Dreamkatcher

Blu-ray Review

Koch Films, 28.01.2020

OT: Dreamkatcher

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Geisterfallen

Neuer Nachschub für Freunde des atmosphärischen Grusel-Spuks.

Inhalt

Was weiß die mysteriöse alte Dame von Nebenan?

Gail hatte sich eigentlich sehr auf das Wochenende gefreut. Auf ein paar Tage Auszeit mit ihrem neuen Partner Luke. Luke jedoch ist nicht alleinstehend. Seit dem Tod seiner letzten Frau kümmert er sich um Sohnemann Josh. Und Josh ist nur semibegeistert über die Tatsache, dass sein Vater eine “Neue” hat. Schlimmer als die schroffe Art des Jungen ist für Gail aber die Tatsache, dass bald das Nachtlager geteilt werden muss. Denn Josh hat Alpträume. Ziemlich heftige Alpträume von seiner Mutter, die vor seinem Bett steht und deren Schädel plötzlich auseinanderfällt. Und weil das immer noch nicht genug ist, muss Songschreiber Luke zurück in die Stadt und einem Künstler einen Refrain schreiben. Gail und Josh sind somit alleine. Da der Kleine immer noch nicht wirklich gut Freund sein möchte, macht er Gail das Leben schwer. Doch irgendetwas scheint sich zudem zu entwickeln. Denn Josh verhält sich zunehmend auffällig. Die Alpträume, die ihn plagen, scheinen sich in den Wachzustand hinüber zu retten und nehmen dort Einfluss auf den Jungen. Und das wird für Gail nach und nach lebensgefährlich …

Was macht Josh da alleine auf der Straße?

Radha Mitchell ist eine Gute. Eine richtig Gute. Erstmals in Pitch Black einem größeren Publikum aufgefallen, hatte die Australierin schon einige Filme und TV-Serien auf der Vita. Mit Silent Hill legte sie in der Videospiel-Verfilmung als Hauptfigur 2006 nach und man gönnte ihr eine wirklich steile Karriere. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund blieb sie aber aufs Horrorgenre nahezu abonniert und grätschte nur hier und da mal ins Komödien- oder Dramafach. Zwar durfte sie noch als Ehefrau von Mike Banning in der “Fallen”-Filmreihe auftreten, doch so richtig in die A-Reihe der Darstellerinnen hat man sie nie emporgehoben. Schade ist, das. Sehr schade.
Was dem Fan ihres Schauspiels weiterhin bleibt, sind die regelmäßigen Auftritte in den genannten Genreproduktionen. Beispielsweise im Krokohorror Rogue – Im falschen Revier oder in Sacrifice von 2016. Interessanterweise teilt eine weitere, Radha Mitchell optisch nicht ganz unähnliche, australische Schauspielerin ein ähnliches Schicksal: Melissa George (Triangle – Die Angst kommt in Wellen). Aber genug des Abschweifens.
Wem (zumindest) der Beginn von Dreamkatcher ein bisschen bekannt vorkommt, der schaue sich noch mal das Review zu The Lodge an, der mit einer ähnlichen Konstellation (Vater hat neue Freundin, die von den Kids abgelehnt wird) aufwartet. Drüben war es Richard Armitage, der seine neue Partnerin allein mit den Kids ließ, hier ist es Henry Thomas (E.T. – Der Außerirdische), der noch in die Stadt muss und einfach nicht wiederkommt.

Für Gail wird es wirklich gefährlich

Und während er weg ist, entfaltet sich nicht nur der Konflikt zwischen neuer Freundin des Vaters dessen Sohnemann, sondern gleich ein gar diabolisches Szenario. Denn je länger der Film dauert, desto mehr Mysterien schleichen sich in die Story hinein. Josh weiß plötzlich Dinge, die er nicht wissen kann und eine fremde Macht scheint Kontrolle über den Jungen zu erlangen. Inhaltlich ist das alles andere als neu und weist auch hier ein paar Parallelen zu The Lodge auf. Andererseits auch zu zig anderen Genrefilmen, bei denen Menschen von einer mystischen Macht beeinflusst werden. Was Dreamkatcher daraus macht, ist leider nicht sonderlich spannend geraten. Zwar gibt’s immer wieder ein paar nette Jumpscares, die für einen Moment aufschrecken lassen. Aber das lenkt nur bedingt davon ab, dass der eigentliche Spannungsbogen nur mühsam aufgebaut wird. Dazu kommt, dass der titelgebende Traumfänger nicht sonderlich viel mit der bösen Erscheinung im Film zu tun hat – mal abgesehen davon, dass die alte Ruth sie in ihrem Laden feilbietet und ein paar Geschichten über sie erzählt. Innerhalb der Träume, die Josh erlebt; innerhalb des Ursprungs des Bösen spielen sie keine Rolle. Apropos Rolle: Jene des jungen Josh übernahm Finlay Wojtak-Hissong. Der überzeugt allerdings weder in den sensiblen, noch in den bösartigen Momenten – da können die Darsteller und Macher in den Interviews noch so sehr von ihm schwärmen. Man nimmt ihm weder die Panik noch den späteren Hass wirklich ab.

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Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 28 Jan 2021
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Bild- und Tonqualität

Träume können wirklich fies sein

Das Bild von Dreamkatcher liegt in 1,78:1 – also im 16:9-Vollbild vor und ist sichtbar digital gefilmt. Die Laufruhe ist hoch und eine Körnung kaum wahrnehmbar. Digitales Rauschen lässt sich hier und da auf uniformen Hintergründen erkennen, bleibt aber dezent. Die Vogelperspektive nach etwas über sechs Minuten bildet die Baumkronen recht scharf ab, zeigt dort aber Unruhen und auf dem uniform-grauen Asphalt leider deutliche Kompressions-Blockartefakte. Solche Probleme sind nicht ganz alleine, wie man anhand der wenig hübschen Banding-Artefakte nach 14’16 sehen kann. Allerdings kann es sich bei dieser Szene auch um ein schlecht komprimiertes Standbild handeln, da sich in der Krone des Baums rein gar nichts bewegt. Close-ups von Gesichtern oder Händen sind dafür durchweg scharf und gut aufgelöst. Auch das Malpapier nach 45’15 liefert eine dreidimensionale Oberfläche. Farben sind weitgehend natürlich und der Kontrastumfang ist so gut gelungen, dass weder dunkle Teilbereiche versumpfen, noch die hellen Oberflächen überstrahlen – selbst wenn Schwarz noch ein bisschen knackiger sein dürfte. Ein paar Übersichtsbilder von den hohen Wiesen vor dem Haus sind außerdem sichtbar überschärft.
Die beiden DTS-HD-Masterspuren beginnen mit sehr räumlicher Naturkulisse. Im Hintergrund rauscht ein Bach vor sich hin, Vögel zwitschern und die Schuhe der Joggerin hört man sanft auf dem Boden auftreten. Wind gesellt sich hinzu und Frösche quaken. Das passt soweit schon mal ganz gut zur sich aufbauenden Atmosphäre, die in diesem Moment schon vom bedrohlichen Score entwickelt wird. Tauchen bedrohliche Figuren auf, wird’s spontan noch mal deutlich räumlicher – so flirren nach etwa fünf Minuten zahlreiche Stimmen durch das Heimkino und sorgen für leichte Gänsehaut. Die zahlreichen eingestreuten Jumpscares werden zumeist so dynamisch wiedergegeben, dass man immer mal wieder etwas erschrickt. Effektiver sind aber immer wieder die aus allen Speakern auftauchenden Stimmen, die Josh im Verlaufe der Geschichte zu hören bekommt. Der durchweg schaurige Score klingt wirklich schön gleichmäßig aus den Speakern und hätte auch einem höherwertigeren Genrefilm gut gestanden.

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Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von Dreamkatcher finden sich immerhin ein paar – nämlich fünf – Interviews neben den jeweiligen Trailern für beide Sprachen. Die Interviews sind relativ informativ, auch wenn in diesen kurzen Schnipseln stets ähnlich gestaltet und geführt werden, was dazu führt, dass man auch meist die gleichen Infos bekommt. Leider wurden sie nicht untertitelt, wobei die fünf Teilnehmer recht deutlich sprechen.

Fazit

Dreamkatcher hat leider ein viel zu uninspiriertes und vollkommen unausgegorenes Skript, um auf irgendeine Art und Weise Spannung zu erzeugen. Daran ändern leider auch die tolle Radha Mitchell sowie der schön-schaurige Score nichts. Bis zum wenig schlüssigen und ziemlich holprigen Ende zieht sich das Geschehen leider ziemlich unspannend dahin.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 40%
Film: 50%

Anbieter: Koch Films
Land/Jahr: USA 2020
Regie: Kerry Harris
Darsteller: Radha Mitchell, Henry Thomas, Finlay Wojtak-Hissong, Lin Shaye, Jules Willcox, Joseph Bishara
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 85
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Koch Films)
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Trailer zu Dreamkatcher

Dreamkatcher (Deutscher Trailer) - Lin Shaye, Radha Mitchell, Henry Thomas


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
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