Hellraiser Trilogy – Collector’s Edition

Blu-ray Review

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Turbine Medien, 08. Juni 2016

OT: Hellraiser / Hellbound – Hellraiser II / Hellraiser III: Hell on Earth

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Trilogie aus der Hölle

Nach der Black Box erscheint jetzt die Hellraiser Collector’s Edition im Digipack.

Inhalt

Hellraiser Szene 1
Kultikone der Horrorgeschichte: Pinhead

Hellraiser: Frank hatte über einen gewissen Zeitraum eine Affäre mit seiner Schwägerin Julia. Einige Zeit nachdem er nun verschwunden ist, zieht sein Bruder Larry mit Julia in Franks Haus ein und sie richten es nach ihren Wünschen her. Julia allerdings hat von Beginn an ein seltsames Gefühl in den neuen vier Wänden. Und das nicht zu Unrecht: Denn nachdem sich Larry an einem vorstehenden Nagel verletzt und sein Blut auf den Boden tropft, beginnt Frank sich aufgrund dessen zu materialisieren. Denn was Larrys Bruder nicht verraten hatte: Vor einiger Zeit kaufte er von einem unbekannten Mann einen Würfel, der das Tor in eine andere Dimension öffnete und die dort lebenden Zenobiten nahmen Frank dort gefangen. Nun, da er sich in der „echten“ Welt wieder zusammensetzt und dafür mehr Blut braucht, hilft ihm Julia. Doch das gefällt deren Tochter Kirsty überhaupt nicht, die daraufhin das Tor in die andere Dimension erneut öffnet …
Hellbound – Hellraiser II: Nach den Geschehnissen in Franks ehemaligem Haus befindet sich Kirsty mittlerweile in einer psychiatrischen Anstalt. Dort wird sie von Dr. Channard befragt, der schon lange das Geheimnis des Würfels und der Zenobiten ergründen will. Zu diesem Zweck opfert er Patienten und holt auf diese Weise Julia ins Leben zurück. Ähnlich wie Frank materialisiert auch diese sich nach und nach, besteht aber zunächst ebenfalls nur aus Knochen und Muskelfleisch. Kirsty hingegen will ihren Vater befreien, der, da ist sie sich sicher, aus der anderen Dimension einen Hilferuf abgelassen hat …
Hellraiser III: JP Monroe ist Besitzer des Nachtclubs „Broiler Room“ und hat vor Kurzem eine bizzare Skulptur erworben. Dass diese schon bald ein mörderische Eigenleben entwickelt und eine Sex-Gespielin von JP verschlingt, schockiert den Unternehmer zunächst. Doch dann ist er fasziniert von dem Zenobiten, der sich aus der Skulptur heraus meldet. Pinhead, wie er sich nennt, braucht weitere Opfer, um das Gebilde zu verlassen. Also lockt JP die junge Terri zu sich. Doch Terri weiß sich zu wehren und stößt stattdessen JP in die Skulptur. Pinhead, nun kräftig genug, verlässt diese und richtet im Nachtclub ein regelrechtes Massaker an. Doch er will nicht nur Blut, sondern vor allem den Würfel zurück. Der allerdings befindet sich aktuell bei Journalistin Joey. Und die hat eine ganz eigene, ihr noch nicht bekannte Verbindung zu Pinhead …

Hellraiser Szene 2
Die Zenobiten scheinen nicht nur direkt aus der Hölle zu kommen

Es gibt immer mal wieder Filme, die für ein bestimmtes Genre derart wegweisend und herausragend sind, dass sich Generationen von Filmemachern an ihnen orientieren. Für wenig andere Werke im Horrorgenre trifft das ähnlich deutlich zu wie für die vom Briten Clive Barker erdachte und auch filmisch auf den Weg gebrachte Hellraiser-Reihe. Barker, Jahrgang 1952, hatte sich zuvor schon als Autor für Theaterstücke und Gründer einer Theatergruppe hervorgetan. Seine gesammelten Kurzgeschichten führten 1984 außerdem zum Beginn der enorm erfolgreichen Reihe: Die Bücher des Blutes.
Nachdem zwei seiner Geschichten für ihn eher wenig zufriedenstellend verfilmt wurden, wollte er es 1987 dann wissen und inszenierte den ersten Hellraiser einfach selbst. Basierend auf seiner Vorlage: The Hellbound Heart gab man ihm ein verhältnismäßig geringes Budget von einer Million Dollar an die Hand. Die knappe Kalkulation allerdings führte erst recht dazu, dass Barker und seine versammelten Kollegen/Freunde ein Maximum an Fantasie walten lassen mussten, um ihre Geschichte zu erzählen. Herausgekommen ist dabei nicht weniger als ein Kultfilm, dessen Bösewicht in einem Atemzug mit Freddy, Jason oder Michael Myers zu nennen ist – nur dass Pinhead vielleicht so etwas wie die intellektuelle Version eines tumben Slashers ist, was auf die drei Vorgenannten wohl eine zutreffende Beschreibung wäre.

Hellraiser Szene 3
Schmerz ist ein starkes Thema in „Hellraiser“

Nein, der Kerl mit dem bleichen Gesicht und den Nägeln im Kopf erzeugt seinen Schrecken nicht über schnöde Messer oder klingenbewehrte Handschuhe – vielmehr liegt seine Kraft in der Grauzone zwischen Engel und Teufel. Als selbst einst mal aus Fleisch und Blut bestehender Mensch, dessen Kontakt mit dem Würfel letztlich zu seinem jetzigen Dasein führte, taucht er als „Lead“-Cenobite immer dann auf, wenn die Figuren der Hellraiser-Filme etwas zu viel mit dem Würfel herumexperimentiert haben. Oft ist er dabei in Begleitung anderer Cenobiten, die ihre Arbeit aber meist stumm verrichten.
Der Look der Filme ist es, die sie wesentlich kunstvoller und ambitionierter wirken lassen als die 08/15-Slasher der 80er/90er Jahre. Selbst wenn Clive Barker irgendwann nicht mal mehr Lust hatte, über seinen kultisch verehrten Film zu sprechen (siehe eins der hier enthaltenen Interviews mit ihm), wird auch er retrospektiv sagen müssen, dass ihm hier vor allem anhand des geringen Budgets etwas ganz Außergewöhnliches gelungen ist. Das gilt zum einen für die außergewöhnlich kreativ gestalteten Masken- und Blut-/Gore-Effekte, zum anderen aber auch für die stimmige und atmosphärische Beleuchtung und die Drehorte selbst.
Dass Barker im zweiten Teil nur noch als Drehbuchautor fungierte und die Regie Tony Randel übergab (der wiederum das Drehbuch für Hellraiser III lieferte, den dann Anthony Hickox inszenieren durfte), schmälert nicht die Tatsache, dass die Fortsetzung bei vielen Fans noch beliebter ist.
Das liegt sicherlich vor allem daran, dass hier deutlich mehr Zeit in der Welt der Cenobiten verbracht wird, aber auch am deutlich gesteigerten Splatter- und Blutgehalt – was wiederum zu wenig Freude bei der deutschen FSK führte. Schon mit starken Schnittauflagen belegt, wurden alle drei Filme nacheinander indiziert.

Hellraiser Szene 4
Kein Wunder, dass sie so schaut

Nachdem die ersten drei Teile 2013, 2014 und 2016 dann allerdings vom Index gestrichen wurden (Hellraiser später sogar eine FSK-16-Freigabe erhielt), schien es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein bekümmerter Verleih an die Veröffentlichung der ungeschnittenen Fassungen machte. Und wer sollte das besser übernehmen können als Turbine Medien, die schon zahlreiche Titel in tollen Neuauflagen präsentiert hatten.
Für Hellraiser nahm man komplett neue Master und fügte den Disks eine Fülle an Bonusmaterial hinzu.
Das Ganze veröffentlichte man dann Ende 2017 in der Hellraiser Trigoly Black Box. Diese enthielt seinerzeit alle drei Filme auf Blu-ray UND DVD. Dazu noch die zusätzliche Disk mit dem Hintergrund-Feature in Spielfilmlänge: „Leviathan – die Hellraiser Story“ sowie die beiden Frühwerke Barkers „Salomé“ und „The Forbidden“.
Nun ist die Limitierung der Black Box ausgelaufen, sodass man eine ganz leicht abgespeckte Variante auf den Markt bringt. Doch auch die hat es immer noch in sich. So erscheint die Trilogie in der „Deluxe Box“ oder als Blu-ray Collector’s Edition Digipak. Beiden gemein ist, dass sie auf die drei Filme auf DVD verzichtet. Allerdings bietet die Deluxe-Box dafür noch eine 35mm Frame Card und ein Artcard- und Poster-Set. Die Digipak-Edition verzichtet auch darauf und liefert „nur“ die Filme und Kurzfilme sowie die „Leviathan“-Doku auf fünf Silberlingen.

Bild- und Tonqualität

Hellraiser Szene 5
Julia beginnt sich zu rematerialisieren

Bevor zu jedem Film einzeln eingegangen wird, zunächst ein Lob an Turbine Medien: Was der Anbieter aus Münster anfasst, hat wirklich Hand und Fuß. Gerade für die „kleinen“ Genrefilme hat man sich immer stark gemacht. Sei es nun beim Original von Texas Chainsaw Massacre oder auch beim vorzüglich remasterten Johnny Mnemonic: Vernetzt. Für die ersten drei Hellraiser-Filme ging man dann erneut an die Substanz und griff schon für die im Dezember 2017 erschienene und auf 2.000 Exemplare limitierte Hellraiser Trilogy Black Box auf neue Master zurück, die nichts mehr mit jenen Vorlagen zu tun hatten, die 2011/2012 von Anbieter StudioCanal/Kinowelt für die damaligen BD-Veröffentlichungen verwendet wurden. Lediglich die R-Rated-Fassung von Teil III nutzt noch dieses (alte) Master. Die Unrated des dritten Films sowie Teil I und Teil II basieren hingegen auf jenen neuen Vorlagen, die auch Arrow für die britische Veröffentlichung nutzte.
Allerdings gibt es davon ausgehend noch weitere (positive) Abweichungen, die diese Fassungen zu den bisher besten überhaupt werden lassen. Denn im Falle der Unrated von Hellraiser III wurde der Bildausschnitt von Turbine korrigiert. In der von Arrow veröffentlichten Version sieht man bisweilen in den Randbereichen Set-Bestandteile oder sogar die Turnschuhe von Doug Bradley.
Für Hellraiser I hat man außerdem sogar noch ganze acht Bilder mehr einarbeiten können, sodass die Turbine-Fassung tatsächlich international die längste Version des Films überhaupt ist – und wenn es sich „nur“ um 1/3-Sekunde handelt.
Akustisch gibt es ebenfalls einige Optimierungen. So wurde der Ton für den ersten Teil aufwändig restauriert und im dritten Teil gibt’s nun die Möglichkeit den Film auch mit Helmut Krauss, dem Originalsprecher von Pinhead, anzuwählen, den man dafür extra noch einmal ins Synchronstudio schickte.

Hellraiser Szene 7
Wer noch nie Schmerz gefühlt hat, sollte mal die Nagel-Therapie versuchen

Hellraiser: Das Original wurde 1987 auf 35mm Filmmaterial aufgenommen, wovon Turbine, wie oben erwähnt, einen neuen Transfer genutzt hat und nicht auf das alte Master von Studiocanal gesetzt hat. Wie es sich für analogen Film gehört, ist das Bild wahrlich körnig, aber dafür extrem scharf abgestimmt. Ein Rauschfilter kam hier definitiv nicht zum Einsatz. Möglicherweise hat man aber etwas nachgeschärft, was für den sehr plastischen Eindruck sorgt. Das ist zwar schon mal am Rande einer Überschärfung, wirkt dafür aber äußerst knackig – selbst wenn Julias Lippenstift schon mal etwas arg knallig wirkt. Außerdem sind ganz leichte Helligkeitschwankungen zu sehen.
Dennoch: Schon aufgrund des Alters und der damaligen Produktionsmittel ist das Bild wirklich hervorragend geworden. Vergleicht man das mit der alten Blu-ray, oder der DVD oder gar VHS-Kassette, liegen Welten dazwischen. Und wer hier kritisiert, dass es zu körnig ist, der würde auch kritisieren, wenn man mit einem heftigen Rauschfilter gearbeitet und das Bild dann wachsartig verweichlicht hätte. Dann durchaus lieber die Wahl der authentischen Reproduktionen.
Richtig gut geriet vor allem der Kontrastumfang, der durchaus knackige Schwarzwerte offenbart und nur selten ein etwas milchiges Bild präsentiert.
Beim Ton hat man die Wahl aus dem altbekannten 2.0 Mono (dts-HD-MA-kodiert) oder dem 5.1 Surround (ebenfalls dts-HD-MA-kodiert). Letztere hält zwar ein paar auf den Rears abgelegte Effekte bereit, allerdings klingen Dialoge gegenüber der gedoppelten Mono-Spur spitzer und bisweilen etwas unangenehm. Im Gegensatz zur Originalfassung, die mit 2.0-Stereo (dts-HD-MA-kodiert) und 5.1-Surround gemastert wurde, fällt außerdem auf, dass die Synchro im Soundtrack mehr Höhen-Anteile hat. Die Originalfassung tönt hier eine Spur muffiger, hat dafür aber mehr Bassanteile und liefert auch etwas Druck über den Sub. Wirklich dedizierte und direktionale Soundeffekte bleiben auf beiden 5.1-Spuren allerdings weitestgehend aus.

Hellbound – Hellraiser II: Auch der zweite Teil, der schon ein Jahr nach dem Vorgänger in die Kinos kam, wurde analog gefilmt – ebenfalls auf 35mm. Der körnige Look setzt sich hier fort, wobei das Bild insgesamt eins Spur weicher wirkt und nicht ganz so überkrisp. Gerade Randbereiche an Gesichtern fransen etwas aus. Bei den düsteren Szenen im Finale fehlt es – im Gegensatz zum Vorgänger – etwas an knackigem Schwarz. Dafür ist hier die Körnung etwas weniger auffällig und das Bild insgesamt etwas ruhiger.
Auch für den zweiten Teil gibt’s die identische Tonspur-Kodierung wie beim ersten Teil. Beim Gewitter nach 34 Minuten donnert und spratzelt es durchaus hörbar aus dem hinteren Bereich. Auch hier liefert die englische Fassung etwas mehr Bassdruck und klingt insgesamt etwas geschlossener, während die hiesige Version noch ein bisschen hektisch im Höhenbereich tönt.
Hellraiser Szene 10
Das Radio flüstert Joey gleich, was sie zu tun hat

Hellraiser III: Für den jüngsten Teil dieser Box wurden die stärksten Veränderungen vorgenommen, bzw. kann man diese entsprechend anwählen:
Denn auf der Blu-ray ist zum einen die bisher schon bekannte Kinoversion, die auch qualitativ identisch ist mit jener von 2011/2012. Damit ist auch das Bildformat von 1,78:1 das Gleiche.
Die Unrated Fassung, die andererseits anwählbar ist, hingegen nutzt, wie oben erwähnt, erneut die Arrow-Master, korrigiert allerdings das Framing und zeigt nur noch das im Bild an, was auch dorthin gehört. Hier ist das Bildformat entsprechend der ersten Teile bei 1,85:1 – allerdings nicht in den eingefügten Unrated-Szenen, für die nur 4:3-Material im Pan- und Scan-Verfahren vorlag. Den Wechsel bekommt man natürlich während des Films mit – auch, weil diese Szenen deutlich weicher und qualitativ nicht auf dem Niveau der remasterten R-Rated-Version sind.
Die Bestandteile der R-Rated nehmen an Körnigkeit gegenüber dem zweiten Teil wieder ein wenig zu, wirken dadurch sehr analog und filmisch.
Im Gegensatz zum alten Master wurde allerdings ein wenig gefiltert und es wurden vor allem ganz deutlich Schmutzpartikel entfernt (siehe Vergleichsbilder). In Sachen Filterung vs. weichem Look hat man sich für einen sehr gangbaren Kompromiss entschieden. So wirkt das neue Master nicht so überschärft wie die 2011er Fassung, verliert sich aber gleichzeitig nicht in wachsartigem Weichzeichner-Look. Im Gegenteil ist das immer noch sichtbare Korn schön authentisch und wirkt filmisch, ohne für einen zu krispen Look zu sorgen.
Wirklich gelungen sind die Farben – gerade in dunkleren Innenraumszenen liefern sie eine sehr gute Dynamik und Intensität (52’30).
Teil drei hält auch akustisch die deutlichsten Merkmale bereit. Wenn das Opfer des Boiler Rooms in der Notaufnahme kurz vor der Explosion steht, setzt es hier in der auf 5.1 aufgepumpten Tonfassung bereits zahlreiche Effekte und auch der Regen, der kurz darauf auf den Bus prasselt, wird über die Rears wiedergegeben. Gleiches gilt für die sehr räumlich vertonten Traumsequenzen, die in den Vietnam-Krieg zurück führen. Wie in den beiden anderen Teilen, liefert die US-Fassung etwas mehr Substanz und kommt etwas druckvoller rüber.
Am wichtigsten aber ist sicherlich die Tatsache, dass man für den dritten Teil noch einmal mit Helmut Krauss ins Synchronstudio ging. Denn während der in den ersten beiden Filmen als Sprecher von Pinhead eingesetzt wurde, ersetzte man ihn seinerzeit durch Rüdiger Schulzki. Als Fan des Films kann man nun zwischen beiden Varianten wählen – unabhängig von der R-Rated- oder Unrated-Fassung.

a Kino 3
Zu Beginn des dritten Kapitels kann man gut zahlreiche Schmutzpartikel im 2011er Master erkennen – wie hier im fünften Einzelbild des Chapters
a Unrated 3
Das neue Master mit korrigiertem Bildformat und Framing weist die Schmutzpartikel nicht mehr auf – hier im identischen, fünften Einzelframe wurde der schwarze „Fleck“ im Bereich Mitte/Links entfernt
b Kino 2
Die 1,78:1-Fassung liefert naturgemäß oben und unten mehr Bildinformation und ist etwas überschärft
b Unrated 2
Die korrigierte Fassung im 1,85:1-Bildformat kappt oben und unten eine Spur Bildinhalt ab, entspricht damit aber der ursprünglichen Version. Ihre Schärfe ist insgesamt harmonischer

Bonusmaterial

Hellraiser Szene 9
Die Fetischszene dürfte auch Gefallen an den Kostümen der Reihe finden

Zwar unterscheidet sich das Bonusmaterial der Hellraiser Collector’s Edition im Mediabook inhaltlich nicht von dem der Black Box, doch das macht es nicht schlechter oder gar weniger umfangreich – im Gegenteil: Es hier an dieser Stelle allumfassend zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen.
Beginnt man vorne, also beim ersten Teil, so kommt dieser zunächst mal mit einer isolierten Tonspur für Soundeffekte und die Filmmusik. Ein Audiokommentar von Clive Barker mit Hauptdarstellerin Ashley Laurence schließt sich an. Dazu gesellt sich ein kürzeres „Am Drehort“, das in sechs Minuten einige Eindrücke von den Dreharbeiten gibt. Gut zehn Minuten an Interviews mit den Darstellern aus der damaligen Zeit kommen ebenfalls hinzu.
Noch einmal interessanter ist die 24-minütige Dokumentation „Hellraiser Resurrection“, die Barker zunächst scheinbar etwas genervt zeigt, wenn er sagt, er würde noch dieses eine Mal über den Film sprechen, über den er eigentlich schon alles gesagt habe. Dann aber kommen da durchaus noch einmal viele sehr interessante Informationen bei rum, die
Und zur Erweiterung der Interview-Sektion darf auch Pinhead-Darsteller Doug Bradley noch einmal für knapp 15 Minuten Rede und Antwort stehen – ebenso wie Ashley Laurence und Andrew Robinson sowie Christopher Young, der Komponist der Filmmusik. Abgerundet wird das Ganze von Trailern, TV-Spots und Promo-Material.
Teil II darf ebenfalls eine isolierte Tonspur mit der Filmmusik Youngs zum Besten geben und klotzt dazu gleich mit zwei Audiokommentaren. Von denen wird einer von Tony Randel, Autor Peter Atkins und Ashley Laurence abgehalten. Der Zweite kommt von Randel und Atkins alleine.

Hellraiser Szene 8
Der Chatterer: Definitiv ein Fall für den Kieferchirurgen

Ein kurzes Hinter den Kulissen schließt sich gemeinsam mit zwei Interviews an. Dazu gesellt sich eine entfernte Szene und im eigentlichen Hintergrundmaterial warten insgesamt fünf Featurettes und Interviews mit einer Gesamtspielzeit von zirka 80 Minuten. Obwohl das Material schon etwas älter ist und manch einer es schon kennen mag, hält es immer wieder nette Anekdoten parat. Besonders witzig geraten die Umschreibungen von Oliver Smith, der den hautlosen Frank oder auch den Irren in der Psychiatrie spielt. Witzigerweise ist Smith so gar kein Freund von Horrorfilmen. Auch hier warten abschließend Promo-Material, TV-Spots und Trailer.
Für den dritten Teil gibt’s – Überraschung – auch eine isolierte Tonspur mit Soundeffekten und Filmmusik – dieses Mal von Komponist Randy Miller. Die Langfassung erhielt zudem einen Audiokommentar von Hickox mit Doug Bradley zusammen. Ein kurzes „Am Drehort“ gesellt sich hinzu. Länger ist hingegen das Schnittmaterial, das zwar ohne Ton vorliegt, aber gut 25 Minuten läuft und zahlreiche Probe-Shots oder nicht genutzte Takes zeigt.
„Blick zurück in die Hölle“ hält dann zwei ausgiebige Interviews mit Bradley und Hickox bereit. Interessant sind hier vor allem Bradleys Plaudereien aus dem Nähkästchen der schwierigen Produktionsphase und Rechte-Situation, nachdem New World, das Produktionsstudio der beiden Vorgänger, pleite gegangen war.
Am herausragendsten dürfte aber die Tatsache sein, dass man für den dritten Teil eine Neusynchronisation mit Helmut Krauss anfertigen ließ – dem Originalsprecher von Pinhead aus Teil I und II.
Des Bonusmaterials ist damit aber noch nicht genug, denn zusätzlich zu den Extras auf den jeweiligen Filmscheiben gibt es noch zwei weitere Disks.
Die Erste enthält Barkers Frühwerke „Salomé“ und „The Forbiden“ im Original mit dt. Untertiteln.
Disks Zwei hört auf den Namen „Leviathan – Die Geschichte von Hellraiser“ und teilt sich in vier Teile auf. In 86, 116 und 32 Minuten wird die Geschichte von Teil I, Teil II und Teil III erzählt – wer danach noch Fragen hat, kann die Filme vermutlich auswendig mitsprechen. Hier wird aber wirklich jedes kleine Detail angesprochen. Obendrauf hält diese Disk noch das Feature „The Toymaker“ parat, das in 13 Minuten die Geschichte des Würfels ausarbeitet.

Fazit

Für diejenigen, die die Black Box nicht ergattern konnten, oder denen sie schlicht zu kostenintensiv ist, kommt mit der Hellraiser Trilogy Deluxe oder der Hellraiser Trilogy Collector’s Edition im Mediabook die beste Möglichkeit, die Horrorklassiker in ihrer bestmöglichen Qualität zu erhalten. Dazu gibt’s tonnenweise Bonusmaterial und ein hochwertiges Mediabook – bzw. in der Deluxe-Version noch ein 160-seitiges Mediabook sowie eine 35mm-FrameCard und ein Artcard- und Poster-Set im nummerierten Hartkarton.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 75%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 75%
Bonusmaterial: 100%

Filme:
Hellraiser: 80%
Hellbound – Hellraiser 2: 80%
Hellraiser III: 70%

Anbieter: Turbine Medien
Land/Jahr: Großbritannien/USA 1987/1988/1992
Regie: Clive Barker, Tony Randel, Anthony Hickox
Darsteller: Andrew Robinson, Clare Higgins, Ashley Laurence, Sean Chapman, Oliver Smith, Robert Hines, Doug Bradley, Kenneth Cranham, Imogen Boorman, Terry Farrell, Paula Marshall, Kevin Bernhardt, Ken Carpenter, Peter Boynton
Tonformate Teil I und II: dts HD-Master 5.1: de, en // dts HD-Master 2.0 (Mono): de // dts HD-Master 2.0 (Stereo): en
Tonformate Teil III: dts HD-Master 5.1: de, en // dts HD-Master 2.0 (Stereo): de, en
Bildformat Teil I und II: 1,85:1
Bildformat Teil III Kinofassung: 1,78:1
Bildformat Teil III Kinofassung: 1,85:1 (4:3 Standard-Definition in zugefügten Elementen der Langfassung)
Laufzeit: Teil 1: 93 // Teil 2: 99 // Teil 3: 93/97
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

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