James Bond: Daniel Craig Collection 4K UHD

Blu-ray Review

Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany, 25.10.2019

OT: James Bond: Daniel Craig Collection 4K UHD

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The Name’s Bond, James Bond!

Viermal Daniel Craig in Ultra High Definition.

Inhalt

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Le Chiffre spielt gerne den Mysteriösen

Zwischen 1995 und 2002 hatte Pierce Brosnan in einer erstaunlich hohen Frequenz von Bond-Filmen dazu geführt, dass die klassische Figur des britischen Geheimagenten in die Neuzeit des Actionkinos überführt wurde – immerhin lag die (EON)Filmreihe, die seinerzeit von Albert R. Broccoli und Harry Saltzman ins Leben gerufen wurde, zuvor sechs Jahre auf Eis. Mithin die längste Pause, die sich der Geheimagent im Dienste seiner Majestät über die Jahre genommen hatte.
Doch auch der durch Remmington Steele bekannt gewordene Brosnan hatte nach vier Episoden trockenen Wodka-Martinis die Nase vom Doppelagenten voll und so ging die Suche nach einem Darsteller erneut los. Zahlreiche Namen wurden genannt (unter anderem Henry Cavill, Sam Worthington oder Rupert Friend), viel wurde spekuliert und am Ende wurde es doch ein ganz anderer. Als man am 14. Oktober 2005 verkündete, dass der bis dato eher unbekannte Daniel Craig die Rolle übernehmen sollte, waren die Reaktionen nicht verhalten, sondern vielmehr grundnegativ. Es gab kaum jemanden, der in dem damals 37-jährigen Darsteller wirklich den nächsten Bond sah. Nicht wenige Kritiker sahen ihn bereits nach einem Film untergehen wie seinerzeit George Lazenby nach Im Geheimdienst ihrer Majestät. Es gab sogar Boykott-Vorhaben des ersten Films, um möglichst bald die Absetzung Craigs zu erwirken.

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Freerunner-Legende Sebastien Foucan hält Bond auf Trab

Doch es kam anders – und zwar komplett. Der als zu „blond“ und zu „langweilig“ abgecancelte Brite zeigte es allen Kritikern. Und mehr als das. Seine direkten Vorgänger hängte Craig in Sachen Schauspielvermögen, Körpereinsatz und Charisma von der ersten Sekunde an ab. Auch, weil er ernster rüberkam, was gut in die Zeit ab den 2000er Jahren passte, in denen das überheblich-versnobte eines Brosnan nicht mehr funktionierte hätte. Die Tatsache, dass man eine Art Reboot inszenierte und Bond an den Anfang seiner Geheimagent-Tätigkeit stellte, bot überdies die Möglichkeit, mehr Ecken und Kanten zu liefern. Craig interpretierte Bond (noch) nicht als überzeugten Doppelagenten mit der Lizenz zum Töten. Dieser 007 hatte durchaus Zweifel an dem, was er tat und bewegte sich in der Folgezeit nicht nur einmal außerhalb seiner Rechte und Pflichten für den MI6.
Mit Casino Royale konnte man dann endlich die Story in die EON-Reihe integrieren, für den man lange nicht die Rechte hatte. Zwar gab es bereits zwei Verfilmungen unter dem Titel, doch die eine war ein Fernsehfilm (1956) und die andere eine Parodie (1967). Erstmals konnte man die Story um die Auseinandersetzung mit „Le Chiffre“ also so erzählen, wie man es sich immer schon gewünscht hatte. Und das fertige Produkt ist ein wahrhaft furioser Agentenfilm geworden. Angefangen bei der bis heute sensationell anzuschauenden eröffnenden Fußgänger-Verfolgungsjagd im Parcours-Stil über Bonds Diskussionen mit M bis hin zum fesselnden Kartenspiel, das das Finale einläutet. Garniert mit einer SEHR unbequemen Folterszene, in der jeder im Publikum sitzende Mann mehr als einmal die Luft zwischen den Zähnen einzog sowie einer Eva Green, die als charakterstarke Bond-Geliebte den Doppelagenten beinahe auf ewig an sich gebunden hätte, passt hier einfach alles. Auch finanziell lohnte sich der Neustart, denn die Bond-Abenteuer mit Craig in der Hauptrolle brachen einen Einspielrekord nach dem anderen.

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Bad Guy Dominic Greene bei den Festspielen von Bregenz. Im Hintergrund: Der Mann mit der unmöglichsten Frisur der Bond-Geschichte

Kein Wunder, dass alle Unkenrufer und Vorabkritiker eine 180°-Drehung vollzogen, um diesem „zu blonden und zu langweiligen“ Darsteller fortan zu Füßen zu liegen.
Selbst dann noch, als er vier Jahre später seinen zweiten Auftritt als Geheimagent auf der Leinwand hatte, den der deutsche Regisseur Marc Forster leider etwas vor die Wand fuhr. Ein Quantum Trost eröffnet zwar fulminant, ist aber bis heute der Bond-Film mit Craig in der Hauptrolle, der am wenigsten im Gedächtnis bleibt.
Was schade ist, denn eigentlich führt er die Story aus Casino Royale direkt weiter und bleibt auch nicht die Antworten rund um Vespers Verhalten und Vergangenheit schuldig. Vielleicht war es die atemlose Action des (für Bond-Verhältnisse) recht kurz geratenen Films, die einen Teil der Fans irritierte, weil sie sich zu wenig von gängigen US-Actionern unterschied. Sehr wohl spielte der mehr als blasse Gegenspieler eine Rolle, an den man sich heute kaum noch erinnert, wenn die ursprüngliche Sichtung des Films 2008 passierte. Was sehr wohl Eindruck hinterließ, ist der eher humorfreie Ton, dessen Ernsthaftigkeit auch daraus resultiert, dass Bond hier so „unbondisch“ handelt wie zuvor noch nie.

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Ein neuer M tritt die Nachfolge der alten M an

Während die einen Quantum Trost als konsequente Weiterentwicklung feierten, ließen die anderen (außer an Craig) kaum ein gutes Haar an Forsters Film. Entsprechend groß waren die Vorbehalte gegenüber dem dritten Film, der mit etwas Verspätung vier Jahre später erschien.
Dass Skyfall aber wieder zu alter Stärke finden würde, konnte man möglicherweise bereits am vorab veröffentlichten Titelsong erahnen. Denn wo Chris Cornells You Know My Name aus Casino Royale sowie das Duett Another Way to Die zu Quantum Trost von Alicia Keys und Jack White kaum Wiedererkennungswert lieferten, beschwörte Adeles Skyfall sämtliche Tugenden der früheren Songs. Der erste Oscar für eine Bond-Song sowie 7 Mio.! verkaufte Singles waren der Dank für diesen äußerst starken Hit. Und wer die Historie kennt, der weiß, dass gute Titelsongs immer auch die Lust auf den Film selbst ankurbelten.
Skyfall unter der erstmaligen Regie von Sam Mendes war dann auch der erhoffte „Killer“. Denn die Reduktion auf eine sehr persönliche Geschichte, die das Verhältnis von Bond und M in den Mittelpunkt rückt, funktioniert in Kombination mit einem der brillantesten Bösewichte der Bondhistorie (der erblondete Javier Bardem als Ex-Agent und nun Cyberterrorist Raoul Silva) hervorragend. Was allerdings vor allem für fesselnde Spannung sorgte, war der unglaublich intensive Showdown rund um ein schottisches Herrenhaus in den Highlands. Atmosphärisch sensationell gefilmt und aufgrund der akuten Bedrohung unglaublich spannend avancierte Bond #23 zum erfolgreichsten Film der Reihe überhaupt.

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Oberhauser und Bond haben mehr gemein als man denkt

Nach Skyfall hieß es dann gerüchteweise immer mal wieder, dass auch Craig genug vom Agentendasein hätte. Doch Gerüchte blieben Gerüchte. Denn 2015 war es dann wieder soweit. Mit Spectre stand der vierte Bond mit dem Darsteller in der Hauptrolle in den Startlöchern.
Dass der bis dato letzte Auftritt künstlerisch wieder einen Schritt zurück ging, lag dieses Mal aber weder an zu hastiger Action oder blassem Gegenspieler, sondern am kruden Drehbuch. Das Skript versucht eine Brücke zwischen aktueller Angst vor totaler Überwachung hinüber zu den klassischen Elementen und Figuren der Bond-Frühwerke zu schlagen, während er gleichzeitig auch noch die losen Handlungsfäden aus allen drei vorangegangenen Filmen zu einem Ganzen verknüpft. Quantum war demnach nur eine untergeordnete Division von Spectre und Spectre dafür DIE ultimativ böse Vereinigung, für die praktische alle Gegner gearbeitet haben (und noch arbeiten), mit denen Craigs Bond es in den vorangegangenen Filmen zu tun bekam.
Zwar bekommt Spectre ein bisschen Antrieb durch die Suspendierung Bonds auf Geheiß des neuen M. Doch die Tatsache, dass er sich praktisch vogelfrei und auf eigene Faust (bzw. auf einen Post Mortem erhaltenen „Befehl“ der früheren M) durch den Film bewegt, reißt nicht heraus, was das Drehbuch für Haken schlägt. Als Oberhauser dann auch noch offenbart, in welcher Verbindung er und Bond stehen, wird es grenzwertig albern. Schade um Christoph Waltz, der einen schön durchtriebenen Ober-Bösewicht gibt.
Und nicht ganz überraschend, dass Craig sich im Anschluss an seinen vierten Einsatz als Geheimagent mehr als abfällig über die Rolle äußerte, indem er auf die Frage, ob er noch mal in die Rolle schlüpfen würde, sagte, dass er „aktuell lieber dieses Glas zerbrechen und sich damit seine Handgelenke aufschneiden würde …“
Noch „schöner“ seine Antwort, ob er sich dafür interessiere, wer nach ihm die Rolle spielen würde, die er mit einem herzhaften: „Look, I don’t give a fuck“ (ebd.) konterte.
Offenbar schien aber das finanzielle Angebot großzügig gewesen zu sein. Denn bevor der nächste Bond möglicherweise eine Frau oder ein dunkelhäutiger Schauspieler sein wird, sehen wir Craig ab April 2020 in Keine Zeit zu Sterben ein letztes Mal wieder.

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Die größte Explosion der Filmgeschichte

Bild- und Tonqualität BD – Casino Royale

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Glück im Spiel, Pech in der Liebe?

Casino Royale war anno 2007 eine der ersten echten Referenzdisks für zahlreiche Tests von Hardware-Geräten – ob Beamer oder TVs. Und das nicht zu Unrecht. Denn sogar heute kann das analog gefilmte Material überzeugen. Natürlich muss man mit einem deutlichen Korn leben (übertrieben, weil gewollt stark in der Intro-Sequenz), doch das wirkt hier wunderbar filmisch und authentisch. Die Farbgebung ist fast durchweg warm gehalten, mit vielen Gelb- und Orangetönen. Hervorragend funktioniert auch heute noch die Kontrastierung, die bisweilen sattes Schwarz liefert und mit prägnant-hellen Highlights erscheint. Bis auf vereinzelte, etwas softere Close-ups ist das auch heute noch ein Top-Bild.
Das Gleiche gilt für den Ton – und das, wo er immer noch „nur“ in komprimiertem dts vorliegt. Aber davon lässt sich das Sounddesign überhaupt nicht beeindrucken. Schon die Dynamiksprünge zu Beginn, wenn Bond die Szene auf der Toilette vor dem geistigen Auge sieht, sind vehement. Die Surroundkulisse während des Parcours durch und über die Baustelle sorgt für grinsende Gesichter und der typische Bond-Score baut eine beständig breite Bühne auf. Explosionen kommen mit Nachdruck. Dies zwar ohne für Erdbeben im Stile aktueller Produktionen wie Godzilla 2 zu sorgen, aber für einen Agentenfilm ist das ein mehr als ordentlicher Tonsektor ohne echte Schwächen. Der englische dts-HD-Master Sound kann das zwar noch die letzte Spur dynamischer, setzt sich aber nicht weltbewegend von der komprimierten hiesigen Fassung ab.

Bild- und Tonqualität BD – Ein Quantum Trost

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Wunderschön, aber als Bond-Girl klassisch fehlbesetzt: Olga Kurylenko

Wenn man Casino Royale und Ein Quantum Trost am Stück schaut, merkt man optisch praktisch nicht, dass man den Film gewechselt hat. Der Look des direkten Vorgängers wird praktisch 1:1 weitergeführt, intensiviert aber vor allem eins: Die Schärfe in Close-ups. Was hier an Details auf Craigs Gesicht zu sehen ist, sucht im analog gefilmten Bereich seinesgleichen. Die Körnung wirkt zwar subjektiv etwas stärker als bei Casino, doch auch hier sieht das filmisch und natürlich, nicht störend aus. Die warme Farbgebung kommt auch hier voll zur Geltung und wird in aller Regel mit satten Schwarzwerten ergänzt. Möchte man etwas kritisieren, dann die teils etwas überbräunten Gesichter und etwas zu steilen Kontrastflanken, die schon mal zu leichtem Überstrahlen führen. Außerdem gibt’s ganz dezentes Banding im Vorspann.
Akustisch kommt auch hier nur eine reguläre dts-Spur zum Einsatz, die aber in Sachen Feinzeichnung, Dynamik und Surroundaktivität den ohnehin schon sehr guten Vorgänger noch mal toppt. Innerhalb ihrer komprimierten Kodierung gibt es nur wenig gleichwertige Tonspuren bei anderen Filmen. Angefangen bei den hervorragend verständlichen Dialogen über die lebhafte Geräuschkulisse rund um das anfängliche Reitturnier bis hin zu den vehementen und kreischenden Motor-/Abgasanlagen-Geräuschen des Aston Martin zu Beginn. Die Kugeln der Maschinenpistolen schlagen schön quer und wenn Blech spontan kaltverformt wird, kommt das auch angemessen druckvoll rüber. Einziges Manko hier: Während der heftigeren Actionszenen geht der Score schon mal ein wenig in die Knie – hier merkt mann dann vielleicht doch ein kleines bisschen die stärkere Komprimierung, die nicht mehr diese massive Vielzahl an Signalen gleichermaßen hochwertig durchschleust.

Bild- und Tonqualität BD – Skyfall

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Silva knöpft sich Bond vor

Als erster volldigital aufgenommener Bond ist Skyfall von Anfang an ziemlich weit weg vom analogen Korn der beiden Vorgänger. So weit weg, wie es nur geht. Tatsächlich ist die Blu-ray von Craig-Bond #3 noch heute eine mustergültige Scheibe, wenn es um die Wiedergabe-Qualität von digital aufgezeichneten Filmen geht.
Die Bildruhe sucht auch heute noch ihresgleichen, während Close-ups dermaßen knackig sind, dass man aber auch jede einzelne Falte in Judi Denchs Gesicht erkennen kann (11’53, 19’00, 70’23). Das Gleiche gilt praktisch für jede Naheinstellung von egal welchem Darsteller. Besser geht das mit Full-HD-Signalen nicht.
Auch in Sachen Kontrast gibt es hier nichts zu meckern. Ob es die etwas kühleren Szenen in London sind oder die warme Farbgebung während Bonds Rekonvaleszenz, ob man die satten Schwarzwerte bei der Totalen auf das nächtliche Shanghai nimmt, die fantastischen Neonfarben in Kapitel 12 oder die eher graublauen Töne in den Highlands – stets bleibt die BD Herr über jede Situation.
Möchte man etwas kritisieren, dann vielleicht die etwas zu hellen Einstellungen in der Eröffnungssequenz, die ab und an etwas kontrastschwach und wenig detailreich erscheinen. Auch Craigs Antlitz beim Close-up während der Motorrad-Verfolgung auf den Dächern von Istanbul gerät ein wenig – sagen wir – künstlich (5’28). Der gröbste, allerdings sehr kurze Schnitzer, sind die ein/zwei Momente sichtbaren Bandings während des Titelsongs und der Ab-, bzw. Aufblendungen in den dortigen Unterwasserszenen (13’09). Nur hierfür gibt’s einen leichten Punktabzug. Ansonsten liefert die BD immer noch Referenzwerte.
Auch akustisch, da wiederholt man sich gerne, gibt es kaum etwas zu meckern. Der zwar auch hier auf reguläres dts runterkomprimierte Sound ist selbst nach heutigen Maßstäben immer noch ein absoluter Genuss. Vielleicht mangelt es hier und da etwas am sattesten Tiefbass und in den ganz hektischen Actionszenen klingen Dialoge schon mal etwas dünner, aber was hier an Direktionalität, Surround-Umgebung und Feinzeichnung geboten wird, ist allererste Sahne. Schon die Eröffnungsszene lässt keine Wünsche offen und beendet das Ganze auch noch mit mustergültiger Stille, nachdem Moneypenny ihren Schuss abgegeben hat. In diesen Momenten wird klar, dass das Sounddesign so clever gestaltet wurde, dass sowohl die immensen Dynamikattacken als auch die leisen Geräusche extrem präzise wiedergegeben werden. Richtig großartig wird es dann nach knapp zwei Stunden, wenn Bond und M auf dem Anwesen von zahlreichen Typen belagert werden und die Schusswaffen minutenlang sprechen. Eins ist klar: Skyfall macht akustisch auch heute noch richtig Spaß – trotz komprimierter Tonspur.

Bild- und Tonqualität BD – Spectre

Schon wieder findet sich der Doppel-Null-Agent gefesselt wieder

Spectre hat von allen vier bisherigen Blu-ray das mit Abstand schwächste Bild – und das liegt sicherlich nicht am Mix aus analogen und digitalen Kameras. Vielmehr bevorzugte man für den vierten Craig-Bond offensichtlich eine eher schmuddelige Atmosphäre. Ob es die trüb-graue Totale von London nach 28 Minuten ist oder das kontrastschwache Braun im ersten Treffen mit Q ein Kapitel zuvor. Auch die völlig flach und konturlos wirkenden Farbkontraste während der Eröffnungssequenz sind alles andere als schön – vor allem, weil hier eigentlich so viele bunte Farben im Spiel sind. Alles wirkt irgendwie fad und weist natürlich aufgrund der analogen Herkunft wieder eine deutlichere Körnung auf. Noch schwächer als die Totale auf London nach 28 Minuten fällt übrigens der erneute Anflug auf die Hauptstadt Englands nach 60 Minuten aus – hier lässt sich vor zu hellem Bild fast keine Differenzierung in den Details mehr ablesen (60’21). Auch in dunkleren Innenraumszenen ist der Kontrast bisweilen derart fad, dass man sich auf der Stelle das Bild von Skyfall zurückwünscht (79’18). Außerdem ist tiefes und sattes Schwarz auch nicht das Ding der BD (101’45).
Jep, das macht Spaß!
Schon die Eröffnungssequenz legt mit fetten Subwoofer-Sweeps ein, wenn die folkloristischen Instrumente die Festivitäten zum Tag der Toten begleiten. Die reguläre dts-Spur der deutschen Fassung macht das annähernd ebenso gut wie die hoch aufgelöste englische HD-MA-Spur, die vielleicht den unteren Frequenzbereich noch ein bisschen mehr kitzelt.
Dennoch  muss man sich über die komprimierte Synchro nicht beschweren, denn sie bleibt auf dem gleich hohen Niveau wie jene der drei vorherigen Filme. Spätestens wenn nach sechs Minuten die erste Explosion das Heimkino erschüttert und daraufhin die Fassade auf Bond fällt, gibt’s kein Halten mehr. Der Wechsel zwischen großartigen Surroundeffekten während des Kampfes im Hubschrauber und den kurz davor wieder fein und dfferenziert klingenden Instrumenten macht Freude und zeigt, wie dynamisch auch komprimierte Tonspuren sein können. Während der Actionszenen wird dieses Niveau beständig gehalten – egal, ob Autoverfolgung durch Rom oder die Flugzeughatz durch den Schnee. Gegenüber Skyfall fehlt vielleicht der allerletzte Punch, doch wenn Oberhausers Anlage in die Luft fliegt, bekommt der Tiefton durchaus satt zu tun.

Bild- und Tonqualität UHD – Casino Royale

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Daniel Craig liefert die physischste aller Bond-Performances ab und frisst auch schon mal Dreck

Bei Casino Royale war die Vorlage selbstverständlich noch analog. Vier unterschiedliche Kameras kamen hier zum Einsatz von der Arricam LT über die ST bis hin zur Arriflex 235 und 435. Allerdings wurde für den UHD-Release ganz offensichtlich kein neuer 4K-Scan angefertigt, denn alle verfügbaren Quellen sprechen von einem 2K-DI. Dementsprechend liegt die Vermutung nahe, dass es hier um dieselbe Vorlage handelt, die seinerzeit auch für die Blu-ray genutzt wurde.
Abgesehen von dem hochskalierten Material gab man der UHD noch einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum sowie die höhere Kontrastdynamik. Letzteres in statischem HDR10 und dynamischem Dolby Vision.
Um direkt mal bei Dolby Vision zu bleiben, das hier von Anbieter Fox (ursprünglich eigentlich ja im HDR10+-Lager) erstmalig ausschließlich als dynamisches HDR angeboten wird, muss man leider sagen, dass man sich das bei Casino Royale auch hätte schenken können. Denn die Differenzierungen fallen doch arg überschaubar aus. In Screenshots sind sie erst gar nicht festzuhalten.
Den Vergleich zwischen BD und UHD entscheidet die UHD zwar für sich, doch auch das mit eher knappem Vorsprung. Der Grund liegt darin, dass die grundsätzliche Farbgebung kaum verändert erscheint. Der erweiterte Farbraum tut kaum etwas für den Film und der höhere Kontrastumfang wird hauptsächlich über eine leichte Abdunklung augenscheinlich. Wirklich tolle Spitzlichter gibt es kaum. Glanz in Augen oder der Schein von Laternen ist nicht immens lebhafter.
Nur manchmal, in den wirklich perfekt ausgeleuchteten Szenen wirkt die UHD diesen Ticken brillanter, hat das sattere Schwarz und den höheren Kontrastumfang – besonders bei Bonds abendlicher Begegnung mit Solange lässt sich das beobachten (35’35).
Der größte Unterschied ist dann im Umgang mit der Körnung zu suchen. Mal abgesehen von der bewusst groben Eingangssequenz zeigt die UHD das deutlich feinere Korn. Von Beginn an wird das ersichtlich, wenn man die Oberflächen der Wellblechdächer im zweiten Kapitel während des Tierkampfes besser erkennen kann. Sie wirken gleichmäßiger und ohne Farbrauschen wie bei der Blu-ray. Da die BD seinerzeit lange in vielen Tests als Referenz genommen wurde, ist die grundsätzliche Bildqualität natürlich weiterhin hoch. Man hätte sich allerdings noch etwas mehr Punch im Kontrast gewünscht und nicht nur eine dezente Intensivierung der Farben.
Immerhin ist das Meer etwas türkiser und Hautfarben haben etwas mehr gesunde Bräune.

Blu-ray (3’38): (Slider ganz nach rechts): Während der s/w-Szenen zu Beginn ist das Korn auf beiden Disks immens. Die Blu-ray ist heller und wirkt im direkten Vergleich nicht ganz so neutral.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD hat etwas mehr Durchzeichnung und kommt ein bisschen kühl-neutraler rüber.

Blu-ray (9’20): (Slider ganz nach rechts): Während der Szenen im Dschungel haben beide Disks eine etwas gelbliche Farbfilterung.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD bringt Mikkelsens Gesicht aber etwas wärmer rüber.

Blu-ray (25’35): (Slider ganz nach rechts): Im direkten Vergleich verliert die Blu-ray aufgrund der geringeren Kontrast-/Bilddynamik.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Das Meer hat ein stärkeres Türkis und auch der Hintergrund ist etwas satter.

Blu-ray (125’45): (Slider ganz nach rechts): Die Totale weist schon im Vollbild etwas mehr Unruhe auf und ist nicht ganz so kontrastreich.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist etwas lebhafter, hat klarer konturierte Wolken und wirkt aufgrund des feineren Korns ruhiger.

Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Nimmt man sich ein Zoom aus dem Vollbild, kann man nicht zwingend von höherer Auflösung bei der UHD sprechen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Wohl aber von weniger Korn und Farbrauschen, was die Textur gleichmäßiger erscheinen lässt.

Bei keiner der UHDs unterscheidet sich der Sound von der Blu-ray. Egal, welchen der vier Filme man nimmt, sie kommen mit den gleichen Tonspuren die Blu-ray.

Bild- und Tonqualität UHD – Ein Quantum Trost

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Craig-Bond #2 ist actionreicher als alle vor ihm

Wie Casino Royale auch, wurde Ein Quantum Trost praktisch komplett analog gefilmt. Ein paar wenige Shots entstanden digital. Im analogen Bereich kamen die gleichen Kameras zum Einsatz wie beim Vorgänger, was im Verbund mit dem teils gleichen verwendeten Filmmaterial den sehr ähnlichen Look erklärt. Ausgehend von dem Material wurde für die UHD allerdings kein neuer Scan vorgenommen, sondern auf dem bekannten 2K-DI aufgebaut, das für die BD bereits verwendet wurde.
Wie bei allen Filmen der Box wurde ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum sowie die höhere Kontrastdynamik nach HDR10 und Dolby Vision integriert.
Um es auch hier vorweg zu nehmen: Dolby Vision bietet keinerlei echten Mehrwert. Ähnlich wie bei HDR10+ des Anbieters bei früheren Veröffentlichungen wirkt es, als wäre Dolby Vision nur als Marketing-Gag auf der UHD gelandet. Denn man weiß ja, dass es Disks gibt, bei denen Dolby Vision für deutliche Unterschiede sorgte – hier sind es maximal Nuancen.
Leider fällt bei der UHD von Ein Quantum Trost außerdem wesentlich stärker ins Gewicht, was bei Casino Royale noch als Positivum herausgestellt werden konnte. Denn wo im Vorgänger das Korn feiner und das Bild deshalb weniger (Farb)Rauschen enthielt, ist für den Nachfolger möglicherweise doch ein Rauschfilter eingesetzt worden. Die Körnung ist vor allem auf Gesichtern fast vollständig getilgt, was zwar zu einem cleaneren, aber subjektiv deutlich weicheren Look führte. Digitalfans mag das freuen, Anhänger eines authentischen Filmlooks ärgern sich über zu softe Oberflächen. Die UHD wirkt deshalb durchweg weniger krisp als die Blu-ray, wenngleich auch hier das Farbrauschen auf Oberflächen geringer ausfällt. Die bei der Blu-ray aber teilweise exorbitant scharfen Close-ups sind über die UHD nicht mehr so beeindruckend – auch wenn die reine Detailauflösung bei genauem Hinsehen kaum zu unterscheiden (aber eben auch nicht besser) ist.
Zudem wirken Kontraste etwas flacher. Das führt zwar zu einer Reduktion der überstrahlenden Flächen der Blu-ray, aber leider auch zu einem etwas weniger dynamischen Bild. Während Hauttöne etwas wärmer und gleichmäßiger erscheinen, fehlt dieser Wow-Effekt, den HDR eigentlich liefern kann und sollte. Das ist zwar insgesamt kein schlechtes Bild, aber eben nicht im Sinne der analogen Vorlage und deshalb streng genommen schwächer als jenes der Blu-ray.

Blu-ray (8’23): (Slider ganz nach rechts): Nicht nur oberflächlich wirkt die Blu-ray präsenter, krisper und schärfer.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Auch bei genauerem Hinsehen ist die UHD deutlich softer geraten.

Blu-ray (35’48): (Slider ganz nach rechts): Während der sehr hellen Szenen ist die Blu-ray im Nachteil.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Hier zeichnet die UHD besser durch – bspw. in den Wolken oder auf dem Rumpf des Flugzeugs.

Blu-ray (54’36): (Slider ganz nach rechts): Auch hier ist die Blu-ray etwas schwächer durchzeichnet.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Der Vorsprung der UHD ist aber nicht sonderlich groß.

HDR10 (rechts) vs. Dolby Vision (links) (54’36): Der Vergleich zwischen HDR10 und Dolby Vision zeigt praktisch keinerlei Differenzen.

Blu-ray (88’19): (Slider ganz nach rechts): Im Gegensatz zur helleren, dynamischer wirkenden BD …

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … dunkelt die UHD zwar ab, wirkt aber flacher und weniger dynamisch.

Blu-ray (17’33): (Slider ganz nach rechts): Im Close-up zeigt sich praktisch keine Differenz.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die etwas dunklere Schrift lässt sie vielleicht etwas plastischer erscheinen, echte Auflösungsunterschiede sind aber nicht erkennbar.

Zum Größenvergleich des obigen Zooms hier das Bild mit vollem Inhalt

Bild- und Tonqualität UHD – Skyfall

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Moneypenny darf auch in den Außendienst

Skyfall ist der erste Craig-Bond, der komplett digital gefilmt wurde. Mit einer Mischung aus drei unterschiedlichen ARRI-Alexa-Kameras sowie einer Red Epic gab’s auch am Ausgang unterschiedliche Auflösungen von 2.8K bis 5K. Ausgehend davon wurde ein 4K-DI erstellt, weshalb wir es FAST mit einer nativen 4K-Scheibe zu tun haben.
Ebenso wie bei den beiden anderen wurden auch hier ein erweiterter Farbraum sowie HDR10 und Dolby Vision integriert, um dem Bild die entsprechende Dynamik mitzugeben. Auch hier zeigt sich bei Dolby Vision ein maximal hauchfeiner Unterschied. Betrachtet man die reine Datenmenge der UHD (mit etwas über 60GB für einen 145-Minuten-Film nicht eben viel), bestehen darf man durchaus die Frage stellen, ob man seitens 20th Century Fox überhaupt dynamische Metadaten hinterlegt hat.
Da die UHD nicht mit analoger Körnung dealen muss, kann sie sich ganz darauf konzentrieren, das bereits fast perfekte Bild der Blu-ray auf ihrem eigenen (fast) 4K-Level noch mal dieses Quäntchen feiner zum Betrachter zu bringen. Zunächst sei gesagt, dass die HDR-Kontrastdynamik hier zuvorderst für intensiveres Schwarz während der nächtlichen Totalen über Shanghai und (zwei Kapitel später) über London sorgt. Das sind dann schon sehr beeindruckend-kontrastreiche Momente. Auch können die Spitzlichter hier nochmal deutlichere Akzente setzen, weil die leuchtenden Schriften und Lichtelemente auf den Wolkenkratzern der chinesischen Millionenstadt noch etwas mehr strahlen und klarer abgegrenzt sind. Die BD macht das zwar schon sehr gut, die UHD kann’s aber noch ein bisschen besser. Allerdings ist der über Shanghai noch bessere Schwarzwert bei der Totalen über Macau nach 51’41 eher schwächer – eine Szene, bei der die BD einzelne Gebäude im Hintergrund etwas knackiger schwarz darstellt.
Schön hingegen, dass die UHD es nicht mit der Farbintensivierung übertreibt, sodass die sehr rotbräunliche Szene in der Bar zu Beginn von Kapitel 15 nicht überkontrastiert. Probleme dieser Art hat man bei UHDs in solchen Momenten durchaus schon gesehen. Die noch ganz dezent vorhandenen Kompressionsartefakte der Blu-ray (bspw. rund um Big Ben bei 134’49) sind der 4K-Disk dann ohnehin fremd. Von der Farbgebung selbst sind die Unterschiede nur gering. Aufgrund des dunkleren Masterings wirken Hautfarben noch etwas wärmer und neutrale Oberflächen tendieren etwas mehr ins Grünliche – das war’s dann aber auch schon.
Vielleicht fehlt am Ende die ganz große Differenz zur Blu-ray, um noch einmal für einen Wow-Effekt zu sorgen, wo die BD einfach schon sensationell gut ist, aber dennoch (und trotz ein paar wenigen schwachen Momenten im Schwarz) dürfte Skyfall zu den besten UHD-Realfilm-Umsetzungen überhaupt gehören.

Blu-ray (19’07): (Slider ganz nach rechts): Die Blu-ray ist heller und sehr scharf.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist dunkler und sehr scharf.

Blu-ray (38’28): (Slider ganz nach rechts): Während der hellen Außenaufnahmen kann die BD im direkten Vergleich nicht ganz mithalten.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist im Hintergrund weniger trüb und dadurch kontrastreicher.

Blu-ray (86’47): (Slider ganz nach rechts): Eine der wenigen Szenen, in denen die Farbgebung recht unterschiedlich ist.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD kommt mit kräftigerem Beige in der Jacke und etwas grünlicherer Wand im Hintergrund.

UHD HDR10 (105’50): (Slider ganz nach rechts): Ein Vergleich zwischen HDR10 und Dolby Vision.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): DV zeigt einen Hauch mehr Helligkeit, mehr nicht.

Blu-ray (17’13): (Slider ganz nach rechts): Man muss schon sehr nahe ranzoomen, um in der Auflösung zwischen BD und UHD einen Unterschied zu erkennen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Wer entsprechend genau hinsieht, bemerkt, dass die UHD die leichten Artefakte um die Buchstaben tilgt – wirklich detailreicher/schärfer ist sie nicht.

Wie man anhand des Vollbilds sieht, ist der obige Bildausschnitt schon sehr stark eingezoomt

Bild- und Tonqualität UHD – Spectre

Wo Hinx zudrückt, bleibt kein Auge trocken

Spectre wurde mit nicht weniger als sieben Kameras aufgezeichnet. Vier davon waren analog und übernahmen (im Gegensatz zum direkten Vorgänger) wieder die Hauptarbeit. Die drei vorhandenen Digitalkameras lieferten eine Auflösung von 3.4K bis 6.5K (ARRI Alexa 65), was gemeinsam mit dem in 4K gescannten analogen Material über ein 4K Digital Intermediate auf die Disk gelangte. Wir haben es also mit einer praktisch nativen 4K-Scheibe zu tun. Überdies gab es wie bei allen anderen Teilen HDR10 und Dolby Vision sowie einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
In der Praxis schlägt sich das Bild der UHD des bisher letzten Craig-Bonds tatsächlich im Vergleich zur Blu-ray am besten. Oder andersherum: Es liefert gegenüber der schwachen BD den größten Mehrwert. Zwar kann auch die Ultra-HD nicht zaubern, was vom Look her offensichtlich bewusst so gewählt wurde, aber sie bietet durchweg mehr Kontrast in den trübsten Szenen der Blu-ray. Sie bietet wieder Zeichnung, wo die BD überstrahlte und kann sogar etwas mehr Schwarz(wert) in die kontrastschwachen Momente während Bonds Ausgeliefertheit in Oberhausers Bunker zaubern. Auch die nächtliche Totale nach 124 Minuten bietet knackigere und klarer abgegrenzte Lichter, die hier auch deutlich mehr strahlen als über die Blu-ray. Ganz nebenbei ist der Himmel oben drüber etwas schwärzer und vor allem frei von Körnung.
Praktisch jede der etwas heller ausgeleuchteten Szenen profitiert sichtbar von der UHD – und das setzt sich bei der Auflösung fort. Im Gegensatz zu Quantum Trost wirken Gesichter hier nicht zu soft, die grundsätzliche Körnung des analogen Filmmaterials ist nur feiner und weniger auffällig. Das sieht man sowohl auf Oberflächen als auch bei Close-ups. Dazu ist die Detailauflösung sichtbar besser und frei von (Farb)Rauschen und Randartefakten. Die etwas kräftigeren Farben fallen vor allem bei den Explosionen auf, die kräftiger leuchten und mehr Orange-Anteile haben. Hier zeigt sich dann auch der „deutlichste“ Unterschied zwischen Dolby Vision und HDR10 von allen vier Disks. Ansonsten ist das dynamische Kontraststeigerungs-Format auch hier eher bedeutungslos.

Blu-ray (60’21): (Slider ganz nach rechts): Die Vogelperspektiven auf London sind trüb und ziemlich kraftlos. Die BD präsentiert sie auch noch zu hell.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD bringt hier wenigstens etwas Kontrast ins Spiel und holt das Bestmögliche aus den kontrastarmen Shots.

Blu-ray (13’05): (Slider ganz nach rechts): Eine der am deutlichsten unterschiedlichen Aufnahmen von „Spectre“. Die Blu-ray hat nur wenig Punch in den Explosionen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD holt hier deutlich mehr aus den orangegelben Feuerbällen und bietet auch wesentlich mehr Differenzierung innerhalb der Farben.

UHD HDR10 (13’05): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild noch einmal zum Vergleich mit Dolby Vision.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Hier zeigt DV ausnahmsweise mal eine sichtbare Differenz und wirkt noch dynamischer. Ansonsten bleibt die zweite HDR-Option auch bei „Spectre“ unspektakulär.

Blu-ray (69’44): (Slider ganz nach rechts): Wo Himmel und Sand/Kies im Vordergrund über die BD kaum Zeichnung haben.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … stellt die UHD hier eine gewisse Dynamik ein. Sowohl Himmel als auch der Wüstenboden im Vordergrund kommen sichtbar eindrucksvoller und detaillierter rüber.

Blu-ray (18’59): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild hier. Die Blu-ray bleibt matt(er) und mit weniger Zeichnung.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD machte eine Differenzierung des Pflasters besser erlebbar, weil die höhere Auflösung in Kombination mit dem besseren Kontrast die Strukturen feiner und klarer hervorhebt.

Blu-ray (50’52): (Slider ganz nach rechts): Betrachten wir mal Details aus der Nähe, so kann die Blu-ray mit ihrem deutlicherem Rauschen und den wenig schön definierten (Farb)Übergängen nicht überzeugen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD von „Spectre“ liefert in Sachen Auflösung von allen vier Filmen die deutlichsten Unterschiede ins Positive. Konturen sind klar abgegrenzt, Schriften besser lesbar.

Zur Veranschaulichung das Bild in der Komplett-Darstellung

Bonusmaterial

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Zwei Ikonen britischer Auto- und FIlmindustrie

Das Bonusmaterial der UHDs beschränkt sich auf den Audiokommentar der Filmcrew, inklusive Barbara Broccoli und Michael G. Wilson zu Casino Royale sowie die beiden Kommentare von Sam Mendes bzw. Barbara Broccoli, Michael G. Wilson, and Dennis Gassner zu Skyfall. Die restlichen Extras liegen komplett auf den Blu-rays und sind identisch mit dem bisherigen Bonusmaterial der BDs, da es sich um die gleichen Disks handelt. Letzteres fällt mal üppiger (Casino Royale und Skyfall) sowie eher dürftig (Quantum Trost und Spectre) aus. Während der erste Film von sieben, jeweils über 20 Minuten langen Featurettes flankiert wird und der dritte Craig-Bond immerhin noch mehrteiliges und knapp 60-minütiges Making-of besitzt, gibt’s für Teil II und IV neben einem jeweils gut 20-minütigen On-Set-Bericht nur ein paar sehr kurze Ergänzungsfeaturettes.

Fazit

Die Filme kennt vermutlich jeder Bond-Fan, sodass an dieser Stelle darüber nicht mehr viele Worte verloren werden müssen. Vielleicht nur so viel: Daniel Craig ist ein sensationeller Bond!
Bei der UHD-Box muss allerdings differenziert werden. Der Ton ist zum einen identisch mit dem, den man von den Blu-rays kennt. Das ist zwar nicht tragisch, weil er durchweg hervorragend ist. Aber es ist halt doch schade, dass man hier nicht – zumindest für den O-Ton – eine Atmos-Spur angefertigt hat.
Was das Bild der UHD angeht, so bieten die Teile I und III einen sichtbaren Vorteil gegenüber der Blu-ray und perfektionieren das Bild nahezu. Teil IV bietet den größten Vorsprung gegenüber der Blu-ray, bleibt aber noch hinter I und III zurück, weil er einfach mit dem schwächsten Ausgangsmaterial zu kämpfen hat.
Teil II, Quantum Trost, erfreut vor allem die Fans von rauschgeminderten Bildern. Der teils aber arg softe Look bei Close-ups kostet ihn Abzüge in der B-Note – vor allem gegenüber der exzellenten Blu-ray.
Timo Wolters


Bewertung Casino Royal

Bildqualität BD: 90%
Bildqualität UHD (HDR10 & Dolby Vision): 90%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 90%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 90%

Bonusmaterial: 90%
Film: 85%

Bewertung Ein Quantum Trost

Bildqualität BD: 95%
Bildqualität UHD (HDR10 & Dolby Vision): 85%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 95%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 95%

Bonusmaterial: 40%
Film: 75%

Bewertung Skyfall

Bildqualität BD: 95%
Bildqualität UHD: 95%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 95%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 95%

Bonusmaterial: 80%
Film: 90%

Bewertung Spectre

Bildqualität BD: 70%
Bildqualität UHD: 80%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 90%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 90%

Bonusmaterial: 50%
Film: 70%

Anbieter: 20th Century Fox
Land/Jahr: USA/Großbritannien 2006/’08/’12/’15
Regie: Martin Campbell, Marc Forster, Sam Mendes
Darsteller: Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Jeffrey Wright, Dame Judi Dench, Olga Kurylenko, Mathieu Amalric, Gemma Arterton, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Ben Whishaw, Christoph Waltz, Naomie Harris, Monica Bellucci, Léa Seydoux, Dave Bautista
Tonformate BD/UHD: dts 5.1: de (Teil I-IV) // dts-HD-Master 5.1: en (Teil I-III) // dts-HD-Master 7.1 : en (Spectre)
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 145/106/143/148
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: 4x BD 66
Real 4K (Casino Royale, Quantum Trost): Nein (2K DI)
Real 4K (Skyfall, Spectre): Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: Keine Angabe
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 2006/2008/2012/2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. TM Danjaq, LLC. All Rights Reserved)

Trailer zu Spectre

SPECTRE – Final Trailer (Official)

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6 thoughts on “James Bond: Daniel Craig Collection 4K UHD

  1. Avatar Florian

    Danke für das Review. Als Bond-Fan habe ich wie wohl so ziemlich alle Interessenten für diese Box die BDs schon im Regal. Dieses Verschlimmbesserung-Update bietet als UHD leider zu wenig Mehrwert. Englisch Dolby Atmos und durchgehend Top-Bild war meine Erwartung. Wird nicht gekauft. …vielleicht mal für 15€vom Grabbeltisch.

  2. Avatar Rüdiger Petersen

    Finde auch das alle Bond-Filme auf Blu-ray klasse aussehen und auch der Ton stimmt. Wieder nur Geldschneiderei.

  3. Avatar Unger

    Die Macher von solchen Schrott sind echt geistesgestört. Da wird Milliarden verdient und dann sowas.
    Ab in die Tonne dami

    • Harte Worte. Was genau findest du denn Schrott? Drei der vier UHDs liefern ein besseres Bild als die Blu-ray. Worüber regst du dich so sehr auf?

      • Avatar Tim

        Also Schrott würde ich jetzt auch nicht unbedingt sagen, aber mir reicht die Steigerung auch nicht aus um noch mal zu investieren.
        BD’s werden bei mir nicht mehr ersetzt, der Unterschied ist überwiegend einfach zu gering.
        Nur wenn da richtig gezaubert wurde, sich auch der DE Ton verbessert hat und es für mich auch ein richtig guter Film ist.
        Gestern mal wieder Stirb Langsam BD reingelegt.
        Da hat mich mehr der miese Ton gestört als das miese Bild…wer sich da die UHD holt ist selber schuld.
        Wie die durchschnittliche Qualität gestiegen ist, merke ich immer wieder wenn ich etwas ältere Filme einlege.
        Auch BD’s die man damals gut gefunden hat, und auch überwiegend gute Bildbewertung bekommen haben, kann man sich heute fast nicht mehr anschauen 😉
        Da fällt mir gerade Spider-Man mit Tobey ein.
        Wurde mit 4,5-4,9/5 im Bild bewertet.
        Das ist echt nicht mehr angenehm zu schauen, vergleicht man dieses nur mal mit Oblivion auf BD.
        Und auch hier bei Spider-Man würde es reichen zur „Mastered in 4k“ BD zu greifen.

  4. Avatar ondy

    Klasse so viel arbeit wie hier rein gesteckt wurde. Echt klasse!! Ich persönlich finde alle craig bond filme recht langweilig. Mir fehlen die bond typischen gegenstände wo man öfter mal sich gewünscht hat, das hätte ich auch gerne

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