Jay & Silent Bob Reboot

Blu-ray Review

Universal Pictures Home Entertainment, 02.04.2020

OT: Jay and Silent Bob Reboot

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Point Break

Die beiden Kultfiguren aus Chasing Amy sind zurück.

Inhalt

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Jay und Silent Bob staunen …

Kein guter Tag für Jay und Silent Bob. Erst werden sie wegen angeblichem Anbau von Marihuana festgenommen, bis sie von einem Rechtsanwalt erst raus- und dann wieder reingepaukt werden. Denn obwohl der Drogenvorwurf zurückgenommen wird, dürfen sie fortan ihre Namen nicht mehr benutzen, weil irgend so ein Filmproduzent sich die Rechte an Jay und Silent Bob gesichert hat. Der hat vor, eine Neuverfilmung von „Bluntman & Chronic“ zu realiseren, was Jay und Silent Bob unbedingt, ähm sorry: Hmmm & Hmmm unbedingt verhindern wollen. Doch schon die Reise nach Hollywood birgt satte Probleme. Denn auf dem Weg dorthin werden sie auf die Liste nicht zu befördernder Flugreisender gesetzt, begegnen Jays Ex und erfahren, dass der kiffende Hippie tatsächlich eine Tochter hat. Das schockt nicht nur Jay selbst, sondern sorgt auf der Weiterreise für zahlreiche Verwirrungen …

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… und staunen …

Da sind sie wieder: Der Stumme und sein vorlauter Freund. Der Blonde und der Dunkelhaarig. Der Dicke und der Lange … ähm, sorry, der nicht mehr so Dicke und der Lange. 18 Jahre nach ihrem ersten eigenen Film, Jay und Silent Bob schlagen zurück, darf das Kultduo noch einmal im zentralen Mittelpunkt einer Produktion stehen. Die beiden Kiffer, die das bindende Glied der (meisten) Filme von Kevin Smith darstellen, begeisterten nicht nur die Smith-Fans, sondern eigentlich alle Film-Nerds.
Denn wenn Kevin Smith eins ist, dann wohl der größte Film- und Comic-Nerd, der jemals vor und hinter einer Kamera Platz genommen hat.
Kein Wunder, dass seine Filme in der Regel Zelluloid gewordene Kulturschatz-Zitate und -Huldigungen sind.
Und das beherrscht der tatsächlich deutlich schlanker gewordene Filmemacher auch in Jay & Silent Bob Reboot noch vorzüglich.
Bisweilen sogar grandios. Beispielsweise, wenn Jason Lee als Besitzer eins Comic- und Filmstores Jay und Silent Bob erklärt, was in Hollywood derzeit falsch läuft; wenn er den Unterschied zwischen Remake und Reboot erklärt und bemängelt, dass man am Point Break der Popkultur sei. Denn wenn die Filmindustrie nur noch rebootet und keine Originale mehr schafft, gäbe es bald nichts mehr zum rebooten.

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… und machen große Augen

Man sollte allerdings selbst zumindest ein bisschen nerdig sein und idealerweise ein paar von Smith‘ älteren Filmen kennen. Die Querverweise sind zahlreich, die Handlung wird praktisch nur durch Selbstreferenzielles zusammen gehalten. Da passt es, dass Smith‘ echte Tochter Harley Quinn (ja, die heißt wirklich so) mitspielt und sich zwischen Jay und Silent Bob sitzend darüber beschwert, dass sie Kevin Smith (der auf der Bühne als er selbst auftritt) deshalb hasst, weil der seine Kinder dazu zwingt, in jedem seiner Filme mitzuspielen.
Szenen wie diese sind einfach großartig.
Nur leider zu selten. In der ersten Hälfte des Films kalauert sich vor allem Jay (Jason Mewes) ziemlich dürftig durch den Film. Und die zahlreichen Sex-Anspielungen sind leider nicht witzig, sondern meist infantil-albern. Schlimmer wird das noch in der deutschen Synchro, die man auf jeden Fall vermeiden sollte!
In wenigen Filmen ist es nicht nur authentischer, den O-Ton zu wählen, sondern nachgerade Pflicht. Jay & Silent Bob Reboot gehört dazu. So ziemlich jeder zweite Wortwitz wird im Deutschen zur Zote oder geht gleich ganz unter.
Wenn man über die etwas belanglosen Momente hinweg sieht, gibt’s zur Abwechslung natürlich wieder reichlich Gastauftritte bekannter Kollegen. Von Chris Hemsworth, über Matt Damon, Jason Lee, Ben Affleck, Jason Biggs, Val Kilmer und sogar Robert Kirkman geht die Liste. Die meisten spielen mehr oder weniger sich selbst.
So übrigens auch Stan Lee, der vor dem Abspann noch einen brüllkomischen Moment hat. Vermutlich eine seiner allerletzten Szenen, die er für einen Film gedreht hat. Sicher aber eine der witzigsten und charmantesten.

Manchmal gucken sie aber auch nur

Bild- und Tonqualität

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Jason und Stan Lee in einer Person

Das Reboot von Jay & Silent Bob hat visuell durchaus etwas zu bieten. So sind die Farben kräftig, Hauttöne aber schön natürlich und die Schärfe in Close-ups ist sehr gut. Die vorhandene Körnung deutet auf einen analogen Ursprung oder auf eine nachträgliche Bearbeitung hin. Es bleibt durchaus im akzeptablem, analog-filmischem Rahmen. Nicht so schön sind die steilen Kontraste, die auf dunklen Bereichen weitgehend Durchzeichnung verhindern und Details versumpfen lassen. Gleichzeitig sind die hellen Bereiche detailarm und etwas wachsig.
Akustisch muss man sich nichts vor machen: In Jay & Silent Bob wird geredet. Und davon viel. Vornehmlich geht’s also um die Sprachverständlichkeit. Und die ist gut. Während der Szenen auf der Messe in der letzten halben Stunde gibt’s aber sogar mal Punch und Dynamik, wenn eine Pappfaust aus einer Wand bricht oder an einer Tür gepoltert wird. Auch die Musik kann Akzente setzen und für Räumlichkeit sorgen.

Bonusmaterial

Jay und Silent Bob verlieren die Rechte an ihren Namen

Im Bonusmaterial gibt’s mit der „Haar-Reel“ eine ziemlich haarige Angelegenheit. Die beiden Darsteller haben durchaus mit ihren Langhaar-Toupet zu kämpfen. „Längere Fassung der Interviews“ sind eigentlich nicht längere, sondern die einzigen Interviews im Bonusbereich. Gut eine Stunde lang erzählen Smith und fast alle Darsteller vom neuerlichen Projekt, Jay & Silent Bob aufleben zu lassen. Als letztes Feature locken Patzer und Pannen vom Dreh.

Fazit

Jay & Silent Bob ist kein neuer Kultfilm mit dem schrägen Duo. Dafür sind einige Witze einfach zu flach. Wer aber Kevin Smith‘ Filme verfolgt hat und ein Fan seiner nerdigen Art, Filme zu machen ist, der muss auch hier zugreifen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 50%
Film: 70%

Anbieter: Universal Pictures Home Entertainment
Land/Jahr: USA 2019
Regie: Kevin Smith
Darsteller: Jason Mewes, Kevin Smith, Rosario Dawson, Shannon Elizabeth, Chris Hemsworth, Matt Damon, Ben Affleck, Melissa Benoist, Val Kilmer, Joe Manganiello, James van der Beek, Jason Lee,
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 105
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Universal Pictures Home Entertainment)

Trailer zu Jay & Silent Bob Reboot

Jay and Silent Bob Reboot (2019) - Official Red Band Trailer | Kevin Smith, Jason Mewes
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