Death Kiss – Uncut

Blu-ray Review

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Busch Media Group, 07.12.2018

OT: Death Kiss

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Auge um Auge

Willkommen zurück in den 70ern.

Inhalt

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Gestorben wird blutig, in „Death Kiss“

Die Kriminalität droht die Stadt zu ersticken. Gangs, Drogen und Räuber bestimmen das Straßenbild. Angeprangert werden die Zustände nur vom Radiomoderator Fortright. Er benennt die Probleme, sucht sie bei der tatenlosen Polizei und der inaktiven Politik. Und er wünscht, sich, dass mal jemand aufräumt. Ob der geheimnisvolle Fremde dessen Übertragungen gehört hat? Der schmalbärtige Kerl, der die Gegend seit einiger Zeit mit seinem Revolver säubert und erbeutetes Geld den Bedürftigen zukommen lässt? Mr. K. wie man ihn nennt, führt seinen privaten Feldzug gegen das organisierte Verbrechen. Lediglich die mysteriöse Verbindung zur alleinerziehenden Ana scheint ihn emotional zu bewegen, während er die Bösewichte der Gegend eiskalt eliminiert …

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Gut, wenn es Film gibt, in denen die Bösen eindeutig erkennbar sind

Moment mal, das ist doch … oder? Nee. Doch nicht. Obwohl … vielleicht … Hmm …
Wer jetzt denkt, er lese gerade die ersten Seiten von Stephen Kings Sie, der hat nicht ganz unrecht. Denn ebenso verwirrt wie der im Schmerzmittel-Wahn liegende Paul Sheldon in Kings Horror-Roman, fühlt man sich bei der Sichtung von Death Kiss. Man muss schon zwei- oder besser dreimal hinschauen, um Hauptdarsteller Robert Kovacs (der sich natürlich auch noch den Künstlernamen „Bronzi“ verpasst hat) NICHT als den 70er-Jahre-Action-Helden Charles Bronson zu erkennen.
Und hinHÖREN muss man auch noch genau. Denn schon die ersten Töne des Filmscores sind dermaßen an die Spät-Siebziger/Anfang Achtziger angelegt, dass man sich direkt in Death Wish wähnt. Man ist aber in Death Kiss. Und der zelebriert die frühen Revenge-Filme nach Lust, Laune, Strich und Faden.
Alleine der Colt, mit dem Mr. K. sich durch die Gangster wütet, ist ein augenzwinkerndes Zitat an die Bronson-Filme. Die Wortkargheit des Protagonisten, sein gesamter Habitus – Regisseur Perez macht ganz und gar keinen Hehl daraus, dem Selbstjustiz-Actioners der 70er/80er zu huldigen.

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Tyrel richtet an

Und das tut er in jeder Szene des sichtbar günstig produzierten Films. Damit liegt Death Kiss nicht nur inhaltlich, sondern auch darstellerisch erstaunlich nahe am Vorbild. Denn außer Bronson konnte in Death Wish seinerzeit auch niemand wirklich überzeugen – selbst Jeff Goldblum in seiner kleinen Nebenrolle nicht. Kovacs macht seine Sache eigentlich ganz gut. Allerdings filmt man ihn dann doch etwas ausgiebig im Ganzkörper-Einsatz, was offenbart, dass er sich ziemlich ungelenk bewegt.
Ohnehin kann man sicher viel Kritik an Death Kiss üben:
Dass die Synchro nicht immer so ganz treffsicher ist zum Beispiel. Denn wenn in Forthrights  Ansprache aus „Racism“ in der deutschen Übersetzung „Feinstaub“ wird und das Thema dadurch sarkastischer erscheint als es im (ernsten) O-Ton gemeint ist, wirkt das vollkommen unpassend. Außerdem ist das Timing in den Actionszenen nur „so lala“ und die Stunts sind charmant amateurhaft (39’25). Dass die zugrunde liegende Story dünn wie Papier und tausendmal gesehen ist – geschenkt. Hier geht’s ums Prinzip. Und das feiert der Film mit äußerst gewalthaltigen Exekutionen und fontänenartigen Blut-Eruptionen. Ungeschnitten, übrigens.

Okay, das Korn verrät es: Das Original
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Die erstaunlich echte „Kopie“

Bild- und Tonqualität

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Wenn man es nicht besser wüsste … Kovacs sieht schon verdammt nach Bronson aus

Die in vielen Einstellungen fast überscharfe Bild-Darstellung der Blu-ray zeigt extrem detaillierte Close-ups und ist beständig sehr ruhig. Allerdings leidet sie durchgängig unter einem mauen Schwarzwert, der in den meisten halbdunklen Szenen grün eingefärbt ist. Selbst Haare oder sogar Haut färbt ist bisweilen kränklich grün. Dazu gesellen sich regelmäßige Banding-Artefakte und punktuelles Black-Crushing auf Teilbereichen (Schulter 3’45). Außerdem setzt es chromatische Aberrationen entlang von schwarzen Schattierungen. Das mag teils sicher bewusst so stilisiert sein, liegt aber sicher auch an der extrem niedrigen Datenrate. Die fällt schon mal auf 5-7Mbps runter, was auf durchschnittlichem DVD-Niveau liegt.
Der im Englischen nur in 2.0 dts-HD-Stereo vorliegende Ton von Death Kiss wurde fürs Deutsche auf 5.1 hochgemixt. Das sorgt für einen recht schönen Rundum-Klang während der Score- und Musik-Elemente und baut auch sonst eine relativ weiträumige Bühne auf. Die Dialoge sind gut zentriert auf den Center abgelegt und ein bisschen Druck liefern Subwoofer und Hauptlautsprecher während der Musikstücke ebenfalls. Direktionale Effekte bleiben allerdings vollständig aus.

Bonusmaterial

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Ana lernt, mit den Koyoten umzugehen

Das Bonusmaterial von Death Kiss besteht aus einigen Programm-Hinweisen des Anbieters sowie dem (nicht untertitelten) Audiokommentar von Regisseur Perez. Der gibt interessante Dinge preis wie bspw. die Tatsache, dass seine Tochter die an den Rollstuhl gefesselte Isabel spielte und Anas Haus tatsächlich Perez‘ Haus ist. Szenen in der Küche sind tatsächlich nicht an einem Set gedreht, sondern in des Regisseurs echter Küche.
Ebenfalls interessant: Man wollte von Perez, dass er den Film auf 90 Minuten bringt. Da der Filmemacher in der Regel eher Werke mit 72-75 Minuten abliefert, musste er strecken.
Und das ist sein einziger eigener Kritikpunkt an Death Kiss: Die in seinen Augen zu gedehnten erweiterten Szenen.
Wer übrigens etwas über die durchaus reaktionären Motive des Films ärgert, der mag sich Perez‘ Ausführungen über seine Auffassung von „Bad Guys“ und „Racism“ anhören, die er so um die 70. Minute von sich gibt.

Fazit

Death Kiss wirkt, als hätte man Death Wish um 44 Jahre in die heutige Gegenwart gesetzt. Inhaltlich ist das kaum anders und immer noch fragwürdig. Filmisch ist es eine 90-minütige Reminiszenz an den Rache-Filme der 70er, an die Cannon-Filme der damaligen Zeit und mit Bronson-Lookalike Robert Kovacs idealbesetzt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 55%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 40%
Film: 60%

Anbieter: Busch Media Group
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Rene Perez
Darsteller: Robert Kovacs Bronzi, Richard Tyson, Daniel Baldwin, Eva Hamilton, Stormi Maya, Leia Perez
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de // dts HD-Master 2.0: en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 88
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Busch Media Group)

Trailer zu Death Kiss

DEATH KISS Trailer German Deutsch (2018)

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