Der Exorzismus der Tracy Crowell

Blu-ray Review

exorzismus der tracy crowell blu-ray review cover
Tiberius Film, 02.05.2019

OT: The Possession Experiment

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„Bei Gott!“

Exorzismus ist nicht tot zu kriegen.

Inhalt

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Brandon hat DIE Idee, wie er sein Projekt finanzieren kann

Brandon ist Theologie-Student – selbst wenn’s nicht so aussieht und er mit Lederjacke und Telefonliste von One-Night-Stand-Partnerinnen eher daherkommt wie ein cooler Checker. Was ihn aber wirklich interessiert, sind die düsteren Aspekte des Glaubens. Mit einem Mitschüler beschließt er, seine Abschlussarbeit zum Thema Exorzismus abzuleisten. Als er von einer vor zwei Jahrzehnten abgebrochenen Dämonen-Austreibung an einer gewissen Tracy Crowell hört, besucht er das Haus, in dem es stattgefunden hat. Und weil’s dort ziemlich spukig ist, kommt ihm eine Idee: Er stellt sich selbst als Versuchsobjekt zur Verfügung, auf dass der Dämon in seinen Körper fährt. Und um die Sache zu finanzieren, macht Brandon ein Crowdfunding-Projekt draus. Ruckzuck sind 1000 Dollar eingenommen und es kann losgehen. Im Schlepptau noch eine Dame, die die Vitalfunktionen überprüfen soll. Während einer Ouija-Session scheint aber bis auf ein bisschen Poltern erst einmal nichts zu passieren – bis Brandon plötzlich immer komischer wird …

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Wenn sich da mal nicht was anbahnt …

Exorzismus -Filme gab es in den letzten Jahren gefühlt 2.765 – und kaum einer davon konnte überzeugen. Meist vor allem deshalb nicht, weil sie schlicht und ergreifend nicht gruselig waren. Es ist halt auch nicht einfach, Horror zu erzeugen, nur weil ein bleich geschminktes Mädel (oder Junge) Schaum vor dem Mund hat und Priester mit „Fick dich!“ anbrüllt. Der Exorzismus der Tracy Crowell bemüht sich zu Beginn indes trotz sichtlich günstiger Produktion und eher mittelprächtiger Darsteller, mit wackeligem Schmuddel-Look zumindest Atmosphäre zu erzeugen. Für den Moment funktioniert das ganz gut und auch die alten VHS-Aufnahmen, die sich Brandon und sein Kommilitone anschauen, erzeugen ein bisschen Spannung. Gleiches gilt für den ersten Besuch im Exorzismus-Haus.
Was gar nicht funktioniert, sind die beiden Hauptdarsteller, deren Talent gerade mal so weit reicht, nicht direkt in die Kamera zu schauen. Aber auch das macht Clay-Darsteller Jake Brinn so auffällig, als hätte man es ihm kurz zuvor noch eingebläut.
Chris Minor ist nur unwesentlich glaubwürdiger – vor allem, wenn ihm sein Vater die Wahrheit über die familiären Verhältnisse klarstellt, offenbart sich, was einen guten von einem schwachen Schauspieler unterscheidet.

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Schauriges Schauerhaus mit Exorzismus-Vergangenheit

Was eine gute von einer schwachen Story unterscheidet, offenbart sich indes in den ziemlich langwierigen Szenen zwischen den atmosphärischen Flashback-Video-Sequenzen und der dann irgendwann mal stattfindenden Besessenheit. Außerdem darin, dass irgendwann kein roter Faden mehr vorhanden ist. Die Ereignisse beginnen nach einer Stunde zusammenhanglos zu wirken und scheinen zusammen gefügt, um ein paar schaurigen (und für einen Exorzismus-Film erstaunlich blutigen) Effekte Platz zu machen. Natürlich wird auch gekotzt – das ist ja seit Friedkins Exorzist praktisch Standard in Filmen des Subgenres. Immerhin hält Der Exorzismus der Tracy Crowell dann ein recht ansprechend gefilmtes und mit intensiven Bildern angereichertes Finale bereit, sodass Freunde des Besessenen-Films doch mal vorbeischauen können.

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Diese Teufelsaustreibung ging in die Hose

Bild- und Tonqualität

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Dämonen richten schweren Schaden an

Der Exorzismus der Tracy Crowell nutzt zunächst ein stark überhöhtes, drastisch überstrahlendes Bild, das auf hellen Bereichen keine Zeichnung mehr zulässt. Der dreckigen Stimmung des Films dient es, auch wenn es nicht hübsch anzuschauen ist. Sobald die Story in die Jetztzeit wechselt, verschwinden Körnung, drastische Überkontrastierung und Farbfilterung. Das Bild ist dann zwar durchweg arg weich geraten, zeigt aber immerhin keine Unruhen mehr – jedenfalls nicht, solange es keine Schwenks in Außenszenen gibt. Die geraten dann doch ein bisschen schunkelig und offenbaren wenig schöne Abstufungen. Gleichzeitig leiden dunkle Szenen aus Halbtotalen unter Rauschen auf Gesichtern, während sie teilweise auch noch mit Überschärfungen zu kämpfen haben – insgesamt gesehen ein eher durchschnittlicher Transfer.
Der Ton von Der Exorzismus der Tracy Crowell klingt zwar ein bisschen nach einem Upmix, um die Effektlautsprecher mit einzubeziehen, aber dafür gibt’s durchaus zahlreiche Sounds aus den Rears und sogar der Tiefton darf während des Gewitters zu Beginn ein bisschen mitspielen. auch während der härteren Szenen zum Ende hin gibt es ordentlich was aus allen Speakern. Allerdings klingt das Geschehen tonal ein bisschen dumpf und Dialoge wirken belegt und zu leise.

Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von Der Exorzismus der Tracy Crowell finden sich die Trailer zum Film sowie vier Programmtipps des Anbieters.

Fazit

Bisweilen erstaunlich blutige Variante des Exorzismus-Themas, die leider unter ihren schwachen Darstellern und dem wenig stimmigen Drehbuch leidet.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 55%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 10%
Film: 55%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Scott B. Hansen
Darsteller: Chris Minor, Jake Brinn, Nicky Jasper, Kt Fanelli, Bill Moseley, Mark Joy
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 85
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)

Trailer zu Der Exorzismus der Tracy Crowell

Der Exorzismus der Tracy Crowell – Trailer

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