Escape Plan – The Extractors

Blu-ray Review

KSM GmbH, 07.11.2019

OT: Escape Plan: The Extractors

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Etwas Persönliches

Ring frei für die dritte Runde des Gefängnis-Ausbrecher-Franchises mit Sylvester Stallone.

Inhalt

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Das Team schaut sich an, welche Botschaft Clark jr. zu vermitteln hat

Bao ist zwar ein herausragender Leibwächter. Doch auch er kann nicht verhindern, dass man die chinesische Geschäftsfrau Daya Zhang aus einem Flughangar entführt. Als Bao mit einem an Ray Breslin adressierten USB-Drive beim berühmten Sicherheitsexperten auftaucht, hat der gerade den geheimnisvollen Shen zu Gast. Shen möchte die Machenschaften von Zhang-Industries durchkreuzen. Die Videobotschaft, die Breslin auf dem Laufwerk finden, kommt von einem gewissen Lester Clark jr. – dem Sohn von Breslins korruptem Ex-Partner. Den hatte Ray seinerzeit aufgrund seiner krummen Machenschaften abserviert und Clark jr. sucht nun nach Vergeltung. Um dem Nachdruck zu verleihen, entführt er auch noch Breslins Partnerin Abigail, als die Truppe sich auf den Weg zum Gefängnis „Devil’s Station“ in Lettland macht. Dort werden beide Frauen festgehalten und für Breslin, Bao und Shen heißt es nun: Erst einbrechen, dann befreien und dann wieder lebend rauskommen …

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Für Breslin wird es zu einer persönlichen Angelegenheit

„Hier bin ich mit meinem Freund und Regisseur, John Herzfeld, der den anstehenden Escape Plan 3 – The Extractors drehte! Escape Plan 2 war hingegen der absolut am schlechtesten produzierte Film, bei dem ich das Pech hatte mitgespielt zu haben …“ (Sylvester Stallone am 27. Juni via Instagram)
Das sind nicht gerade die Worte, die man als Produzent vom „Hauptdarsteller“ seines zwei Jahre zuvor verwirklichten Projekts hören möchte. Aber sie sind wahr. Und eigentlich fast noch zu sanft für den filmischen Quark, den man als Fortsetzung des gelungenen Escape Plan vermarktet hatte. Escape Plan 2 war eine klassische Mogelpackung. Sie warb mit Stallone und Bautista und lieferte jeweils knapp 10 Minuten Screentime. Es war die maximale Anbiederung an den chinesischen Markt, auf dem der Vorgänger erfolgreich lief. Und mit Gefängnis-Ausbruch hatte das Ganze auch nur noch sehr bedingt etwas zu tun.
Also wollte man mit dem dritten Teil wieder mehr zurück zu den Wurzeln. Sly und Bautista haben wieder mehr Screentime und Stallone kümmert sich darum, dass sein Langzeit-Begleiter/-Bekannter die Inszenierung übernahm: John Herzfeld. Der Regisseur/Autor/Darsteller hatte schon in City-Cobra an Stallones Seite gespielt und zuletzt arbeitete man bei Reach Me – Stop at Nothing zusammen.

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Zwei, die gerne harte Arbeit übernehmen

Das Gespann erweist sich als respektabler Glücksgriff. Zwar ist auch Escape Plan 3 – The Extractors thematisch nicht mehr sonderlich mit dem ersten Teil verwandt, aber die Story packt emotional, der Widersacher ist schön böse (und hat einen Grund dazu) und sowohl Stallone als auch Bautista darf man als „Haupt“darsteller bezeichnen.
Natürlich hat man sich auch den Wünschen des chinesischen Publikums angepasst, indem man mit Jin Zhang und Harry Shum jr. zwei chinesisch-stämmige, veritable Kampfkunst-Asse in die Gruppe integriert hat.
Und die dürfen dann durchaus zeigen, was sie drauf haben. In – für einen mit 3.6 Mio. Dollar relativ gering budgetierten Film – erstaunlich hochwertig choreografierten Kampfkunst-Szenen geht es mitunter erstaunlich roh zur Sache. Selbst die sonst so tänzerisch wirkenden MMA-Fights kommen etwas direkter rüber als sonst schon mal. Die Tatsache, dass der Kampf zwischen Stallone und Widersacher Devon Sawa hingegen ohne Choreografie vonstatten ging, gibt Escape Plan – The Extractors noch mal eine heftige Würze. Stallone erzählt in dem oben teilzitierten Instagram-Post auch, dass der dritte Teil in äußerst kurzer Zeit von 17 Nächten inszeniert wurde. Gegessen wurde während der Dreharbeiten und die eigentliche Plansequenz des angesprochenen Kampfes zwischen Breslin und Clark jr. verwarf Stallone praktisch direkt vor dem Dreh. Es sollte wie ein echter Kampf wirken – und so kämpften sie „echt“. Die Schläge landeten teilweise im Ziel und wenn einer den anderen vor eine Mauer schleudert, tat das sichtbar weh. Ohne große Schnitte umgesetzt, wirkt diese Sequenz tatsächlich äußerst packend.

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Bautista mag’s großkalibrig

Drehort war übrigens das gruselige Interieur des Ohio State Reformatory Gefängnisses, dessen Äußeres schon für Die Verurteilten genutzt wurde. Allerdings hatte (laut Stallone) noch nie ein Team im Inneren der Gefängnis-Zellen gedreht. Das kann man glauben oder nicht. Doch immerhin kennt Stallone die Anstalt bereits. Noch während der aktiven Zeit des Gefängnisses (erst 1990 stellte man den Betrieb ein) wurden dort einige Szenen für Tango & Cash inszeniert. Aus heutiger Sicht funktioniert das natürlich noch besser, denn der mittlerweile ziemlich verrottete Status sorgt für eine großartige Atmosphäre.
Dass Escape Plan – The Extractors zwar um Welten besser ist als der direkte Vorgänger, aber nicht zwingend ein herausragender Actionfilm geworden ist, liegt an der sich etwas zäh entwickelnden Story. Nach dem zackigen Beginn, der die Figuren kurz, aber prägnant einführt, nimmt sich das Ganze etwas viel Zeit, bevor es dann auf den intensiven Showdown hinaus läuft. Da der Abspann aber über acht Minuten läuft, beträgt die effektive Laufzeit ohnehin nur 89 Minuten, sodass die letzte halbe Stunde dann durchaus packend gerät – und verhältnismäßig brutal.
Schon der Fight zwischen Bautista und dessen massigem Stunt-Double Rob de Groot, den man dem schon nicht schmächtigen Ex-Wrestler dieses mal als Gegner vorgesetzt hat, ist roh und kraftvoll. Vermutlich hat es ihm richtig Spaß gemacht, mal den Kerl zu vermöbeln, für den er sonst die Kloppe einstecken muss.

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Zwei, die sich nicht immer einig sind

Bild- und Tonqualität

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Meint es ernst: Lester Clark jr.

Escape Plan – The Extractors zeigt ein sichtlich abgedunkeltes Bild, das zwar dank seiner digitalen Herkunft sehr ruhig gestaltet ist, aber immer etwas schmuddelig wirkt. Die nächtliche Aufnahme von Hongkong brilliert mit einer Detailtiefe, die im Blu-ray-Bereich ihresgleichen sucht. Fast wirkt diese Aufnahme so, als hätte sie eine andere Quelle und wäre nicht für diesen Film selbst aufgenommen worden. Doch wenn man dann auch noch die Totale von Los Angeles nach knapp zehn Minuten ansieht, wird klar, dass hier einfach sehr hochauflösend gearbeitet wurde. Auch hier entsteht eine Schärfentiefe, die sich gewaschen hat (9’30).
Einzig die Close-ups in dunklerer Umgebung offenbaren leichte Körnung und da der Film zu 80% während der Dunkelheit spielt, ist ein Genuss bei Tageslicht eher schwierig.
Akustisch beginnt The Extractors mit sehr effektvoll aufgelösten Geräuschen während der anfänglichen Titel-Schriftzüge. Auch die Faustschläge und Tritte, welche die erste Kampfsequenz dominieren, landen satt im Heimkino. Die beiden dts-HD-Master-Spuren (Deutsch und Englisch) machen das wirklich gut. Auch leise Sounds werden realistisch wiedergegeben und gehen nicht unter. Die deutschen Stimmen sind allerdings etwas zu leise abgemischt und ziemlich dünn. Sie hätten etwas mehr Volumen verdient gehabt. Das ist aber tatsächlich vergessen, sobald Privatjets über die Kamera donnern, der martialische Score intoniert wird oder die Brocken bei Explosionen um die Ohren fliegen (ab 53’45).

Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von Escape Plan – The Extractors gibt’s ein zehnminütiges Making-of, das die Beteiligten gut gelaunt am Set der Gefängnis-Ruine zeigt.

Fazit

Escape Plan – The Extractors erreicht zwar immer noch nicht das Niveau des ersten Teils und ist thematisch auch relativ weit davon entfernt. Doch immerhin hat man es hier mit einem handgemachten Actioner zu tun, der seine klangvollen Stars nicht nur zur Werbung einsetzt, sondern sie auch in echten Fights zeigt und ihnen weit mehr Screentime gibt als im überflüssigen Vorgänger. Dazu kommt die gebührende Härte sowie das Setting in den verfallenden Mauern des Ex-Knasts – fertig ist ein durchaus gut konsumierbarer Actionfilm für zwischendurch.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 75%
Tonqualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 30%
Film: 65%

Anbieter: KSM GmbH
Land/Jahr: China/USA 2019
Regie: John Herzfeld
Darsteller: Sylvester Stallone, Dave Bautista, 50 Cent, Zhang Jin, Jaime King, Devon Sawa, Harry Shum jr., Lydia Hull,
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 97
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter KSM GmbH)

Trailer zu Escape Plan – The Extractors

Escape Plan – The Extractors (Deutscher Trailer) Sylvester Stallone, Dave Bautista | HD | KSM

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One thought on “Escape Plan – The Extractors

  1. Avatar Rüdiger Petersen

    Ich werde dem Film mal eine Chance geben weil sich diese Rezension ganz gut liest. Der zweite Film war ja sowas von schlecht aber was ich hier gelesen habe ist gar nicht übel.

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