First Kill

Blu-ray Review

sfaf
KSM, 22.03.2018

OT: First Kill

 


Vater, Sohn und Mord

Spannender Thriller mit Bruce Willis und Hayden Christensen.

Inhalt

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Welche Ziele verfolgt Howell?

Will ist seit einiger Zeit erfolgreich an der Wall Street. Doch sein Broker-Job hat dazu geführt, dass er sich von seinem Sohn Danny entfremdet hat. Sehr zum Leidwesen seiner Frau kommt er auch am jüngsten Geburtstag des Sohnemanns zu spät. Um es wieder gut zu machen, besinnt sich Will und beschließt, mit ihm ein Wochenende im Wald bei der Tante zu verbringen. Dort möchte er mit ihm auf die Jagd gehen und mal so ein richtiges Vater-Sohn-Männlichkeits-Ritual abziehen. Gerade auch, weil Danny in der Schule derzeit immer wieder verprügelt wird und sich nicht wehren will. Doch schon der erste Ausflug ins Jagdgebiet endet in einer Katastrophe. Auf einer Lichtung beobachten sie zwei Gangster, die sich um irgendeine Geldtasche streiten. Der eine streckt den anderen nieder und bemerkt dabei Will und seinen Sohn. In Notwehr erschießt Will den Aggressor, muss aber feststellen, dass der soeben Getötete zur Polizei gehörte. Der zweite Typ überlebt. Will nimmt ihn mit nach Hause, um ihm zu helfen. Er geht sogar so weit, ihn aus der Gegend in die Stadt bringen zu wollen. Doch dann geht alles schief und der Kerl nimmt Danny zur Geisel. Im Tausch gegen einen Schließfachschlüssel soll Will seinen Jungen wiederbekommen. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn die Polizei unter Führung des windigen Sheriff Howell hat auch noch ein Wörtchen mitzureden …

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Will muss notgedrungen mit Howell zusammenarbeiten

Bruce Willis hatte mit seinem letzten B-Movie Once Upon a Time in Venice zuletzt wieder eine aufsteigende Formkurve zu verzeichnen, nachdem er doch in einigen arg belanglosen Thrillern sein prominentes Antlitz zeigte. In First Kill lockt aber noch ein anderer großer Name – immerhin durfte Hayden Christensen als Anakin Skywalker in einer der erfolgreichsten Kino-Franchises überhaupt mitspielen. Danach bewies er zwar nicht immer ein glückliches Händchen bei seiner Rollenwahl, doch als muffiger Sheriff, der unbedingt den Fall aufklären will – egal, wen er dafür verknacken muss, gibt er eine launige Leistung ab. Ihm gegenüber darf Hayden Christensen kräftig zulangen, wenn er seinen Sohn mit aller Gewalt wieder befreien möchte. Das ist bisweilen schon mal etwas übertrieben und geht über ziemlich viele Polizisten“leichen“, aber spannend und rasant geht es durchweg zu. Schön auch, dass Willis hier nicht nur mal für zwei Minuten seinen Kopf ins Gesicht hält. Seine Screentime ist angemessen hoch und erfreut den Fan.
Das Besondere an der eigentlich schnell erzählten Geschichte, ist aber die Beziehung, die sich zwischen dem Entführer und Danny entwickelt. So wie der eine unerwartete Vatergefühle entdeckt, genießt der andere das spielerische Element, das er mit seinem eigentlichen Dad nie wirklich hatte. Diese Sub-Story steht sinnbildlich für das, was Wills Sohn bei seinem echten Dad vermisst und macht einen großen Teil der Laufzeit aus. Hier schlägt sich vor allem Gethin Anthony als Levi hervorragend, während Debütant Ty Shelton in der Rolle des Danny leider ziemlich unsympathisch rüberkommt. Man ertappt sich schon mal dabei, dem mies gelaunten und aufmüpfigem Bengel die Rückkehr zum Dad verwehren zu wollen. In diesem Element schafft First Kill dann leider zu wenig Bindung zum Zuschauer. Allerdings liegt das auch an der deutschen Synchro, die den Jungen zu hart und schnippisch reden lässt. Im Englischen ist das wesentlich schwächer ausgeprägt und ändert den Ton des Films in diesem Punkt deutlich. Allerdings ändert auch das nicht das arg überdramatische Finale, in dem man der Figur des Danny deutlich zu viel aufbürgt.

Bild- und Tonqualität

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Der Anfang allen Übels

First Kill hat ein ziemlich stark stilisiertes Bild mit teils deutlichen Farbfiltern. Anfänglich, in der großen Stadt, ist es relativ kühl und überkontrastiert. Sobald es in den Wald geht, bestimmen Grüntöne das Geschehen, die schon mal heftig überreißen. Auch Schwarz wird davon in Mitleidenschaft gezogen und bekommt einen sichtbaren Grünstich. Die Schärfe geht durchweg in Ordnung und leidet auch nicht unter Problemen am Rand. Das vorhandene Korn wirkt analog und stört zu keiner Zeit.
Der Sound von First Kill punktet mit guter Räumlichkeit und offener Bühne. Dazu gesellen sich hervorragend verständliche Stimmen. Bruce Willis hat zudem sein angestammtes Synchron-Organ. Teilweise sorgen Naturgeräusche für viel Räumlichkeit und auch die Filmmusik ertönt aus sämtlichen Lautsprechern. Die Tiefbass-Signale beim Score nach knapp einer Stunde bekommt der Subwoofer satt zu tun (57’20). Wenn sich Will mit seinen Gegner prügelt, landen die Punches satt im Heimkino und kurze Schockmomente werden präzise umgesetzt.

Bonusmaterial

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Will möchte seinen Sohn um alles in der Welt befreien

Im elfminütigen Featurette zu First Kill, das sich im Bonusmaterial findet, gibt’s ein paar Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur sowie einige Einblicke in die Dreharbeiten und Stunts. Dazu gesellen sich sieben weitere Interviews.

Fazit

First Kill hätte sich das spekulative und ziemlich pathetische Ende sparen können. Bis dahin hat der Thriller nämlich durchaus seine guten Seiten und überzeugt vor allem in den Momenten zwischen Entführer und gekidnapptem Jungen. Bruce Willis macht grimmigen Dienst nach Vorschrift und Hayden Christensen hat man gerne mal wieder gesehen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 30%
Film: 65%

Anbieter: KSM
Land/Jahr: Kanada/USA/Großbritannien 2017
Regie: Steven C. Miller
Darsteller: Hayden Christensen, Bruce Willis, Megan Leonard, Gethin Anthony, Tyler J. Olson, Shea Buckner
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 101
Codec: AVC
FSK: 16

Trailer zu First Kill

First Kill (Deutscher Trailer) | Bruce Willis, Hayden Christensen | HD | KSM

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