Der Elefantenmensch 4K UHD

Blu-ray Review

STUDIOCANAL Home Entertainment Sales, 23.04.2020
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OT: The Elephant Man

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Nichts wird sterben

David Lynchs Meisterwerk erscheint zum 40. Jubiläum hochaufgelöst auf UHD.

Inhalt

In der Öffentlichkeit verbirgt Merrick sein Äußeres

John Merrick ist das, was man im späten 19. Jahrhundert einen „Freak“ nennt. Einen, den man als Attraktion zur Schau stellt und über den sich das Publikum wahlweise lustig macht oder sich vor ihm gruselt. Sein Körper ist gezeichnet von schweren Missbildungen und Verknöcherungen. Sein Kopf weist massive Beulen auf und hat Ähnlichkeit mit einem tierischen Wesen. So leidet Merrick aber nicht nur unter den gaffenden Blicken der Zuschauer auf den Jahrmärkten, sondern vor allem unter dem sadistischen Alkoholiker Bytes, der ihn dort für Geld dem sensationslüsternen Volk präsentiert. Als der Chirurg Frederick Treves auf Merrick aufmerksam wird, nimmt er ihn mit ins London Hospital, um ihn seiner Kollegenschaft vorzustellen. Der Fall lässt ihn auch dann nicht mehr los, als er ihn wieder zu Bytes zurück bringt. Nachdem dieser Merrick im betrunkenen Kopf erneut verprügelt hat, ruft er Treves zu Hilfe, was den Chirurg veranlasst, Merrick ganz zum Hospital mit zu nehmen. Dort allerdings sind die Vorbehalte groß. Man hält Merrick für untherapierbar und intellektuell zurück geblieben. Doch das Kollegium könnte sich nicht stärker täuschen …

Dr. Treves begegnet Merrick mit Respekt

Joseph Carrey Merrick lebte von 1862 bis 1890 im viktorianischen England. Der Junge, der von Geburt an ganz normal war, entwickelte ab dem fünften Lebensjahr verstärkte Verknöcherungen und Missbildungen. Diese waren so stark, dass die neue Frau an seines Vaters Seite bewirkte, ihn aus der Familie zu verstoßen. Fortan verdiente er als „Elephant Man“ sein Geld und tingelte mit einem gewissen Tom Norman als „Monster“ auf Jahrmärkten umher.
Nachdem er aus Belgien wieder nach London zurückkehrte, beraubte man ihn und stahl ihm all seine Ersparnisse, sodass er keinen anderen Ausweg sah, als sich an jenen Chirurgen zu wenden, der ihn einen Monat zuvor noch untersucht und einen Artikel über ihn geschrieben hatte: Dr. Frederick Treves.
Treves erwirkte, dass man eine Stiftung für ihn gründete und sorgte dafür, dass er dauerhaft im London Hospital aufgenommen wurde. Dort verstarb er dann vier Jahre später.
Die Geschichte des echten „Elefantenmenschen“ hatte in ihrer Folge nicht nur zahlreiche (und bis heute andauernde) medizinische Gutachten und Untersuchungen zur Folge, sondern diente vielen berühmten Werken der Literatur, des Theaters und Films als Vorlage. Die bekannteste Geschichte, die mit Motiven von Merricks Erkrankung verhandelt, ist sicher Gaston Leroux‘ Das Phantom der Oper.
Der Film ist angelehnt an die wahre Geschichte des Joseph Merrick, der im viktorianischen Zeitalter als „Elephant Man“ traurige Berühmtheit erlangte und die Aufmerksamkeit des Chirurgen Frederick Treves erregte, der ihm Unterstützung anbot und im British Medical Journal einen Bericht über Merrick veröffentlichte. David Lynch transformierte diese wahre Begebenheit mit viel Fingerspitzengefühl in ein meisterhaftes filmisches Plädoyer für Menschlichkeit und Würde. Der Elefantenmensch wurde ein großer kommerzieller Erfolg und war im Jahr 1981 für acht Oscars[r] und fünf Golden Globes nominiert. Neben The Straight Story zählt der Film zu den erfolgreichsten und populärsten Werken des Regisseurs – nicht zuletzt aufgrund der beiden grandiosen Hauptdarsteller John Hurt und Anthony Hopkins.

Unter Bytes litt Merrick lang genug

1977 inszenierte Bernard Pomerance dann ein Theaterstück, das zwei Jahre später auf dem Broadway uraufgeführt wurde, allerdings nicht primäre Grundlage für die Verfilmung von 1980 gewesen ist. Vielmehr schrieb David Lynch das Drehbuch gemeinsam mit Christopher De Vore und Eric Bergren auf Basis der Aufzeichnungen von Frederick Treves und dem Anthropologen Ashley Montagu.
Noch spannender ist aber, wie David Lynch zu seinem zweiten abendfüllenden Film kam: Die Produktion von Der Elefantenmensch wurde Jonathan Sanger übernommen, nachdem diesem das Skript von De Vore und Bergren in die Hände gekommen war. Sanger war Assistenz-Regisseur bei Mel Brooks Höhenkoller, was ihn dazu bewog, dem Komödienspezialisten das Drehbuch zu zeigen. Brooks war begeistert, kannte David Lynch allerdings nicht. Also zeigte man ihm Eraserhead, den Brooks dann ebenfalls mit Begeisterung aufnahm. Lynch war also gesetzt, während Brook sich als ausführender Produzent nicht namentlich verewigte, da er fürchtete, man können den Film als Komödie missinterpretieren.
Denn Der Elefantenmensch ist alles andere, aber keine Komödie.
Vielmehr gehört Lynchs zweiter Langfilm zu den flammendsten Plädoyers für Toleranz und Humanität, die die Filmhistorie bis heute hergibt.
Auch und gerade in seiner deutlichen Kritik gegenüber der Verhaltensweise beider Gesellschaftschichten, der unteren und der oberen Klasse. Denn wo die einen Merrick aus Unwissenheit und Sensationsgier anstarrten, missbrauchten die anderen ihn als Projektionsfläche für ihre eigenen Eitelkeiten.

Ein Zuhause?

Lynch und seine Co-Autoren schmückten die wahren Begebenheiten für eine stärkere Emotionalisierung der Geschichte etwas aus, was man ihnen teilweise vorwarf. So war es dem echten Merrick nur sehr begrenzt möglich, sich durch Sprache zu verständigen. Zu stark waren die Deformationen auch im Gesicht. In Der Elefantenmensch wird er plötzlich zum philosophisch-sensiblen Menschen, dessen psychische und physische Misshandlungen ihn lange dazu veranlassten, aus Angst kein Wort zu sagen.
Natürlich kann man das kritisieren, weil man den Pfad der Wahrheit hier etwas verlässt. Letztlich wollte Lynch aber sicherlich keine Dokumentation drehen, sondern einen bewegenden Film, der den Menschen den Spiegel vorhält. Also ein weitaus größer angelegter Film als der sehr intime, in sich bezogene Eraserhead, den Lynch drei Jahre zuvor gedreht hatte. Gegenüber diesem surrealen Kultfilm ist Der Elefantenmensch geradezu exemplarisch geradlinig inszeniert und erzählt.
Doch das bedeutet nicht, dass man Lynchs geniale Handschrift hier nicht erkennt. Seien es Kamerapositionen, Beleuchtung oder die erlesenen Schwarz-Weiß-Bilder, die zur damaligen Zeit eher ungewöhnlich waren und die Kameramann Freddie Francis zu erlesen atmosphärischen Kompositionen des viktorianischen Londons trieb. Die verwendeten Stilmittel zeugen auch hier Lynchs besonderer Betrachtungsweise des Mediums Film.

Merrick entwickelt eine Leidenschaft für den Modellbau

Inszenatorisch macht der Kultregisseur es aber auch äußerst geschickt. Da er Merrick lange Zeit nur mit Sack über dem Kopf darstellt, hält er auch dem Zuschauer den Spiegel vor, macht ihn gewissermaßen zum Mittäter der Gaffer.
Denn je länger man nichts von dem deformierten Charakter sieht, desto stärker wird das Verlangen, endlich einen Blick auf ihn zu werfen – aber auch die Furcht davor. Man ertappt sich bei der eigenen Ungeduld und darf sich schon mal die Frage stellen, ob man seinerzeit eher zum geifernden Jahrmarktpublikum oder zum aufgeklärt-humanitären Kreis der Wissenschaftler gehört hätte?
Wenn Der Elefantenmensch dann seine Verhüllung fallen lässt, macht Lynch das so geschickt, dass es kaum zum Sensationsgaffen taugt. Verletzlich und zusammengekauert sitzt Merrick auf dem Bett und stellt auch für die sich erschreckende Schwester Nora keine Bedrohung dar.
Erschreckend gut gelang im Übrigen die Maske, die John Hurt, der Schauspieler des Merrick, trägt. Täglich saß er bis zu zehn! Stunden in der Maske, um dann für weitere zehn Stunden seine Szenen zu drehen und lediglich vier bis fünf Stunden Erholung im Schlaf zu finden. Kein Wunder, dass er irgendwann seine Frau anrief und ihr sagte, dass man ihm das Schauspielern mit dieser Rolle gehörig vermiest habe (Quelle).
Dabei lieferte er hier eine seiner Glanzleistungen ab. Nicht nur ist es vermutlich eine echte Tortur gewesen, unter dem Gewicht des Make-ups zu performen, schafft er es durchweg, durch diese hindurch auch noch Emotionen und Mimik zu vermitteln. Manchmal vergisst man tatsächlich, dass darunter überhaupt ein Schauspieler steckt, was wiederum ein Gütesiegel für die Arbeit von Christopher Tucker ist. Der hatte die Prothesen auf Basis echter Körperabdrücke angefertigt, die das Royal London Hospital in seinen Archiven aufbewahrt. Und die Maske war so gut, dass sie bei den Oscar-Verleihungen einen kleinen Skandal auslöste. Denn es gab im Jahr 1981 keine Kategorie für Bestes Make-up. Erst im Jahr darauf wurde sie aufgrund dieser Proteste entsprechend eingeführt. Einen Oscar bekam Der Elefantenmensch trotz seiner acht Nominierungen dennoch nicht.

Die Demütigungen nehmen kein Ende

Bild- und Tonqualität BD

Zunächst waren sie skeptisch mit der Aufnahme Merricks

Auch die Blu-ray des Combo-Pakets von Der Elefantenmensch basiert auf dem neuen Master und unterscheidet sich demnach von der bisherigen Fassung. Nehmen wir das Positive zuerst, gefällt vor allem die Laufruhe. Während die bisherige Fassung nicht frei von Flickern war und Hintergründe nicht immer ganz sauber reproduziert wurden, zeigt sich die neue Disk absolut gleichmäßig und ohne Helligkeitsflackern. Dazu sind ihr auch Schmutzpartikel weitgehend fremd. Die Bereinigung des Filmmaterials ist hervorragend gelungen. Der grundsätzliche Look, das Color Grading selbst, unterscheidet sich indes nicht weltbewegend von der bisherigen BD. Da hätte man durchaus erwartet, dass die Differenz etwas größer ausfällt. Allerdings spricht das auch für die generell nicht allzu schlechte Qualität des bisherigen Masters. Wirklich ärgerlich ist nur ein offenbar eingesetzter Rauschfilter, der die analoge Körnung sehr stark tilgt und ein etwas softeres Bild produziert. Ärgerlich deshalb, weil die grundsätzliche Auflösung in Details sichtbar besser und feiner ist.
Sehr auffällig ist übrigens zudem der Wechsel im Format (von 2,39:1 auf 2,35:1) sowie das „Geraderücken“ des Scans. Das alte Master wirkt tatsächlich etwas schief, wenn man es direkt miteinander vergleicht. Außerdem rückt das Bild etwas nach rechts. Zeigt jetzt also links mehr, dafür rechts etwas weniger.

Blu-ray alt (08’41): (Slider ganz nach rechts): Gut zu sehen ist die Veränderung im Bildformat.

Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Die neue BD wirkt gleichmäßiger, aber auch etwas softer auf den Oberflächen.

Blu-ray alt (28’52): (Slider ganz nach rechts): Die bisherige BD wirkt etwas unruhiger in den Texturen.

Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray bietet bspw. auf dem Oberteil der älteren Dame die gleichmäßigeren Farbabstufungen.

Blu-ray alt (51’34): (Slider ganz nach rechts): Nimmt man die Wand im Hintergrund, ist die bisherige BD etwas körniger.

Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Die neue BD ist glattgebügelter.

Wieder wird Merrick zum Objekt der Schaulustigen

Der Elefantenmensch bietet dreimal dts-HD-Master für Französisch, Deutsch und Englisch. Während von den drei Sprachfassungen mit identischer Kodierung die französische mit Abstand am schwächsten, flachsten und dumpfesten klingt, kann die deutsche Synchro mit einer sehr offenen Präsentation bspw. des Jahrmarkts zu Beginn aufwarten. Vielleicht ist sie etwas zu höhenbetont und klingt deshalb nicht so harmonisch wie die etwas gedämpftere, bisweilen ein wenig muffige Originalfassung. Vielleicht ist es aber auch Geschmackssache. Viele werden hier vermutlich die deutsche Fassung bevorzugen, weil sie durch ihre Betonung der höheren Frequenzen freier und weniger begrenzt klingt. Allerdings hört man eine gewisse Rauschfilterung/-kompression bei den Dialogen, die in offeneren Räumen stattfinden – beispielsweise während Treves‘ erster Demonstration von Merrick bei den Kollegen (20’00).

(14 Kundenrezensionen)
Preis: 37,90 €
(Stand von: 2020/08/04 5:43 pm - Details
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Studio:
Format: Blu-ray
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Erscheinungstermin: Thu, 23 Apr 2020
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Bild- und Tonqualität UHD

Ein Ausflug in den Alltag der Oberen Zehntausend

Der Elefantenmensch wurde 1980 selbstverständlich analog gefilmt – und zwar mit Panavision Kameras auf 35mm Filmmaterial. Für die UHD-Veröffentlichung wurde eine komplett neue Restaurierung vorgenommen. Vom Original Negativ nahm man einen 16 Bit 4K-Scan vor und bearbeitete das gescannte Material anschließend, um es von Staubpartikeln und Bildfehlern zu befreien. Das Ganze geschah bei L’Immagine Ritrovata und wurde von David Lynch persönlich beaufsichtigt. Lynch war es auch, der die Farbkorrektur bei Fotokem in Los Angeles vornahm.
Integriert wurde natürlich auch ein höherer Kontrastumfang im statischen HDR10 sowie im dynamischen Dolby Vision und gemastert wurde im Rahmen eines erweiterten Farbraums (Rec.2020) – auch wenn das bei einem Schwarz-Weiß-Film keinen praktischen Nutzen hat.
In der Praxis zeigt sich die UHD wirklich prächtig. Man muss den Hut vor der Arbeit ziehen, wenn man bedenkt, dass der Film 40 Jahre auf dem Buckel hat. Störpartikel, Blitzer, Schmutz oder Drop-outs sind praktisch nicht auszumachen und die Laufruhe ist frei von Flackern und Flickern, das noch die alte BD aufwies.

Am Ende vor allem allein

Das analoge Korn wurde deutlicher reproduziert, flimmert aber hin und wieder auf Gesichtern etwas (43’25). Tatsächlich liegt hier die größte Kritik verborgen. Denn wo die BD auf Oberflächen und Hintergründen etwas zu soft gefiltert wirkt, dafür aber gleichmäßige Helligkeitsabstufungen bietet, sorgt die Kombination aus HDR und der Art des Korns auf hellen Bereichen der Gesichter oder im Qualm bei 9’55 für eine posterisationsartige Artefaktbildung. Wer auf so etwas empfindlich reagiert, wird sich hier besonders ärgern.
In den allermeisten Einstellungen hervorragend ist die Neutralität des Geschehens. Nur selten wirken Flächen mal etwas grünlich oder auch mal einen Hauch zu warm. Meist wird aber eine sehr gute neutralgraue Einstellung bewahrt. Herausragend ist der Kontrastumfang. Schwarzwerte sind absolut satt, tendieren bisweilen FAST etwas zum Absumpfen, was aber mit einer geringfügigen Regelung am TV justiert werden kann. Da der Film von seiner Schwarz-Weiß-Dynamik lebt, müssen natürlich auch die hellen Oberflächen entsprechend knallen. Und das tun sie. Wie gut die Spitzlichter der UHD zur Geltung kommen, sieht man nicht nur in komplett dunklen Szenen, sondern auch bei normalen Mischhelligkeiten. So stechen die Hemdkragen und -ärmel sowie die Reflexionen auf den Gesichtern der Wissenschaftskollegen in Frederick Treves Vorlesung deutlich hervor. Nur ganz selten scheinen Details auf weißen Hemden mal etwas zu Überstrahlen, in aller Regel bleibt die Zeichnung vorhanden.
Beim Ton gibt’s keine Änderung. Die UHD bietet die identischen Spuren wie die Blu-ray.

Blu-ray (08’41): (Slider ganz nach rechts): Aus der Totalen fällt der Unterschied auf den Texturen noch gering aus.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD zeigt sich eine Spur grünlicher im Grau.

UHD HDR10 (08’41): (Slider ganz nach rechts): Zwischen HDR10 und Dolby Vision fällt auch eine etwas andere Farbgebung auf.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Dolby Vision präsentiert sich hier wieder etwas neutraler.

Blu-ray (28’52): (Slider ganz nach rechts): In der Küche sieht man Unterschiede in den Highlights.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD zeigt sich strahlender auf den hellen Flächen.

UHD HDR10 (28’52): (Slider ganz nach rechts): Auch hier noch einmal der Vergleich zwischen HDR10 und Dolby Vision.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Dolby Vision bleibt auch hier etwas neutraler in der Farbgebung und auf den schwarzen Oberflächen etwas besser durchzeichnet.

Blu-ray (41’50): (Slider ganz nach rechts): Im Fokus von Belichtung und Auflösung liegt hier das Ziffernblatt.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Die UHD (hier Dolby Vision) hat das kräftiger schwarze Ziffernblatt und zeigt schon aus der Entfernung mehr Konturen, wirkt nicht so weich.

Blu-ray (41’50): (Slider ganz nach rechts): Geht man näher ran, wird der Auflösungsunterschied dann deutlich.

UHD (Slider ganz nach links): Die UHD grenzt die römischen Ziffern klarer und konturierter ab, zeigt den Rahmen der Turmuhr viel detailreicher und liefert auf den Oberflächen die Körnung, die bei der Blu-ray offenbar gefiltert wurde.

Blu-ray (51’34): (Slider ganz nach rechts): Auf Merricks Gesicht zeigt sich der Unterschied in Auflösung und Kontrastdynamik.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD lässt die Verwachsungen plastischer und dreidimensionaler erscheinen.

Blu-ray (51’34): (Slider ganz nach rechts): Im Bildausschnitt wird die Differenz noch deutlicher.

UHD (Slider ganz nach links): Schon alleine durch die leichte Körnung kommt mehr Leben und Inhalt ins Spiel. Die vielen Details von Maske und Make-up sind besser sichtbar.

(14 Kundenrezensionen)
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Format: Blu-ray
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Bonusmaterial

Nur wenige Menschen meinen es ehrlich mit Merrick

Das Bonusmaterial von Der Elefantenmensch findet sich sowohl auf den Filmdisks als auch auf der dritten BD, die dem Set beiliegt.
Die Filmdisks enthalten ein spannendes Interview mit Standfotograf Frank Connor, der schon die On-Set-Fotos bei Wenn die Gondeln Trauer tragen schoss sowie ein neues Question and Answer zwischen dem British Film Institute und Produzent Jonathan Sanger von 2018.
Die Bonus-Disk enthält dann das bekannte(re) Bonusmaterial. Angefangen bei den beiden Interviews mit David Lynch und John Hurt. Gerade Hurt entpuppt sich retrospektiv als erstaunlich sarkastisch. Das Intervier, das unter dem Titel „The Air is on Fire“ steht, wurde an der Cartier Foundation im Jahre 2007 geführt. Hierbei trifft Michel Chion, Autor einer Lynch-Biografie auf jenen Regisseur, den er in seiner Schrift porträtiert hat. „Joseph Merrick – Der echte Elefantenmensch“ treffen wir auf Jonathan Evans, den Archivar und Direktor des Archivs und Museums des London Hospital, der praktisch sein ganzes Leben mit der Geschichte von Merrick befasst ist und wohl besser über ihn Bescheid weiß als jeder andere. Mike Figgis im Gespräch mit David Lynch ist ebenfalls schon älter und zeigt, wie Lynch nun mal ist. Nur mit einer nackten Glühbirne ausgeleuchtet sitzen die zwei Interviewpartner im Flur eines Hotels.
Die Dokumentation: „The Terrible Elephant Man revealed“ läuft gut 30 Minuten und beleuchtet die ursprüngliche Entstehungsgeschichte des Films selbst.

Fazit

Der Elefantenmensch ist ein Klassiker des 80er Jahre Dramas. Mit seiner zweiten Regiearbeit nach Eraserhead hatte sich David Lynch bereits ein kleines Denkmal gesetzt und blieb sich trotz der relativ geradlinigen Inszenierung inhaltlich und visuell treu. Die UHD zeigt den Film nun trotz leichter Probleme auf hellen Bereichen in der bisher bestmöglichen Bildqualität. Deutlich besser aufgelöst und kontrastreicher als die neue Blu-ray, die ebenfalls auf dem neuen Master basiert, aber vergleichweise glattgebügelt aussieht.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (alt): 70%
Bildqualität BD (neu): 75%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 70%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 75%

Bonusmaterial: 80%
Film: 90%

Anbieter: STUDIOCANAL Home Entertainment Sales
Land/Jahr: GB 1980
Regie: David Lynch
Darsteller: Sir Anthony Hopkins, John Hurt, Anne Bancroft, Sir John Gielgud, Wendy Hiller
Tonformate BD: dts-HD-Master 2.0: de, en, fr
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 123
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: keine Angabe
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: STUDIOCANAL Home Entertainment Sales)

Trailer zu Der Elefantenmensch

DER ELEFANTENMENSCH 4K | Trailer | Deutsch | David Lynch | ARTHAUS
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3 thoughts on “Der Elefantenmensch 4K UHD

  1. Avatar Jacob

    Klasse Review.

    Ich hab ihn am letzten Freitag gesehen und war begeistert. Ein großartiger und sehr berührender Film.

    Bild und Ton sehr gut. Da die Tonspur ja eine alte Dolby Stereo Spur ist, hat sich der Ton stellenweise wie eine Surround Spur angehört. Gerade am Anfang auf dem Jahrmarkt.

    Einen Upmixer wie den Neural X zu benutzen, ist gerade bei den alten DS Spuren sehr empfehlenswert!

  2. Avatar Der Name

    Was ich schon immer mal hier als Blog-Leser wissen wollte ist, wie macht man die qualitativ benutzbaren Screenshots, Vergleichsbilder, Capture-Bilder usw, hinsichtlich der Kopier-Schutz-Erfindungen und Technologien der ganzen Conten- und Media Industrien, ala HDCP usw uvam.

    Ich haette naemlich gedacht genau sowas hier wie pixel genaues Abgreifen und Screenshots, Grabbing etc sollte doch durch sowas vermieden werden?

    Wasfuer technische Hintergruende, Equipment etc sind da im Einsatz? Ist das irgendwas aus dem Studio- und Mastering Bereich oder wie muss ich mir das vorstellen? Evtl. wurde sowas ja auch schon irgendwo im Blog, FAQs oder sowas beantwortet?
    Danke fuer informative technische Erklaerungen!

    • @Der Name:
      Die Hintergründe für die Screencaps sind ganz bewusst denkbar einfach: Sie sind mit recht hochwertigem Foto-Equipment direkt vom kalibrierten TV abfotografiert.
      Und das aus zweierlei guten Gründen:
      Zum einen bewegen wir uns in der Tat im semilegalen Bereich, wenn screencaps aus dem Datenstrom abgegriffen werden, nachdem man sie für den PC „aufbereitet“ hat.
      Zum anderen aber ist viel wichtiger, dass es mir ein Anliegen ist, die UHD und BD so darzustellen, wie sie auf einem handelsüblichen Consumer-Gerät auch tatsächlich aussieht. Wie sie also auch bei den Lesern zuhause auf einem kalibrierten Display dargestellt wird.

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