Mary Shelley – Die Frau, die Frankenstein erschuf

Blu-ray Review

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Prokino Filmverleih GmbH, 09.05.2019

OT: Mary Shelley

 


Jahr ohne Sommer

Wie entstand er nun, dieser Roman FRANKENSTEIN?

Inhalt

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Mary schreibt ihre Geschichten an ebenso romantischer wie morbider Stelle

Mary Godwin ist 16 Jahre und Tochter eines Schriftstellers. Ihre Mutter, eine Feministin ihres Jahrhunderts, stirbt kurz nach der Geburt und die eingeheiratete Stiefmutter hasst sie. Nach einem Zwischenfall mit ihr schickt ihr Vater sie wohlwollend nach Schottland, damit sie dort (wie er sagt) ihre eigene schriftstellerische Stimme findet. Vor Ort muss sie erst einmal mit der ländlichen Ruhe zurechtkommen. Doch man nimmt sie herzlich auf. Bald lernt sie den verheirateten Dichter Percy Shelley kennen und es entwickelt sich eine tiefe gegenseitige Zuneigung. Selbst als Mary nach London zurück geht, bleibt die Leidenschaft für die Literatur und natürlich auch für die erwachsende Liebe. Das geht soweit, dass sie mit Percy und ihrer Stiefschwester Claire Clairmont eine Reise durch Europa antritt. Während dieser trifft man auch auf Lord Byron. Einen Lebemann, der gerne ausgelassen feiert. Während die Feier-Exzesse an der Beziehung zwischen Mary und Percy nagen, befruchtet ein bestimmtes Experiment des Galvanismus Marys Fantasie …

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In Schottland wird Mary Isabel Baxter warmherzig aufgenommen

Vorsicht Horrorfans: Mary Shelley hat trotz des leicht irreführenden deutschen Untertitels nichts mit der Kreatur Frankenstein zu tun – jedenfalls nicht direkt. Was uns die saudiarabische Filmemacherin Haifaa Al Mansour mit ihrem jüngsten Film liefert, ist vielmehr ein historisches Biopic – ein Porträt einer jungen Frau, die gegen die Stiefmutter rebelliert und sich allgemeinen Konventionen widersetzt, um ihrem schrifstellerischen und künstlerischem Ich zu folgen. Es geht also nicht um die Geschichte des wahnhaften Wissenschaftlers und seines „Monsters“, sondern darum, wie es zur Erschaffung dieser heute so wichtigen wie legendären Vorlage kam. Mary Shelley begleitet seine Protagonistin in dem Zeitraum ihres Lebens, der für die junge Frau prägend und entscheidend war. Von ihrem Kennenlernen Percy Shelleys in Shottland über die gemeinsame Europareise, das Entwickeln der Idee zum berühmten Roman bis hin zur Veröffentlichung desselben. Dabei übt Al Mansour deutlich Kritik an der damals vorherrschenden Meinung, die Schriftstellerei sei nichts für Frauen und huldigt gleichzeitig der (auch damals schon vorhandenen) kritischen Literatur.

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Am Anfang waren Froschschenkel

Mary Shelley ist ein Plädoyer für die Freiheit des Geistes und der Liebe. An einer Stelle betont die junge Schriftstellerin, das sich die Menschen so lieben sollten, wie sie es für richtig erachten. Egal, ob es sich um eine ménage à trois oder um noch mehr Mitspieler handelt. Bezeichnenderweise findet der erste Kuss zwischen dem verheirateten Shelley und Mary in der Kirche statt – im Angesicht der heiligen Mutter Maria.
Davon ab thematisiert der Film praktisch die gleichen Themen wie der Roman Frankenstein selbst: Al Mansour reflektiert die Motive Einsamkeit und Überwindung gängiger und sozialer Konventionen und findet die Parallelen zwischen dem Roman und dem Leben der Autorin. Dabei kann sich Mary Shelley auf ein akkurates und hübsch anzuschauendes Setting verlassen sowie auf eine grandios aufspielende Elle Fanning. Die junge Schwester von Dakota emanzipiert sich nicht nur als Shelley, sondern auch gegenüber ihrer älteren Schwester und überzeugt mit einer Performance zwischen dezenter Rebellion und verträumt-romantischer Ader. Das lässt auch darüber hinwegsehen, dass der Verlauf der Story sehr konventionell geschildert wird und der Dreh bei available light leider auch zu sehr dunklen Bildern führt. Für diese braucht man eine gut abgedunkelte Umgebung, um durchweg alles zu erkennen. Außerdem dauert es dann doch arg lange, bis auf Byrons Anwesen die unterschiedlichen Leidenschaften aufeinander treffen und die körperlichen und geistigen Befruchtungen zu dem führen, was Mary später (zunächst anonym) unter dem Titel Frankenstein veröffentlichen wird.

Bild- und Tonqualität

Da Anbieter Prokino leider keine physischen Muster für Rezensionszwecke zur Verfügung stellt und sich auf datenreduzierte Streaminglinks beschränkt, müssen Bild- und Tonbewertung an dieser Stelle leider entfallen.

Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von Mary Shelley lierfert ein 15-minütiges Behind the scenes sowie drei Interviews mit einer Gesamtlaufzeit von 23 Minuten. Letztere finden mit Al Mansour selbst sowie mit den beiden Protagonisten Elle Fanning und Douglas Booth statt.

Fazit

Mary Shelley ist ein zwar konventionell erzähltes, aber sehr gut gespieltes und toll ausgestattetes Biopic, das dem Zuschauer vermittelt, wie der berühmte Roman seinerzeit entstand.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: keine Wertung möglich
Tonqualität (dt. Fassung): keine Wertung möglich
Tonqualität (Originalversion): keine Wertung möglich
Bonusmaterial: 40%
Film: 65%

Anbieter: Prokino Filmverleih GmbH
Land/Jahr: GB 2017
Regie: Haifaa Al Mansour
Darsteller: Elle Fanning, Maisie Williams, Douglas Booth, Tom Sturridge, Ben Hardy, Stephen Dillane, Bel Powley
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 120
Codec: AVC
FSK: 12

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Prokino Filmverleih GmbH)

Trailer zu Mary Shelley

Mary Shelley I Offizieller HD-Trailer I Deutsch German I Ab 09.05.2019 auf DVD, Blu-ray und als VoD

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