Drive 4K UHD [UK Fassung / Second Sight]

Blu-ray Review

OT: Drive

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Second Sight, 30.05.2022

Ambivalenz

Vergleich der deutschen und englischen UHD Blu-ray von Leonine Distributions und Second Sight Films.

Inhalt

Driver: Stuntpilot, Teilzeitmechaniker und Fluchtwagenfahrer

Driver ist Stuntfahrer in Hollywood. Einer der besten. Einer, dem kein Stunt zu waghalsig ist. Und dennoch reicht ihm der tägliche Thrill bei der Arbeit nicht. Und weil das so ist, verdingt er sich des Nachts zusätzlich mit Aufträgen für das organisierte Verbrechen. Er fungiert als Fluchtfahrer mit knallharten Prinzipien. Fünf Minuten wartet er an Ort und Stelle des Verbrechens. Keine Sekunde länger. Kommen die Räuber/Täter in dieser Zeit nicht zu ihm, ist Driver ebenso schnell weg, wie er gekommen ist. Meist geht das gut. Und selbst, wenn sich die Polizei mal an seine Fersen heftet, findet er stets ein Schlupfloch zum Entkommen. Sein Doppelleben kümmert ihn allerdings erst einmal nicht mehr, als er seiner Nachbarin Irene und deren Sohn beim Einkaufen begegnet und sich spontan in die Frau verliebt. Da deren Mann „Standard“ aktuell im Knast sitzt, kümmert sich Driver um Irene und ihren Filius. Und selbst als Standard aus dem Gefängnis kommt, lässt er nicht von seinem Vorhaben ab, die Familie zu beschützen. Selbst wenn es ihn das Leben kosten könnte, da er sich zu einem äußerst riskanten Raubzug überreden lässt …

Seine Prinzipien als Fluchtwagenfahrer sind klar und deutlich

Nicolas Winding Refn gehört zu den Ausnahmetalenten im Regiefach. Und das, obwohl er gerade mal zehn abendfüllende Filme auf seiner Vita stehen hat. Der in Kopenhagen geborene Däne hatte sich mit seiner in heimischer Umgebung gefilmten Pusher-Trilogie aber bereits einen Ruf wie Donnerhall verschafft und dürfte spätestens mit dem filmischen Schwergewicht Bronson sowie dem absolut außergewöhnlichen Walhalla Rising zu den ungewöhnlichsten Filmemachern seiner Zeit gehören. Kein Wunder, dass Hollywood auf ihn aufmerksam wurde – oder sagen wir besser: Ryan Gosling. Denn ohne den Hauptdarsteller von Drive wäre Refn vermutlich (erst einmal) nicht in die Traumfabrik gekommen. Nachdem die Verfilmung der Vorlage von Kultautor James Sallis zunächst unter der Ägide von Universal mit Neil Marshall (Dog Soldiers) als Regisseur und Hugh Jackman als Hauptdarsteller geplant war, entwickelte es sich dann doch anders. Produzent und Rechteinhaber Marc Platt kam im Verlauf auch auf Ryan Gosling zu, der ziemlich zügig zusagte und deshalb den Regisseur bestimmen durfte. Seine Wahl fiel auf Refn, von dessen bisherigen Werken er absolut begeistert war. Mit einem Budget von ~15 Mio. Dollar durfte der Däne dann seinen ersten US-Film produzieren – und zwar noch bevor es einen offiziellen Verleih gab. Mit dem fertigen Werk ging man dann nach Cannes, wo Drive von den Zuschauern und Kritikern mit minutenlangen Standing Ovations frenetisch gefeiert wurde.

Erst zaghafte …

Für Refn gab’s daraufhin den Preis für die beste Regie und selbst im Kino konnte Drive mit etwas über 80 Mio. Dollar Einspiel einen Siegeszug einläuten. Vielleicht liegt das auch daran, dass der Regisseur sich so sehr in die Geschichte einlebte, dass er der engeren Crew (Drehbuchautor und Darsteller) bspw. als Auflage mitgab, in das gleiche Haus einzuziehen, das Refn während der Dreharbeiten selbst bewohnte. Kein Wunder, dass sich auch am Drehbuch in diesem Rahmen noch einiges änderte und man bspw. die Dialoge noch weiter reduzierte. Auch der Schnittplatz wurde direkt vor Ort integriert.
Da sich der Däne in den USA keineswegs auskannte (und schon gar nicht in L.A.), ließ er sich Abends von Gosling durch die Stadt kutschieren (Gosling also bereits in seiner Filmrolle), um nach geeigneten Drehorten zu suchen. Und weil der Regisseur zum einen mit einem relativ geringen Budget umgehen musste und zum anderen so nahe wie möglich an den Figuren bleiben wollte, hat er die Eingangssequenz größtenteils selbst gedreht – stets mit im Inneren des Fahrzeugs. Und so ist ein großes Plus des Films seine Intimität. Seine Unmittelbarkeit. Durch gezielt eingesetzte Verlangsamungseffekte und die konzentrierte Reduktion von Dialogen gelingt Drive eine oft schon fast unangenehme Nähe zu den Charakteren. Sinnbildlich dafür steht natürlich die heute bereits legendäre Aufzugsszene. In dieser erkennt der Fahrer, dass sie mit einem potenziellen Killer im Fahrstuhl unterwegs sind und will Schaden von Irene abwenden. Von einem Moment größtmöglicher Schönheit der in Zeitlupe wiedergegebene Kussszene vor heller Beleuchtung, die schon fast spirituell anmutet, wechselt der Film schlagartig in den ultrabrutalen Modus und offeriert eine Kopfzertrümmerung, für die sich Refn Tipps bei Gaspar Noé holte (man erinnere sich an dessen ähnlichen Moment in Irreversibel).

… dann weniger zaghafte Annäherungen

Umso schöner sind die dialogreduzierten und musikalisch klasse untermalten Szenen, in denen melancholische Stimmung herrscht und die gerade aufgrund ihrer Minimalität bewegend sind. Der elektronische, von Cliff Martinez umgesetzte Score ist dabei ein weiterer Pluspunkt des Films. Und nicht nur der. Auch die integrierten Songs sind der Atmosphäre extrem zuträglich. Schon der Intro-Song, Nightcall, von Kavinsky feat. Lovefoxxx sorgt für absolute Gänsehaut. Man merkt den Songs und dem Score an, dass eine gewisse Fiebrigkeit erzeugt werden sollte, was sensationell gut funktioniert – um mal etwas ganz persönliche Meinung einzubringen: Ohne genau DIESEN Score hätte Drive bei mir nur halb so gut funktioniert. Ohne ihn wären weder die dramatischen, noch die berührenden Momente so eindrücklich. Und ohne Ryan Gosling auch nicht. Mit einer Mischung aus James Dean und Steve McQueen tritt der seinerzeit als nächster Megastar gehandelte Darsteller auf und vermag es, sämtliche Sehnsüchte seiner Figur ohne viele Worte und mit nur einem Blick auszudrücken. Refn gibt dem Protagonisten keine echte Vergangenheit, keinen Hintergrund. Was auch nicht nötig wäre. Goslings Fahrer ist ein Typ der Gegenwart. Einer, der sein Leben im Jetzt lebt und sich nicht allzu viele Gedanken über das Vergangene oder Zukünftige macht – bis er eben diese Frau kennenlernt und dafür Sorgen tragen will, dass es ihr und ihrem Sohn in der Zukunft gut geht. Dass ein Film namens Drive, der noch dazu die Geschichte von einem Typ erzählt, der tagsüber Stunt- und nachts Fluchtfahrer ist, kein Actionfilm ist – das ist die Stärke des von Winding Refn so stilsicher inszenierten Films, der sich ganz bewusst einer Kategorisierung entzieht.

Drive
Preis: 39,27 €
(Stand von: 2022/07/05 8:31 pm - Details
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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
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3 neu von 39,27 €1 gebraucht von 82,00 €
Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Fri, 10 Jun 2022
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Bildqualität UHD Blu-ray Second Sight vs. Leonine

Irgendwer wird’s nicht überleben

Vorab noch mal kurz zu den Fakten: Drive wurde 2011 bereits volldigital aufgenommen. Sieht man von ein paar wenigen Shots mit einer EOS 5D sowie einer High-Speed-Kamera ab, wurde der Löwenanteil von einer ARRI Alexa erledigt. Diese zeichnete allerdings damals „nur“ in 1080p auf, was am Ursprung streng genommen keinerlei Verbesserungsmöglichkeit für eine 4K UHD Blu-ray zulässt. Für den Transfer musste also in jedem Fall skaliert werden. Second Sight bietet, wie Leonine auch, HDR10 und Dolby Vision inkl. erweitertem Farbraum als HDR-Gradings.
Nachdem der Film Mitte Dezember 2021 in Deutschland als UHD Blu-ray erschien, war die Ernüchterung schnell groß. Das drastisch andere Color Grading, das von einem rötlich-warmen Look der Blu-ray zu einem kränklich gelb-grünen Look wechselte, verdarb vielen Fans des Films den Magen. Es schien allzu willkürlich, was man seitens des deutschen Labels damals als „optimal“ empfand – zumal sich keine Aussagen dazu finden ließen, ob Regisseur Nicolas Windig Refn diesen Look absegnete oder sogar so wünschte. Da die Disk auch noch sichtbar nachgeschärft wurde, um dem eigentlich ohnehin nur in 1080p gedrehten Film krisper erscheinen zu lassen, retournierten viele Fans des Films ihre Disks umgehend wieder. Seit dem 30. Mai gibt es allerdings eine englische Fassung, für die ein komplett neues Grading erstellt wurde. Und dieses wurde vom Original-Koloristen vorgenommen sowie von Refn freigegeben. Wenn eine 4K-Scheibe den Film also auf gewünschte Weise präsentieren würde, dann vermutlich diese. Zwar ist die Zahl derer, die sich eine Import-Disk ohne deutschen Ton zulegen (Coll. Edition jetzt auch bei JPC erhältlich), hierzulande nicht allzu groß, doch aufgrund der offenbar starken visuellen Differenzen wollte ich es selbst wissen und habe mir die UK-Fassung geordert. Und in der Tat: Nun sieht Drive so aus, wie man ihn ausgehend von der damaligen deutschen Blu-ray erwartet und es sich erhofft hatte. Vorbei ist der stark gelblich-grüne Look und zurück ist ein wieder wärmeres Grading mit leichter Rot-Betonung. Außerdem sind die Überschärfungen der deutschen UHD-Blu-ray Geschichte und Objektränder fügen sich nun wieder harmonisch ins Geschehen ein. Deutlich besser gefällt auch die harmonischere Kontrastierung. Gegenüber der deutschen Fassung wird deutlich, dass diese teils doch etwas zu harsche Flanken aufwies. Die Second-Sight-Disk ist homogener und ausgewogener. Auch wenn sie in dunklen Szenen ebenfalls Probleme mit der Durchzeichnung hat (rund um Minute sieben und acht). Dass die UK-Fassung die deutsche deklassiert und man diese im Nachhinein eigentlich noch weiter abwerten müsste, steht außer Frage. Dennoch ist auch sie nicht ganz ohne Makel und holt aus dem 1080p-Material natürlich auch keine Auflösung heraus, die nicht vorhanden ist.

UHD-BD Deutsch (10’31): (Slider ganz nach rechts): Die deutsche UHD-BD verlor die Farbe auf der Neonleuchte des Wolkenkratzers links durch ihr gelbliches Grading.
UHD-BD UK (Slider ganz nach links): Die englische Fassung holt die Farbe dort wieder zurück.

UHD-BD Deutsch (20’17): (Slider ganz nach rechts): Die vergilbte Oberfläche der Fassade der deutschen UHD Blu-ray …
UHD-BD HDR10 (Slider ganz nach links): … weicht bei der englischen Fassung wieder einem neutralen Look?

UHD-BD Deutsch (22’41): (Slider ganz nach rechts): Gelbgrüner Asphalt, kaum Blau im Himmel …
UHD-BD UK (Slider ganz nach links): Die englische Fassung holt das Blau in den Himmel zurück und der Asphalt bekommt den neutraleren, leicht rötlichen Look.

UHD-BD Deutsch (27’12): (Slider ganz nach rechts): Die arg gelben Szenen in dieser Sequenz …
UHD-BD UK (Slider ganz nach links): … bekommen über die englische Disk wieder etwas Rot hinzu und wirken stimmiger.

UHD-BD Deutsch (66’33): (Slider ganz nach rechts): Ganz schlimm waren auch die gelben Hauttöne der Damen über die deutsche Disk.
UHD-BD UK (Slider ganz nach links): Auch hier: Viel mehr Natürlichkeit und Farbdifferenzierung über die englische Scheibe.

UHD-BD Deutsch (49’52): (Slider ganz nach rechts): Das kränklich gelbe Gesicht der deutschen UHD Blu-ray …
UHD-BD UK (Slider ganz nach links): … wird wieder ein bisschen neutraler/wärmer. Schaut man sich das HDR auf einem OLED an, kommt noch etwas mehr Kontrastdynamik hinzu.

BD Deutsch (8’07): (Slider ganz nach rechts): Hier zum Vergleich einmal die deutsche Blu-ray, die zwar dunkel ist und deutlich rauscht, aber immerhin noch etwas erkennen lässt …
UHD-BD UK (Slider ganz nach links): … der englischen UHD-BD fehlt’s hier (genauso wie der deutschen 4K-Scheibe) an Durchzeichnung.

UHD-BD Deutsch (16’13): (Slider ganz nach rechts): Gut zu sehen, dass die deutsche UHD-BD hier doch ein Stück weit nachgeschärft wurde.
UHD-BD UK (Slider ganz nach links): Die englische Fassung wirkt hier softer/unschärfer, offenbart am Ende aber das, was aufgenommen wurde – nur ohne Überbetonung der Objektränder durch die Nachschärfung der deutschen Disk.

Hier das Bild, aus dem obiger Ausschnitt stammt
Ikonische Jacke des Films

Auch der Ton der englischen UHD Blu-ray erhält noch ein kleines Upgrade. Zur bekannten und hervorragenden DTS-HD-Master-Version gesellt sich nun noch eine Atmos-Fassung dazu. Und auch die klingt wirklich klasse.
Auf der regulären Ebene ist die Atmos-Fassung etwas vordergründiger, dafür aber satter in den Dynamikspitzen. Wo die DTS-HD-Master-Fassung bei den drei heftigen Schüssen (54’15) etwas mehr Nachhall auf den Rears hat, bleibt die Atmos-Version mehr auf der Front, drückt dort aber noch etwas fester. Abgesehen davon haben wir es immer noch mit einer Tonspur zu tun, die vor allem in den Musik- und Actionsequenzen ungeheuer dynamisch und druckvoll zu Werke geht. Addieren wir die Höhen-Ebene hinzu, hört man hier und da schon mal ein paar hallende Stimmen von oben, während der erste echte 3D-Sound vom kreisenden Helikopter nach 7’44 dargestellt wird. Die Menschenmenge am Station kurz darauf hört man ebenfalls sehr deutlich auch von oben und die Filmsongs werden ebenfalls noch etwas mit auf die Heights gemischt. Nicht logisch ist allerdings Cranstons Stimme bei 14’15, die von oben dezent zu hören ist. Immerhin sind die Herren unter freiem Himmel zu sehen. Hier und da hat man das Gefühl, dass einfach alles ein wenig mit hochgemixt wurde, um etwas mehr Räumlichkeit zu erzeugen, während echte, heraus stechende 3D-Sounds eher selten sind. Ein paar davon gibt’s nach 22’30 im Rennwagen, was soundtechnisch wiederum Sinn macht. Die insgesamt vier Schüsse nach 54 Minuten gelangen dann ebenfalls sehr knackig von oben ins Heimkino und die anschließende Autoverfolgung profitiert durchweg von der Einbindung der Heights. Und das gilt auch für die brutale Aufzugattacke

Drive
Preis: 39,27 €
(Stand von: 2022/07/05 8:31 pm - Details
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Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Fri, 10 Jun 2022
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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial enthält einen neuen und exklusiven Audiokommentar von Refn und Filmkritiker Peter Bradshaw vom Guardian. Außerdem gibt’s ein Video-Meeting zwischen Refn, Editor Mat Newman und Filmkomponist Cliff Martinez. Refn beginnt damit, Charles Bronson zu danken, was das Gespräch ganz humorvoll in Gang bringt. 75 Minuten läuft diese Trio-Runde. Mat Newman wird dann noch einmal 20 Minuten lang über den Schnitt befragt, in „Cutting a Getaway“. „3 Point Turns“ ist ein Video-Essay von Leigh Singer, das sich dreier besonders bemerkenswerter Auto-Szenen annimmt. Natürlich gibt’s hier keine deutschen Untertitel. Leider aber auch keine englischen, mit denen man dem Gesagten eventuell etwas besser folgen könnte.
Die Collector’s Edition, die derzeit bei JPC in Deutschland erhältlich ist, enthält noch ein 240-seitiges Buch, den Roman und sieben Postkarten.

Fazit

Drive ist ein moderner Kultklassiker. Ein Neo-Noir-Thriller mit famoser Besetzung, exzellenter Fotografie, kongenialem Soundtrack und ebenso melancholisch-berührenden wie rottweilerhaft zuschlagenden Gewalt-Momenten. Auch zehn Jahre nach seinem Erscheinen hat er nichts von seiner Faszination eingebüßt. Die bisherige 4k UHD Blu-ray von Leonine war allerdings aufgrund des Gradings und der Nachschärfung optisch verunglückt. Wer den Import oder die relativ teure Collector’s Edition, die es bei JPC Deutschland gibt, nicht scheut, der bekommt mit der Second-Sight-Disk nun ein Bild, das sich mit natürlichem und vom Regisseur freigegebenen Grading zeigt. Zudem liefert die englische Fassung auch noch eine Dolby Atmos Tonspur, die der bereits vorzüglichen DTS-HD-Master-Fassung noch einmal mehr Atmosphäre hinzu addieren kann.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität UHD dt. Fassung: 70%
Bildqualität UHD UK Fassung: 80%

Tonqualität UHD (Originalversion) DTS-HD Master: 90%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 70%

Bonusmaterial: 80%
Film: 90%

Anbieter: Second Sight Films
Land/Jahr: USA 2011
Regie: Nicolas Winding Refn
Darsteller: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Albert Brooks, Oscar Isaac, Christina Hendricks, Ron Perlman
Tonformate UHD: Dolby Atmos: en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 101
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: keine Angabe
FSK: 18

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Leonine Distribution)
*Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Für Einkäufe über diese Affiliate-Links erhalten wir eine Provision. Für den Käufer entstehen keine Mehrkosten. Infos zum Datenschutz findet ihr hier.

Trailer zu Drive


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

16 thoughts on “Drive 4K UHD [UK Fassung / Second Sight]

  1. Alex

    Also auch, wenn’s nicht so sein mag: Die Bilder sehen für die UK UHD recht flach, kontrastarm, nicht leuchtstark, undifferenziert aus im Vergleich zur Leonine UHD.

    • Weil du auf Screenshots natürlich die HDR-Darstellung einfach nicht wiedergeben kannst.
      Glaub mir: Wenn du beide Disks im direkten Vergleich siehst, weißt du, welche du nehmen möchtest – es sei denn, dir gefällt das gelbe Grading mehr. Das steht natürlich auf einem anderen Blatt. Filmischer, authentischer und weniger überschärft ist die UK-Fassung.

      • Alex

        Ja, das verstehe ich natürlich.
        Vielleicht wäre es eine Idee, den Dynamikumfang der Bilder durch eine Belichtungsreihe (drei Schritt) für die Screenshot zu machen bzw. die Kamera-interne HDR-Funktion zu nutzen? Dann müsstest du auch nicht mehr darauf hinweisen, auf welchen Punkt hier gerade im Screenshot die Belichtung ausgerichtet ist und es wären zumindest alle Bildinformationen ohne White-/Black-crush auf den Screenshots.

  2. dc_coder_84

    Wie steht es nun eigentlich mit der Dolby Vision Nutzung auf der deutschen 4K Blu-ray. Es gab ja scheinbar ein Update für Panasonic Player. Läuft die Scheibe jetzt rund bei ihnen im DV Modus?

    • Dolby Vision von LEONINE-Disks läuft auf den Panasonics nun problemlos.

  3. Simon

    Hi,
    sehr interessantes Review! Danke.

    Ich weiß, dass Screenshots oft nicht den „Live-Eindruck“ widergeben – aber ich muss gestehen, dass mir das Colorgrading der DE-Version auf den Screenshots besser gefällt.
    Wirkt auf mich „cineastischer“ und „weniger TV-/dokumäßig“.
    … allerdings reine Geschmackssache. 😉

    Andererseits reizt mich ein guter Atmoston auch ….

    Gruß

    Simon

  4. Xatosch

    Ich verstehe nicht wie man so einem Film mit 90% bewerten kann? Der Film ist sterbenslangweilig und Gosling schaut wie „Klein-Doofi-Von-der-Rennbahn“ nur blöd in die Kamera. Eine der wenigen Filme die ich nach ca. 30 Minuten nach dem Einschlafen nicht weiter geschaut habe. Es soll ja noch „brutale“ Szenen geben, aber rechtfertigen die ein 9/10???

    MEINE MEINUNG! (Bitte keinen Shit-Storm-Thread anfangen 🙂

    Gruß, Kai

    PS: Wollte dir mal ein paar Taler zukommen lassen… Abo geht für mich so gar nicht und das andere auch nur mit einem PayPal-Account, den ich nicht habe (n werde). Geht das sonst noch irgendwie?

    • Bei DRIVE scheiden sich definitiv die Geister. Das gibt’s nur Leute, die ihn lieben oder Leute, die nichts mit ihm anfangen können. Für mich hat das mit dem ausdruckslosen Gesicht von Gosling in der Geschichte seine Relevanz. Und dadurch wirken die drastischen Gewaltausbrüche eben noch frontaler, überraschender und verstörender.
      Die Gewalt ist es selbstredend nicht, die – zumindest für mich – hier eine hohe Wertung bewirkt, sondern das, was DRIVE bei mir für Emotionen und Gefühle auslöst.

      Zu deiner Frage. Schreibe mich gerne mal übers Kontaktformular an.

      • Johannes Persian

        Ein großes Problem mit dem Film war sicherlich auch sein Marketing. Im Kino-Trailer wurde suggeriert, dass dies ein klassischer Action-Film ist, der ein Haufen wilder Verfolgungsjagden beinhaltet. Insofern wurden falsche Erwartungshaltungen geschürt. Zudem ist die erste Hälfte so ruhig erzählt, dass man das Gefühl hat, man schaut ein modernes Märchen. Die Professionalität des „Fahrers“ und die absolut unschuldige Beziehung zur Nachbarin und ihrem Sohn wirken künstlich und „Fake“. Es passiert nichts Spannendes oder Überraschendes, weswegen man innerlich schon mal abschalten kann.
        In der zweiten Hälfte dagegen geht es ordentlich zur Sache.

        In jedem 08/15- Actionfilm sterben zwar 100 Leute, aber wenn überhaupt haben nur 2 Kills irgendeinen emotionalen Impact. Die anderen 98 Kills sind irgendwelche Statisten, die im Hintergrund krepieren, was auf Dauer langweilig und belanglos ist.
        In Drive dagegen wird jeder Kill „zelibriert“ und bis ins letzte Detail gezeigt. Und die Tatsache, dass die meisten Charaktere auf Messer und andere Nahkampfwaffen setzen, sorgt für eine Intimität und Endgültigkeit bei jedem Tod, die die wenigsten Filme so geben können.

  5. dc_coder_84

    Zwei Fragen:

    – Hat die UK 4K Blu-ray denn ein Wendecover?
    – Okay, die UK 4K Scheibe hat nun nicht mehr die Fehler der deutschen 4K Blu-ray, aber lohnt sich die UK 4K Blu-ray auch gegenüber der deutschen Standard Blu-ray mit der besseren Durchzeichnung?

    • Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob englische Verleihe überhaupt Wendecover anbieten. Und ob die nicht eh schon immer das Freigabelogo vorne auf dem Cover haben …
      Jedenfalls: Nein, die UK-Fassung der Single-Disk-UHD-BD hat kein Wendecover.
      Die UK UHD Blu-ray hat mehr Dynamik und Strahlkraft und die etwas wärmere Farbabstimmung. Mir gefällt sie besser als die deutsche BD. Auch wenn sie nicht mehr Auflösung vorweisen kann.

      • GW

        Bez. Wendecover: Sind bei Arrow Video Veröffentlichungen eigentlich Standard, also zumindest manche engl. Verleihe bieten sie an.

        PS: Gerne mehr Rezensionen von Importen. Von Second Sight steht ende Juli z. B. eine tolle 4k Veröffentlichung von „The VVitch“ an. Nur so als Anregung…

  6. dc_coder_84

    Super, danke für das Review. Damit habe ich gar nicht gerechnet weil Sie so selten Importe reviewen. Mir gefällt auch das Cover Design besser als das der deutschen 4K Blu-ray.

  7. Johannes Persian

    Gestern kam endlich der UK-Import an. Konnte es natürlich nicht lassen und habe mir den Film noch einmal komplett in 4k (Dolby Vision) angeschaut.

    Der Auflösungsvorteil gegenüber der Bluray ist minimal. Einige Closeups sind wirklich crispy, andere dagegen eher weich geraten. Durch die höhere Auflösung wirkt das Bild allerdings noch mal stabiler. Artefakte, Banding oder Rauschen konnte ich nicht feststellen. Ich würde also behaupten, dass man hier alles aus dem Kameramaterial herausgeholt hat, was möglich war. Das Colorgrading ist ähnlich wie auf der alten Bluray. Die Farben wirken aber noch mal differenzierter und kräftiger, ohne unnatürlich zu wirken.
    Den größten Mehrwert hat man durch den erhöhten Kontrastumfang. Schwarzwerte sind deutlich beseser (anstatt dunkelgrau hat man jetzt tiefes Schwarz), Spitzlichter haben mehr Punch (besonders hervorzuheben ist hier die Strandszene mit dem Leuchtturm). In einigen Szenen gibt es zwar Blackcrush, aber ich glaube nicht, dass hier ein Gradingfehler vorliegt. Entweder die Kamera hat nicht mehr hergegeben (man wollte das tiefe Schwarz nicht aufgeben) oder aber Blackcrush wurde als Stilmittel eingesetzt.

    So oder so:
    Mit der UK-4k-Bluray könnt ihr den Film in seiner besten Form erleben. Ich glaube nicht, dass es nochmal eine bessere Version geben wird. Den Kauf habe ich nicht bereut.

    • Dann hast du ja praktisch die gleichen Beobachtungen gemacht wie ich.
      Und ich denke auch, dass das Versumpfen in den Schwarzbereichen eher dem Ausgangsmaterial geschuldet ist, nicht der Disk an sich.

  8. Chris

    Schön, dass du für solch einen modernen Klassiker auch mal auf einen Import zurückgreifst! Danke für die Mühe! Kürzlich erst wieder geschaut. Echt ein klasse Film! LG

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