Jackass Forever

Blu-ray Review

Paramount Home, 09.06.2022

OT: Jackass Forever

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Kindsköpfe

Alles Gute fängt mit einem Penis an …?

Inhalt

Was hält so eine Eierschale aus?

Da sind sie wieder: Wee Man, Johnny Knoxville, Steve-O., Dave England, Chris Pontius, Danger Ehren, Preston Lacy und noch ein paar mehr der Knallkopf-Truppe aus den USA, die unter dem Motto: „Don’t try this at home“ die Grenzen dessen ausloten, was der menschliche Körper an Schmerz aushalten und der menschliche Zuschauer an Dämlichkeiten ertragen kann. Also heißt es: Anschnallen, Kotztüten bereithalten und sich auf Flatulenzen aus dem heimischen TV einstellen. Neun Jahre nach dem letzten Jackass-Film (Jackass: Grandpa) und 20 Jahre nach dem Ende der Kultshow auf MTV fand man sich noch einmal zusammen, um der Welt sämtliche unnötigen Stunts vorzuführen, die man besser nicht Zuhause nachmachen sollte. Ob das witzig ist, darf man sich seit der ersten Folge beim Musiksender im Jahre 2000 fragen. Außerdem kann man davon ausgehen: Es wird Fans der Anarcho-Komiker geben und solche, die es nie werden.
Dass die Jungs ihre schmerzhaften Kunststücke immer noch ausführen, darf mittlerweile sogar verwundern. Immerhin ist ein Johnny Knoxville bereits 51 Jahre alt und Steve-Os Kuhmagen hat auch nur drei Jahre weniger auf dem übersäuerten Buckel. Da nimmt es dann auch nicht wunder, dass sich Knoxville während der Dreharbeiten zu Jackass Forever tatsächlich mal ernsthaft verletzt hat. Während eines Stunts mit einem Stier für den Film erlitt er eine ziemlich schwere Kopfverletzung – inkl. Gehirnerschütterung, gebrochenem Handgelenk und ebenso geknacksten Rippen. Die Rekonvaleszenz der Hirnschäden dauerte monatelang und war ohne Antidepressiva nicht zu überstehen.

Poopies mag’s gerne schlüpfrig

Nun, er hat sie überstanden, kann wieder geradeaus Sätze formulieren (was man aufgrund seiner infantilen Scherze aber auch gerne bezweifeln darf) und nun genießen, dass der jüngste (und vermutlich letzte) Film auch im Heimkino erscheint. Und dort dürfen wir als erstes die grün gefärbten Hoden von Chris Pontius bewundern. Oder sollte man besser sagen bedauern? Wie dem auch sei: Jackass Forever ist erstaunlich schwanzfixiert, um es mal so deutlich zu sagen. Es vergehen kaum zehn Minuten und der Miniaturwurm (sorry Chris) aus dem Godzilla-ähnlichen (und dem Kaijū-Universum huldigenden) Intro hat hektoliterweise weiße Flüssigkeit verspritzt. Außerdem durfte sich Wee Man über Knoxvilles Faust in den Weichteilen freuen (oder vielleicht auch nicht) und in Dum Dum Game gibt’s Badelatschen-Klatschen auf die Klöten, wenn Fragen falsch beantwortet wurden. Klar, dass Knoxville als „Moderator“ nicht fair spielt und extra Nüsse-Ohrfeigen verteilt. Nicht fair wird’s auch Steve-O finden, wenn sein bestes Stück als Honigstange für ein ganzes Bienenvolk dienen darf. Danger Ehren trifft es allerdings besonders hart – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Sein Gemächt muss den Softball-Würfen der besten Pitcherin der Welt, dem Schlag eines Pucks sowie dem Punch eines Heavy-Weight-Box-Champions standhalten – man darf davon ausgehen, dass seine Familienplanung bereits abgeschlossen ist.

Kein Gag ist den Jungs zu schade oder schmerzhaft

Natürlich ist das so episodenhaft wie eh und je. Eine zusammenhängende Story muss und sollte hier niemand erwarten. Manchmal ist’s aber einfach auch uninspiriert geschnitten. Selbst das war aber schon immer so. Allerdings war es auch schon mal ein bisschen kurzweiliger und unterhaltsamer. Die guten Spiele gehen den Jungs langsam ebenso aus wie dem SAW-Franchise innovative Fallen. Was ihnen dagegen nicht ausgeht, ist die unbändige Lust und Schadenfreude am Leid der anderen. Es ist nach wie vor unglaublich zu sehen, wie unfassbar albern und kindisch erwachsene Menschen sein können, wenn es darum geht, anderen einen Streich zu spielen. Bei manchen Stunts – vornehmlich bei den einfallsreichen und körperbetonten – würde man sich sogar freuen, wenn sich nicht nur ein oder zwei der Herren als Versuchstiere hergeben würden. Ein paar der Szenen sind nämlich durchaus einfallsreich geplant und hätten es verdient, noch ausgiebiger ausgekostet zu werden. Allerdings nicht unbedingt der Magic Trick, bei dem Knoxville dann besagten Stier-Stunt erlebt, zwei Salti in der Luft schlägt und unsanft auf den Boden aufschlägt. Man hört sein Gehirn förmlich nach dem Timeout flehen.
Immer wieder erstaunlich ist es übrigens, dass Spike Jonze zu den Produzenten gehört und in den Filmen gerne auch mal den einen oder anderen Streich spielt. Wir reden über DEN Spike Jonze, der als Regisseur tiefgründige Filme wie Being John Malkovich, Adaption oder Her inszeniert hat. Vielleicht ist es ja doch so, dass die Filme oder auch das Mitwirken an ihnen (selbst wenn man keine eigenen Stunts ausführt) so eine Art Katharsis-Effekt haben – frei nach dem Motto: Wenn die anderen so doof sind, diesen Quatsch zu machen, muss ich es selbst nicht mehr und habe unterdrückte Aggressionen durchs bloße Zuschauen schon abreagieren können. Einige der witzigsten Gags hält der Film mal wieder in den Credits bereit – gemeinsam mit einer Hommage an den 2011 tödlich verunfallten Ryan Dunn. Und weil die Outtakes oft noch witziger sind als das Originalmaterial, geht Jackass Forever in eine Verlängerung – exklusiv auf Netflix und zwar unter dem Titel Jackass 4.5. Dort gibt’s aber nicht nur ein paar zusätzliche Albernheiten – vielmehr ist 4.5 eine Art Making-of, das erzählt, warum Knoxville noch mal einen Film machen wollte. Außerdem gibt’s ein paar Einblicke in die Gründe für die Rekrutierung der vier jüngsten Jackass-Mitglieder, die sich hervorragend ins Team eingefügt haben.

Preis: 14,99 €
(Stand von: 2022/09/29 4:04 am - Details
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14 neu von 14,29 €2 gebraucht von 10,00 €
Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 09 Jun 2022
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Bild- und Tonqualität

Danger Ehren muss um sein Leben blasen

Visuell ist das Bild im 16:9-Vollformat eher durchschnittlich. Die Farben sind nur bedingt natürlich, der Kontrast ist von maximal durchschnittlicher Dynamik und wird auch in hellen Szenen nicht wirklich besser. Ziemlich unterdurchschnittlich ist die Schärfe, die nicht nur durch die wackligen Handkamera-Einstellungen leidet, sondern auch in halbwegs ruhigen Aufnahmen nicht über das Niveau des ersten Teils hinaus kommt. Helle Bereiche überstrahlen außerdem in den meisten Szenen und in dunkleren Momenten gibt es deutliches digitales Rauschen. Akustisch sollte man keine Überraschung erwarten. Der Dolby-Digital-Sound ist völlig unspektakulär und nutzt praktisch ausschließlich den Center, um die Stimmen zu präsentieren. Haupt- und Surroundspeaker werden nur für ganz dezente Umgebungsgeräusche genutzt – beispielsweise beim Wind nach 62 Minuten. Die Dialoge sind zwar sehr deutlich, aber genauso mies synchronisiert, wie es bei den Filmen stets gewesen ist. Weil es aber praktisch völlig irrelevant ist, was hier an „Dialogen“ erzählt wird, ist die Originalspur absolute Pflicht. Das dumme Gelächter, Gezetere und Gefluche kommt als Übersetzung einfach Null rüber und gehört unbedingt im O-Ton gehört. Nach 83 Minuten gibt’s dann übrigens doch noch etwas Dynamik, wenn die Jungs in der Zentrifuge von Paintball-Kugeln getroffen werden und die Produktion ein echtes Feuerwerk abfackelt.

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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von Jackass Forever hält noch ein paar zusätzliche Szenen parat.

Fazit

Jackass Forever ist genauso dämlich, völlig absurd, selten bescheuert, bisweilen eklig und voller Körperflüssigkeiten wie alle anderen Filme und Serienfolgen zuvor. Mithin also genau der gleiche Spaß für die auserwählte Zuschauerschaft, die beim Ansehen nicht denkt, sie wäre auf dem Planeten Infantil gelandet, auf dem die männliche Geistesentwicklung im Alter von vier Jahren stehen bleibt. In diesem Sinne ein fröhliches Prost mit vier Gallonen Schweinesamen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 55%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 40%
Film: 60%

Anbieter: Paramount Home Entertainment
Land/Jahr: USA 2020/’21
Regie: Jeff Tremaine
(Selbst)Darsteller: Johnny Knoxville, Steve-O, Chris Pontius, Dave England, Wee Man, Danger Ehren, Preston Lacy
Tonformate: dts HD-Master 5.1: en // Dolby Digital 5.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 96
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Paramount Home Entertainment)
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Trailer zu Jackass Forever

JACKASS FOREVER | OFFIZIELLER TRAILER | Paramount Pictures Germany | Trailer FSK: 12


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

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6 Kommentare
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Benjamin

Gerade die Auswahl der Filme finde ich persönlich immer wieder gut.

Jackass steht bei mir auch schon länger auf der Agenda – alleine weil es früher am Wochenende beim Vorglühen immer so unglaublich witzig war und ich schon beim Trailer immer wieder schmunzeln musste…

dc_coder_84

Puh, allein das Fazit liest sich schon eklig :/

Doktor Monroe

Interessant. Danke für die ausführliche Antwort! Ich freue mich bereits auf die nächste Rezension.

Doktor Monroe

Guten Morgen!
Weniger als der Film, würde mich eigentlich interessieren, wie die Auswahl der hier rezensierten Streifen zustande kommt. Deine Zeit ist sicher knapp und dann ist es schon manchmal erstaunlich was für Filme Du Dir hier vornimmst, teilweise ja auch ganz offensichtlich so gar nicht Deinen persönlichen Vorlieben entsprechend. Es fällt jedenfalls schwer sich vorzustellen wie Du (um mal das aktuelle Beispiel zu nehmen) voller Vorfreude die Vorbestellung der Jackass BluRay absendest. Regiert hier das Zufallsprinzip um größtmögliche Diversität für die Seite zu generieren, steckt Sponsoring in irgendeiner Form dahinter oder gehst Du auf Reviewwünsche Deiner Leser ein?

Doktor Monroe

Viel mehr! Mensch! Viel mehr interessieren, wollte ich sagen! Nicht weniger!
Bin gerade erst aufgestanden… ;