FAQ / Glossar

FAQ – Fragen und Antworten

Ihr fragt, blu-ray-rezensionen.net antwortet

Es ist schon ein paar Monate her, dass ich dazu aufgerufen hatte, mir Fragen zu schicken, die dann hier innerhalb eines FAQ und Glossars aufgenommen und beantwortet würden. Wie es immer so ist, kommen einfach zu viele Dinge (und Filme) dazwischen, sodass sich ein komplett neues Thema dann auch gerne mal vor sich her schiebt. Im ersten Step soll es jetzt um die FAQ gehen, also die „frequently asked questions“ – eine Art Frage-Antwort-Spiel zwischen euch und mir. Diese Fragen beziehen sich vornehmlich auf die logistischen und persönlichen Aspekte des Blogs, weniger auf die Technik, die dann innerhalb des Glossars abgearbeitet werden wird. Im Rahmen der Umfrage hat Euch, die Leser, vor allem interessiert, wie genau das Vorgehen bei den Rezensionen ist, wie ich bestimmte Filme auswähle (oder auch nicht) und wie die Vorabrecherche in Bezug auf Film- und technische Infos abläuft. Gerne dürft ihr hier kommentieren und noch weitere (unbeantwortete) Fragen loswerden, sodass der FAQ-Bereich ein dynamischer Prozess und ständig im Fluss bleibt.


Vorab: Ich habe, um es persönlicher und individueller zu gestalten, nicht einfach „Frage“ geschrieben, sondern den Namen desjenigen, der die Frage gestellt hat. Selbstredend nur den Namen, den er oder sie hier beim Kommentieren genutzt hat. Wer sich aber wiederfindet und das dennoch nicht möchte, der möge sich bei mir melden und ich nehme den Namen sofort raus.

Rezensionen wie jene zu „Apocalypse Now“ dauern bis zu 20 Stunden

Christian, Patrick, k-ulf und Marv :
Wie oft schaust du dir die Filme an, bevor du eine Rezension schreibst? Sprich wegen Ton, Bild etc. oder schreibst du dir bestimmte Szenen auf und machst dann deine Screenshots? Klemmst du die untere Ebene, wenn du detailliert die Deckenlautsprecher untersuchst? Wie viele Stunden brauchst du für ein komplettes Review?
Antwort:
Die Anzahl des Schauens hängt davon ab, was die Disk alles bietet. Ist es eine „gewöhnliche“ Blu-ray ohne 3D-Sound-Tonspuren, die audiovisuell nichts spektakuläres liefert, kann es sein, dass ich mal mit einem einmaligen Schauen hinkomme. Das gilt zum Beispiel für kleinere Horrorfilme oder ähnliches, deren Inhalt sich fast von alleine schreibt. Während des Schauens mache ich mir dann entsprechende Notizen direkt zur Bildqualität und notiere außergewöhnliche Momente vom Sound. Im Anschluss wird das Ganze dann mit Recherche über die Filmhintergründe versehen und finalisiert. Das ist praktisch der Weg des geringsten Aufwands. Anders sieht es bei 4K UHD Blu-rays mit Dolby Atmos und Dolby Vision aus. Hier starte ich auch komplett anders und beginne mit der Recherche zu inhaltlichen Themen (Hintergründe der Filmproduktion, zum Filmemacher oder auch Kameramann etc.) sowie der Recherche zur Technik (welches Digital Intermediate, welche Gradings, gibt’s Aussagen vom Kameramann zum Dreh etc.). Während dieser Arbeiten lasse ich den Film oft mit der isolierten Atmos-Spur laufen – also ausschließlich die Heights-Speaker. Ja, Marv, ich klemme die anderen Speaker jedes Mal ab. Geht mit Bananas aber ganz gut. Währenddessen mache ich mir natürlich Notizen zu entsprechend außergewöhnlichen 3D-Sound-Momenten. Im Anschluss schaue ich den Film, mache Notizen für mein inhaltliches Review und bringe beim Tonsektor obere und untere Ebene zusammen. Gleichzeitig mache ich mir Notizen zu Auffälligkeiten beim Bild. Geschaut wird zunächst die UHD Blu-ray. Also lief der Film zu dem Zeitpunkt zweimal durch. Das dritte Mal ist dann der Vergleichstest Blu-ray vs. UHD Blu-ray. Jetzt kommen beide Disks in den Player und werden immer wieder im Wechsel geschaut – auch mal über den Epson-Beamer und nicht nur über den LG-OLED. Manchmal dauert das länger als das reguläre Filmgucken, manchmal geht es schneller, wenn bspw. die Blu-ray gewisse eklatante Probleme hat, die sich dann immer wieder zeigen. Die Input-Taste der TV-Fernbedienung läuft dann auf Hochtouren. Parallel schreibe ich den Text zur Bildqualität. Ist das abgeschlossen, werden entweder die Screenshots gemacht oder (je nach Lust und Laune) zuerst auch noch die (möglicherweise) unterschiedlichen Tonspuren von BD und UHD-BD gegeneinander getestet. Jetzt glüht die Input-Taste vom Receiver, wenn prägnante Szenen diverse Male im Endlos-Loop gegeneinander gehört werden. Manchmal klemme ich dann bis auf die Subs alles ab, um die Tiefbass-Spuren noch mal zu checken – gerade, wenn Disneys DD+ gegen das Original in DTS-HD-Master antritt.
Was den Zeitaufwand angeht, ist das entsprechend unterschiedlich – von ca. 3 Stunden (bei den angesprochenen Horrorfilmen auf regulärer Blu-ray) bis ~20 Stunden bei tückischen Disks wie Apocalypse Now oder den drei Herr-der-Ringe-Filmen. Eine Standard-UHD-Blu-ray mit Atmos-Sound nimmt sich ca. neun bis zehn Stunden, bis alles komplett abgeschlossen ist.

Ein Klassiker, auf den ich mich besonders gefreut habe: Alien

k-ulf :
Worauf freust du dich mehr, auf Katalogtitel oder neue Filme? Wie händelst du die Sache mit Tonspuren im Dolby Surround 2.0 Format, Hörst du die im Stereo- oder Surroundmodus? Wie bewertest du Full-HD-Scheiben? Hast du für eine native Wiedergabe einen Full-HD-Fernseher? Für 4K Wiedergabegeräte muss ja immer skaliert werden, was das Signal zumindest geringfügig verfälscht. Schaust du grundsätzlich nur noch alleine oder auch mal mit Freunden/Familie?
Antwort:
Puh, schwierige Frage. Kommt natürlich auf den Titel an. Es gibt durchaus Katalogtitel, auf die ich mit großer Spannung warte und die mir mehr Spaß machen als Neuerscheinungen. Alien wäre da so ein Beispiel gewesen. Ich gehöre aber zu denen, die nicht zwingend alte „Kult“schinken heute noch abfeiern. Viele Filme haben imo ihre Zeit vor Jahren oder Jahrzehnten gehabt und sind meiner Meinung nach nicht gut gealtert, auch wenn man bei manchen Filme da heilige Kühe schlachten würde. Auf der anderen Seite bietet modernes Blockbuster-Kino nur selten wirklich qualitativ Herausragendes, sodass man sich bei diesen oft mehr auf die Technik als auf den Inhalt freut (nicht wahr, Godzilla vs. Kong).

Mehr Technik als Inhalt: Godzilla vs. Kong

Wenn ich rezensiere, schaue ich zu 95 Prozent alleine und nicht in Begleitung. Ich liebe es aber, Filme ein zweites Mal zu schauen, wenn sie mir gefielen und ich weiß, dass sie meiner Partnerin auch gefallen werden. Das genieße ich oft mehr als die Erstsichtung.
Zu den technischen Fragen: Ich höre die Tonspuren so, wie sie ursprünglich vorgesehen waren. Wenn es Dolby Surround 2.0 ist, dann entsprechend in Dolby Surround. Auch wenn man nie so ganz sicher sein kann, was heutige Receiver da so produzieren. Es wird aber in 2.0 Stereo gegen geprüft. Kommen ja aber so oft heute auch nicht mehr vor, solche Ton-Varianten.
Zu den Full-HD-Scheiben, bei denen du streng genommen Recht hast. Man müsste sie auf einem FHD-Display schauen. Aber a) ist der Aufwand nicht zu leisten und b) wäre die Differenz im farblichen Look zwischen den Displays (trotz Kalibrierung) imo stärker verfälschend als das Upscaling des Full-HD-Materials auf einem 4K-TV. Und trotz Upscaling sind Encoding-Probleme und mangelnde Auflösung dennoch sehr gut zu erkennen. Kommt hinzu, dass ja vermutlich NIEMAND, der diesem Blog folgt und sowohl Blu-rays als auch UHD Blu-rays schaut, noch ein Full-HD-Display nimmt, um dort dann die BDs zu genießen. Es ist also schlicht auch praxisnäher, die BDs auf dem 4K TV zu schauen und im Vergleich zur UHD Blu-ray einzuordnen. Abgespielt werden sie allerdings auf einem FHD-Player, nicht auf einem UHD-BD-Player. Wer jetzt nur einen Full-HD-Panel oder -Beamer Zuhause hat, der kann sich dennoch aus der Beschreibung der Blu-ray Bildbewertung ausreichend Infos ziehen. Encoding-Probleme, Artefakte, Banding (also klassische Blu-ray-Probleme) hast du ja hüben wie drüben.

Manchmal geht die Recherche nach Infos über verwendete Kameras bis zur Nachfrage beim Kameramann – wie im Falle von Ricardo Diaz‘ Arbeit am 2022er Texas Chainsaw Massacre

Christian und Stefan:
Woher holst du dir immer die Infos mit welchen Kameras die Filme gedreht wurden?
Antwort:
Die erste Anlaufstelle ist immer die imdb. Dort steht bei den Technischen Daten sehr oft eine Menge zu Kameras, Digital Intermediate etc. Nicht immer sind die Angaben dort korrekt, weshalb ich in der Regel noch mal quer recherchiere. Bei vielen Filmen hilft auch die Seite „shot on what„, allerdings wird die nicht mehr so regelmäßig gepflegt. Schwierig wird es, wenn es um spezifische Dinge geht, die dann deutlich weitergehen. Also verwendete Filter oder Filmmaterial und so weiter. Dafür gibt’s mit The American Society of Cinematographers  aber eine sehr gute Seite, die oft Interviews mit den Kameraleuten veröffentlicht. Dort bin ich regelmäßig, wenn es um die Recherche zur Kameraarbeit geht. Wenn keinerlei Infos über die imdb zu bekommen sind und der Film auch zu klein für ein Interview bei ASC ist, dann geht’s tiefer. Vor Kurzem war es bspw. das Reboot von Texas Chainsaw Massacre, das bei Netflix erschien. Die imdb schwieg sich aus und es ist ein eher kleiner Film. Also google ich nach dem Kameramann und hoffe auf Interviews oder ähnliches. Ich habe eins gefunden, wo er ausgiebig über den Stil erzählt, aber nicht über die Kameras. Also hab ich ihn über Instagram angeschrieben. Das ist dann der letzte Ausweg, auch wenn die Damen und Herren oft nicht antworten. In diesem Fall aber schon. Ein weiterer Weg ist noch das Bonusmaterial auf bestimmten Blu-rays. Oft kann man ganz kurze Blicke auf eine Kamera werfen und weiß dann, was verwendet wurde.
Also: Zirka 80 % sind leicht zu ergründen. Die restlichen 20 % sind oft sehr intensive Recherche-Arbeit.

Screenshots werden per Einzelbildfortschaltung angesteuert

Christian:
Wie bekommst du die Vergleichs-Screenshots hin? Legst du erst UHD dann Bluray ein? Kannst du auf einen genauen Timestamp springen damit du immer direkt das gleiche Bild hast?
Antwort:
Zwei Player, einer geladen mit der BD, der andere mit der UHD-BD. Kamera ausrichten und gib ihm. Wer die Screenshots, bzw. Timecodes für sich schon mal nachvollzogen hat, der weiß, dass ich es mir mitunter „leicht“ mache und Kapitelanfänge nehme. Da ist das mit dem Timestamp dann easy. Natürlich klappt das nicht immer, weil die Szenen u.U. nicht gut sind oder nicht repräsentativ. Also notiere ich mir beim Filmschauen zuvor auch gerne mal Timecodes, die gut für Vergleiche passen würden. Die steuere ich dann per Einzelbildschaltung auf beiden Playern an und wechsle dann den Input am TV. Das macht der LG glücklicherweise sehr zügig, sodass man auch einen guten visuellen Eindruck von den Differenzen bekommt, während die Screenshots dann ja „nur“ noch ein Klick sind.

Im Heimkino kommt ein DBA zum Einsatz

Christian:
Hast du die Standard-Einstellungen des Panasonic Players verändert?
Antwort:
Kurz und knapp: Nein. Es geht ja darum, hier nicht schon im Vorfeld einzugreifen und im Rahmen dessen zu bleiben, was auf der Disk ist. Dass man die Panasonics (gerade für Beamer-Nutzer) super tweaken kann, ist spitze. Aber halt für eine möglichst neutrale Aussage darüber, was auf der Disk ist, nicht förderlich.

Franz:
Ich habe bei deinem Setup gelesen, dass du ein Double Bass Array (DBA) mit 2 Subwoofern verwendest. Ich würde es cool finden, wenn man dazu ’ne Anleitung hätte.
Antwort:
Ein DBA wird idealerweise exakt auf den Raum und die Subs eingemessen. Eine Anleitung dazu, die dann bei jedem passt, gibt’s in der Form eigentlich nicht. Du findest aber hier von Bert Kößler ein paar gute Erläuterung zum Bass im Kino (Klick) und hier eine Praxisbeschreibung: Klick.

Wird zum Gegencheck der Auflösung in den Reviews eingesetzt: Der EH-TW9400 von Epson

Andy:
Du hast ja auch einen Beamer – und zwar den Epson 4K EH-TW9400. Ich bin auch im Besitz eines Beamers. In dem Zusammenhang wäre ich über eine Auswertung im Bereich Bild-Bewertung erfreut. Mir ist durchaus bewusst, dass das keine leichte Sache wäre. Und das ein Beamerbild immer auch von der Leinwand bzw. Beamer selbst abhängig ist. Vielleicht in Bezug der Auflösung, weil man auf einem großen Bild einfach auch viel mehr Details erkennen kann. Vielleicht verstehst du worauf ich aus bin..?
Antwort:
Der Epson wird in der Tat immer hinzugezogen, um die Differenz in der Auflösung auch noch mal auf einem Beamer zu checken. Zwar ist das ja nur ein Shifter, aber dennoch fallen auf der großen Bildbreite natürlich einige Dinge noch stärker ins Auge, die bei 55“ noch nicht so eklatant waren. Die Wiedergabe über den Epson ist also Bestandteil der Rezensionen, wird nur nicht explizit aufgeführt.

Marcel:
Ich bin ein großer Freund des Vorbestellens, aber damit kann ich dich derzeit z.B. über einen Affiliate-Link nicht supporten, da dieser erst vorhanden ist, wenn du eine Rezension gepostet hast. Vielleicht kannst du das irgendwie auf deiner Seite implementieren oder anpassen?
Antwort:
Das Ankündigen von Neuerscheinungen zum Vorbestellen mache ich sporadisch. Meist bei Titeln, die mich selbst mehr interessieren, weil ich dann ebenfalls frühzeitig aktiv werde und mir eine Disk bestelle. Im Moment möchte ich das etwas reduziert halten, damit die eigentlichen Rezensionen auf der Main-Landingpage nicht zwischen Neuankündigungen untergehen. Man könnte natürlich eine Extra-Seite machen, wo nur die Neuerscheinungen stehen. Das ist aber wiederum mit einem hohen Aufwand der Pflege verbunden, damit man dort halbwegs aktuell bleibt. Und das lässt sich derzeit zeitlich nicht nebenher machen.

Panasonic UB900 4
Hardware-Tipps kann ich auf dem Blog nicht wirklich leisten

Marcel und Stefan:
Ich würde mich über den einen oder anderen Hardware-Tipp für „Hobbygucker“ freuen. Ich warte beispielsweise darauf, dass mein Full-HD-Beamer demnächst den Geist aufgibt und ich ihn durch einen 4k Beamer ersetzen kann. Ich habe aber keinen Plan und wüsste gar nicht so recht, auf was ich da achten müsste, zumal ich jetzt auch kein Referenz Profi-Set-Up benötige, sondern ich mag „bloß“ Filme in einer tollen Qualität anschauen. Jetzt gibt es eine begrenzte Anzahl von Geräten, die mit „Pixel Shifting“ arbeiten: Warte ich lieber noch bis der Markt mehr native Geräte anbietet? Merke ich als „Hobbygucker“ überhaupt einen Unterschied? Ich glaub, du weißt, worauf ich hinauswill, oder?
Antwort:
Bei der Hardware ist mein Kenntnisstand einfach nicht gut genug und die Zeit zu knapp, um hier ständig auf dem Laufenden zu sein. Das lässt sich einfach nicht managen, da ich ja regulär noch einem ganz normalen 40h-Job nachgehe, der mit Heimkino nichts zu tun hat. Hier würde ich meine Kompetenzen auch überschreiten, wenn ich mich da aus dem Fenster lehne und ab und an Empfehlungen für Geräte aussprechen würde, die ich nicht selbst irgendwie in den Fingern hatte. Wäre imo nicht seriös. Ich kann aber immer auf Kollegen verweisen, wenn du einen Tipp brauchst. Du kannst mich also jederzeit fragen und ich vermittle dich entweder weiter oder besorge dir eine Antwort.

Netflix streamt bei 4K-Filmen mit wenig erfreulichen 15.25 Mbps

Stefan:
Eine Tabelle mit grundsätzlichen Datenraten / Codec-Infos würde auch helfen, Discs und Streams qualitativ einzuordnen (so nach dem Motto: Ein Stream hat mit Sound ca. xy Mbit; eine Disc hat xy für Bild und xy für Ton separat)?
Antwort:
Datenraten der Streaming-Anbieter (so sie es verraten) findest du im jeweiligen Review des Films. Da es in der Regel Netflix-Produktionen sind, die ich rezensiere (neben ein paar älteren D+-Titeln), siehst du dort (unten in den technischen Angaben), mit welcher Datenrate die Filme laufen. Im 4K-Bereich ist die höchste Datenrate bei Netflix 15.25 Mbps (Bild und Ton zusammen). Die Datenraten von Blu-rays/UHD Blu-rays variieren stark. Da müsste man dann einen Durchschnitt angeben, wofür man die Disk aber zuvor durch irgendein Programm gejagt haben muss. Das ist nicht so meine Welt. Allerdings schreibe ich in den Reviews ab und an, wenn Datenraten szenenabhängig exorbitant hoch oder niedrig geraten sind. Über den Daumen kannst du bei einer Blu-ray von ~25 bis 30 Mbps ausgehen (nur Bild) und bei einer UHD-BD je nach HDR-Implementierung geht’s im Schnitt rauf auf durchschnittlich 55 bis 65 Mbps (auch nur fürs Bild). Wobei die UHD-BD (je nach Bildinhalt) auch schon mal Spitzen über 100 Mbps fährt. Wer also meint, mit einem 4K-Netflix-Stream von 15.25 (Bild und Ton) könnte das Gleiche erreicht werden wie mit einem 65er Mbps-Schnitt (nur fürs Bild) bei einer 4K-Scheibe, der möge noch mal nachdenken. Auch wenn Bitrate natürlich nicht alles ist.

Werden physische Datenträger in der Zukunft noch Bedeutung haben?

Rayd:
Ich hätte da eine Frage: Wie siehst du die Zukunft des Mediums auf Disc? Glaubst du, dass irgendwann keine mehr produziert werden, oder wenn nur noch in teuren Sammlereditionen? Speziell im Bezug auf (das immer mehr überhand nehmende) Streaming mit seinen gefühlten 100 Anbietern..?
Antwort:
Die schwierigste Frage aus dem Pool. Sowohl inhaltlich als auch emotional. Inhaltlich müssen wir uns vermutlich damit abfinden, dass physische Datenträger verschwinden werden. Es ist letztlich eher eine Frage der Zeit. Allerdings hoffe ich inständig darauf, dass wir irgendwann die Wahl haben (gegen Aufpreis von mir aus) hochwertig komprimierte Streams zu bekommen. Beim Ton auch gerne verlustfrei. Wenn es irgendwann flächendeckend möglich ist, mit 100 Mbit oder mehr zu streamen, sehe ich die Chance, dass Streams qualitativ hochwertig aussehen. Die Frage ist nur, ob die Anbieter hier einen Markt sehen. Bei Musik gibt’s das ja mittlerweile und lässt die teils gruselige Qualität eines Spotify-MP3-Files vergessen. Bis dahin hoffe ich aber wirklich, dass wir noch ein paar Jahre mit Disks hantieren und unsere Sammlungen erweitern dürfen. Denn bisher ist die Qualität einfach nicht im gleichen Maße über Alternativen zu bekommen.

holmes und watson blu-ray review szene 2
Auch ein Verriss macht hin und wieder Spaß

Michael:
Wie wählst du deine Filme aus? Manche sind ja relativ unbekannt. Schaust du auch manchmal Filme für „uns“ oder nur, was dich selbst interessiert? Schaust du manchmal Filme nicht zu Ende, weil sie dir nicht gefallen? Wieviele Filme schaust du so im Monat? Was ist dein bevorzugtes Medium (Sprache, Stream/Disc, welche Bild-und Tonqualität)?
Antwort:
Hier hatte ich neulich schon eine identische Frage in den Kommentaren: Die Auswahl der hier rezensierten Filme rekrutiert sich zu 90 % aus einer Mischung meines persönlichen Geschmacks und der Annahme, was euch als Leser des Blogs interessieren könnte. Letzteres kann selbstredend nur eine Annahme basierend auf meiner Erfahrung der Feedbacks der letzten Jahre sein und ist nicht objektivierbar. Die anderen 10 % basieren auf Leserwünschen (größerer Anteil) und ganz ab und zu mal dem geäußerten Wunsch, einen bestimmten Film eines Anbieters zu rezensieren, der bspw. von einem kleinen Label an mich herangetragen wird. Das sind dann „Gefallen“ für den kleinen Anbieter eines Independentfilms, dem man auch gerne mal eine etwas größere Reichweite gönnt / wünscht. Aber auch ein „Verriss“ ist hin und wieder befreiend und macht Spaß. Oder man schaut etwas, von dem man DACHTE, es entspricht dem eigenen Geschmack nicht und ist dann positiv überrascht – alles schon vorgekommen. Natürlich aber ganz wichtig: Ich alleine entscheide final darüber, was ich rezensiere und was nicht.
Und: Bisher habe ich noch jeden Film zu Ende geschaut. Ohne Ausnahme. Die reine Anzahl war bis vor einem Jahr noch höher. Familiär musste ich das etwas kürzen. Früher waren es ca. 30 Filme im Monat. Davon gingen dann 25 auf den Blog als Rezension und eine Handvoll war Privatvergnügen mit älteren Filmen oder auch mal einem Film, den ich dann einfach nicht reviewen wollte, aber trotzdem gesehen habe. Mein bevorzugtes Medium ist ganz klar die Disk.

Achmet:
Ich weiß nicht, ob das schon mal gefragt wurde, aber bekommst du irgendwie von den Labels Review-Samples zu den Filmen (ich glaube in einem der Berichte habe ich davon gelesen) oder verkaufst du die Filme, die du nicht nochmal sehen bzw. nicht in die Sammlung aufnehmen willst, nach dem Kauf wieder?
Ich frage, weil man mit jeder Sammlung – egal was es ist – irgendwann Platzprobleme bekommt, sofern man ständig neue Stücke hinzufügt und Älteres nicht abstößt. Oder wirfst du die Hüllen weg und platzierst die Discs platzsparend in CD-Ordner, wie es viele Filmsammler mit gigantischen Collections machen?

Antwort:
In der Tat werde ich für die meisten Filme mit Review-Muster versorgt. Das sind in aller Regel Anpressungen, ohne Aufdruck und ohne Verpackung. Und die müssen in ebenso aller Regel wieder zurückgeschickt werden. Dennoch vergrößert sich die Sammlung natürlich nach und nach. Zumal ich auch Fan von Sonderverpackungen bin.

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Achmet Ali Yüczen

Ich weiß nicht ob das schon mal gefragt wurde, aber bekommst du irgendwie von den Labels Review-Samples zu den Filmen (ich glaube in einem der Berichte habe ich davon gelesen) oder verkaufst du die Filme, die du nicht nochmal sehen bzw. nicht in die Sammlung aufnehmen willst, nach dem Kauf wieder?
Ich frage, weil man mit jeder Sammlung – egal was es ist – irgendwann Platzprobleme bekommt, sofern man ständig neue Stücke hinzufügt und Älteres nicht abstößt.
Oder wirfst du die Hüllen weg und platzierst die Discs platzsparend in CD-Ordner, wie es viele Filmsammler mit gigantischen Collections machen?
Ich hatte früher das Problem, dass ich viele Filme einmal ansehe und erst in 7-10 Jahren wieder meine Erinnerungen auffrischen will und zu der Zeit gibt es dann eine neue Remastered-Edition des Films.
4K-Blurays sind nicht gerade günstig und (noch) preisstabil.

Filmeschauer

Hi,
auch ich besitze einen Epson 9400 und lese regelmäßig deine Rezensionen. Ich würde mich daher freuen, wenn Du in Zukunft erwähnen könntest, ob die Vergleichsbilder vom OLED oder vom Beamer stammen.
Und vielleicht noch 2/3 Vergleichsbilder (OLED vs. Beamer) hinzufügen könntest. Das ist gerade bei HDR Filmen sehr interessant, da nicht jeder Film die HDR Potenziale beim Beamer ausnutzen kann.

Sascha

Hi , ich frage mich warum du Deine untere Ebene. Ich mit einer separaten Endstufe ausstattest. Ich nutze den Denon x6700 für die obere Ebene x.x.6 und die Emotive A7 für die untere 7.1.x

Bei Deiner Masse an Filmen und Test ist das ständige An- und Abklemmen doch echt suboptimal.

Hayder Laurin

was mich von streaming und solchen meitmodellen ganz grundsaetzlich fernhaelt ist das dauerhafte unwiederrufliche eigentum an dem inhalt im sinne von praesentierfaehgkeit.

solange es keine dauerhaften streams aka downloads gibt die man nie wieder streitig machen kann, solange werde ich auf keinerlei solchen firlefanz ausweichen oder aufspringen.

was denken hier andere?

dc_coder_84

Hast du eigentlich eine Strategie den berühmten Stapel der Schande abzubauen? Ich meine, „Die 5. Welle“ liegt jetzt ja schon ziemlich lange vor deinem Fernseher und wartet auf ein Review. Möchte dich jetzt natürlich nicht stressen deswegen, ich Frage halt aus Interesse.

dc_coder_84

Bin eher skeptisch ob physische Datenträger verschwinden werden. Die CD gibt es doch heute auch noch und Vinyl hat sogar an Umsatz zugelegt. Ich dachte ja immer die teuren 4K Blu-rays werden irgendwann im Preis runtergehen, aber das werden sie vielleicht nicht, denn nur über hohe Margen können sie vermutlich überhaupt erst finanziert werden bei einer relativ kleinen Verkaufsmenge.

Pk

Oh man schade, dass ich es verpasst habe meine frage zu stellen aber hoffentlich wird die hier trotzdem beantwortet: Vergleichst du auch mal iTunes streams und die 4K-Blu-Ray?
Ich bin nämlich unentschlossen ob ich mir ältere Filme bei denen die Tonspur eh nicht beste ist einfach günstig bei iTunes als stream kaufen soll oder doch die 4K-Scheibe. Ich bin mir nicht sicher ob das Bild des streams mit dem Bild der 4K-Scheiben mithalten kann.
Ich rede gerade speziell von der Pate und Jäger des verlorenen Schatzes um ein Paar zu nennen.

k-ulf

Das dürfte vom Zeitaufwand schlichtweg unmöglich sein neben UHD und Blu-ray auch noch einen iTunes Stream zu testen, der ja auch zusätzliches Geld kostet.
Ich kann dir jedoch sagen, hinter Sonys BraviaCore bietet iTunes die beste Streamingqualität, gerade im Vergleich zu Amazon Prime, Netflix oder Disney+ liegen da Welten dazwischen. ^^
Es gibt natürlich immer noch Unterschiede zur UHD Blu-Ray, aber Klötzchenbildung und Banding sind kein Thema bei iTunes.
Gerade wenn ich mir was den Film angeht unsicher bin, greif ich oft erstmal zum iTunes Leihstream für 4 – 5 Euro statt direkt blind eine Disc für 30 Euro zu holen.

Pk

Ah ja macht sinn, danke für die Antwort. Amazon Prime ist wirklich sehr schlecht zumindest was das „normale“ streaming Angebot angeht, spontan fällt mir da Reacher ein, eine Amazon Eigenproduktion. Gekauft oder geliehen habe ich mir da noch nie etwas wenn überhaupt, dann wirklich nur bei iTunes.

k-ulf

Na dann, Go on.
Alles richtig gemacht bisher.

Kisi

Moin Danke für den ersten Teil der F&A super Fragen deiner Fans. Jetzt weiß man erst mal was du immer für eine Arbeit hast einen Film zu schauen für uns. Ein großes Dankeschön dafür nochmals. Ich freue mich schon auf viele weitere Rezessionen von dir.