Godzilla II: King of the Monsters 4K UHD

Blu-ray Review

godzilla king of the monsters 4k uhd blu-ray review cover
Warner Home Video, 30.10.2019
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Warner Home Video, 30.10.2019

OT: Godzilla II: King of the Monsters

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Falscher König

Effektvolle Fortsetzung des 2014er Godzilla-Reboots.

Inhalt

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Emma und Madison staunen nicht schlecht: Der ORCA funktioniert

Godzilla hat das MUTO besiegt und war im Nachgang im Meer verschwunden. Fünf Jahre später studiert die Organisation Monarch die Titanen und Dr. Emma Russell wird mit ihrer Tochter Madison Zeuge der Geburt einer gigantischen Motte. Die will Emma mit einer Gerätschaft namens „Orca“ unter Kontrolle bringen, was aufgrund der genutzten Frequenzen, die auf die Titanen einwirken, auch funktioniert. Doch dann bricht eine Einheit des Ökoterroristen Alan Jonah in die Einrichtung ein, was zur Flucht des Titanen namens Mothra führt. Um die von Jonah entführte Dr. Russell und Tochter Madison zu befreien und aufzuspüren, holen die verbliebenen Wissenschaftler sich Emmas Ex-Mann Mark an Bord. Gemeinsam folgt man der Spur in die Antarktis, wo Jonah einen dreiköpfigen Titanen zum Leben erwecken will, der unter den Namen „Monster Zero“ geführt wird. Als dies gelingt, offenbart sich für Mark eine böse Überraschung, während die Menschheit nun weiteren Monsterkreaturen hilflos ausgesetzt scheint. Die letzte Lösung für die Rettung der Menschen könnte ein alter Bekannter sein: Godzilla …

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Mark denkt gar nicht dran, an wohlwollende Titanen zu glauben

Gareth Edwards war 2014 mit seinem erst zweiten Film ein Big-Budget-Monster-Feature gelungen, welches das (spätestens von Roland Emmerich) zu Grabe getragene Gojira-Franchise zu neuem Leben erweckte. Edwards Godzilla lieferte ab. Und zwar so richtig. Ein gigantisches Monster, spektakuläre Zerstörung und dazwischen sogar so etwas wie eine bewegende Vater-Sohn-Geschichte. Tatsächlich hatte der 2014er Godzilla die Brücke zwischen US-Blockbuster-Kino und traditionellen japanischen Wurzeln der Geschichte geschlagen. Weit mehr jedenfalls als Emmerichs Size-Does-Matter-Schwachsinn, der im Jurassic-Park-Fahrwasser lediglich ein dummdreistes Spezialeffekt-Durcheinander war.
Da man relativ frühzeitig beschlossen hatte, das mit Edwards Neubelebung des Echsen-Ungeheuers erschaffene MonsterVerse betitelte Franchise mit weiteren Filmen zu füllen, folgte 2017 Kong: Skull Island. Dieser begann die Verknüpfung beider Monster-Universen, die nun mit Godzilla II: King of the Monsters zunächst auf der Gojira-Seite weitergeführt werden, bis Kong und Godzilla dann im März 2020 aufeinander treffen werden.
Edwards allerdings zog sich 2016 aus den Plänen zurück, die Fortsetzung zu inszenieren. Zum einen, weil er noch mit Rogue One: A Star Wars Story beschäftigt war, zum anderen, weil er sich in Zukunft wieder stärker auf kleinere Projekte fokussieren wollte. An seine Stelle trat Michael Dougherty (Krampus), der auch am Drehbuch mit schrieb und über seinen King of the Monsters sagte, dass er ihn für den Aliens aus dem Godzilla-Franchise (Quelle) halte – selbstverständlich ohne Edwards Vorgänger zu diskreditieren, den er als den Alien des MonsterVerse einkategorisierte.

Töten oder nicht? Wie wird Monarch vorgehen?

Und wer Alien und Aliens kennt, der weiß, worin die Unterschiede liegen: Klaustrophobischer Horror durch EIN Monster vs. Actionfilm mit einer Vielzahl an Kreaturen. Das mag nicht unbedingt 1:1 auf die beiden Godzillas zutreffen, kommt dem aber schon relativ nahe. Denn die Fortsetzung liefert (Legendary hatte sich frühzeitig die Rechte an Mothra, Ghidorah und Rodan von den japanischen Tōhō-Studio gesichert) gleich vier gigantische Titanen aus dem Original-Universum und fügt noch ein paar Eigenkreaturen hinzu, wo im Vorgänger neben Godzilla „nur“ ein namenloses mutiertes Wesen auftrat. Und weil das so ist, gibt’s auch wesentlich mehr Screentime für die Kaijus. Tatsächlich kritisierte man Godzilla noch dafür, dass er sein Titelmonster nur so selten und spät auftreten ließ – was letztlich ganz bewusst so gewählt wurde und die Spannungskurve konstant hoch hielt.
Vermutlich sind es jetzt die gleichen, ewig unzufriedenen Nörgler, die an Godzilla: King of the Monsters rumkritteln. Denn dem wirt man nun inhaltliche Leere, zu viel Tamtam und zu wenig Tiefe vor – man kann es den Kritikern aber auch nicht Recht machen.
Zunächst mal zum „Tamtam“: Ja, davon gibt’s eine Menge. Sehr zur Freude all jener Fans der Original-Godzilla-Filme. Es geht eine Menge zu Bruch, die Monster treffen gleich mehrfach aufeinander und was Dougherty fast nebenbei mit seinem Drehbuchkollegen Zach Shields schafft, ist eine erstaunlich gelungene Verquickung der Originalmotive mit den Tricks und Sehgewohnheiten der Gegenwart. So feiern die Fans der ursprünglichen Filme vor allem die nur leicht modifizierten Original-Kreischgeräusche der unterschiedlichen Wesen sowie deren weitgehend originalbelassenen Verhaltensweisen.

Öko-Terrorist Jonah hat Emma in seiner Gewalt

Dougherty verwendete eine Menge Zeit dafür, die bisherigen Filme der Tōhō-Studios zu studieren und verwies die Designer immer wieder auf die Original-Kreaturen. Ihm war diese Verbindung zu den Wurzeln der Designs extrem wichtig – wenngleich er eben auch noch eigene Kreaturen erschaffen ließ.
Im Film fügen sich diese dann durchaus harmonisch ineinander, wobei Behemoth etwas aus der Reihe erscheint – vielleicht aber auch deshalb, weil der Regisseur neben all den insekten-oder reptilienartigen Tōhō-Monstern auch einen etwas geerdeteren Vertreter haben wollte, der später als Kompagnon von King Kong auftreten könnte.
Was die Action- und Zerstörungs-Sequenzen angeht, überzeugt King of the Monsters dann fast zu 100%. Hier und da wirkt mal ein CGI nicht ganz so glücklich, aber eine spaßige Kaputtmach-Orgie mit unglaublichen vielen Referenzen ans Original-Universum ist das allemal.
Godzilla II: King of the Monsters passt sich aber nicht nur bei seinen Monstern und Geräuschen an die Original-Gojira-Filme aus Japan an. Denn wo der direkte Vorgänger erstaunlich gute Darsteller besetzte und sie verhältnismäßig nachvollziehbar agieren ließ, wählt man hier wieder das gewohnte Trash-Niveau des Franchise.

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Godzilla und Mothra haben da so ein Ding am Laufen

Wer zum Beispiel auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet Kyle Chandler in der Hauptrolle zu besetzen, der schon in King Kong so unfassbar hölzern rüberkam; wer also meinte, es wäre schlau, ihn in einem weiteren Creature-Film zu besetzen, der kann nur bewusst auf die Trash-Schiene geschielt haben.
Dass dessen Bruce Baxter nicht nur ein bewusst überagierender Ausrutscher in Jacksons Kong war, zeigt sich, wenn er hier mit pausenlos offenem Mund vor sich hin staunt, dass er Laura Dern in Jurassic Park alle Ehre erweist. Und dem passen sich (leider) die Leistungen von der sonst so guten Vera Farmiga und Standard-Bösewicht Charles Dance an.
Das kann man bemängeln, sicher. Denn aus schauspielerischer Sicht ist der Film tatsächlich katastrophal. Aber es geht ja nicht um die Schauspieler. Es geht nicht um die Figuren. Das ging es in den Godzilla-/Mothra-/King-Ghidorah-Filmen ohnehin nie. Es ging auch nie um logisches Verhalten des Militärs. Nie darum, dass man vielleicht aus den vorherigen Ereignissen mal lernt und weiß, dass simple MGs gegen die Titanen-Haut nun mal nichts ausrichten.
Es ging um Monster, um Zerstörung, um Effekte und darum, der Menschheit in ihrer Arroganz den Spiegel vorzuhalten – und all das funktioniert auch in King of the Monsters, der sich deshalb der Kritik an seinen logischen und darstellerischen Unzulänglichkeiten sowie an der dünnen (und ziemlich von Marvels Thanos abgekupferten) Story weitgehend entzieht.
Godzilla mag der insgesamt bessere Film sein, in Godzilla II ist aber mehr los – und das macht eben auch ziemlichen Spaß.

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Flotter Dreier mal anders

Bild- und Tonqualität BD

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Madison kommt hinter ein bitteres Geheimnis

Die Blu-ray von Godzilla II – King of Monsters gehört sicher nur bedingt zu den aktuellen Referenztiteln. Ähnlich wie im ersten Teil hat man das Bild deutlich stilisiert. So fügte man eine gewisse Körnung hinzu, die gerade auf uniformen Hintergründen und in den dunklen Szenen zum Tragen kommt. Farben sind bis auf wenige Ausnahmen (Computergrafiken oder ähnliches) sehr reduziert. Es dominieren Braun-, Grün-, Grau- und moderate Rottöne. Dazu ist es düster und neblig. Die dauerhaft milchig wirkende Szenerie, die aufgrund des Schutts und der Asche natürlich inhaltlich Sinn macht, lässt keinen sonderlich guten Schwarzwert zu. Außerdem sind CGIs doch oftmals deutlich softer. Außerdem kommt nicht jedes Close-up wirklich scharf rüber – wobei Charles Dance nach dem Abspann hier das unrühmlichste Beispiel ist (131’32). Immer wieder scheint die Kamera mal aus dem Fokus zu sein – was natürlich auch bewusst so gestaltet sein mag. Immerhin geht’s ja auch rasant und unübersichtlich zu.
Der BD mag man dafür nicht den großen Vorwurf machen, weil sie am Ende einfach das wiedergibt, was man in Sachen Bildkomposition offenbar so gewollt hat. Aber so richtig toll anzuschauen ist das eben nicht. Auf der Habenseite stehen sehr ausgewogene Kontraste und der konsistente Look. Schwankungen nach oben oder unten gibt es nicht. Man bewegt sich einfach dauerhaft auf einem ganz guten, aber nicht herausragenden Niveau. Einige Close-ups während der Konferenz vor dem US-Senat stechen dann aber doch positiv heraus.

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Wie bei den größeren Warner-Titeln der letzten Monate oft schon geschehen, so kommt bereits die Blu-ray von Godzilla II – King of the Monsters mit Dolby Atmos für Deutsch und Englisch, liefert aber nur die hiesige Fassung mit True-HD-Kern, während der O-Ton mit Dolby Digital Plus auskommen muss.
Ob’s hier Unterschiede gibt, soll später noch Thema sein. Zunächst einmal kümmern wir uns um die reguläre Ebene der deutschen Atmos-Fassung – und krallen unsere Fingernägel dabei ganz fest in unseren Nebensitzer oder den Kinosessel. Denn das, was hier in den nächsten 130 Minuten passiert, gehört nicht nur zum Besten, was man bekommen kann, sondern IST schlicht und ergreifend das Beste, was man bisher im Heimkino erleben durfte.
Beginnend mit einem Tiefton-Kanal, der jeden Auftritt der Kreaturen mit einer Vehemenz zum Betrachter drückt, dass das Leistungsverhältnis von Receiver und Lautsprechern durchaus stimmen sollte, um nicht einen Teil der Kette ins akustische Nirwana zu schicken. Schon der einfache Flug durch eine Nebelbank sorgt für ein Erzittern des Bodens und wenn zu Beginn die Rückblenden in Zeitlupe geschildert werden, ist das ein willkommenes Fressen für Tiefbass-Attacken. Aber selbst das „simple“ Grollen von Mothra sorgt für massig Volumen. Herausragend ist aber nicht nur der LFE-Kanal, sondern die generelle Dynamik und gleichzeitige Souveränität. Trotz der heftigen Attacken, bleiben Stimmen oder einzelne Geräusche hervorragend verständlich und nachvollziehbar. Die Surroundaktivität ist schlicht sensationell – egal, ob das die Kreaturen sind, die sich um den Zuschauer herum bewegen oder das militärische Geballer. Umso genialer, wenn feine Geräusche wie die lebhafte Tieratmosphäre rund um Marks Hütte genauso definiert ans Gehör kommt. Ohne jeden Zweifel: Dies ist das beste, was man derzeit in Sachen Sound auf Blu-ray/UHD bekommen kann. Mehr geht eigentlich gar nicht.

Rodan ist den Jet-Fightern überlegen

Oder doch? Denn es gibt ja noch eine weitere Ebene. Und von der hören wir schon direkt zu Beginn das vertraute Gekreische von Godzilla. Gefolgt von kreisenden Hubschraubern und in Zeitlupe gestreckten Wusch-Geräuschen des Sauriers – ein fantastischer Einstand in ein Sounderlebnis, dass es in dieser Form von Dynamik, Vielfalt und Direktionalität bisher noch nicht gegeben hat. Vielfalt deshalb, weil es nicht nur die Actionszenen mit Sauriergebrüll und militärischer Abwehrmaschinerie sind, sondern auch feinere Sounds wie der Rauchmelder nach drei Minuten, die flackernden Lichter kurz darauf oder der äußerst lebhafte Dschungel Chinas. Klasse sind auch die wabernden und elektrisch wirkenden Geräusche des reifen Kokons. Wenn Mothra dann zum Leben erwacht und ihre Kräfte spielen lässt, ist es von oben praktisch gar nicht mehr still.
Es sei gesagt, dass an dieser Stelle absolut unmöglich ist, jeden einzelnen 3D-Soundeffekt aufzuführen. Denn hier ist schlicht dermaßen viel los, dass es den Rahmen einer üblichen Rezension vollkommen sprengen würde. Im Prinzip kann man es kurz fassen (wenn es nicht so viel Spaß machen würde) und sagen: Nahezu jede Szene, in der nicht einfach Dialoge in einem geschlossenen Raum stattfinden, werden von allen Speakern teils bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit unterstützt.
Klasse sind bspw. auch die knackenden Eisgeräusche nach knapp 25 Minuten, die den Zuschauer mitten ins Geschehen versetzen. Wenn dann nach 36 Minuten Gesteinsbrocken herunter fallen oder der Aufzug ächzend vor sich hin quietscht, bleibt es wiederum keine Sekunde ruhig. Auch Ghidorahs Geräusche, sein Raunen und das Zischeln seiner Unmutsbekundungen sowie dessen elektrische Energiestöße sind ein großer Spaß.

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Godzilla ist mal so richtig sauer

Nach gut 50 Minuten kommt dann tatsächlich mal eine vierminütige Sequenz ohne jeden Sound von oben – so etwas muss man hier schon explizit erwähnen, weil es so selten vorkommt. Und auch prompt vom nächsten Alarm mit vorbeidonnernden Flugzeugen abgelöst wird, der wiederum in das Gekreisch von Rodan übergeht – ein respektabler Windsturm späterer Luft- und Wasserkampf mit einer Fülle an Signalen inklusive. Im Prinzip geht das weiter und weiter so, wird nach 84 Minuten um coole Sounds der Unterwasser-Gefährte ergänzt und liefert einfach permanent ab. Im Finale gibt’s dann neben dem Gekreische der Kreaturen zahlreiche Feuerbrünste, herumfliegende Häuserteile oder auch die Turbinen der Militär-Transportflugzeuge. Dazu donnert und gewittert es, Blitze zucken mit elektrischen Geräuschen vom Himmel und Ghidorahs Energiestrahlen füllen sämtliche Lautsprecher.
Will man hier wirklich das Haar in der Suppe suchen, so findet sich schon mal ein Helikopter-Geräusch auf den Heights, das dort nicht hingehört, weil das Gefährt gerade unterhalb der Kamera zu sehen ist – aber das ist Mäkeln auf einem Niveau, das bisher ohnehin noch von keinem Film erreicht wurde.
Bleibt noch zu erwähnen: Die englische Fassung, die nur in DD+ kodiert ist, erreicht nicht ganz das gleiche Dynamik-Niveau, weshalb Fans vom O-Ton auf die UHD zurückgreifen sollten. Dort gibt’s die Originalspur ebenfalls in unkomprimiertem True-HD-Atmos, was sie auf ein Level mit der deutschen Version bringt.

Kampf der Titanen

Bild- und Tonqualität UHD

Ghidorah kämpft zu Dritt

Godzilla II: King of the Monsters wurde selbstredend digital gefilmt – wobei von „gefilmt“ kaum mehr die Rede sein kann, bei einem Film, der gefühlt zu 80% am Rechner entstand. Für die Real-Szenen kam sowohl die Alexa Mini als auch die Alexa 65 zum Einsatz, was am Ausgang für 3.4K- und 6.4K-Auflösung sorgte.
Vermutlich aufgrund der Angleichung an die (höchstwahrscheinlich) in 2K gerenderten VFX skalierte man das Ganze für das Digital Intermediate auf 2K runter und rechnete für die UHD entsprechend wieder hoch.
In Sachen Bilddynamik ging Warner hier jedoch in die Vollen. King of Monsters gehört zu den ersten Titeln, die mit HDR10, HDR10+ und Dolby Vision sämtliche HDR-Formate liefern und bietet natürlich auch noch einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum. Die maximale Bildhelligkeit liegt bei 1998 Nit, was in den dunklen Szenen für ziemlich auffällige Spitzlichter sorgt (Reflexion in den Augen, LED-Anzeigen, lodernde Brandstellen etc.). Vor allem die einzelnen kleinen Feuer sind über die Ultra-HD klar definiert, wo sie die Blu-ray vermatscht und nicht durchzeichnet. Bei Minute 109’58 bspw. sieht man einzelne Stränge/Fäden der Flammen und im hellen Licht des Feuers auch noch Differenzierung, die von der BD komplett verschwiegen wird.
Da der Film grundsätzlich sehr dunkel und in Braun-Grüntönen gehalten ist, bietet er nicht die großen Möglichkeiten für referenzartige Farbkontraste. Die UHD intensiviert Schwarz zwar etwas, erreicht aber auch keine Referenzwerte. Die gut fokussierten Close-ups (bspw. in Mark Russells Hütte) wirken noch etwas klarer und detailreicher, was für einen grundsätzlich etwas ruhigeren Look sorgt. Ansonsten sind große Auflösungsunterschiede eher subtil.

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Wiedersehen mit einem alten Bekannten

Nicht mal subtil, sondern erneut nicht vorhanden: Eine Differenz zwischen HDR10 und HDR10+. Erneut drängt sich der Verdacht auf, dass es sich hier um eine Mogelpackung handelt, die vor allem auf hochklassigen OLED-Displays zu keiner Differenz führt. Möglicherweise sieht das auf kostengünstigeren HDR10+-fähigen LCD-Geräten anders aus, um dort eine gewisse Dynamik zu erzielen. Dies entzieht sich jedoch den Testmöglichkeiten dieses Blogs.
Als einer der ersten Titel, der mit sämtlichen dynamischen Formaten kommt, ist zwar auch der Unterschied zwischen HDR10 und Dolby Vision hier relativ gering (entgegen anderer UHDs, wo dies deutlich zum Tragen kommt), aber es GIBT immerhin eine Differenz. In der Regel präsentiert DV die Farben etwas neutraler und intensiviert den Kontrast ein kleines bisschen. Allerdings, wie erwähnt, nur im Bereich von Nuancen. Insgesamt liefert die UHD gegenüber der BD das farblich etwas neutralere Bild, bietet wärmere und weniger gelbliche Hauttöne, die harmonischer wirken. Im Verbund mit der besseren Durchzeichnung in den Spitzlichtern ist die UHD insgesamt die bessere Wahl.
Übrigens: Wer über einen HDR10+- und Dolby-Vision-fähigen TV sowie Player verfügt, wird feststellen, dass sich HDR10+ beim Abspielen des Films vordrängelt. Wer DV aktivieren möchte, muss HDR10+ im Player deaktivieren.

Blu-ray (14’13): (Slider ganz nach rechts): Die Blu-ray stellt die Hauttöne im Vergleich etwas gelblicher dar.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD wirkt wärmer und etwas brauner. Sie hat außerdem etwas mehr Differenzierung auf der Haut.

Blu-ray (54’11): (Slider ganz nach rechts): Die Blu-ray wirkt in den Hintergründen deutlich trüber.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD nimmt diesen Schleier etwas weg und bietet mehr Differenzierung in den Sandfarben auf den Häusern.

UHD HDR10 (89’15): (Slider ganz nach rechts): Ein Vergleich zwischen HDR10 und Dolby Vision zeigt, dass das statische Format etwas heller und nicht ganz so kontraststark und durchzeichnet wirkt.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Dolby Vision dunkelt etwas ab und intensiviert die Kontraste ein wenig.

Blu-ray (97’09): (Slider ganz nach rechts): In den neutralgrauen Szenen ist die Blu-ray etwas grünlicher.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD kommt etwas kühler/bläulicher rüber.

Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Beim Zoom-Vergleich ist die Schrift über die Blu-ray etwas matschiger.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist definierter und zeigt die vorhandene Körnung an den Buchstaben deutlicher.

Zum Größenvergleich das Bild mit komplettem Inhalt.
Beim Ton der UHD gibt’s nur eine Änderung: Die englische Fassung bekommt hier auch die angesprochene True-HD-Fassung und klingt deshalb nun ebenbürtig gut.

Bonusmaterial

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Wer ist hier der König?

Im Bonusmaterial von Godzilla II – King of Monsters warten insgesamt sieben Featurettes mit insgesamt ca. 95 Minuten Spielzeit. Dazu gesellen sich zwei entfernte Szenen sowie der Audiokommentar mit Regisseur Dougherty, Drehbuchautor Zach Shields und Darsteller O’Shea Jackson Jr.
Bei den Featurettes kümmert man sich natürlich um die vier Toho-Monster, die im Film hauptsächlich auftauchen.
Besonders in „Evolution der Titanen“ tut man dies sehr ausgiebig und behandelt auch die weiteren Effekte. Natürlich kommen hier auch ein paar der am Film Beteiligten zu Wort.
Das nächste Featurette beschäftigt sich dann in fünf Teilen ausgiebig um die gleiche Anzahl an unterschiedlichen Settings des Films – vom Yunnan Tempel bis zu Godzillas Höhle im Inneren der Erde.
Ein kleineres Spezial stellt die junge Millie Bobby Brown vor, die im Film die Madison spielt und ein weiteres kurzes Feature gibt ein paar Einblicke in die technologischen Gadgets, die der Film präsentiert. Das letzte Special gibt noch mal ein paar Rückblicke auf das bisherige MonsterVerse.

Fazit

Godzilla II – King of the Monsters ist nicht so gut wie sein Vorgänger. Er ist aber auch nicht so schlecht wie ihn Viele gemacht haben. Letztlich funktioniert er als Guilty Pleasure durchaus – immerhin ist der Unterhaltungsfaktor aufgrund der Schauwerte ziemlich hoch.
Im Heimkino schwingt er sich zudem zum absoluten König des Sounds auf. Möglicherweise liefert die BD/UHD des Films den bisher besten Sound seit es unkomprimierte Tonspuren gibt. Und schon deshalb gehört das Ding in jede Sammlung. Schade, dass das etwas trübe und manchmal nicht perfekt fokussierte Bild den hohen Standard vom Ton nicht ganz halten kann.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 75%
Bildqualität UHD (HDR10/HDR10+/Dolby Vision): 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 100%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 95%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 100%

Tonqualität BD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität BD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 95%
Tonqualität BD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 100%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 100%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 95%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 100%

Bonusmaterial: 80%
Film: 65%

Anbieter: Warner Home Video Germany
Land/Jahr: USA 2019
Regie: Michael Dougherty
Darsteller: Millie Bobby Brown, Vera Farmiga, Kyle Chandler, Ken Watanabe, O’Shea Jackson jr.
Tonformate BD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de // Dolby Atmos (DD+-Kern): en // Dolby Digital 5.1: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en // Dolby Digital 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 132
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, HDR10+, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 1998
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © Warner Bros.)

Trailer zu Godzilla 2: King of Monsters

GODZILLA II: KING OF THE MONSTERS – Offizieller Trailer #1 Deutsch HD German (2019)

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4 thoughts on “Godzilla II: King of the Monsters 4K UHD

  1. Avatar Patrick Marb

    Hallo Timo,

    ich hatte vor 2 Wochen das Vergnügen die deutsche Dolby Atmos Tonspur in meinem Wohnzimmer Heimkino zu erleben.

    Über die komplette Filmdauer kam ich nicht mehr aus dem Staunen heraus. Absoluter Referenzton. Selbst im Kino ließ sich schon erahnen welch gute Tonspur da auf einen zukommen könnte. Warner hat definitiv geliefert Großes Lob dafür!!!

    Dein Ranking was die Referenzfilme – Tonqualität angeht muss wohl schon nach kurzer Zeit wieder aktualisiert werden

    Mach weiter so

    Gruß Patrick

  2. Avatar Christian

    Hallo!

    Folgende Frage stelle ich mir schon lange. Dieses Review bietet mir nun einen sehr guten Anlass die Frage endlich mal dir zu stellen.

    Welches Sound Setup nutzt du denn?

    Über deinen TV und Beamer gibts ja einiges zu lesen, aber mich würde doch auch mal interessieren welchen AVR (oder Vor-/Endstufen) und Lautsprecher du betreibst.

    Wäre toll wenn es darüber auch noch ein Kapitel geben würde.

    Und ganz nebenbei;
    Danke für deine tolle, hilfreiche Arbeit hier!

    • Hallo Christian.
      Danke für deinen Kommentar – freut mich, dass dir mein Blog schon helfen konnte 🙂
      Es wird beizeiten auch mal eine Seite zum Referenz-Setup in Sachen Ton geben – scheitert derzeit etwas an der Zeit.
      Aktuelles Setup besteht aus folgenden Komponenten:
      Receiver: Pioneer SC-LX59
      Lautsprecher 2D-Ebene: Canton-Reference- und Canton-Karat-Serie
      Lautsprecher Atmos: 4x Canton Plus X.3
      Sub: Canton SUB 12 R

  3. Avatar Inter73

    Hallo Timo,
    vielen Dank für deine äusserst informativen Rezensionen.

    Für Godzilla II würde ich mich auch über eine Bewertung der 3D Version freuen. Ich befürchte allerdings diese Version könnte unter der allgemeinen Dunkelheit leiden. Abgesehen davon dass der 3D Sound der deutschen Tonspur fehlt, welche hier – mehr als bei anderen Titeln – einen deutlichen Mehrwert bietet.

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