Dead Men – Das Gold der Apachen

Blu-ray Review

dead men gold der apachen blu-ray review cover
Tiberius Film, 08.11.2018

OT: Dead Men

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Bring mir die Leichte von Jesse Struthers

Western für all jene, die sich Zeit nehmen möchten.

Inhalt

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Jesse findet Unterschlupf UND Liebe bei den Apachen

1867: Gold ist das, was zählt. Und wenn Gold gefunden oder gar nur vermutet wird, gehen diejenigen, die es sich aneignen wollen, über Leichen. So ergeht es dann auch dem alten Minenbesitzer Roy Struthers. Weil er sich wehrt, seinen Grundbesitz herzugeben, wird er von Cole Roberts‘ Gang vor den Augen seines Sohnes Jesse erschossen. Da der Junge fliehen kann und rechtmäßiger Erbe der Mine ist, setzt Roberts einen Auftragskiller auf Jesses Kopf an. 2000 Dollar soll der bekommen, wenn er innerhalb von drei Tagen den Kopf des Flüchtigen bringt. Jesse allerdings hat bei einem Stamm der Apachen Zuflucht gesucht und findet dort für lange Zeit eine Heimat. Monate später sinnt er allerdings immer noch auf Rache, lässt sich von den Apachen trainieren und macht sich auf den Weg, die Mörder seines Vaters zu finden …

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Jakob hat den eigenen Bruder verraten

Ganze 177 Minuten läuft der Western von Langfilm-Debütant Royston Innes, was durchaus schon mal ein bisschen Sitzfleisch erfordert. Allerdings lässt Dead Men – Das Gold der Apachen von Beginn an keinen Zweifel daran, dass Charakterzeichnung erst Mal nicht das Ding des Films ist. Unvermittelt wird man in die Story hineingeworfen und muss sich die Figuren nach und nach selbst zusammen setzen. Unverkennbar haben wir es mit einem Independent-Western zu tun, der fernab von großen Hollywood-Studios unter sichtbarer Ägide von Genrefans entstand. Denn obwohl die finanziellen Mittel limitiert waren und die Darsteller nicht allesamt glücklich agieren, gelingt es Dead Men aus seiner simplen Story durchaus Atmosphäre zu generieren. Die Ausstattung kann sich sehen lassen, die Original-Schauplätze wirken alles andere als alltäglich und die Tatsache, dass man sich auf die Originalsprache der Apachen einließ, zeigt, dass man es auch mit der Authentizität durchaus ernst meinte.

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Cole Roberts kennt keine Gnade

Ernst meint es zwischendurch außerdem die konsequente Härte. Shoot-outs sind nicht gerade unblutig und Edisons Augenverletzung ist auch alles andere als appetitlich. Dazu sind die Schusswechsel überraschend gut getimt und auch Prügeleien hat man schon weniger gut choreographiert gesehen. Und so passiert, was man während der ersten fünf Minuten noch gar nicht gedacht hätte: Dead Men entwickelt nach und nach eine gewisse Faszination und aufgrund des geduldigen Aufbaus und der langen Laufzeit ist man mehr und mehr drin in der (eigentlich simplen) Rachestory. Geschmälert wird das Geschehen nur von den etwas zähen Politik-Verflechtungen, die nach gut der Hälfte der Laufzeit hinzukommen. Auch die Dialoge sind nicht immer sonderlich gelungen, wenn sie innerhalb von drei Sätzen gefühlt fünf Mal das Wort „Hurensohn“ nutzen. Der Fairness halber sei erwähnt, dass es im Englischen auch nicht abwechslungsreicher zugeht.
Dennoch: Spätestens wenn die beiden Brüder mit Benjamin zum Trio gereift sind, ist der Unterhaltungswert zumeist hoch. Und das liegt auch an Shawn Parsons, der diesen Benjamin souverän und cool spielt.

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Die Pferde-Action ist respektabel für einen so schmal budgetierten Film

Bild- und Tonqualität

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Was plant der Spieler Benjamin Brown?

Die Blu-ray von Dead Men läuft im Format von 1,78:1 und präsentiert vornehmlich sehr warme und erdige Farben. Das passt natürlich perfekt zum Western-Thema und lässt die staubigen Straßen und Plätze der Städte ebenso authentisch wirken wirken wie die weite Steppe der umgebenden Landschaft. Die Kontrastflanken sind extrem steil und überreißen in den hellen Bereichen und hin und wieder sind deutliche Artefakte zu sehen – auch bedingt durch die nicht dauerhaft ruhige Kameraführung (4’48). Die körnigen Unruhen kann man sich hingegen gefallen lassen – ebenso wie die nachträglich hinzugefügten Störstreifen, Blitzer und Verschmutzungen. Ab und an wirkt das zwar etwas gewollt, aber zum Genre passt das durchaus.
Die Schärfe hingegen gefällt vor allem in den ruhigen Einstellungen und Close-ups sehr gut. Außerdem wirkt der Kontrastumfang deutlich harmonischer, sobald es in Innenräume geht.
Akustisch bleibt das Geschehen in Dead Men vornehmlich auf die Front reduziert. Ein bisschen Raumakustik gibt es, wenn Umgebungsgeräusche in der Stadt zum Tragen kommen und die Filmmusik etwas aufbrandet. Doch selbst wenn im Finale eine ganze Pferde-Herde an den Protagonisten vorbeidonnert, gibt’s nur wenig Dynamik und auch kaum direktionale Effekte.

Bonusmaterial

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Ja was denn nun? 1868 oder doch 1968? – Leichte Unstimmigkeiten bei der deutschen Untertitelung

Im Bonusmaterial von Dead Men findet sich lediglich der Trailer zum Film wieder.

Fazit

Man braucht etwas Sitzfleisch und ein Faible für die charmante Independet-Filmproduktion. Doch dann kann man in Dead Men durchaus stimmige Details und eine schöne Atmosphäre entdecken. Für Genre-Fans durchaus einen Blick wert.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 55%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 10%
Film: 70%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Royston Innes
Darsteller: Ric Maddox, Aaron Marciniak, Richard O. Ryan, Shawn Parsons, Sasha Higgins, Malcolm Madera
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 177
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)

Trailer zu Dead Men – Das Gold der Apachen

Dead Men – Das Gold der Apachen (Extended Version) I Offizieller Trailer 2018 HD Deutsch

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