Distorted – Nichts ist, wie es scheint

Blu-ray Review

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Tiberius Film, 01.08.2019

OT: Distorted

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Sicherheit und Ruhe

Christina Ricci wird Opfer suggestiver Botschaften.

Inhalt

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Lauren will eigentlich nur ihre Ruhe

Weil Lauren nicht von ihren Angstzuständen weg kommt, beschließt ihr Mann einen dringenden Tapetenwechsel. Die Malerin und ihr Partner Russell wählen sich ein luxuriöses Appartement-Haus aus, in dem sie von zahlreichen anderen reichen Mietern umgeben sind. Da sie die Ruhe und Sicherheitseinrichtungen des Wohnkomplexes für passend erachten, ziehen sie bald ein. Auf einer Cocktailparty lernen sie ihre Nachbarn kennen und sind eigentlich sehr angetan vom Umfeld – zumal sie von ihrer Wohnung aus jede Überwachungskamera des Gebäudes abrufen können. Doch je länger sie dort wohnen, desto seltsam wird es. Lauren hört Stimmen und vermutet nach eigenen Recherchen, dass das Haus so etwas wie ein Versuchsobjekt ist, in dem Menschen gewissen Botschaften ausgesetzt werden. Ihr Mann tut es als Spinnerei ab und fürchtet, dass Lauren doch besser in einer Psychiatrie aufgehoben wäre. Doch die lässt nicht locker und engagiert mit einem gewissen Vernon Sarsfield einen Cyber-Experten. Bald stoßen die beiden auf höchst beunruhigende Fakten …

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Russell möchte Lauren helfen

Auch wenn Distorted – Nichts ist, wie es scheint eine Direct-to-Video-Produktion ist, konnte Regisseur Rob King (Humanity Bureau) mit Christina Ricci in der Haupt- und John Cusack in einer Nebenrolle zwei Stars von Format locken und ergänzt sie um Brendan („Rampage“) Fletcher. Mit ehemalig hochdotierten Darstellern der A-Riege hat King also mittlerweile Erfahrung – immerhin agierte Vielfilmer Nicolas Cage in Humanity Bureau. Dort allerdings ziemlich gelangweilt. Das kann man Christina Ricci hier nicht vorwerfen. Sie gibt die von Panikattacken und seltsamen Visionen geplagte Lauren durchaus glaubwürdig. John Cusack kennt sich mittlerweile in den Gefilden des B-Movies aus und wird (ähnlich Nic Cage) fast inflationär gecastet. Distorted zeigt ihn mit ständiger Kapuze auf dem Kopf, die wie sein persönlicher Aluhut funktioniert. Immerhin ist der Cyber-Experte Systemgegner und wähnt überall Verschwörung und Überwachung. Aber als Total-Skeptiker macht er eine gute Figur und wirkt entspannter und gesünder als zuletzt in eher unglücklichen Rollen mit aufgeschwemmtem Antlitz.
Abgesehen von den beiden soll das Gebäude als weiterer Hauptdarsteller fungieren. Während das von außen aufgrund der sichtbaren CGIs nicht wirklich funktioniert, funktionieren die Gänge und Flure im Inneren durchaus. Vor allem deshalb, weil Distorted-Kameramann Mark Dobrescu immer wieder geschickte Positionen findet und mit Weitwinkel arbeitet.

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Systemkritiker mit Kapuze: Vernon Sarsfield

Die Spannung indes entfaltet sich nur beschaulich und gemächlich. Hohes Pacing kennt der Film nicht. Oft sind Einstellungen lang anhaltend und konzentriert. Schnelle Schnitte sind nicht das Ding von Rob King. Recht gut funktioniert hingegen die nur sehr spärlich eingesetzt Filmmusik. Während sie in den Außenszenen etwas dissonant vor sich hin klimpert, fehlt sie in den Fluren des Gebäudes meist völlig. Das wiederum führt zu einer unheilvollen Atmosphäre – wenn man sich denn auf das gemächliche Erzähltempo einlassen kann. Die Thematik der totalen Überwachung und Suggestiv, die der Story unterliegt, hätte man allerdings durchaus differenzierter herausarbeiten können.
Eine Warnung sei an dieser Stelle noch ausgesprochen, die der Film eigentlich voranstellen sollte: Menschen, die mit fotosensitiver Epilepsie auf die stroboskopartige schnelle Hell-Dunkel-Wechsel reagieren, sollten während der Botschaften, die Lauren übermittelt werden besser die Augen schließen.
Apropos Augen schließen: Respekt an Rob King, dass er in der einzigen Sterbeszene des Films auf harten Realismus setzt. Zwar wirkt das innerhalb des eher blutarmen Distorted ein bisschen befremdlich, aber immerhin verschweigt er nicht, wie das tödliche Resultat aussehen könnte.

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Das Produktionsdesign von „Distorted“ ist hochwertig geraten

Bild- und Tonqualität

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Auf welcher Seite steht Russell?

Der digital gefilmte Distorted überzeugt mit einem hervorragend ruhigen und kornfreien Bild. Selbst in dunklen Szenen zeigt sich kein Rauschen und der Kontrastumfang in gut ausgeleuchteten Sequenzen ist hervorragend. Schwarzwerte sind knackig und Farben gelingen sehr natürlich zum Betrachter. Dazu ist die Detailauflösung in Close-ups sehr gut. Viel auszusetzen gibt’s hier nicht, sieht man von ein paar Wischunschärfen in schnellen Schwenks ab.
Beim Sound bleibt es zwar zunächst weitgehend frontlastig, doch sobald der Horror sich langsam einschleicht, nimmt man Stimmen aus den Rears wahr. Auch das Geräusch der Dusche oder Naturkulisse wird räumlich wiedergegeben. Die Stimmen sind im Verhältnis einen Hauch zu leise abgemischt, was aber nicht allzu dramatisch erscheint. Besonders effektvoll wird es immer dann, wenn Lauren ihre Visionen oder Flashbacks hat.

Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von Distorted finden sich nur die Trailer und einige Programmtipps des Anbieters.

Fazit

Distorted ist zwar ein Thriller von der Stange, der nur wenig Innovation liefert. Doch das gute Schauspiel der beliebten Darsteller tröstet über das etwas müde Drehbuch hinweg und stylish anzuschauen ist der Film ebenfalls.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität:85 %
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 10%
Film: 60%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: Kanada 2018
Regie: Rob W. King
Darsteller: Christina Ricci, John Cusack, Brendan Fletcher, Vicellous Reon Shannon, Nicole Anthony, Oliver Rice
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit:
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)

Trailer zu Distorted

Distorted – Nichts ist, wie es scheint – HD Trailer

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