Der Herr der Ringe: Die Gefährten 4K UHD

Blu-ray Review

Warner Home Germany, 17.12.2020

OT: The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring

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Epische Reise auf UHD Blu-ray.

Peter Jacksons legendäre Trilogie erscheint auf hochauflösender Disk. Endlich mit gutem Bild?

Inhalt

Vier Hobbits mit einer Mission

Der Hobbit Bilbo Beutlin beschließt, am Tag nach seinem 111. Geburtstag, das Auenland zu verlassen. Allerdings muss er zuvor noch etwas an seinen Neffen Frodo übergeben: einen Ring. Diesen hatte Bilbo 60 Jahre zuvor „gefunden“, nachdem er der Kreatur Gollum aus der Tasche gefallen war. Bei dem Schmuckstück handelt es sich aber nicht um irgendeinen Ring. Nein, es ist DER Ring. Jener Ring, den der dunkle Herrscher Sauron vor 3000 Jahren missbraucht hatte, um seine Macht zu zementieren. Zwar konnte Sauron seinerzeit besiegt werden. Doch nun scheint er zurück zu kommen. Und er schickt seine Diener, die Nazgûl, um den Ring zurück zu holen. Da Frodo deshalb unverhofft in Gefahr gerät, flieht er mit seinen drei Freunden Samweis Gamdschie, Meriadoc Brandybock und Peregrin Tuk aus dem Auenland. Das geplante Treffen mit Gandalf dem Grauen findet jedoch nicht statt. Anstelle dessen treffen die Gefährten auf Aragorn, den Streicher. Einen Menschen, dessen Identität kaum jemand kennt. Aragorn nimmt sich der vier Hobbits an und hält ihre Hand schützend über sie. Gemeinsam macht man sich auf nach Bruchtal, wo es zur Empfehlung des Rates kommt, dass eine Gemeinschaft von neun Gefährten den Ring nach Mordor bringen soll, um ihn zu vernichten. Doch bevor es soweit ist, müssen Frodo, Sam, Aragorn und die anderen tödlichen Gefahren ins Auge sehen …

Gandalf schwant nichts Gutes

Ich hab’s schon ein paar mal in Reviews geschrieben und es gilt im ähnlichen Maße auch hier: Was soll man über eine Trilogie schreiben, die ähnlich legendär ist wie Star Wars; die einen Status hat, der mit kaum etwas anderem zu vergleichen ist, was je auf Zelluloid gebannt wurde und dessen Fangemeinde schon jeden Schnipsel an Zeitungsartikeln gesehen und jedes geschriebene Wort im Netz gelesen hat. Viel zu sagen gibt es da eigentlich nicht mehr.
Deswegen eine kleine persönliche Geschichte:
Meine erste Begegnung mit dem kreativen Schaffen von Peter Jackson fand im Jahr 1992 statt. Ohne jede Vorahnung lud mich ein Arbeitskollege in der Mittagspause dazu ein, „irgend so einen heftigen“ Film anzuschauen. Die VHS-Kassette lief keine fünf Minuten, bevor ich leider attestieren musste, dass sich mir der Magen umdrehte und er doch besser ausschalten solle. Der Film war Bad Taste, ich noch nicht volljährig. Gesehen hatte ich den Ausschnitt, in dem Barry dem Außerirdischen den halben Kopf weg schießt, woraufhin sich Gehirnmasse an der Jeans des Schützen ansammelt. Und verstanden hatte ich den Film durch den kurzen Ausschnitt nicht im Geringsten.
Das mag heute niedlich sein, weil man (nicht zuletzt durch die Salonfähigkeit von Serien wie The Walking Dead) im Prinzip schon alles gesehen hat. 1992 gab’s noch kein Internet, noch keine Streaming-Anbieter. Es gab fünf deutschsprachige TV-Programme und Videotheken (in die ich noch nicht durfte). Und es gab Raubkopien, die aus aller Herren Länder irgendwie in die VHS-Rekorder der Jugend gelangten. Ich nahm Bad Taste für voll. Ich dachte, das Ding ist ernst gemeint und war schockiert, wie echt die Maske wirkte. Dagegen war Tanz der Teufel nun wirklich eine Lachnummer.

Einer von beiden bellt – Besuch des Weta Workshops in Wellington 2007

Aber ich war auch neugierig. Und man will ja auch nicht wahrhaben, dass man zu weicheiig gewesen ist, um das auszuhalten. Also lieh ich mir das Tape aus und sah es Zuhause von Beginn an. 90 Minuten später hatte ich den Film und seinen Ton verstanden und war Fan. Fan von Jackson, Fan des Films und Fan von Neuseeland. Denn obwohl der Regisseur aus der Kiwi-Hauptstadt Wellington mit extrem begrenztem Budget über mehrere Jahre hinweg drehen musste, war doch klar, dass die im Hintergrund zu sehende Natur einfach traumhaft sein musste. Fortan sammelte ich alles über den Regisseur, was mir irgendwie in die Finger kam. Und freilich war ich in der ersten Kinovorstellung von Braindead, der im Sommer 1993 anlief. Ebenso ging es dann mit Heavenly Creatures und natürlich mit The Frighteners 1998. In dem Jahr stand dann auch fest, dass mein erster Auslandsurlaub nicht irgendwohin gehen sollte, sondern nach Neuseeland. Was ich damals nicht wusste: Während der vier Wochen meiner Anwesenheit auf Nordinsel und Südinsel fanden die Dreharbeiten zu Der Herr der Ringe statt.
Ich weiß nicht, ob ich zum Drehort-Spanner geworden wäre (vermutlich nicht), aber das Bewusstsein, zur gleichen Zeit dagewesen zu sein, wäre schon cool gewesen. 2007 holte ich bei meinem zweiten Trip ins Land von Kiwis und Maoris dann nach, was ich 1999 verpasst hatte: Ich besuchte den Weta Workshop in Wellington und durfte einen Blick auf die versammelten Oscars werfen, die im Konferenzraum aufgebahrt standen. Eine Führung durch die heiligen Hallen WÄRE möglich gewesen. Wenn da nicht gerade zu diesem Zeitpunkt ein gewisser James Cameron seinen Avatar produziert hätte und alles „streng geheim“ gewesen wäre. Nun denn, es sollte ihm vergönnt sein.

Saruman hat mit seiner Orc-Armee Finsteres vor

Jetzt kann man sich vielleicht ungefähr vorstellen, mit welchen Erinnerungen und Gefühlen ich im Kino saß, als Die Gefährten dann endlich in den Kinos anliefen. Von der ersten Sekunde an, provozierten die Filmbilder einen Erinnerungsmoment nach dem anderen. Ich konnte die Wiesen riechen, den Wind spüren und die Vogelgeräusche hören. Der Herr der Ringe war nicht mehr nur irgendein Film für mich, er war der EINE Film (okay, in drei Teilen).
Er war aber noch viel mehr. Denn was Jackson innerhalb von Sekunden schaffte, war, mich in eine Welt und Stimmung zu versetzen, die von den Büchern nie erreicht wurde. Die Trilogie von Tolkien hat mich nie erreichen können. Den ersten Teil habe ich mehrfach angefangen und konnte mich nie durchquälen. Ohne despektierlich gegenüber all den Fans der Bücher zu sein (es sei jedem vergönnt, sie zu lieben und zu ehren), mich hat Tolkiens Schreibe nicht packen können.
Sehr wohl aber die Filme. Es mag nach wie vor Liebhaber der Bücher geben, die mit den Verfilmungen nichts anfangen können, doch alles in allem hat vermutlich noch kein Regisseur geschafft, bei einer Adaption eines Weltklassikers der Literatur so nachhaltig Film- UND Buchfans unter einen Hut zu bringen.
Nehme ich mal die romantischen Urlaubsgefühle aus der Bewertung heraus, gibt es in meinen Augen bis heute auch nur einen Kritikpunkt an der Trilogie. Und das ist die Fehlbesetzung der Hauptfigur. Elijah Wood ist ein guter Schauspieler. Er hat viele sehr gute Filmrollen gespielt. Bei Frodo jedoch scheiterte er und große blaue Kulleraugen reichten dann auch nicht aus, um diesen Eindruck zu besänftigen. Dass das für den Film an sich nicht kritisch ist, spiegelt wider, auf wie vielen Ebene Der Herr der Ringe ganz vorzüglich funktioniert.

Aragorn, der Streicher, wird zum Beschützer der Hobbits

Denn alleine seine generelle Besetzung ist ein Fest. Ian Holm als Bilbo, Hugo Weaving als Elrond, Ian McKellen als Gandalf, Cate Blanchett als Galadriel und die Legende Christopher Lee als Saruman – da kann man schon mal etwas in Ehrfurcht versinken. Dass die Filme dann auch noch dem seinerzeit fast unbekannten Orlando Bloom zu Starruhm und den schon lange aktive Viggo Mortensen endlich zum Durchbruch verhalfen, ist ein schöner und verdienter Nebenaspekt.
Wer sich schon mal durch das stundenlange Bonusmaterial der DVDs und Blu-rays geschaut; wer die Audiokommentare gehört hat, weiß, wie viel Arbeit, Zeit und auch Aufopferung von allen Teilnehmern in die Trilogie gesteckt wurde. Und der weiß, dass die Dreharbeiten unter den Kollegen zu echten Freundschaften führten. Möglich, dass es solche eine Produktion in dem Format, dieser Größe nie mehr wirklich geben wird. Die deutschen Kinozuschauer dankten es mit fast 12 Mio. Zuschauern. Werte, die heute kein Film mehr erreicht (auch nicht vor Covid-19) und die zuletzt gerade mal ein Avatar erzielen konnte.
Kein Wunder, dass noch heute die Fans der Filme einmal im Jahr ins Regal greifen und sich die Trilogie heraus nehmen. Selbstverständlich in den erweiterten Fassungen. Und, wer genug Sitzfleisch hat, am Stück. So wie der Autor dieser Zeilen.

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Bild- und Tonqualität BD

Liv Tyler wählt den Weg des Sterblichen

Für die Blu-ray der Extended Edition von Die Gefährten, die hier zum Vergleichstest mit den UHD-BDs herangezogen wurde(n), ging man noch mal zurück und revidierte das Ergebnis der ein Jahr zuvor erschienenen Blu-ray der Kinofassung. Diese litt seinerzeit unter starker Rauschfilterung und häufig eher schwachem Schwarzwert.
Die Blu-ray der Extended Edition sorgte dann jedoch für starke Verwunderung, denn sie kam mit einem komplett neuen und anderen Color Grading – und das unter expliziter Absegnung von Peter Jackson und Kameramann Andrew Lesnie. Von nun an musste man also damit leben, dass der erste Teil der Ringe-Trilogie deutlich grün gefiltert erschien. Das ist zwar mal weniger bis gar nicht auffällig (monochrome Anfangsszenen, das Treffen mit Elrond nach 90 Minuten oder auch die Szenen bei Balins Grab), mal aber sehr deutlich [alle Szenen im Auenland (Gandalfs Umhang bei 15’40 ist bald nicht mehr grau, sondern fast grün) sowie die nun grün eingefärbten Schneedecken auf den Bergen – bspw. direkt zu Beginn von Kapitel 5 auf Disk II]. Man vermutete, dass Jackson seine Gefährten optisch an Der Hobbit: eine unerwartete Reise angleichen wollte, dessen grüner Look jedoch differenzierter und harmonischer erscheint. Besonders skurril wird das dann, wenn man in den folgenden Filmen ein paar Rückblicke des ersten Teils sieht, die nicht vom grünen Grading betroffen sind und komplett anders aussehen. Hier fällt dann noch zusätzlich auf, dass die BD vom ersten Teil in den wärmeren Höhlen-Szenen deutlich orangelastiger ausfällt – gut zu vergleichen bei 41’10 Disk II vs. 1’49 Disk I von Die zwei Türme.
Die gute Nachricht: Massive Rauschfilterung bis hin zu wachsigen Gesichtern der vorherigen Blu-ray waren mit der Extended Edition weitgehend beseitigt. Auch die Körnung des analogen Ausgangsmaterials kam wieder ein wenig zurück. Natürlich blieben bewusste softe Elemente – beispielsweise in den Szenen mit den Elben, die allerdings schon kameraseitig mit entsprechender Filterung in diesen Look gebracht wurden.
Nicht ganz so schön sind jedoch Szenen, die in der Tiefe etwas matschig bleiben, wie der Eintritt Frodos in Bilbos Heim bei 36’22. Auf der anderen Seite gibt’s schon mal ein paar Szenen mit leichter Nachschärfung, die dann arg krisp aussehen. Und, obendrauf, setzt es vor allem in den sehr blaugrünen Sequenzen bei Saruman nach knapp 70 Minuten deutliches Black Crush mit Mängel in der Durchzeichnung. Insgesamt also eine eher durchwachsene Vorstellung.

Damals eine tricktechnische Sensation: Gollum, per Motion Capturing zum Leben erweckt

Der Ton von Herr der Ringe: Die Gefährten hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zunächst fand man ihn seinerzeit als Dolby Digital 5.1 EX auf der DVD, wo er für eine DD-Fassung wirklich kräftig zugepackt hat. Als die erweiterte Fassung dann auf DVD erschien, hat man zusätzlich zum notwendigen PAL-Speedup (24fps auf 25fps) den Ton in der Höhe korrigiert, damit er nicht (wie üblich beim Speedup) etwas zu hoch klingt. Eigentlich ein löbliches Unterfangen, das jedoch in mitunter etwas ungleichmäßig klingender Musik resultierte. Ausgehend von diesem Mix wurde dann auch die Blu-ray gemastert. Nur dass man vergaß, dass der Ton bereits in der Höhe korrigiert war. Für die BD, die mit 24fps läuft, wurde dann fälschlicherweise die Tonhöhe noch einmal herunter korrigiert (gepitcht). Das führte dann zu hörbar tieferen/langsameren Stimmen, was für das Ohr deutlich unangenehmer ist als zu hohe Stimmen und auch akustisch nicht sauber klang. Warner musste korrigieren und versendete einige Wochen später Austauschdisks, deren Ton dann wieder nach oben korrigiert wurde. Offenbar ist während dieser ganzen Prozesse aber auch die Dynamik verloren gegangen. Denn wo die Kinofassung auf DVD seinerzeit wirklich satt zupackte, blieb davon auf der Blu-ray nicht mehr allzu viel übrig.
Gut zu erkennen/hören beim Bass-Sweep ab 4’15, nachdem Sauron zerspringt. Die dts-HD-Master-Fassung der Blu-ray lässt hier im Gegensatz zur alten DD-Version der DVD deutlich Federn. Wie gut es klingen kann/sollte, hört man, wenn man auf den O-Ton wechselt, der hier das potente Heimkino in den Bereich seismischer Aktivität versetzt. Da wackeln Hosenbein und Heimkinositz – und das ganz ohne Butt-Shaker. Der deutsche Sound mag okay sein. Vielleicht sogar ganz gut, wenn man ihn mit anderen Filmen der Zeit vergleicht. Aber durch das ständige Hin und Her mit Korrekturen litten Qualität und Dynamik spürbar. Während die reine Räumlichkeit immer noch Spaß macht (bspw. während Gandalfs Feuerwerk), fehlt es durchweg an echtem Tiefbass und auch die Stimmen klingen etwas dünn und tonal etwas aufgeregt – ausgewogen jedenfalls geht anders. Vor allem, wenn es akustisch unübersichtlich wird – also bspw. in den Actionszenen oder auch während des Feuerwerks nach 23’30, sind die deutschen Dialoge nicht wirklich schön anzuhören. Der Fairness halber sei gesagt, dass die Stimmen im O-Ton bisweilen auch ihre Probleme haben und gerade im Falle von Merry und Pippin ein wenig dünnwandig sind. Und, wie gesagt: Wenn man insgesamt fair bleibt, ist die Räumlichkeit oftmals gelungen – geradezu großartig ist die Stimme des Nazgul bei 34’42, die unheimlich von den Rearspeakern flüstern.

Bild- und Tonqualität UHD

Die Ringgeister sind der Gemeinschaft auf der Spur

Die Gefährten wurde mit unterschiedlichen Arriflex-Kameras vor 20 Jahren auf 35mm analog gefilmt und noch komplett traditionell photochemisch entwickelt – auch das Color Timing.
Im Vorfeld und auch rund um die Veröffentlichung der 4K-Fassung der Herr der Ringe Trilogie war zu lesen, dass man wohl noch einmal zurück ging, einen neuen 4K-Scan des Materials durchführte und das Color Grading mit modernen Maßstäben anpasste. Dieser Vorgang wurde aktiv von Peter Jackson begleitet und überwacht, wie man sehr schön im verlinkten Video sehen kann. Jackson ging es beim 4K-Remastering also augenscheinlich nicht zwingend darum, das letzte bisschen an Schärfe zu generieren, sondern darum, einen konsistenten Look über alle sechs Filme zu erreichen, dabei aber so filmisch authentisch wie möglich zu bleiben. Die größte Herausforderung dabei war, die VFX halbwegs anschaubar in das neue 4K-Material zu integrieren, damit sie nicht zu stark (negativ) sichtbar heraus stachen. Hier ging man soweit, digital einige Makel heraus zu arbeiten und sie zu entfernen. Das sollte sie an den Standard heutiger Effectshots angleichen. Erledigt wurden die Arbeiten übrigens im neuseeländischen Postproduktions-Studio Park Road. Obendrauf gab’s dann noch HDR10, Dolby Vision und einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
So viel zu den verfügbaren Infos.
Anhand des finalen Ergebnisses darf allerdings angezweifelt werden, dass es ein neuerliches 4K-Master überhaupt gegeben hat. Bevor es detailliert in die Beschreibung der Bildqualität geht, ist ein sehr eindeutiges Indiz dafür, dass kein Scan in 4K vom Original-Negativ vorgenommen wurde, die Tatsache, dass das Framing komplett identisch ist. Noch jede Neuabtastung von Filmmaterial, die in den letzten Jahren durchgeführt wurde, hatte am Ende einen zumindest geringfügig anderen Bildinhalt im eigentlichen Rahmen des bekannten Seitenverhältnisses zum Resultat. Es ist praktisch nicht möglich, dass der Frame eines neuen Scans identisch ist mit jenem eines älteren Scans – es sei denn, jemand hat sich die Mühe gemacht, die Frames exakt aufeinander anzugleichen. Bei 24 Bildern pro Sekunde und Filmen mit einer Laufzeit von dreieinhalb bis fast vier Stunden erscheint das aber mehr als unwahrscheinlich.

Durchbruch für Orlando Bloom: Die Rolle des Legolas

Nun zur Praxis. Denn in der ist das Ergebnis … sagen wir: Durchwachsen.
Während bisher sämtliche Rezensionen (gerade in den USA) äußerst positiv ausgefallen sind, muss man leider Kritik anbringen. Denn offenbar bedeutet die Aussage, dass man die sechs Filme optisch aneinander angeglichen hat, auch, dass man die analog gedrehten HdR-Filme teils digitaler aussehen lässt. Und das geht in der Regel nur mit einer Minderung der Körnung, was wiederum über eine Rauschfilterung geschieht. Das KANN drastische Formen annehmen wie seinerzeit bei Predator in der Hunter Edition. Das kann moderat ausfallen oder aber irgendwie inkonsistent.
Letzteres scheint bei Die Gefährten der Fall zu sein. Es gibt viele filmische Szenen mit ansprechender Körnung und es gibt immer wieder Momente, in denen ein offensichtlich eingesetzter Rauschfilter richtig erbarmungslos zuschlägt. Teils, und das ist dann wirklich nicht zu erklären, sogar innerhalb von bestimmten Szenen nach Schnittwechseln. Und leider, so ehrlich muss man sein, nimmt es bisweilen sehr aquarellartige Formen an (Frodo und Sam bei 86’30 oder Abschied von Galadriel bei 63’30).
Hinzu kommt, dass die digital kreierten VFX das Ganze nicht unbedingt danken. Der Gedanke, dass diese durch eine Rauschminderung des analogen Filmmaterials im Look etwas angeglichen sind, da sie eh nicht so scharf und detailliert waren, wird immer dann ad absurdum geführt, wenn sie (wie teils der Fall) aussehen, als hätte man sie mit einem Pritt-Stift ins Bild geklebt (4’35, Disk II). Obendrauf sorgt der HDR-Effekt schon mal für zu helle Oberflächen auf Gebäudedächern und lässt das Wasser des Wasserfalls wie bei einer Langzeitbelichtung wirken (86’44). Hinzu kommt noch jene Stelle, in der Legolas Gesicht sich im Laufen zu verformen scheint, was einen ganz seltsamen Gummi-Gesicht-Effekt ergibt – allerdings ein Manko, das exakt so schon auf der Blu-ray ebenfalls zu sehen ist und deshalb nicht der UHD-BD-Umsetzung anzulasten ist (Disk 2: 44’12)
Es sei dazu gesagt: Es gibt auch sehr soft wirkende Shots, die das über die Blu-ray im direkten Vergleich auch schon waren. Hier muss man differenzieren, was neu hinzugekommen ist und was bereits im Ursprungsmaterial so angelegt gewesen zu sein scheint (Disk 2: 12’38).

Der Zwerg Gimli grummelt gerne in seinen Bart. Besonders, wenn es Schimpfwörter für Legolas sind

Aber es gibt auch Positives zu vermelden: Der von der Extended Edition Blu-ray gefürchtete Grünstich ist beseitigt. Und zwar restlos. Das neue Grading zeigt den ersten Teil der Trilogie befreit von jeglicher Grüntendenz. Die Szenen bei Gandalfs Ankunft und seinem ersten Treffen mit Bilbo sind nun mustergültig neutral und mit wunderschöner Farbdifferenzierung versehen. Die Blumen blühen kräftig pink und Gandalfs Hut ist richtig grau, nicht grüngrau. Sieht man sein Gesicht vor blauem Himmel, ist dieser nun nicht mehr cyan, sondern wirklich himmelblau.
Und eigentlich beginnt es auch grundsätzlich sehr schön. Die Aufnahmen des Gießens des Rings weisen schönes filmisches Korn auf, die Karte bei 1’38 wirkt durch HDR strahlender, kontrastreicher und deshalb etwas dreidimensionaler, ebenso wie es dank HDR viel mehr Durchzeichnung beim Feuer vor Saurons erstem Auftritt gibt (1’59). Ähnlich viel besser ist die Durchzeichnung im Schwarz, die beim Anblick auf den von Lava gespaltenen Berg noch im Vordergrund Details zeigt, die von der BD einfach verschwiegen werden (32’10). Die Kontrastierung gerät durch die Bank harmonischer und vermeidet einen Black Crush effektiv. Die von der Kamera damals bereits scharf eingefangenen Close-ups sind das nun ebenso, auch wenn sich im direkten Vergleich kein echter Auflösungsvorsprung zeigen mag, was (neben dem Framing) eher darauf schließen lässt, dass auch das analog gefilmte Material „nur“ hochskaliert und nicht nativ 4K gescannt wurde. Lediglich ein paar wenige Aufnahmen wirken deutlich höher aufgelöst, was aber im Falle der Szene nach 14’43 auch daran liegt, dass die Blu-ray hier maximal auf DVD-Niveau mit 576p liegt, wenn man sich die massiven Treppenstufen an den Blättern und Ästchen ansieht, die sich im Wind bewegen. Nach wie vor gibt es außerdem Szenen, die schon ursächlich nicht sonderlich scharf sind und auf der UHD-BD auch nicht besser aussehen als auf der Blu-ray (Gandalf und Bilbo ab 26’11).
Dolby Vision, im Übrigen, betont Highlights etwas mehr, bleibt aber relativ nahe beim Look von HDR10.

Blu-ray (1’38): (Slider ganz nach rechts): Dass die BD gegenüber der UHD eine andere Farbgebung bekommen hat, sieht man schon beim Bild der Karte.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist deutlich wärmer abgestimmt.

Blu-ray (1’59): (Slider ganz nach rechts): Erstaunlich, wie schwach im Vergleich die Durchzeichnung der BD im Dunkel ist und wie viele Flammenanteile sie verschweigt.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Ganz anders die UHD-BD, die hier wesentlich mehr Durchzeichnung liefert und Sauron von Grüngelb nach Goldgelb „umfärbt“.

Blu-ray (10’51): (Slider ganz nach rechts): Zu bunt, zu grün, zu quietschig: Die alte Blu-ray.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Wesentlich neutraler dagegen die UHD-BD.

Blu-ray (15’52): (Slider ganz nach rechts): Gandalfs Umhang, seine Haare, die Umgebung – alles weist eine Tendenz ins Grün auf.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Endlich wieder graue Haare, grauer Umhang und natürlichere Naturfarben über die UHD-BD.

Blu-ray (69’24): (Slider ganz nach rechts): Die Szenen mit Saruman in dessen Hallen litten über die BD unter zu viel blau-/grünstichigkeit und sumpften aufgrund steiler Kontrastflanken arg ab.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Erstaunlich, wie viel neutraler die UHD-BD das darstellt. Im laufenden Bild fällt hier zudem auf, dass die UHD-Scheibe viel besser durchzeichnet und harmonischer kontrastiert ist.

Blu-ray (7’22 – Disk 2): (Slider ganz nach rechts): Ganz besonders schlimm eingefärbt waren die schneebedeckten Berge über die Blu-ray.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Nun ist Schnee endlich wieder weiß.

Blu-ray (63’30): (Slider ganz nach rechts): Schon auf dem Übersichtsbild ist zu erkennen, wie deutlich körnig die BD ist…

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … und wie matschig gefiltert die UHD-BD.

Blu-ray (63’30): (Slider ganz nach rechts): Gehen wir näher ran, wird klar, wie drastisch die Rauschfilterung in dieser Szene zugepackt hat. Die BD zeigt das typische Filmkorn. Das wuselt zwar, bleibt aber organisch.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Das Bild der UHD-BD gleicht hier eher einem gemalten Bild.

Blu-ray (63’30): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild auch auf der anderen Seite. Während die BD hier zwar körnig, aber filmisch authentisch ist…

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … schlägt der Rauschfilter hier voll zu und verwandelt die Szene in ein Wachsfigurenkabinett.

Boromir gerät in Versuchung

Während die UHD-Blu-rays nach wie vor mit dem identischen deutschen Ton der alten Blu-rays kommen, erfährt die englische Fassung eine Änderung von DTS-HD Master auf Dolby Atmos. Es gesellt sich also eine dedizierte Höhen-Ebene hinzu und die Kodierung ändert sich.
Auf der regulären Ebene fehlt es im direkten Vergleich zur bisherigen dts-HD-Master-Fassung etwas am allerletzten Tiefbass. So ist der Sweep bei Saurons Explosion immer noch beeindruckend, hinten raus aber nicht mehr ganz so rumorend. Wie gesagt: Das ist immer noch beeindruckend (besonders bei ungefähr Minute 34) und besser als beim spürbar magereren deutschen Ton, aber das letzte Quäntchen Bums fehlt, wohingegen die Hobbit-Trilogie in ihrer Atmos-Mischung tiefer hinab reichten. In Sachen 3D-Sound hat man bei Die Gefährten direkt Galadriels Stimme im Intro schön schmeichelnd nach oben gelegt. Auch das Wasserglucksen bei 5’54, wenn der Ring gefunden wird, kommt authentisch aus den Heights. Die Filmmusik selbst spielt in Anteilen stets auch von oben mit und Gandalfs Feuerwerk spratzelt ab 21’43 immer mal wieder aus den Heights und erlebt bei 23’05 seinen Höhepunkt. Ganz großartig ist Gandalfs düsterer Auftritt bei 27’47, wenn er Bilbo bzgl. des Rings ermahnt. Erneut ist es Gandalfs Stimme, die sich die Geschichte des Rings vorliest und in unseren Köpfen (also auch von oben) zu hören ist (33’36).

Sie stehen zusammen, komme was da wolle

Während der nächsten 20 Minuten hört man dann mal Krähen von oben oder die wirbelnden Geräusche, wenn Saruman Gandalf ein paar Etagen nach oben auf den Turm schleudert. Auch das kreischende Geräusch der Nazgûl dringt von oben herab (55’14) und während der Actionszenen in der folgenden halben Stunde kommen auch immer mal wieder dedizierte Signale aus den Heights.
Auf Disk 2 gewechselt, hört man nach 6’50 sehr deutlich und atemberaubend die Krähen über die Köpfe hinwegfliegen und wenn Boromir den Ring aufhebt, rasselt es oberhalb der Kamera.
Vehement geht es zu, wenn bei 9’45 gleich mehrfach Felsbrocken brechen und zu Boden gehen und kurz darauf der Wind um die Nasen unserer Protagonisten fegt. Während des Kampfes mit dem Kraken gibt’s die nächsten 3D-Sounds und erneut wuchtigen Tiefbass, der dem der alten DTS-HD-Masterspur nun nicht mehr nachsteht und bei dem niemand etwas vermissen dürfte. Während des Kampfes mit dem Troll hat der Bass wieder gut zu tun und jeder Hieb, der schwungvoll über die Kamera ausgeführt wird, sorgt für 3D-Signale. Wenn mal ein Schrei von oben kommt, sitzt auch der korrekt oberhalb der Kamera verortet. Soll bedeuten: Hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht, wie man Atmos abmischt und nicht einfach „irgendwas“ nach oben gepackt. Klasse sind die krabbelnden Orks, die nach 35 Minuten auf Disk zwei die Säulen runter klettern und dabei das Geräusch von 1000 Ameisen im Ohr machen. hört man den Balrog dann aus der Entfernung, frisst er sich bereits satt hinein, in die Höhenspeaker und verfestigt dies, wenn er formatfüllend zu sehen ist. Für einen mittlerweile 20 Jahre alten Film ist die Atmos-Umsetzung wirklich hervorragend und sehr bewusst umgesetzt worden und macht durchweg Spaß.

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Bonusmaterial

Keins vorhanden. Eine 4K Ultimate Collector’s Edition aller sechs Filme des Universums inkl. Bonusmaterial ist für Mitte 2021 (in den USA) angekündigt.

Fazit

Da ist sie also nun, die wohl am sehnlichsten erwartete UHD-Blu-ray-Scheibe seit es das Format gibt. Und sie ist gut geworden. Von der Farbgebung und der Kontrastierung her um Längen besser als die alte Blu-ray. Sie hat aber auch ein paar unverständliche Probleme in Form vereinzelter Szenen, die einem unverständlich hohem Maß an Rauschminderung unterzogen wurden. Der dadurch in diesen Szenen entstehende Aquarell-Look ist wahrlich nicht schön und alles andere als filmisch. Wenn Jackson das Material so abgenommen hat, mag er in diesen Sequenzen die Augen zugedrückt haben.
In Summe unverständlich ist es deshalb, weil Die Gefährten über weite Strecken einen schönen filmischen Look hat, der durch seine HDR-Dynamik immer wieder Vorteile zeigt und diese Rauschminderung in den betreffenden Szenen überhaupt nicht nötig gehabt hätte, um sich an irgendetwas anzupassen. Wer empfindlich auf Rauschfilter reagiert, dem werden sich in den genannten Szenen die Nackenhaare aufstellen. Wer anhand des ansonsten durchaus stimmigen Bildes darüber hinwegsehen kann, der bekommt das gegenüber der Blu-ray wesentlich besser kontrastierte und neutralere Bild, das eigentlich eine deutlich bessere Note verdient gehabt hätte, wenn es nicht zwischendurch so deutlich aus dem Tritt geraten würde.
Schade, dass der deutsche Ton beim Altbekannten verharrte, während die Originalfassung eine mehr als lebhafte und sehr dynamische Atmos-Mischung bekam.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2012): 65%
Bildqualität UHD: 75%

Tonqualität UHD (dt. Fassung): 70%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 0%
Film: 100%

Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA/NZ 2001
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Elijah Wood, Sir Ian McKellen, Liv Tyler, Viggo Mortensen, Sean Astin, Cate Blanchett, John Rhys-Davies, Billy Boyd, Dominic Monaghan, Orlando Bloom, Christopher Lee, Hugo Weaving, Sean Bean, Sir Ian Holm, Andy Serkis
Tonformate BD (2011): dts-HD-Master 6.1: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-Master 6.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 228
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: ?? (vermutlich Nein)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 602 Nit
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots:© 2001-2003 New Line Productions, Inc. © New Line Home Entertainment, Inc. The Lord of the Rings, the names of the characters, events, items and places therein, are trademarks of The Saul Zaentz Company d/b/a Tolkien Enterprises under license to New Line Productions, Inc. All rights reserved.)
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Trailer zu Der Herr der Ringe: Die Gefährten

The Fellowship of the Ring | The Lord of the Rings 4K Ultra HD | Warner Bros. Entertainment

90 thoughts on “Der Herr der Ringe: Die Gefährten 4K UHD

  1. Christian

    Hab noch gar nicht mit einem Review zur UHD von Herr der Ringe gerechnet.
    Natürlich war ich mega gespannt auf dein Urteil.
    Gerade auch nachdem ich mir ein paar US Reviews durchgelesen habe.

    Jetzt bin ich aber leider doch etwas enttäuscht.
    Habe gehofft dass das Upgrade etwas mehr lohnt.
    Für mich völlig unverständlich wieso man für so ein Franchise kein neues Master erstellt hat.
    Und auch wenn ich es schon vorher wusste, ist es doch sehr bescheiden dass es keine neue deutsche Tonspur gibt. Gerade bei so einer Trilogie hätte ich eine Veröffentlichung erwartet die in allen Belangen auf dem aktuellen Stand der Technik ist.
    Bin trotzdem gespannt auf die nächsten beiden Reviews.

  2. Simon

    Hi,

    super Review – mal wieder -, das ich verschlungen habe – mal wieder. 😉 😉

    Das mit dem Rauschfilter ist schade, aber kann es sein, dass da ein unterschiedlicher Geschmack, z.B. in den USA, zum tragen kommt?
    Ich höre immer wieder von „Grain Hatern“ auf amerikanischen Kanälen … kenne aber Kritik an „Wachsgesichtern“ eher von deutschen Reviewern. Das macht das Ganze nicht unbedingt besser, würde aber zumindest erklären, wie es dazu kam.
    Eine „echte Neuabtastung“ kann man vielleicht nicht bei jedem Film verlangen, aber da hier im Vorfeld derart Bambule darum gemacht wurde, dass Peter Jackson selbst viel Aufwand betrieben haben sollte, hätte ich das eigentlich erwartet…

    Für mich wird’s reichen (mir ist guter O-Ton wichtiger als das letzte Bildquentchen und auch ziemlich rauschfiltertolerant), aber für so einen „großen“ Film und so eine „wichtige“ VÖ schon schlapp.
    Denn seien wir mal ehrlich: Der „Hobbit“ schön und gut, aber niemand kommt wegen der „Vorband“ und Herr der Ringe ist nunmal der „Main Act“…

    Naja, gerade sind die Zeiten extrem dürr, gibt sowieso nur Upgrades, da nimmt man natürlich auch eine weniger exzellente eines exzellenten Films – immerhin ist es keine „Graupen-VÖ“ für andere….

    • schlummi

      Schade beim besten Teil der Reihe dt. Dolby Atmos Ton. Damit bleibt auch diese Veröffentlichung im Laden stehen.

    • Ich denke, es gibt sowohl in den USA als auch hierzulande sehr harte Fronten auf beiden Seiten: Kornhasser, die alles glatt und digital möchten. Und Kornverfechter, die verteufeln, sobald Ursprungssignal gefiltert wird.
      Überein kommen werden beide niemals. Die UHD-BD von HdR versucht sich über (geschätzt) 98% an einem Kompromiss. 2% sehen halt echt richtig mies aus – weit weg von einem Kompromiss. Man muss also für sich selbst entscheiden, welchen Weg man wählt und was einem gefällt.

      • Simon

        Interessant.

        Ich habe keinen wirklichen Überblick über die Vorlieben in Übersee… allerdings habe ich halt subjektiv hier in DE deutlich häufiger „Wachsfeinde“ als „Grainhater“ wahrgenommen.

  3. Jack

    Sag mal, was hälst du von einer neuen Kategorie? Da ja viele Veröffentlichungen ohne dt. 3d Sound daher kommen, wie wäre es mit der Kategorie der Upmix-Fähigkeiten einer Tonspur? Fände ich interessant, wie sich ein Upmix im Vergleich mit der originalen 3d-Tonspur dann schlägt und welcher der 3 Upmixer für die jeweilige Tonspur am besten geeignet ist. Ich schaue standardmäßig mit Auromatic, aber das muß ja nicht immer das Beste sein.

    • Chris P.

      Die Idee von @Jack mit den upmixern finde ich ganz cool.
      Allerdings glaube ich nicht das das machbar ist, da müsste man jeden einzelnen Film 4 -5 mal schauen um einen vergleich zu haben (original 3d Tonspur vs. DTSX, DOLBY SURROUND, AUROMATIC UND EVENTUELL NOCH YAMAHA AI)…. desweiteren ist glaube ich beim Pioneer kein auromatic und oder yamaha ai vorhanden.

      Das ist einfach zu viel Aufwand. Meiner Meinung nach.
      Wenn es doch kommt oder machbar ist sehr gerne 😉

    • Wenn mir jemand die Zeit schenkt, die Filme noch ein drittes Mal (nach deutsch und englisch) mit Upmixer zu schauen, mache ich das gerne 😉
      Die Idee kam immer mal wieder auf. Sie ist nur zeitlich schlicht nicht umsetzbar. Und einfach mal 10 Minuten mit Upmixer zu schauen, ist einfach zu wenig, um eine Aussage zu treffen. Aber ich überlege mir mal was in diesem Bezug.

      • Jack

        Du musst einfach expandieren, Frau + Kinder und in paar Jahren klappt das schon. 😉
        Ansonsten sind das ja vielleicht Filme, die du öfters mal schaust, da kannst du das vielleicht später mal ergänzen.

  4. Vincent Meis

    Die Hobbit Filme sind ja noch schlimmer künstlich hochgeschärft und aufgehellt als Herr der Ringe! Und da liest man überall wie sehr sich die 4K Version lohnt!!! Ein Blinder sieht, wie verunstaltet es wurde! Die normale BD sieht um Welten besser aus. Was denken sich diese großen Hollywood-Konzerne dabei so einen Mist zu fabrizieren? Sollen sich mal ein Beispiel an Arrow Video, Criterion, Eureka und Indicator/Powerhouse nehmen!

    • Beim Hobbit ist aber „wenigstens“ die Vorlage schon digital. Dass da prozessiert wurde, steht außer Frage. Aber es macht halt von der technischen Basis her mehr Sinn als bei HdR.

  5. Vincent Meis

    Bzgl. Herr der Ringe: die alte BD sieht in nahezu allen Szenen besser aus. Düsterer und atmosphärischer. Und ja, ich mag den Grünstich. Neutrale, glattpolierte Bilder haben im Kino nix zu suchen. Es geht hier nicht um realistisch aussehende Bilder. Erstens ist Herr der Ringe ein Fantasy-Märchen und zweitens ist ein Farbstich ein künstlerisches Stilmittel, zur Verstärkung der Atmosphäre. Grüner Schnee wirkt halt noch mal frostiger, so wie ein Gelbstich bei Italo-Western die Gluthitze der Wüste verstärkt. Das ist ein Stilmittel und mir gefällt es sehr.

    • Der Grünstich war aber nach allem, was man an Infos bekommen kann, schlicht ein Unfall aufgrund der späteren Digitalisierung des Gradings. Das war ja in den Kinovorführungen nicht so und deshalb auch kein gewolltes Stilmittel wie bspw. bei „Matrix“.
      Und ich bin anderer Meinung: Ein Grünstich lässt alles kränklich wirken. Schnee erscheint mit Blaustich noch mal kühler, aber nicht mit einem Grünstich. Ich denke schon, dass sich Jackson und die Techniker beim Grading sehr wohl für den nun neutraleren Look entschlossen haben, weil es ihrer Vision am Ende näher kommt.

      • Vincent Meis

        Nein, das stimmt nicht. Der Grünstich war kein Unfall, sondern von Peter Jackson persönlich gewollt. Und Schnee kann je nach Lichtverhältnissen, Untergrundbeschaffenheit, hohem Wasser-Anteil oder durch Verunreinigung wie durch Algen oder Moos auch grün schimmern. So wie Wasser, das ja auch nicht immer klar wie aus der Leitung aussieht. Entfernt hat man den Grünstich nicht aus Überzeugung, sondern aus Profitgründen. Man will halt diese ganzen Nörgler wieder dazu bringen die Neuauflagen zu kaufen.

        • Vincent Meis

          Ach ja, und im Kino war auch kein Farbstich, weil das ja für den kommerziellen Erfolg gedacht ist und massentauglich sein muss. Außerdem war das keine Restaurierung vom Kameranegativ.

          • Ich bin hier zweifelsfrei anderer Meinung. Aber es ist natürlich jedermanns gutes Recht, den grünstichigen ersten HdR besser/akkurater zu finden.

        • Dennoch: Im Kino waren DIE GEFÄHRTEN nicht grün. Und die Anteile der Rückblicke von Teil I im zweiten Teil haben den Grünstich auch nicht.
          Also war die EINZIG richtige künstlerische Vision der grüne erste Teil und alle anderen hat Jackson (aus welchen Gründen auch immer) nicht grün gemacht?
          Das halte ich für nicht nachvollziehbar.
          Und es sagt übrigens niemand, dass Stilmittel nicht erwünscht sind. Auch auf der UHD-Blu-ray sind noch reichlich farbliche Stilmittel enthalten. Szene für Szene, Schauplatz für Schauplatz hat eine andere Beleuchtung und andere Farben. Das kritisiert niemand. Nur wenn ein Grünschleicher über ALLEM, also auch den bewusst grauen oder braun gehaltenen Szenen liegt, dann hat das mit künstlerischer Gestaltung imo nicht viel zu tun.

          • Simon

            Hi Timo

            ich kann mir gut vorstellen, dass der Grünstich ein Unfall war … aber hast du dafür zufällig eine bestätigende halbwegs offizielle Aussage?

            Gruß

            Simon

          • Wirklich offizielle Aussagen findest du dazu leider nicht. Ist ja auch nachvollziehbar, wenn man möglicherweise im Nachhinein einen Fehler eingestehen müsste.
            Als „Unfall“ hab ich es bezeichnet, weil mir aufgrund der zahlreichen Indizien, dass es so nicht gewollt sein kann, gerade kein besseres Wort eingefallen ist. 😉

          • Simon

            @Timo: Danke.

            Schade … ich lese diese Interpretation eines „Unfalls“ halt hier und da mal und dann gibt’s wieder Leute, die es als „vom Regisseur so gewollt“ darstellen …
            Da wäre es schön, wenn man was Offizielles hätte. 😉
            Aber klar: Ist halt auch ein Business und wenn es ums Geld geht, wird es mit Wahrheit und Offenheit oft eng.

        • Alex H.

          Der Grünstich war nicht geplant… Warum ist er dann im 2ten und 3ten Teil nicht??
          Ich kann es endlich bestätigen. Ich habe mit meinen Arbeitskollegen „Utsi“ gesprochen. Wer nicht weiß, wer das ist, kann sich in der Diskussion gleich verabschieden.

  6. Marian Simon

    Was mich interessieren würde ist der deutsche Ton bei bestimmten Szenen, welcher bei meinen Blu Rays ein seltsames Schwanken auf der Musikspur verursachte. Wie eine ausgeleierte Musikkassette. Nur vereinzelt, aber nervig. Wenn ich auf O-Ton umstelle, klingen die selben Szenen absolut sauber. Hab mehrmals getauscht, immer das selbe und es waren definitiv die „korrigierten“ Fassungen.

    • Dazu steht die Lösung in meinem Review bei „Bild- und Tonqualität Blu-ray“. Das hat etwas mit dem Hin- und Her-Pitchen zu tun.
      Kannst du im Review noch mal genauer nachlesen.

  7. Holger Baier

    Hi Timo,
    Danke Dir für diese geniale Einleitung, die mir so aus dem Herzen spricht. Das zeigt genau, warum diese Trilogie so wirkt, egal, ob man die Bücher nun mag oder nicht.
    Ich liebe die Bücher, und war damals bei den „Die Gefährten“ von Anfang an abgeholt, als ich die ersten Szenen vom Auenland im Kino gesehen habe… genauso hatte ich mir das alles in meiner Phantasie vorgestellt und ausgemalt, Jackson hat mich da genau getroffen…
    Meet the Feebles, Bad Taste und Braindead sind natürlich mittlerweile Klassiker und jeder freut sich, wenn er den Cameo-Jackson bei Braindead findet….
    Auch war damals ja noch nicht ganz abzusehen, dass der Darsteller dieses durchgeknallten schwarzhaarigen schrulligen Assistenten des Leichenpräparators mal zu einem der bekanntesten Regisseuren aufsteigt…
    Und das Skull-Island neun Jahre später den Pfad der Toten in Herr der Ringe darstellen würde….
    Und bei „King Kong“ sollte mal jeder Fan mal die „Sumatra Rat Monkey“-Kiste suchen (Braidead-Anspielung)
    Ach, ich liebe diesen genialen Typen

    Geniales Review und ich freu mich drauf meine Ultimate-Mittelerde-Holzbox endlich mit allem seche 4K-Versioen aufzuwerten.

  8. Andreas Pump

    Ich bin begeistert. Weg mit dem schmutzigen Korn, her mit sichtbarem Bildinhalt. Dazu noch Farbakkurat. Traumhaft. Danke Timo. MfG

  9. Vincent Meis

    Akkurate Farben und kornfreie Sicht hat man vor der Haustüre. Ich glaube zu vielen ist einfach gar nicht bewusst, dass in der Filmkunst bewusst Stilmittel zur Verstärkung der Atmosphäre eingesetzt werden. Neutrale Farben und ein helles, glattgefiltertes Bild sehen absolut langweilig aus. Neutral eben, ohne besonders hervorstechendem Stil. Es könnte ja sein, dass der Mainstream-Gucker sich an der künstlerischen Vision des Filmes stößt. Also schön alle Ecken und Kanten glatt machen und abrunden, denn über weißen Schnee kann auch keiner mehr nörgeln.

    • Telperion

      Bitte schreibe doch nicht so einen Unsinn. Der Grünstich war weder im Kino Ende 2001 vorhanden, noch auf der DVD Kinocut/Extended Cut und auch nicht auf der Blu-Ray Kinocut. Lediglich im Extended Cut der Blu-Ray für den ein neues Master erstellt wurde, weil die Bildqualität nicht ansprechend war (sieht man im Vergleich zur Blu-Ray deutlich was Bildschärfe anbelangt). Die vorherigen Versionen waren keinesfalls neutral, sondern auch schon teilweise heavy color-graded. Im Extended Cut der Blu-Ray ist dann dieser fast permanente Grünstich ohne jeden Sinn und Verstand vorhanden auf alle Szenen rübergekübelt. Vom türkisen Schnee und Himmel und türkis-schimmernden Haar Sarumans war ja schon die Rede. Das hat nicht mit künstlerischer Anmutung zutun sondern ist infantil. Teilweise verfälscht dieser Grünstich sogar Details an denen sich die Filmemacher bei Tolkien bedient haben. Die blauen Laternen die man in den Nachtszenen in Lorien in den Bäumen hängen sieht, sind nicht ohne Grund blau. Tolkien erwähnt an einer Stelle im Silmarillion, dass die Laternen/Lichter in Lorien blau sind. Man hat sich also dort bedient. Saudumm nur, dass die Laternen durch den Grünstich plötzlich türkis sind. Für mich auch ein Indiz für einen Fehler. Gut so, dass dieser Unsinn wieder korrigiert wurde.

      • Vincent Meis

        Meine Meinung ist kein Unsinn, sondern meine Meinung. Ich könnte jetzt zu dir sagen bitte schreib nicht so einen Unsinn, denn der Grünstich macht es deutlich Fantasy/Märchenhafter als neutrale Farben wie bei einer RTL Produktion.

  10. Jonas

    Klasse Rezi, thx. Die HdR Trilogie gefällt mir zwar gut, war aber nie ganz „meine Welt“.
    Ad Upmix: habe mittlerweile den Marantz sr1715, 9.1 Setup. Nachdem ich reflexartig vor allem Auro 3D für obselet hielt muss ich massiv Abitte leisten, erstaunlich was für exzellente Ergebisse damit im Idealfall erzielt werden können. Werde das in nächster Zeit bei dem von Timo empfohlenen 2.0 Mix von „Total Recall“ testen und ggf an entsprechender Stelle ein kurzes Statment dazu abgeben.
    „Bad Taste“ wird natürlich gekauft 😉

  11. Johannes Persian

    Den massiven Einsatz von Rauschfilterung (DNR) wurde schon in sämtlichen Foren angesprochen. Schade !!!
    Ich kann zwar PJ verstehen, wenn er die zwei Trilogien im Look anpassen möchte. Allerdings glaube ich, dass die meisten „Mittelerde“-Fans die beiden Trilogien eher separat betrachten. Zu groß ist der Unterschied zwischen beiden Trilogien, was Qualität, Musik, Erzählweise und Emotionalität angeht. Während ich HdR jedes Jahr wieder auspacke, raffe ich mich für „Der Hobbit“ nur alle 2-3 Jahre auf.

    Ich fände es besser, wenn man Filmkorn Filmkorn sein lässt. Mich persönlich stört der eh nicht. Und so kann man sämtliche Details, die analoger Film hergibt, erhalten. Digitale Effekte fallen dann zwar noch stärker auf, allerdings sind die Effekte eh nicht mehr zeitgemäß und fallen mit der Zeit so oder so aus dem Rahmen. Dann verzichte ich doch lieber auf einen harmonischen Look und habe dafür eine größere Bildschärfe und mehr Details in den Realaufnahmen, die in den Filmen ja immer noch massiv sind.
    Ich habe auf Youtube schon ein paar HDR-Sequenzen auf meinem OLED gesehen und muss sagen, dass das neue Color-Grading und die Implementierung von HDR absolut klasse ist. Warum also muss man sich das mit DNR wieder kaputt machen ?

    Um es kurz zu halten:
    Die 4k-Fassung sieht besser aus als die Bluray-Fassung (und alles was wir bis jetzt hatten), aber sieht nicht so gut aus, wie das Ausgangsmaterial hergeben würde. Die HdR-Trilogie hat einfach mehr verdient, aber ich glaube kaum, dass PJ und WB sich noch einmal dran setzten und die Fehler ausmerzen werden.

  12. Helmut

    Echt jetzt? Filmkorn ist Schmutz, der auf dem Bild liegt und dessen Entfernung die Sicht auf mehr Bildinhalt freilegt? Man lernt doch immer wieder dazu….

  13. Andreas St.

    Hallo Timo,

    ein super Review. Danke.

    Aber ich behalte erst einmal meine BD. Lieber ein gutes Bild (ich fand es nicht so schlecht) wie ein Bild, das wechselhaft ist und ich mich ärgere (wie bei Total Recall). Wenn man keinen Vergleich zur UHD hat, braucht man sich auch nicht über das „schlechte“ Bild der BD ärgern. Außerdem müsste man ja wieder Geld ausgeben…

    Das muß erst Mal warten.

  14. Hans Ingo Trompeter

    Na, ich freue mich, meine beiden Sets sind auf dem Postweg und ich kann mir hoffentlich am Wochenende selber ein bewegtes Bild vom Ganzen machen. Danke, Timo, für Dein differenziertes Review!

  15. dirk

    Da litt nichts unter zu viel grün oder blau! Das waren bewusst von Jackson eingesetzte Filter, um das Bild und die Welt mehr Märchen und Fantasy aussehen zu lassen, was bei der Vorlage ja mehr als richtig ist. Es ist einfach dumm die Filter nun alle zu entfernen! Dadurch sieht alles noch mehr nach billiger TV-Produktion und sehr sehr weniger stimmungsvoll aus 🙁

    • Auch dir gerne noch mal die Antwort: DER HERR DER RINGE – DIE GEFÄHRTEN ist nach wie vor (also auch NACH der jetzigen Bearbeitung für die UHD-BDs) gefiltert. Es gibt nach wie vor zahlreiche ganz bewusst eingesetzte Stilisierungen. Braune Filterung bei den Szenen in Bruchtal, Kühlere Filterung bei den Szenen in Sarumans Turm etc.
      Der Grünstich bei der Blu-ray von Teil I (und nur DORT taucht er dermaßen übertrieben auf) kann (wenn man die zwei Fortsetzungen in Kontinuität schaut) nicht ursprünglich intendiert gewesen sein. Das war im Kino nicht der Fall und ist schon in den Anfangsszenen von Teil II nicht mehr, wenn man den Rückblick auf Gandalfs Kampf mit dem Balrog sieht. Ausschließlich Teil I hat diesen über allen Szenen liegenden Grünstich. Das ist auch kein Filter, der ursprünglich beim Dreh oder in der Postproduktion angewendet wurde, sondern eine Einfärbung, die bei der digitalen DI-Wandelung des nachträglichen Prozesses während des Masterings der EE Blu-rays vollzogen wurde.
      Da dieser Grünstich auch alle anderen BEWUSSTEN Farbstimmungen (also die braunen in Bruchtal usw.) überlagert, ist es SEHR unwahrscheinlich, dass dies ursprünglich so gewollt war.

    • Vincent Meis

      Du schreibst mir aus der Seele. Wenigstens bin ich hier nicht allein mit dieser Ansicht. Bzw. ist es ja keine Ansicht dass das von Peter Jackson so gewollt war, sondern das ist ein Fakt. Und schön, wie auch du den Sinn hinter dem Grünstich verstehst und ihn atmosphärisch findest. Exakt das habe ich auch gedacht. Neutralisierte Farben sehen nach Standard TV Produktion aus!

  16. Helmut

    Ich könnte mir vorstellen dass bei der Blu-ray das Farbtiming bis zu einem gewissen Grad so gewollt war, aber am Ende ist dann nochmal definitiv technisch was schief gegangen, da sogar die weißen Schriften im Titel ins Grüne gehen, anders als bei Teil 1 und 2. Ein „offizielles Statement “ muss da auch nicht immer die reine Wahrheit sein, auch PJ ist ein Geschäftsmann und kein Heiliger – vor allem wenn die Angaben zum 4k Scan der Originalelemente doch nur Fake waren..Was ich einfach nicht verstehen kann ist, warum man für ein 4k Medium, bei dem es ja nicht nur um Farben, sondern erstmal auch um Auflösung geht, Details wieder rausfiltert.

  17. Vincent Meis

    Ganz genau. Nur, weil etwas „offiziell“ ist und von PJ so gesagt wurde, muss es ja nicht die Wahrheit sein. Man wird schließlich schon belogen, wenn man nur die Nachrichten einschaltet.

    • Gut, jetzt fahren wir alle mal ein bisschen runter, atmen kurz durch und einigen uns darauf, dass einige das Grün lieber mögen und anderen den neutralen Look.
      Übereinkommen werden beide Fraktionen ohnehin nicht.

  18. ondy

    Ich mag das neue aussehen der uhds. Aber echt schade das es beim versauten ton geblieben ist. Wieder eine menge arbeit steht mir bevor loool 😉

    • Vincent Meis

      Was denn für eine Arbeit? Restaurierst du dir den Ton selber? Hab auch schon überlegt mir die DVD Erstauflage noch dazuzukaufen und den Ton dann einmal selber zu pitchen. Nicht 4-mal rauf und wieder runter.

      • Vincent Meis

        Oder man übernimmt die englische Originaltonspur und ersetzt nur die gesprochenen Texte mit den deutschen. So hat man Musik und Hintergrundgeräusche in bester Qualität. Aber die Arbeit ist wirklich gewaltig. Darauf hätte ich keine Lust.

        • Vincent Meis

          Oder man ersetzt nur die Schwachstellen der deutschen Tonspur mit den englischen. Aber das hieße so oder so die Tonspur noch einmal durch einen Konverter zu schicken.

  19. Timo

    also ich finde es gut, dass diese olle Körnung weggefiltert wurde. Wenn ich eine UHD kauf, will ich nix von Rauschen und Körnung, sondern ein klares Bild sehen.

    • Vincent Meis
    • Vincent Meis

      Haha, was ein Blödsinn.

  20. Mathias

    Beziehen sich die Aussagen zum deutschen Ton auf beide Filmversionen? Immerhin ist das Tonformat mit Dolby Digital bei der Kinofassung ja ein anderes.

    • Vincent Meis

      Die Kinofassung mit Dolby Digital Ton war immer noch die qualitativste. Aber die Kinofassung braucht ja kein Mensch. Beim neueren DTS-HD Master Audio kann man eigentlich gar nicht von „Master Audio“ mehr sprechen, da dort überhaupt nichts vom Quellmaterial gemastert wurde! Man hat wohl einfach nur von Dolby Digital auf DTS konvertiert – mit Verlust. Und durch das mwhrfache hoch und runter gepitche ging noch mal Qualität flöten.

  21. Helmut

    @timowolters: Ein Extralob für deine Deeskalationsmoderation! Du solltest die Brexit-Verhandlungen leiten.

    • Vincent Meis

      Manchmal ist es gut, wenn es eskaliert.

  22. Steppke

    Tolle Review Timo!
    Ich finde allerdings, das manche Bildvergleiche nach dem berühmten Haar in der Suppe suchen. Da wird zum Teil extrem rangezoomt um die Weichzeichnung sichtbar zu machen. Wer klebt schon so nah am TV?

    Letztlich ist diese 4K-Version wohl der beste Kompromiss. Es gibt viele Kornhasser, zu denen ich mich grundsätzlich nicht zähle, aber bei deiner Kritik ist schon eine deutliche Abneigung gegenüber DNR zu spüren.

    Du schreibst, daß das Endergebnis am Ende inkonsequent bzw. durchwachsen ist. Gut, das mag sein aber die Freunde von eher “glatten“‘ Filmen werden wohl gut damit leben können.

    Die Elbenszenen sahen z.B. schon immer sehr künstlich weich aus. Wären diese Sequenzen nun plötzlich voller Korn, gäbe es bestimmt auch entsetzte Stimmen. HdR hat eben schon ein paar Jahre auf dem Buckel und Legolas Elefantenritt im dritten Teil wird auf mich immer sehr lächerlich und unrealistisch wirken.

    Wenn ich deine und ähnliche Vergleichsbilder zwischen BD und 4K aus dem Netz betrachte, dann bin ich wahnsinnig glücklich. Das Colorgrading ist ein Traum und die Unsitte dieser verdammten Farbfilter wurde bei der 4k-Version vom HdR nun endlich ins Nirvana geschickt. Das Jackson daneben auch einige schlecht gealterte Effektshots angepasst hat, bekommt meine volle Zustimmung. Er hat sie schließlich nur den Sehgewohnheiten angepasst und nicht wie Metzger Lucas bei “Star Wars“ verschlimmbessert.

    Natürlich gibt es einen Haufen von Filmen, die weniger weich gezeichnet sind und den Titel Referenz mehr verdienen, doch am Ende wirkt die Bewertung trotz deiner spürbaren Begeisterung für die Reihe ein bisschen zu kritisch, was das Bild betrifft.

    Schon allein der Umstand des wundervollen Colorgradings und dem vermeiden von Black Crushes ist ein sichtbarer Zugewinn. Gelegentlich weiche Szenen sind, gerade in der heutigen Zeit eine reine Geschmacksfrage! Wohlgemerkt: Ich habe auch kein Problem mit Korn 😉

    • Im Grunde bin ich da voll bei dir. Die UHD-BD von DIE GEFÄHRTEN wäre auch meine bevorzugte Wahl – in Summe aller ihrer Eigenschaften. Aber das ist mein persönlicher Geschmack als reiner Konsument.
      Als jemand, der ein Review mit Bezug auf die technischen Aspekte verfasst, gehe ich natürlich etwas kritischer ran.
      Das Problem, vielleicht muss ich das noch mal betonen, sind NICHT die bewusst eingesetzten Weichzeichner (bspw. bei den Elben-Szenen), die da natürlich hingehören, weil sie so gewollt sind. Das würde ich auch nie kritisieren.
      Problem sind nur diese vereinzelten ultragefilterten Shots, die nun zur VÖ der UHD-BD nachträglich NEU hinzugekommen sind.
      Das wäre vermeidbar gewesen. Und natürlich ist es auch einfach schade, dass man einem der einträglichsten Mehrteiler der Kinogeschichte nicht doch den Aufwand eines komplett neuen Scans geschenkt hat.

      • Steppke

        Naja, ich habe in einer Review der 4K-Ausgabe gehört, das der Aufwand für einen komplett neuen Scan wohl SEHR aufwändig gewesen wäre. Das klang ja schon ein wenig in deiner Bewertung durch. Man hätte also erstmal den reinen Film (ohne Effekte) bearbeiten müssen. Da ich in dieser Branche nicht so bewandert bin, kann ich natürlich nicht einschätzen ob es bei dieser „Einsparung“ einfach nur um Bequemlichkeit ging oder es wirklich eine Mammutaufgabe gewesen wäre. Wenn man natürlich bedenkt, das es für diese legendäre Filmreihe immer Käufer geben wird, hätte man die Restaurierung natürlich in der Tat aufwändiger gestalten können…

        Anhand der paar Screenshots konnte ich mir noch keine wirkliche Vorstellung der Wachsgesichter machen. Orlando Bloom (den ich in seiner Rolle durchaus schätze) hat ja ohnehin ein ziemliches Milchgesicht. Da sind Poren ohnehin schwer auszumachen 🙂 Was ich persönlich überhaupt nicht schön fand, war z.B. das DNA-Massaker bei der Bluray von Goldeneye. So schlimm ist es beim HdR doch wohl nicht oder?

        • Das schlimmste DNR bei DIE GEFÄHRTEN sieht man auf den letzten drei Bildern. Das ist beim ersten Teil die schlimmste Stelle.
          Viel softer geht’s nicht mehr. Aber es ist in Summe auf alle Szenen verteilt ca. eine Minute Spielzeit, in der es SO AUFFÄLLIG ist.
          Der Film ist durchgehend etwas stärker gefiltert als die BD ohnehin schon. Das sieht man aber halt nur, wenn man auf DNR empfindlich reagiert – im Gegensatz eben zum besagten Bild auf dem Wasser mit der Gemeinschaft beim Abschied von Galadriel.
          Im zweiten Teil sind die entsprechenden Wachs-Szenen häufiger anzutreffen. Da könnten es in Summe auch 2-3 Minuten Spielzeit sein. Es fällt aber vor allem deshalb stärker auf, weil es in Szenen passiert, die bei hellem Tageslicht gefilmt wurden und sehr viel weite Natur zeigen. Das ist dann schon auffälliger und störender als ein kurzer Shot in Dunkelheit bei Bewegung.
          Es ist auch nicht so schlimm wie bspw. bei der PREDATOR HUNTER EDITION, die das drastische DNR über die komplette Laufzeit hatte.
          Man muss halt für sich selbst auch beurteilen, ob einen ein paar Szenen im ersten Teil und vielleicht ein gutes Dutzend Szenen im zweiten Teil so stören, dass es einen aus dem Film reißt.
          Im zweiten Teil kommen leider noch stärker sehr auffällige VFX hinzu, die noch stärker „hineingeklebt“ aussehen als in DIE GEFÄHRTEN.

          • Steppke

            Gut, das mit den VFX ist bei HdR natürlich immer etwas künstlich gewesen, vor allem die von mir angesprochene Szene mit Legolas im dritten Teil. Das es sich im Großen und Ganzen auf 2-3 Minuten beschränkt, ist bei durchschnittlich dreieinhalb Stunden Spielzeit pro Film ja ein Trost.

            Ich habe mir inzwischen auch noch ein paar dieser Aquarell-Szenen im Wald angeschaut. Dort sieht es in der Tat ziemlich Detailarm aus. Das Vergleichsbild mit dem fliegenden Tuch aus Teil 2 habe ich ebenfalls gesichtet. Das sieht wirklich ziemlich krass aus, wenn Berge, Dächer und Boden auf einmal so glattgebügelt sind. Dennoch ist das Ganze ja „nur“ bei solch einem Zoom am auffälligsten. Das Komplettbild der UHD sieht auf den ersten Blick schon runder aus, was Farbgebung und Schattierung betrifft.

            Hauptsache keine Predator bzw. Goldeneye-Version vom HdR. Bei ein paar wenigen Minuten (wenn auch Tagesszenen) kann ich gut drüber hinwegsehen. Nochmals ein Lob für deine tollen Reviews Timo!

    • Dennis

      Aber der Elefant zählt doch trotzdem nur als einer.. 🙁

  23. Helmut

    Wenn ich das nochmal vorsichtig einwerfen darf – es geht beim Korn-/DNR – Thema nicht darum, ob man Korn schön oder hässlich findet, sondern um den Verlust von Detailinformationen durch den Filter, wie Timo in den Bildvergleichen auch zeigt, bei den ganz extremen Szenen eben auch nicht nur „mit der Nase“ auf der Leinwand. Das ist dann ein trotz Upgrade auf ein höher auflösendes Medium ein Donwgrade bzgl. der Detailauflösung und damit ein objektiver Verlust und nicht nur Geschmackssache. Für die Verbesserungen in Farbe und Kontrast würde ja sonst auch ein 1080p-Medium mit HDR- Fähigkeit reichen, das sähe hochskaliert auf ein gutes 4k – Display dann vermutlich genauso aus. Ich verstehe dich, Timo, aber so, dass die positiven Seiten und nicht so schlimm gefilteren Szenen überwiegen? ich hab schon gedanklich mit dem Finger über dem Stornierungsbutton gekreist, hab aber immer noch die Hoffnung, dass das alles im bewegten Bild doch nicht so ungenießbar aussieht

    • Bei DIE GEFÄHRTEN würde ich persönlich die UHD-BD einlegen und schauen, wenn ich die Wahl habe. Da überwiegen vor allem gegenüber dem von mir nicht favorisierten Grün-Look die Vorteile. Und mit dem durchgängig moderaten Rauschfilter kann ich leben. Das ist zwar technisch nicht sauber, aber subjektiv bin ich ja auch mal „nur“ Konsument und zähle nicht jeden Pixel.

      • Vincent Meis

        Bei mir genau andersherum. Bei DIE GEFÄHRTEN würde ich bei der BD bleiben und evtl. die Teile 2+3 oder nur Teil 3 in UHD gucken.

        • Das überrascht mich jetzt nicht 😉

          • Vincent Meis

            Ich frage mich warum gibt man die Negative nicht zu Arrow Video und sagt denen „so macht mal“ und dann kämen UHDs bei heraus, die wir alle nur im Traum sehen werden und Warner hätte kein Bischen Arbeit daran vergeudet.

          • Selbst wenn Warner das machen würde, brächte es dem deutschen Endkunden ja wenig.

  24. Vincent Meis

    So ist es. Hat mit Geschmackssache recht wenig zutun. Kornhasser hassen Korn, weil ihre Synapsen darauf programmiert sind, nicht aber weil Korn scheiße sei. Heißt also es liegt an derer persönlichen Einstellung. Diese ist dann Geschmackssache, aber Fakt ist trotzdem, dass Korn da zu sein hat und auch je nach dem gut aussieht. Bei DNR ist das anders. Es macht das Bild unscharf und wachsig. Das heißt also DNR hat nicht da zu sein! Man kann in geringem Maße dadurch vereinzelte Fragmente tuschieren oder kaschieren, die man nicht sehen soll, aber einen über das gesamte Bild gelegten aggressiven DNR-Filter das dient höchstens einer Mainstream-Vermarktungspolitik, die die besagten Kornhasser zufriedenstellen soll.

  25. Telperion

    Teilweise wurden wohl ganze Details durch die Rauschfilterung verschluckt. Hier z. B. beim dritten Teil fehlt plötzlich ein Stück von Gandalfs Stab (Vergleich UHD/Blu-Ray, Mauszeiger einmal auf das Bild positionieren und das ausserhalb des Bildes):

    https://caps-a-holic.com/c.php?a=1&x=600&y=326&d1=15009&d2=5245&s1=156558&s2=49011&l=0&i=2&go=1

    Und zum Thema „aquarellig“ hier ein Vergleich aus dem zweiten Teil (wieder den Mauszeiger entsprechend positionieren). So was geht überhaupt gar nicht!!
    https://blu-ray-rezensionen.net/der-herr-der-ringe-die-zwei-tuerme-4k-uhd/
    Ich erlaube mir, auf mein eigenes Review zum zweiten Teil zu verweisen, bei dem exakt auch diese Bildausschnitt im Vergleich zu sehen ist.

    • Vincent Meis

      Ja, da fehlt was vom Stab. Trotzdem ist dies eine der Szenen, die auf der UHD tatsächlich BESSER aussehen.

  26. Telperion

    @ timowolters

    Oh danke, habe nicht gesehen, dass dein Review zum zweiten Teil schon online ist.

  27. FETT

    Ich finde es so schade, dass wir kein Atmos in deutsch bekommen… Warum ist das nur so? Danke für deine Arbeit! Super geniale Seite!

  28. Karsten

    Die Sache mit dem Korn ist klar Geschmackssache, ich kann auch verstehen das es Leute gibt die Filmkorn nicht mögen, gerade jene die bereits mit rein digitalen Produktionen aufgewachsen sind. Ich bin damit aufgewachsen, aber auch davon abgesehen, ich mag das Korn, es macht den Film lebendig und gehört einfach dazu. Es wird auch oft als Stilmittel eingesetzt. Nicht das ich etwas gegen glasklare Digitalproduktionen habe, auch diese haben auch Ihren Reiz.

    Vorallem möchte ich den Film in seiner vom Regisseur gewollten Fassung sehen und bei analog gefilmten Produktionen gehört es idR dazu.

    Einen wichtigen Punkt möchte ich dazu anmerken, ich kann Korn jederzeit entfernen, aber niemals wieder hinzufügen. Moderne Fernseher/Wiedergabegeräte haben hervorragende Rauschfilter welche das Korn und/oder Rauschen problemlos entfernen. Warum nutzen diejenigen welche sich daran stören nicht einfach die Funktion? Der Rauschfilter in meinem LG OLED C9 ist hervorragend, subjektiv arbeitet sowas nicht schlechter als die DNR in der Produktion und ich kann mir den Grad der Reduzierung sogar noch aussuchen. Natürlich gibt es diese Möglichkeit andersherum nicht. Daher bin ich ganz klar gegen jegliche DNR oder andere Nachbearbeitung in der Post Production wenn nicht klar vom Regisseur gewünscht.

    Vielen Dank Timo für die ausführlichen Reviews!

    • Vincent Meis

      Alles ist immer Geschmackssache und Tasache zugleich. Es gibt halt Tatsachen, aber die müssen nicht jedem gefallen. Man kann durchaus seinen eigenen Geschmack haben, aber das heißt nicht, dass Sachverhalte Geschmackssache sind, sondern immer nur das persönliche Empfinden ist Geschmackssache. Eine Sache bleibt davon völlig unbetroffen. Filmkorn ist bei analogem Film gut. Das ist keine Geschmackssache sondern eine Tatsache, aber man kann natürlich trotzdem einen anderen Geschmack haben. Gibt ja auch Qualitätsunterschiede bei Geschmäckern.

  29. Helmut

    Es wird wohl ein ewiges Thema bleiben. Selbst kritische deutsche Reviewseiten, die zum Teil hochsensibel auf digitales Grading reagieren (Selbst wenn als Stilmittel gewollt), nutzen Formulierungen wie „eine bessere Detailauflösung wird durch das deutliche Filmkorn verhindert“. Jeder soll mögen, was ihm gefällt, aber eine solche Aussage ist einfach objektiv falsch, auch wenn mancher es subjektiv so empfindet. Für videophile HDR Fans halt schade, da ohne spürbares Zurückbleiben der Verkaufszahlen gegenüber den Erwartungen die Chance auf Überarbeitung gleich Null ist. Allen die trotzdem Freude dran haben viel Spaß und dir, Timo nochmal danke für die tolle Arbeit. Ich glaub du hast da mittlerweile mehr Zeit investiert als Peter Jackson..

    • Hehe. Nee, nicht ganz. Aber danke fürs Lob 🙂

    • Vincent Meis

      So ist es. Aussagen von Leuten sind eben nicht zwangsläufig maßgeblich. Detailauflösung wird nämlich DURCH das Filmkorn erlangt. Aber diese Leute verstehen nichts von Filmen, denn sie kennen nur noch mit der Handy-Kamera gefilmte Filme. Digital und glatt, so wie der Mainstream es will.

  30. Daniel

    Danke Timo für die tolle Rezension mal wieder. Top!

    @Vincent Meis: Das Detailauflösung durch Filmkorn erzeugt wird, ist einfach falsch.

    • Helmut

      Ich mag mich täuschen, aber das hat glaub ich auch niemand behauptet (vielleicht könnte man besser formulieren, Detailauflösung wird durch das Belassen der Kornstruktur erlangt). Natürlich „erzeugt“ Filmkorn keine Details, sondern der eben körnige Film – je nach Auflösungsvermögen von Super 8 u. grobkörnig bis 70mm/Imax und feinkörnig); . Das digitale Wegfiltern von Filmkorn durch DNR- Programme filtert aber praktisch IMMER auch Details mit. Filmkorn ist nicht etwas, was zum Film DAZU kommt, sondern bei analogem Film das, was beim Sand das Sandkorn ist: es ist die Struktur des analogen Films (auch ein analoges Standbild vom klassischem Fotoapparat hat eine körnige Struktur). Da jedes Einzelbild eine unterschiedliche Kornstruktur hat entsteht durch die aufeinanderfolgenden Bilder der Eindruck, als ob sich da etwas eigenständiges bewegt, dass wird von den Korngegnern als störendes „Wuseln“ . wahrgenommen und fälschlicherweise als „Rauschen“ bezeichnet. DNR analysiert Veränderungen von Bild zu Bild und wenn kleine Veränderungen wie Filmkorn in jedem Bild woanders postitioniert sind, können diese herausgerechnet werden. Da aber auch Feindetails im bewegten Bild nie am gleichen Platz bleiben, wird je nach „Aggressivität“ der Einstellung immer auch Feindetail weggefiltert, das geht gar nicht anders. Man kann das sicher dezent oder mit der Brechstange machen, aber Rauschfilter bringen NIE Details „zum Vorschein“.

  31. Kilian Krämer

    Hallo, vielleicht kann mir hier jemand helfen.

    Ich habe extreme Probleme mit der deutschen DTSHD Tonspur.
    Über den ganzen Film verteilt kommt es immer wieder und an den betreffenden Stellen reproduzierbar zu einer Art knacken/rauschen/knistern.

    Beispiel wäre am Ende, wo Sam fast ertrinkt, wenn Frodo das erste Mal laut Sam schreit. Der Schrei klingt regelrecht verzerrt.

    Als Player fungiert die PS5, TV ist der LGC9 und Sound geht an die LG DSN9YG Soundbar. Der Ton wird über eARC von der PS5 an den TV und dann an die Soundbar geleitet.

    Fehlersuche bisher:
    – In der 4K Kinofassung mit DD Sound tritt das Problem nicht auf
    – Auf der normalen Blueray extended, die ich ebenfalls besitze und die ja auch den DTD HD Sound hat, tritt das Problem auch auf
    – In englischer Sprache mit Dolby Atmos auf der extended 4K tritt das Problem nicht auf
    –> Daraus schließe ich, dass es definitiv irgendwie am DTS liegt

    – Auf der PS4 tritt das Problem ebenfalls auf mit der normalen blueray extended
    -> Schließe somit die PS5 als Ursache aus

    – Bei deaktivierter Soundbar mit Ton über TV tritt das Problem ebenfalls auf
    -> Soundbar fällt als Ursache wohl auch weg.

    Bleibt also unterm Strich nur noch der C9 als Ursache übrig. Der soll aber eigentlich DTS durchschleifen können. Ich stehe echt auf dem Schlauch. Habe auch schon sämtlich erdenklichen Kombinationen aus PCM und Bitstream settings im TV und der PS5 getestet. Der Fehler bleibt.

    Es kann doch nicht sein, dass man mit einem LG Oled keine Filme mit DTS Tonspur schauen kann….

    • Hallo Kilian.
      Hast du schon mal probiert, die PS5 direkt an die Soundbar anzuschließen?
      Müsste ja gehen, auch wenn du dann kein Bild hast. Also einfach mal in eine Stelle springen, die das Problem bei dir zeigt und dann HDMI nur in die Soundaber, nicht über eARC.

      Wenn es dann immer noch ist, reagierst du offenbar auf die vorhandenen Probleme der deutschen DTS-HD-Master-Tonspur sensibel. Denn das, was du schilderst, ist durchaus auch das, was man raushört und was durch das Hin- und Herpitchen verursacht wurde.

  32. Kilian Krämer

    Hallo Timo,

    Danke für die super schnelle Antwort.

    Ich bin jetzt leider auch zu dem Schluß gekommen, dass es einfach an der deutschen Tonspur selbst liegt.

    Habe nämlich zum einen nochmal bei meinem Bruder am TV getestet und da hören wir es beide auch und zum anderen habe ich den Ton mal über den Bluetooth Adapter des Playstation Platinum Headsets direkt von der PS5 gecheckt (Also ohne TV und Soundbar quasi) und im Headset hört man es leider auch sehr deutlich.

    Ich bin jetzt irgendwie enttäuscht und verwirrt. Ich habe die Filme eigentlich immer jährlich angeschaut und mir ist das vorher noch nie aufgefallen.

    Jetzt kommen sie endlich auf 4K raus und das Bild hat mir als Leihe echt sehr gut gefallen, vor allem da ich beim Tonspur testen ja auch nochmal die normale blueray als Vergleich hatte, aber dafür fallen mir diese Störgeräusche im Ton extrem auf. Da denkt man die ganze Zeit, die Boxen gehen kaputt.

    Dazu kommt beim Ton auch noch, dass bei einigen Synchronsprechern anscheinend ein Geräusch aus dem Tonstudio mit aufgenommen wurde. Das Geräusch lässt sich schlecht beschreiben. Klingt wie so ein ganz leises Pfeifen bzw ein leichter Tinnitus. Besonders krass war das beim Sprecher von Elrond, wo er sich in Bruchtal mit Gandalf unterhält. Da habe ich jetzt auch noch nicht gecheckt, ob das bei der Kinofassung auch drin ist, aber ich gehe mal davon aus, da sich das wie gesagt nach einem Aufnahmefehler anhört.

    Unterm Strich irgendwie ziemlich belastend das Ganze. Werde heute mal die Zwei Türme schauen, vielleicht ist es da ja besser.

    • Rudolf Metz

      Kann ich bestätigen, dass die deutsche DTS Tonspur fehlerhaft ist.
      Ich habe die Disks auf meine PC Festplatte kopiert und mit dem VLC Player abgespielt. Dort fehlen auf einmal komplett alle Stimmen, während alle anderen Geräusche zu hören sind. Man muss im Player auf „Stereo“ umschalten. Dann läuft es ohne Probleme. Beim Rippen in mkv allerdings habe ich den Ton in 5.1 AC3 umgewandelt, damit der Ton von Anfang an korrekt wiedergegeben wird. Allerdings habe ich jetzt dieses Knacksen bei lauten Szenen. So oder so ist der Ton fehlerhaft.

      Wie kann man auch auf 6.1 Sound setzen??? Dann doch lieber 5.1.

  33. Kilian Krämer

    Ja besonders in Lauten Szenen oder wenn jemand schreit passiert das gerne.

    Leider auch bei die Zwei Türme…. Das versaut mir echt den Spaß an meinen eigentlichen Lieblingsfilmen.

    Besonders bitter, da ich das Bild echt mega geil in 4K finde.

    Aber gut, der einzige Trost den ich habe ist, dass es ja bei der normalen Extended Blueray auch der Fall ist. Aus irgendeinem Grund ist mir das vorher nur nie aufgefallen. Somit ist es zumindest immer noch die beste Version der extended Filme, da der deutsche Ton eben überall scheiße ist.

    Könnte zwar vom Verständnis her problemlos Englisch schauen, aber ich mag deutsche Synchros einfach. Und gerade bei Herr der Ringe mag ich sie eigentlich besonders. Echt schade…

  34. Nagel

    Meine Herr der Ringe Trilogie wurde jetzt bei Itunes aufgewertet auf Dolby Vision und Dolby Atmos und ich finde das Bild nach meinem Geschmack um einiges besser als die Trilogie zum kaufen. Kann das sein?

    • Dolby Atmos nur fürs Englische, nehme ich an …?
      Damit hier keine Missverständnisse aufkommen 😉

  35. Johannes P.

    Als ich gehört habe, dass Herr der Ringe endlich in 4k kommt, war meine Vorfreude riesengroß. Die Vorabinformationen sahen ebenfalls sehr gut aus. Genau wie die ersten Reviews.

    Meine Sorge war nicht, dass die Bildschärfe/Details 4K nicht würdig sein würden, sondern dass wie bei Star Wars ein schlechter HDR/DV-Master auf die BluRays gepresst wird. Ich lag komplett daneben.

    Der HDR-Master (Kontraste, erweiterter Farbraum und das generelle Colorgrading) sind meiner Meinung nach auf einem absoluten Topniveau. Natürlich kann über die natürlichere Farbgebung gestritten werden. Die Bluray-Fassung hatte mit extremeren Colortints etwas Verträumtes. Das mag manchen besser gefallen.

    Wo alle drei Filme aber enttäuschen, ist im Detailreichtum und der Schärfe.
    Was PJ da mit DNR gemacht hat, ist Bildvergewaltigung !!!
    Es gibt ein paar Shots, die scharf und detailreich sind. Aber weiche, wachsartige Szenen haben doch die Überhand. Die CGI sticht durch den fehlenden künstlichen Filmgrain wie ein Dorn ins Auge.
    Gollum sah noch nie so künstlich aus.
    Selbst einige Landschaftsaufnahmen wurden durch den Filter stark verunstaltet.

    Das wir irgendwann nochmal einen vernünftigen Master erhalten (4k Rescan, ohne DNR, mit gutem HDR( bezweifle ich doch stark.

    Schade. Hier wurde eine Chance vertan.
    Ich werde mir die Kinofassung noch einmal auf BluRay holen (hab die leider verkauft), um beide Fassungen in meinem Schrank zu haben.

  36. Henning

    Hallo,

    Erstmal danke für die Rezension.

    Was ich mich frage: Wie kommt es eigentlich, dass die amerikanischen Rezensionen der UHD Fassung fast ausschließlich sehr positiv sind und in deutschsprachigem Raum recht durchwachsen. Gibt es bei den jeweiligen länderspezifischen Fassungen irgendwelche bildtechnischen Unterschiede?

    Oder ist das rein subjektiv?

    Viele Grüße

    Henning

    • Mittlerweile ist relativ klar, dass ein Teil der US-Reviews nicht allzu genau hingeschaut hat und in der ersten Euphorie/Freude über die Veröffentlichung etwas nachlässig war.
      Grundsätzlich sind US-Reviews sehr häufig nicht ganz so kritisch in ihren Bewertungen wie solche aus Europa. Und im Falle vom HERRN DER RINGE wurden zudem offensichtlich falsche technische Informationen gestreut, bzw. falschen technischen Annahmen vertraut.

  37. Henning

    Alles klar danke für die Auskunft!

    Muss sagen ich war jetzt nach der ersten Sichtung auch etwas ernüchtert. Wobei mich der grünstich im ersten Teil schon immer sehr genervt hat, das ist schon mal eine deutliche Verbesserung. Und der Sound in der OV mit Dolby Atmos eben auch.

  38. Alex H.

    @Vincent Meis: du bist echt nur auf Streit aus… mimimimi

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