Im Westen nichts Neues – Ultimate Edition

Blu-ray Review

Capelight Pictures, 04.11.2022
Capelight Pictures, 04.11.2022

OT: All Quiet on the Western Front

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Ahnungslos

DER Antikriegsfilm-Klassiker in ultimativer Fassung.

Inhalt

Einer von ihnen will nicht so richtig

Der Erste Weltkrieg hat just begonnen. In Deutschland gibt man sich siegessicher. Auch in den Schulklassen herrscht Euphorie. Gymnasiast Paul Bäumer wird von den begeisterten Reden seines Lehrers Kantorek mitgerissen, der das Sterben fürs Vaterland für etwas unbedingt Heldenhaftes hält. Kantorek fordert die Schüler auf, sich freiwillig zum Dienst zu melden. Das tun Paul und seine Freunde dann auch postwendend. Dass sie in der Grundausbildung aber bereits vom sadistischen Unteroffizier Himmelstoß erniedrigt werden, hatten sie nicht geahnt. Und auch nicht, dass sie an der Front angekommen direkt von Bomben empfangen werden und die ersten Kameraden nach Beschüssen elendig im Schlamm verrecken …

Der ehemalige Postbote wird zum Schinder

1928 verfasste der deutsche Schriftsteller Erich Maria Remarque den Roman Im Westen nichts Neues. Der von einer pazifistischen Grundeinstellung durchdrungene Remarque wollte diesen zwar nicht als politisches Werk verstanden wissen, dennoch wurde das Buch zu einem absoluten Klassiker der Antikriegs-Literatur. Dass den Nazis Remarque und dessen Werke ein Dorn im Auge waren, wurde spätestens deutlich, als sein Werk 1933 der Bücherverbrennung zum Opfer fiel. Der Autor war zu dem Zeitpunkt bereits in die Schweiz emigriert, nachdem man ihn zuvor seitens der Nationalsozialisten schon denunziert und das Gerücht in die Welt gesetzt hatte, er sei gar nicht im Ersten Weltkrieg gewesen. Dass das Buch bereits zwei Jahre später verfilmt wurde (und zwar als amerikanische Produktion), hat eine ganz eigene Geschichte. Ausgangspunkt war Carl Laemmle Senior, der 1912 die Universal Studios gründete. Gebürtig aus dem Schwabenland war er häufig in seiner alten Heimat unterwegs. Als er 1929 bei seinem Besuch in Deutschland von einem Agenten auf den Erfolg des Remarque-Romans hingewiesen wurde, las er das Buch und kaufte dem Autor vor Begeisterung die Filmrechte ab. In der Folge setzte er sich gegen teils vehemente Widerstände durch, die Verfilmung in Angriff zu nehmen. So war es bspw. die UFA, die bereits im Vorfeld mitteilte, sich von der Verfilmung zu distanzieren, wenn er in Deutschland aufgeführt würde. Laemmle setzte sich gegen diese Vorbehalte durch und antwortete auf die Lügen, die über Remarque verbreitet wurden, dass es den „Schmutz im Krieg“ natürlich gegeben habe; dass „das Leiden beide Seiten“ durchgemacht hätten. Er schloss mit den Worten, „man werde einen ganz großen Film haben“ (Quelle).

Stanislaus „Kat“ Katczinski nimmt die Jungs unter seine Fittiche

Carl Laemmle hatte zu dem Zeitpunkt das operative Geschäft von Universal mehr oder weniger seinem Sohn Carl Laemmle jr. übergeben, der folgerichtig auch die Produktionsleitung der Verfilmung von Im Westen nichts Neues übernahm. Die erste Drehbuchfassung von Broadway-Autor Maxwell Anderson ging allerdings zu weit von der Vorlage weg, weshalb man einen weiteren Autoren hinzu zog, um die Nähe zum Buch wieder herzustellen. Als Regisseur wurde der in Russland geborene Lewis Milestone auserkoren. In der Hauptrolle des Paul Bäumer sah man zunächst Remarque selbst, der jedoch ablehnte. Dass man daraufhin einen eher unbekannten Jungdarsteller nahm, war ein Gewinn, da man zu ihm noch keine vorgefertigte Meinung hatte. Als (noch) Gesichtsloser und Unbekannter war er perfekt, da sich jeder Zuschauer in sein Schicksal hineinversetzen konnte. Die Dreharbeiten fanden auf dem Gelände der Universal International Pictures statt, wozu aufwändige Bauten angefertigt wurden und ein in der Umgebung befindliches Ackerland in einen Kriegsschauplatz verwandelt wurde. Die rund 150 Statisten, die für den Film engagiert wurden, mussten sich einem intensiven Training unterziehen, das einer militärischen Ausbildung nicht unähnlich und ziemlich hart war. Um das Ganze möglichst authentisch zu schildern, vertraute man aber nicht nur auf die Buchvorlage und Remarques persönliche Kriegserlebnisse (die er um Geschichten aus Interviews mit anderen Soldaten ergänzt hatte). Vielmehr profitierte Milestone parallel von seiner Arbeit bei der Foto-Abteilung der amerikanischen Armee. Er hatte also eine Unmenge an Bildmaterial aus dem Ersten Weltkrieg gesehen und konnte einschätzen, wie es auszusehen hatte. Dazu gesellten sich einige Berater, die sich aus ehemaligen deutschen Militärs rekrutierten. So konnten Details wie die korrekte Verwendung von Rangabzeichen bis hin zu Bewegungsabläufen möglichst authentisch abgebildet werden. Der Aufwand machte sich bezahlt. Nicht nur waren sich Kritiker einig, einen der besten Filme aller (damaligen) Zeiten gesehen zu haben, honorierte es auch das Publikum. Nach seiner Premiere in New York lief Im Westen nichts Neues 23 Wochen lang in täglich fünf Vorstellungen im Central Theatre. Später sogar im Roxy Theatre, dem damals mit 6200! Plätzen größten Kino der Welt.

Kurze Momente der Auflockerung

In Deutschland lief das Ganze in den 1930ern natürlich anders ab. Schon die Originalfassung von 150 Minuten hatte man für die USA bereits um zehn Minuten gekürzt. Für die hiesige Fassung entfernte UIP vorab freiwillig zahlreiche Szenen, in denen die Soldaten gegen den Sinn des Krieges und seine Mechanismen aufbegehren (bspw. das Verprügeln des Unteroffiziers Himmelstoß). Diese auf 85 Minuten reduzierte Fassung wurde der deutschen Filmzensur vorgelegt und erhielt eine Aufführgenehmigung. Doch schon sechs Tage nach seiner Uraufführung wurde er verboten. Für die Nationalsozialisten und deren Anhänger war Im Westen nichts Neues ein Angriff auf das Vaterland und die Ehre des deutschen Soldaten. Überdies spielten amerikanische Schauspieler die deutschen Soldaten und Milestone war ebenso wie Laemmle Jude – beides Fakten, die die Nazis provozierten. Entsprechend schlossen sich antisemitische Kreise zusammen und protestierten gegen den Film. Sie störten die Vorführungen durch Stinkbomben oder das Freilassen von weißen Mäusen. Nachdem Goebbels eine Rede gegen den Film gehalten hatte, gab man dem Antrag auf Widerruf der Aufführungserlaubnis mit der Begründung, der Film gefährde die öffentliche Ordnung und habe eine verrohende Wirkung, statt – einer von Zahlreichen Vorboten für das Scheitern der Weimarer Republik gegenüber dem Nationalsozialismus.

Der Krieg ist schneller da als sie denken

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Milestones Film aber auch in Deutschland endlich die verdiente Ehre zuteil. Und auch hier gilt er als absoluter Klassiker des Antikriegsfilms, der mittlerweile zwei Remakes (1979 und 2022) nach sich zog. Lange Zeit war er fürs Heimkino jedoch in wenig erquicklichen Fassungen erhältlich, sodass sich Anbieter Capelight die Lizenz für die Home-Entertaiment-Auswertung von Universal Pictures holte und sich an die große Herausforderung begab, den Film in einer ultimativen Edition zu veröffentlichen. Einen großen Anteil an der Bewahrung des Films für kommende Generationen hatte die US-amerikanische Library of Congress, deren internationale restaurierte Fassung auch in Deutschland 2005 auf DVD und 2012 auf Blu-ray Disc veröffentlicht wurde. Diese deutlich längere Fassung ließ die 1930er-Produktion in neuem Glanz erstrahlen. In Deutschland wurde sie mit einer neuen Synchronisation veröffentlicht. Allerdings war diese Fassung kürzer als die ZDF-Rekonstruktion von 1984, für die der Sender ganz Europa abklapperte, um Filmmaterial zu sichern. Für diese TV-Fassung entstand dann auch die mittlerweile dritte Synchronisation. Die Erstsynchronisation des Films von 1930 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nie wieder aufgeführt und galt für viele lange Zeit als verschollen. Fast das Gleiche gilt für die Version aus dem Jahr 1952, die nach der Wiederzulassung des Films erstellt worden war.

Vielen wird die Kampfeslust zum Verhängnis

War die 1984er Version zwar die bis dato längste des Films, gefiel einem Cutter des WDR das Klangbild der ZDF-Neusynchro nicht. Seiner Motivation ist es zu verdanken, dass er die ZDF-Version noch einmal mit der für ihn authentischeren Synchro von 1952 nachvertonte und nur dann die ZDF-Synchro verwendete, wo der kürzeren 52er Fassung die Bildinhalte fehlten. Capelight machte sich von 2020 an auf die Suche nach allen verfügbaren Schnittvarianten und betrieb dabei immensen Aufwand. Nicht nur ging man in die Archive der TV-Sendern, sondern involvierte auch Filmliebhaber, durchsuchte Bibliotheken und sprach die Nachlassverwalter von Remarque an. Die aufwendige Recherche war erfolgreich: Man fand eine alte Vorführkopie der 1930er-Fassung bei einem Sammler, während die Version von 1952 in der Schweiz als 35-mm-Kopie aufgetrieben wurde – diese zwei Versionen wurden dann direkt digitalisiert. Obwohl beide Fassungen kürzer sind als die internationale Standardfassung, enthalten sie Szenen des Films, die weltweit noch nie zuvor auf DVD oder Blu-ray veröffentlicht wurden. Zudem ließen sich in den Archiven von WDR und ZDF unterschiedliche Fassungen des Films finden. Um diese in zeitgemäßem Glanz erstrahlen zu lassen, nahm man das von der Library of Congress erstellte HD-Master der internationalen Standardfassung als Basis, um damit die anderen Versionen nachzuschneiden – ergänzt um die jeweils fehlenden Einstellungen aus den 35-mm-Kopien. Dabei erhielt der Verleih Hilfe von unverhoffter Seite. Unter Filmfans hatte sich das Projekt mittlerweile herumgesprochen und so meldete sich eines Tages Ludger Holmenkamm bei Capelight, der sich als der Cutter der besagten WDR-Fassung aus dem Jahr 1995 vorstellte. Holmenkamm, der den Film wohl wie kaum ein Zweiter in Deutschland kennt, bot an, die zahlreichen Bild- und Tonfassungen nachzuschneiden. Das Ergebnis ist nun eine Schnittfassung von 141:30 Minuten, die längste hierzulande bisher veröffentlichte Version. Diese lässt sich sowohl mit der ZDF-Synchro als auch mit jener des WDR sowie jener von 2005 anschauen. Außerdem enthalten sind die Synchronisationen von 1930 und 1952, die es für Fassungen von 103 Minuten und 127 Minuten Spielzeit gibt. Dazu gibt es auch noch die originale, viragierte ZDF-Version von Jürgen Labenski mit 135 Minuten Laufzeit sowie die Stummfilm-Fassung mit einer Länge von 133 Minuten.

Preis: 69,99 €
(Stand von: 2023/02/05 6:55 am - Details
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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
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19 neu von 69,00 €0 gebraucht
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Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Fri, 04 Nov 2022
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Bild- und Tonqualität

Bange Blicke

Für die Bildqualität konzentrieren wir uns hier vornehmlich auf die Langfassung. Sie basiert vom Master her auf der internationalen Fassung, wurde aber um die zusätzlich gefundenen Szenen ergänzt. Diese sind dann auch deutlich erkennbar. Aber dazu später. Das grundlegende Bildmaster ist gut gelungen, hat durch Capelight aber keine Neubearbeitung im Sinne einer Restaurierung erhalten. Da das HD-Master bereits einige Jahre auf dem Buckel hat und unter gewissen Filterungen zu leiden hat, wäre eine Neuabtastung sicher das Tüpfelchen auf dem „i“ gewesen. Zum Teil wurde bei der internationalen Standardfassung sichtbar nachgeschärft und mit der Körnung ging man auch nicht immer absolut ideal um. Helle Bereiche überstrahlen durchaus etwas, was im Falle von Gesichtern unschön aussieht. Auch die Bewegung der Körnung auf Gesichtern ist nicht immer hübsch, weil es schon mal zur Posterisation kommt. Sehr gut ist die Defektfreiheit. Auch wenn nicht jeder einzelne Schmutzpartikel entfernt wurde, gibt’s hier nichts zu meckern. Vereinzelte Defekte erhöhen eher noch die Authentizität. Kommen eingefügte Szenen hinzu, die nicht vom US-HD-Master genommen werden konnten, ist die Bildqualität unangetastet und fällt doch deutlich ab. Dort gibt’s dann auch alle Arten von Schmutz oder Störungen im Bild und die Schärfe sinkt ebenso wie der Kontrastumfang deutlich. Bis auf die Original-ZDF-, sowie die Stummfilmfassung wurde für alle anderen Versionen das HD-Master genommen, das von der Library of Congress für die internationale Schnittfassung erstellt wurde. Visuell unterscheidet sich demnach zum einen die Stummfilmfassung, die mit runden (Film)Ecken angezeigt wird und deutlich heller eingepegelt ist. Sie basiert aber auf einem HD-Transfer, der ansonsten sehr gut aussieht. Zum anderen ist auch die Original-ZDF-Fassung visuell anders. Sie fährt von allen Fassungen die schlechtesten Bildnoten ein. Zum einen ist sie kaum von Verschmutzungen befreit, leidet dazu unter Überkontrastierungen und kommt im viragierten Look, der ein gelbliches bis bernsteinfarbenes Bild produziert, aber selten harmonisch aussieht. Außerdem ist es die einzige Fassung, die nur in SD mit 50 Halbbildern vorliegt. Für Komplettisten ist das aber natürlich eine authentische Zusammenstellung.

MG-Salven werden abgefeuert

Beim Ton liegen insgesamt vier unterschiedliche Synchros vor – dazu der vom WDR angefertigte Mix aus 1952er und 1984er Synchro. Beginnen wir mit der Langfassung und der Tonversion vom WDR, die auf der 52er Synchro basiert. Man muss schon sagen, dass man hier kaum etwas zu meckern hat. Die Sprecher sind zeitgenössisch authentisch und hochwertig ausgewählt. Die Sprachverständlichkeit ist sehr gut und sowohl Rauschen als auch Zischen der S-Laute bleibt im sehr vertretbaren Rahmen. Vielleicht ist die Tonspur einen Hauch dumpfer und spielt mehr im Hintergrund als die beiden anderen, aber für sich genommen klingt sie wirklich gut. Die Soundeffekte sind noch etwas leiser, was man aber auch erst merkt, wenn man sie mit den anderen beiden Synchros vergleicht. Die ZDF-Version von 1984 tönt etwas klarer, betont die Soundeffekte hörbar mehr und setzt Kantoreks Ansprache bei der Blende von der Straße aufs Schulzimmer viel früher ein. Auch hier ist die Synchro selbst wirklich gut gelungen. Gegenüber der 52er Übersetzung wurde das Dialogbuch allerdings mitunter sehr deutlich verändert. Bei den Bombenabwürfen und Actionszenen wirkt sie zudem von allen dreien am schwachbrüstigsten – zumal die Explosionen klingen, als hätte sie eine Human Beatbox vertont (33’45). Die 2005er Synchro ist zwar die jüngste, fängt tonal aber am wenigsten ausgewogen an. Der Szenenübergang ins Klassenzimmer nach etwas über vier Minuten wirkt dadurch unglücklich, weil die Musik schmerzhaft überspitzt klingt und die Ansprache von Kantorek noch wesentlich später einsetzt als in der ohnehin schon zögerlich einsetzenden WDR-Fassung. Allerdings kommt die 05er Fassung damit dem englischen O-Ton am nächsten, bei dem der Lehrer ebenfalls extrem spät überhaupt zu hören ist. Von den drei Versionen liefert sie dafür am meisten Druck während der Bombenabwürfe und der abgefeuerten Maschinengewehrsalven. Die tonale Unausgewogenheit des Beginns bleibt eher ein Einzelfall. Rein von der Tonqualität her (die Vorliebe für eine der Synchros ausgenommen) ist sie eigentlich die beste Version. Die Original-Synchro von 1930, die auf der 1930er-Fassung vorhanden ist, gibt es einmal bearbeitet und einmal unbearbeitet. Die nicht bearbeitete Fassung rauscht brutal, knackst und lässt die Stimmen fast unverständlich erscheinen. Man muss schon sehr laut aufdrehen, was dann zur Folge hat, dass lautere Gesänge oder ähnliches sehr unangenehm werden. Die bearbeitete Version knackst und rauscht weniger, wirkt dafür komprimierter und gedrungener – beide taugen vor allem aus Authentizitätsgründen. Schön anzuhören sind sie nicht.

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Bonusmaterial

Im Krieg gibt’s keine Gewinner

Die auf 2.500 Stück limitierte Ultimate Edition enthält zwei 3-Disk Mediabooks, wovon der Inhalt des zweiten Mediabooks der Ultimate Edition vorbehalten bleibt. Ebenfalls integriert ist der Nachdruck eines originalen Kinoaushang-Fotosatzes sowie ein nummeriertes Zertifikat. Im Mediabook #1 findet sich neben zwei Blu-rays und einer DVD ein 46-seitiges Booklet mit einem Text von Professor Hans Beller. Die Blu-ray #1 enthält die Langfassung mit 141 Minuten sowie die Dokumentation „Geschundenes Zelluloid – Das Schicksal des Kinoklassikers ‚Im Westen nichts Neues’“ von 1984. Außerdem gibt’s den Original-Kinotrailer in HD. Die zweite Blu-ray liefert die Internationale Standardfassung mit 133 Minuten Laufzeit. Die DVD kommt dann nochmals mit der Langfassung (136 Minuten „kurz“ aufgrund der 25 fps).
Im zweiten Mediabook (auch einzeln als Collector’s Edition zu haben) finden sich drei Blu-rays sowie ein
46-seitiges Booklet mit Texten von Professor Hans Beller und Ludger Holmenkamm. Blu-ray #1 bietet die 1930er-Fassung mit 103 Minuten Spielzeit. Blu-ray #2 die Stummfilm-Fassung mit 133 Minuten sowie die Originale ZDF-Fassung, die135 Minuten läuft, aber nur in SD vorliegt. Auf Blu-ray #3 liegt die 1952er-Fassung mit 127 Minuten sowie das Bonus-Feature: „Das Profil – Erich Maria Remarque zu Gast bei Friedrich Luft“ von 1963 – ebenfalls in SD.

Fazit

Niemand wird erwartet haben, dass Im Westen nichts Neues mit einem lupenreinen, kristallklaren und gestochen scharfen Bild wuchern würde. Diese Erwartung können und wollen die unterschiedlichen Fassungen auch gar nicht erfüllen. Bei dieser Edition geht es vielmehr darum, den Film und vor allem seine verschiedenen (Ton)Fassungen überhaupt zugänglich zu machen. Und das ist Capelight maximal gut gelungen. Der extreme Aufwand (und es war wirklich ein extremer Aufwand!), der hier betrieben wurde, lohnt sich bis ins letzte Detail. Die Sechs-Disk-Box gehört neben den Vitrinen der Sammler eigentlich ins filmhistorische Museum. Das Lob, das man dem Label hier aussprechen muss, könnte größer kaum sein. Und da verschmerzt man das etwas gefilterte Bild der Langfassung gerne. Die Traditionalisten greifen eh zur 1930er Synchro oder schauen sich die Stummfilm-Fassung an. Ohnehin kann man sich locker zwei Tage mit allen Fassungen und allem Bonusmaterial sowie den Booklets beschäftigen. Ohne Zweifel eine ULTIMATIVE Edition!
Wem die Langfassung sowie die Internationale Standardfassung ausreichen, der greift zur günstiger eingepreisten Collector’s Edition, die aus dem ersten der beiden Mediabooks der Ultimate Edition besteht.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität (Langfassung): 70%
Bildqualität (Langfassung zusätzliche Szenen): 40%
Bildqualität (Stummfilmfassung): 50%
Bildqualität (ZDF-Fassung original SD): 30%

Tonqualität (WDR-Fassung): 65%
Tonqualität (ZDF-Fassung): 55%
Tonqualität (2005er Fassung): 70%
Tonqualität (1952er Fassung): 65%
Tonqualität (1930er Fassung bearbeitet): 45%
Tonqualität (1930er Fassung unbearbeitet): 30%

Tonqualität (Originalversion Langfassung & Intern. Schnittfassung): 65%

Bonusmaterial: 100%
Film: 100%

Anbieter: Capelight Pictures
Land/Jahr: USA 1930
Regie: Lewis Milestone
Darsteller: Lew Ayres, Louis Wolheim, John Wray, Slim Summerville, Arnold Lucy, Beryl Mercer
Tonformate:
Langfassung: PCM 2.0 Mono: de, en
Internationale Standardfassung: PCM 2.0 Mono: de, en
1930er-Fassung: PCM 2.0 Mono: de, en
1952er-Fassung: PCM 2.0 Mono: de, en
Originale ZDF-Fassung: PCM 2.0 Mono: de
Stummfilm-Fassung: PCM 2.0 Mono: de // Dolby Digital 2.0: de, en
Untertitel: de, en
Bildformat: 1,37:1
Laufzeit: 141, 135, 133, 127, 103
Codec: AVC
FSK: 12

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Capelight Pictures)
*Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Für Einkäufe über diese Affiliate-Links erhalten wir eine Provision. Für den Käufer entstehen keine Mehrkosten. Infos zum Datenschutz findet ihr hier.

Trailer zu Im Westen nichts Neues

IM WESTEN NICHTS NEUES Trailer (Deutsch)


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

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8 Kommentare
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crusy

Hast Du vor, die 2022er Version auch zu testen?

crusy

Deshalb frug ich 🙂 Schön zu hören!

Stefan

Habe „nur“ zum Mediabook gegriffen und bin sehr zufrieden mit der Veröffentlichung. Da die Langfassung mit der WDR Synchronisation für mich die bevorzugte Fassung ist kann ich mit dem normalen Mediabook sehr gut leben.

ondy

Da bist du ja kilometer gelaufen um die verschiedenen discs ein und aus zu legen herzlichen dank dafür.

Kisi

Habe das Mediabook mir geholt aber bisher noch nicht angeschaut. Hatte letztens den Netflix Film im Kino geschaut und fand er war anders als andere Antikriegsfilme. Bin mal auf die alten Fassungen gespannt. Danke für die klasse Einleitung von dir.

crusy

Jetzt mach doch nicht so viel Werbung für die Box! Ich hoffe immer noch auf ein Restpostenexemplar bei einer Aktion – so wie die Monty Python Box neulich für 33€ 😉 Slightly related: Du hast Dich doch jetzt mit den verschiedenen Fassungen beschäftigt, ist die ein-Mediabook-Fassung aus Deiner Sicht ein akzeptabler Kompromiss aus Inhalt und Preis? Oder fehlt da doch etwas aus Deiner Sicht Zwingendes?