Message Man – Schatten der Vergangenheit

Blu-ray Review

Tiberius Film, 07.11.2019

OT: Message Man

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Adios Weichei

Kleine Perle im Bereich des B-Movie-Actioners.

Inhalt

Ryan wollte in Ruhe Fische schießen

Ryan ist im Ruhestand – mit Mitte Dreißig. Der Ex-Auftragskiller hat sich nach Indonesien verzogen, wo er es sich auf seinem Boot gut gehen lässt. Während eines Besuchs auf einer der umliegenden Inseln, hängt sich der junge Doni an seine Fersen und bietet seine Hilfe an. Ryan hat zwar eigentlich keine Lust auf Kontakte – schon gar nicht mit kleinen nervigen Jungs. Aber irgendwie kann er Donis Wunsch auch nicht ausschlagen. Und weil Doni einen Narren an dem fremden weißen Mann gefressen hat, läst er ihn zum Abendessen zu seiner alleinstehenden Mutter ein. Nach anfänglichen Vorbehalten beginnen sich die beiden zu mögen und Ryan lässt seit Langem mal wieder nähe zu. Doch die Idylle währt nicht lange. Denn es sind Mädchenhändler unterwegs, die alles nur als „Piraten“ titulieren und die den umliegenden Familien die jungen Frauen entreißen. Als die Handlanger der Piratenbande Doni mit dem Auto anfahren, kann Ryan sich nicht zurückhalten. Er tötet drei der Gangster und kümmert sich dann um den verletzten Jungen. Was Ryan nicht weiß: Er hat sich mit einer Gang angelegt, deren Boss ein gewisser Mr. Lee ist. Und der hat mit dem Ex-Killer noch eine Rechnung zu begleichen …

Doch dann holt ihn die Vergangenheit ein

Vor exotischer Kulisse entfaltet Regisseur Corey Pearson in seinem Langfilmdebüt ein (selbstgeschriebenes) Szenario, das sicherlich nicht mit der originellsten Geschichte aufwartet und auf zahlreichen Klischees des einsamen Wolfs und Ex-Killers fußt. Allerdings ist Message Man dann doch anders als das Gros der billig herunter gekurbelten Action-B-Movies. Denn Pearson nimmt sich Zeit, seine Geschichte zu erzählen. Langsam und erstaunlich gefühlvoll baut er die Beziehung zwischen Ryan, Doni und dessen Mutter Jenti auf. Behutsam nähern sich die beiden Erwachsenen – mit dem gebührenden Respekt voreinander. Und nach etwas über 20 Minuten hat man genug Verbindung zu den Figuren hergestellt, dass die Bedrohung nachvollziehbar und emotional griffig wird. Das liegt nicht zwingend an Paul O’Brien (407 Episoden Home and Away), der in der Rolle des einsamen Wolfs und Ex-Killers zu glatt und harmlos wirkt. Vielmehr geht das Kompliment an die Ex-Miss-Indonesia Agni Pratistha Kuswardono als Donis Mutter Jenti. Sie agiert bedeutend professioneller als der Großteil von Nebendarstellern in ähnlichen Filmen und hat die Sympathien auf ihrer Seite.

Die Killer der Piraten scheinen überall zu sein

Auf der anderen Seite zeigt Message Man spätestens während Ryans erster Tat, wohin die Reise geht, sobald der Killer in ihm losgelassen wird. Und das setzt sich nach 50 Minuten ziemlich zünftig fort. Tatsächlich ist die FSK-18-Freigabe absolut gerechtfertigt und aus den stark choreografierten Kämpfen stechen vor allem die Messer-Fights und -Aktionen hervor. Hier zeigt O’Brien dann durchaus auch mal, dass ein kleiner Actionheld in ihm steckt, wo man es ihm zunächst noch nicht zugetraut hatte.
Ebenfalls überraschend: Message Man gibt auch dem Bösewicht ein Gesicht sowie eine Motivation für sein Tun.
Schade, dass in dieser zweiten Hälfte des Films Jenti und Doni fast komplett aus dem Skript geschrieben wurden. Ein paar weitere gemeinsame Situationen wären schön gewesen, um die emotionale Bindung zu behalten und um nicht so sehr das Gefühl zu bekommen, dass sich Ryan mehr und mehr auf einem persönlichen Blutpfad und nicht auf einer Verteidigungsaktion befindet. Auch die eingeschobenen High-Tech-Bezüge zu Ryans Basis wirken ein wenig unglücklich und optisch etwas billig – wenngleich sie dafür sorgen, dass ein schweres Geschütz aufgefahren wird und für zünftige Shootouts sorgt.

Ryan bekommt Hilfe von einem „Berater“

Bild- und Tonqualität

Ryan dringt vor

Trotz der relativ geringen Datenrate von durchschnittlich 13-18 Mbps kann man dem Bild von Message Man erst einmal nichts vorwerfen. Die Postkarten-Idylle der Südsee-Ansichten wird mit tollen Farbkontrasten ins Heimkino transportiert. Auch einzelne Farben wie ein orangenes T-Shirt oder die grünen Pflanzen in der Stadt stechen plastisch hervor. Dazu ist die Bildruhe gut und Rauschen bis auf in wenigen dunklen Einstellungen kein Thema. In Halbtotalen gibt’s aber schon mal Doppelkonturen (6’38) und bei Zooms außerdem hin und wieder starke chromatische Aberrationen (37’17). Dafür sind Close-ups der Einheimischen bisweilen messerscharf (13’15).
Akustisch überzeugt Message Man leider nur in den dynamischen Kampfszenen. Die deutsche Tonfassung ist ansonsten zu dünn in den Dialogen und dürfte auch während der Filmmusik etwas mehr Bums haben. Die Rears werden zwar mit eingebunden, aber eher im Stile eines Upmix als mit dedizierten Sounds. Leider bleibt die Dynamik auch während der Schießereien eher eingeschränkt. Im englischen Original sind vor allem die Dialoge harmonischer und voluminöser.

Bonusmaterial

Message Man bietet im Bonusmaterial lediglich Trailer zum Film sowie weitere Programmtipps des Anbieters.

Fazit

Message Man ist nicht nur in Sachen Splatterfaktor ein überraschend konsequentes B-Movie, sondern überzeugt auch im Spannungsaufbau und durch seine Emotionalisierung. Von den günstig produzierten B-Movies des Jahres einer der Besten und definitiv ein Genre-Tipp.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 10%
Film: 70%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: Indonesien/Australien/Großbritannien/Vereinigte Arabische Emirate 2018
Regie: Corey Pearson
Darsteller: Paul O’Brien, Verdi Solaiman, Aji Santosa, Mike Lewis, Agni Pratistha Kuswardono, Mario Irwinsyah
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 90
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)

Trailer zu Message Man

Message Man – Schatten der Vergangenheit – HD Trailer

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