Doom: Annihilation

Blu-ray Review

Universal Pictures, 20.02.2020

OT: Doom: Anninhilation

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Was zur Hölle …?

Zum zweiten Mal sehen wir die Story des berühmten Videospiels in einer Film-Adaption.

Inhalt

Joan wacht aus dem Cryo-Schlaf auf

Der Marsmond Phobos: In der Einrichtung der United Aerospace Corporation arbeitet Dr. Betruger daran, per Teleportation einen Freiwilligen von der Erde um Marstrabantenzs zu transportieren. Dafür nutzt er uralte Portale, deren Herkunft keiner so genau kennt. Zwar gelingt die Teleportation, doch der Freiwillige kommt etwas derangiert auf Phobos an. Da Betruger aber an seinen Projekt festhält, will er sich selbst auf die Erde teleportieren. Während der Aktion dringen allerdings plötzlich Monster und Mutanten aus dem Portal in die Einrichtung. Zur gleichen Zeit ist ein Transportschiff der UAC unterwegs, um einige Marines zum Schutz der Basis abzustellen. Als von Phobos kein Lebenszeichen mehr kommt, erhalten die Marines den Befehl, auf dem Mond nach dem Rechten zu sehen. Unter den Soldaten ist Lieutenant Joan Dark, die wegen Ungehorsams zu dieser ungeliebten Mission geschickt wurde, sowie deren Ex-Ex-Ex-Partner Bennett Stone. Als die beiden in die Basis eindringen, ist bereits der Notstrom auf wenige Prozent zusammengeschrumpft und kurz darauf werden sie von UAC-Angestellten angegriffen, die sich in blutrünstige Untote verwandelt haben. Lediglich drei Überlebende machen Dark und Stone aus – unter ihnen Dr. Betruger. Der jedoch trägt ein dunkles Geheimnis mit sich und die Situation wird noch gefährlicher, als abscheuliche Dämonen die Soldaten angreifen …

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Abtransport zum Mars-Mond

Doom ist eine Legende im Videospielsektor. Die von id Software entwickelte Story um Marines, die aus der Hölle entkommene Dämonen zurück ins Jenseits befördern, wurde 1993 mit Teil I ins Leben gerufen. Mit der Doom-Engine des 3D-Ego-Shooters wurde ein für damalige Verhältnisse beängstigendes und blutrünstiges Szenario erschaffen. Aus heutiger Sicht natürlich „nur“ eine grobe Ansammlung von Pixeln, reichte es 1994 allerdings immerhin für eine zügige Indizierung und Aufnahme in die Liste für jugendgefährdende Medien der BPjS. Erst 2011 kamen die beiden deutschen Fassungen der Spiele wieder frei. 2016 folgte dann mit dem erneut „Doom“ betitelten vierten Hauptteil der bisher letzte Ausflug ins Reich der brutalen Dämonenwelt. Elf Jahre zuvor hatte man indes bereits erstmalig eine Verfilmung des Spiels auf den Weg gebracht. Der 2005 produzierte Doom mit Dwayne Johnson und Karl Urban in den Hauptrollen veränderte zwar die Grundzüge der Dämonen hin zu menschlichen Mutanten, lieferte ansonsten aber pure Action im 3D-Gaming-Stil. Den Fans gefiel’s (teilweise), die Kritiker schlugen die Hände über dem Kopf zusammen. Eine Nominierung für die Goldene Himbeere (Dwayne Johnson) sowie sensationell schlechte Bewertungen auf entsprechenden Sammelportalen wie Rotten Tomatoes und die Aufnahme in die Top-Ten-Liste der Time für die schlechtesten Computerspiel-Verfilmung waren die Folge.

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Ein blutiger Empfang

Es hätte also durchaus etwas besser laufen können. Und für den Fan heißt es seit Längerem ohnehin, dass er die deutsche Blu-ray nicht mehr beziehen kann. Vielleicht kommt es da ja ganz gelegen, dass Universal dem Franchise nun ein Reboot spendierte – allerdings erst, nachdem das 2016er Videogame erfolgreich gekauft und gedaddelt wurde.
Regisseur Tony Giglio (Drehbuchautor solch grandioser Trash-Filme wie Death Race – Beyond Anarchy) kehrt nun also zu den Wurzeln zurück und baut nicht auf dem 2005er Erstling auf. Gegenüber diesem besinnt er sich auch darauf, dass die Portale einen Zugang zur Hölle haben. Etwas, dass in der ersten Verfilmung übergangen worden war. Giglio legt seine Konzentration also durchaus auf die Dämonen sowie den halbwegs korrekten Umgang mit den Transporter-Artefakten.
Dass er sich zudem in der Story von Aliens sowie in seiner Hautrolle von Terminator inspirieren ließ, erkennt jeder halbwegs erfahrene Genrefan auf Anhieb. Das Szenario ist dem aus dem zweiten Alien-Teil sehr ähnlich und seine Hauptfigur könnte eine zweite Sarah Connor sein. Dass er sie nach der französischen Nationalheldin Jeanne d’Arc benannte, mag inhaltlich ja auf die Führungs- und Kampfkraft der historischen Figur abzielen, wirkt aber in der Namensgebung Joan Dark arg flach – zumal der Originalname „Bogen“ ziemlich wenig mit „Dunkelheit“ zu tun hat. Aber wollen wir Giglio seinen etwas platten Gag lassen.
Diese Joan Dark kämpft, schießt und tritt sich als Protagonistin nun durch ein SciFi-Action-Szenario, das in Sachen Atmosphäre durchweg ein ähnliches Trash-Niveau bietet wie das 2005er Werk – nur, dass die Darsteller hier in großen Teil noch schlechter sind. Allerdings wirkt Doom – Annihilation näher dran am Spiel. Und es ist ja nun auch nicht so, dass id Software seinerzeit ein Muster an Tiefgründigkeit oder Doppelbödigkeit entworfen hätte. Die Geschichte der Game-Vorlage ist ebenso rudimentär wie oberflächlich. Von daher passt sich der Film schlicht daran an.

Eins ist klar: In der Hölle gibt’s keinen Zahnarzt

Aufgelockert mit ein bisschen sarkastischem Soldaten-vs-Wissenschaftler-Humor und schön stereotyp gezeichneten Frauen- und Männerfiguren, deren Dialoge so markig sind, wie man es von einem solchen Film erwarten darf, schickt man Zuschauer und Kanonenfutter in eine dunkle, stromlose Einrichtung, in der es vor dämonischen Kreaturen und Untoten nur so wimmelt. Dem 3D-Game wird man gerecht, indem die Kamera oft durch die HUDs der Akteure blickt und man praktisch selbst im Helm steckt. 3D-Waffenszenen gibt es hier allerdings nicht. Scheinbar wollte man die innovative Schlussszene aus dem 2005er Doom nicht kopieren. Was hingen ganz nett gemacht ist – auch wenn man es noch häufiger hätte tun können – sind die aus dem Spiel ebenso bekannten wie vorhersehbaren Momente, in denen irgendein Dämon aus einem sich öffnenden Fahrstuhl springt oder hinter der nächsten Tür wartet. Ein paar Schockmomente gibt es hier also durchaus, auch wenn sich die Spannung ansonsten eher im moderaten Rahmen hält. Und bevor jemand fragt: Ja, es gibt die Kettensäge und ja, es gibt die BFG – mehr aber leider nicht. Und was die „Big Fucking Gun“ angeht … das Ding sieht leider aus, als käme es aus dem 3D-Drucker.
Vollanimiert sind die Szenen in der Hölle, was (bis auf Feuer- und Plasmakanonen-Effekte) allerdings erstaunlich gut funktioniert. Zwar sieht man, dass man hier Geld sparen musste, in dem vor dem gemalten Hintergrund nur etwas Geröll abgelegt wurde, aber der Overlord und seine Schar an Imps sehen ziemlich gelungen aus.
Am Ende ist Doom – Annihilation näher am PC-Spiel, dafür etwas günstiger ausgestattet und in den Actionszenen nicht ganz so packend wie der Film von 2005. Für Fans des Games gibt’s eine moderate Empfehlung.

Die Marines setzen sich zur Wehr

Bild- und Tonqualität

Die Hölle bricht los

Doom – Annihilation wurde mit Red-Dragon-Kameras digital aufgenommen, was man anhand der hohen Bildruhe in den gut ausgeleuchteten Labor- und Raumschiffszenen zu Beginn gut sehen kann. Auch die Schärfe ist dort ziemlich gut, lässt Details auf Gesichtern sowie Haare greifbar hervortreten. Richtig klasse sieht der Flug über die Wüste Nevadas nach gerade zwei Minuten aus. Die Farben kommen ohne große Trübung zum Betrachter, die Farbgebung selbst ist neutral bis kühl. Leider lässt der zuvor gute Kontrastumfang nach, sobald es ins Labor auf Phobos geht. Dort bricht er etwas ein, was eine Verringerung in der Durchzeichnung auf dunklen Bildanteilen bewirkt. Hier wird’s dann auch mal etwas rauschiger – zudem flimmert es auf Hintergründen bisweilen, möglicherweise, weil die Frequenz von Kamera und Beleuchtung mit Interferenzen zu kämpfen hatte (65’28).
Beim Sound setzt Universal bei den kleineren Titeln meist auf einen Split aus dts fürs Deutsche und dts-HD-Master fürs Englische. Oftmals sind die Differenzen sehr gering. Manchmal aber auch nicht. So wie im Falle von Doom – Annihilation.
Zwar gerät die Synchronfassung ansprechend räumlich, wenn die Action nach etwa einer halben Stunde losbricht und die zahlreichen Waffen sprechen. Von Dynamik kann allerdings keine Rede sein. Während der Schüsse aus den größeren Maschinenpistolen werden deshalb zwar die Rears ganz nett einbezogen, aber echte Wucht sieht anders aus. Wechselt man indes auf die englische Fassung, wird deutlich, dass der Film ganz anders kann. Nicht nur deutlich lauter, sondern vor allem wesentlich dynamischer und mit größere Spreizung zwischen lauten und leisen Anteilen. Auch der Imp langt über die Synchro nicht so kräftig zu wie im Original, bei dem seine Pranken sogar den Sub etwas fordern.

Bonusmaterial

Bonus? Fehlanzeige.

Fazit

Doom – Annihilation ist solide Genrekost ohne Überraschungen. Fans des Videospiels werden die Nähe zum 3D-Shooter begrüßen, das mangelnde Budget fordert aber seinen Tribut in Sachen Setdesign und Abwechslung.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 85%
Bonusmaterial: 0%
Film: 55%

Anbieter: Universal Pictures Germany
Land/Jahr: USA 2019
Regie: Tony Giglio
Darsteller: Amy Manson, Nina Bergman, Louis Mandylor
Tonformate: dts HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 97
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitte)

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Universal Pictures Germany)

Trailer zu Doom: Anninhilation

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One thought on “Doom: Annihilation

  1. Avatar Rüdiger Petersen

    Die Deutsche Fassung ist erhältlich bei Zavi . Die Technische Qualität bei Bild und Ton ist gut. Falls einer Interesse hat .

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