Future World

Blu-ray Review

Future World Blu-ray Review Cover
Tiberius Film, 22.11.2018

OT: Future World

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Das rote Fieber

Bizarrer Sci-Fi-Streifen, der gerne im Fahrwasser von Mad Max schwimmen würde.

Inhalt

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Prinz‘ Mutter hat das rote Fieber

Der technologische Fortschritt war unaufhaltsam. Die Robotik übernahm nahezu alle Funktionen der modernen Welt – bis sie zusammenbrach. Nun ist die Erde ein apokalyptischer Platz, in dem Wasser, Benzin und Munition die wertvollste Währung sind und in dem Sex die einzige Ablenkung von der Trostlosigkeit ist. In dieser Welt bricht der junge Prinz auf, um für seine schwer kranke Mutter Medizin zu besorgen. Die soll er angeblich in Paradise Beach finden, einer Oase in der Einöde. Auf seinem Weg trifft er auf einen üblen Warlord, der mit Ash unterwegs ist. Ash ist einer der letzten Androiden, die die Apokalypse überlebt haben – eine tödliche Waffe in den Händen des Warlords. Ash jedoch verfolgt eigene Ziele und schlägt sich bald auf die Seite des Jungen. Gemeinsam ziehen sie Richtung Paradise Beach, treffen aber bald auf eine üble Drogen-Queen, die ihnen das Leben schwer macht. Ob der Prinz seine Mutter dennoch retten kann …?

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Warlords jüngste Errungenschaft: Android Ash (rechts)

James Franco hat sich in den letzten Jahren als äußerst vielbeschäftigter Akteur vor UND hinter der Kamera gezeigt. Das auch deshalb, weil er seit einigen Jahren an der UCLA School of Theater Filmklassen unterrichtet und die daraus entspringenden Filmemacher gerne mal unterstützt (bspw. in Don Quijote von der Mancha). Future World gehört im weitesten Sinne auch zu diesen Filmen. Denn Bruce Thierry Cheung, eigentlich Kameramann, hat nun schon zum wiederholten Male mit Franco zusammengearbeitet – unter anderem auch bei The Color of Time, der seinerzeit von einigen Absolventen der UCLA inszeniert wurde. Dass Franco als Co-Regisseur gelistet ist, deutet darauf hin, dass er seinem Kollegen unterstützend unter die Arme griff. Und weil sich um Franco gerne durchweg bekannte Leute scharen, sieht man Lucy Liu, Milla Jovovich sowie Rapper Snoop Dogg und Method Man durch die Szenerie wandern. Eine Szenerie, die irgendwo in den Trash-Niederungen eines Mad Max zu suchen ist und die die ewig gleiche Prämisse (Apokalypse nach technologischem Zusammenbruch) in zahlreiche Nackedei- und Gewaltbilder hüllt. Dialoge werden hauptsächlich von sexistischen Einzeilern den Damen gegenüber getragen, was man einem Snoop Dogg sicherlich abnimmt (man schaue sich mal dessen unzensierte Rap-Videos an), die aber aus Francos (mit fauligen Zähnen verunstalteten) Mund irgendwie seltsam klingen – selbst wenn man die im Zuge der metoo-Debatte gegen ihn geäußerten Anschuldigungen mit einbezieht.
Wirklich gar nicht geht die Tatsache, dass man die Damen im Strip-Club mit Elektroschocks gefügig macht – Schöne Neue Welt für Sadisten.

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Ash schlägt sich auf Prinz‘ Seite

Visuell, wie beschrieben, einem Mad Max nahestehend, sind es auf einer anderen Ebene die an Vangelis erinnernden Klangteppiche des Scores. Blade Runner hatte man also durchaus auch im Kopf, als man sich in die Colorado-Wüste nahe der Grenze zu Mexiko verzog, um die Dreharbeiten von Future World zu realisieren.
Der Schauplatz ist es dann tatsächlich, der einen gewissen Reiz ausmacht. Denn es sieht schon cool aus, wenn die Schergen des Warlord auf ihren Bikes quer über Dünen unter sengender Sonne für Action sorgen. Und auch Prinz‘ Drogentrip ist optisch ansprechend umgesetzt. Außerdem sind diese Szenen eine Plattform für einen ziemlich extrovertierten Auftritt von Milla Jovovich als Drug-Queen. Die in der Ukraine geborene Aktrice scheut sich nicht davor, mal so richtig daneben zu agieren und genauso wie Franco selbst eher zu chargieren als zu schauspielern. Gegenüber den beiden prominenten Namen fasst sich Jeffrey Wahlberg (der Neffe von Donnie und Mark) ein Herz und spielt die bekannten Kollegen glatt an die Wand. Auch Model Suki Waterhouse gibt als Ash eine gute Figur ab – und das nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes.
Eine ganz nette Action-Sequenz gibt’s dann noch, wenn Warlord in Drug-Queens Bruchbude eindringt und die beiden in langen One-Shots bei ihren Kampf-Szenen gefilmt werden. Auch dann sind die Dialoge zwar nach wie vor von der üblen Proll-Sorte, aber inszenatorisch macht das immerhin Spaß.

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Das wiederum findet Warlord gar nicht witzig

Bild- und Tonqualität

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Drug-Queen konsumiert – ähm … Drogen

Das Bild von Future World entspricht der Wüsten-Szenerie und ist vornehmlich braun. Ein paar grüne Flecken vereinzelter Sträucher gibt es noch, ansonsten frisst man als Zuschauer hier feinsten Quarzsand in authentischer Farbgebung. Der Kontrastumfang geht in Ordnung, Schwarz hinterlässt meist einen satten Eindruck. Ausnahmsweise passen die eingesetzten Lens-Flare-Effekte hier auch ganz gut und vermitteln noch ein bisschen mehr die Atmosphäre von Staub und Hitze.
Grundsätzlich erscheint die Szenerie auch ganz gut aufgelöst (Totale in der Nacht zu Beginn), doch es gibt auch vereinzelte Szenen mit reichlich Artefakten (1’01).
Akustisch muss Future World den Vergleich mit Big-Budget-Produktionen nicht scheuen. Sämtliche Actionszenen präsentieren sich mit breiter Bühne und sehr räumlich. Die Natur- und Tiergeräusche gelangen rundum schön zur Geltung und die knarrenden Motorräder werden so authentisch reproduziert, wie man es sich vorstellt. Dazu kommt ein satter Bass während der Disko-Szenen (20’35). Im Finale allerdings hätte der Score noch etwas mehr Druck vertragen.

Bonusmaterial

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Hat sie wirklich das Heilmittel gegen das rote Fieber?

Im Bonusmaterial von Future World gibt’s neben Programmtipps und Originaltrailern noch ein Behind the Scenes, das gut 13 Minuten läuft und Franco erklären lässt, wie er auf die Story kam. Allerdings wird die Viertelstunde mehr mit Filmszenen gefüllt als dass es hintergründige Aussagen zur Produktion gibt.

Fazit

Future World hat ein paar schöne Aufnahmen der tollen Kulisse sowie einige respektable Acitionszenen zu bieten – inhaltlich ist das Ganze aber reichlich dünn und die von einsilbigen Kraftausdrücken getriebenen Dialoge tragen auch nicht gerade dazu bei, einen gewissen Anspruch zu erfüllen. Gegenüber Franco und Jovovich agieren aber wenigstens Wahlberg und Waterhouse leidenschaftlich und überzeugend.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 75%
Tonqualität (Originalversion): 75%
Bonusmaterial: 30%
Film: 55%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2017
Regie: James Franco, Bruce Thierry Cheung
Darsteller: Suki Waterhouse, Jeffrey Wahlberg, James Franco, Milla Jovovich, Lucy Liu, Rumer Willis, Snoop Dogg, Method Man
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 88
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)

Trailer zu Future World

Future World (2018 Movie) Official Trailer – James Franco, Milla Jovovich, Lucy Liu

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