombstone

Blu-ray Review

dead in tombstone Blu-ray Review Cover
Universal Pictures, seit 17.10.2013

OT: Dead in Tombstone

 


Im Namen des Teufels

Danny Trejo startet einen blutigen Rachefeldzug.

Inhalt

dead in tombstone Blu-ray Review Szene 1
Der Teufel in Person lässt Guerrero noch mal zurück auf die Oberfläche …

Guerrero de la Cruz Hernandez, steckbrieflich gesuchter Revolverheld und Anführer der Blackwater-Gang hat gerade seinen Bruder und rechte Hand Red vor dem Galgen bewahrt. Direkt darauf erzählt Red von einer Goldader in einem Steinbruch in dem kleinen Nest Edendale. Das Gold liegt unter Verschluss im Tresor der Bank. Die Entscheidung ist schnell gefasst, das Edelmetall muss den Besitzer wechseln. Man reitet also gen Colorado, sprengt nächtens den Tresor und liefert sich noch einen zünftigen Shootout mit dem Sheriff und seinen Helfern. Als Guerrero aufbrechen möchte, bevor die Marshalls auftauchen, staunt er nicht schlecht, denn Red knallt ihn kaltblütig über den Haufen. Den Rest der Gang kauft der Meuterer mit Geld und herrscht fortan über das Kaff, das er nun Tombstone nennt. Doch Guerrero wäre nicht der zähe Typ, der er ist, wenn er nicht auch noch vor den Pforten der Hölle verhandeln würde. Er ringt dem Teufel (Schwammgesicht Mickey Rourke) einen weiteren Tag auf der Erde ab, wenn er durch seine eigene Hand Rache an den sechs Verrätern nimmt und dem Leibhaftigen die Seelen liefert. Ein wenig Schützenhilfe dabei erhält er von des Sheriffs Witwe Calathea …

dead in tombstone Blu-ray Review Szene 3
… dort erwartet seine ehemalige Gang eiskalte Rache …

Vermutlich werden nur wenige seine Schlagzahl an Filmen jemals erreicht haben oder im späteren Verlauf erreichen, wenn Danny Trejo irgendwann mal nicht mehr unter uns weilt. Hier gibt der Mime mit dem zerfurchtesten Gesicht Hollywoods den einsamen Rächer aus der Hölle – und das macht er ziemlich gut. Begleitet seine Filme sonst eher ein gewisser Trashaspekt, ist „Dead in Tombstone“ ein unterhaltsamer Genrevertreter mit ironischen Untertönen und atmosphärischer Ausstattung. Zugeständnis an heutige Sehgewohnheiten: Es geht ziemlich blutig zu. Da werden schon mal komplette Gesichtshälften weggeschossen oder Köpfe zu einem Trichter umgewandelt – wie es scheint, ohne großartige Schnitte. Neben Trejo, Rourke und dem tollen Anthony Michael Hall als Red, fällt auch Dina Meyer („Starship Troopers“) positiv auf, denn sie weiß durchaus, neben den harten Kerlen zu bestehen. Wer beim Regiekommentar aufmerksam zuhört, wird auch die Stunts zu schätzen wissen, denn hier wurde in der Tat Außergewöhnliches geleistet – gerade bei der Arbeit mit den Pferden. Ob aber aus dem fromm formulierten Wunsch des Regisseurs, dass aus dem Film ein Franchise mit vielen Sequels werden darf, Wahrheit wird, entscheiden die Fans da draußen mit.

Bild- und Tonqualität

dead in tombstone Blu-ray Review Szene 4
… an der auch die Witwe vom Sheriff teilhaben will

In den ruhigeren Einstellungen ist das Bild der Blu-ray frei von Rauschen oder Korn. Der Kontrastumfang ist hervorragend, die Schärfe in Close-ups so gut, dass man mal wieder ein paar neue Falten und Ritzen in Trejos Charakterkopf erkennen kann. In dunklen und schnellen Szenenabfolgen kommt der Rauschfilter dann nicht mehr ganz mit und es wird etwas unruhiger. Die Farben wurden auf eine erdige Palette getrimmt – braun ist der vorherrschende Ton.
Akustisch könnten Effekte zwar hin und wieder noch etwas direkter sein und bei Explosionen dürfte der Subwoofer durchaus noch etwas mehr zu tun bekommen, dennoch werden sämtliche Lautsprecher beständig miteinbezogen und vor allem in Rourkes Hölle ist ganz schön was los (ab 23’20). Auch das Gewitter in der Nacht der Auferstehung Guerreros‘ zündet ein kleines Effektfeuerwerk. Zwischen der deutschen dts-Spur und dem englischen dts-HD-Pendant ist kaum ein Unterschied hörbar.

dead in tombstone Blu-ray Review Szene 2
Ein Gesicht wie ein Fels: Danny Trejo

Bonusmaterial

dead in tombstone Blu-ray Review Szene 5
Hörte auf Pfeifkommando: Trejos Filmpferd

Die Blu-ray hat erstaunlich viel Bonusmaterial für einen kleinen und günstig produzierten Film wie diesen. Neben unveröffentlichten Szenen, einem Audiokommentar und einem Making-of warten noch vier zusätzliche Featurettes – alles ist untertitelt. Der Filmkommentar vom Regisseur ist zwar recht technisch gehalten, teilt uns aber immerhin mit, dass Trejos Filmpferd auf seinen Pfiff hörte und zu ihm kam. Das Making-of selbst beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellerriege und die Featurettes beleuchten exakt das, was ihr Titel beschreibt. Gerade in „Pferde, Waffen und Explosionen“ wird deutlich, wie echt und halsbrecherisch die Stunts gewesen sind. In „Anführer der Gang“ schwärmen alle von der Geschwindigkeit und Sicherheit mit der Regisseur Reiné drehte und „Eine Stadt wird verwandelt“ zeigt, wie viel Aufwand betrieben wurde, um das Set immer wieder umzudekorieren. Das letzte Feature veranschaulicht dann in Vorher-Nachher-Sequenzen die hinzugefügten visuellen Effekte.

Fazit

Actionreicher, bleihaltiger, blutiger und unterhaltsamer Actionwestern, der überraschenderweise viel weniger trashig ist, als man aufgrund der Besetzung zunächst vermuten könnte.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 75%
Tonqualität (dt. Fassung): 85%
Tonqualität (Originalversion): 85%
Bonusmaterial: 60%
Film: 60%

Anbieter: Universal Pictures Home Entertainment
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Roel Reiné
Darsteller: Danny Trejo, Mickey Rourke, Anthons Michael Hall, Dina Meyer
Tonformate: dts HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de, fr, it, sp
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 100
Codec: AVC
FSK: 18