Jurassic World: Das gefallene Königreich 4K UHD

Blu-ray Review

OT: Jurassic World: Fallen Kingdom

jurassic world das gefallene königreich 4k uhd blu-ray review cover
Universal Pictures, 04.10.2018
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Leben oder Sterben?

Im zweiten Teil der Jurassic-World-Reihe soll entschieden werden, ob die Dinos überleben dürfen.

Inhalt

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Dr. Ian Malcolm bleibt dabei: Die Dinos gehören ausgestorben

Drei Jahre ist es her, dass ein Fehler im Jurassic World dafür sorgte, dass die Insel – und damit auch die letzten überlebenden Saurier – verlassen werden mussten. Nun droht der Isla Nubar ein Vulkanausbruch, was den ehemaligen Geschäftspartner von John Hammond, Ben Lockwood, auf den Plan ruft. Zwar hatte der US-Senat (auch auf Empfehlung eines gewissen Dr. Ian Malcolm) beschlossen, die Dinos auf der Insel erneut aussterben zu lassen, doch Lockwood will das nicht akzeptieren. Er heuert Claire Dearing an, eine Expedition auf die Insel zu leiten, um die Tiere auf eine andere Insel ohne Zäune zu retten. Claire nimmt natürlich Owen Grady mit – immerhin könnte dieser als Vertrauensmann des einzig überlebenden Raptors „Blue“ eine entscheidende Rolle spielen.
Wobei sie ihn zunächst überreden muss, denn die beiden sind nicht nur getrennt, sondern sich noch nicht mal darüber einig, wer von beiden wen verlassen hat. Vor Ort auf der Insel herrscht dann ein ziemliches Chaos. Und ehe es sich Owen und Claire versehen, sind sie auch noch mitten drin in einer Verschwörung. Denn offenbar geht es Lockwoods Handlanger Eli Mills nicht darum, die Tiere zu retten, sondern meistbietend an Biowaffen-Hersteller und Waffenhändler zu veräußern …

Jurassic World: Fallen Kingdom
Ben Lockwood will die Schöpfungen seines Freundes Hammond retten

Hätte wirklich jemand 2015 damit gerechnet, dass sich das Reboot der Jurassic-Park-Reihe mit 1.67 Mrd. Dollar zum (aktuell) fünfterfolgreichsten Film aller Zeiten mausern könnte?
Hätte man angenommen, dass die längst ausgestorbenen Urzeitviecher noch mal so viele Kinobesucher hinter dem Ofen hervor locken? Vermutlich nicht.
Und dennoch: Jurassic World, inszeniert von Colin Trevorrow, hatte gar das beste Start-Wochenende eines Films überhaupt in den USA. Und am Ende ist das durchaus verständlich. Denn der Neuaufguss erzählt zwar alles andere als eine neue Geschichte (ganz im Gegenteil ist es fast eher ein Remake mit anderem Schauplatz und anderen Figuren), machte den Mangel an erzählerischer Innovation allerdings durch Spielfreude der Stars und schlichtweg sensationelle CGI-Effekte wieder wett. Die Action war treffsicher inszeniert und gab dem Wort Gigantonomie eine neue Bedeutung – es trifft ja auch nicht alle Tage ein Hybridsaurier wie der Indominus auf einen T-Rex und ein paar wilde Raptoren.
Der Siegeszug des Films hielt dann auch im Heimkino an, weshalb es noch leichter schien, eine Fortsetzung auf den Weg zu bringen. Jurassic World: Das gefallene Königreich kam drei Jahre später in die Kinos und konnte nahezu an den Erfolg des Vorgängers anschließen. 1,3 Mrd. Dollar weltweites Einspiel sprechen auch hier eine deutliche Sprache.
Und das, obwohl mit dem Spanier Juan Antonio Bayona eher ein Indie-Regisseur auf dem Posten des Direktors besetzt wurde, während Trevorrow sich aufs Drehbuchschreiben und Produzieren beschränkte. Bayona war 2007 mit Das Waisenhaus positiv aufgefallen und sorgte zuletzt mit dem Fantasy-Drama Sieben Minuten nach Mitternacht für einen der aufrichtigsten Filme über Kindheit überhaupt.

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Sollen smart sein, agieren aber selten dämlich wie immer: Die ausgebildeten Söldner und Soldaten

Dass Bayona aber auch rasante Szenen inszenieren kann, bewies er indes 2012 mit The Impossible, in dem er die Flutwelle des Tsunamis von 2004 vor Thailand eindrucksvoll ins Kino brachte. Und auch wenn Dinos vielleicht noch mal ein anderes Kaliber sind, so kann man auch hier sagen: Auftrag geglückt. Zumindest in Sachen Schauwerte und Action. Denn die erste Dreiviertelstunde auf der Insel sowie die Überfahrt mit dem Schiff bietet wirklich ordentlich was fürs Auge.
Inhaltlich ist Jurassic World: Das gefallene Königreich natürlich genauso dünn wie alle bisherigen Filme des Franchise. In der Meta-Ebene werden zwar ein paar ganz interessante Aspekte menschlicher und natürlicher Existenz angerissen und natürlich bekommt die Profitgier der Menschen ihr Fett weg, aber in die Tiefe geht das selbstredend nicht. Und so findet sich der Zuschauer in der typischen Situation wieder, dass einige Menschen ein paar fatale Fehlentscheidungen tätigen und daraufhin das Chaos ausbricht.
Das Chaos bricht aber immerhin so effektvoll und dramatisch wie möglich aus. Der Story-Kniff, einen Vulkan eruptieren zu lassen, sorgt für zusätzliche Dramatik und ist tatsächlich mal etwas Neues im Jurassic-Park-Universum. Und es gibt Chris Pratt die Gelegenheit für eine ziemlich denkwürdige Körperbeherrschungs-Sequenz, wenn er sich, noch gelähmt vom Betäubungspfeil, von der Lava wegbewegen muss. Momente, in denen Komik durchaus mal sein darf, während es kurze Zeit später Anlass dafür gibt, in Trauer und Wehmut zur Insel zurück zu blicken. Man sieht ja nicht jeden Tag einer ganzen Tiergattung beim Aussterben zu – vielleicht die stärkste Szene des Films.

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Sie brechen wieder aus

Leider lässt der Unterhaltungswert spürbar nach, sobald die Dinos an Land „gelöscht“ und auf Lockwoods Anwesen gebracht wurden. Das Tauziehen um Macht und Geld steht der Dino-Thematik nicht sonderlich gut. Die Saurier geraten für eine Zeit ziemlich ins Hintertreffen und der von Rafe Spall dargestellte Eli Mills will als Fiesling auch nicht so recht überzeugen. Es ist der jungen Isabella Sermon zu verdanken, dass die Spannung nicht ganz verloren geht. Ihre Maisie ist es, die als einzige unschuldige Figur durch den Film geleitet und auf deren Seite der Zuschauer stehen kann, während um die Kleine herum nur noch Kapitalismus, Machtgeilheit und Verrat herrschen.
Jurassic World: Das gefallene Königreich fällt damit dem gleichen Problem anheim wie alle Filme, in denen die Kreatur(en) in den Lebensraum der Menschen eindringen: Die vorherige Exotik weicht einem Szenario, das von umher rennenden, sich völlig idiotisch verhaltenden Menschen und zum Slapstick verkommenden Viechern geprägt ist.
Dennoch gelingen Bayona auch hier noch ein paar unterhaltsame Szenen. Die spannendsten Momente hat der Film zweifelsohne, wenn der Indo-Raptor aus seinem Käfig entkommen ist und in der Folge vor allem Owen, Claire und Maisie jagt. Gerade in der Bibliothek sorgt das für Thrill und dieser Dino-Hybrid ist außerdem zweifelsohne ein ziemlich dreckiges Biest.
Man muss übrigens kein Prophet sein, um zu wissen, dass es einen dritten Teil geben wird. Der soll dann diese zweite Trilogie zum Abschluss bringen. Und weiterhin lehnt man sich nicht zuweit aus dem Fenster, wenn man vermutet, dass eine gewisse „Blue“ darin eine tragende Rolle spielen wird.

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So ein Kurzarm-T-Rex ist schon immer noch beeindruckend

Bild- und Tonqualität BD

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Dr. Wu arbeitet an einem ganz besonderen Dino

Schon die Blu-ray von Jurassic World: Das gefallene Königreich hat ein absolut referenzwürdiges Bild. Blitzsauber und in gut ausgeleuchteten Szenen praktisch frei von Rauschen erlebt man hier fantastische Kontraste gepaart mit vorzüglichen Schwarzwerten. Der Anzug von Ian Malcolm während seiner Anhörung vor dem Senat reicht dermaßen weit hinunter in den Schwarzbereich, dass es eine echte Freude ist. Dennoch lassen sich die Details des ebenfalls schwarzen Hemdes und der Krawatte noch differenzieren. Fantastisch auch die Detailzeichnung im Gesicht, seine Falten oder die Spiegelungen der Brille – das ist nicht nur blitzsauber, sondern bis in die grauen Barthaare famos aufgelöst. Außerdem gibt’s hier keinerlei Randunschärfen zu beklagen, wie zuletzt leider häufiger bei entsprechenden Filmen. Farben sind derweil während der Aufnahmen in den Städten etwas wärmer gefiltert, was für eine dezent braune Grundstimmung sorgt, die aber sehr angenehm anzuschauen ist. Hauttöne sind unabhängig von dieser leichten Filterung sehr natürlich, sodass man auch die Sommersprossen von Bryce Dallas Howard gut ausmachen kann.
Hier ist also nichts mehr zu bemerken von den teils übersättigen Farben der BD von Jurassic World oder deren deutlichem Korn. Der zweite Teil schlägt den ersten hier um Längen.
Nur wenn man ganz genau hinschaut, findet man dann doch ein kleines Manko: Der seitliche Schwenk über die Baumwipfel und Straße zeigt auf dem Asphalt und auf den fernen Baumwipfeln tatsächlich leichte Artefakte (17’20). Und auch die Kamerafahrt auf Owens Trailer bei Nacht offenbart einige Unruhen (20’30). Das allerdings bleiben die Ausnahmen in einem ansonsten absolut beeindruckenden Bild.

Universal Pictures macht es bei seinen Top-Titeln mal wieder vor: Sowohl die Blu-ray als auch die UHD von Jurassic World: Das gefallene Königreich liefern vollwertige 3D-Tonspuren für BEIDE Sprachen. Universal hat sich da fast von Beginn an auf die Seite von dts geschlagen und präsentiert die beiden Sprachen in dts:X (jeweils mit dts-HD-Master-Kern).
Zunächst einmal kümmern wir uns dabei um die reguläre Ebene (die von Heimkinofans ohne Atmos/Auro-Setup übrigens mit dem Kern, also einer dts-HD-MA-Spur ausgegeben wird).
Und was ist das für eine tolle Tonumsetzung geworden. Der unkomprimierte Sound setzt von Beginn an Akzente. Ob das das dumpfe Blubbern der Unterwasser-Kapsel ist, die eine tolle Atmosphäre zaubert oder die innerhalb der Kapsel korrekt umgesetzten Dialoge, die eben kaum Nachhall aufweisen – akustisch praktisch tot sind. Genauso muss sich das anhören. Wenn dann draußen das Gewitter losbricht, werden Blitz und Donner mit einer tollen Räumlichkeit wiedergegeben, die das Heimkino zum Erlebnispalast werden lassen. Lange schon nicht mehr wurde ein Unwetter mit einer so breiten Bühne aufgebaut und klang dermaßen effektvoll (ab 3’44). Weiter geht’s nach 22 Minuten, wenn die Propellermaschine abhebt und deren Motoren praktisch im Heimkino für Vibration sorgen. Vibration ist auch ein gutes Stichwort. Denn kaum auf der Insel angekommen, bebt der Boden dermaßen abgrundtief, dass man seinen Subwoofer festschnallen sollte (27’26). Auch das Röhren des vorbeitrampelnden Pflanzenfressers beschäftigt die Speaker.  Tja, und dann bricht da ja auch noch ein Vulkan aus. Und was dann abgefeuert wird, spottet bisweilen jeder Beschreibung.
Sagen wir es mal so: Wäre Jurassic World 2 von Marvel veröffentlicht worden, hätte es hier vermutlich nur einen Sturm im Wasserglas gegeben. Die dts:X-Spuren der Universal-Disk allerdings fetzen ziemlich. Von den wuchtig-aggressiven Situationen, in denen ganze Riesenbrocken aus dem Vulkanberg gesprengt werden, über die trampelnden Dinos bis hin zu den kreischenden Geräuschen der Urzeit-Flugsaurier. Nur selten hat man hier mal das Gefühl, dass es etwas zu breiig und unübersichtlich wird. Die meiste Zeit kommen selbst feine Signale in diesen lauten Szenen noch akzentuiert rüber. Hier und da könnte man annehmen, es fehlt mal ein Geräusch, wenn ein Baum zu Boden bricht, aber insgesamt ist das schon mächtig. Auch auf dem Schiff bleibt diese Soundkulisse bestehen. Dediziertes Dino-Gegrunze von den Rears, quietschende Geräusche der Saurierkralle am Metallcontainer – das alles sorgt immer wieder für Gänsehaut.
Herausragend ist übrigens, dass auch die feinen Geräusche noch durchkommen. Wenn der Indo-Raptor nach gut 98 Minuten in der Bibliothek des Anwesens Jagd auf Owen und den Rest macht, hört man das typische Raptoren-Fiepen durchdringend – selbst wenn im gleichen Moment sein Hinterlauf wuchtig auf den Boden tritt.
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So eine Lava-Dusche tut sogar einer Raub-Echse weh

Wechseln wir auf die 3D-Soundebene, beginnt Jurassic World: Das gefallene Königreich mit ein bisschen räumlichem Geblubber während des Tauchgangs der Kapsel und addiert leise auch die Filmmusik hinzu. Richtig räumlich wird es dann, wenn das Unwetter einsetzt, Wind von überall her hörbar ist, der Hubschrauber abhebt und dann der Regen auf dessen Cockpit prasselt (3’52).
Gut, dass hier nicht einfach Regen generell von oben kommt. Denn fallenden Regen hört man ja nur, wenn man unter etwas steht/sitzt, auf das die Tropfen auch wirklich hörbar herabprasseln. Klasse dann wiederum das Innere des Helikopters. Man hört quasi den Motor direkt über sich (6’40). Schön, dass man aber nicht nur auf Actionszenen setzt, um Sounds von oben zu integrieren. So hört man den alten Lastenaufzug ziemlich plastisch aus allen Speakern rappeln, wenn Claire in ihr Büro kommt (9’33). Natürlich geht es dann auf der Insel entsprechend weiter. Man hört den gigantischen Pflanzenfresser von oben die Wipfel begrasen und die Flugsaurier kreischen so hörbar, dass man sie direkt über sich wähnt (31’50). Und wenn nach 35 Minuten der Vulkan auszubrechen beginnt, reißt Mauerwerk und rieselt Betonstaub von oben. Bäume krachen zusammen und Explosionen liefern ebenso 3D-Toneffekte. Dazu die röhrenden Dino-Sounds, wenn diese sich (korrekterweise) oberhalb der Kamera befinden – Jurassic World 2 macht Vieles deutlich richtiger als der Vorgänger, der ab und an 3D-Geräusche lieferte, wo keine hingehörten oder sie wegließ, wo welche zu sein hatten.
Während des Vulkanausbruchs wird’s dann wirklich richtig füllend von oben und aus allen anderen Speakern. Schon die umherfliegenden Lavabrocken flitzen oberhalb durchs Heimkino und sind für die Heights erstaunlich vehement. Vor allem aber kommen die Wasser-Sounds extrem immersiv rüber und sorgen für ein unglaublich realistisches Surround-Gefühl (ab 44’40). Großartig, wenn das Glas zu bersten beginnt, sich Wasser ergießt und die Gesteins-Segmente auf die Kapsel krachen.
Was die dts:X-Spur auszeichnet, ist vor allem die absolut korrekte Verortung sowie die Originalität der 3D-Geräusche. Die Anbindung an die reguläre Ebene ist perfekt und die Übergabe vom 5.1-System auf die oberen Speaker sowie der gleiche Weg zurück ist fließend – genau so sollten sich 3D-Tonspuren anhören – und zwar bis zum effektvollen Finale.

Bild- und Tonqualität UHD

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Maisie ahnt noch nichts vom Unheil, das kommen wird

Jurassic World: Das gefallene Königreich wurde bis auf wenige Szenen, in denen eine Arri-Alexa-Mini zum Einsatz kam, komplett mit der Arri-Alexa-65-Kamera aufgenommen. Der Workflow ist also komplett digital. Am Ausgang lagen 3.4K und 6.5K an. Leider war bis zur Veröffentlichung dieses Reviews nicht herauszufinden, ob das Ganze per 4K-Digital-Intermediate auf die UHD gelangte, oder ob man auf 2K runterskalierte und für die Ultra-HD dann ein entsprechendes Upscaling auf 4K vornahm.
Sicher ist indes, dass die Scheibe mit einem erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie einer höheren Bilddynamik gemastert wurde. Letzteres nach HDR10 und Dolby Vision.
Im laufenden Bild zeigt die UHD per HDR10 praktisch keine Probleme.
Sie ist in der Farbgebung nicht maßgeblich anders als die Blu-ray, was gut ist. Denn hier zu übertreiben, wäre auch gar nicht nötig. Dennoch intensiviert die Kombination aus höherer Bilddynamik und erweitertem Farbraum die grünen Wiesen und Hügel der Insel, lässt sie natürlicher und etwas weniger gelblich erscheinen. Wesentlich natürlicher allerdings kommen die Hautfarben rüber, die etwas mehr Wärme liefern und durch die bessere Kontrastdynamik mehr Dreidimensionalität haben.
Nicht behoben ist allerdings die leichte Unruhe des Asphalts bei 17’20. Macht aber nichts, denn das ist in der Tat das absolut einzige Manko der UHD.
Was vor allem beeindruckend ist, ist der nochmals schärfere Eindruck. Ruhige Einstellungen von Gesichtern sind dermaßen plastisch, knackscharf und perfekt aufgelöst, dass man schon aus regulärem Bildbetrachtungs-Abstand auf einem 55“-Display den Vorsprung gegenüber der BD erkennen kann. Dieser deutlich zu sehende Unterschied legt den „Verdacht“ nahe, dass es sich doch um eine native 4K-Scheibe handelt (zumindest während der Realszenen).
Dolby Vision und HDR10 liefern sich einen kleinen Kampf, den Dolby Vision in den helleren Szenen für sich entscheiden kann. Hier werden Details noch mal sichtbarer, ohne dass Spitzlichter überstrahlen. Allerdings verliert DV dann in den dunkleren Szenen – und dort dann deutlich. Denn hier erscheinen die hellen Anteile zu krass und in den dunklen Bildbereichen werden Details im Gegensatz zur HDR10-Wiedergabe etwas verschluckt.
Nicht falsch verstehen: Auch per Dolby Vision ist die UHD wirklich klasse. HDR10 hinterlässt aber im Durchschnitt den etwas angenehmeren Eindruck.

Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 1
(7’13): Trotzdem die Blu-ray ein wirklich gutes Bild hat, merkt man im direkten Vergleich, dass die UHD noch mal mehr Kontrast liefert. Über die BD sind Farben zudem weniger differenziert.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 2
Die UHD (hier HDR10) liefert satteres Grün, mehr Farbdifferenzierung in sämtlichen Farben und die intensiveren Kontraste.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 4
(9’12) Blu-ray: Ein gutes Beispiel für die unterschiedliche Kontrast-/Schwarzwert-Darstellung von SD, HDR und Dolby Vision. Die Blu-ray (oben) differenziert noch sehr gut im Schwarz, ist aber in den hellen Bereichen etwas überstrahlt und insgesamt etwas weicher.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 5
HDR10: Per HDR liefert die UHD das nochmals sattere Schwarz, zeigt aber dennoch die Krawatte und auch den dunkleren Bereich des Anzugs noch differenziert (kann auf unterschiedlichen Monitoren abweichen).
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 6
Dolby Vision: DV liefert hier zu steile Kontrastflanken. Die hellen Bereiche sind etwas zu krass und im dunklen Anzug fällt es schwer, zwischen Hemd, Krawatte und Anzugjacke zu differenzieren.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 10
(12’16) Blu-ray: Dass die Differenzen zwischen SD, HDR10 und Dolby Vision auch anders ausfallen können, zeigt dieses durchweg hellere Bild als das vorige. Die Blu-ray ist insgesamt deutlich heller, wirkt im Vergleich etwas softer und weniger farbkräftig.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 11
HDR10: HDR10 intensiviert die Kontraste und Farben deutlich. Auch die Schärfe ist knackiger und die grüne Wiese hinten rechts wirkt weniger gelb und damit natürlicher.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 12
Dolby Vision: Im Gegensatz zum Szenenbild mit Jeff Goldblum oben, ist bei einem helleren Bild Dolby Vision im Vorteil. Auch wenn das Gesicht ein kleines bisschen harscher wirkt als über HDR10, ist der Kontrasteindruck noch besser. Zudem sind die weiße Jacke und der Pullover neutraler weiß. DV reduziert hier einen leichten Blaustich der HDR10-Wiedergabe.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 19
(93’52) Blu-ray: Kaum wird es aber wieder dunkler, sieht es wieder anders aus. Die Blu-ray ist hier sichtbar die schwächste Variante und kann auf dem Gesicht der jungen Isabella Sermon nicht so gut differenzieren. Alles wirkt etwas zu hell und zu flach.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 20
HDR10: Die Wiedergabe per HDR10 ist wesentlich ausgewogener, hat die schöneren und natürlicheren Hautfarben und deutlich bessere Kontraste, ohne im Dunklen abzusumpfen.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 21
Dolby Vision: Hier fällt Dolby Vision wieder hinter die HDR10-Wiedergabe zurück. Das Gesicht wirkt zu stark aufgehellt, während der dunkle Randbereich des Kopfes zu stark abfällt. Das fällt besonders stark auf, wenn man sich die beiden Bilder mal runterlädt und im schnellen Wechsel anschaut.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 16
(40’52) Blu-ray: Die Blu-ray ist farblich durchaus nicht schlecht.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 17
Die UHD (hier HDR10) intensiviert die Kontraste aber sichtbar, liefert satteres Orange und die besser erkennbaren abgesprengten Brocken.
Jurassic World das gefallene Königreich BD vs UHD 26
(93’57) Blu-ray: Zwar ist bisher nicht bekannt, ob „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ ein 4K-Digital-Intermediate erhielt, doch dieser Vergleich legt nahe, dass es vielleicht doch natives 4K-Material ist, das auf die UHD gelangt ist. Die Blu-ray sieht zwar eigentlich schon sehr gut und plastisch aus.
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(UHD): Doch die UHD zeigt hier in jeder Einzelheit mehr Feinheiten. Ob das die Struktur in der Haut ist, die feinen Härchen an den Augenbrauen oder vor allem die viel klarere Iris des Auges – hier sieht man einen wesentlichen Auflösungsvorteil der 4K-Scheibe.
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Hier das komplette Bild. Man sieht, dass der obige Ausschnitt gar nicht sonderlich klein ist. Und dennoch sieht man den Vorsprung der UHD deutlich.
Beim Sound der UHD tut sich nichts. Muss ja auch nicht. Denn die Blu-ray lieferte ja bereits den tollen dts:X-Ton, der auch auf der UHD gelandet ist.

Bonusmaterial

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Raptoren reißen ihr Maul gerne weit auf

Das Bonusmaterial von Jurassic World: Das gefallene Königreich scheint auf den ersten Blick reichhaltig. Immerhin warten insgesamt 15 Featurettes auf den Zuschauer. Betrachtet man allerdings die Laufzeit, die zwischen gerade mal 1:33 und maximal 12 Minuten variiert, kann man in etwa abschätzen, dass der Inhalt nicht so wahnsinnig gehaltvoll ist. In “ Am Set mit Chris & Bryce“ beobachten wir die beiden Hauptdarsteller für etwa drei Minuten bei ihrer gemeinsam Arbeit hinter der Kamera. „Königreich entwickelt sich weiter“ beschreibt etwas näher, wie Regisseur Bayona an seine Interpretation des JP-Franchises-Films heran gegangen ist. „Rückkehr nach Hawai“ nimmt sich ganze 2:40 Minuten Zeit, um den Schauplatz Hawaii näher zu beleuchten. „Insel-Action“ läuft dann immerhin schon mal sechs Minuten und blickt ein wenig hinter die großen Actionszenen des Films. „An Bord der Arcadia“ zeigt, wie ein Soundstage zum Schiff wurde und wie die Akteure auf diesem herumgeschubst wurden. „Die Geburt des Indoraptors“ charakterisiert den jüngsten Spross des Franchise und „Möge das Bieten beginnen!“ schaut hinter die Kulissen der entsprechenden Szene. „Tod durch Dino“ beschreibt diese eine, ziemlich grausame Szene, in der einer der Charaktere ins Gras beißen muss. „Monster in einer Villa“ lässt Bayona eine der wichtigen Actionszenen beschreiben und „Showdown auf dem Dach“ schildert in knapp vier Minuten das Finale. „Malcolms Rückkehr“ ist vielleicht das charmanteste Featurette, in dem Jeff Goldblums zurückkehrender Charakter zu Wort kommt. „Visuelle Effekte“ ist wieder eins der längeren Featurettes. Hier geht man nicht nur auf die modernen Effekte der aktuellen Filme ein, sondern wagt auch einen Blick zurück. „Jurassic World: Im Gespräch“ ist eine Talkrunde zwischen Bayona, Trevorrow, Pratt, Dallas Howard und Jeff Goldblum. „Ein Lied für das Königreich“ zeigt Darstellerin Justice Smith ein Liedchen am Set trällern und „Chris Pratts Jurassic-Tagebücher“ ist wiederum in viele Teile unterteilt. Pratt stellt dem Zuschauer diverse am Film beteiligte Menschen vor, ohne die JW 2 wohl nicht funktioniert hätte.

Fazit

Jurassic World: Das gefallene Königreich ordnet Story und Figurenzeichnung ganz eindeutig den Schauwerten unter. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger ist er düsterer, aber auch seelenloser. Der Humor wirkt manchmal zu slapstickartig und die in Jurassic World vorhandene Chemie zwischen Pratt und Dallas Howard scheint auch etwas abhanden gekommen zu sein. Was bleibt sind spektakuläre Actionszenen und vorzügliche Dino-Animationen.
Letzteres wird schon von der Blu-ray mit referenzwürdigem Bild und Ton wiedergegeben. Die UHD liefert dazu das nochmals bessere, kontrastreichere und vor allem sichtbar schärfere Bild – technisch gesehen ein Pflichtkauf!
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 95%
Bildqualität UHD (HDR10): 95%
Bildqualität UHD (Dolby Vision): 90%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 95%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 80%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 90%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 95%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 80%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 90%

Bonusmaterial: 70%
Film: 60%

Anbieter: Universal Pictures
Land/Jahr: USA 2018
Regie: J.A. Bayona
Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Jeff Goldblum, Rafe Spall, Justice Smith, Daniella Pineda, James Cromwell, Toby Jones, Ted Levine, BD Wong
Tonformate BD/UHD: dts:X (dts-HD-Master-Kern): de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 128
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Ja/Nein (nicht bekannt)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
FSK: 12

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter: Universal Pictures)
(Die Rechte für die vergleichenden Screenshots im Kapitel „Bildqualität UHD“ liegen beim Betreiber der Seite)

Trailer zu Jurassic World: Das gefallene Königreich

Jurassic World: Das gefallene Königreich – Trailer deutsch/german HD

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4 thoughts on “Jurassic World: Das gefallene Königreich 4K UHD

  1. Torsten

    Hallo.
    Dieses mal stimme ich den 60% der Story Wertung nicht ein. Hätten schon 70% sein können , aber nun gut das sieht jeder anders .
    Trotzdem danke für das tolle Review .
    Gruß Torsten

  2. DEWEY

    Danke für das wiedermal super detaillierte Review ! Sehr hilfreich für die Kaufentscheidung bei diesen teuren 4k-Scheiben.

  3. Holger

    Schade, die uhd ist deutlich zu dunkel abgemischt. Im Heimkino mit Projektion ist so nur schwer genug Licht aufzutreiben. Geht, aber ist nah an der Grenze. Filme wie Apocalypse oder Ready Player One machen das seeehr viel besser. Fand sonst den Film aber viel besser als in den tausenden negativen reviews besprochen 🙂

  4. Ronny

    Hallo Timo. Ich habe bei dieser UHD Scheibe arge Probleme mit Dolby Vision. Mein LG UP970 zeigt am LG OLED65B7D im Modus Kino Home einen grauen Schleier über das gesamte Bild. Selbst die Cinemascope Balken sind grau. Im Modus Kino geht es dann einigermaßen, wobei dann aber das gesamte Bild auch extrem dunkel ist und der schöne HDR Look eigentlich verloren geht. Im HDR Modus bei einem Freund gibt es dahingehend keine Probleme. Das Bild ist perfekt. Es muss bei dieser Scheibe also doch irgendwie mit Dolby Vision zusammenhängen. Ich habe dann zum Vergleich mal die Gladiator UHD eingelegt. Hier ist alles perfekt und die Balken sind rabenschwarz. Eine Defekt würde ich so wohl erst mal ausschließen.

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