Matrix: Resurrections 4K UHD

Blu-ray Review

Warner Home Video, 16.06.2022
Warner Home Video, 16.06.2022

OT: Matrix: Resurrections

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Zurück in die Matrix

ACHTUNG: Für das Review wurde die US-DISK mit deutscher Tonspur auf der UHD-BD genutzt. Möglicherweise korrigiert Warner die Tonspur-Probleme auf der deutschen Disk noch.
UPDATE: Man hat nach meiner Kritik folgende Reaktion gezeigt, die mir von der Presse-Agentur, die den Film für Warner betreut, mitgeteilt wurde:
„Im übrigen haben wir Rückmeldung von der Technik bekommen, dass es die von dir aufgeführten Problem bei MATRIX: RESURRECTIONS auf den deutschen Discs (UHD und BD) nicht geben wird.“
Ich habe hier eine Anfrage an Warner gestellt, um nähere Informationen zu bekommen. Drücken wir die Daumen, dass für die hiesige Veröffentlichung Wort gehalten wird.

Warum die deutsche Tonspur von Matrix: Resurrections (aktuell noch) ein Witz ist …

Inhalt

Manchmal fragt sich Thomas, ob er Wahnvorstellungen hat oder nicht

Thomas Anderson ist Spieledesigner und schuf mit der Matrix-Reihe eine Videogame-Serie, die auf seinen verschwommenen Erinnerungen beruht. Darin kommt nicht nur er selbst als Neo vor, sondern auch eine Frau namens Trinity, die auf einer gewissen Tiffany beruht, der er immer wieder in einem Café begegnet. Anderson ist in psychiatrischer Behandlung – auch, weil er annimmt, die Geschehnisse in seinen Spielen wären tatsächlich passiert. Sein Psychiater verschreibt ihm derweil blaue Pillen, um diese Wahnvorstellungen in den Griff zu bekommen. Als Neo eine Simulation entwickelt, um Spielecharaktäre zu entwickeln, entdeckt eine junge Frau namens Bugs in dem Code einen Agenten, der ihr bei der Flucht vor anderen Agenten hilft. Sie findet heraus, dass es sich um die aktuelle Verkörperung von Morpheus handelt und befreit das Programm aus der Matrix. Gemeinsam entdecken sie die Signatur Neos in der Matrix und schaffen es mit der Hilfe, einer Maschine, die zu den Menschen übergelaufen ist, auch ihn zu befreien. Überlebt hat er in einem Tank, der direkt neben jenem steht, in dem Trinitys Körper angeschlossen ist …

Sein Psychiater verschreibt ihm blaue Pillen

Vermutlich kein Film der letzten Jahre oder gar des letzten Jahrzehnts wurde mit so viel Skepsis erwartet wie der vierte Teil aus dem Matrix-Universum. Waren doch die meisten Fans des Originals schon nach dessen Fortsetzung und spätestens dem dritten Teil schwer enttäuscht, weil die beiden Geschwister Wachowski das so klug erdachte Philosophie-Thema zunehmend in eher sinnlosen Actionszenen ertränkten. Was also sollte ein Neuaufguss 19 nach dem letzten Teil bringen? Was sollte Lana Wachowski, die dieses Mal ohne ihre Schwester Lilly dirigierte und das Drehbuch (mit)verfasste, plötzlich an neuen Ideen haben? Während die positivsten Annahmen darauf hofften, dass ein vierter Teil die schwachen Vorgänger vergessen lassen und die Brücke zum ersten Teil schlagen könnte, unkten die Skeptiker, dass man ein Franchise nicht wieder beleben könne, wenn es künstlerisch mal derart vor die Wand gefahren wurde. Ohnehin ist es erstaunlich, dass man zumindest eine der Wachowskis wieder überzeugen konnte, nachdem Lana und Lilly jahrelang jede Möglichkeit einer Fortsetzung ausgeschlossen hatten. Dann jedoch starben kurz nacheinander Ron und Lynne, die Eltern von Lana und Lilly sowie ein enger Freund von Lana. Mit dieser Trauer und dem Verlust konfrontiert, entwickelte Lana die Story zum vierten Teil. So sagte sie, dass sie zwar ihre Eltern und den Freund nicht zurückbringen könne, wohl aber diese zwei Filmfiguren: Neo und Trinity.

Will Thomas der Dame mit den blauen Haaren folgen?

Die Produktion selbst zog sich hin, nachdem zwar Ende 2019 begonnen wurde, aber ab März 2020 die Covid-19-Pandemie für Verschiebungen sorgte. Gedreht wurde Matrix: Resurrections übrigens (wie bereits bei einigen Wachowski-Filmen zuvor) größtenteils in den Potsdamer Babelsberg Studios. Was final dabei herauskam, konnte sich Warner vermutlich aber auch nicht über den parallelen HBO-Start schönreden. Denn bei einem Budget von knapp unter 200 Mio. Dollar spielte der Film nur knapp 160 Mio. Dollar ein – ein finanzielles Desaster, wenn man Marketing-Kosten und Abgaben an die Kinos einberechnet.
Aber ist es auch ein künstlerisches Desaster? Hatten die Skeptiker Recht? Die Kritiken waren äußerst gemischt. Die einen lobten den frischen gesellschaftspolitischen Ansatz sowie die Liebe zu den Figuren, während die anderen gar nicht wussten, an welcher Stelle sie anfangen sollten, um auszudrücken, wie schlecht sie ihn fanden. Und wenn ich ehrlich bin, reihe ich mich bei Letzteren ein. Ja, man merkt Lana die Liebe zu ihren Figuren (vor allem zu Neo und Trinity) an. Denn, und da setzt schon der größte Kritikpunkt an: Es geht praktisch nur um die beiden. Um die Zusammenführung des Liebespaares aus den ersten drei Filmen. Matrix: Resurrections ist so erschreckend inhaltsleer, dass man sich fragt, wie man das Ganze auf zweieinhalb Stunden auswälzen konnte. Es gibt nicht mal ein echtes Bedrohungsszenario. Nichts, gegen das Neo & Co. kämpfen müssten. Unbeholfen zimmerte man deshalb einen Quasi-Disput zwischen Neo und Niobe ins Drehbuch, um überhaupt mal eine dramatische Zuspitzung zu haben. Selbst die Maschinen desertierten mittlerweile (teilweise) zu den Menschen, was auch noch für ein unglückliches Men-in-Black-Zitat sorgt. Bedrohung geht von diesen mechanischen Kreaturen jedenfalls nicht mehr aus.

Thomas begegnet immer wieder einer gewissen Tiffany

Was bleibt, ist ein in vielen Kritiken lobend erwähnter Hang zum Selbstreferenziellen – und das gleich in doppelter Form. Denn zum einen reflektiert der vierte Teil praktisch die ersten drei Filme (nur eben als Stellvertreter-Diskussion über die Videogames von Thomas Anderson) und zum anderen spiegelt er die widrigen Umstände, unter denen nun ein vierter Film überhaupt entstand. Selbst Warner Bros. als Studio wird genannt und auch, dass sich diese solange um ein Sequel bemüht hatten, die Macher es aber immer wieder ablehnten. Die Entstehungsgeschichte von Resurrections wird im Auge eines anvisierten vierten Videospiels praktisch nacherzählt. Das ist zwar nett gemeinter Fanservice, hat aber mit der ursprünglichen Matrix-Philosophie so viel gemein wie Steven Seagal mit Schauspielkunst. Zumal es bisweilen ins Alberne abdriftet und die permanenten Ausschnitte aus den alten Filmen irgendwann nerven.
Wenn dann doch wenigsten die Actionszenen so innovativ wären wie damals. Doch 22 Jahre nach der Bullet-Time kann Matrix: Resurrections in diesem Bezug genau NICHTS hinzufügen. Auch diese Zeitverzögerungs-Szenen sind mittlerweile Standard und wurden schon in zu vielen Filmen bemüht. Hinzu kommt, dass die Kampfszenen nicht mal ansatzweise an die Größe aus Teil I oder Teil II heranreichen und dazu noch viel zu hektisch geschnitten sind.

Nur Thomas‘ Chef?

Stolz war man außerdem darauf, dass man viele der ursprünglichen Cast-Mitglieder wieder verpflichten konnte – und dann verschenkt man sie derart wie im Falle des Merowingers, dessen Auftritt an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten ist.
Apropos verschenkt: Die wichtigste Frage, die der vierte Teil berührt, ist jene, ob der Mensch überhaupt aus der Matrix herausgehen und ein Leben in unterirdischen Höhlen mit künstlichem Himmel leben möchte; ob also der schöne Schein „zugunsten“ eines Lebens unter eher rudimentären Umständen und der ständigen Gefahr, von den Maschinen entdeckt zu werden, verlassen werden will. Genau einmal stellt der Film diesen Konflikt dar und verlässt ihn viel zu schnell wieder. Genau DIESE philosophische Diskussion hätte man aber viel intensiver führen können; hätte man beispielsweise auch Neo mal andenken lassen können. Verschenkt. Wie so vieles in Matrix: Resurrections. Zumal der Plan der Befreiung von Trinity dann auch dermaßen hanebüchen und konstruiert wirkt, dass man sich fragt, ob das wirklich noch die gleiche Wachowski ist, die den ersten Teil (mit)ersonnen hatte.
Was bleibt ist ein überlanger, sich selbst viel zu sehr liebender Film, der über die eigenen Innovationen des ersten Teils stolpert und inhaltlich einfach unglaublich langweilig und beliebig ist. Ja, es ist schön, Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss in ihren Rollen wiederzusehen. Aber das alleine reicht halt nicht.
Und wenn man denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, gibt’s noch die unlustigste Post-Credit-Szene aller Zeiten. Bitte, Warner Bros., nicht noch so ein Ding. Lasst das Franchise in Ruhe.

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Bild- und Tonqualität BD

Die altbekannte Frage: Rot oder blau?

Matrix: Resurrections ist ein über weite Strecken ziemlich dunkler Film. Und das birgt für sich genommen schon einmal Gefahren. So bleiben Momente, in denen Schwarzanteile schon mal etwas versumpfen, nicht aus. Gerade bei Schattenbereichen von Gesichtern kann man das bisweilen wahrnehmen. Davon ab sieht man direkt zu Beginn im Schein der Taschenlampen leichtes Banding. Die Schärfe ist trotz des sehr cleanen und digitalen Looks der verwendeten Kameras in Close-ups sehr gut. Gerade, wenn ein Gesicht mal mit hartem, seitlichen Licht bestrahlt wird (5’57). Spitzlichter sind ebenfalls ganz gut, könnten aber noch etwas mehr Differenzierung zulassen und weniger von Encoding-Artefakten umsäumt sein (39’00). Auch bei der Feinauflösung bleibt noch Potenzial für eine 4K-Scheibe übrig. So sieht man auf der Querstruktur der blauen Anzugjacke bei 54’34, dass Auflösung und Encoding hier teils leichte Vermatschungen produzieren. Auch die Maserung des Ledersessels im Hintergrund zeigt Schwächen. und bei 63’01 bleiben die Details eher matschig, was man gut am Computerterminal auf der rechten Bildseite sieht, das undefiniert bleibt. Ansonsten gelingt die Farbgebung etwas neutraler als bei den ersten Blu-rays der Teile I-III und die Kontrastierung in hellen Szenen ist sehr gut.

Hat Neo es noch drauf?

Auch hier noch mal der Hinweis: Das Review beruht auf der US-Fassung des Films mit dt. Tonspur. Die Probleme scheinen auf der deutschen Disk behoben zu werden. Bleiben wir gespannt!

Während die zahlreichen Actionoutputs der konkurrierenden Studios der letzten Wochen immer mal wieder etwas schwach auf der Brust waren, legt der Dolby-Atmos-Sound, der für beide Sprachen (Deutsch und Englisch auf BD und UHD-BD) vorliegt, von Beginn an kräftig los. Fußtritte, Schüsse, Druckwellen – an veritablem Tiefbass fehlt’s dem Film wahrlich nicht. Doch wir knüpfen das Pferd diese Mal ausnahmsweise von hinten auf und nehmen zunächst mal die Atmos-Höhenkanäle unter die Lupe. Denn die Hoffnungen, dass wenigstens ein veritables Soundmonster wie Matrix Resurrections endlich mal wieder für coole 3D-Sounds sorgen könnte, dürfen glücklicherweise bestätigt werden – naja, fast. Aber beginnen wir von vorne:
Zu Beginn hört man bereits die Funkdurchsage der Polizisten, im Anschluss mehrere Schmerzschreie der Agenten und der Hubschrauber rund um Minute vier bis fünf ist so präsent auf den Heights, dass man ihn mit der Hand greifen möchte. Doch dann fällt einem plötzlich etwas auf und man checkt die englische Sprachfassung. Und, richtig: Die deutsche Atmos-Spur hat ein Problem. Sie wurde lediglich auf die vorderen Höhenspeaker gemixt. Die hinteren bleiben dauerhaft stumm! Egal, welcher Effekt gerade nach oben platziert wird, die rückwärtigen Heights bekommen nichts ab. Da kann der Helikopter im O-Ton noch so schön die vier Lautsprecher abwechselnd beliefern, im Deutschen tut er’s nicht. Und wo wir gerade dabei sind: Die Englische bietet hörbar mehr 3D-Sounds. Da wuscht es häufiger mal von der Decke, wenn eine der Filmfiguren Salti schlägt. Und dann kommt diese phänomenale Explosion nach 33’30, die im Original nicht nur über alle vier Deckenspeaker kommt, sondern gleichzeitig auch Zeitverzerrungs-Sounds enthält, die der deutschen Version völlig abgehen. Über die Synchro ist es eine schnöde Explosion wie in jedem x-beliebigen Actioner. Was auch immer hier passiert ist und vor allem warum: Die deutsche Atmos-Fassung bietet zwar 3D-Sounds, aber leider nur auf den vorderen Heights, gleichzeitig quantitativ weniger und qualitativ schlechter.

Sati hält ihre Augen wachend über allem

Und dann wird’s noch abstruser: Die dt. Fassung lässt nach 43’20 den Zug von oben! ertönen, obwohl er unterhalb der Kamera fährt. Im Englischen ist’s hier still. So wie es sein soll(te). Nein, das ist weder logisch, noch technisch gut, noch verständlich, was da mit der deutschen Atmos-Version passiert ist. Bei 48’40 fehlt der deutschen Fassung das Geräusch der Rakete und nach 52’50 und 53’40 hört man auch die Choral-Gesänge nicht von oben. Nimmt man die wuschenden Bewegungs-Geräusche nach 57’00, so hören sich diese über die Synchro im Vergleich zur englischen Fassung an wie ein laues Lüftchen. Unglaublich, diese Differenzen. Man höre sich hier auch mal die Maschine bei 78’30 an, die im Deutschen mit einem leicht elektronischen Summen über die Köpfe fliegt, während im O-Ton noch richtig fettes Spratzeln dazukommt. Man muss es so sagen: Die deutsche Atmos-Fassung ist komplett vergurkt worden.
Und weil wir das Pferd von hinten aufgezäumt haben, wechseln wir mal auf die reguläre Ebene, knöpfen uns mal nur die beiden Frontspeaker vor. Und auch dort: Der Explosion bei 33’30 fehlt das Spratzeln; diese speziellen Sounds, die darauf hindeuten, dass wir in einem Matrix-Film sind. Im Deutschen bumst es „nur“, im Englischen gibt es dieses Röcheln im Hintergrund. Und auch auf den regulären Surrounds fehlen diese Zusatzdifferenzierungen. Sie sind einfach nicht da. Die englische Fassung liefert hier viel mehr an akustischen Informationen und ist überdies noch etwas dynamischer. Irgendwas ist hier gewaltig schief gegangen, was im Matrix-Universum die deutsche Tonspur betreffend seit dem zweiten Teil ja leider schon fast Gewöhnung ist. Auch zahlreiche Wusch-Sounds der Zeitlupenkampfszenen bleiben der Synchro fremd, wo die Original-Tonspur sie hörbar auf die Rears legt. Nehmen wir uns noch mal die Introszene, in der der Helikopter auftaucht, so ist dessen Flappen über die englische Fassung stets präsent und hörbar, wechselt (wie erwähnt) von den vorderen auf die hinteren Heights. Im Deutschen hört man das Flappen nicht mal. Alles geht im wummernden Bass unter – die Signale fehlen. Für sich genommen ist die deutsche Tonspur zwar immer noch effekt- und druckvoll, aber es ist schon ziemlich fragwürdig, warum sie in puncto Geräuscheffekte derart anders angelegt ist. Deshalb: Klare Abwertung.

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Bild- und Tonqualität UHD

Neo lässt die virtuelle Welt nach seinen Regeln spielen

Matrix Resurrections wurde mit drei unterschiedlichen RED-Kameras aufgenommen, der Komodo, Monstro und der Ranger. Die Ausgangsauflösungen lagen demnach in 6K und 8K vor, was für das Digital Intermediate auf 4K heruntergerechnet wurde. Entsprechend haben wir es mit einer nativen 4K-Scheibe zu tun, die im Nachgang noch mit HDR10 und Dolby Vision versorgt wurde. Die REDs sind bekannt für ihren eher digitalen und glatteren Look, was man der UHD Blu-ray von Resurrections durchaus ansieht. Als analog kann man das Bild nicht bezeichnen. Selbst in den vielen dunklen Szenen bleibt alles sehr clean und rauscharm. Apropos dunkel: Die nächtlichen und düsteren Szenen erscheinen gegenüber der BD etwas aufgehellt(er). Das sorgt für mehr Durchzeichnung, aber auch für einen ganz leichten Brauneinschlag im Bereich unter 10% Helligkeit. Apropos farblicher Einschlag. Wie die Blu-ray auch, weist die UHD-BD in den kühleren Szenen eine ganz leichte Blautendenz im Schwarz auf. Gut zu sehen, wenn Neo vor dem Spiegel steht und sich sein Bart leicht bläulich zeigt (23’00). Das ist allerdings sichtbar als Stilmittel zu sehen. In Abgrenzung zur Blu-ray darf gesagt werden, dass die UHD-BD ihr Full-HD-Pendant in allen Belangen übertrifft. Vor allem die Auflösung ist sichtbar besser. Die Anzugjacke bei 54’34 ist ohne jedes Encoding-Problem und zeigt die feinen Linien klar definiert. Auch der Ledersessel, auf dem Morpheus sitzt, hat eine griffigere Textur. Und wenn wir noch ein Kapitel weitergehen, sind die Gitter über den Lichtern in der Mitte bei 63’01 klarer zu erkennen. Die Definition der roten Lichtquellen rechts oben sowie die Spitzlichter und die Details auf dem Monitor an der rechten Seite schlagen in der Szene die Blu-ray deutlich. Müßig zu sagen, dass die Banding-Schwierigkeiten im Schein der Taschenlampen zu Beginn kein Thema mehr sind. Dolby Vision arbeitet in den vielen dunklen Szenen die Kontraste noch etwas harmonischer heraus. Aber auch HDR10 macht hier schon einen guten Job.

Blu-ray (54’31): (Slider ganz nach rechts): Während sehr aufgehellter Szenen wie dieser lässt sich kaum ein Unterschied ausmachen.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD sieht hier vom grundsätzlich Look kaum anders aus, ist in den Details aber bei entsprechender Bildgröße sichtbar feiner.

Blu-ray (129’36): (Slider ganz nach rechts): Wenn starke Farben ins Spiel kommen …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist die UHD-BD durchaus etwas kräftiger im Orangeverlauf.

Blu-ray (54’34): (Slider ganz nach rechts): Etwas mehr Neutralität wäre wünschenswert.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD liefert diese auf dem schwarzen Sessel, nimmt zudem die Gelbanteile aus der Haut.

Blu-ray (63’01): (Slider ganz nach rechts): Auf Screenshots lässt es sich so gut nicht darstellen, wie es im Live-Bild sichtbar ist.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Aber die UHD-BD zeigt in dieser speziellen Szene bei jeder Einzelheit und jedem Detail mehr Auflösung.

Hier das Original in voller Größe und mit zahlreichen Details und Lichtquellen. Alles wird von der 4K-Scheibe besser und klarer dargestellt.

Der Ton ist identisch mit jenem der Blu-ray.

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Format: Blu-ray
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Bonusmaterial

Vereint?

Im Bonusmaterial von Matrix: Resurrections befinden sich insgesamt sieben Featurettes, von denen das letzte noch mal in mehrere Teile aufgesplittet ist und eine Gesamtlaufzeit von gut 50 Minuten hat. In „Niemand kann sagen …“ versuchen die Darsteller die Matrix zu erklären – mehr oder weniger erfolgreich. „Wiederbelebung“ ist eine Rekapitulation über die Entstehung des vierten Teils und zeigt, wie engagiert und froh Reeves und Moss über die neuerliche Beteiligung sind. Lana Wachowski erzählt außerdem auf sehr persönliche und bewegende Weise, wie ihr Leben als Transgender-Person, bzw. die Schwierigkeiten als solche in der Gesellschaft sie immer wieder in eine Flucht in ihre Fantasie zwang. „Neo x Trinity“ lässt Reeves und Moss noch mal an die Zeit des ersten Teils zurück erinnern und im neunteiligen Featurettes werden einzelne Filmelemente analysiert – bspw. der waghalsige Sprung von Reeves und Moss von einem Hochhaus.

Fazit

Für Lana Wachowski mag Matrix: Resurrections so etwas wie die gewünschte Therapie von ihren zweifelsohne schweren Verlusten gewesen sein. Für den Zuschauer reicht dieser Hintergrund aber nicht aus, um den Film gut zu finden. Dafür ist die Story zu belanglos, die Action zu gewöhnlich und der selbstreferenzielle Bezug irgendwann zu anstrengend. Man muss es einfach so sagen: Der vierte Matrix-Film fügt dem Universum rein gar nichts hinzu und ist schlicht unnötig gewesen.
Ebenso unnötig sind die Probleme, die der deutsche Atmos-Sound gegenüber dem englischen aufweist. Was auch immer da schief gegangen ist. Immerhin: Das Bild der UHD-Blu-ray ist ganz hervorragend.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD: 90%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 60% (Abwertung aufgrund deutlich veränderter Soundkulisse)
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 50% (Abwertung aufgrund deutlich geringerer Anzahl an 3D-Sounds)
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 50% (Abwertung aufgrund deutlich veränderter Soundkulisse)

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 85%

Bonusmaterial: 80%
Film: 40%

Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA 2021
Regie: Lana Wachowski
Darsteller: Keanu Reeves, Carrie Ann-Moss, Yahya Abdul-Mateen II, Neil Patrick Harris, Jonathan Groff, Jessica Henwick, Jada Pinkett Smith, Christina Ricci, Lambert Wilson, Max Riemelt
Tonformate BD/UHD-BD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 148
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 1044
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Warner Bros.)
*Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Für Einkäufe über diese Affiliate-Links erhalten wir eine Provision. Für den Käufer entstehen keine Mehrkosten. Infos zum Datenschutz findet ihr hier.

Trailer zu Matrix Resurrections

MATRIX RESURRECTIONS – Trailer #2 Deutsch German (2021)


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

22 thoughts on “Matrix: Resurrections 4K UHD

  1. Hans Georg

    Das kann doch nur ein Fehler sein diese Tonspur. Ich hab den Film mehrmals auf Deutsch und Englisch im Kino gesehen, und das klang für mich völlig identisch von der Abmischung her.
    Was immer bei der Version für den Homecinema-Bereich so verkorkst wurde, ich bin mir relativ sicher, dass es im Kino nicht so war.
    Normalerweise würde ich ja sagen, hoffentlich gibt’s Austauschdiscs, aber der Film ist so mies dass ich ihn zuhause auf der kleinen Leinwand nicht mehr sehen muss.

  2. Hans-Ingo Trompeter

    Ich habe den Film noch nicht gesehen und befürchte nach diesem Review, dass sich das auch nicht ändern wird. Vergurkter Film, vermurkster deutscher Ton, das alles lädt nicht zum Kauf ein….

  3. Dede

    Ich persönlich besitze leider kein Dolby Atmos Set. Könnte es sein dass die Deutsche Dolby True HD Spur nicht mit den beschriebenen Problemen zu kämpfen hat?

    • Hi Dede.
      Im Text steht ja, dass die Effektqualität und -häufigkeit auch auf die reguläre Ebene zutrifft. Es fehlen grundsätzliche Effektgeräusche auf der deutschen Tonspur, nicht nur auf den Heights im Atmos-Betrieb.

  4. Hans-Ingo Trompeter

    Als Ergänzung wäre es mal interessant zu hören, was die Auromatic aus dem deutschen Ton macht. Mal probiert, Timo?

    • René

      Die gleiche Idee kam mir beim Lesen auch schon und Timo hat mit dem 4500er ja die Möglichkeit auf 5.1.4 oder 7.1.4 (mit ner separaten Endstufe) zu gehen. Hat bei Aquaman auch schon Wunder vollbracht.

      Vielleicht wagt sich Timo ja noch mal an die Gurke oder zumindest der oben genannten Timecodes.

      Persönlich lasse ich spätestens nach dieser Review den Finger vom Film.

      • Erst einmal habe ich die Problematik an Warner durchgereicht. Warten wir mal, ob’s da eine Reaktion gibt, bevor ich die Auromatik um Rat frage 😉

        • Hans-Ingo Trompeter

          Wenn die hinteren Heights dauerhaft stumm sind, klingt das ja eher nach einem technischen Fehler der Tonspur, als nach schlampiger Mischung. Bin da mal gespannt, was Warner dazu sagt. Lass es uns doch bitte wissen.

          Übrigens ist die Auromatik bei den vielen schlechten Atmos-Mischungen eine ernsthafte Alternative.

  5. Jens

    Ich fand den Film deutlich unterhaltsamer als z.B. den letzten Spidey-Film.
    Der war für mich reinster Fanservice.
    Dr Strange als Blödel. Okay, Andrew Garfield gefiel.
    An Resurrections mag ich, dass er genau die angesprochenen Erwartungshaltungen ad absurdum führt.
    (SPOILER)
    Es gibt kein neues Bullet Time, was technisch wieder bahnbrechend ist. Und wenn, wäre es schon längst da.
    Ergo: Wird die Bullet Time als Zeitlupe dargestellt. Die Bullet Time Technik dabei aber teils verwendet imho.
    Die Laufzeit fand ich zu lang. Halbe Stunde hätte man weglassen können.
    Es stimmt, der Merowinger wurde verheizt.
    Nur um ihn als so verhassten Exilanten der Vergangenheit zu bringen – verschenkt.
    Der Film funktioniert für mich auf der Fan-Seite mit all den Referenzen und Verbindungen auch
    aus der Animatrix.
    Im Vergleich mit Teil 2 (geiler Action -Film) oder Teil 3 (Reine Materialschlacht a la Transformers) fast schon die beste Fortsetzung.
    Nimmt sich dabei nicht zu Ernst.
    Teil 1 ist schlichtweg außergewöhnlich (gut zusammengeklaut).
    Schon Teil 2 war im Grunde genommen überflüssig. Was sollte nach Teil 1 noch kommen?

    Die italienische UHD hat bei mir ein sehr, sehr plastisches Bild.
    Der Ton hat leider wirklich Luft nach oben.

  6. Hans Georg

    Hat Warner schon reagiert?

  7. ondy

    Also ich möchte nicht das ein programm wie auromatik den ton der frontboxen nach hinten mischt und dabei etwas hall hinzumixt. Wenn dann möchte ich echten surround sound so wie er abgemischt worden ist. Das mit den fehlenden sound fx kann auch keine auromatik beheben. Wo es keine effekte gibt, kann auch nichts aufgeplustert werden.

  8. Johannes Persian

    Der Film war OK. Er war aber vor allem eins: Total überflüssig !
    Alles war so durchschnittlich, dass ich am Ende gar nichts gefühlt habe. Er war wenigstens so „gut“, dass er die Liebe zum ersten Teil nicht zerstört hat. Ich würde den Film ein bisschen mit Star Wars Episode 7 vergleichen.
    Er kopiert einfach alles aus dem alten Teil, ohne neue Impulse zu setzen und hofft darauf, dass die Charaktere und Nostalgie den Film irgendwie tragen. Neil Patrick Harris war schon fast ein Highlight, auch wenn sein Charakter als „Bösewicht“ nur mäßig taugt. Aber er hat dem ganzen wenigstens noch einen eigenen Touch gegeben.

    Die 4k-Bluray lohnt sich meiner Meinung nach vor allem als TECH-Demo. Denn die 4k-HDR-Umsetzung ist echt dufte. Ich hoffe doch mal das John Wick 4 deutlich besser wird. Wäre sonst schade um Keanu Reeves’s Karriere.

  9. dc_coder_84

    Oh Gott, hoffentlich ist der Film von der Handlung nicht wirklich so schlecht wie in diesem Review beschrieben.

  10. Alexander Zillmann

    Hallo Timo,

    ich war auch überrascht wie schlecht die deutsche Atmosspur klang, wo ich doch vorher den englischen Atmoston über HBO Max total gefeiert habe, Dein Review bestätigt das ja nur noch mehr.

    Ich hoffe tatsächlich auch auf einen technischen Fehler. Wirst Du die deutsche 4K UHD nochmal gegentesten, wenn die Mitte Juni erscheint?

    • Hi Alex.
      Ja, die wird noch mal getestet. Und im Moment stehen die Chancen gut, dass sie noch mal überarbeitet wurde.

      • Alexander Zillmann

        Na das klingt doch vielversprechend. Die Frage ist nur, ob Warner Deutschland die Discs auch austauscht und wenn dann auch die Scheiben aus den EU Ländern. Meine kommt aus Italien.

        • Einen Austausch für die Scheiben, die aus Italien kommen, stelle ich mir schwierig vor – käme auf den Versuch an.

        • Dennis B.

          Meine ist ebenfalls aus Italien und ich hoffe, dass es 1. wirklich zu einer Fehlerbehebung kommt und zweitens Warner Deutschland, Italien oder Amazon.it die Disc dann tauschen.

          Super nervig, die ganze Nummer.

  11. Hans Ingo Trompeter

    Nun, wenn diese Meldung hier stimmt, dann hast Du ja was erreicht, Timo. Besten Dank und Glückwunsch!

    https://surround-sound.info/news/matrix-ressurections-warner-verspricht-neue-dolby-atmos-abmischung-fuer-deutsche-scheiben-39817/

    • Nico hat die Meldung geschrieben, nachdem ich ihm davon erzählt hatte, dass Warner mir das so mitgeteilt hat 😉
      Und glauben tue ich es trotzdem erst, wenn ich die Scheibe mit „fehlerfreiem“ Ton im Player habe 😉

      • Hans Ingo Trompeter

        Da haste natürlich völlig recht. Bin gespannt auf ein aktualisiertes Review von Dir.

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