L.A. Love Story – Verliebt in Los Angeles

Blu-ray Review

Tiberius Film, 02.01.2017

OT: Dorfman in Love

 


Willkommen in D-Town

Manchmal sind Filme besser und angenehmer als Inhaltsangabe und Cover vermuten lassen.

Inhalt

Seit Jahren ist Deb schon in den smarten Jay verknallt

Steuerberaterin Deb(ra) hat vor einem Jahr ihre Mutter verloren und kümmert sich seitdem um den miesepetrigen Dad – ein Versprechen, das sie ihrer Mama gab. Auch beruflich läuft’s gerade nicht so wahnsinnig toll, bekommt sie doch statt einer Gehaltserhöhung von ihrem Bruder und Chef einen 17“-Latptop. Und weil dessen Angetraute  auch noch mit Kupplungsversuchen Druck macht und irgendwas von „bald schon sehen wir aus wie verschrumpelte Pflaumen“ faselt, hat sich Deb eine kleine Mauer aus Sarkasmus aufgebaut. Da scheint ein Date mit dem heimlich angeschmachteten Jay, einem Reporter-Kunden der Kanzlei, gerade recht zu kommen. Und als der für eine neue Berichterstattung nach Kabul muss, sagt sie ihm zu, dass sie sich um dessen Katze kümmert. Natürlich ist ihr bewusst, dass der fesche Typ sie sich im Grunde genommen nur als Kummerkasten warm hält, doch sie macht’s trotzdem gerne. Während der kommenden Woche soll sie gleichzeitig auch noch sein gerade bezogenes Loft im furchteinflößende Downtown einrichten, was sie allerdings kreativ ein wenig überfordert. Da kommt ihr der gar nicht so schwule Künstler „Cookie“ von neben an gerade recht – zumal der sich trotz seiner zahlreichen Frauengeschichten irgendwie für Deb zu interessieren scheint …

Doch dann taucht plötzlich Cookie auf – und der ist gar nicht so schwul, wie’s scheint

Was sich zunächst als furchtbar seichte Romcom anhört, erweist sich nach zehn Minuten erfreulich unaufgeregt und mit charmant-normalen Darstellern besetzt. Debra ist mal kein Modeltyp, das man anfänglich auf Mauerblümchen trimmt, sondern wirklich eine Frau aus dem Leben. Man nimmt ihr den Sarkasmus, den sie über die Zeit aufgebaut hat, locker ab und erfreut sich an ihren Sprüchen und an der Tatsache, dass sie ihr Herz auf der Zunge trägt. Vor allem die Zickereien mit ihrem zynischen Dad machen Spaß. Elliott Gould (M*A*S*H) ist ziemlich großartig in der Rolle des Misanthropen. Auch die Idee, Deb ein paar exotisch-frivole Models zur Seite zu stellen, die ihr einen Imagewechsel verpassen, funktioniert – gerade auch hier aufgrund des offenen Umgangs miteinander. Der so immer wieder eingestreute entwaffnende Humor in  L.A. Love Story ist für eine Videoproduktion geringeren Budgets überraschend gut getimt. So mancher Hollywood-Drehbuchschreiber könnte sich hier glatt eine Scheibe abschneiden. Selbst wenn es nach einer knappen Stunde ein wenig verflacht, bleiben die Figuren sympathisch und es gibt immer wieder hübsch absurde Szenen wie jene, in der Debra ihren Bruder mit einer Paintball-Waffe beschießt. Neben der romantischen Geschichte gibt’s übrigens auch noch eine glaubwürdig vorgetragene Emanzipationsgeschichte zwischen Vater und Tochter. Deb wird über die Woche, in der sie in der großen Stadt lebt, langsam zur eigenständigen und selbstbewussten Frau, die zuvor vom Vater und dem Bruder „beschützt“ wurde – und es wird Zeit, dass sie diese Person wird. Man mag es kaum glauben, aber sogar für Walking-Dead-Fans gibt’s einen Grund, sich L.A. Love Story anzusehen, wenn nach etwas über 70 Minuten ein alter Bekannter der Serie reinschaut.

Bild- und Tonqualität

Großartig als mürrischer Dad: Elliott Gould

Das 16:9-Bild von L.A. Love Story wirkt durchgängig trüb und milchig. Mit einem leichten Braunrotstich sind auch Farben nur bedingt natrülich und in dunklen Szenen wuselt es mächtig. Gerade der nächtliche Himmel über der Stadt wirkt nie ruhig. Gleichzeitig ist die Schärfe nur mangelhaft und in diversen Einstellungen sorgen wenig fein aufgelöste Abstufungen für Frust (Pick-up auf der rechten Fahrspur ab 18’25). Wie flau das Bild ist, ist exemplarisch gut in einer späteren Barszene zu sehen (54’30).
Akustisch bleibt L.A. Love Story durchweg unspektakulär und scheint fast ausschließlich aus dem Center zu kommen. Das zumindest gelingt gut, denn die (recht gelungene) Synchronisation ist gut verständlich. Die Filmmusik (meist nette Alternative-Popsongs) erweitern ganz dezent den Raum und erklingen auch schon mal aus den Rearspeakern.

Bonusmaterial

Debra bekommt von den beiden „Models“ gleich erst einmal einen Imagewechsel verpasst

Das Bonusmaterial von  L.A. Love Story enthält leider nur die Originaltrailer und weitere Programmtipps.

Fazit

L.A. Love Story – Verliebt in Los Angeles ist weder überdramatisch, noch sonderlich aufgeregt oder voller überraschender Wendungen. Ist aber manchmal auch gar nicht nötig, wenn die Figuren sympathisch, die Dialoge flott und die Handlungen nachvollziehbar sind – guter Tipp für Freunde positiver RomComs.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 50%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 10%
Film: 65%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2011
Regie: Brad Leong
Darsteller: Sara Rue, Haaz Sleiman, Johann Urb, Elliott Gould, Catherine Hicks, Kelen Coleman
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 88
Codec: AVC
FSK: 6

Trailer zu L.A. Love Story – Verliebt in Los Angeles

LA Love Story (HD Trailer Deutsch)

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