Last Rampage – Der Ausbruch des Gary Tison

Blu-ray Review

last rampage - ausbruch des gary tison blu-ray review cover
Tiberius Film. 06.06.2019

OT: Last Rampage: The Escape of Gary Tison

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Blut ist unzertrennlich

Knastausbruchs-Thriller nach wahren Begebenheiten.

Inhalt

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Gary fackelt nicht lange, als er die Freiheit vor Augen hat

Der 30. Juli 1978: Gary Tison sitzt wegen Mordes an einem Gefängniswärter im Florence State Prison eine lebenslange Strafe ab. Doch gemeinsam mit seinen drei Söhnen und Mithäftling Randy Greenawalt haben sie einen Ausbruchsplan geschmiedet. Indem sie ein (erlaubtes) Familienpicknick vortäuschen, ziehen sie aus dem Lebensmittelkorb mehrere Waffen und veranlassen die Wärter, die Türen zu öffnen. Zu Fünft flieht man in einem Straßenkreuzer und visiert die Grenze nach Mexiko an. Allerdings fehlt auch ein bisschen Kohle, weshalb man hier und da einen kleinen Überfall plant. Natürlich muss man improvisieren – immerhin ist die komplette Staatspolizei hinter ihnen her. Unter Leitung von Sheriff Cooper nimmt man die Verfolgung auf und behält vor allem Tisons Frau Dorothy im Auge. Man vermutet, dass sie weiß, wo ihr Mann und ihre drei Söhne sind. An Dorothy ist gleichzeitig auch die Journalistin Marisa interessiert, die eine Sensationsstory wittert. Doch während das Aufspüren der Flüchtigen noch ohne Erfolg bleibt, gerät denen bald die Situation außer Kontrolle – es gibt erste Tote …

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Randy Greenawalt ist eine tickende Zeitbombe

Last Rampage beginnt am Ende. Und mit dem Hinweis auf den Wahrheitsgehalt der Story. Was in diesem Fall tatsächlich stimmt und nicht aus Effekthascherei benutzt wird. Denn die Flucht des Gary Tison fand zwischen Ende Juli und Mitte August innerhalb eines Zeitraums von ca. 14 Tagen statt. Das „Zirka“ steht an dieser Stelle aus einem bestimmten Grund, der nicht verraten werden soll.
Viel- und TV-Filmer Dwight H. Little (Phantom der Oper mit Robert Englund) macht aus den wahren Begebenheiten einen Ausbruchsthriller mit hochkarätiger Besetzung im schwül-fiebrigen Südstaaten-Look und reichert ihn mit passender Country-Musik an. Dass er diese Art Genre drauf hat, durfte er schon in einigen Episoden Prison Break beweisen, für die er ebenfalls auf dem Regiestuhl saß. Und wenn man sich auf ein Charaktergesicht wie Robert „T1000“ Patrick verlassen kann, dann schadet das sicherlich auch nicht. Was indes nicht förderlich ist, ist die aufgeregte, leider nicht so professionelle Synchronisation des Films. Viele Nebenfiguren (vor allem die Stimme von Heather Graham) klingen leider etwas amateurhaft, sodass ein Wechsel auf den wesentlich authentischeren Originalton empfehlenswert ist.
Davon ab baut Last Rampage durchaus Atmosphäre auf und entlädt sie historisch erstaunlich akkurat. Selbst kleine Details wie das Zerschießen des Kühlers vom Lincoln. Dass es Reporterin Marisa sowie deren Verknüpfung mit Garys Frau Dorothy nicht gab – geschenkt.

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Dorothy ist die erste Anlaufstelle für die State Police

Gleichzeitig romantisiert man die Story ein bisschen, lässt sie bisweilen wie einen Abenteuer-Roadtrip innerhalb der Familie aussehen. Die Spannungen, die zwischen dem Vater und seinem ältesten Sohn aufkeimen, werden vielleicht etwas zu gering beleuchtet, um echte Dynamik zu erzielen. Auch die Tatsache, dass die drei Söhne mit Tisons Zellengenossen und Mitflüchtling Greenawalt nichts anfangen konnten, hätte man noch intensiver für Auseinandersetzungen nutzen können. Zumal Chris Browning als Randy eine klasse Besetzung ist. Als Zuschauer fürchtet man stets, dass dieser etwas gebückt laufende und ständig dem Blick von anderen ausweichende Typ völlig durchdreht. Zum Finale hin nehmen dann Spannung und sogar Action etwas zu. Allerdings fehlt’s dauerhaft eben an Figurenzeichnung, die dem Film gut getan hätte. Denn weder kann man sich auf die Seite der Verbrecher, noch auf jene der Gesetzeshüter schlagen. Hüben wie drüben gibt’s dafür zu wenig Charaktertiefe. Außerdem hätte man durch das Weglassen des Sideplots mit Dorothy und Marisa etwas Zeit sparen können und das Geschehen noch etwas zügiger gestalten können.

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Greenawalt und die Kids von Gary verstehen sich nicht

Bild- und Tonqualität

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Ungeplanter Stopp

Last Rampage macht in Sachen Filmlook alles richtig. Denn was würde man bei einem Film, der in der Hitze der Wüste Arizonas spielt, anderes erwarten als einen erdigen Look mit gelbbrauner Tönung. Selbst der Himmel ist irgendwie nicht richtig blau, sondern ein bisschen gelblich. Zum Film und zur Atmosphäre passt das auf jeden Fall sehr gut. Nicht ganz so schön sind die sichtbaren Unschärfen am oberen und unteren Bildrand. Immerhin sind die im Fokus stehenden Figuren scharf – es sei denn, die Kamera ist mal aus dem Tritt. Was auch nicht so toll ist, sind die Banding-Artefakte direkt zu Beginn, wenn die Kamera ihre Blende öffnet und die Sonne über Gary aufgeht (0’21). Ansonsten gibt’s ein bisschen Filmkorn, das aber stets authentisch filmisch wirkt und bei gut ausgeleuchteten Szenen ist die Schärfe wirklich gut. Auch die Kontrastgebung passt dann.
Akustisch liegen deutsche und englische Spur in verlustfreiem dts-HD-Master vor. Der bleibt in seiner Datenrate zwar oft unterhalb von 2 Mbps, klingt aber dennoch recht ausgewogen. Die Verständlichkeit der Stimmen ist vorzüglich und atmosphärische Naturgeräusche lassen sich ebenso fein wahrnehmen, wie es im Finale beim Shootout durchaus mal lauter, dynamischer und effektvoller wird. Sicher kein Effekt-Feuerwerk-Tonsektor, aber das gibt Last Rampage auch gar nicht her.

Bonusmaterial

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Showdown

Im Bonusmaterial von Last Rampage findet man lediglich die Trailer zum Film sowie einige Programmtipps. Ansonsten herrscht hier Ebbe.

Fazit

Last Rampage ist ein kleiner Genrefilm mit hochkarätiger Besetzung. Zwar fehlt es ihm etwas an Tempo er leidet etwas unter der deutschen Synchro, doch die Atmosphäre und der packende Showdown entschädigen für vieles.
Wen der Fall Gary Tison noch näher interessiert, der kann unter folgendem Link die Abläufe noch einmal genauer nachvollziehen —> Klick.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 75%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 10%
Film: 65%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Dwight H. Little
Darsteller: Robert Patrick, Heather Graham, Bruce Davison, Alex MacNicoll, Molly C. Quinn, Skyy Moore, Chris Browning
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 93
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)

Trailer zu Last Rampage

Last Rampage – Der Ausbruch des Gary Tison – Trailer

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