Gandhi 4K UHD

Blu-ray Review

Sony Pictures Home Entertainment Germany, 06.08 2020
Sony Pictures Home Entertainment Germany, 05.03.2009

OT: Gandhi

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Wider die Gewalt

Sir Richard Attenboroughs Filmepos erscheint im Rahmen der Columbia Classics Collection auf UHD. Wie gut ist die Disk?

Inhalt

Als junger Mann will Gandhi in Südafrika etwas bewirken

Mohandas Gandhi ist 24, als er, der in London studierte und in Indien als Anwalt arbeitende Mann nach Südafrika geschickt wurde, um einen Fall zu übernehmen. Doch schon die Anreise gerät problematisch, da man ihn im Zug rassistisch behandelt und letztlich hinauswirft, weil er sich weigert, in die 3. Klasse zu wechseln. Am eigenen Leib spürt Gandhi die Apartheid in Südafrika und beginnt, sich gewaltfrei zu wehren. Immer mehr Menschen schließen sich ihm und seiner Philosophie an, da es viele in Südafrika lebende Inder gibt, die unter der aktuellen Bedingungen leiden. In der ganzen Zeit entwickelt Gandhi eine immer kritischere Haltung gegenüber den Briten und setzt mit seiner Arbeit alles daran, dass Indien von England unabhängig wird. Immer wieder kommt es dabei zur Gewaltanwendung der Kolonialmacht gegenüber den Indern. Doch Gandhis Einstellung ändert sich nicht: Der gewaltfreie Widerstand ist der wirkungsvollste, den es gibt …

Die Inder Südafrikas hören Gandhi zu

In der (sozial)politischen Historie gibt es sicherlich einige Menschen, deren Namen so bekannt sind, dass sie auch heute noch (fast) jeder kennt. Allerdings gibt es wohl nur wenige Figuren, bei deren Namensnennung man nicht nur ein Bild des Menschen vor Kopf hat, sondern auch gleich eine komplette Weltanschauung; deren Name so schillernd ist, dass man schon beim Gedanken etwas in Ehrfurcht versinkt. Ghandi ist so einer.
Und weil man das ungeheuer bewegte und ereignisreiche Leben des 1869 in Porbandar/Indien geborenen Mohandas Ghandi nicht mal eben kurz abhandeln kann, nahm sich Sir Richard Attenborough 1982 satte 191 Minuten Zeit, sein Biopic über ihn zu verfilmen. Und das ist nur die Spitze und das Resultat dessen, was 20! Jahre brauchte, um überhaupt realisiert zu werden. Denn der damalige Schauspieler Richard Attenborough wurde schon 1962 von Motilal Kothari, einem Anhänger Gandhis und Beamten der High Commission of India in London, angesprochen, ob er nicht einen Film über den berühmten Widerstands-Pazifisten machen möchte. Attenborough las daraufhin eine Biographie über Gandhi und verbrachte in der Folge genau 18 Jahre damit, den Film zu realisieren.
Dabei ging der Brite soweit, den damaligen (ersten) Premierminister Indiens, Jawaharlal Nehru, zu treffen, der schon zehn Jahre vorher zugesagt hatte, dass man einen Film über Gandhi drehen könne. Doch Nahrus Tod 1964 war ein herber Rückschlag für die Produktion.

Gewaltloser Widerstand

Dann tauchte plötzlich auch noch Konkurrenz auf, denn David Lean und sein Produzent Sam Spiegel wollten nach Die Brücke am Kwai ebenfalls ein Biopic über Gandhi machen – mit Alec Guinness als Hauptdarsteller. Doch final zogen sie dann doch die Geschichte von Lawrence von Arabien vor. Als dann auch noch Kothari verstarb, drohte das ganze Projekt zusammen zu brechen. Mitte der 70er startete Attenborough erneut einen Versuch, doch aufgrund von inneren Unruhen und der Proklamation des Ausnahmezustands durch die damalige Premierministerin Indira Gandhi, war es erneut unmöglich, den Film voran zu treiben – jedenfalls nicht, wenn man an Originalschauplätzen drehen wollte. Erst nach Beeindigung des Ausnahmezustands schaffte Attenborough es mit seinem Koproduzenten, Indira Gandhi von dem Projekt und einer Teilfinanzierung zu überzeugen. Ein Großteil des Budgets kam demnach nicht von großen US-Filmstudios, sondern aus kanadischen und indischen Töpfen.
Was Richard Attenborough dann aber mit seinem 22 Mio. Dollar Film realisierte, sollte jede Anstrengung der vorherigen 20 Jahre vergessen machen. Über einen Zeitraum von rund einem halben Jahr drehte der Regisseur an zahlreichen Originalschauplätzen in Indien, setzte die seinerzeit größte Anzahl von Statisten für die Beerdigungsszene ein (300.000 Frauen und Männer wurden rekrutiert, von denen über 100.000 reine Freiwillige ohne jede Bezahlung waren) und filmte Material, das zunächst einen vierstündigen Film ausmachte.

Nicht immer einer Meinung: Gandhi und seine Frau Kasturba

Schweren Herzens entfernte man noch eine knapp Stunde, bevor Gandhi dann im November/Dezember in die Kinos kam.
Umso erstaunlicher dafür, dass ein über drei Stunden langer Film, dessen Titelfigur Pazifist mit grenzkommunistischer Attitüde war, im Amerika der Reagan-Ära satte 52 Mio. Dollar einspielen konnte. Und damit nicht genug: Bei den 55. Oscarverleihungen 1983 gewann Gandhi acht Auszeichnungen bei elf Nominierungen. Lediglich für den Original Score, den besten Soundmix und das beste Make-up ging er leer aus. Demgegenüber steht der Gewinn in den Hauptkategorien: Beste Regie, Bester Film, Bester Hauptdarsteller und bestes Original-Drehbuch. Ein Triumph für Attenborough, ein Triumph für den epischen Film und eine post-mortem-Verbeugung vor dem Leben und Wirken Gandhis.
Und die Auszeichnungen bekam er vollkommen zu Recht. Denn wenn ein 191 Minuten langer Film, der praktisch ausschließlich aus Dialogen besteht, von der ersten Minute an derart fesselt, hat eine ganze Menge Menschen innerhalb der Produktion etwas richtig gemacht. Und das, obwohl er inhaltlich das Ende vorweg nimmt und obwohl er eine Spanne von 55 Jahren umspannt, in der Gandhi unglaubliche viele Dinge erlebt und verändert hat. Weiterhin ist auch heute noch beeindruckend, wie schnell man aufgewühlt und emotionalisiert ist, wenn man die unfaire Behandlung ihm und seinesgleichen gegenüber sieht. Dass er in Südafrika (obwohl hoch angesehener Anwalt im Dienste des British Empires) als Mensch dritter Klasse aus dem Zug geworfen wird und auf der Straße nicht den Bürgersteig benutzen darf, ist nicht nur für Gandhi ein Schock. Es führt auch dem Zuschauer vor Augen, wie drastisch die britische Kolonialverwaltung in Südafrika seinerzeit von Rassismus durchsetzt war. Gerade während der Szenen, in denen Gandhi und seinen Leuten schreiendes Unrecht widerfährt, sitzt man mit der Faust in der Tasche vor der Leinwand.

Besuch in Gandhis Ashram

Attenboroughs Inszenierung bietet dafür aber (natürlich) keinen Katalysator nach dem Motto: Gewalt erzeugt Gegengewalt. Vielmehr ist es bis heute beeindruckend, wie packend der Regisseur inszeniert hat, dass gewaltloser Widerstand am Ende schlauer und effektiver ist als das Motto „Auge um Auge“. Auch wenn man es als Zuschauer kaum nachvollziehen kann, wie man trotz massiver Unterdrückung derart beharrlich gewaltfrei bleiben kann – als Vorbild kann und sollte Gandhi auch heute noch dienen. Selbst wenn Attenboroughs Film seine Hauptfigur ein wenig zu heilig charakterisiert.
Dass der Film dennoch auf dem Boden bleibt, ist keinem anderen als Ben Kingsley zu verdanken. Der britische Schauspieler, dessen Vater indische Wurzeln hat, war seinerzeit als Shakespeare-Bühnendarsteller aktiv und lockte so die Aufmerksamkeit der Produzenten auf sich. Ihm spielte es in die Hände, dass er seinerzeit als 39-jähriger noch zu den jüngeren Auswahlkandidaten gehörte und dementsprechend authentisch den 23-jährigen, aber auch den über 70-jährigen Gandhi spielen konnte. Seinem nuancierten, zurückgenommenen und deshalb herausragendem Schauspiel verdankt Gandhi bis heute seinen Ruf als grandioses Biopic. Manchmal muss man schon genau hinsehen, um den (später) glatzköpfigen Kingsley von seinem realen Vorbild zu unterscheiden. Und manchmal hat man deshalb schon fast das Gefühl, einer Dokumentation und nicht einem Spielfilm zuzuschauen.
Dass Sony Pictures sich entschloss, Gandhi mit in seine Classic-Collection aufzunehmen, ist deshalb praktisch selbsterklärend. Denn neben einem militärisch agierenden und für Revolution sorgenden Lawrence von Arabien zeigt Gandhi die komplett andere Art und Weise, politische Umwälzungen hervor zu bringen.
Schade nur, dass den Erben Gandhis die Politik und Ideale des Vorbilds nach und nach wieder aus den Händen zu gleiten scheinen …

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Format: Blu-ray
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Erscheinungstermin: Thu, 06 Aug 2020
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Bild- und Tonqualität BD

Gandhi hat stets ein offenes Haus

Die der UHD beiliegende Blu-ray von Gandhi entspricht jener vom März 2009 – also einer etwas betagten Umsetzung des Films. Allerdings nicht zwingend einer schlechten. Sieht man von einigen Szenen ab, in denen die Körnung unangenehm vordergründig ist (Godses Gesicht bei 1’47), wirkt das analoge Filmkorn der 35-mm-Vorlage authentisch eingefangen. Man mag hier und da eine leichte Filterung erkennen, wenn gewisse Einstellungen etwas softer/weicher wirken. Dazu kann man bei genauem Hinsehen auch schon mal leichte Nachschärfungs-Artefakte sehen, aber dafür sind die Kontraste ansprechend eingefangen worden und Farben kommen kräftig rüber. Hervorragend ist auch der Schwarzwert, der entsprechende Kleidung satt wiedergibt. Gezoomte Halbtotale leiden schon mal etwas unter einer gewissen Unschärfe. Objektivbedingte Randunschärfen (vornehmlich im unteren Bereich) sowie ein paar überstrahlte Weißpartien kommen noch hinzu. Dennoch: Für eine bereits elf Jahre alte Blu-ray von einem (damals) 27 Jahre alten Film kann sich das wirklich sehen lassen.
Gandhi lieferte (damals noch vorbildlich, bei Sony Pictures Germany) 2009 eine verlustfreie True-HD-Kodierung in 5.1. Diese konzentriert sich, wie der Film selbst, auf die Dialoge. Und das macht sie sehr gut. Bisweilen ist die Synchro sogar besser verständlich als der O-Ton.
Die englische Fassung ist ebenfalls mit True-HD kodiert und kommt im direkten 1:1-Vergleich etwas lauter und einen Hauch dynamischer rüber. Allerdings gibt’s auch hier nicht wirklich satte Musik oder gar entsprechende Toneffekte zu hören.

(1607 Kundenrezensionen)
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Format: Blu-ray
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Erscheinungstermin: Thu, 05 Mar 2009
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Bild- und Tonqualität UHD

Madeleine Slade (später: Mirabehn) unterstützt Gandhi in dessen Kampf

Für die UHD-BD-Veröffentlichung von Gandhi spendierte Sony Pictures einen komplett neuen Scan des Original-35-mm-Filmnegativs in 4K. Ausgehend von den Filmaufnahmen, die damals mit Panavision-Kameras vollzogen wurden, gibt es nun also tatsächlich mehr Auflösung. Und mehr Kontrast. Denn man liefer natürlich auch einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum in Kombination mit statischem HDR10 als Kontraststeigerungsformat.
Überdies erscheint der Film wieder im Original-Kinoformat von 2,39:1, während die alte Blu-ray auf 2,35:1 kam und etwas mehr Bildinhalt (allerdings eben nicht den originalen Ausschnitt) zeigte.
Das Mehr an Auflösung und die nochmalige Bearbeitung sieht man Gandhi durchaus an. Für sein Alter von mittlerweile fast 40 Jahren sieht der Film absolut klasse aus. Sieht man von den ab und zu auftretenden produktionstechnischen Problemen (Unschärfen der Objektive oder ein mal nicht perfekt fokussierter Shot) ab, ist die Auflösung durchweg besser als bei der Full-HD-Blu-ray, die (wie oben beschrieben) bereits elf Jahre auf dem Buckel hat. Sichtbar wird das vor allem in der Tiefe des Bildes. Hier kann man Details an Bäumen, Pflanzen oder Gebäuden deutlich besser erkennen.
Die Körnung gelingt sichtbar reiner und wirkt authentischer und filmischer. Farben werden noch kräftiger wiedergegeben und Schwarz ist noch satter. Noch herausragender ist aber das Weiß, das der Film gerade in den Gewändern der indischen Bekleidung oder auch auf Hemden häufig nutzt. Es strahlt sichtbar heller als über die Blu-ray und profitiert massiv vom HDR-Mastering. Dabei bleibt es bis auf ganz wenige Ausnahmen stabil in der Durchzeichnung und clippt nicht. Und damit ist die UHD-BD hier deutlich besser als ihr Full-HD-Pendant, deren weiße Oberflächen schon mal überstrahlen. Apropos weiß: Das Color Grading der UHD-BD ist sichtbar neutraler geworden. Weiße oder grauen Oberflächen weisen keine Farbtendenzen mehr auf und Gesichter werden von einem ganz leicht gelblichen Touch (den die BD aufweist) befreit. In Summe eine wirklich hervorragende UHD-BD, die nur deshalb nicht ganz das Niveau von Lawrence von Arabien erreicht, weil der aus seinem 70-mm-Material noch mehr ursprüngliches Potenzial schöpfen kann.

Blu-ray (1’06): (Slider ganz nach rechts): Die BD stellt den Himmel im direkten Vergleich weniger eindrucksvoll dar.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD liefert mehr Sonnenuntergangs-Urlaubsfieber und sattere Farben.

Blu-ray (5’27): (Slider ganz nach rechts): Der Himmel sowie das eigentlich weiße Tuch sind über die BD etwas trüb und leicht ins Grün verfärbt.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD strahlt sichtbar heller, bleibt dabei definiert und durchzeichnet und stellt weiß wieder neutral weiß dar.

Blu-ray (74’37): (Slider ganz nach rechts): Wiese und Blumen könnten etwas mehr Kraft haben.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Kraft, die die UHD ihrerseits sichtbar intensiviert liefert.

Blu-ray (140’47): (Slider ganz nach rechts): Hauttöne haben über die BD oftmals mehr Gelbanteil.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist neutraler, was den alternden Gandhi authentischer präsentiert.

Blu-ray 45’25): (Slider ganz nach rechts): Man beachte hier den überstrahlenden Kopfbereich des Papageis.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD bietet nicht nur die kräftigeren Farben im Blatt- und Blütenwerk, sondern zeichnet das Weiß auf dem Papageien-Kopf besser durch.

Blu-ray (45’25): (Slider ganz nach rechts): Für das Close-up lag die Belichtung explizit auf dem Weiß des Kopfes.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Hier zeigt sich deutlich mehr Detailzeichnung über die UHD – wenngleich auch die 4K-Scheibe bei dieser Einstellung etwas mit chromatischen Aberrationen zu kämpfen hat. Möglicherweise ein spezifisches Objektivproblem in dieser Szene, denn die BD hat das gleiche Problem.

Blu-ray (151’08): (Slider ganz nach rechts): Ein Bildausschnitt zur Verdeutlichung des Auflösungsvorsprungs in der Tiefe. Die BD zeigt die Einzelheiten in der Mauer zwischen unerkennbar und komplett matschig.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Ganz anders die UHD, die hier bedeutend mehr Details zeigt. Ohne Zweifel haben wir es hier mit einem neuen 4K-Scan zu tun.

Im Vollbild zu sehen: Der Torbogen, der oben im Detail gezeigt wird.

 

Foto von Gandhi oder doch Ben Kingsley?

Beim Ton gibt’s gleich doppelt Veränderung – glücklicherweise nicht zum Schlechten. Denn wo Sony Pictures für den deutschen Markt bei aktuelleren Titeln (siehe aktuell  Whiplash) gerne mal den zuvor verlustfreien Ton der Blu-ray in ein stark komprimiertes Dolby Digital verwandelt, verändert es sich hier von einem verlustfreien Sound (Dolby True HD) zu einem anderen verlustfreien Format (dts-HD-Master). Auch hier gibt es die gleichen Unterschiede zwischen der deutschen und der englischen Fassung in dts-HD-MA: Der O-Ton ist etwas lauter und ein wenig dynamischer. Für den O-Ton gibt’s zudem aber auch noch eine Dolby-True-HD basierte Atmos-Fassung, die man direkt aus der 6-Spur-Variante der alternativen 70-mm-Kinoauswertung heraus generiert hat. Dazu aber gleich mehr.
Die Synchro klingt alles in allem sehr ähnlich wie die True-HD-Variante der Blu-ray. Weder hat man hier noch mal neu Hand an den Mix gelegt, noch ihn auf irgendeine Art verschlechtert. In Summe könnte er immer noch etwas dynamischer sein. Doch am Ende ist es eben ein dialogzentriertes Drama, das keiner großen Effekthascherei bedarf.
Wechseln wir nun auf den englischen Atmos-Ton, so sorgt dieser im Gegensatz zum dts-HD-Master-Pendant in vielen Szenen für eine deutliche Anhebung der Räumlichkeit. Der an der Kamera vorbeifahrende (und Signalhorn gebende) Zug bei 6’02 hört sich nun an, als stünde man inmitten eines Tunnels. Vielleicht ein wenig zu viel Information von oben, wenn man in Betracht zieht, dass die Kamera ihn aus der Vogelperspektive filmt. Aber hübsch klingt es dennoch. Auch im Inneren des Abteils klingt es atmosphärischer. Und das Raunen der Menschen im Saal, sowie ihr Applaus nutzen die räumlichen Möglichkten der zusätzlichen Speaker deutlich. Das Klatschen ist zudem hörbar kräftiger. Schön aber auch, dass man nicht nur auf vordergründige Effekte gesetzt hat, sondern auch dedizierte Sounds über die Heights liefert. So hört man die Geräusche der Vögel direkt zu Beginn vor dem Abendhimmel sehr direktional von oben. Äußerst effektvoll auch der Nachhall der Schüsse, die auf Gandhi abgegeben werden (4’00). Auch die Vögel, die über dem Platz bei 11’30 zwitschern, wurden extrahiert und für die Höhen-Speaker gemastert. Das ist schon wirklich sorgfältig gemacht worden. Was man überdies auch hört, wenn die Frau Mama ihren Schützling nach 19 Minuten vom Balkon aus ruft. Ihre Stimme kommt sauber getrennt vom Rest aus den oberen Speakern. Ähnlich authentisch und gelungen abgemischt präsentiert sich der O-Ton in Dolby Atmos durchgängig. Vögel zwitschern immer wieder von oben, stehen Massenszenen an, wird das Gerufe deutlich mit auf die Heights gelegt (Disk 2: 12’55) und die Lebendigkeit der Naturszene bei 28’50 (Disk 2) ist wirklich klasse.

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Format: Blu-ray
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Bonusmaterial

Ein falscher Frommer

Das Bonusmaterial liegt mit Ausnahme des Audiokommentars der regulären Blu-ray auf der zusätzlichen Blu-ray von Gandhi. Es besteht zunächst aus drei Interviews, in denen Ben Kingsley über seine Rolle des Gandhi erzählt. Und Richard Attenborough erzählt etwas über die Art und Weise Filme zu machen und. Das Feature „Auf der Suche nach Gandhi“ lässt Attenborough rückblickend davon erzählen was Gandhi auf ihn für einen Eindruck hatte. Außerdem erzählt er davon wie es dazu kam, dass ausgerechnet er, der Schauspieler, die Regie für diesen Film angeboten bekam. Bei „Im Rückblick“ erfahren wir dann etwas über die Bedenken, die der Regisseur und seine Crew hatten, bevor der Film ins Kino kam. Zudem musste noch etwa eine Stunde Material herausgeschnitten werden, nachdem der Film im ersten Vorführung noch vier Stunden lief. Neben Features über Ben Kingsley als Haupt- und Titelfigur sowie über Madeleine Slate gibt es auch noch ein weiteres Feature über die Filmaufnahmen in Indien selbst. Attenborough spricht darüber, wie es gewesen ist, an den unterschiedlichsten Drehorten dieses riesigen Landes zu inszenieren und welche Schwierigkeiten man dort vor Ort zu bewältigen hatte – unter anderem auch aufgrund der Temperaturen. Neben einem weiteren Feature über das Produktionsdesign, gibt es auch noch eine Analyse der Beerdigungs-Sequenz sowie einen kurzen Beitrag mit den Worten Gandhis. Hier werden Zitate der berühmten historischen Figur eingeblendet. Zitate wie: „Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen“. Fotogalerien beenden das Bonusmaterial der zweiten Disk.
Die UHD-BD enthält keinerlei Bonusmaterial.

Fazit

Zukünftige Generationen werden kaum glauben können, dass ein Mensch aus Fleisch und Blut wie er jemals auf Erden gewandelt ist
Dem Zitat von Albert Einstein darf man getrost Glauben schenken. Schwer denkbar, dass in der heutigen Zeit von einem gewaltlosen Widerstand noch einmal derart viel Macht ausgehen könnte. Um es zu glauben, gibt es aber Richard Attenborougs Verfilmung. Die hält sich äußerst nahe an den realen Geschehnissen, vermittelt den größtmöglichen Respekt vor seiner Hauptfigur und den damaligen Ereignissen und ist heute wie damals unglaublich fesselnd.
Die UHD Blu-ray flankiert das nun mit einem der besten Bilder von analogem Bildmaterial überhaupt. Nur einen Hauch schwächer als die UHD-BD von Lawrence von Arabien ist sie wunderbar aufgelöst, sehr filmisch umgesetzt und mit kräftigen Farben und Kontrasten versehen. Dazu kommt der unkomprimierte deutsche und der sehr lebhafte englische 3D-Ton. Innerhalb der Columbia Classic Box schon die zweite Empfehlung nach Lawrence.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD: 90%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 70%

Tonqualität BD (Originalversion): 75%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 85%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 90%
Film: 90%

Anbieter: Sony Pictures
Land/Jahr: GB/Indien 1982
Regie: Sir Richard Attenborough
Darsteller: Ben Kingsley, Candice Bergen, Edward Fox, John Gielgud, Trevor Howard, John Mills, Martin Sheen
Tonformate BD: Dolby True HD: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts HD-Master 5.1: de, en // dts HD-Master 2.0: en
Bildformat: 2,39:1 (UHD-BD) // 2,35:1 (BD)
Laufzeit: 191
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: 2x BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: 3991
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 1982 Carolina Bank Ltd. and National Film Development Corporation Ltd. All Rights Reserved.)

Trailer zu Gandhi/Columbia Classics Collection

Columbia Classics 4K Ultra HD Collection - OFFICIAL TRAILER Available June 16th!

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