Final Score

Blu-ray Review

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New KSM, 22.05.2019

OT: Final Score

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„Fußball ist scheiße!“

Mehr als solider Actionthriller mit Dave Bautista.

Inhalt

Zur Not fährt Knox auch mit dem Bike auf Stadion-Dächern

Revolutionsführer und Ex-General Arkady hatte mit seinem Bruder Dimitri mal große Umstürze im Ostblock vor. Dann jedoch kam Dimitri angeblich bei einem russischen Luftschlag ums Leben und man nahm Arkady fest. Die Revolution kam zu Fall. 16 Jahre später gibt Arkady aber immer noch keine Ruhe. Weil er annimmt, dass sein Bruder doch noch lebt, überfällt er mit seinen Söldnern ein komplettes Fußballstadion. Dort vermutet er ihn und will ihn gegen das Leben der 35.000 Zuschauer freipressen. Unter den zunächst nichts ahnenden Geiseln ist auch Michael Knox mit der jungen Danni. Der Afghanistan-Veteran ist über den Tod des besten Freundes noch nicht hinweg und kommt aus den Staaten nach London, um sich und die Tochter des Verstorbenen abzulenken. Doch Knox bekommt Wind von der Sache und versucht als One-Man-Army, das Leben Dannis, Dimitris und sämtlicher anderer Stadionbesucher zu retten …

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Danni ist in der Gewalt der Terroristen

„Stirb Langsam in einem Fußballstadion“ – was die Produzenten mal über den Film gesagt haben, trifft durchaus zu.
In Scott Manns hochwertig aussehendem B-Movie mit hochkarätiger Besetzung zeigt der britische Regisseur erneut, dass er bekannte Pfade mit neuem Leben füllen kann. Frei nach dem Motto: „Besser gut adaptiert als schlecht selbst erfunden“ hatte er schon in Die Entführung von Bus 657 auf den Spuren von Speed inszeniert. Und der Regisseur weiß genau, welche Schalter er betätigen muss, um die Genrefans zu befriedigen. Dabei spielt ihm natürlich in die Karten, dass er mit Dave Bautista einen Stamm-Schauspieler hat, der mittlerweile große Zugkraft besitzt und in Sachen Charme und Witz schon fast auf dem Niveau von Wrestling-Kollege Dwayne Johnson liegt. Wie man es The Rock nicht übel nehmen kann, wenn er über die Stränge schlägt, geht es bei Bautista ähnlich. Wenn er seinen bulligen Körper kaum durchs Drehkreuz des Eingangsbereichs bekommt und darüber flucht wie ein Kesselflicker, ist das genau die Portion Selbstironie, die es braucht, damit man seinen Knox augenblicklich sympathisch findet.
Und um seine Rolle noch freundlicher zu gestalten, sind die Bösewichte aus dem Holz geschnitzt, das nur ein stereotyper Actionfilm liefern kann. Echte Tiefe sollte man hier von keinem erwarten. Aber das hatte auch ein Charlie/Karl (Alexander Gudonov) in Die Hard nicht. Und abseits der Klischees ist es schon erstaunlich, dass man dem 1,93m großen Bautista mit Bodybuilder-Hüne Martyn Fort einen Kerl zum Zweikampf schickt, gegen den selbst unser Hauptdarsteller aussieht wie ein Hänfling. Kein Wunder, dass das nicht ohne Blessuren für den Protagonisten abgeht.

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Und alles nur wegen Dimitri (rechts)

Apropos Blessuren: Zimperlich geht’s in Final Score nicht zu. Da werden schon mal Finger abgetrennt oder Köpfe in die Friteuse gedrückt – mit relativ üblem Resultat. Dennoch lockert der integrierte Humor das Geschehen immer wieder etwas auf – sieht man mal vom etwas hyperaktiven Sidekick Faisal ab, dessen anfängliches Gekreische ein bisschen auf die Nerven geht. Glücklicherweise legt sich das im Verlauf und Faisal wird überraschend mutig. Schade, dass er am Ende ein selten dämliches Klischee erfüllen muss, das wirklich verärgert.
Was leider an der Atmosphäre knabbert, ist die im Gegensatz zum Originalton arg überzogene Synchro einiger der russischen Terroristen. Natürlich haben sie im Englischen auch einen Dialekt. Aber keinen, der so dermaßen aus der Straßengosse zu kommen scheint wie in der deutschen Übersetzung. Zudem strapaziert der Spiel-Kommentator die Nerven ebenso wie so mancher „echter“ Kollege bei Spielübertragungen. Dem setzt Final Score allerdings durchweg sauber inszenierte Action entgegen, die auch eine Motorradverfolgung auf den Dächern des Stadions oder ausgiebige Schießereien in den Fluren der Anlage beinhaltet. Sobald Brosnan im Spiel ist (was erst spät passiert), gibt’s noch mal ein bisschen Star-Appeal und ein paar weitere, ganz nette Gags. Der Ex-Bond wird im Alter aber auch einfach noch charmanter.
Was natürlich als weiterer Hauptdarsteller fungiert, ist das Stadion selbst: Boleyn Ground (oder Upton Park, wie es unter Fans hieß) war bis zum letzten Spiel am 10. Mai 2016 die Heimat des Traditionsvereins West Ham United. Ab dem 28. September wurde es dann abgebaut, um einem Gebäudekomplex Platz zu machen. Da Regisseur Scott Mann vom Abriss wusste, baute er seinen Film praktisch um diesen Umstand herum. Und so kam es, dass man tatsächlich echte Sprengungen am vorhandenen Bau vornehmen konnte, um die Story mit mehr authentischer Action zu versehen. Sicherlich kein alltäglicher Umstand für eine Filmproduktion.

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Ein paar Kilo C4

Bild- und Tonqualität

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Michael will mit Dimitri auch Danni freibekommen

Während des Intros beginnt Final Score mit stark entsättigten Farben und deutlicher Körnung. Wechselt der Film nach London, wird’s bunter und realistischer – das Korn aber bleibt. Gerade die dunkleren Szenen/Bereiche zeigen hier einen eher analogen, denn einen clean-Digitalen Look. Zum Film passt es indes, denn das bringt noch mehr Nähe zu den beliebten Kultfilm-Vorbildern. Wirklich gut sind bisweilen die Close-ups, in denen Gesichter messerscharf und voll detailliert zum Ausdruck kommen (20’25). Ganz vereinzelt gibt’s mal leichte Doppelkonturen in kurzen Bewegungen und auch Banding-Artefakte lassen sich mal sehen. Dazu gibt’s mal ein paar arg wachsweiche Gesichter aus Halbtotalen in dunklen Bereichen.
Beim Sound muss man leider ein paar Abstriche machen. Denn die Stimmen klingen von Beginn an etwas zu dünn. Gerade der Stadionsprecher wirkt blechern und gequetscht. Außerdem komprimierten die Dialoge und zischen etwas – vor allem, sobald die Action drumherum lauter wird. Auch in Sachen Dynamik könnte es besser sein. Der Sub greift nicht sonderlich druckvoll ein und auch die Filmmusik bleibt erstaunlich flach. Dazu könnten die Surrounds durchweg aktiver sein. Für einen Actionfilm ist hier definitiv zu wenig los.

Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von Final Score gibt’s eine unkommentierte B’Roll sowie sechs untertitelte Interviews mit einer Gesamtlaufzeit von gut einer Stunde. Dazu gesellen sich die Trailer, eine Bildergalerie und Programmtipps.

Fazit

Final Score ist nicht zwingend ein neuer Stirb Langsam. Dafür liefert er zu wenig eigene Ideen. Aber Scott Mann zeigt erneut, dass er Action inszenieren kann. Seine prominenten Darsteller besorgen den Rest und lenken von ein paar ärgerlichen Kleinigkeiten ab.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 40%
Film: 60%

Anbieter: KSM GmbH
Land/Jahr: Großbritannien 2018
Regie: Scott Mann
Darsteller: Dave Bautista, Ray Stevenson, Pierce Brosnan, Lucy Gaskell, Aaron McCusker, Martyn Ford
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 105
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter KSM GmbH)

Trailer zu Final Score

Final Score (Deutscher Trailer) | Dave Bautista, Pierce Brosnan, | HD | KSM

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