Indiana Jones und der letzte Kreuzzug 4K UHD

Blu-ray Review

Paramount Pictures, 10.06.2021
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OT: Indiana Jones and the Last Crusade

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Wenn der Vater mit dem Sohne

Zum dritten Mal lässt Steven Spielberg den Indiana von der Leine.

Inhalt

Genau das Richtige für eine Vater-Sohn-Aussprache: Ein lauschiger Motorradtrip

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 1938. 26 Jahre nachdem Indiana Jones bereits einmal versuchte, das Kreuz von Coronado zu sichern, gelingt es ihm endlich und er kann es dem Museum von Marcus Brody stiften. Kurz darauf erfährt Indy vom Millionär Walter Donovan, dass sein von ihm entfremdeter Vater Henry Jones Zeit seines Lebens nach dem Heiligen Gral suchte und dafür gewisse Informationen auf Steinplatten nutzte. Als er das Tagebuch von seinem Vater mit allen Hinweisen auf den Gral per Post aus Venedig erhält, steht fest, dass er sich auf die Suche nach seinem Vater und dem heiligen Objekt macht, das ewige Jugend verspricht. In Venedig finden sie in alten Katakomben eine Inschrift, die den Standort des Grals verrät. Doch nicht nur das: Indiana erfährt auch den Ort, an den man seinen Vater Henry verbracht hat: Schloss Brunwald in Österreich. Doch bevor das Vater-Sohn-Gespann sich gemeinsam auf den Weg machen kann, den Heiligen Gral endlich zu finden, muss man erst einmal persönliche Differenzen beseitigen und sich einiger ziemlich fieser Nazis erwehren …

Okay, so eng muss die Beziehung zwischen Vater und Sohn dann vielleicht doch nicht sein

Wie bereits im Review zum zweiten Teil, Tempel des Todes, erwähnt, hatte George Lucas (ohne wirklich genug Story zu haben) die Indiana-Jones-Filme als Trilogie angelegt. Und mit Indiana Jones und der letzte Kreuzzug wurde diese angedachte Trilogie 1989 vollendet. Weitere fünf Jahre ließ man sich also Zeit, um den dritten Teil zu inszenieren. Das auch deshalb, weil man einige Drehbuchentwürfe, die zwischenzeitlich vorgelegt wurden, wieder verwarf. Unter den engagierten Autoren eines Skriptentwurfs war Prominenz wie bspw. Chris Columbus, der in seiner Version die chinesische Tradition des Garten der Pfirsiche der Unsterblichkeit aufgriff, während Lucas selbst die Sache mit dem Heiligen Gral präferierte.
Vor allem Spielberg war es daran gelegen, nach dem vom Publikum und der Kritik eher durchwachsen aufgenommenen zweiten Teil, den düsteren Ton im letzten Film zu revidieren. Dem Regisseur schwebte vor, das Ganze wieder etwas näher an Jäger des verlorenen Schatzes anzulegen, den er für den gelungeneren Film hielt. Und so war es letztlich seine Idee, eine Vater-Sohn-Geschichte zu entwickeln.

Im Zweifel hilft’s, wenn man einfach mal die Hände zum Himmel reckt

Und diese Idee war letztlich Gold wert. Vor allem auch deshalb, weil man niemand geringeren als Sean Connery für die Rolle gewinnen konnte. Jetzt kann man sich auch heute noch prächtig darüber amüsieren, dass die beiden Schauspieler gerade einmal 12 Jahre auseinanderliegen, was die Vaterrolle von Henry Jones zumindest im zweifelhaften Licht erscheinen ließe. Aber Spaß beiseite: Wer sich darüber aufregt, dass man hier keinen älteren Darsteller genommen hat, ums passender zu machen, der hat sonst vermutlich auch nichts anderes zu tun.
Zumal die Chemie zwischen Ford und Connery einfach perfekt ist. Wie sich die beiden seinerzeit als absolute Superstars im Filmgeschäft befindlichen Schauspieler gegenseitig necken und anzicken, ist einfach herrlich. Man lehnt sich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn man ihr Team aus Henry und Indiana Jones als das perfekte Leinwandpaar der 80er Jahre beschreibt. Egal, ob im Motorrad im Jagdflugzeug oder in/auf/um einen Panzer herum – viel mehr Spaß kann man in einem Action-/Abenteuerfilm eigentlich gar nicht haben. Und Spielberg merkt man deutlich an, dass er das Düstere von Tempel des Todes wieder egalisieren wollte. Auch dazu trägt bei, dass er sich hier auf eine Vater-Sohn-Geschichte konzentrierte, da er so gar nicht Gefahr lief, eine kreischende Frauenfigur für Gags einzusetzen. Umso erstaunlicher, dass in all dem beeindruckenden Actiongetöse die Emotionen nicht zu kurz kommen. Respekt deshalb auch dafür, dass sich das Thema der Entfremdung zwischen Henry und Indy auf bewegende Weise auflöst. Immerhin muss Henry irgendwann einsehen, dass er sich mehr um den Heiligen Gral gekümmert hat als um seinen eigenen Sohn.

Blufft er oder nicht?

Um aber noch mal auf die Actionszenen zurückzukommen, so muss man hier erwähnen, dass Indiana Jones und der letzte Kreuzzug als einer der ersten Filme mit digitalem Compositing glänzte. Entsprechend wurden auf Film vor Bluescreen aufgenommene Elemente eingescannt und im Nachgang mit digitaler Bildbearbeitung zusammengefügt. Das war ein wichtiger Schritt weg von den altmodischen und mittlerweile wenig überzeugenden Rückprojektionen oder der Doppelbelichtung – selbst wenn es hier „nur“ um den Shot ging, in dem Donovan in Sekundenschnelle alterte. Dennoch bereiteten die Trickspezialisten von ILM hier schon mal langsam vor, was sie wenige Jahre später mit Terminator 2 auf die Spitze trieben.
Doch der gelungene Mix aus praktischen Effekten und dem Einzug digitaler Technik ist nicht alles. Denn schon alleine die Herstellung des Panzers ist ein Kapitel für sich. Statt auf eine Leih-Modell zu setzen, konstruierte man das Ding nach dem Muster eines Mark VIII aus dem Ersten Weltkrieg und modifizierter hier und da etwas. Während der Dreharbeiten musste man dann geschickt kaschieren, dass der Panzer deutlich langsamer unterwegs war als Indy auf dem Pferderücken, auf dass die Szenen dynamisch genug werden. Da steckt schon eine Menge Planung und Aufwand hinter. Dass man erneut zu Schauplätzen auf der ganzen Welt reiste, tut sein Übriges zum Gelingen des Films bei und am Ende stand ein finanziell großer Erfolg mit einem weltweiten Einspiel von fast 480 Mio. Dollar.

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Bild- und Tonqualität BD 2012

Haben wir gerade einen Tempelritter gefunden?

Wie die Vorgänger auch, wurde Der letzte Kreuzzug natürlich analog gefilmt. Es beginnt mit sehr kontrastreichen Szenen der roten Sandfelsen und des blauen Himmels. Hin und wieder wackelt die Kamera etwas, was man aber nicht der Blu-ray anlasten kann. Die khakifarbenen Uniformen der Pfadfinder kommen recht authentisch rüber und die Kornstruktur wirkt recht fein. Farbpunkte wie die rote Blume im Knopfloch des Herren nach fünfeinhalb Minuten sind satt und die Durchzeichnung im Himmel ist durchaus gut. In Close-ups wirkt das Bild hier und da etwas überscharf. Möglicherweise wurde hier etwas nachgeholfen. Allerdings geht das (falls digital geschärft wurde) nicht bis auf ein Maß auffälliger Artefaktbildung rund um Objekte oder Gesichter.
Vereinzelte Einstellungen (wie jene der Ankunft in Venedig) fallen qualitativ etwas ab. Hier überstrahlt der Himmel etwas, die Häuserfassaden im Hintergrund erscheinen etwas soft und im Vordergrund ist die Kontrastierung nicht sehr ausgewogen.

Teuflische Machenschaften

Akustisch gibt’s hier das gleiche Bild – bzw. den gleichen Ton – wie bei den Vorgängern: Dolby Digital fürs Deutsche und DTS-HD Master fürs Englische. Die Räumlichkeit ist dabei wirklich gelungen und gut. Hörbar bspw., wenn nach etwas über fünf Minuten die alten Fahrzeuge von hinten nach vorne durchs Bild fahren. Wechselt man allerdings auf den O-Ton, wenn Phoenix nach neun Minuten mit seinen Kontrahenten auf dem Zug steht, weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Denn nur der englische Sound lässt das typische Dampflokomotiven-Soundgefüge so dermaßen realistisch erscheinen. Das Tsch-tsch-tsch erzeugt hier fast Gänsehaut, während die Synchronspur hier dermaßen leise und im Hintergrund agiert, dass man das Zuggeräusch kaum wahrnimmt. Auch die deutschen Dialoge sind dünn und bleiben das auch meist. Und dann gibt’s da noch das Problem mit der zu tiefen Stimme Wolfgang Pampels – also dem Synchronsprecher von Indiana Jones. Bis heute ist nicht abschließend gesichert, ob’s daran lag, dass die Synchronstimmen hier mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten aufgenommen wurden oder aber tatsächlich (wie es seinerzeit mal kommuniziert wurde) Pampel „nur“ erkältet war.

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Bild- und Tonqualität UHD

Im Motorrad war man sich noch nicht einig, vielleicht klappt’s ja im Flugzeug

Auch 1989 wurden noch keine Digitalkameras bei Kinofilmen eingesetzt und so ist Der letzte Kreuzzug ebenfalls noch analog gefilmt. Zum Einsatz kamen hier Panavision-Panaflex-Gold- und -Platinum-Kameras. Zwar gab es 70-mm-Blow-up-Abzüge, aber das Original-Aufnahmeformat war natürlich ebenfalls 35-mm-Film. Für die gesamte Quadrilogie gilt, dass für die Blu-ray seinerzeit schon ein neues Master angefertigt wurde, doch für die UHD-Blu-rays, die nun im Paket erscheinen, man noch mal zurück an die Original-Negative ging. Diese wurden in 4K gescannt und im Anschluss noch mal durch eine Postproduktion mit visuellen Effekten gejagt, um gewisse technische Unzulänglichkeiten auszubügeln, die über das 4K-Master nun möglicherweise noch stärker ins Auge gefallen wären. Die Bildarbeiten wurden im Prozess von Steven Spielberg selbst abgenommen. Auf die UHD-Blu-ray kam das Ganze dann mit einem erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie mit den dynamischen Kontrastformaten HDR10 und Dolby Vision.
Um kurz vorweg auf die digitale Nachbearbeitung einzugehen, so wurde diese zum Beispiel genutzt, um die harten schwarzen Kanten zu eliminieren, die teils bei den einkopierten Trickeffekten/Doppelbelichtungen/Rückprojektionen zu sehen waren – beispielsweise, wenn Papa und Sohn Jones vor dem brennenden Flugzeug im Tunnel davonfahren (79’33). Die UHD-BD gibt diese Szenen nun homogener wieder und sieht weniger nach Trickeffekt aus.
Ebenfalls vorab: Auch beim dritten Teil kam hier und da ein leichter Rauschfilter zum Einsatz. Die Körnung wirkt insgesamt etwas weniger auffällig ausgeprägt. Dennoch fand man eine gute Balance zwischen Filterung und Detaildarstellung. So erkennt man die Aufschrift auf dem Flugzeug nach 24’51 besser, obwohl die Körnung im Himmel gegenüber der BD etwas gemindert wurde. Auf der Habenseite steht ein wesentlich strahlenderes Bild, das mit einer hohen durchschnittlichen Bildluminanz kommt und gerade die Szenen in Venedig bei Sonnenlicht viel brillanter und kräftiger darstellt. Auch die Detailtiefe bei Totalen ist deutlich besser. So erkennt man auf Gebäuden in der Entfernung noch Ziegelwerk, wo die Blu-ray verschwimmt; man nimmt noch Details und Struktur wahr, die von der BD schlicht nicht offenbart werden. Auch Close-ups liefern noch ein Quäntchen mehr an Details. So ist Connerys Tweed-Jacke so fein aufgelöst, dass die abstehenden Stoffhärchen äußerst plastisch wirken. Insgesamt ist die UHD-Blu-ray die bessere Wahl – selbst wenn die damalige Blu-ray schon recht gut war und bei der 4K-Scheibe mit einem (sehr) dezenten Rauschfilter gearbeitet wurde.
Dolby Vision unterscheidet sich von HDR10 insofern, als dass es in einigen Einstellungen noch etwas mehr leuchtet und Spitzlichter prägnanter setzen kann.

Blu-ray (24’51): (Slider ganz nach rechts): Der Screenshot kann’s nicht ganz so gut wiedergeben wie das Live-Bild: Die BD zeigt hier etwas mehr Korn.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD ist weniger körnig, wirkt dezent gefiltert, lässt allerdings die Aufschrift hinten am Heck besser erkennen. Zudem ist das Bild im direkten Vergleich sichtbar dynamischer.

Blu-ray (26’58): (Slider ganz nach rechts): Auf hellen Oberflächen hat die BD leichte Probleme mit Überstrahlen.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD zeichnet hier besser durch, ist dynamischer und stellt die Textur auf der Wand nuancierter dar. Im laufenden Bild ist das noch deutlicher als es der Screenshot darstellen kann.

Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Aus dem gleichen Bild ein Zoom. Trotz Moiré, das dem Screenshot selbst geschuldet ist, lässt sich der Unterschied in der Detailauflösung auf dem Mauerwerk gut erkennen.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Scheibe kann

Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Ein weiterer Detailausschnitt, der offenbart, dass die BD die horizontalen Stuckabstufungen im unteren Bereich nicht wirklich klar abbildet.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Ganz anders die UHD-BD, die hier deutlich zeigt, wie viele Details noch im Material waren.

Blu-ray (65’31): (Slider ganz nach rechts): Eine Szene, die schon über die BD wirklich gut aussieht.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD kann hier aber noch mehr Dynamik und Brillanz erzeugen, bietet außerdem mehr Abstufungen im Braun des Holzwegweisers.

Blu-ray (73’36): (Slider ganz nach rechts): Hauttöne kamen über die alte Blu-ray bereits sehr authentisch.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD bietet noch ein wenig mehr Bräune, ist ansonsten aber nicht eklatant unterschiedlich.

Blu-ray (98’53): (Slider ganz nach rechts): Diese Szene zeigt sich im laufenden Bild noch deutlicher unterschiedlich als es der Screenshot darzustellen vermag. Die BD hat im direkten Vergleich fast einen Grauschleier über dem Felsen im Hintergrund.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD lichtet diesen Grauschleier und wirkt insgesamt dramatischer.

UHD HDR10 (98’53): (Slider ganz nach rechts): Ein kleiner Vergleich zwischen HDR10 und Dolby Vision.
UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Dolby Vision ist hier im direkten Vergleich etwas heller und farblich einen Hauch grünlicher – letzteres kann sehr gut an der Eigencharakteristik des LG OLED liegen, da die Dolby-Vision-Parameter nur bedingt veränderbar sind.

Okay, jetzt wird’s wirklich ernst

Auch beim dritten Teil bietet die 4K UHD-Blu-ray nun eine Dolby-Atmos-Abmischung für den O-Ton, während die deutsche Fassung ein Upgrade auf unkomprimiertes True HD bekommt. Auch hier der Hinweis: Da mir zu Rezensionszwecken lediglich die englische UHD-BD zur Verfügung stand, kann ich zur deutschen Synchronisation leider nichts sagen. Entsprechend auch nicht, ob man die Tonhöhe von Pampel korrigiert hat oder nicht.
Auch hier gibt’s nun, am 11.06.2021 das Update, da mich die deutschen Fassungen erreicht haben. Und auch hier ist die True-HD-Fassung der DD-Variante der alten Blu-ray deutlich überlegen. Allerdings kommt sie nicht mit exakt der gleichen Geräuschkulisse wie der englische Atmos-Sound. So ist das typische Zuggeräusch  nach 8’50 zwar wesentlich räumlicher und stärker als über die Blu-ray, auf der es praktisch kaum stattfindet, aber es klingt nach anderen Sounds, wenn man es mit der englischen Atmos-Variante vergleicht. Dort sind die SchSch-Geräusche noch mal etwas prägnanter. Dennoch ist auch hier der True-HD-Sound in Summe viel räumlicher, luftiger und dynamischer. Nur die falsche Tonhöhe bei Pampel, die gibt’s immer noch.
Der englische Originalton kommt auf der regulären Ebene dem DTS-HD Master recht nahe. Hier und da kann die DTS-HD-MA-Fassung ein klein wenig mehr Druck freisetzen, aber das ist nur im direkten A/B-Vergleich hör-/erfahrbar. Ansonsten schlägt sich auch die Atmos-Fassung auf der regulären Ebene im Angesicht des Filmalters wirklich beachtlich. Wir können also direkt auf die Ergänzung der Soundebene der Heights schauen – bzw. ein Ohr drauf werfen (ach nee, auch falsches Sprichwort). Wie dem auch sei: Wir hören mal genau hin. Und hören von Beginn an John Williams‘ Score ergänzend aus den Heights. Außerdem gibt es direkt zu Anfang einige Vogelgeräusche, während wir den Pfadfindern auf dem Weg durch den Canyon zusehen. Recht authentisch hallt dann die Stimme des Gruppenleiters von oben wider und auch in der Höhle gibt es passende Hallgeräusche, was aus raumakustischer Sicht absolut Sinn ergibt. Klasse sind Pferd- und Autogeräusche nach 5’30, wenn beides oberhalb und von hinter der Kamera heranrauscht. Nicht ganz so viel Sinn macht das Nashorn-Geräusch, wenn man es hört, obwohl die Kamera oben AUF dem Zug ist. Das Gleiche gilt für die Zuggeräusche bei Minute 9’00. Hier wurde im Sinne von mehr Atmosphäre einfach ein bisschen mehr gemacht als visuell Sinn ergibt. Absolut Sinn macht das Wetter und die Gischt nach 12 Minuten, was gut zwei Minuten lang für eine beeindruckende 3D-Soundsequenz sorgt. Während der Exkursion in der Höhle zum ersten Tempelritter quietschen dann immer wieder Ratten aus allen Speakern und auch die Explosion kommt akustisch dreidimensional. Die anschließende Bootsverfolgung endet mit einem ziemlich beeindruckenden Schiffsschrauben-Akzent, der durchaus brachial von den Heights wiedergegeben wird. Indys Peitsche wird bei praktisch jedem Einsatz zudem mit 3D-Sounds belegt und das Gewitter nach 47 Minuten ist ebenfalls ein toller Höhen-Effekt. Die Luft, die unseren beiden Helden im Flieger nach 76 Minuten um die Nase weht, kommt genauso von oben, wie die anfliegenden Bomber, die richtig vehement über die Köpfe rauschen oder auch das Geschoss, das nach gut 85 Minuten über den Zuschauer donnert. Von allen drei (bisherigen) Filmen liefert Der letzte Kreuzzug damit durchweg die beeindruckendste 3D-Sound-Vorstellung.

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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial der vier Indiana-Jones-Filme liegt auf den Blu-rays des Sets vor, die mir zu Rezensionszwecken leider nicht zur Verfügung standen.

Fazit

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug ist vielleicht der beste Teil der Filmreihe. Er besinnt sich mehr auf die Wurzeln, die er mit dem ersten Film schlug, nimmt die Düsternis weg und hat mit dem Gespann aus Ford und Connery eines der besten Leinwandpaare der Filmgeschichte. Satte Action und humorige Vater-Sohn-Geschichte gepaart mit fiesen Bösewichten – mehr kann man eigentlich nicht wollen.
Die 4K UHD-Blu-ray bietet den Film nun (trotz leichter Filterung) in seiner bisher bestmöglichen Qualität. Und der englische Atmos-Sound macht wirklich Laune. Im Gegensatz zur alten Blu-ray ist die deutsche True-HD-Fassung außerdem eine kleine Offenbarung.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2012): 85%
Bildqualität BD (2021): Wertung entfällt
Bildqualität UHD: 80%

Tonqualität BD (2012): 65%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 80

Tonqualität BD (2012) (Originalversion): 85%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 85%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 85%

Bonusmaterial: Wertung entfällt
Film: 100%

Anbieter: Paramount Pictures
Land/Jahr: USA 1989
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Harrison Ford, Sean Connery, Alison Doody, John Rhys-Davies, Julian Glover, River Phoenix
Tonformate BD (2012): dts-HD-Master 5.1: en // Dolby Digital 5.1: de
Tonformate BD (2021):
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby True HD: de // Dolby Digital 2.0: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 127
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 1000 Nit
FSK: 16 (Einzelfilm selbst ist FSK 12)

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Paramount Pictures)
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Trailer zu Der letzte Kreuzzug

Indiana Jones - Quadrilogy - Trailer


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Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
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Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

19 thoughts on “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug 4K UHD

  1. Tannhäuser

    Kann Ich irgendwo auf diese Seite alle erhaltne Tonformate und Untertiteln der Deutsche 4K UHD Edition sehen? Dankeshön!

  2. mystaryoder

    Ich muss sagen, ich bin kein Fan dieser digitalen Nachbearbeitungen.
    Wenn Trickeffekte aus heutiger Sicht zu offensichtlich zu entlarven sind, liegt dass ja zumeist an den technischen Limitierungen zur Entstehungszeit.
    Da doktor ich doch nicht jetzt rum, nur weil ich mittlerweile die Möglichkeit dazu habe.
    Filme als eine Form der Kunst sollten in ihrer ursprünglichen Form gewahrt werden.
    Dazu gehört für mich auch der Verzicht auf Rauschfilter oder Nachschärfungen, und vor allem auch die originale Tonmischung aus dem Kino.
    Wenn ein Film für den besten Ton(schnitt) mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, möchte ich auch das hören wofür er ausgezeichnet wurde, KEINE billige Effekthascherei wie Dolby Atmos, bei der die Kunst, der Film, in den Hintergrund gerät.
    Bei neuen Produktionen kann man es ja machen, wenn man wirklich Zeit und Mühe in diesen durchaus hörbaren Mehrwert steckt, was jedoch auch offenbar zu selten der Fall ist.
    Aber bei alten Filmen lehne ich eine solche Verfremdung der Kunst kategorisch ab.

    Es gibt jetzt auch modernere, qualitativ bessere Farben als früher, aber deswegen nehme ich ja auch nicht ein Meisterwerk wie die Mona Lisa und male da jetzt nachträglich drauf rum.

  3. Hans-Ingo Trompeter

    Danke für das frühe Review! Ich hoffe, der deutsche Ton ist vollständig drauf…. 🙂 Ich freue mich jedenfalls schon auf die Stahlbox, obwohl ich gerade die BDs komplett geguckt habe und weitgehend ziemich gut fand…

  4. Tim

    Besten Dank für den Bericht 🙂

  5. Ryan

    Thanks for the review! Really looking forward to seeing this.

  6. Michael

    Vielen Dank für die wie immer sehr lesenswerte Kritik! Bin gespannt auf das laufende Bild…
    Leider lässt sich zumindest für mich am letzten Vergleichs-Screenshot mit der Wüstenszene ganz gut erkennen, wie die Rauschfilterung Details etwa in den Hügeln im Hintergrund tilgt. Das geht ja auch schon etwas ins Aquarell-mäßige. Es ist wirklich eine Schande…
    Warum verstehen es nur die kleinen Boutique Labels wie Arrow und Co, vernünftige UHD Masters zu produzieren? Na gut, und Sony. Was Warner, Universal und hier auch Paramount abliefern ist bestenfalls „hit & miss“ – gefühlt je „größer“ der Film, desto eher der „miss“.
    Aber ja, ich bin schon wieder am Meckern bevor ich zumindest diese Filme in dem Format gesehen habe. Ich versuche, mir noch etwas Zuversicht aufzusparen…

  7. René

    Moin Timo!

    Erst einmal wieder mal ein Kompliment für ein hervorragendes Review und ein Dankeschön für die tolle Arbeit die Du jedes Mal leistest mit dem ganzen technischen Specs & Backgrounds.
    Fakt ist, mich haut das Ergebnis jetzt nicht vom Hocker. Das mal wieder damit geworben wird das irgendein Meister das persönlich abgenommen hat, das ist in letzter Zeit (sowie auch hier) nach hinten los gegangen. Auch wieder mal leider das verkehrte Studio. Wie so oft ist Sony, gerade bei den alten Titeln, das Maß aller Dinge. DNR ist ein Fremdwort bei denen, auch wenn es nicht immer elegant aussieht. Wie weiter oben schon jemand schrieb, DNR hat auf diesem Medium nix mehr zu suchen. Nun ja, ist leider Paramount, hat man sich dran gewöhnt.
    Fakt ist, die Erwartungen waren hoch, aber eine deutliche Steigerung wie bei der ZIDZ Trilogie sehe ich nicht,nicht mal annähernd eine feine Steigerung wie bei Lawrence, Spartacus oder dem Hai. Chance mal wieder vertan. Vielleicht sieht das im Bewegtbild ja besser aus. Fakt ist auch das die BDs gar nicht so schlecht waren.
    Zuschlagen werde ich hier nicht sofort, da warte ich auf ein Nice Price Angebot.

    Das zeigt mal wieder wie wertvoll deine Arbeit hier ist in Bezug auf das Kaufverhalten der User.

  8. Helmut

    Ich muss auch zugeben- wenn ich nicht bei der Vorbestellung bereits einen Wunschgutschein verballert hätte, würde ich bei diesem Preis auch noch abwarten. Scheinbar gehen die Studios bei Filmen mit angenommen größerem Kundenkreis eher davon aus, dass es die Mehrheit so haben will,, und haben vermutlich auch noch recht damit. Da Spielberg selbst bei seinen neusten Filmen weiterhin durchaus sehr körnig dreht, wird sein „approved“ wohl kaum mehr als ein kurzer Blick mit „passt schon“ Kommentar gewesen sein.

  9. Oliver E.

    Yo, mich interessiert jetzt auch eher der neue deutsche Ton.
    Vom Bild her, ist es einen Neukauf nicht großartig wert. Caps a holic hat da noch keine direkten Bildvergleiche (nur mir der japanischen UHD TV Ausstrahlung). Bestimmt wirken bei der UHD wieder viele Szenen dunkler.
    Und ich muss nochmal erwähnen, dass ich, wenn man diverse Screenshots anschaut, die UHD zu „Tempel des Todes“ besser finden kann als die 2012er BD.
    Lediglich „Jäger“ ist insgesamt wirklich
    besser, obwohl ich die 2012er Farbgebung mag.

    • Noch mal: Die UHD-BDs sind nicht dunkler als die Blu-rays. Ganz im Gegenteil. Sie haben mehr Leuchtkraft und zeichnen sowohl im Hellen als auch im Dunklen besser durch. Das sind genau DIE Punkte, die als durchgängig positiv zu bewerten sind – neben der oft sichtbar besseren Auflösung und abseits vom hier und da erkennbaren Rauschfilter.

      • Oliver E.

        Ok, ich habe jetzt halt mit den Bilder auf caps a holic verglichen. Es ist aber auch nicht unbedingt ein Geheimnis, dass viele UHD Abtastungen dunkler gestaltet sind.
        Ich werde mir eh eine Indiana Jones UHD Box holen, aber nur weil der Ton besser sein soll und wohl doch noch ein fünfter Film kommt. Halt ein Komplettist.
        Übrigens, „Der letzte Kreuzzug“ ist auch immer mein Favorit 🙂 Noch vor „Jäger des verlorenen Schatzes“ und „Der Tempel des Todes“. Wertung meinerseits für den Kreuzzug und den Jäger 10/10, der Tempel dann 9/10 und auch dem vierten kann ich etwas abgewinnen, aber gegen die ersten drei halt keine Chance.

        • Marcel

          Caps a holic finde ich kann man sowieso meistens nicht als Referenz nehmen. Ist zwar schön und gut so ein Bild da zu sehen, aber am Ende ist es auch nur komprimiert dargestellt.
          Man muss das teilweise schon selber sehen auf dem eigenen Fernseher. Einige Sachen sehen bei mir auch komplett besser auf dem eigenen TV aus, als ich so manche Bilder da.

          • Dude

            Caps a holic kann man sogar sehr gut als Referenz nehmen.
            Auf meinen kalibrierten Geräten (Monitor, TV, Beamer) sehen BDs genau so aus wie auf den Screenshots von Caps a holic.
            Die Screenshots kann man sich übrigens im JPG und PNG Format anzeigen lassen und PNG-Bilder haben keinerlei Qualitätsverluste.

          • Ich denke, es ging Marcel eher um die Glaubwürdigkeit der UHD-Blu-ray-Caps, denn darum ging es Oliver E., auf den Marcel geantwortet hatte.

  10. h3r0

    Dafür, dass die UHD um 5% schlechter ausfällt als die BD, soll man 90€ berappen?
    Nein danke.
    Insofern, Review sei Dank;)

    P.S.: wird es noch Reviews für Last Action Hero und Speed geben?

    • Bitte nicht nur auf die Bewertungen schielen. Das Wichtige steht im Text.
      Die Wertungen finden immer INNERHALB ihres eigenen Bezugsrahmen statt. Alles andere wäre unfair und man müsste nachträglich sämtliche Blu-rays abwerten.
      Eine 80% UHD-Bewertung kann immer noch deutlich besser aussehen als eine 85% Blu-ray-Bewertung. Wie in diesem Fall.

  11. Dennis

    Timo, wie immer vielen Dank für deine Reviews. Es sind einfach im Vergleich zu anderen Deutschen Quellen mit Abstand die Besten! Bevor was bestellt wird, schau ich immer bei dir rein, weiß mittlerweile aber auch das für mich zu bewerten.
    Ich glaube im Fall der Indy-Scheiben überwiegen für mich die Vorteile klar, vor allem gegenüber der alten BD Scheiben bei mir im Regal. Die kommen heute von Amazon, ich freu mich schon riesig.
    Und ja, freue mich noch auf Reviews von Speed, In the Line of Fire und Last Action Hero 😉

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