Interstellar 4K UHD

Blu-ray Review

Interstellar 4K UHD Blu-ray Review Cover
Warner Home, 04.01.2018

OT: Interstellar

 


Murphys Law

Nolans Sci-Fi-Mammutwerk nun auch in 4K Ultra-HD.

Inhalt

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Cooper hat seiner Tochter eine wichtige Entscheidung mitzuteilen

Die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts: Armeen wurden abgeschafft. Die Menschen haben eingesehen, dass sie die letzten Tage auf der Welt nicht mit Krieg verschwenden müssen. Da die Erde dabei ist, ihre letzten Atemzüge zu tun und sich mit aller Naturgewalt gegen die Menschen richtet, scheint die aktuelle Generation der Kinder wohl die letzte zu sein, die ihr Leben noch auf dem einst so blauen Planeten verbringen kann. Der Ex-Nasa-Pilot Cooper hat zwei solche Kids und versucht, ihnen ein guter Vater zu sein. Doch dann führt ihn das Schicksal zu den alten Kollegen der Nasa. Die berichten ihm von der „Lazarus-Operation“ – einer Mission, die das Verlassen der verbleibenden Menschen von der Erde ermöglichen soll. Dies jedoch muss gründlich vorbereitet werden, denn erst einmal muss eine neue Welt gefunden werden. Eine aussichtslose Aktion, wie Cooper findet, denn der nächste Stern ist 1000 Jahre entfernt. Was er nicht weiß: Es existiert ein Wurmloch nahe des Saturn – ein Übergang in eine neue Galaxie. Dennoch würde die Reise einige Jahre in Anspruch nehmen. Jahre, in denen Cooper von seinem Sohn und seiner Tochter entfernt wäre. Er muss sich entscheiden: Bleibt er bei seiner Familie, oder nimmt er Teil an der Mission, um für seinen Kinder ein neues, bewohnbares Zuhause zu finden? Cooper wählt die Zukunft. Doch die Operation bleibt nicht unproblematisch. Der erste in Frage kommende Planet liegt in einer Zeitverschiebung, in der eine Stunde über sieben Jahre auf der Erde bedeuten würden. Die Mannschaft muss also mit der Zeit haushalten, um überhaupt noch Bewohner auf dem blauen Planeten übrig zu halten, die man retten kann. Falls dies nicht mehr garantiert werden kann oder der Treibstoff für die Heimreise zur Neige geht, tritt Plan B in Kraft: Die Weiterreise zu einem geeigneten Planeten, um dort mit befruchteten Eizellen eine neue menschliche Kolonie zu gründen …

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Liegt die Zukunft der Menschen im Weltall?

Christopher Nolan und sein Autorenbruder Jonathan bleiben zwar dem fantastischen Element treu, lassen ihr Mammutwerk Interstellar aber bedeutend fundierter und wissenschaftlicher erscheinen als die Batman-Trilogie oder vor allem Inception. Nolan, erklärter Fan von Kubricks Meisterwerk 2001: A Space Odyssee, hat sich mit diesem Film praktisch den Traum erfüllt, sein eigenes Science-Fiction-Meisterwerk zu inszenieren – jedenfalls wollte er das. Bisweilen gelingt ihm das durch seine bedächtige und konzentrierte Erzählweise, durch die Fokussierung auf die Figuren und die tragische Reichweite der Mission. Allerdings gehen er und sein Bruder mit der Geschichte wissenschaftlich und philosophisch bisweilen ein Stück zu weit. Philosophisch bauschen sie Interstellar zu einer größeren Blase auf, als es sein müsste und technisch überfordern sie vermutlich eine Vielzahl der Zuschauer. Vielleicht war es etwas zu gut gemeint, den Film vornehmlich auf den Theorien von Astrophysiker Kip Thorne (der eng beratend am Set dabei war) basieren zu lassen. Denn auf diese Weise verschmelzen die Emotionen der Figuren mit der komplizierten Physik im Hintergrund nicht immer zu einer Einheit. Davon abgesehen ist Interstellar ein Sci-Fi-Beitrag, den man so schon lange nicht mehr zu Gesicht bekam. Zwar gibt es actionreiche und auch durchaus spannende Momente, doch die Atmosphäre, die Nolans Film entwickelt, erinnert tatsächlich vor allem an Kubricks 2001. Begünstigt durch die stillen Aufnahmen des Andockens von Raumschiffen an Raumstationen, durch unmittelbar auf der Außenhülle der Objekte montierte Kameras und das Innenraumdesign der Endurance sowie des Shuttles hat man oft das Gefühl, Kubrick hätte als Berater zur Seite gestanden – nur dass er dieses Mal gesagt hat, die Details dürfen ruhig ein wenig schmuddeliger und benutzter aussehen.

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Mit der Endurance geht’s in die Weiten des Weltalls

Aus Sicht der Figuren und ihrer Darsteller hat Nolan im Prinzip alles richtig gemacht. Selbst die sonst eher blasse Anne Hathaway überzeugt weitgehend als Wissenschaftlerin mit eigenem Kopf an der Seite von Pilot Cooper. Matthew McConaughey, der Interstellar relativ kurz nach Dallas Buyers Club gedreht hat, ist noch ein wenig schmal, was ihn aber nicht daran hindert, erneut eine herausragende Leistung abzuliefern. Vielleicht nicht ganz so stark, wie in besagtem Drama als HIV-Aktivist, allerdings zeigt er, dass mit ihm weiterhin auch in Charakterrollen zu rechnen sein wird. Die überraschendste Rolle hat sicherlich Matt Damon, der unvermittelt auftaucht und gegen seinen sonstigen sympathischen Heldentypus besetzt ist. Jessica Chastain hat die etwas undankbare Figur der Murphy im Erwachsenenalter erwischt. Sie hätte durchaus noch mehr Screentime verdient gehabt, um ihr Wirken an der Formel noch intensiver darzustellen. Insgesamt funktionieren die Beziehungen zwischen den Figuren allerdings sehr gut und es gibt durchaus Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Regelrecht krass ist der Moment, in dem Cooper und Brand von ihrem dreistündigen Miller’s-Planet-Trip zurückkommen und auf einen Romilly treffen, der 23 Jahre! lang auf die Zwei gewartet hat. Auch das Abhören der aufgelaufenen One-Way-Nachrichten von Daheim, wo mittlerweile 30 Jahre vergangen sind, sorgt für einen dicken Kloß im Hals. So sind es dann auch gar nicht allein die technischen Details und das Wissenschafts-Gerede, das fesselt, sondern die menschlichen Dramen dahinter. Nolan nutzt den Kniff, erst wieder Ereignisse auf der Erde zu schildern, als dort drei Jahrzehnte vergangen sind, was dafür sorgt, dass die Distanz zwischen Vater und Tochter fast spürbar wird.

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Auch an Bord stehen schwere Entscheidungen an

Schenken können hätte Interstellar sich allerdings die Rolle des Sohnemanns. Schon in den Szenen, in denen er mitspielt, wird er lapidar nur als minderintelligenter Typ charakterisiert. Allerdings wird’s danach noch schlimmer: Darf er zwischendurch noch ein paar Videobotschaften ins All senden und von seiner eigenen Vaterschaft verkünden, ist er auf der Erde später nur noch der bremsende Traditionalist, der allem im Weg steht – sogar der Gesundheit seiner Frau und seines Kindes. Konsequent scheint dann fast, dass Nolan es nicht mal mehr für nötig hält, dass Papa Cooper sich nach seiner Rückkehr nach ihm erkundigt – was für ein Rabenvater. Das ist dann auch nur einer von mehreren mittelschweren Logikbrüchen und Zeit-Dissonanzen, die dem sonst so aufmerksamen Filmemacher hier unterlaufen sind – schade.
Optisch ist Interstellar unzweifelhaft ein absolutes Highlight. Schon der „reguläre“ Raumflug innerhalb unserer Galaxie überzeugt mit atemberaubenden Bildern. Erst Recht, wenn die Crew dann auf Miller’s Planet ist und eine Welle von der Höhe des Burj Khalifa über das Shuttle hereinbricht. Wie schon bei Batman Begins reiste Nolan für die Aufnahmen auf Miller’s und Mann’s Planet nach Island. Die in allen Belangen außergewöhnliche Insel liefert den Hintergrund für ebenso sensationelle wie unwirtliche Bilder, die beinahe nicht von dieser Welt zu stammen scheinen. Aber auch die rasanten Szenen im All sorgen für aufklappende Münder. Wenn Cooper die ins Trudeln geratene und kurz vor dem Kollaps befindliche Endurance mit dem Shuttle wieder „einfängt“, dann ist das atemberaubendes Science-Fiction-Kino von allerhöchster Bildgewalt. Und wenn Nolan nach gut 140 Minuten mit multidimensionalen Spiegelungen arbeitet, gesellt sich sogar wieder so etwas wie der Inception-Look hinzu.

Interstellar 4K UHD Blu-ray Review Szene 2
Unterwegs im Auftrag der Menschheit

Bild- und Tonqualität BD

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Murph arbeitet auf der Erde an einer wichtigen Formel

Da die Filmdisk von Interstellar vollständig frei ist von Bonusmaterial (nicht mal ein Trailer findet sich hier), kann sich die Scheibe voll auf die zur Verfügung stehende Bandbreite konzentrieren, um die möglichst beste Bildqualität zu erreichen. Leider gelingt dies nicht immer in vollstem Maße. So zeigen sich bisweilen deutliche Randunschärfen, die auch nicht durch die Kameraeinstellungen alleine erklärt werden können. So ist im Besprechungszimmer der rechte Bereich bis zum Verschwimmen soft, während auf der linken Seite eine authentische Unschärfe herrscht (31’33). In Naheinstellungen und den vielen Szenen im Raumschiff, bei denen sich das All auf den Visieren der Helme spiegelt, könnte das Bild hingegen kaum knackiger und besser sein. Hier geht dem geneigten Qualitätsfreund einfach das Herz auf. Meistens jedenfalls. Denn auch hier gibt’s unscharfe Ausnahmen (McConaugheys Gesicht 55’39). Außerdem tun sich auch hier wieder Randprobleme auf. Dieses Mal an der unteren Abgrenzung (Hathaways Reißverschluss 63’01) – woher nur immer diese Randunschärfen kommen …? Wer genau hinsieht, macht zudem leichte Banding-Probleme aus. Beispielsweise bei der Rotation der Endurance vor dem Saturn (55’25).
Wie schon bei Batman, nutzt Nolan auch in Interstellar wieder IMAX-Elemente, weshalb sich das Bildformat zwischen 16:9 und 21:9 abwechselt. Bisweilen geschieht das arg oft von Schnitt zu Schnitt. Vor allem die Außenaufnahmen im Weltall werden im IMAX-Format wiedergegeben, während die Innenszenen im Raumschiff wieder im Cinemascope-Format sind. Das stört immer dann, wenn man sich darauf konzentriert. Denkt man nicht weiter drüber nach, fällt es einem bald nicht mehr auf. Was allerdings auffällt: Die Bildqualität während der 16:9-IMAX-Szenen ist sichtbar besser. Die Auflösung wirkt höher, die Bildruhe ist besser und die umfassende Schärfe gefällt ebenfalls mehr. Zumal die hektischeren Szenen im 35mm-Format bisweilen unter harschem Korn leiden (67’30).
Der Ton feiert seinen Einstand mit einem Muster an Effektreichtum, Dynamik und räumlicher Präsenz, wenn Cooper vom Absturz träumt. Auch wenn er durch seinen Mais pflügt, um die Drohne zu fangen, trumpfen sämtliche Lautsprecher groß auf. Jeder einzelne Kornkolben scheint im Heimkino zu landen und der (wie immer bei Nolan von Hans Zimmer komponierte) kongeniale Filmscore  pumpt dazu ordentlich und kraftvoll in den Raum. Herausragend ist Nolans Plädoyer für akustische Authentizität im Weltraum. Wie schon in Cuaróns Gravity, spart sich Nolan jedes Geräusch, sobald das Raumschiff im Orbit ist. Das sorgt für ein Höchstmaß an Realismus in Interstellar. Selbst das Andocken an die Raumstation wird von außen betrachtet absolut still gezeigt – Respekt für diese konsequente Umsetzung. Dagegen wirkt gerade der orchestral-kirchliche Soundtrack schon mal etwas arg laut und Orgeltöne werden bisweilen bis ins Überdramatische gesteigert. An der Stelle weist die deutsche Tonspur leider das Manko zu leise eingepegelter Stimmen auf und man ertappt sich dabei, immer mal wieder den Laustärkeregler bemühen zu müssen.

Bild- und Tonqualität UHD

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Murph und Tom sind keineswegs einer Meinung

Nolan ist ein Anlaog-Freak. Das weiß der Fan und der nicht so Interessierte erfährt es jetzt. Auch Interstellar macht hier keine Ausnahme. Ebenso wie bei Dark Knight und Dark Knight Rising integrierte Nolan zudem, wie oben bereits beschrieben, zahlreiche Szenen im IMAX-Format. Über die UHD wirken diese noch ein Stück prägnanter, knackiger und schärfer. Sieht man genau hin, kann man erkennen, dass der 4K-Scan, der hier vom Filmmaterial vorgenommen wurde und zu einem 4K-DI führte, mehr Details bereithält. Erkennen kann man das vor allem an den homogeneren Oberflächen des Raumschiffs sowie bei den Einzelheiten im Inneren der Endurance. Die Cinemascope-Sequenzen profitieren zwar ebenfalls und lassen die weniger scharfen Szenen der BD einen Hauch besser erscheinen. Doch was im Quellmaterial nicht drin ist, holt auch ein 4K Scan nicht raus. Was die Farbgebung angeht, so ist Interstellar gegenüber den Batman-UHDs deutlich dezenter ausgefallen. Ohnehin sind nur die Szenen auf der Erde ein bisschen farbiger, während die Sequenzen im All und auf den Planeten eher von Tönen einer Graupalette bestimmt werden. Hautfarben geraten über die UHD etwas weniger Braun und erhalten im direkten Vergleich mit der BD einen Hauch von einer Grüntönung. Das sieht man auch im Inneren der Endurance, wenn sich Schwarztöne ein kleinwenig ins Grün verfärben. Das ist allerdings nicht im Ansatz so auffällig wie bei Dark Knight und liefert lediglich eine etwas andere Farbstimmung.
Apropos Schwarz: Durch die höhere Bilddynamik mit helleren Spitzlichtern ist das Weltall in bestimmten Situationen etwas aufgehellt. Das ist im direkten Vergleich zwar auffällig, aber noch nicht ärgerlich oder gar schlecht – zumal dafür deutlich mehr Details auf der Endurance zu erkennen sind. Außerdem sind die Banding-Effekte, die man bei der Wiedergabe der Blu-ray in einigen Szenen noch hat, über die UHD Geschichte. Allerdings führt High Dynamic Range in eben jenen Spitzlichtern in wenigen Szenen zu einem Überstrahlen – so beispielsweise bei den Wolken zu Beginn von Kapitel 13. So erhält die UHD im Schnitt die gleichen Noten wie die Blu-ray, weil sie im Rahmen anderer UHDs nicht zu den Top-Titeln gehört, aber dennoch ihre wirklich guten Seiten hat.
Was übrigens für alle UHDs der Nolan-Box gilt: Die 4K-Scans haben das Frame etwas enger gesetzt – es geht also an den Rändern ein kleiner Bildanteil verloren. Auch das ist gut ersichtlich bei Kapitel 13. Schaut man sich die über die Blu-ray an, ragt links schon die Spitze des Shuttle ins Bild. Über die UHD sieht man davon in diesem Frame noch nichts.

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Die Blu-ray hat die etwas bräunlichere Farbgebung. Matthews Gesicht hat eine leichte Tendenz zum Sonnenbrand. Allerdings immer noch im Rahmen einer bewussten Filterung
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Die UHD reduziert die Farben etwas und kippt ganz dezent ins Grünliche. Die Tür ist bspw. etwas türkisgrüner, während sie auf der Blu-ray links türkisblauer wirkt
Interstellar BD vs UHD Bildvergleich 3
Im All zeigt sich die BD zwar mit sattem Schwarz, verschluckt aber auch ein paar Details
Interstellar BD vs UHD Bildvergleich 4
Die UHD zeigt hier mehr und versumpft nicht so schnell. Allerdings auf Kosten der Spitzlichter, die etwas ausreißen
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Auch hier sieht man ganz gut, dass die BD durchaus ein paar mehr Details zeigen könnte. Die Fläche links verschluckt Details fast komplett
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Die UHD zeigt hier deutlich mehr. Allerdings auf leichte Kosten des Schwarzwerts im All, der etwas angehoben wurde. Außerdem sieht man auch hier, dass die Farben ein bisschen ins Grüne driftet
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Die Ausschnittsvergrößerung zeigt, dass die Blu-ray in Sachen Auflösung und Details zwar schon gut ist …
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… gegenüber der 4K-Disk, die auf einem 4K-Scan basiert, ist sie allerdings im Hintertreffen. Die Strukturen der Linien sind klarer und das „Rescue“ lässt sich dann doch deutlich besser lesen
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Hier die Komplettaufnahme des Ausschnitts von oben
Beim Sound von Interstellar tut sich nichts, wenn man auf die UHD wechselt. Die dts-HD-Master-Tonspuren sind identisch mit jenen der Blu-ray.

Bonusmaterial

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Das große Leuchten im All

Sämtliches Bonusmaterial von Interstellar findet sich auf der Bonusdisk des 3-Disk-Sets. Es ist identisch mit jenem der regulären Blu-ray-Fassung.
Es unterteilt sich in zwei Bereiche, „The Science of Interstellar“ und „Inside Interstellar“. Das erste Featurette wird von Matthew McConaughey kommentiert und ist ein extra für den Film produziertes Hintergrund-Special, das die Fakten und theoretischen Möglichkeiten hinter der Filmidee mit dem fiktionalen Endergebnis verknüpft. Die Mitarbeit des Astrophysikers Kip Thorne war dabei von entscheidender Wichtigkeit. Thorne beschäftigt sich seit Jahren mit der Theorie von Gravitationswellen, der Krümmung von Raumzeit und spekuliert über die Möglichkeit von Zeitreisen mit Hilfe von Wurmlöchern. Als Mit-Ausführender Produzent des Films basiert die Geschichte von Interstellar praktisch auf seinen Untersuchungen und die Zusammenarbeit zwischen Thorne und Nolan war extrem eng.
„Inside Interstellar“ teilt sich wiederum in 14 kleine Hintergrundfeaturettes mit insgesamt etwas über zwei Stunden Laufzeit auf und beschäftigt sich mit sämtlichen Aspekten des Sci-Fi-Films. Von der Grundidee über die Schauplätze und Drehorte sowie die Sounds und Musik bis hin zum Design der Raumanzüge und das Drehen auf Island, das Miller’s und Mann’s Planet „doublen“ durfte. Herausragend ist dabei nicht nur der Informationsgehalt, der weit über den durchschnittlichen Making-ofs liegt, sondern auch die Tatsache, dass Nolan (wie eigentlich immer) sehr nahe und auskunftsfreudig ist. Gerade das Feature zu den Dreharbeiten auf Island zeigt eindrucksvoll, dass Nolan abseits aller nötigen digitalen Effekte immer so viel wie möglich authentisch und echt drehen möchte – und wenn die ganze Crew tagelang in Anglerhosen knietief im Wasser stehen muss.

Fazit

Interstellar ist ein Science-Fiction-Film, der nachwirkt und nachwirken muss. Für Freunde von leichter Mainstreamkost ist er nur schwer genießbar und macht es seinen Zuschauern auch nicht immer ganz leicht. Ein zweites Mal anschauen dürfte in jeder Hinsicht sinnvoll sein – ob das nun aus dem Grund ist, ihn noch besser zu verstehen (und zu mögen) oder sich dann noch weiter zu distanzieren, das bliebe nachzuprüfen …
Die UHD liefert dazu das sichtbar schärfere und besser aufgelöste Bild und bringt gerade die IMAX-Szenen noch besser zur Geltung. Die leichte Tendenz ins Grün sieht man nur im direkten Vergleich mit der BD.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80-90% (mit sichtbaren Vorteilen bei den IMAX-Szenen)
Bildqualität UHD: 80-90% (mit sichtbaren Vorteilen bei den IMAX-Szenen)

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 85%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 90%
Bonusmaterial: 90%
Film: 70%

Anbieter: Warner Home
Land/Jahr: USA 2014
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Sir Michael Caine, Ellen Burstyn, John Lithgow, Wes Bentley, Casey Affleck, Matt Damon
Tonformate BD/UHD: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1 / 1,78:1
Laufzeit: 169
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Ja (4K DI vom 4K Scan)
High Dynamic Range: HDR10
FSK: 12

Trailer zu Interstellar

Christopher Nolan 4K Ultra HD – Trailer – Warner Bros. UK

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