Krieg der Welten 4K UHD

Blu-ray Review

Paramount Home, 02.07.2020

OT: War of the Worlds

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Sie kommen nicht in Frieden

Steven Spielbergs Version von Krieg der Welten erhält ein 4K-Remaster.

Inhalt

Rays Ex-Frau hält nicht allzu viel von dessen Erziehungsqualitäten

Ray hat eigentlich Besseres zu tun, als auf seine beiden Kids aufzupassen. Wobei, eigentlich doch nicht. Denn normalerweise lebt der Dockarbeiter so in den Tag hinein. Also darf er seine Vaterqualitäten unter Beweis stellen, während seine Ex mit dem neuen Partner auf einen Kurztrip geht.
Doch schon in puncto Freizeitbeschäftigung scheitert es. Denn Rays Filius Robbie ist im besten „Scheißegal“-Alter.
All das rückt aber in den Hintergrund, als es plötzlich Energieblitze hagelt und der Asphalt der Stadt aufreißt. Zum Vorschein kommen außerirdische Invasoren, die kurzen Prozess mit allem machen, was sich ihnen in den Weg stellt – ob festgewurzelt oder beweglich.
Und es scheint so, dass gegen die übermächtigen Gegner kein Kraut gewachsen ist. Ray und seine Kinder müssen nun einen Weg zueinander finden, um einen Weg aus der Situation hinaus zu finden …

Ray kennt Verantwortung nur aus dem Wörterbuch

Die Anekdote rund um H.G. Wells‘ 1898 verfassten Roman Krieg der Welten ist legendär:
Vor 75 Jahren, am 30. Oktober 1938 ging das hauptsächlich von Orson Welles gesprochene Hörspiel des Wells’schen SciFi-Klassikers über den Äther einer New Yorker Radiostation. Die intensive Geschichte sorgte bei den Hörerinnen und Hörern für Panik. Teils verließen sie ihre Häuser und flüchteten. Andere wiederum blieben verängstigt Zuhause.
Ganz so viel Effekt erzielte die erste Kinoadaption von Byron Haskins 1953 nicht mehr. Der in Technicolor realisierte SciFi-Streifen ist aber bis heute Kultkino der 50er Jahre.
Gut fünf Jahrzehnte später befand dann kein Geringerer als Steven Spielberg, dass es mal wieder Zeit für ein Remake des guten alten Invasoren-Films sei.
Wobei es vielmehr Tom Cruise gewesen ist, der nach Minority Report noch einmal mit Spielberg drehen wollte und ihm deshalb drei mögliche Ideen unterbreitete. Einer dieser Vorschläge war Krieg der Welten und für beide schien klar, dass dieser es sein sollte.
Nicht ganz gewöhnlich für Spielberg, der mit der Adaption des Wells-Klassikers ganz eindeutig die Seiten wechselte. Hatte er in Die unheimliche Begegnung der dritten Art 28 Jahre zuvor noch ein betont positives Bild von außerirdischen Besuchern gezeichnet, bleibt in Krieg der Welten keine Luft für Interpretationen. Die Aliens, die hier auf die Erde kommen, sind böse Invasoren, die aus ihren Tripoden heraus nur Zerstörung im Sinn haben.
Man munkelt, dass Spielberg die Geschehnisse von 9/11 im Kopf hatte, als er seine Neuinterpretation mit viel technischem Tamtam realisierte. Und so wundert es kaum, dass der Ton für einen Spielberg-Film betont düster ist. Entsättige Farben, ein Protagonist, der anfangs ein regelrechtes Arschloch ist, grimmige und unerbittliche Szenen der Zerstörung sowie ein Fluss, der in einer bitteren Szene als Massengrab Leichen vor den Augen der kleinen Rachel vorbeifließen lässt.

Auftritt: Tripods

Nein, so richtig familienfreundlich ist Krieg der Welten nicht geworden – obwohl es genau um das (auch) geht: Familie.
Denn unter dem eigentlichen Bedrohungsszenario erzählt Spielberg eine Geschichte um einen geschiedenen Vater, dessen Beziehung zu den beiden Kids eher von Entfremdung zeugt als von Eintracht.
Erst durch das gemeinsame Erleben der Grenzerfahrungen kommen sich Vater, Sohn und Tochter wieder näher und stehen füreinander ein.
Das ist natürlich äußerst simpel gestrickt und schon in anderen Filmen zigfach umgesetzt worden. Dennoch schaut man Tom Cruise durchaus gespannt zu, wie aus dem verantwortungslosen Vater ein Kämpfer für die Familie wird.
Schauspielerisch gelingt das auch deshalb, weil mit Dakota Fanning die damals talentierteste Jungdarstellerin an Bord war. Wer 2005 als Erwachsener Mann im Kino war und ihr gegenüber keine Vater- und Beschützergefühle entwickelte, hatte vermutlich zwei Stunden lang die Augen geschlossen. Die Rolle des bedrohten kleinen Mädchens hatte sie schon ein Jahr zuvor in Man on Fire überzeugend gegeben und damit bei Denzel Washington Beschützerinstinkte ausgelöst.
Die Dynamik zwischen Cruise und Filmsohn Justin Chatwin (Shameless) funktioniert ebenfalls prächtig, sodass man die innerfamiliären Entwicklungen durchaus authentisch bezeichnen kann.
Neben dem Motiv der Familie geht’s aber auch um eine tief verwurzelte Angst.
Schon H.G. Wells war der Überzeugung, dass die Menschen irgendwann Opfer ihrer eigenen technischen Fähigkeiten und Errungenschaften werden könnten. Immerhin war er es, der in seinem 1914er Roman The World set free. A Story of Mankind den Begriff der „Atombombe“ prägte, nachdem es erste Berichte über die Entdeckung der Radioaktivität gegeben hatte.

Rachel hat Angst

Spielberg lässt die Menschen nun vor einem unbekannten (und bis auf die Darstellung nach dem Finale) und gesichtslosen Feind fliehen.
Vertreibung ist ein Motiv, mit dem sich der Regisseur ebenfalls schon häufiger beschäftigt hatte und in Krieg der Welten tut er es auf die bisher lupenreinste, aber auch oberflächlichste Art und Weise.
Abseits von Ray und seinen Kids gibt’s nur noch einen verwirrten Herrn, der den Film insgesamt nicht gerade differenzierter werden lässt.
Inhaltlich ist das für einen Spielberg-Film schon ziemlich dünn – zumal er zeitlich in seine Werke Terminal und München eingebettet ist, die bedeutend mehr Differenzierung von Figuren und Story liefern.
Vielleicht wollte der Regisseur aber auch einfach mal so richtig die sprichwörtliche Sau raus lassen.
Und das gelingt ihm schon in der ersten Sequenz, in der Rays Nachbarschaft von dem Tripod heimgesucht wird. Was Krieg der Welten hier schon an Zerstörungswut entfaltet, war seinerzeit wirklich herausragend. Den Auftritt des Tripod zelebriert Spielberg ausgiebig und lässt ihn von einem kongenialen und extrem dynamischen Sounddesign begleiten, das selbst potente Kinos an den Rand des Möglichen trieb.
Da die Alien-Dreibeiner auch optisch überzeugten und bisweilen wirklich Spannung aufkam, bleibt der Unterhaltungswert bis auf wenig Hänger in der Mitte durchweg hoch. Als SciFi-Action ohne allzu große inhaltliche Tiefe funktioniert Krieg der Welten deshalb auch 2020 noch sehr gut.

Kann das Militär helfen?
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Bild- und Tonqualität BD

Eine Erleuchtung, die sich Ray so nicht gewünscht hat

Selbst nach analogen Maßstäben hatte die Blu-ray 2010 ein wirklich körniges Bild. Spielberg, großer Fan von analogem Film, hatte zuvor aber auch schon bei Minority Report ziemlich zugelangt, was den Grad an Grain angeht. Im Falle von Krieg der Welten gilt die Blu-ray bis heute als mahnendes Beispiel für ein „so nicht“ unter denjenigen, die Filmkörnung ablehnen.
Dazu kommt ein nicht immer sehr ruhiger Bildstand (Kameraschwenk zu Beginn) sowie das deutlich sichtbare Überstrahlen von hellen Bildbereichen – egal, ob’s auf Gesichtern oder Hintergründen ist, vor denen dunkle Bereiche dann versumpfen und Objekte heiligenscheinartige Doppelkonturen bekommen (4’52). Versumpfen ist ein gutes Stichwort, denn das tun selbst in der Wohnung von Ray noch sehr häufig die Details auf dunkleren Bildanteilen (Vordergrund 17’10). Kommen Ray und Rachel dann bei Harlan an, sieht man bisweilen überhaupt nichts mehr in Schattenbereichen und es gesellen sich auch noch Kompressionsartefakte auf den dunklen Bildanteilen hinzu (80’30), Doppelkonturen sind auch wieder ein Thema, wenn Figuren etwas weiter entfernt stehen (Cruise bei 9’52).
Stilmittel? Klar! Schön? Nicht wirklich.
Man kann es als authentisch bezeichnen, dass Spielberg seinen Film genauso und nicht anders umgesetzt haben wollte. Dass er einen farblich entsättigten, rauen und kantigen Ton anschlug, um der Story mehr Gewicht zu verleihen. Man kann der Blu-ray auch attestieren, dass sie das quasi „perfekt“ umsetzt. Doch man kann es auch anders sehen. In diesem Review fällt die Entscheidung auf Letzteres, was zur dramatisch schwachen Bildnote führt.
Die im Paket mit der UHD kommende Blu-ray ist übrigens identisch mit der alten Scheibe und basiert nicht auf dem neuen 4K-Master.

Die Invasoren greifen an

Krieg der Welten war 2005 der Soundkiller überhaupt. Kaum eine Scheibe hatte zuvor dermaßen brutal und aggressiv zugelangt. Jedenfalls wenn wir über die dts-HD-Master-Spur sprechen. Deren Surroundkulisse und Dynamik darf noch heute als Referenz gelten. Das beginnt mit großartigen Windgeräuschen und wird bereits absolut brutal, wenn nach 15’45 die elektrostatischen Entladungen selbst die Surrounds massiv herausfordern.
Die deutsche Dolby-Digital-Fassung schlägt sich hier beachtlich, allerdings muss man sie etwas lauter einpegeln und dann dennoch auf Dynamik verzichten. Das Ganze klingt nicht nur leiser, sondern auch etwas dumpfer. Der Mittel-Hochtonbereich wird nicht so klar bedient wie über die dts-HD-Master-Spur
Auch Hintergrundgeräusche wie fließender Verkehr oder das Gemurmel der Menschen bleiben etwas muffiger. Wenn Glas splittert, kommt der O-Ton feiner und präsenter – allerdings auch einen Hauch zu überbetont. Denn was man dem O-Ton durchaus etwas vorwerfen kann (wenn man’s genau nimmt), ist eine gewisse Überpräsenz; ein „too much“ in puncto Aggressivität. Das wird nicht unbedingt jedem gefallen.
Bricht nach 21’20 der Asphalt auf, kommt das Grummeln noch tiefer aus dem Sub und das Krachen der Risse ertönt präziser aus den Speakern, wenn man die Originalfassung bemüht. Wenn sich die Risse dann zur veritablen Vernichtung von Häusern auswachsen, ist es bis heute erstaunlich, wie weit potente Subs auslenken können. Hielte man einen Finger vor die Sicke eines großvolumigen Tieftöners, wären blaue Flecken unumgänglich – was für beide Tonspuren gleichermaßen gilt. Wenn die Tripoden dann ihre Energiestrahlen schicken, um die Menschen innerhalb von Sekunden weg zu fetzen, sägt der Sound schwer beeindruckend Risse ins Heimkino.
Wie gesagt: Für sich genommen war das damals eine sehr gute DD-Spur. Auch heute kann sich sich gegenüber anderen DD-Vertonungen noch hören lassen. Aber gegen die dts-HD-Master-Fassung zieht sie den Kürzeren.

Bild- und Tonqualität UHD

Ray zeigt erstmals echte Vatergefühle

Zu Beginn der Besprechung der Qualität der UHD ein kleines Spielberg-Zitat:
„My favourite and preferred step between imagination and image is a strip of photochemistry that can be held, twisted, folded, looked at with the naked eye, or projected on to a surface for others to see. It has a scent and it is imperfect. If you get too close to the moving image, it’s like impressionist art. And if you stand back, it can be utterly photorealistic. You can watch the grain, which I like to think of as the visible, erratic molecules of a new creative language. After all, this „stuff“ of dreams is mankind’s most original medium, and dates back to 1895. Today, its years are numbered, but I will remain loyal to this analogue artform until the last lab closes.“ (Quelle)

Es verwundert kaum, dass Steven Spielberg dem analogen Film die Stange halten wollte. Der Regisseur gilt als Traditionalist, ein Filmemacher alter Schule. Betrachtet man seine Vita, hat er sein Vorhaben bis heute durchgezogen – sieht man von den VFX-lastigen BFG und Ready Player One sowie dem vollanimierten Tim-&-Struppi-Abenteuer ab. Selbst sein kommender West Side Story wird erneut mit Filmkameras aufgezeichnet werden.
Dass er aber so eine Korn-Orgie feiern musste wie bei Krieg der Welten nahmen ihm die Fans dann doch etwas übel.
Die Frage ist nun: Sieht die UHD genauso aus? Oder macht sie Dinge anders?
Zunächst einmal wurde von dem mit Panavision Panaflex Millennium XL 35 Kameras aufgenommenem Film ein 4K-Scan gemacht, das Ganze dann etwas bearbeitet und mit HDR10 sowie Dolby Vision und einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum versehen.
Am Ende ist sie immer noch körnig. Sie wirkt immer noch stilisiert und zeigt tendenziell ausreißende helle Oberflächen. Und sie ist auch nicht frei von den überstrahlenden Doppelkonturen.

Nicht alles Gute kommt von oben

ABER: Alle über die Blu-ray als so negativ empfundene Eigenschaften werden von der UHD besser bis deutlich abgeschwächter wiedergegeben. Im Falle der Körnung hat der 4K-Scan zu einer deutlich feineren Reproduktion geführt. Vielleicht wurde sogar etwas gefiltert. Falls ja, dann allerdings sehr dezent und ohne unerwünschte Nebeneffekte.
Was aber in nahezu jeder Einstellung auffällt, ist die viel bessere Detailtiefe. Gerade in den Totalen (die ersten paar furchtbar unscharf aufgenommenen Vogelperspektiven auf die Straßenschluchten mal ausgenommen) sind Konturen viel klarer. Fenster in Wolkenkratzern kann man nun erkennen, wo die BD nur undefinierte Matsch produzierte. Die Verstrebungen an Rays Kran sind nun ebenso definiert wie die flexibel aufgehängten Leitungen. Auf dem roten Container im Vordergrund ist sogar so etwas wie Schrift zu lesen, wo die BD nur weißen Brei produziert. Fensterläden aus Holz haben nun plötzlich Lamellen und Ziegelsteine stechen aus dem Mauerwerk hervor, wirken nicht platt und zweidimensional. Dazu ist es zwar in den späteren Szenen bei Harlan immer noch nicht gut durchgezeichnet, doch Kompressionsartefakte auf den Schatten bleiben aus und zu Beginn sind auch die Ecken von Rays Schlafzimmer noch erkennbar, wo die BD im Schwarz versank.
Dazu kommen deutlich prägnantere Spitzlichter, die klarer definiert sind und nicht ausreißen. Exemplarisch gut zu sehen ist das bei der Ansicht auf die hell beleuchtete Fähre bei 59’21. Wo die BD den weißen Hintergrund als eine zweidimensionale Fläche zeigt, arbeitet die UHD die Treppe und die Schaltkästen im Vordergrund heraus und liefert dennoch die helleren Scheinwerfer.
Farben sind zwar immer noch nicht wirklich kräftig, aber lange nicht mehr so entsättigt und matt wie über die Blu-ray. Und wenn später Explosionen zu sehen sind, zeigt die Ultra-HD der Blu-ray, wo der Barthel den Most holt. Denn nicht nur in diesen satt-orangefarbenen Momenten ist die UHD der Blu-ray um Welten voraus – selbst wenn sie stilistisch immer noch nicht jedermanns Sache sein dürfte.

Blu-ray (2’43): (Slider ganz nach rechts): Schon in der Gesamtansicht ist erkennbar, dass die Blu-ray schwächer aufgelöst ist und in der Tiefe kaum Details liefert.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD zeigt auf den Wolkenkratzer bereits hier mehr Details. Dazu kommen die kräftigeren Farben und Kontraste sowie ein tatsächlich blauer Himmel.

Blu-ray (4’16): (Slider ganz nach rechts): Die Belichtung liegt hier auf den hellen Oberflächen, die über die BD komplett ausreißen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD offenbart, dass im Filmmaterial durchaus noch Informationen waren und zeichnet viel besser durch.

Blu-ray (13’17): (Slider ganz nach rechts): Farblich entsättig, auf der Oberfläche der Mauer zweidimensional – die Blu-ray reißt sich wirklich keine Beine aus.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist deutlich kräftiger und viel dreidimensionaler auf dem Mauerwerk.

UHD HDR10 (13’17): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild zwischen HDR10 und Dolby Vision.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Bei halbwegs neutralen Farben und Mischkontrasten zeigt sich zwischen den beiden HDR-Formaten nur wenig Differenz.

Blu-ray (13’53): (Slider ganz nach rechts): Hier zeigt sich im Himmel schön der Unterschied in der Grobkörnigkeit des Bildes.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD liefert das analoge Filmkorn feiner. Dazu bietet sie etwas wärmere Farben und mehr Nuancierung im Wolkenstrudel.

Blu-ray (10’44): (Slider ganz nach rechts): Die BD hat wenig natürliche Hautfarben und ist im Pullover blass.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD wirkt hier wesentlich realistischer und hat die kräftigeren Farben im Pulli. Auch hier gut zu sehen: Die bessere Auflösung des Maschendrahtzauns.

Blu-ray (70’20): (Slider ganz nach rechts): Spätestens in den Explosionen hat die Blu-ray dann endgültig verloren. Helle Bereiche überstrahlen, die Farben sind blass.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD demonstriert, wie Explosionen mit tollen Farbkontrasten und viel besserer Durchzeichnung aussehen können.

UHD HDR10 (70’20): (Slider ganz nach rechts): Die gleiche Explosion zwischen HDR10 und Dolby Vision.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): DV bietet noch mal etwas kräftigere und intensivere Farben sowie gleißendere Spitzlichter.

In der Folge einige unkommentierte Detailausschnitte aus dem ersten Bild der Screenshot-Vergleiche zur Veranschaulichung der Auflösungsvorteile der UHD. Welches Bild die UHD, welches die Blu-ray ist, sollte ersichtlich sein.

Sind die Zwei bei Harlan sicher?

Während die UHD als Weltdisk mit zahlreichen unveränderten Sprachen kommt, es also bei Dolby Digital fürs Deutsche bleibt, erhält die Originalfassung nun eine Dolby-Atmos-Abmischung. Und wenn nicht Krieg der Welten, welcher Film sollte dann von aktiven 3D-Sounds profitieren?
Kümmern wir uns aber zunächst um die reguläre Ebene und vergleichen sie mit der alten dts-HD-Master-Spur. Hört man genau hin (oder bemüht eine kleine Messung), so ist die Atmos-Fassung einen Tick lauter eingepegelt – allerdings macht das nicht mehr als 1-2 dB aus und gilt vornehmlich für die Mainspeaker-Anteile.
Was aber etwas ausmacht, ist die deutlich hör- und spürbare Reduktion des Tiefbass-Signals. Während die generelle Surroundkulisse nicht gelitten hat, bleibt die Unterstützung vom Subwoofer einiges schuldig. Geht das bei den unübersichtlichen Actionszenen möglicherweise noch etwas unter, gibt’s bei 96’03 einen einzelnen, kurzen Tritt des Tripoden auf den Boden, der aus der Stille heraus geschieht. Und hier ist der Unterschied dann wirklich sehr deutlich wahrnehmbar. Da es nicht an der generellen Lautstärke liegt, kann es entweder sein, dass man den Tiefbass isoliert geringer eingepegelt oder aber im unteren Frequenzbereich beschnitten hat.
Für Letzteres würde sprechen, dass der Anteil, der über die Atmos-Fassung zu hören/spüren ist in etwa die gleiche Lautstärke hat wie der vergleichbare Anteil über die dts-HD-Master-Spur. Es scheinen eher Informationen (also Frequenzbereiche) zu fehlen. Der Tritt wirkt kürzer, vibriert nicht so stark nach. Wechselt man mit dieser Erkenntnis in die Asphalt-Spalten-Sequenz, wird noch deutlicher, was man schon anfangs vermutet hat: Unten rum fehlt es der Atmos-Spur deutlich an Gewalt. Selbst die Effektlautsprecher bekommen etwas weniger Dynamik, wenn die Energie-Entladungen nach 15’50 über sie hinweg fetzen.
Zwar ist das in Summe immer noch ein sehr effektvoller und auch dynamischer Tonsektor, er hält den Vergleich mit der alten dts-HD-Master-Fassung aber leider nicht stand.

Was sind das für sporenartige Gebilde?

Das ist insbesondere deshalb schade, weil die 3D-Tonebene richtig abliefert. Schon während des Intros kommen Musik und anschwellende Soundeffekte mit aus den Höhen-Speakern. Die Kranarbeiten ab 3’08 sind dauerhaft realistisch mit auf die Heights gelegt, was atmosphärisch wunderbar passt. Gleiches gilt für die LKWs nach vier Minuten, die oberhalb der auf Asphalt-Höhe positionierten Kamera vorbeidonnern. Ob man den aufbrausenden Motor von Rays Mustang kurz danach unbedingt von oben hören muss, sei mal dahingestellt. Ähnliches gilt für das zersplitternde Fenster nach 10’14, das nicht wirklich oberhalb der Kameraposition angebracht ist.
Umso korrekter sind dann die einsetzenden Winde ab 14’10 und wenn die statischen Entladungen nach 15 Minuten fetzen, hat man selten heftigere 3D-Sounds wahrgenommen. Allerdings ist das Ganze wirklich harmonisch ins Gesamtgeschehen eingebettet. Man hat also nicht zwingend greifbar heraushörbare Geräusche, sondern ein insgesamt eindringlicher immersives Erlebnis.
Ein Erlebnis, das es bisweilen leider übertreibt. denn dass man auch den aufreißenden Asphalt nach 21’20 zum 3D-Sound macht, ist wirklich quatsch – immerhin filmt die Kamera von oben auf das Geschehen. Viel passender natürlich die Sounds, die von den Tripoden ausgehen und ab 23’30 immer wieder den Raum füllen. Schon das triebwerkartige Geräusch bei 24’20 ist klasse und wird dann von den Sirenen und Energiestößen entsprechend vehement ergänzt (ab 25’50). Nach knapp einer halben Stunde wird es noch mal sehr aktiv, wenn Ray und seine Kids vor den Alien-Invasoren fliehen und hinter ihnen die Stadt in Schutt und Asche gelegt wird. Einmal im Landhaus angekommen, blitzt und donnert es dort nach 39’35 erneut und zieht auch noch fies pfeifende Sounds nach sich, wenn das Flugzeug abstürzt. Auch hier sitzt man gebannt im Heimkino und lässt sich rundherum mit räumlichen Geräuschen und massiver Dynamik verwöhnen.

Die Fähre ist mit Sicherheit kein sicherer Ort

Bei 53’13 spratzeln Funken sehr klar und detailliert von oben und nach 54’18 hallt der Schuss effektvoll wider und der brennende Zug nach 57’10 setzt noch mal ein richtig heftiges Statement.
Wasservögel und Lautsprecher-Gesänge 58’45 und dann wieder dieser schiffshornartige Signalton der Tripoden, der alles durchdringt 59’25. Vier Minuten später erhebt sich ein Invasor dann mit choralartigem Gesang aus dem Wasser und beim Kentern der Fähre schwappt das kühle Nass über die Heights zusammen. Direkt danach hört man dann den Hubschrauber und es bleibt für einige Zeit rundherum sehr räumlich.
Besonders heftig gerät das kurze Vorbeifliegen der Militärjets, die bei 67’09 die Luft förmlich zerschneiden. Auch das Maschinengewehr-Geratter und die Panzergeschossen werden rundherum abgelegt, was für ein immersives Kriegsszenario sorgt.
Im Haus von Harlan gibt es dann später noch mal einen sehr effektvollen Angriff und heftig-malmende Sounds der Invasoren (78’50). Auch der Lichtscanner kurz darauf kommt klar und räumlich von oben. Dass die Atmos-Spur auch zartere Geräusche beherrscht, wird beim kullernden Stein nach 80’46 deutlich, der sehr fein, aber dediziert zu hören ist. Auch das zerspringende Glas bei 85’18 ist schön klar und greifbar umgesetzt. Wenn im Finale dann der Krieg ganz offen ausbricht, wird es noch mal richtig aktiv aus allen Speakern.

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9 neu von 17,99 €1 gebraucht von 17,92 €
Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
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Bonusmaterial

Könnte eine Szene aus „Minority Report“ sein

Das Bonusmaterial ist nach wie vor das altbekannte von der bisherigen Blu-ray, da exakt diese Disk dem Paket beiliegt. Die UHD bietet keine Extras.
Die BD von Krieg der Welten kommt mit insgesamt neun Teilbereichen. Das Featurette „Ein neuer Blick“ konzentriert sich auf die Idee für das Remake und integriert ein paar On-Set-Bilder. „Steven Spielberg und der ursprüngliche Krieg der Welten“ zeigt ebenfalls Bilder vom Set und in „Die Familie“ sprechen Cruise und Spielberg über das in den Film integrierte Thema der Familie. „H.G. Wells – Die Legende“ lässt die Nachfahren des SciFi-Autors zu Wort kommen und „Das Design des Feindes“ kümmert sich um die Visualisierung der „neuen“ Tripoden und Aliens. Hier hat man mit knapp einer Viertelstunde Laufzeit auch etwas mehr vom Inhalt. „Das Scoring“ beschäftigt sich dann mit der Filmmusik und den Toneffekten und die Previsualisierungen gehen darauf ein, wie wichtig entsprechende Storyboards im modernen Film sind. Kern-Feature sind allerdings die Produktionstagebücher, die als vierteiliges Making-of gelten dürfen und mit über 90 Minuten Spielzeit sehr detailliert auf die Produktion eingehen.
Ein Audiokommentar – typisch Spielberg – fehlt.

Fazit

Krieg der Welten ist auch heute noch packendes SciFi-Action-Kino mit bombastischen Effekten und einer Menge Zerstörung.
Die UHD liefert dazu das (immer noch schmuddelige und körnige), aber deutlich detaillierte und stabilere Bild mit mehr Schärfe und viel harmonischerer Kontrastierung. Der deutsche Ton bleibt (beim sehr guten) Dolby Digital, während die englische Atmos-Fassung zwar tolle 3D-Räumlichkeit bietet, aber im Tiefbass für potente Subwoofer gegenüber der alten dts-HD-Master-Fassung einiges vermissen lässt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 50%
Bildqualität UHD: 75%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 90%

Tonqualität BD (Originalversion): 100%
Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 85%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 80%
Film: 70%

Anbieter: Paramount Home
Land/Jahr: USA 2005
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Tom Cruise, Dakota Fanning, Tim Robbins, Miranda Otto, Justin Chatwin
Tonformate BD: dts-HD-Master 5.1: en // Dolby Digital 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital 5.1: de
Bildformat: 1,78:1 (UHD) // 1,85:1 (BD)
Laufzeit: 117
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 993
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 2005 Paramount Pictures. All rights reserved)

Trailer zu Krieg der Welten

Krieg der Welten - Trailer HD deutsch

 

14 thoughts on “Krieg der Welten 4K UHD

  1. Avatar Viet

    Ach man, ich fand bei der alten Blu Ray den Bass am besten, daher kommt die UHD nicht ins Haus 🙁

  2. Avatar Jacob

    Moin Timo,

    hat der True-HD Kern der Atmos Spur dann auch weniger Bass? Habe keine Höhen LS, würde also in True-HD bei mir laufen. Die DTS-HD Spur ist ja nicht auf der 4K drauf.

  3. Avatar Jacob

    Der Atmos Ingenieur hat zu der schwächeren Bassspur auch geantwortet: https://twitter.com/giganticcranium/status/1263931002889486336?s=21

    Im blu-ray.com Forum berichten auch alle von der schwächeren Spur, viele finden aber auch das die damalige einfach zu viel des Guten war, und sich jetzt einfach alles harmonischer anhärt

  4. Avatar Vader774

    Also der deutsche dolby Digital ist katastrophal schlapp. Kein pfiff. Sobald man die englische True HD Spur reinlegt, fliegt man weg. Der schlechte Trend, die deutsche Ton Spur zu vernachlässigen, ist schlecht für Fortbestand der UHD Bluray. Siehe star wars.

    • Ich bin nicht deiner Meinung.
      In der Tat ist die englische Tonspur der Blu-ray (NICHT jene der UHD, die in den unteren Tiefbass-Frequenzen leider gekappt wurde) dynamischer und druckvoller als die deutsche Fassung.
      FÜR SICH genommen, also innerhalb vergleichbarer Dolby-Digital-Spuren, ist jene von KRIEG DER WELTEN allerdings alles, nur nicht „katastrophal“. Im Gegenteil: Sie ist bis heute eine der besten Dolby-Digital-Spuren überhaupt.
      Man darf und sollte das nicht mit einer unkomprimierten Fassung vergleichen und deshalb abwerten, wenn sie innerhalb ihres Codecs Hervorragendes leistet.
      Man darf natürlich traurig darüber sein, dass die Verleihe keine dt. Tonspur in unkomprimiertem Codec liefern und damit an die Dynamik des O-Tons heranreichen. Aber das steht auf einem anderen Blatt und ist aus Aufwandsgründen letztlich oft sogar nachvollziehbar. Man überlege mal, wie viele Synchronspuren man dann weltweit noch mal anpacken und neu mastern müsste. Für einen homöopathischen Markt wie jenen der UHD ist der Aufwand für die Studios meist zu groß – auch wenn’s ärgerlich ist.
      Aber nochmal: „Katastrophal“ klingt die deutsche Fassung nun wirklich nicht.

  5. Avatar Crank79

    Habe noch die DVD mit deutscher DTS Spur und die hat reingeknallt, besitze auch die Blu Ray von 2010 aber das ist die Dolby Digital Fassung echt schwach wenn man die deutsche DTS Spur kennt.
    Ist halt immer schade, wenn es schon eine „bessere“ tonspur auf Deutsch gibt die es dann aus welchen Gründen auch immer nicht mehr aufs nachfolge Medium schafft.

  6. Avatar Vader774

    Mein Reden. Seit der DVD, ist der grosse Trend, das das Bild besser wird, aber auch nicht immer ( Bluray, UHD) , der Ton in den meisten Fällen leider immer schlechter. Speziell die deutsche Tonspur leidet. Im Kino war der Ton genial, vielleicht das beste was ich gehört habe, jetzt auf 4K, ein Trauerspiel

    • Man sollte allerdings ins Verhältnis setzen, dass die deutsche Tonspur vom Wechsel von DVD auf Blu-ray nicht dermaßen litt, wie die englische nun von Blu-ray auf UHD.
      Der dt. Dolby-Digital-Sound ist gegenüber seinem vorherigen dts-Ton deutlich ähnlicher als es die jetzige Atmos-Fassung des O-Tons gegenüber seinem phänomenalen dts-HD-Master-Pendant der Blu-ray ist.

  7. Avatar Erhard M.

    Immer dieser unnötige DTS vs. DD Vergleich. Schon zu DVD Zeiten nicht aussagekräftig.
    Dass die DTS Spur aufgrund der lauteren Abmischung häufig als „besser“ wahrgenommen wurde, ist den meisten vermutlich nicht einmal aufgefallen.
    Klar, manchmal gab es einen Unterschied, der konnte allerdings auch zugunsten der DD Spur ausfallen.
    Im Normalfall schenken sich die beiden nicht wirklich viel, und Unterschiede entstehen nicht durch den Codec, sondern die Abmischung.
    Zumindest zu DVD Zeiten war das so.
    Ich habe die alte DTS Spur der DVD und die DD 5.1 der (4K) Blu-ray im direkten Vergleich gehört.
    Nach einem Angleichen der Pegel war bis auf die veränderte Geschwindigkeit kaum ein Unterschied festzustellen.
    Manchmal hatte ich gar das Gefühl, dass die DD Spur der Blu-ray ein wenig mehr Druck erzeugt, und die präzisieren Surroundeffekte liefert.
    (Kann aber auch nur Einbildung sein.)

    • Avatar Crank79

      Das zu DVD und evtl. auch später die DTS Spuren lauter abgemischt wurden ist mir schon bekannt, habe zwar nur die 2010 blu ray aber da kann ich den Pegel anpassen wie ich will, da klingt die alte DTS von der DVD deutlicher druckvoller und offener.
      Und das DD nicht schlecht sein muss gab es auch zu DVD–Zeiten, zb Batman Begins auf DVD hatte eine der besten DD Spuren und das obwohl die nur in 384kbps vorlag.

      Aber zum Beispiel der Soldat James Ryan den gab es auf DVD auch schon mit einer sehr guten deutschen DTS Spur, damals hatte man das Gefühl alle Steven Spielberg Filme kommen nachträglich mit DTS (wahrscheinlich deshalb weil er es für Jurassic Park mit entwickelt hat).

      Mir ist es ehrlich gesagt ob DD oder DTS im Display steht, mich nervt es nur das wir uns die neuste und beste Technik für unser Hobby kaufen, die Filme im Kino selbst in Atmos laufen, um dann in der Heimauswertung mit einem Codec, der bestimmt nicht schlecht sein muss, aber evtl. nicht mehr so zeitgemäss ist, veröffentlicht werden zum vollpreis bei uns.

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