Maleficent – Mächte der Finsternis 4K UHD

Blu-ray Review

The Walt Disney Company, 27.02.2020
The Walt Disney Company, 27.02.2020

OT: Maleficent: Mistress of Evil

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Es war zweimal

Zweite Runde für die dunkle Fee Maleficant.

Inhalt

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Aurora hat Großes vor

Fünf Jahre herrscht Prinzession Aurora nun schon mit ausgewogener Hand über das Reich der Feen, während Maleficent ihre schützenden Schwingen über das Moor hält. Aurora indes hält die Zeit für gekommen, endlich Prinz Phillip zu heiraten. Dessen Vater, König John, wünscht sich nichts sehnlicher als Frieden mit der überall im Königreich als Gegnerin aufgefassten dunklen Fee. Die Heirat käme also gerade Recht, um eine Aussöhnung zu feiern. Johns Ehefrau, Königin Ingrith, steht es aber eher nach Krieg. Deshalb lässt sie bereits seit geraumer Zeit Eisenwaffen in der Burg herstellen, um die Feen allesamt auszuschalten. Davon hält Ingrith nichts ab. Nicht einmal der Verrat an der eigenen Familie. Denn bei einem gemeinsamen Abendessen mit Maleficent und Aurora am Hofe des Königs beleidigt und verspottet die Königin die dunkle Fee so lange, bis diese einen kurzen magischen Wutausbruch hat. Die Folge sind tödliche Intrigen und Missverständnisse, die zu einem offenen Krieg zwischen den Menschen und den Wesen des Feenlandes führen könnten …

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Ist Ingrith wirklich erfreut über die Verbindung?

Fünf Jahre nach ihrem ersten Auftritt als dunkle Fee Maleficent darf Angelina Jolie erneut harte Wangenknochen zeigen und ihre Schwingen über das Märchenland ausbreiten. Nachdem der erste Teil bei einem Budget von 180 Mio. Dollar immerhin rund 760 Mio. Dollar einspielen konnte, war ein Sequel praktisch unvermeidlich. Jolie hatte dies schon kurz nach dem Kinostart des ersten Teils ins Gespräch gebracht und 2016 unterschrieb sie erneut für die Rolle. Während das Drehbuch noch einige Änderungen erfuhr, dauerte es allerdings bis ins Jahr 2018, bis man mit den Dreharbeiten beginnen konnte. Der Heimkinofan kommt nun wiederum ein paar Monate nach dem Kinostart in den Genuss von Maleficent – Mächte der Finsternis.
Zwar verlief das Sequel mit rund 500 Mio. Dollar Einspiel bei ähnlichem Budget nicht mehr ganz so erfolgreich, aber das muss ja erst einmal nichts heißen und kann über die Zweitverwertung auch noch mal den Nachbrenner einlegen. Zumindest in technischer Hinsicht dürfte sich Disney diese Hoffnung sogar berechtigterweise machen. Dazu aber später im Review.
Zunächst setzte es mit Regisseur Joachim Rønning einen Wechsel auf dem Stuhl des Filmdirigenten. Rønning ersetzte Robert Stromberg, ist aber für das Studio mit der Maus kein Unbekannter. Er fungierte bereits 2016 als Regisseur bei Pirates of the Caribbean -- Salazars Rache. Wobei er dort noch mit seinem üblichen Partner Espen Sandberg zusammen arbeitete. Die beiden hatten schon in Bandidas, Max Manus und Kon-Tiki zusammen gearbeitet, weshalb Maleficent – Mächte der Finsternis die erste Soloarbeit Rønnings markiert. Geschadet hat es ihm nicht, denn Disney hat ihn auch für die mögliche Fortsetzung von Pirates of the Caribbean eingeplant.

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Maleficent traut Ingrith nicht

Mit Maleficent – Mächte der Finsternis entwickelt er die Fortsetzung nun bedeutend düsterer. War schon der Vorgänger nicht unbedingt kindergeeignet, geht’s hier mit dem drohenden Kriegsszenario und den entsprechend eingefahren agierenden beiden Kontrahentinnen noch mal etwas verschärfter zu. Natürlich wird das über niedliche Figuren wie die kleine Pinto (eine Mischung aus Fee und Igel) sowie das Triumvirat der kleinen Blumenfeen etwas entschärft. Klar gibt es einige skurrile Charaktere, die für witzige Momente sorgen. Aber ein Ed Skrein in der Rolle des dunklen Elfen Borra ist schon eine ziemlich düstere Gestalt. Außerdem finden erstaunliche viele Szenen in den grün funkelnden Weiten der Moorwelt statt, was meist ebenfalls für dunkle Bilder sorgt.
Die wiederum, so viel Lob muss sein, fantastisch animiert sind. Die Zunahme an visuellen Effekten ist sichtbar, sodass man ohne großes Raten weiß, dass viele Szenen komplett in virtueller Umgebung spielen. Die Spezialeffekte-Künstler haben hier aber ganze Arbeit geleistet und wirklich überzeugende und wunderschöne sowie prächtige Welten entworfen. Gerade die Unterschiede in den einzelnen Welten werden wunderbar rüber gebracht. Wenn Maleficent nach ihrer Rettung erstmalig durch die vielfältigen Gegenden der Dunklen Elfen fliegt, darf man schon mal eine wohlige Gänsehaut bekommen.

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Ingrith spinnt eine fiese Intrige im Hintergrund

Schade, dass die Story hingegen etwas kränkelt. Denn das, was im Vorgänger so gut als fantasievolle Neu-Interpretation der Dornröschen-Geschichte funktionierte, wirkt nun aufgebläht und ziemlich weit entfernt von seinen eigentlichen Figuren. Das märchenhafte Element rückt zunehmend in den Hintergrund und wird von der visuellen Opulenz erschlagen.
Während der Konflikt zwischen Maleficent und Ingrith noch halbwegs packend herausgearbeitet wird, sind Aurora und Philip die großen Verlierer. Drehte es sich im ersten Teil noch hauptsächlich um Aurora, wird sie hier zum Spielball zwischen der intriganten Königin Mutter und der dunklen Fee. Dass sie eigentlich einen Prinzen heiraten möchte (mithin der Märchen-Aspekt der Geschichte) wird fast zur Nebensache.
Dafür gibt’s eine kleine Öko-Botschaft. Denn die Auseinandersetzung zwischen den Dunklen Elfen und den Menschen kann auch als Naturvolk vs. Ausbeutervolk gedeutet werden – quasi Avatar Light.
Und hüben wie drüben gibt’s Krieg. Und zwar richtig. Es wird gestorben, in Maleficent – Mächte der Finsternis. Und das nicht zu knapp. In einer besonders düsteren Sequenz greifen die Menschen die Dunklen Elfen an, was Letztere nur mit Mühe abwehren können. Hier macht der Film richtig ernst.
Glücklicherweise funktioniert der eingestreute Humor wirklich gut. Wirklich witzig sind beispielsweise erneut die Gags von Diaval, der als Vermittler zwischen Maleficent und den Menschen immer wieder in diverse Fettnäpfchen tritt. Sam Riley ist ohnehin ein echter Gewinn in beiden Filmen. Auch wenn ihm von Angelina Jolie und Michelle Pfeiffer die Show gestohlen wird, die sich ein bissiges Duell liefern. Leichenblass hingegen: Harris Dickinson, der Brenton Thwaites als Prinz Phillip ersetzt.
Die ganze Schauspielerei rückt im halbstündigen Showdown aber ohnehin in den Hintergrund, wenn die beiden Parteien ihren Krieg mit visueller Wucht ausfechten.

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Maleficent wird den schwersten Kampf ihres Lebens kämpfen müssen

Bild- und Tonqualität BD

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Kann Aurora einen Krieg zwischen den Welten verhindern?

Maleficent – Mächte der Finsternis liefert ein durchweg sehr ruhiges und vor allem farbintensives Bild. Egal, ob es sich um die intensiv grünen Sequenzen handelt, den roten Lippenstift der dunklen Fee oder die orangefarbenen Nebel und Hintergründe, die teilweise zu sehen sind – in puncto Farbgewalt macht man der BD so schnell nichts vor. Da die realen Aufnahmen auf 8K-Kameras basieren, sind die meisten Close-ups wirklich scharf und schön detailliert. Weniger prägnant kommen die CGIs rüber. Gerade Totale von groß angelegten gerenderten Szenarien wirken etwas soft und verschleiert. Sehr gut gelingt die Durchzeichnung in dunklen Szenen, in denen die Kontrastgebung nicht in die Knie geht. Allerdings reißen helle Bereiche bisweilen etwas aus und lassen es an Durchzeichnung vermissen. Außerdem gibt’s eine problematische Szene beim seitlichen Anflug auf den Palast. Dort ruft dieser Schwenk sichtbare Artefakte an senkrechten Linien hervor. Das Bild fängt sich dort nicht (79’07).

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Breitet ihre Schwingen über das Moor-Reich aus

Ach Disney, es ist einfach unverständlich. Was macht ihr nur mit den deutschen Tonspuren. Waren zwischendurch mal wieder welche akzeptabel bis sehr gut, geht’s in Maleficent – Mächte der Finsternis wieder spürbar bergab. Beziehungsweise eher NICHT spürbar. Denn das, was hier an Bass fehlt, ist schon eklatant.
Nehmen wir exemplarisch die Eskalation im Schloss des Königs ab Minute 33’42: Maleficent schwingt aus ihrem Stuhl in die Luft, schlägt mehrfach mit ihren Flügeln, rauscht durch ein Fenster und wird dann per Armbrust zur Strecke gebracht. Sie fällt ins Wasser und einen Wasserfall hinunter. Weder die Schwingen, noch das Durchschlagen der Scheibe, noch das Eintauchen ins Wasser wird mit entsprechender Wucht vertont. Dazu klingt es etwas dumpf.
Wechseln wir auf die dts-HD-Master-Spur der Originalfassung, so bekommen schon die ersten Flügelschläge richtig Fundament. Wenn die dunkle Fee dann durchs Fenster rauscht, wird das zuvor von einem wuchtigen Schwingen-Schlag angekündigt und die Glassplitter gelangen weiträumiger zum Ohr. Das Eintauchen in die bereits tosenden Wassermassen wird von echtem Bass begleitet und kulminiert in einem erneuten Dynamiksprung, wenn sie den Wasserfall hinunter fällt und wieder ins kühle Nass eintaucht. Die Unterschiede sind derart deutlich, dass man gar nicht bis zur wirklich toll abgemischten Endsequenz springen muss, die noch einmal verdeutlicht, wie viel schwächer die deutsche Fassung ist.
Tut man es dennoch und wählt Kapitel 18 im direkten Vergleich an, so bebt im Original der Boden, wenn Maleficent ins Kriegsgeschehen eingreift und mit einem Donner aus der Luft erscheint. Die Synchro ist erschreckend schwach auf der Brust und hat in puncto Dynamik nicht keine Chance gegen den O-Ton. Das wird zwar vornehmlich in den Actionszenen deutlich, aber davon gibt’s eben nicht wenig. Selbst wenn die Räumlichkeit ganz gut gelungen ist, die umherschwirrenden Feen sehr luftig abbildet; selbst wenn das Grunzen des Baumes zu Beginn sowie die ausschlagenden Wurzeln über die Main-Speaker ein bisschen Bumms bringen und Stimmen jederzeit verständlich bleiben, ist es einfach schade, wenn vorhandenes Potenzial ungenutzt bleibt.

Bild- und Tonqualität UHD

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Maleficent ist gegen Auroras Heirat

Maleficent – Mächte der Finsternis wurde in voller 8K-Auflösung gefilmt. Zum Einsatz kamen Kameras vom Typ Panavision Millennium DXL2 sowie 8K Red Heliums. Nach allen verfügbaren Quellen wurde das fertige Geschehen aber (nicht untypisch für Disney) auf 2K runter gerechnet und für die UHD wieder hochskaliert. Das kann natürlich an der Fülle von CGIs liegen, die mit Sicherheit in 2K gerendert wurden. Auf die Scheibe kam dann die erhöhte Kontrastdynamik nach statischem HDR10.
Im laufenden Bild fällt sofort die noch merklich knalligere Farbpracht auf. Schon die Wiesen zu Beginn leuchten stärker und Spitzlichter geben die einfallenden Sonnenstrahlen lichtfroher wieder. Das Gleiche gilt für Maleficents Lippenstift und vor allem den roten Samtumhang von Percival, der wirklich außergewöhnlich prächtig aussieht (13’29). Auch hier überzeugt die Bildruhe, die noch etwas besser ausfällt, weil das typische leichte Grieseln der BD zusätzlich wegfällt. Selbst das etwas dunklere Mastering kann nicht verhindern, dass die düsteren Szenen im Palast von Ingrith dennoch tolle Highlights präsentieren. Ihr Geschmeide, das Funkeln in der Krone oder die blitzenden Diamanten – das alles kommt schon sehr eindrucksvoll zum Betrachter. Obwohl sich das generelle Color Grading nicht wesentlich unterscheidet, wirken Hauttöne (okay, nicht die von Maleficent) natürlicher.

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Geht auch über Leichen in der eigenen Familie: Königin Ingrith

Obwohl es sich um eine Disk mit 2K-DI handelt, kann auch die Schärfe zulegen. Das 8K-Master liefert hier eine wirklich beeindruckende Basis, um die feinen Details an den Umhängen, im Schmuck oder auf den Gesichtern darzustellen. Selbst die gerenderten Szenen erscheinen weniger weich und haben in der Tiefe mehr Auflösung (siehe Screenshots unten). Allerdings ist auch die UHD nicht komplett vor den kurzen Unruhen gefeit, die beim seitlichen Schwenk auf den Palast auftreten. Gegenüber der BD fängt sich die UHD aber schneller und besser.
Es gibt einige, auch kontrastdynamisch sehr beeindruckende Szenen, in denen die Auflösung wirklich phänomenal gut ist. Als Beispiel dienen die Momente, in denen der Raum, in dem das Hochzeitskleid aufgestellt ist, von seitlich einfallendem Licht getroffen wird. Es ist schon famos, was man hier an Dynamik sehen kann und welche Feinheiten die Perlen am Kleid in der darauf folgenden Szene bieten (57’04).
Wunderbar gelingen auch die Momente in der Dunkelheit – bspw. im Labor unter dem Schloss, wo das rote Pulver angemischt wird. Die Grüneinfärbung passt hier wunderbar zum Film selbst und der leichte Schleier, der über dem Bild liegt, sorgt für ein authentisches Keller-Flair mit von oben einfallendem Licht. Details werden hier aber nicht verschluckt und Schwarz bleibt intensiv und ohne Unruhen. Insgesamt – und vor allem aufgrund der großartigen Auflösung – eine der besten Disks, die auf einem 2K-DI basieren. Ähnlich gut wie Guardians of the Galaxy 2.

Blu-ray (52’45): (Slider ganz nach rechts): In Mischkontrasten schlägt sich schon die BD sehr gut.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Beim Color Grading unterscheidet sich die UHD durch eine etwas wärmere Abstimmung. Farben sind durchweg kräftiger.

Blu-ray (57’15): (Slider ganz nach rechts): Hier bitte nicht auf den Vordergrund achten, da die Belichtung ausschließlich auf die strahlenden Fenster gelegt wurde. Die BD bildet das Muster der Gitter in den Fenstern teilweise gar nicht mehr ab.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD liefert hier sichtbar mehr Zeichnung und überstrahlt nicht.

Blu-ray (57’04): (Slider ganz nach rechts): Schon im vollen Bild zeigt die BD weniger Plastizität und Tiefe.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist hier bereits sichtbar dreidimensionaler.

Blu-ray (57’04): (Slider ganz nach rechts): Geht man näher ran, wird deutlich, dass die BD tatsächlich deutlich schwächer aufgelöst wirkt.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD liefert eindrucksvoll mehr Tiefe und Dreidimensionalität – trotz „nur“ 2K DI. Was bei der BD an der Flanke auch eine Stickerei sein könnte, erkennt man erst bei der UHD, dass es sich um Perlenbesatz handelt.

Blu-ray (70’56): (Slider ganz nach rechts): Auch bei den gerenderten Szenen werden Unterschiede auffällig. Der softe Schleier, der über der BD liegt …

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird von der UHD weitgehend eliminiert. Die Aufnahmen sind weniger weich und in der Tiefe besser aufgelöst.

Blu-ray (70’56): (Slider ganz nach rechts): Auch hier wird’s noch mal deutlicher, wenn man sich einen Ausschnitt nimmt.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Obwohl es sich um 2K gerenderte Szenen handelt, die für die UHD „nur“ hochskaliert wurden, ist die Detaildarstellung wirklich besser. Selbst wenn ganz dezente Überschärfungen an den Rändern erkennbar sind.

Blu-ray (104’01): (Slider ganz nach rechts): Die gute Maleficent über die Blu-ray – an und für sich sehr eindrucksvoll.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist allerdings kräftiger kontrastiert, farbintensiver im Lippenstift und hier schon sichtbar detaillierter.

Blu-ray (104’01): (Slider ganz nach rechts): Näher rangegangen, wird klar, dass die UHD hier die Hosen anhat.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Wo die BD flach(er) wirkt und kaum Details auf dem Gesicht offenbart, zeigt die UHD Wimpern, Augenbrauen und kleine Fältchen, die von der BD verschwiegen werden. Und um es klar zu stellen: Beide Bilder sind unbearbeitet und entstanden unter identischen Bedingungen.

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Auch Diaval ist wieder mit von der Party

Während der deutsche Ton bei Dolby Digital Plus verharrt, ändert sich der O-Ton der UHD von dts-HD-Master auf Dolby Atmos.
Jetzt ist es aber vor allem spannend, wie sich die Atmos-Spur auf der regulären Ebene gegen den sehr guten dts-HD-MA-Sound der BD schlagen würde. Die True-HD-kodierte Spur erreicht dabei zwar nicht ganz das Niveau der dts-HD-Fassung, ist aber keineswegs derart in der Dynamik beschnitten wie die deutsche Synchro.
Für den direkten Vergleich mit der BD wurde der LFE-Kanal zwischenzeitlich isoliert getestet, was in den bassintensiven Szenen für etwas weniger Druck sorgte. Allerdings lässt sich das im laufenden Film nur sehr subtil wahrnehmen. Der Beginn von Kapitel 18, um ihn noch einmal zu Rate zu ziehen, wirkt bspw. lange nicht so flach wie über die deutsche Fassung, selbst wenn ihm im Vergleich mit der dts-HD-Spur etwas an Volumen fehlt. Dafür glänzt die Atmos-Version mit einer etwas breiter aufgefächerten Räumlichkeit. Surround-Szenarien erscheinen noch etwas freier und offener.
Wechseln wir auf die Heights, beginnt es dort mit leisen Tiergeräuschen, die nach zwei Minuten immer lauter und dann von Chorälen ergänzt werden, bevor sie final im Monstergrunzen enden. Das Ganze ohne Monstergrunzen passiert dann während der Titelsequenz noch einmal ähnlich: Choräle, Windgeräusche, die fliegenden Feen und Vogelzwitschern. Auch der Rabe (also Diaval) fliegt hörbar über die Köpfe der Zuschauer hinweg. In der Folge sind es immer mal wieder die Schwingengeräusche Maleficents oder nach etwas über einer halben Stunde das Wasser, das um die Kamera herum wirbelt. Bei 37’12 setzt es dann ein hübsch klingendes Gewitter und immer wieder sind die Choräle zu hören, die das Surroundgeschehen greifbar um die Höhen-Ebene erweitern. In den späteren Szenen gibt es zudem immer wieder mal die Schwingen-Geräusche einiger Elfen und Feen, die auf den Heights abgelegt werden. Und bei Minute 67’00 flattern gleich hunderte von kleinen Feen über die Höhenspeaker herunter. Zwar gibt der Film nicht durchweg Anlass dafür, die 3D-Tonebene mit Signalen zu beliefern, aber das, was aufgemischt wurde, hat Hand und Fuß. Wenn Aurora dann den Geheimzugang der Königin findet, schwingt dieses Tor ebenfalls hörbar nach oben (69’07) und im Finale gibt’s dann immer wieder zerplatzende Pulverbomben oder auch mal ein Donnerwetter, wenn Maleficent auftaucht. Hier hätte sicherlich noch ein wenig mehr von oben können, wenn teilweise halbe Mauern weggesprengt werden, aber insgesamt geht das so in Ordnung.

Bonusmaterial

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Percival ist Ingrith bester Kämpfer

Im Bonusmaterial von Maleficent – Mächte der Finsternis warten neben erweiterten Szenen, einem Musikvideo und Pannen vom Dreh noch vier Featurettes. In „Die Herkunft der Feen“ geht man der Frage nach, was diese Feen sind, wofür sie stehen und was sie von den Menschen abgrenzt. Als Antwort darauf bekommt man eine ökologische Botschaft.
„Auroras Hochzeit“ lässt Fanning zu Wort kommen, wie es für sie war, im Hochzeitskleid vor den Altar zu treten.
„Wenn man Flügel hätte“ wiederum gibt Einblick in die Kran- und Drahtseilarbeiten, die nötig sind, um das Fliegen der Feen zu simulieren. Das letzte Featurette kümmert sich dann um die visuellen Effekte, die hier wirklich massive Ausmaße annahmen.
Leider sind die Featurettes mit maximal vier Minuten Laufzeit nicht sonderlich erschöpfend geraten.

Fazit

Maleficent – Mächte der Finsternis ist eine unterhaltsame Fortsetzung des ersten Teils, die allerdings noch mehr als der Vorgänger auf visuelle Opulenz baut und nicht auf packendes Storytelling. Wem das egal ist, der wird mit tollen Actionszenen, hervorragenden visuellen Effekten und drei herausragenden Darstellerinnen belohnt, von denen zwei wunderbar launig agieren.
Die UHD belohnt das Auge mit einem fast perfekten Eindruck für ein 2K Digital Intermediate. Besser können Farben und Kontraste sowie Schärfe und Bildruhe kaum sein.
Schade, dass der deutsche Dolby-Digital-Plus-Sound in Sachen Dynamik nicht mit dem englischen Original mithalten kann.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 85%
Bildqualität UHD: 95%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 70%
Tonqualität BD (Originalversion): 90%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 85%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 70%

Bonusmaterial: 60%
Film: 65%

Anbieter: The Walt Disney Company (Germany)
Land/Jahr: USA 2019
Regie: Joachim Rønning
Darsteller: Angelina Jolie, Elle Fanning, Michelle Pfeiffer, Chiwetel Ejiofor, Sam Riley, Ed Skrein, Imelda Staunton, Juno Temple, Lesley Manville
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 118
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: keine Angabe
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: The Walt Disney Company (Germany))

Trailer zu Maleficent -- Mächte der Finsternis

MALEFICENT: MÄCHTE DER FINSTERNIS – Offizieller Trailer (deutsch/german) | Disney HD
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6 thoughts on “Maleficent – Mächte der Finsternis 4K UHD

  1. Avatar ondy

    Der schwache deutsche ton hat mich auch sehr geärgert. Hab mir wieder meine eigene tonspur gebastelt und nun ist die welt wieder in ordnung 🙂

    • Avatar Sascha

      Nutzt Du Auro-Matic? 😉

  2. Avatar Rüdiger Petersen

    Zur Deutschen Tonspur………. schlimmer geht immer………….Dazu fällt mir nur ein Wort ein……… Frechheit………….
    Das macht Vorfreude auf den neuesten StarWars. Wenn nicht wenigstens DTS drauf ist bleibt sie im Verkaufsregal liegen obwohl ich ein riesenfan der Reihe bin. Miese Tonspuren tue ich mir nicht mehr an. Ein echtes Ärgernis.

  3. Avatar Deathbringer

    Interessant, daß du die englische Tonspur auf der BD als sehr gut bewertest. Ich habe den Film nur mit dieser gesehen, aber fand diese Tonspur schon eine Frechheit. Kaum Dynamik drin, das Geschehen plätschert einfach so dahin, immer in der gleichen Lautstärke, Bass war mir da auch zu wenig da. Hat mich stark an „Solo“ erinnert, der hatte wie ich fand eine ähnlich schwache Tonspur (O-Ton), wie eingeschlafene Füße. Damals hatte ich den Film sogar unterbrochen um meine Anlage zu checken, mittlerweile ist das ja leider keine Seltenheit mehr, daß nur sehr in der Dynamik komprimierte Tonspuren auf den Discs landen, gerade wenn Disney seine Finger mit im Spiel hat.

    • Für eine Disney-Spur fand ich Maleficent II erstaunlich gut.
      Zweifelsohne muss der Lautstärkepegel angehoben werden, wie bei allen Disney-Titeln der letzten (ca.) zwei/drei Jahre.
      Im Nachgang habe ich Maleficent in kritischen Stellen gleich mehrfach testgehört und auch eine zweite Meinung eingeholt.
      Gehört wurde teils auch mal nur der Subwoofer solo, um bei generell gleichem Lautstärkepegel zu beurteilen, ob die Atmos-Fassung der UHD mehr Druck erzeugt oder die dts-HD-MA-Fassung der BD – bezogen natürlich auf die englische Fassung.
      Sicht- und spürbar war der Bass bei der dts-HD-Fassung intensiver. Die Membrane lenkten deutlicher aus, das Spektrum reichte mehr in die Tiefe.
      Mit allen anderen Speakern zusammengenommen sorgt das gegenüber der Atmos-Fassung insgesamt für mehr Dynamik. Allerdings gibt es hier auch Reviews, die es anders sehen.
      Manchmal vermute ich da aber, dass man sich vom Zusammenspiel mit den Höhen-Effekten etwas zu sehr ablenken lässt.
      Auch glaube ich, dass die Neutralität bei Disney-Titeln (nicht ganz unverständlich) sehr nachgelassen hat. Mir geht es da ähnlich. Ich fürchte auch jeden neuen Disney-Output und zittere, wenn ich das erste Mal den deutschen Ton aktiviere.
      Aber nach wirklich intensiver Beschäftigung mit Maleficent II muss ich sagen, dass er wirklich zu den besseren Disneys gehört. Das merkt man dann vor allem, wenn man zum Vergleich mal eben „Black Panther“ einlegt 😉

  4. Avatar Torsten

    Ich finde diese Tonabmischung echt frech.
    Der fehlende Bass versaut den ganzen Film , besonders am Ende wenn die Schlacht ist .
    War echt enttäuscht davon.
    Schönes Review übrigens.

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