Enemies Closer

Blu-ray Review

Enemies Closer Blu-ray Review Cover
Planet Media/KSM, seit 17.03.2014

OT: Enemies Closer

 


Der Feind deines Feindes ist dein Freund

Überraschend unterhaltsamer Actionthriller aus dem B-Regal.

Inhalt

Enemies Closer Blu-ray Review Szene 1
Isst nur Obst aus kontrolliertem Anbau: Veganer Xander

Irgendwo entlang der Grenze von Kanada und den Vereinigten Staaten ist ein kleines Flugzeug abgestürzt. Da man an Bord eine Menge Drogen vermutet, sind die US-Grenzbehörden schon dabei, den Absturzort zu lokalisieren. Mitten in deren Vorbereitungen platzen vermeintliche kanadische Polizisten. Die zunächst angebotene Hilfe der berittenen Herren in roter Uniform stellt sich alsbald jedoch als Bluff heraus, denn deren Anführer Xander ist ein böser Gangster mit veganer Grundeinstellung und einem eigenen Interesse an den Drogen. Die Gegend um den See, in den die Einmotorige gestürzt ist, wird von Nationalpark-Ranger Henry betreut. Dessen Tag fing mit der Rettung einer hübschen Fremden an, hört aber mit einem bewaffneten Typen auf, der Henry vorwirft, für den Tod des Bruders im Irakkrieg verantwortlich zu sein. Zunächst noch erbitterte Gegner, treffen beide bald auf Xanders Bande und müssen notgedrungen gemeinsame Sache machen …

Enemies Closer Blu-ray Review Szene 3
Welches Ziel verfolgt Clay?

Produziert von „After Dark Films“ ist Enemies Closer der erste Ausflug des Studios ins Actionfach und mit Peter Hyams (Outland, End of Days, Timecop) konnte ein versierter Genrespezialist gewonnen werden. Dem gelingt überraschenderweise ein sauberes B-Movie mit zwar wenig innovativer, aber durchaus packender Geschichte. Die Tatsache, dass Hyams in der Regel sein eigener Kameramann ist, sorgt auch in diesem Film für atmosphärische und handwerklich astreine Einstellungen. Zweifelsohne sind die zahlreichen Prügelszenen nicht nur gut choreografiert, sondern auch rasant fotografiert und geschnitten. Die finale Kampfsequenz in den Baumwipfeln ist gar spektakulär gelungen.
Jean-Claude van Damme, mit dessen Namen auf dem Cover geworben wird, ist zwar nicht der Hauptdarsteller, doch seine Rolle ist deutlich ausgedehnter als zuletzt in U.F.O. – Die letzte Schlacht hat begonnen. Dem Belgier gelingt es mit zunehmendem Alter und einer gewissen Selbstironie endlich, was einige seiner Kollegen schon seit Jahren drauf haben: Er nimmt nicht mehr alles so bierernst und legt mit rotblonder Klaus-Kinski-Gedächtnisfrisur eine überzeugende, weil augenzwinkernde Performance als Bad Guy mit veganer Einstellung hin. Ebenfalls herausragend agiert Orlando Jones (Das Urteil, Evolution), der schon des Öfteren mit Hyams zusammengearbeitet hat und seine Figur mit glaubwürdigen Emotionen verkörpert. Hauptdarsteller Tom Everett Scott (American Werewolf in Paris) zeigt sich zwar physisch fit, bleibt aber der blasseste der drei genannten Schauspieler. Macht aber nichts, denn Enemies Closer ist kurzweilig, spannend und mit der nötigen Portion Witz und Härte garniert. Letztere schlägt zuweilen erstaunlich blutig zu, so dass nachvollziehbar erscheint, dass zunächst eine FSK-18-Einstufung „befürchtet“ wurde. Die Freiwillige Selbstkontrolle zeigte sich dieses Mal jedoch nicht als Spielverderber und gab den Film ab 16 Jahren frei.

Enemies Closer Blu-ray Review Szene 2
Xander hat Henry im Schwitzkasten

Bild- und Tonqualität

Enemies Closer Blu-ray Review Szene 4
Ein Jean-Claude van Damme ergibt sich nicht, oder doch?

Die Blu-ray von Enemies Closer liefert zwar klare und kräftige Farben und wirkt sehr ruhig, vor allem die roten Uniformen der kanadischen Royal Canadian Mounted Police knallen beeindruckend. Doch insgesamt ist das Bild zu dunkel geraten. Gerade in Innenräumen gehen dadurch oft Details verloren. Da der Film ab dem zweiten Drittel fast ausnahmslos in der Nacht spielt, fällt es hin und wieder schwer, auszumachen, welche Figur sich da gerae im Nachtschatten bewegt. Der Ton von Enemies Closer macht’s zunächst goldrichtig und weckt direkt mit der ersten Szene alle Zuschauer auf – klasse, wie unvermittelt das kleine Motorflugzeug von hinten nach vorne durch das Heimkino rauscht. Effektvoll geht es weiter, wenn van Damme das tut, was er am besten kann: Prügeln und Kloppen. Hinzu kommt die durchaus dynamische Filmmusik. Auch die Dialoge gelingen gut. Insgesamt könnten Effekte aber etwas präziser sein. Obwohl die deutsche Spur es zumindest richtig macht, denn im englischen Original werden Effekte auf den Rearspeakern platziert, die dort rein gar nichts zu suchen haben. So kramt Henry in Kapitel acht in zentraler Bildeinstellung und frontal gefilmt in seinem Rucksack rum, doch die Geräusche kommen dominant über die rückwärtigen Lautsprecher (50’30)- so bekommt man das Gefühl, dass immer wieder hinter der Kamera Dinge passieren oder jemand den beiden gerade auflauert. Ein Beweis, wie man eine Tonabmischung gründlich versaubeuteln kann.

Bonusmaterial

An Extramaterial steht neben den beiden Originaltrailern in englisch und deutsch noche eine Programmvorschau des Anbieters zur Verfügung.

Fazit

Enemies Closer ist einer der besseren B-Movie-Actionfilme der letzten Jahre. Sicher kein Meisterwerk aber gut gelungene und kurzweilige Unterhaltung mit einem launigen Jean-Claude van Damme, der endlich beginnt, differenziertere, schauspielerische Facetten zu zeigen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 50%
Bonusmaterial: 10%
Film: 70%

Anbieter: Planet Media/KSM
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Peter Hyams
Darsteller: Tom Everett Scott, Orlando Jones, Jean-Claude van Damme, Linzey Cocker
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 85
Codec: AVC
FSK: 16

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