Happy Deathday 2U

Blu-ray Review

Universal Pictures Germany, 20.06.2019

OT: Happy Deathday 2U

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Ein Traum in einem Traum

Erstaunlich gelungenes Sequel zum Hit von 2017.

Inhalt

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Ryan begegnet einem unerwarteten Babyface-Killer

Es ist der 19. September, einen Tag nach dem Tag, an dem Tree Gelbman immer wieder und wieder umgebracht wurde. Zwar konnte sie ihren Killer entlarven und den Time-Loop damit beenden, doch noch bevor sie die gemeinsame Zeit mit Carter wieder genießen kann, geht das Ganze wieder los. Allerdings trifft es dieses Mal nicht sie, sondern Carters Wohnungs-Partner Ryan. Der hatte mit Kollegen des Wissenschaftskurses einen kleinen Quantumreaktor gebaut, der tags zuvor eine gigantische Energiemenge abgab. Nun wird Ryan von einem Typen mit Babyface-Maske erstochen. Als er aufwacht, kann er Tree und Carter davon überzeugen, dass er das gerade zum zweiten Mal erlebt, woraufhin ihm Tree von seinen Erlebnissen einen Tag zuvor erzählt. Gemeinsam können sie zwar den Killer stellen. Doch als sie ihm ins Gesicht sehen, trauen sie ihren Augen nicht. Denn vor ihnen liegt ein zweiter Ryan. Und der behauptet, dass der erste Ryan unbedingt sterben muss, damit die Schleife unterbrochen wird. Als Ryan #1 den Reaktor erneut startet, landet Tree ihrerseits einer alternative Zeitlinie – und in der ist alles irgendwie besser als in ihrer eigenen …

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Haben Ryans Experimente die Zeitschleife augeslöst?

Innerhalb der letzten Jahre hat sich das Produktionsstudio Blumhouse zum Maß aller Dinge in Sachen frische Horrorfilme gemausert. Der größte Anteil der zuletzt erfolgreichen und auch von Kritikern wohlwollend aufgenommenen Genre-Filme kommt aus dem Studio, dem Produzent Jason Blum seinen Namen gab. 2017 brachte er mit Happy Deathday einen Mix aus Scream! und … und täglich grüßt das Murmeltier ins Kino, der bei einem Budget von knapp 5 Mio. Dollar das 25-fache wieder einspielte. Klar, dass bei so einem Erfolg eine Fortsetzung unvermeidbar ist.
Für die konnte Blumhouse wieder Regisseur Christopher Landon sowie Hauptdarstellerin Jessica Rothe gewinnen, bleibt ansonsten aber dem Grundschema weitgehend treu. Allerdings macht es sich Happy Deathday 2U etwas komplizierter, indem er nun alternative Zeitlinien integriert und die Frage stellt, ob diese nicht sogar besser ist als die eigentliche.
Geblieben sind die frischen und lustvoll aufspielenden Darsteller sowie die sarkastische Humor-Note und die zahlreichen Zitate aus anderen Filmen wie Inception oder Butterfly-Effect oder Zurück in die Zukunft. Nach wie vor ist Jessica Rothe wirklich klasse in ihrer Rolle, gibt sie doch alles andere als das willfährige und jammernde Opfer. Dass sich Happy Deathday nicht allzu ernst nimmt, war einer seiner größten Vorzüge – und das gilt in der Form auch für das Sequel.

Zu viele Babyfaces sind unterwegs

Die Fortsetzung setzt noch stärker auf das SciFi-Element, wenn die Teenies nicht nur mit einem Killer, sondern auch mit Parallel-Universen zu kämpfen haben. Und auch wenn das Ganze nicht mehr so frisch und unverbraucht daherkommt wie das Original, entstehen aus dieser Konstellation zwei neue und unterhaltsame Aspekte. Zum einen ergeben sich eine Menge neuer Gags, weil Tree auf vollkommen unterschiedliche Charaktere der gleichen Menschen trifft als in ihrer eigenen Zeitlinie. Zum anderen kristallisiert sich schnell eine unbequeme Frage heraus: Was, wenn dieses alternative Universum in nicht ganz unwichtigen Dingen viel besser ist als das bisher bekannte?
Und wenn sich Tree, um der Lösung näher zu kommen, auf die bizarrsten Arten umbringt, kann man den Machern auch in Happy Deathday 2U nicht vorwerfen, unoriginell zu sein. Leider wird’s zum Finale hin dann ein wenig arg typisch amerikanisch-kitschig. Und die Situation nach 75 Minuten wirkt dann doch künstlich gestreckt, wo die Lösung des Problems schon hätte durchgezogen werden können. Die darauf folgende Slapstick-Schauspielerei mit künstlichem Spannungsfaktor kommt überzogen und vollkommen unglaubwürdig daher.

Bild- und Tonqualität

Tree ist in der Zeit und im Universum gefangen

Zwar wurde Happy Deathday 2U mit digitalen Kameras gefilmt, doch in der Postproduktion sorgte man für einen etwas analogeren Look, indem man ein leichtes Korn hinzufügte. Sichtbar wird das vor allem in den weniger gut ausgeleuchteten Szenen. Diese offenbaren dann auch einen eher schwachen Schwarzwert, der immer ein wenig grünlich wirkt und nie richtig satt ist. Farben sind bewusst etwas wärmer gefiltert, was den Gesichtern einen bräunlichen Touch gibt. Die Schärfe ist in der Regel homogen über den Bildschirm verteilt und in Close-ups wirklich gut.
Akustisch gelangt das Geschehen über eine reguläre dts-Spur für die deutsche Synchro zum Ohr. Der englische Originalton liegt hingegen in dts-HD-Master vor. In der Praxis stellt sich die dts-Spur allerdings als absolut ebenbürtig dar. Sie ist gleich laut und liefert in den dynamischeren Sequenzen die gleiche Kraft. Selbst wenn’s erstmalig richtig effektvoll wird, weil Ryan den Reaktor anschaltet und dieser das gesamte Heimkino aus allen Speakern beschallt, kann man keine hörbaren Unterschiede ausmachen (ab 22’30). Gleiches gilt für fallende Schüsse und die zahlreichen dynamisch begleiteten Todesarten.

Bonusmaterial

Kann Tree den Krankenhaus-Killer dieses Mal stoppen?

Im Bonusmaterial von Happy Deathday 2U gibt’s neben einer unveröffentlichten Szene (im Krankenhaus), die klärt, was im Finale dem einen oder anderen fragwürdig vorkommt, noch eine zweieinhalbminütige Gag Reel sowie drei Featurettes. In „Der nie endende Geburtstag“ fassen die Macher die Motivation zum Machen der Fortsetzung zusammen. „Netz der Liebe: Trees Albtraum“ kümmert sich kurze anderthalb Minuten um die neue Liebes-Situation, mit der sich Tree rumschlagen muss. Und in „Multiversum-Grundkurs“ gibt’s einen zweiminütigen Crash-Kurs in Sachen Zeitschleife und Parallel-Universum – nach dem man das Ganze aber auch nicht besser versteht.

Fazit

Aufgrund der Spielfreude der (Haupt)Darsteller(in) und der originellen Einfälle gehört Happy Deathday 2U zweifellos zu den besseren Sequels des Genrefilms – trotz zahlloser Ungereimtheiten und etwas zu viel Gefühlsduselei.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 80%
Tonqualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 50%
Film: 65%

Anbieter: Universal Pictures Germany
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Christopher Landon
Darsteller: Jessica Rothe, Israel Broussard, Phi Vu, Suraj Sharma, Sarah Yarkin
Tonformate: dts HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 100
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Universal Pictures Germany)

Trailer zu Happy Deathday 2U

Happy Deathday 2U – Trailer HD deutsch / german – Trailer FSK 16

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