Gran Turismo 4K UHD

Blu-ray Review

Sony Pictures, 09.11.2024
Sony Pictures, 09.11.2024

OT: Gran Turismo

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Tschüss, Klaus!

Ein Nachzügler auf 4K Blu-ray erobert eure Soundanlage sprichtwörtlich im Sturm.

Inhalt

Jann ist leidenschaftlicher GT-Zocker

Frische Luft schnappen und eine Runde kicken – nichts, was Jann Mardenboroughs in seiner Freizeit gerne tut. Der 20-Jährige setzt sich lieber hinter sein brandneues Lenkrad, um noch eine Runde Le Mans in Gran Turismo 7 zu zocken. In der Rennsimulation macht ihm so schnell keiner was vor. Und das neue Lenkrad lässt ihn noch souveräner fahren. Was Jann (noch) nicht weiß: Im Hintergrund hat sich der Nissan-Marketing-Kopf Danny Moore intensiv mit Gran Turismo beschäftigt und dabei eine Idee entwickelt: Warum nicht wieder Emotionalität ins Autofahren bringen; warum nicht die Leidenschaft für die Marke Nissan entfachen, indem man den besten Videogamern die Chance bietet, sich im Profirennsport zu beweisen. Wenn man es schaffen würde, dass sich ein Computerspieler für eine Rennserie qualifiziert, würde das für Nissan den Traum vom Autofahren in allen anderen Usern des Spiels entfachen. Sehr zu seiner Überraschung ist man bereit, die Idee zu finanzieren, WENN er einen guten Renningenieur finden und ihn für das Ganze begeistern könnte. Leider sagen ihm aber sämtliche Koryphäen auf dem Gebiet ab. Einzig Jack Salter bleibt noch übrig. Ein etwas abgehalfterter ehemaliger Rennfahrer, der sich zuletzt mit dem arroganten Star seines Rennstalls überworfen hatte und der Moores Idee zunächst außerdem mit Spott und Hohn überzieht. Salter willigt aber ein, die „Gamer-Kids“ ausbilden, solange die sich nicht dabei umbringen. Und einer von ihnen ist Jann, der sich über eine der besten weltweit gefahrenen Zeiten für die GT Academy qualifiziert hat …

Mit dem neuen Lenkrad geht’s noch präziser

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Naja, okay. Vielleicht nicht gestern. Aber zumindest doch vorgestern. Es war die Zeit, in der auch ich (deutlich später als andere) zum PC fanden. Und wofür war der PC im Jahre 1998 da? Genau fürs Gaming. Doch während ich mich vornehmlich im Death Match von Half Life bewegte (nachdem mein 56K-Modem sich *düdelüdelü* ins Internet eingewählt hatte), gab’s einen guten Bekannten, der sich mehr auf die Konsole von Sony eingeschossen hatte. Und bei einem meiner Besuche spürte ich eine unterschwellige Begeisterung seinerseits. Das Unterschwellige wurde zum Offensichtlichen, als das Grinsen aus seinem Gesicht nicht mehr wegzudiskutieren war. Er hatte sich ein neues Spiel gekauft. Eine Rennsimulation. Meine dezente Skepsis entgegnete: „wieder so ein Rage-Racer-Kram?“ Und er so: „Nein, den Real Driving Simulator„. Und was er damit meinte, erfuhr ich im Laufe der folgenden Stunden. Seit diesem Moment bin ich Gran-Turismo-Fan. Vor allem die Teile 4, 5 und 6 habe ich über die Konsolengenerationen hinweg bis zur absoluten Selbstaufgabe gespielt, während ich in den aktuellen siebten Titel nie so richtig reingefunden habe und vor allem dessen Umfang als enttäuschend empfinde. Gran Turismo war ursprünglich eigentlich „nur“ ein Fanprojekt eines japanischen Motorsportbegeisterten und Spieleentwicklers namens Kazunori Yamauchi. Nur mit viel Zureden konnte Yamauchi Sony überreden, sein Spiel überhaupt zu publishen. Für den angehenden Konsolen-Giganten ein lukratives Geschäft, denn mit 10 Mio. abgesetzten Einheiten ist der erste Teil von Gran Turismo bis heute das meistverkaufte PS1-Spiel aller Zeiten – noch vor Tomb Raider oder Final Fantasy VII.

Danny Moore will seine Idee unbedingt Nissan vorstellen

Einen großen Anteil zum Erfolg trug bei, dass man bei Sony von Beginn an auf eine außergewöhnlich hohe Dichte an lizenzierten Rennwagen setzte. Mittlerweile gibt es kaum einen namhaften Hersteller, der nicht schon ganz offizielle Renn- oder Straßensportwagen aus seinem Portfolio für Gran Turismo zur Verfügung stellte. Über 180 Modelle waren es bereits im ersten Teil und früh mit von der Partie war Nissan. Deren Global Head of Sales and Marketing hatte irgendwann eine Idee, die in der Form absolut einzigartig war: Wenn Gran Turismo als Spiel so sehr auf Realismus setzte (was vor allem Streckensetting und Fahrphysik angeht); wenn des Weiteren Spieler auf der Welt dermaßen geübt auf den Fahrzeugen und den Strecken sind – warum dann nicht Spieler aus der virtuellen Welt in die Realität überführen? Die Idee nahm Gestalt an und aus ihr entstand die GT-Academy – eine Kombination aus E-Sport-Tunieren und Rennfahrschulen, die seit 2008 existiert. Die erste Austragung des Wettbewerbs kürte den Spanier Lucas Ordoñez zum Sieger, einen auf dem Kart groß gewordenen Spanier, der in der Folge mehrere Jahre in diversen GT- und LMP2-Klassen an den Start ging. 2011 ging der Sieg der GT-Academy an Jann Mardenborough aus England. Gegenüber den allermeisten Gewinnern der Academy jemand, der zuvor kein langjähriger Amateur-Kartfahrer gewesen ist. Gegen insgesamt 90.000 Konkurrenten setzte er sich durch. Und seine Geschichte bildet die Vorlage für die Kinoadaption von Gran Turismo.

„Du willst waaaaas machen …?“

Erste Pläne, eine Filmadaption des Spiels umzusetzen, gab es bereits 2013. Regie führen sollte damals Joseph Kosinski (Top Gun: Maverick). Doch das Projekt verlief nach ersten Drehbuchentwürfen mehr und mehr im Sande. Erst 2022 hörte man erneut (dafür recht spontan), dass man einer neuen Umsetzung arbeite. In der Folge benannte man recht zügig Neill Blomkamp (District 9) als Regisseur und gab ebenfalls bekannt, dass man die Story als Biografie Jann Mardenboroughs anlegen wolle. Und das macht nicht nur Sinn, wenn man sich den Film anschaut, sondern ganz grundsätzlich. Denn während sich bisherige Adaptionen von Rennspielen irgendeine Fantasie-Geschichte (Need for Speed) aus den Fingern saugen mussten, weil diese Art von Games schlicht keine großen Storys bietet, die man filmisch aufnehmen könnte, gibt es hier tatsächlich etwas zu erzählen. Das hat zwar zur Folge, dass Gran Turismo nicht permanent auf den Rennstrecken dieser Welt stattfindet, sondern auch einiges an persönlichen Hintergründen liefert, aber genau das macht den Unterschied. Was Fans außerdem direkt erkennen: Bloomkamp und sein Kameramann Jacques Jouffret bieten eine Menge Fanservice. Jouffret lässt seine Kamera des Öfteren Positionen einnehmen, die jeder Fan des Spiels erinnern wird – erkennbar vor allem bei den 3rd-Person-Shots oder auch aufgrund der eingeblendeten Ideallinie. Interessant, dass man aufgrund dessen nicht selten den Eindruck hat, einem Spiel oder einer Simulation beizuwohnen, weil die Bilder dadurch so stark an die Games erinnern. Tatsächlich hat man sich bei den Rennszenen aber extreme Mühe gegeben und weitestgehend auf CGI-Elemente verzichtet.

Ein „würziges Mädchen“ spielt auch mit

Jouffret koordinierte bis zu zwanzig Kameraautos, -kräne und Drohnen parallel. Bis zu einem Dutzend Kameras wurden an den Autos selbst platziert, um möglichst viele Winkel und Einstellungen verwenden zu können (was für eine Arbeit, sich hinterher für entsprechende Aufnahmen aus einer der verwendeten Kameras zu entscheiden). Um zudem auch schauspielerisch möglichst viel Authentizität zu erzielen, musste Hauptdarsteller Madekwe zum einen Fahrlektionen auf einem echten Nissan GT-R absolvieren, als auch Gran Turismo selbst einigermaßen sicher und erfolgreich zocken können. Denn auch die Rennspielszenen wurden nicht am Computer nachbearbeitet. Für die echten Rennsequenzen nahm dann Mardenborough selbst am Steuer Platz – er doubelte also quasi sich selbst. Die Renn-Segmente wurden auf echten Strecken wie dem Hungaroring oder dem Red Bull Ring gedreht. Für Le Mans musste in der Tat auch der Hungaroring in der Nähe von Budapest herhalten. Jetzt mag das Ganze dennoch nicht irrsinnig viel Tiefgang bieten, aber – verdammt noch mal – während der Rennszenen bleibt einem die Spucke weg (sorry fürs Fluchen). Seit Le Mans 66 haben mich inszenierte Rennen nicht mehr so gefesselt. Man merkt hier jeden Funken Realismus, den man durch die Verwendung echter Rennwagen auf echten Strecken umgesetzt hat. Zu keiner Zeit wirken die Sequenzen „billig“ hochgepacet oder künstlich nachbeschleunigt. Dass man mit derart vielen Kameras gearbeitet hat, zahlt sich in der Dynamik der Szenen extrem aus. Auch die Drohnenflüge sind spektakulär. Das mag dem einen oder anderen vielleicht sogar etwas zu dynamisch und schnell oder wackelig sein, aber mehr Adrenalin kann man in einen Rennfilm kaum pumpen. Da verzeiht man dann auch, dass ein Orlando Bloom hier mit einer furchtbaren Klischeerolle noch furchtbarere Klischeesätze aufsagen darf und als Schauspieler eigentlich völlig fehlbesetzt ist.

„Du musst dich committen!“

Außerdem sollte man die Fakten nicht ALLE zu ernst nehmen. Denn Jann hat 2011 an der GT Academy teilgenommen, kurz nach dem Release von GT5. Im Film wollte der GT-Publisher aber offenbar lieber das jüngste Spiel promotet haben, weshalb Gran Turismo in der Gegenwart spielt. Dies bot dann auch die Gelegenheit für einen Zuffenhausener Hersteller (neben all den Nissans) seinen (zur Drehzeit) noch flammneuen GT3 RS (mit Fantasiekennzeichen) vor die Kameras zu schieben – nicht rasend, sondern schleichend wohlgemerkt. Schauspielerisch schlägt man sich schnell auf David Harbours Seite, der als Ex-Rennfahrer zunächst die sarkastische Arroganz gegenüber den SIM-Racern raushängen lässt, um dann umso freundschaftlicher und unterstützender zu werden.
Was man freilich diskutieren kann, ist die Übernahme von Janns folgenschwerem Unfall auf dem Nürburgring. Der Film inszeniert dies als Drama und Wendepunkt für den Rennfahrer, da (wie in der Realität) ein Zuschauer ums Leben kam. Dessen Schicksal, bzw. das der Angehörigen wird hier aber zu keiner Zeit verhandelt, sondern die mentalen Schäden, die Jann dadurch erlitten hat. Auch wenn man im Hintergrund kurz mal bemüht ist, zur Aufklärung des Unfalls beizutragen, hinterlässt es einen Beigeschmack, wenn man es hier vornehmlich dazu nutzt, den Protagonisten ins Selbstmitleid zu stürzen und es im Nachgang als Motivation zu nutzen, in Le Mans es noch mal allen zu zeigen. Was wiederum die Tatsachen verzerrt, denn der Unfall auf dem Nürburgring fand zeitlich nach Janns Le-Mans-Podestplatz in seiner Fahrzeugklasse statt.

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Format: Blu-ray
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Erscheinungstermin: Thu, 29 Feb 2024
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Bild- und Tonqualität BD

Großer Widersacher im Lambo

Gran Turismo wurde digital gedreht, was man auf den ersten Blick sieht. Von der ersten Minute an sind die Bilder dermaßen klar, scharf und plastisch, dass man immer wieder denkt, eine Rendering-Szene aus dem Videogame zu sehen. Die Grenze zwischen Realität und virtueller Welt ist hier fließend. Bisweilen sieht es fast aus, als hätte man mit höherer Framerate gedreht. Allerdings ist es auf den Gesichtern der jungen Fahrer immer mal etwas sehr glatt. Ich würde nicht ausschließen, dass für einen möglichst digital-cleanen Look ein wenig rauschgefiltert wurde. Das würde eventuell auch erklären, dass in Bewegungen schon mal Artefakte rund um Objekte auftauchen (Gesichter bei 105’55). Ansonsten kann man der Scheibe kaum etwas vorwerfen. Die Farben sind kräftig, der Kontrastumfang ist immens und die Schärfe in ruhigen Close-ups ganz hervorragend.

Kurze Auszeit für die Liebe

Gran Turismo kommt über die Blu-ray mit einer DTS-HD-Master-Tonspur für beide Sprachen. Im Vorfeld der Rezension wurde mir bereits zugetragen, dass ich den Film auf jeden Fall noch testen sollte, weil trotz des Fehlens einer deutschen Atmos-Fassung der Sound wohl richtig grandios sein soll. Und ums kurz zu machen: Wow!
Die etwas längere Fassung: Schon das erste Anwerfen des Motors nach etwas über einer Minute sorgt für Gänsehaut pur. Was hier schon während der ersten zwei Minuten an Geräuschen, Surroundfeeling und Dynamik entfacht wird, ist sensationell. Während Stimmen durchweg gut verständlich bleiben, hier und da aber ein wenig offener klingen dürften, fetzt der Soundtrack sehr präsent über die Speaker. Ehrensache, dass man immer mal wieder Original-Sounds aus dem Spiel integriert hat, um auch akustische Erinnerungen zu wecken. Fliegen Autos mal von der Strecke, darf’s auch im Tiefbass mal kräftig zu Werke gehen. Ohnehin werden viele Situationen mit maximalem Druck begleitet – und sei’s nur der Start eines Rennens. Dazu gesellen sich innovative Sounds, sobald die Kamera mal in die Brennräume der Boliden eintaucht oder ein paar Runden in den Felgen nahe der Bremsanlage unterwegs ist. Explodiert zwischendurch mal einer der Motoren, wird auch das zünftig von den Subs begleitet und während der echten Rennen weiß man gar nicht so genau, wo man als Erstes hinhören soll.

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Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 09 Nov 2023
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Bild- und Tonqualität UHD

Sollte jemand wissen, ob es einen Grund dafür gibt, dass deutsche Kfz-Kennzeichen in US-Filmen immer völlige Fantasie-Kombinationen zeigen, möge er es in den Kommentaren kundtun

Wie oben schon beschrieben, wurde Gran Turismo mit zahlreichen Digitalkameras aufgenommen. Von der RED V-Raptor über die RED Komodo bis hin zur Sony CineAlta Venice 2. Die Ausgangsauflösung lag bei 6K und 8K, was über ein 4K-DI auf die Disk kam und von Sony Pictures mit HDR10 und Dolby Vision gegradet wurde. Gegenüber der Blu-ray ist die UHD Blu-ray eine Spur dunkler. Aber wirklich nur eine Spur. Das sorgt wiederum für eine bessere Durchzeichnung auf den hellen Bereichen und lässt den Film ohnehin realistischer wirken, da die BD in Summe ein etwas zu helles Bild aufweist. Spitzlichter sind, für Sony-HDR-Disks nicht ungewöhnlich, deutlich kräftiger und selbst bei hellen Szenen auffällig (Spiegelung auf den Autos bei 67’36). Was echte Kontrastdynamik in Kombination mit höherer Auflösung zu leisten imstande ist, zeigt sehr eindrucksvoll das „Polyphony Digital“-Logo bei 76’21. Erst über die 4K-Disk wird das so richtig dreidimensional herausgearbeitet und liefert das Licht-Schatten-Spiel noch mal mehr beeindruckende Tiefe.
Die Auflösung ist noch einmal sichtbar höher, da es sich um natives 4K-Material handelt. So werden die Solarpanels bei 67’36 ganz klar abgezeichnet, wo die Blu-ray die Abtrennung der einzelnen Panels kaum erkennen lässt. Außerdem ist das Encoding sichtbar besser, löst auch dort besser auf, wo die Blu-ray in Bewegungen rund um Objekte Artefakte zeigte (105’55). Farben sind durchweg etwas kräftiger, was gerade den roten Rennwagen zugutekommt. Aber auch der goldene Lambo profitiert. Insgesamt ein fast perfektes Bild.

Blu-ray (16’59): (Slider ganz nach rechts): Zwar ist gegenüber der Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … die Abstimmung etwas dunkler, dafür kommen die leuchtenden Farben der Lampe kräftiger rüber.

Blu-ray (37’09): (Slider ganz nach rechts): Die Gesichtsfarbe …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … kommt über die HDR-Scheibe braunbetonter rüber. Der Schwarz-Weiß-Kontrast ist sichtbar höher.

Blu-ray (37’09): (Slider ganz nach rechts): Geht man näher ran …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … zeigen sich Details auf dem Gesicht sichtbar deutlicher.

Blu-ray (48’39): (Slider ganz nach rechts): Die rote Farbe des Overalls …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … erscheint kräftiger und dunkler rot.

Blu-ray (59’09): (Slider ganz nach rechts): Auch hier zeigen sich …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … die Farben über die HDR-Disk über das ganze Spektrum intensiver.

Blu-ray (67’35): (Slider ganz nach rechts): Die Blu-ray wirkt bisweilen etwas zu hell …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … während die UHD Blu-ray harmonischer und dynamischer, dadurch dreidimensionaler wirkt.

Blu-ray (67’35): (Slider ganz nach rechts): Die Auflösung der Details auf den Solarpanels ist über die Blu-ray weniger deutlich.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk zeigt das mit mehr Auflösung. Über ein 4K-Display wird das noch etwas sichtbarer.

Blu-ray (105’55): (Slider ganz nach rechts): Eine Szene, in der die Blu-ray Artefakte rund um Objekte zeigt.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): xxx.

Blu-ray (105’55): (Slider ganz nach rechts): Beim Hineinzoomen werden diese vor der Nase und am Zaun rechts sichtbar.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray hat das bessere Encoding und vermeidet diese Artefakte. Wer das deutlicher sehen möchte, öffnet beide Screenshot in einem neuen Tab.

Das große Finale

Beim (englischen) Ton tut sich was. Anstelle von DTS HD-Master bekommt man nun Dolby Atmos mit True-HD-Kern. Gegenüber der DTS-HD-MA-Fassung tut sich in Sachen Dynamik und Wucht auf der regulären Ebene praktisch nichts. Allerdings gibt’s die Höhenebene dazu. Und die beginnt mit atmosphärischem Vogelgesang und Windgeräuschen, während die ersten Meter auf dem Asphalt gerollt werden. Kurz darauf ist Zuschauerbeifall zu hören und auch ein paar Motorengeräusche. Coole Wuschsounds gibt’s nach etwas über fünf Minuten und die Durchsage am Flughafen kurz darauf wird auch griffig über die Heights preisgegeben. Erstaunlich, wie viel Wert man auf eine authentische Naturkulisse gelegt hat, denn auch nach rund 10 Minuten hört man Vogelzwitschern und Ähnliches von oben. Nach etwas über 16 Minuten rumpelt dann mal ein Gewitter aus den Heights und kurz darauf rauscht noch mal einer der virtuellen Boliden über die Höhenspeaker. Sämtliche eingesetzten Geräusche machen durchweg Sinn – wie natürlich auch der Helikopter nach 35 Minuten. Was ebenfalls häufig für 3D-Sounds genutzt wird, sind die In-Car-Szenen. Hier hört man oft die Motoren- oder andere Geräusche. Geht es nach knapp 60 Minuten erstmals in ein echtes Rennen, hört man den Hubschrauber gleich mehrfach aus den Sounds und auch die Funksprüche hallen von oben wider. Einige Kamerafahrten liefern visuelle Vorlagen, die ebenfalls akustisch umgesetzt werden. Und selbst wenn sich der eine oder andere hier mehr wünschen würde, wurde im Prinzip all das umgesetzt, was aus visueller Sicht Sinn gemacht hat. Wie zum Beispiel der Regen, der nach 65 Minuten auf das Dach des Fahrzeugs prasselt. Das Flugzeug, das bei 75’53 über die Kamera fegt, sorgt dann für den bis dato dynamischsten Sound von oben. Authentisch gerät die Tatsache, dass die Lautsprecherdurchsagen auf dem Nürburgring in Deutsch gehalten sind. Dort passiert dann auch ein akustisch eindrucksvoller Unfall und es gibt noch mal einen Helikopter. Das Gewitter und der Regen, der nach 114 Minuten auf die Dächer der Fahrzeuge und damit auf den Zuschauer einprasselt, dürfte zu den krassesten Regensounds einer Atmosspur überhaupt zählen.

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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial enthält fünf Featurettes. Im Ersten geht es um die Entwicklung der Idee, die Geschichte rund um Jann zu stricken. Er selbst kommt hier ausgiebig zu Wort. Das zweite Featurette kümmert sich vor allem um die visuelle Entwicklung der Rennszenen und die Kameraarbeit. Hier wird noch einmal herausgestellt, dass man echte Fahrzeuge auf echten Strecken mit realen Renngeschwindigkeiten gefilmt hat. Wer genau hinschaut, wird sehen, dass man für die Kamera, die die Autos von vorn gefilmt hat, mitunter ein Elektrofahrzeug amerikanischer Entwicklung verwendet hat. Das nächste kurze Extra kümmert sich um die Besetzung und ein weiteres geht näher auf die Action und Stunts ein, während das Letzte dann die verwendeten Autos selbst in den Fokus rückt. Ein paar entfernte Szenen ergänzen das nicht gerade üppige Angebot.

Fazit

Gran Turismo ist meiner Meinung nach die beste und packendeste Verfilmung eines Autorennspiels überhaupt. Die Geschichte dahinter hat eine reale Basis und ist somit nachvollziehbar und die Rennszenen sind unglaublich spektakulär inszeniert. Einen bitteren Geschmack auf der Zunge hinterlässt allerdings die fragwürdige Integration von Janns schwerem Unfall auf dem Nürburgring. Als Angehöriger des bei diesem Unglück umgekommenen Motorsportfans käme ich mir in meiner Trauer ausgenutzt vor. Visuell ist die Blu-ray bereits hervorragend, die UHD Blu-ray kratzt aber auch hier an der Perfektion. Der Sound liegt auf absolutem Referenzniveau und trotz fehlender Atmos-Spur fürs Deutsche sollte die Scheibe schon alleine dafür in jede gute Heimkino-Demo-Sammlung.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 90%
Bildqualität UHD: 95%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 100%

Tonqualität BD (Originalversion): 100%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 100%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 75%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 90%

Bonusmaterial: 50%
Film: 70%

Anbieter: Sony Pictures
Land/Jahr: USA/JP/UNG/VAE 2023
Regie: Neill Blomkamp
Darsteller: Archie Madekwe, Darren Barnet, David Harbour, Emelia Hartford, Orlando Bloom, Geri Horner, Djimon Hounsou
Tonformate BD: dts-HD-Master 5.1: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-Master 5.1: de
Untertitel: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 135
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 1066 Nit
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: 2023 Columbia Pictures Industries Inc. and TSG Entertainment II. All Rights Reserved. Gran Turismo is a Trademark of Sony Interactive Entertainment Inc. )
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So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

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11 Kommentare
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Stefan

Also ich habe den Film nur als UHD Stream gesehen und wurde gut unterhalten. Ähnlich wie Top Gun Maverick wirkte Gran Turismo im Nachgang für mich aber zu durchgestylt und kalkuliert – auch wenn beide Filme super funktioniert haben, fehlen mir da einfach Ecken, Kanten und Seele / Charakter.

Denis

Fand den Film jetzt nicht so dolle. Basiert zwar auf einer wahren Gegebenheit, ist aber doch nur eine einzige Werbeshow für das Spiel, angereichert mit fragwürdigen Behauptungen. Da wird das Simcade-Rennspiel Gran Turismo als die realistischste Simulatiön der Welt angepriesen, was nicht im Entferntesten hinkommt. Ehrlich gesagt ist GT nicht mal auf der Playstation das realistischste Rennspiel (Siehe Assetto Corsa und Assetto Corsa Competizione).
Aber zurück zum Film. Erzählerisch finde ich LeMans 66 in sämtlichen Belangen packender. GT fährt mir zu lang im Tempomat- Modus, mit dem ständigen Versuch, Spektakel zu generieren, selbst wenn keins vorhanden ist. Bis auf die Szenen im Krankenhaus gibt es keine persönlichen Aspekte, die länger als 2 Minuten Bedeutung haben.
Auch in Sachen Bild bin ich nicht überzeugt. Ist zwar alles clean, aber wenn schon die Story nix taugt und das Ganze eh schon ne Sony Werbeveranstaltung ist, sollte der Film wenigstens die Optik des Spiels transportieren. Also lieber überzeichneten Hyperrealismus statt der professionell aber langweilig eingefangenen 08/15 Kamera- und Farb- Entscheidungen. Nix davon zu sehen.

David Z.

Schön, dass man unterschiedliche Meinungen haben darf! 🙂

Ich hätte nach 10 Minuten am liebsten ausgeschaltet. „Bro. Jooh. Noch ein Spoiler drauf, Bro.“ Aber: Es konnte danach nur noch besser werden. Ich fand den Film danach aber auch nur mittelmäßig. Sim Racing wurde aber halt auch mal komplett falsch dargestellt.

Positiv: Der tragische Unfall auf der Nordschleife wurde echt mit Respekt behandelt. Ich kann mich noch dran erinnern, als die Nachricht reinkam, dass ein Zuschauer um´s Leben gekommen ist. Am Flugplatz habe ich auch schon oft gestanden. Da läuft es einem wirklich eiskalt den Rücken runter. Zu sagen, dass ihn da keine „Schuld“ trifft, weil „der Flugplatz nun mal Flugplatz heißt, weil das da oft passiert“ ist schlicht und einfach falsch. Das war das erste und letzte Mal, dass das passiert (ist), da die Kuppe danach abgetragen wurde. Es war schlicht gefährlich, die Kuppe so zu lassen. Die Debatte, ob ein „Sim Racer zum Rennfahren geeignet ist“ ging danach ordentlich rund – weil erfahrenere Fahrer auf der Kuppe normalerweise Lupfen. Natürlich trifft den Fahrer keine Schuld, aber er wahr auch schlicht und einfach unerfahren.

Dennoch wurden die Szenen alle vorgespult und somit künstlich schneller gemacht. Das hat mich komplett aus der Immersion gerissen. Das haben andere Rennfilme schon weitaus besser gemacht.

Am Ende blieb für mich ein Film, der besser war, als ich es nach 10 Minuten erwartet habe. „Mehr“ war es für mich dann leider aber auch nicht.

David Z.

Ich weiß genau, was du meinst. Ich habe mir im Vorhinein den Trailer angeschaut und habe gedacht, dass das eine reine Action-Sequenz werden könnte. Mir ging es gerade um den Unfall an sich. Der wurde halt eben nicht als reine Action-Sequenz verpackt, sondern als Unfall, wie er eben passiert ist.

Die Aufarbeitung des Unfalls im Film: Da gebe ich dir absolut Recht. Das hätte mich auch absolut wütend gemacht, wenn ich ein Angehöriger wäre. Das war schon nah an der Frechheit. So, als ob das täglich passieren würde und es eben dazugehört. Weil es das eben überhaupt nicht tut. Gerade auch, weil rund um die NOS die FIA-Zäune installiert wurden, was sich bei dem Unfall eben leider als absolute Verkettung von unglaublichen Zufällen herausgestellt hat – so, wie der Nismo auf die Fangzäune geflogen ist.

Ich denke, wir haben es gleich wahrgenommen. Ich habe mich oben nur etwas vage ausgedrückt, weil ich – wie beschrieben -den Unfall an sich gemeint habe. Im Trailer hat man nur einen kurzen Ausschnitt davon gesehen und ich habe wirklich gehofft, dass es keine reine Action-Sequenz wird.

David Z.

Den Unfall kann man sich auf Youtube anschauen. Den Link möchte ich hier nicht teilen, aber man findet es schnell. Ist natürlich nichts für schwache Nerven, aber ich finde, es gehört dazu, solche Inhalte zu zeigen, da es eben verdeutlicht, wie gefährlich der Sport ist. Daraus resultieren sollte IMMER eine Optimierung der Sicherheitsverhältnisse. Und das tut es eben auch. Daher finde ich es wichtig, die Inhalte nicht zu verbieten oder zu sperren.

Leider wurde der Unfall aber doch ein wenig vorgespult im Film. Das habe ich oben gemeint: Die Action wurde dann doch ein bisschen künstlich – obwohl es das gar nicht gebraucht hätte.

Hans-Ingo Trompeter

Ich habe ja absolut null komma null Ahnung von Computerspielen und irgendwie gar nicht verstanden, welche Geschichte der Film nun erzählt. Aber tröste Dich, Timo, bei Ready Player One von Spielberg hab ich auch nicht so recht durchgeblickt.
So gut die Disc sicher sein mag, Filme wie Rush, Le Mans 66 oder Grand Prix haben mich da mehr angesprochen….

Hans-Ingo Trompeter

Aha, begriffen. War mir beim Lesen Deines Textes nicht so recht klar. Bin ja aber auch ein alter Kerl, der nicht jeder Mode folgt….

Ondy

Ich wuste das dir der sound gefällt ich selbst habe den film jetzt schon 3 mal gesehen und bin immer noch so begeistert wie beim ersten mal. Mir gefällt auch der film sehr gut. Ich fahre auch sehr gerne mit VR brille rennspiele am pc.

blooob

danke fürs review. ich fand den gut. ton war echt klasse fürne ‚kleine‘ DTSMA. kommt aber noch besser mit auro matic.

kleiner fehlerteufel oben unter den cover. 2023 wäre wohl richtig. -> Sony Pictures, 09.11.2024

und timo nur für dich -> compare uhd bluray vs. web-dl von movies anywhere -> https://slow.pics/c/zCUVJPIa