Flucht aus Absolom 4K UHD

Blu-ray Review

Turbine Medien, 04.11.2022

OT: No Escape

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Willkommen im Ferienparadies von Absolom.

Inhalt

John legt sich mit dem Gefängnisdirektor an

Wir schreiben das Jahr 2022: Der Strafvollzug ist nicht mehr in staatlicher, sondern in privatwirtschaftlicher Hand. John Robbins, speziell ausgebildeter Ex-Marine, gerät in Haft, weil er seinen befehlshabenden Offizier umgebracht hatte – freilich aus moralisch nachvollziehbaren Gründen, nachdem man von Robbins verlangt hatte, Zivilisten zu töten. Bereits zweimal konnte John aus Einrichtungen fliehen, weshalb man ihn nun nach „Absolom“ schickt – einer einsamen Insel, auf der nur die Schlimmsten der Schlimmen unterkommen. Kaum dort angekommen, wird John von den Outsiders aufgegriffen – einer barbarischen Truppe unter der Ägide des gnadenlosen Marek. Als John sich dessen Respekt verschafft, bietet der ihm an, unter ihm zu dienen. Doch John zieht es vor, Marek zu demütigen und mit dessen Waffe im Dschungel zu verschwinden. Verletzt wird er dort von den Insidern aufgegriffen – einer autark lebenden Gemeinschaft, die unter dem weisen Arzt „Vater“ in Harmonie lebt. Doch diese Friedlichkeit ist bedroht, denn Mareks Outsider planen einen großen Angriff …

Ankunft auf Absolom

Die 90er waren keine sonderlich gute Zeit für Actionfilme in Deutschland. Hier und da gezeigte Gewaltspitzen sorgten in einer seinerzeit überhitzt geführten Debatte über Gewalt in den Medien schnell für Zensur-Schnitte, Indizierungen oder gar Beschlagnahmungen. Auch Martin Campbels Flucht aus Absolom erging es so. Im Juli 1994 noch problemlos im Kino gelaufen, kam er zunächst in einer Uncut- und in einer um drei Minuten geschnittenen 16er-Fassung auf VHS in den Handel. Die 18er-Version lag dort allerdings nicht lang, bevor sie noch im selben Jahr von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) indiziert wurde. Auch die Mitte 2018 in einigen Mediabooks von Nameless Media veröffentlichte Fassung änderte daran nichts. Erst 2020 rang sich die BPjM durch, den Film vom Index zu nehmen. Höchste Eisenbahn, denn aus heutiger Sicht wird Flucht aus Absolom in seiner Gewaltdarstellung von jeder zweiten Streaming-Serie in den Schatten gestellt. Apropos „Streaming“: Besonders absurd innerhalb der Indizierungs-Geschichte von Absolom ist die Tatsache, dass er seit 2015 ungekürzt im Video on Demand zu sehen ist.

Marek ist der charismatische Leader der Outsiders

Indizierungen lösen beim geneigten Zuschauer nicht selten einen Haben-will-Reflex aus, der manchmal stärker ist als die Qualität des Films selbst. Von der Kritik wurde Flucht aus Absolom seinerzeit nicht gerade wohlwollend aufgenommen. Letztlich nachvollziehbar, weil die Story kaum Innovatives bot. Mit bekannten Versatzstücken aus Mad Max, Die Klapperschlange und Fortress – Die Festung angereichert verläuft das Szenario nach bekanntem Muster und ohne große Überraschungen. Witzigerweise ist das, was die deutsche Bundesprüfstelle zu beanstanden hatte, das Resultat drastischer Zensur im Vorfeld der Produktion. Denn die Romanvorlage The Penal Colony von Richard Herley ist weit brutaler und gewalttätiger als der fertige Film es am Ende zeigte. Im Grunde blieb von der Vorlage lediglich das Motiv des darwin’schen „Survival of the Fittest“. Herley hatte seinen Roman unter den Eindrücken der Thatcher-Regierung geschrieben, die immer repressiver gegen die eigene Bevölkerung vorging. Filme und Medien wurden immer stärker in den Fokus gerückt und dämonisiert. In Penal Colony reflektierte er das Ganze und trieb es auf die Spitze. Man kümmert sich nicht mehr um straffällig gewordene Menschen, sondern schiebt sie auf eine Insel ab, wo man sie ihrem Schicksal überlässt.

Die Insider leben harmonisch und autark

Diese sozialkritische Komponente bringt Flucht aus Absolom in dieser Form nicht rüber, auch wenn das Geschehen durchaus auch als (zugegebenermaßen romantisch-konservativer) politischer Kommentar zu verstehen ist. Während in der Gesetzlosen-Truppe von Marek das Chaos auszubrechen droht, weil der soziopathische Anführer seine Truppe aufgrund des mangelnden Nachschubs an Vorräten kaum mehr zusammenhalten kann, herrscht in der Kommune von Vater Friede, Freude, Eierkuchen – inklusive Pazifismus-Attitüde und selbstgemachten Baumwoll-Leibchen. Wer dort gegen die Gesetze verstößt, wird schlicht ausgestoßen. Anstatt sich großartig mit sozialpolitischer Kritik zu beschäftigen verdichtet Martin Campbell seinen Film zu einer Actionorgie für den gepflegten Männerabend. Kaum ein Film der 90er war derart macho wie Absolom – was sich auch in seiner Besetzung spiegelte, die völlig ohne Frauen auskam. Keine Dame, die Ray Liottas stahlblaue Augen anschmachten konnte und die er als „Belohnung“ für seinen Freiheitskampf am Ende in die Arme schließen konnte. Liotta war übrigens seinerzeit nicht mal Campbells erste Wahl. Der Regisseur hatte Russell Crowe favorisiert, der kurz zuvor in Romper Stomper aufgefallen war. Dem Studio war er damals aber noch zu unbekannt und der ebenfalls vorsprechende Mark Wahlberg schied aus, weil er zu dem Zeitpunkt hauptsächlich mit Gesang und Unterhosen beschäftigt war. Dass Flucht aus Absolom im Laufe seiner Videotheken- und Indizierungslaufbahn zunehmend Kultstatus erreichte, mag daran liegen, dass dem „Verbotenen“ immer das Interesse am Exotischen anhaftet. Aber sicherlich auch daran, dass die mühsam aufgebauten Sets liebevoll ausgestattet wurden und die Szenerie auf der Insel nach wesentlich mehr aussieht als es die 20 Mio. Dollar Budget vermuten ließen. Kameramann Phil Meheux gelang es zudem, die rasanten Szenen äußerst dynamisch einzufangen. Von den ganzen trashigen 90er-Jahre-Actionfilmen hat Absolom die Zeit schon aus visuellen Gründen sehr gut überstanden. Übrigens: Wenn heute an jeder Stelle des modernen Kinos die Woke-Keule geschwungen wird, wo „erzwungene“ Diversität auch nur gerochen wird, sollte man differenziert genug bleiben, um anzuerkennen, dass man diesen „Vorwurf“ auch Absolom machen könnte. Das Phänomen ist so jung also gar nicht. Und schon deshalb vielleicht auch gar nicht so diskussionswürdig, wie es oft hochstilisiert wird.

Bild- und Tonqualität BD

John ist wild entschlossen

2018 hatte Nameless Media die weltweite Blu-ray-Premiere von Flucht aus Absolom übernommen – nach wie vor unter dem Damokles-Schwert der Indizierung. Zwar lag mir diese Blu-ray nicht zum Vergleich vor, viele sagen ihr aber einen eher mauen Kontrast und einen wenig scharfen Eindruck nach. Die Turbine-Blu-ray zeigt sich in der Praxis hingegen in einer wirklich tollen Qualität. Was direkt auffällt, ist der sehr filmische und organische Look. Die Körnung wurde fein reproduziert und erscheint sauber encodiert. Egal, in welcher Einstellung – große Schwankungen in der Körnung, im Look und in der Kontrastierung gibt es nicht. Hautfarben haben vielleicht einen ganz kleinen Touch ins Gelbe, was vermutlich von der UHD Blu-ray etwas ins wärmere Braun hineingehen wird. Für sich genommen ist die Blu-ray farblich aber wirklich wunderbar und sehr natürlich geraten. Keine Farbe übertreibt es, kein Ton ist übertrieben oder zu drastisch. Gleichzeitig ist das Bild sehr gut durchzeichnet und hat keine Probleme, dunkle Bereiche zu offenbaren. Dennoch ist die Kontrastdynamik sehr gut und Schwarz wirkt nicht aufgehellt. Die Sauberkeit des Materials ist gut, wenngleich nicht sämtliche Blitzer oder Schmutzpartikel restlos entfernt wurden. Mit ein paar wenigen, die noch sichtbar sind, kann man aber sehr gut leben. Auch mit der ganz leichten Posterisation bei 3’21 im orangefarbenen Hintergrund oben.

John hat einen jungen Fan

Wie schon bei einigen Titeln zuvor hat Turbine erneut den Ton auch bei Flucht aus Absolom komplett in Eigenregie neu bearbeitet. So kommt bereits die Blu-ray mit nativem Dolby Atmos fürs Deutsche und Englische (nebst einem DTS-2.0-Sound). Abgemischt wurde das Ganze (wie schon bei Twister oder Possessor) in den CSC Studios. Und in puncto Basseinsatz darf man hier bereits von Beginn an frohlocken. Während des Scores zu Beginn und vor allem des Einmarschs der Soldaten und der anschließenden Feuerexplosion gibt’s reichlich und satt Tiefbass. Und das auch immer wieder in den entsprechenden Actionszenen oder bei massivem Einsatz des Scores (25’20). Absolut heftig ist die Einfahrt des Shuttles nach 3’40, bei dem dann schon mal die Gläser im Schrank wackeln. Erfreulich ist auch die Defektfreiheit während der feineren Geräusche – beispielsweise bei den Sounds, die der Computer nach rund fünf Minuten von sich gibt. Die Dialoge sind klar und verständlich, die Filmmusik klingt ausgewogen und die Räumlichkeit im Dschungel ist wirklich klasse. Wer nicht auf einen etwas aufdringlichen Bass setzt, dem sei vielleicht die etwas dezentere Auro-3D-Spur empfohlen, die man über die 4K-Scheibe bekommt.

Kein Erbarmen bei Regelverstößen

Nehmen wir die Höhen-Ebene der Atmos-Fassung hinzu, so hört man den Score von Beginn an immer mit von oben, was zu einer insgesamt größeren Atmosphäre führt. Das gilt auch für die Stimmen, die man leicht säuselnd von oben vernimmt, wenn man sich die Deckenlautsprecher mal isoliert anhört. Allerdings wirkt das insgesamt doch eher wie ein genereller Upmix, denn was zunächst fehlt, sind die dedizierten 3D-Sounds (bspw. Helikopter bei 13’00). Außerdem murmelt das Ganze subjektiv gehört mit leichtem Flanger-Effekt (33’33, 35’35) vor sich hin. Die englische Atmos-Fassung vermeidet zwar das Übersprechen der Dialoge auf den Heights während der Außenszenen weitgehend, klingt aber während der Szenen am Meer noch stärker nach zischelndem Flanger über die Heights (35’34). Bei der Ankunft im Dschungel gibt es dann allerdings tatsächlich erstmals explizite Höhen-Effekte in Form von schreienden Tieren über die Heights. Dass die Dialoge im Urwald nicht mehr (bzw. nur sehr! dezent) von oben zu hören sind, macht natürlich Sinn, da sie sich nicht in Räumen fangen, wo sie von Decken oder Wänden widerhallen. Wenn aber Marek mehrfach laut brüllt, hört man von oben praktisch gar nichts. Das hätte man etwas logischer gestalten können – zumal in den Hütten, die wahrlich keine Wände haben, von denen es hallen könnte – wieder Dialoge von oben zu hören sind (ab 30’00) – und das etwas schwankend, mal kurze Fetzen lauter, mal leiser. Das klingt (isoliert betrachtet) manchmal, als würde man an einem Radio ganz leicht von der idealen Frequenz weg- und wieder hindrehen. Ebenfalls nicht schön klingt der Hubschrauber nach etwas über 41, dessen Rotorgeräusche durch einen Dialog unterbrochen werden. Dieses leichte Flanging/Phasing hört man auch während der epischen Schlacht nach knapp einer Stunde, bei der die Höhenspeaker indes sehr gut zu tun bekommen. Ähnlich gut wie beim Regen nach etwas über 80 Minuten. Allerdings auch hier: Hörbare Flanging-/Phasing-Effekte.

Bild- und Tonqualität UHD

Ob SAW sich was abgeschaut hat?

Flucht aus Absolom wurde natürlich analog gefilmt – und zwar auf 35-mm-Filmmaterial. Aufgenommen wurde mit der Arriflex 35 BL4. Ausgehend vom verfügbaren Material hat Turbine ein 4K-Remastering vorgenommen und es mit einem HDR10- sowie Dolby-Vision-Grading versehen – inklusive Farbraum im Rahmen von Rec.2020. Schaut man sich die UHD Blu-ray an, ist zunächst die dunklere Abstimmung auffällig. Diese ist zwar hier und da etwas düster geraten, holt aber bei den helleren Szenen mehr Kontrast und Differenzierung heraus (Himmel 42’58). Die Farben sind auf Gesichtern, wie vermutet, weniger gelb-, dafür mehr braunbetont und noch natürlicher. Gerade auf der Insel ist die Farbgebung insgesamt noch sichtbar harmonischer. Die grünen Pflanzen und Elemente auf dem Eiland sind durchweg kräftiger grün und das Meer ist noch satter türkisfarben. Überdies vermeidet die bessere Farbauflösung der UHD Blu-ray die Posterisationseffekte bei 3’21. Feuer bekommt über die HDR-Scheibe mehr Orangeanteile und zeigt mehr Kontrastdynamik und Differenzierung (86’22). Das sieht schon beeindruckender aus, auch wenn die echten Spitzlicht-Highlights durchgängig etwas fehlen. Dass wir es nicht mit nativem 4K-Material zu tun haben, kann man durchaus erkennen – ebenso wie die manchmal etwas künstlich wirkende Schärfe. Zwar ist die generelle Detailauflösung nicht besser als bei der neuen BD, doch dafür sorgt das hochwertigere Encoding sowie der größere Datenstrom (die Fassung der UHD-BD ist satte 50 GB größer) für mehr Abbildungsklarheit. Die Körnung (egal, welchen Ursprungs sie nun ist) gerät sichtbar feiner und in Verbindung mit dem besseren Encoding sind gerade Gesichter im Hintergrund besser erkennbar – selbst bei sehr dunklen Verhältnissen (45’42). In Summe ist die 4K-Scheibe auch ohne native 4K-Auflösung die bisher bestmögliche Variante, Absolom anzuschauen. Auch wenn einige hier trauern werden, dass es sich nicht um einen frischen 4K-Scan handelt.

Blu-ray (2’34): (Slider ganz nach rechts): Die Hauttöne der Blu-ray sind durchweg etwas gelbbetonter – auch in dieser feuerrot-unterlegten Szene.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD hat wärmere Tendenzen.

Blu-ray (3’21): (Slider ganz nach rechts): In dieser besonders schwierigen Farbauflösungsszene ist das Encoding der Blu-ray nicht optimal. Im oberen Bereich sieht man die Körnung nicht mehr – im laufenden Bild wirkt das wie ein Posterisationseffekt.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD kann aufgrund des besseren Encodings und der höheren Farbauflösung diese Szene besser darstellen.

Blu-ray (16’38): (Slider ganz nach rechts): Die Unterschiede in der Helligkeit sind erkennbar …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … die Hauttöne sind brauner und schmuddelig-authentischer.

Blu-ray (20’10): (Slider ganz nach rechts): Auch bei den nächsten beiden Vergleichsbildern sind die Differenzen in den Hauttönen erkennbar.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die eher gelbbetonten Hautfarben haben über die UHD Blu-ray mehr Rotanteile.

Blu-ray (28’45): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Blu-ray (90’52): (Slider ganz nach rechts): Die Sonnenuntergangsstimmung …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … kommt über die UHD-BD dramatischer rüber.

Blu-ray (112’57): (Slider ganz nach rechts): Gegenüber der Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wirkt die UHD-BD dunkler, aber auch dynamischer, intensiver.

Jeder packt mit an

Ebenso wie die Blu-ray auch, hat man die UHD Blu-ray mit Dolby Atmos versorgt. Darüber hinaus enthält die 4K UHD-BD exklusiv eine Auro-3D-Tonspur, die Turbine ebenfalls hat anfertigen lassen. Hierfür waren dann wiederum die Galaxy Studios verantwortlich. Besitzer von Auro-Systemen mit entsprechendem Setup bekommen hier also eine 13.1-Spur, die (nicht ganz unerwartet) im Bass weniger aggressiv zupackt. Das war ganz ähnlich bei den bisherigen Auro-3D-Abmischungen des Studios auch schon. Was nicht bedeutet, dass es hier nicht auch mal druckvoll zugehen kann. Die Ankunft des Shuttles ist auch hier richtig kraftvoll (3’40). Insgesamt ist die Auro-Version rund 5-6 dB leiser eingepegelt als die Atmos-Fassung, was nach dem Dreh am Lautstärkeregler wieder für gleiche Verhältnisse sorgt. Ansonsten klingen beide 3D-Sound-Fassungen über die reguläre Ebene sehr ähnlich und gleichermaßen gut. Was die Auro-3D-Tonspur durchweg besser macht, ist die akustische Darstellung der Stimmen auf den Heights. Sie arbeitet hier logischer. So bekommt man die Ansage des Hologramms nach 3’50 als echten 3D-Sound, während es dort bei der Atmos-Fassung nur leise murmelt (wie bei fast allen Dialogen). Die Dialoge, die von den Decken und Wänden innerhalb der Innenraumszenen widerhallen, werden sauberer wiedergegeben und vermeiden den Flanger-Effekt völlig. Die Tierschreie ab 13’50 kommen noch mal etwas prägnanter rüber und das geschäftige Treiben an den Bauwerken bei Minute 27 klingt sehr authentisch. Auch die zischelnden Flanging-Geräusche in der Szene am Meer vermeidet die Auro-Tonspur. Sie lässt hier verhältnismäßig sauberes Meeresrauschen vernehmen. Sauber und als echter 3D-Soundeffekt kommt auch der Helikopter nach 41’05, der über die Atmos-Fassung nicht gut klingt und von unsauber klingenden Dialogen auf der Höhen-Ebene unterbrochen wird. Der Auro-3D-Fassung gleich ist die Tatsache, dass man nur die deutschen Dialoge überhaupt von den Heights hört, während die englische Atmos-Tonspur hier klarer trennt. Der Regen nach etwas über 80 Minuten fällt über die Auro-3D-Fassung angenehmer und ohne Flanging-Effekt – allerdings auch weniger lautstark.

Bonusmaterial

Mächtige Waffe

Das Bonusmaterial von Flucht aus Absolom befindet sich ausschließlich auf der dritten Blu-ray. Die Filmdisks haben jeweils nur den Trailer an Bord. Die Bonusscheibe hält unter „Legenden von Absolom“ fünf neue Interviews mit Regisseur Martin Campbell (23 Min.), Produzentin Gale Anne Hurd (27 Min.), Kameramann Phil Meheux (31 Min.), Stunt-Koordinator / 2nd Unit Regisseur Conrad E. Palmisano (46 Min.) und Autor Joel Gross (ca. 18 Min.) bereit. Alle Interviews sind untertitelt und die fünf Gesprächspartner sind allesamt sehr entspannt und erzählfreudig. Überraschend selbstkritisch auch, wenn Martin Campbell einige seiner Filme als „lausig“ bezeichnet. Besonders Kameramann Phil Meheux kommt charmant und sympathisch rüber. Man könnte ihm noch stundenlang zuhören, wie er Anekdoten vom Set erzählt – beispielsweise von dem Statisten (von rund 400, die an diesem Tage aus den umliegenden Städten versammelt wurden und eine bestimmte Angriffsszene drehen sollten) der als einziger keine Lust hatte, sich ausziehen zu lassen, um einen Lendenschurz anzuziehen und sich schwarz anmalen zu lassen. Er trat den langen Weg zurück in die Stadt zu Fuß an. Das Making-of-Featurette sowie das Promo-Featurette sind älteren Datums und in SD-Qualität. Obendrauf gibt’s ein 40-seitiges Booklet im Mediabook.

Fazit

Flucht aus Absolom gehört zu den Guilty-Pleasures der 90er-Jahre-Videotheken-Actioner. Turbine gebührt der Dank, das Ganze nun erstmals ganz offiziell und ohne Indizierung einem breiten Publikum zugänglich gemacht zu haben. Zwar sind die Mediabooks ausverkauft, aber eine nicht limitierte Fassung wird sicherlich nachgereicht. Und dann wird jeder in den Genuss der bisher bestmöglichen Bildqualität kommen, die über die Blu-ray schon sehr gut ist und von der UHD-BD aufgrund des besseren Encodings noch mal übertrumpft werden kann. Schade dennoch, dass kein natives 4K-Material zustande kam. Akustisch empfiehlt sich die Auro-3D-Fassung, die über die Höhenkanäle besser trennt und Flanging-Effekte vermeidet.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 75%
Bildqualität UHD: 75%

Tonqualität Atmos BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 80%
Tonqualität Atmos BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität Atmos BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 50%

Tonqualität Atmos BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität Atmos BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität Atmos BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 55%

Tonqualität Auro 3D UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 80%
Tonqualität Auro 3D UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität Auro 3D UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 75%

Tonqualität Auro 3D UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität Auro 3D UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität Auro 3D UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 80%
Film: 70%

Anbieter: Turbine Medien
Land/Jahr: USA 1994
Regie: Martin Campbell
Darsteller: Ray Liotta, Lance Henriksen, Stuart Wilson, Kevin Dillon,
Tonformate BD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en // DTS 2.0: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en // Auro 13.1: de, en // DTS 2.0: de, en
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 118
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 1000 Nit
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Turbine Medien)
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Trailer zu Flucht aus Absolom

FLUCHT AUS ABSOLOM (1994) mit Ray Liotta | Extended Trailer Deutsch/German | HD


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

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14 Kommentare
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Jacob

Eine 75% Bildwertung für eine Disk die nur so vor künstlichem Nachschärfen strotzt !?
Und dann diese ganze heimlichtuerei von Turbine anstatt einfach mal genau zu sagen was hier eigentlich überhaupt gemacht wurde. Leider sind die Verkaufszahlen mal wieder sehr gut und Turbine wird sich positiv bestätigt fühlen.
Naja, viel Spaß beim schauen wem so ein Bild gefällt.

Jacob

Close-ups und Aufnahmen in mittlerer Distanz sehen eigentlich auch recht gut aus aber der bereits erwähnte Schärfefilter + künstliches, Computer generiertes Filmkorn sind für mich viel mehr Minus als 25% vor allem im Vergleich zu anderen UHDs die du bewertet hast. Dafür muss ich nichts vergrößern weil das ist so krass sichtbar auf jedem Bildschirm.
Ich kann mir nicht selber ein Bild machen weil so eine Arbeit ist mir keinen Cent wert. Gratis gucke ich mir die Disk gerne an.

Geier79

Klasse Review, was mich sehr gefreut hat. Ich habe derbe Lust auf den Film im neuen Technikgewand. Hoffentlich dauert es nicht allzu lange, bis die 4K Scheibe für normalsterbliche zu kaufen ist. Jetzt bitte noch ein gute 4K Fassung von Doomsday. Ich schaue die beiden Filme immer gerne im Double Feature.

Unperson

Danke für das tolle Review. Was ich nicht verstanden habe, ist die Frage, ob der Film upscaled ist? Du hast erwähnt, dass die Disc nicht nativ 4k ist. Vielen Dank, im voraus.

dc_coder_84

Die Wimpern im ersten Slider sind auf jeden Fall viel schärfer.

Im 5. Slider fehlt der Kommentartext.

Oliver Rockenbach

Liebe Timo, vielen Dank für deine Rezension. Deine Rezension Im Rahmen der Tonspur Auro3D und dem Hinweis in deinem Fazit, muss ich 100% widersprechen. Es scheint so du hast einen anderen Film gesehen als ich.
Die Auro3D-Spur ist tot !!! Keine Emotion, kein Bass, keine Dynamik, einfach Tod. Ich als bekennender Auro3D Fan und Inhaber von allen auf der Welt erschienenen Filmen in Auro3D erlaube mir daher dir hier 100% zu widersprechen. Mit hochpegeln von 5-6 db ist es hier leider nicht getan. Ich habe sogar noch höher gepegelt um einen eventuellen niedrigeren Abmischungslevel auszugleichen. Nein, diese Tonspur ist traurig für das Format Auro3D und hätte so nicht veröffentlicht werden dürfen. Die Atmosspur rein und du siehtst einen anderen Film ! Gerne lade ich dich einmal ein um mal einen Vergleich dieser Scheibe und im Gegensatz dazu anderer Auro3D Spuren zu zeigen in der es richtig germacht wurde. Viele Grüße Oliver

Doktor Monroe

Juhu! Ich hatte mich ja gerade erst an anderer Stelle hier, an den Streifen erinnert und mich mehr oder weniger über ein fehlendes UHD Release beklagt. Ich hatte eine neue US Blu Ray auf dem Schirm – aber die Turbine ist mir völlig entgangen, hier greife ich sofort zu.

Bekommst Du bei Turbine eigentlich auch einen kleinen Obolus, wenn man über den Affiliate Link kauft? Einen solchen vermisse ich nämlich noch. Ich warte mal noch einen Augenblick mit dem Kauf, falls Du noch einen einfügst – denn gekauft wird das Teil, sowas von! Ich mochte den Film schon immer. Also schuldig im Sinne der Anklage.

Hans-Ingo Trompeter

Das Ding ist bei Turbine längst ausverkauft, daher wohl auch kein Link.