Don’t Let Go

Blu-ray Review

Universal Pictures, 01.10.2020

OT: Don’t Let Go

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Eine zweite Chance

Blumhouse-Thriller mit Mystery-Touch.

Inhalt

Jack und Ashley haben ein besonderes Verhältnis zueinander

Weil Mum und Dad immer ziemlich beschäftigt sind, trifft sich Töchterchen Ashley Radcliff oft mit Onkel Jack. Und wenn sie sich nicht treffen, ruft sie ihn an und sie quasseln. Das kommt Jack gar nicht ungelegen. Immerhin ist sein Job als Detective nicht dauerhaft wirklich spannend. Dann jedoch ruft sie an und klingt panisch und verwirrt. Der Anruf wird unterbrochen und Jack erreicht in der Folge nur die Mailbox. Als er bei ihrer Famile vorbeischaut, sind alle tot. Vater, Mutter, Ashley und sogar der Hund. Offenbar hatte der Bruder seine Hände im Drogengeschäft und irgendjemand hat möglicherweise versucht, Schulden einzutreiben. Jack ist geschockt und kann es nicht fassen. Doch es bleibt nicht bei der Trauer allein. Bald mischt sich Verwunderung hinzu. Denn kurz nach der Beerdigung klingelt sein Handy. Der Anrufer scheint von Ashleys Telefon aus anzurufen. Doch das liegt immer noch am Tatort. Als ein paar Tage später erneut das Telefon läutet, geht Jack dran. Ashley ist am anderen Ende. Als wäre sie noch am Leben. Und sie erzählt drauf los, als wäre nie etwas geschehen. Jack schwant, dass Ashley aus einer anderen Zeit anruft. Und als er verifiziert hat, dass zwischen seiner Welt und jener seiner Nichte vier Tage Unterschied liegen, sieht er eine Chance gekommen, das Unglück doch noch abzuwenden …

Ist da wirklich Ashley am Telefon?

Blumhouse ist DAS Horror-/Thriller-Produktionsstudio der letzten Jahre. Fast jeder aus dem Einerlei herausragende Genrefilm kam von der Filmproduktionsgesellschaft, deren Gründer, Jason Blum, offenbar ein ganz besonders gute Gespür für die packenden Stoffe hat. Von Get Out über Wir oder das Remake von Der Unsichtbare – praktisch jeder Stoff, den er angepackt hat, wurde zum Hit. Für Don’t Let Go engagierte er Regisseur Jacob Estes, der vor 15 Jahren mal mit Mean Creek ziemlich für Aufsehen gesorgt hat, seitdem mit Liebe und andere Kleinigkeiten aber erst einen einzigen weiteren Film realisieren konnte, schrieb diesen Mix aus Zeitreise-Mystery und Killer-Thriller gleich selbst und vermengt ihn mit sehr melancholischen Momenten zwischen Jack und der am anderen Ende des Telefons anrufenden Ashley. Letzteres wird noch unterstützt durch die in den entsprechenden Szenen sehr sphärische und gefühlvolle Musik.
Erzählerisch mutet Don’t Let Go ein wenig wie ein Mix aus zwischen Jacksons In meinem Himmel, Frequency und No Turning Back an. Allerdings sind die Zeitsprünge nicht immer ganz glücklich gestaltet, sodass schon mal leichte Verwirrung entstehen kann. In der ersten Dreiviertelstunde gelingt das dennoch vielversprechend und fesselnd. Denn da geht es (noch) nicht vornehmlich um die Aufklärung des Mordfalls, sondern auch um die Verbindung zwischen Jack und seiner Nichte. Zahlreiche einfühlsame Momente prägen sich beim Zuschauer ein und bewegen. Die Nähe, die zwischen den beiden besteht, wird vor allem dann eindrücklich vermittelt, wenn sie sich am gleichen Ort befinden – nur eben zu unterschiedlichen Zeiten.

Warum wurde der Rucksack nass?

Umso bedauerlicher, dass der Film in der zweiten Hälfte zu viele Haken schlägt, das Element der sich verändernden Zukunft integriert und sich bei alldem im Standard eines Whodunit zu verlieren droht. Als Zuschauer verliert man dann schon mal den Faden und der Film beginnt, sich zu ziehen. Was wiederum schade ist, für die eigentlich spannende Ausgangsprämisse. Die besten Szenen bleiben jene, in denen Ashley und Jack durch die Zeit „kommunizieren“ und sich Botschaften übermitteln. Beispielsweise nach gut 67 Minuten, wenn beide Darsteller ihr Bestes geben, um ihren Figuren das Maximum an Emotionen zukommen lassen. Denn obwohl noch ein paar andere (teils bekannte Gesichter wie jenes von Alfred Molina) auftauchen, sind es David Oyelowo (Selma, Cloverfield Paradox) und Storm Reid (Das Zeiträtsel), die den Film komplett auf ihren Schultern tragen. Selbst wenn sie nur sehr wenige gleichzeitige Szenen haben, sind das die Momente, in denen man ganz nahe beim Film und der Verbindung zwischen den beiden ist. Mehr davon und weniger Standard-Good-Cop-Bad-Cop hätten aus einem guten vermutlich einen sehr guten Film gemacht. Ein Film, der allerdings im Finale zumindest die Spannungsschraube kräftig andreht.

Don't Let Go [Blu-ray]
Preis: 13,00 €
(Stand von: 2020/08/28 9:34 pm - Details
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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
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Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 01 Oct 2020
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Bild- und Tonqualität

Kontaktaufnahme aus der Vergangenheit

Der digital gefilmte Don’t Let Go beginnt zunächst mit ganz dezenten Banding-Artefakten beim Schwenk unter die Brücke im grünen Licht. Grün ist ein gutes Stichwort, denn diese Farbe bestimmt auch das grundsätzliche Color Grading. Sowohl Schattenbereiche als auch Gesichter und neutrale Oberflächen tendieren zum Grün. Außerdem versumpfen Details schon mal im Schwarz und einige Szenen sind sehr plötzlich sehr körnig. Objektivbedingte Randunschärfen gibt’s auch noch, wofür die BD natürlich nichts kann. In Close-ups ist die Schärfe allerdings sehr angenehm.
Wie es bei den nicht ganz so großen Titeln ist, die über Universal hierzulande ausgewertet werden, kommt auch Don’t Let Go mit einer regulären dts-Spur. Beschränkt auf 0.7 Mbps werden hier zwar keine Wurzeln ausgerissen, aber die Stimmen werden schon mal angemessen präsent dargestellt. Straßenlärm wird atmosphärisch übertragen und beschäftigt auch mal die Rearspeaker. Druck gibt’s erstmalig, wenn Jack auf den Sandsack eindrischt und die Schläge satt ins Heimkino gelangen (21’05). 20 Minuten später rappelt’s dann mal richtig im Karton, wenn bei 43’40 die MPs für einen kurzen Moment das Ruder übernehmen.

Don't Let Go [Blu-ray]
Preis: 13,00 €
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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial ist praktisch nicht vorhanden. Nicht mal ein Trailer ist an Bord.

Fazit

Don’t Let Go beginnt stark und endet mit einem Herzschlag-Finale. Die emotionalen Momente sind außerdem stark gespielt, gefilmt und mit einem grandiosen Score unterlegt. Leider gibt’s zwischendurch auch ein bisschen Leerlauf und die Mörderhatz ist arg konventionell und wenig überraschend.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 75%
Tonqualität (Originalversion): 75%
Bonusmaterial: 0%
Film: 65%

Anbieter: Universal Pictures Germany
Land/Jahr: USA 2019
Regie: Jacob Aaron Estes
Darsteller: David Oyelowo, Storm Reid, Mykelti Williamson, Alfred Molina, Brian Tyree Henry, Shinelle Azoroh
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 103
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Universal Pictures Germany)

Trailer zu Don’t Let Go

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