Morbius 4K UHD

Blu-ray Review

Sony Pictures, 23.06.2022
Sony Pictures, 23.06.2022

OT: Morbius

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Die echten Spartaner

Der dritte Film im SSU macht auf düster und blutsaugend.

Inhalt

Dr. Michael Morbius will’s wissen

Griechenland vor 25 Jahren: Der junge Michael lernt den ebenso jungen Milo kennen. Beide sind noch Kinder, leiden aber unter unheilbaren Blutkrankheiten. Gemeinsam leben sie unter der Obhut von Dr. Emil Nicholas. Weil Michael hochbegabt ist, schickt in Nicholas in eine Fördereinrichtung. Über die Jahre entwickelt er sich zum Spezialisten der Hämatologie und erfindet während eines Experiments künstliches Blut. Dafür soll er den Nobelpreis erhalten – den er allerdings ablehnt. Viel mehr Interesse hat er daran, ein Heilmittel für seine und Milos Blutkrankheit zu finden, weshalb er mit Fledermäusen aus Costa Rica herumexperimentiert. Deren Fähigkeit, sich von Blut zu ernähren. Um das zu verdauen, nutzen sie Speichel, der gerinnungshemmend wirkt. Und genau das möchte könnte Michael (und vielen anderen mit gleicher Krankheit) das Leben retten. Dass er sich mit diesen Experimenten im illegalen Bereich aufhält, ist ihm klar. Ein erster Test mit einer Maus funktioniert, weshalb Michael die Grenze überschreiten und sich das Serum selbst injizieren will. Dafür schippert er mit einem Boot in neutrale Gewässer, damit man ihm rechtlich nichts anhaben kann. Doch geltendes Recht wird nicht Michaels Problem sein, denn de Verbindung mit der Fledermaus-DNA fördert etwas Mörderisches in ihm an die Oberfläche …

Kontaktaufnahme mit den Fledermäusen

Es ließ sich so gut an, mit Sonys Spider-Man Universe (SSU). Das Universum, das Columbia Pictures in Kooperation mit Marvel etablieren wollte und das sich um Figuren drehen sollte, die aus dem Spider-Man-Universum kommen, startete 2018 mit Venom überraschend erfolgreich.
Bereits 2014, nach The Amazing Spider-Man 2, hatte man vorgehabt, Spin-off-Filme zu inszenieren, die sich auf Gegenspieler von Spider-Man konzentrieren sollten. Doch für Sony war das Kinoeinspiel von Amazing Spider-Man 2 letztlich zu schwach und man begrub die Idee erst einmal wieder. Erst später nahm man sie wieder auf und der mit Tom Hardy idealbesetzte Venom entpuppte sich trotz Unbeliebtheit bei Kritikern mit 850 Mio. Dollar Einspiel zum Kassengarant. Da er nicht allzu teuer gewesen war, ein echter Hit. Dem Nachfolger, Venom: Let there be Carnage, gelang zwar nicht mehr das gleiche Einspiel, doch auch dessen 500 Mio. Dollar Umsatz (immerhin in einer frühen Post-Corona-Phase) dürfen sich sehen lassen. Parallel zur Produktion der Venom-Fortsetzung wurde auch der dritte Film des SSU in Angriff genommen: Morbius.

Martine Bancroft ist Morbius‘ Vertraute (und mehr)

Morbius wurde zeitlich sogar vor Venom 2 gedreht und sollte mit einem Juli-2020-Start auch vor diesem in die Kinos kommen – hatte man Let there be Carnage doch auf den Oktober 2020 terminiert. Ob dem mit Jared Leto besetzten Film genutzt hätte, wenn man ihn final vor dem zweiten Venom in die Kinos geschoben hätte? Eine Frage, die wohl nur Besitzer einer Glaskugel beantworten können. Fakt jedenfalls ist: Morbius schmierte bei einem Budget von ~80 Mio. Dollar mit einem Einspiel von gerade einmal 160 Mio. Dollar an den Kinokassen ab. Auch eine zweiter Kino-Release in diesem Juni (basierend auf der Idee, die Welle von süffisanten Morbius-Internet-Memes auszunutzen #morbiussweep) rettete nichts mehr. Dass die Internet-Gemeinde mit dem Film so süffisant umging, lag sicher auch daran, dass es selten so viele negative Kritiken für einen Blockbuster gab. Mit 17 % auf dem Tomatometer von Rotten Tomatoes (basierend auf über 250 Kritiken) steht er dort als 17. schlechtester Superheldenfilm aller Zeiten – nur ein paar wenige Plätze über Batman & Robin und mit der gleichen Bewertung wie die Gurke Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen.

Verwandlung

Wie gesagt: Das Publikum nahm’s in der Folge mit Humor und „missbrauchte“ den Film für die eigenen Zwecke im Netz. Stellt sich aber die Frage: Ist Morbius wirklich so übel? Tja, eigentlich schon. Es beginnt so universell wie langweilig, weil man’s im Superheldengenre einfach viel zu oft gesehen hat: Wissenschaftler macht Experiment(e), Experiment geht schief, Wissenschaftler mutiert – gähn. Das ist so innovativ wie der Weihnachtsbaum an Heiligabend. Aber selbst wenn man das als gesetzt hin nimmt, weil’s eben so ist, wird es danach nicht besser. Zum einen spielt Leto den Vampir erstaunlich blass – und damit ist nicht sein Teint gemeint. Es mag zum Teil am schwachen Drehbuch liegen, das immer wieder völlig unlogisch ist und seine Hauptfigur überdies viel zu ernst nimmt. Hinzu kommt, dass viele Dinge schlicht keinen Sinn machen. Da wirft Michael seinem Gegenspieler später dessen unnötige Gewalttaten vor und überhöht sich selbst moralisch, obwohl er nach seiner ersten Verwandlung selbst eine ganze Schiffsmannschaft massakriert hat – und zwar (wenn schon Moral, dann richtig) ohne sich den Behörden zu stellen. Apropos Massakrieren und damit zu einem weiteren Problem von Morbius: Wir haben es mit einer düsteren Comic-Buch-Vampir-Charakter-Geschichte zu tun. Die Angriffe der Hybridwesen sind dynamisch gefilmt, aber erschreckend blutarm. Da zerfurcht Michael nach einer halben Stunde seinen Gegnern mit der Kralle die Kehle, was filmisch so brutal inszeniert ist, dass man Fontänen aus Aorten vermutet – und nicht mal einen Tropfen Lebenssaft geliefert bekommt. Wir sitzen also in einem Vampirfilm, der kein Blut zeigt. Da war Roman Polanskis Tanz der Vampire krasser – und das ist eine Genre-Komödie. Kein Wunder, dass auf dem Cover eine FSK12 prangt. Ähnliches hatte man seinerzeit auch Venom angekreidet. Doch der war wenigstens witzig und nahm sich selbst nicht so dermaßen bierernst.

Wehe, wenn er losgelassen

Schlimm ist, dass Morbius aus einer eigentlich coolen Prämisse nichts macht. Denn gegenüber den meisten Vampirfilmen, deren Blutsauger von einem anderen Wesen irgendwann mal gebissen und verwandelt wurden, strebt Michael danach, Menschen zu helfen. Jetzt sitzt er da in seinem Dilemma, menschliches Blut konsumieren zu müssen, um zu überleben, damit er weiter Menschen helfen kann. Was hätte man daraus für eine dramatische Zuspitzung machen können. Stattdessen läuft’s wieder auf das altbekannte Gut gegen Böse hinaus. Auch die zweite, angerissene Thematik des „Vampirismus als Sucht“ wird nicht weiter verfolgt und einem Neid-Motiv unterstellt, das allzu billig daherkommt. Dann haben wir noch das Thema mit dem verblassenden Effekt der Blutkonserven. Zwar zeigt Morbius immer wieder, dass der Superkräfte-Effekt nur von kurzer und degressiver Natur ist, doch anstelle daraus fesselnde Rennen-gegen-die-Zeit-Momente zu machen, bleibt’s beim Blick auf die Uhr. Weiter geht’s mit teils verwirrenden Schnittabfolgen: Die Szenen, in denen Michael das erste Mal vor den Agenten seine Kräfte zeigt und in der Folge inhaftiert wird, erlauben den Staatsdienern weder eine gewisse Verblüffung, noch versteht man, warum sich Michael nicht einfach aus dem Staub macht. Vielleicht wollte Regisseur Espinosa an dieser Stelle seine albernen CGIs nicht schon wieder einsetzen. Denn was genau soll dieses Leuchtspuren-Ding, das in X-Men 2 vor 20 Jahren schon besser aussah? Wo es damals inhaltlich Sinn gemacht hat (es ging ja um Teleportation), ist es hier schlicht absurd – ganz davon abgesehen, dass es die Kämpfe unübersichtlich macht und wie einen Matsch aus Farben wirken lässt. Weil Espinosa das selbst merkt, hält er ab und an inne und verlangsamt die Szenen auf Zeitlupentempo – was keine gute Idee ist. Denn dort sehen die Computereffekte nur noch viel schlechter aus. Ganz besonders ärgerlich wird das im Finalkampf, der in dunkler Nacht spielt und durch diese Leuchtspur-CGIs völlig ignoriert, dass man vielleicht auch mal etwas erkennen möchte. Ach ja, und dann diese Logiklöcher – Achtung: SPOILER!

Die Agente Stroud und Rodriguez stochern im Nebel
Spoiler aufklappen: Logiklöcher
Warum sind auf dem Schiff bewaffnete Söldner? Warum probiert Michael nicht, ob’s mit Tierblut funktioniert? Und was ist mit dem Vampir-Ding, dass gebissene Menschen selbst zu Blutsaugern werden – warum gilt das für sämtliche Getöteten in Morbius nicht, bis auf einen? Außerdem scheinen amerikanische Gefängnisse ziemlich lax mit ihrer Besucher-Leibesvisitation umzugehen. Anders ist nicht zu klären, was Milo dort reinschmuggelt. Wo wir gerade dabei sind: Warum befreit er Michael nicht gleich selbst? Und warum können sich die beiden ab und an über Meilen wittern und brauchen an anderer Stelle Hilfe, um den anderen zu finden? Ach ja: Und warum sind die fiesen Kerle der Geldfälscherwerkstatt solche Lappen, die nicht mal versuchen, mit Verstärkung zu kommen, um ihr Labor zurückzuerobern? Dass Nicholas schwer verletzt zwar mit Michael telefonieren kann, aber keinen Krankenwagen zu rufen vermag, bleibt ebenfalls ein Rätsel. Ein Rätsel wie die Milliarden Fledermäuse, die sich Morbius im Finale direkt vom Helden eines anderen Comic-Publishers geliehen zu haben scheint. Wo sonst sollen die plötzlich alle herkommen? Wird hier ein Multiverse zwischen Marvel und DC vorbereitet (sorry für den Sarkasmus)
Immerhin lässt das Drehbuch hier und da ein paar nette Querverweise auf das Vampirgenre vom Stapel. So heißt bspw. das Schiff, auf dem Michael das Experiment an sich vollzieht, „Murnau“ – mithin der Nachname des Regisseurs von Nosferatu. Neben der Audioqualität (siehe nächstes Kapitel) und Letos erneuter Aufopferung, sich körperlich für einen Film drastisch zu verändern, eins der wenigen Argumente für Morbius.

Morbius (4K Ultra HD) (+ Blu-ray)
Preis: 24,99 €
(Stand von: 2022/07/05 6:26 pm - Details
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4 neu von 24,99 €0 gebraucht
Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 23 Jun 2022
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Bild- und Tonqualität BD

Setbesprechung

Morbius beginnt mit schwierigen Einstellungen vor nebliger Luft und hochschlagender Gischt des Wassers. Während man um die rote Schrift ganz zu Beginn noch leichte Artefaktsäume wahrnehmen kann, ist das Encoding in den kontrastarmen Nebel- und Wasseroberflächen sauberer. Man muss schon nahe ran gehen, um hier Probleme zu entdecken. Beim Abtauchen in die dunkle Höhle sieht man für kurze Zeit kaum etwas. Auch ein zweiter Blick ins Dunkle dürfte ein bisschen mehr Durchzeichnung bieten. Das Gleiche gilt für die dunkleren Szenen auf dem Schiff oder in der Disko nach 69 Minuten. Hier sind Kontrastflanken zu steil und Details versumpfen. Der Wechsel ins helle Griechenland offenbart leichtes Überstrahlen auf der ganz hellen Oberfläche. Das Bild ist zumeist sehr ruhig, zeigt bei der Totalen über New York oder in anderen Szenen dann aber doch ein bisschen Rauschen (10’15) – ein irgendwie inkonsistenter Look. Hautfarben geraten rosig-gesund (sieht man von Leto ab, dessen Teint natürlich vampiresk und ätherisch-durchscheinend ist). Close-ups und Details sind sehr gut aufgelöst, was man bspw. an der feinen Struktur auf dem Longsleeve bei 48’58 gut sehen kann. Gut ausgeleuchtete Szenen bei kühlerer Farbgebung sind mustergültig kontrastiert und super scharf (36’10, 51’10). Insgesamt aber ein Bild, das homogener sein dürfte.

Milo meint’s ernst

DTS-HD-Master für beide Sprachen – Sony bleibt sich bei den größeren Filmen treu und liefert auch für die Blu-ray von Morbius verlustfrei komprimierte Tonspuren. Und die sind schlicht fantastisch. Mehr muss man eigentlich nicht schreiben. Schon die Introsequenz ist referenzwürdig. Es beginnt mit einer wunderbar räumlichen Naturkulisse und zwitschernden Vogellauten, bis der Helikopter dermaßen dynamisch den Raum durschneidet, dass man fürchten muss, der Rotor fetzt einem die letzten Haare vom Kopf. Das Rauschen des Wasserfalls ist das nächste Highlight, das sich räumlich ins Heimkino ergießt und die gruselige Hall-Atmosphäre in der Höhle zeigt, dass sich für diese ersten Minuten ein Sounddesigner hingesetzt und sein kleines Meisterstück abgeliefert hat. Wer über ein potentes Heimkino verfügt, wird diese Szene in der nächsten Zeit gerne als Demonstrationsmaterial nutzen – und das Zurecht! Bis hin zum Fledermausschwarm ist das hier wirklich sensationell. Wenn Michael dann das erste Mal als Hybridwesen unterwegs ist, setzt es mal einen netten Bass-Sweep (25’54) und seine Attacken geraten ebenso effektvoll wie dynamisch. Extrem cool sind die Echo-Ortungs-Sounds ab 36’30, die akustisch demonstrieren, welche Superkräfte Michael von nun an hat. Selten war eine Szene räumlicher und offener. Ähnliches gilt für Martines Rufe nach 83 Minuten, die ebenfalls über alle Speaker flirren und ein Finale einleiten, das noch einmal von allem etwas bietet: Effektvolle Sounds, Dynamik und Tiefbass.

Preis: 17,99 €
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Format: Blu-ray
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Erscheinungstermin: Thu, 23 Jun 2022
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Bild- und Tonqualität UHD

Die Qual der Wahl

Man muss ja auch mal ein generelles Lob loswerden. Vor noch nicht allzu langer Zeit basierten die meisten neueren Filme lediglich auf 2K-Upscales – unabhängig davon, mit welcher Auflösung eingangs gefilmt wurde. Morbius ist ein weiterer Vertreter der Zunft, die sehr hoch aufgelöst gefilmt wurde und dem man dann glücklicherweise ein 4K-DI spendierte. Man soll nicht unken, aber vermutlich haben Streaminganbieter wie Netflix und Apple hier keinen geringen Anteil. Denn bei deren Eigenproduktionen ist natives 4K mittlerweile Pflicht. Morbius wurde mit zwei der höchstwertigsten digitalen Kameras überhaupt gedreht, der Arri Alexa 65 und der Panavision Millennium DXL2. An deren Ausgang lagen entsprechend 6.5K und 8K an. Obendrauf gab’s von Sony Pictures noch HDR10 und Dolby Vision als HDR-Gradings und einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
Gegenüber der Blu-ray ist der Schwarzwert zwar knackiger, aber die Durchzeichnung ebenso schwach, wenn man sich die dunklen Szenen/Teilbereiche anschaut. In der Höhle zu Beginng gibt’s zwar kein Black Crush, aber erkennen lässt sich hier noch weniger als über die BD. Die Bäume bei 10’15 unterhalb der Gebäude sind kaum auszumachen, wohingegen in dieser Szene die Scheinwerfer und Rücklichter der Fahrzeuge richtig kräftig und definiert sind. Das kann die BD nicht so gut. Zudem ist das digitale Rauschen etwas feiner. Farben geraten ein wenig kräftiger, was bspw. dem türkisblauen Meer Griechenlands zugute kommt. Dann gibt’s außerdem Szenen, in denen man deutlich merkt, dass die UHD BD mit dem besseren Codec arbeitet. Bei 38’04 sieht man durch die Doppeltür-Verglasung eine Spiegelung von Milo, die über die Blu-ray nur aus wabernden Farbartefakten besteht, von der UHD-BD dagegen sichtbar besser aufgelöst. Erst jetzt erkennt man überhaupt richtig, dass es sich um eine Spiegelung handelt. In puncto Auflösung kann man gut die Brücke bei 61’11 heranziehen, deren Taue und feine Stricke noch etwas sauberer und klarer wiedergegeben werden. Insgesamt sind die Verbesserungen moderat, das Problem von versumpfenden Oberflächen im Schwarz aber noch etwas deutlicher.

Blu-ray (5’10): (Slider ganz nach rechts): Blu-ray und UHD Blu-ray im Vergleich.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Schon hier gut zu sehen: Die UHD-BD ist dunkler. HDR-Grading und erweiterter Farbraum bieten mehr Farbsättigung, was auf kalibrierten Displays sichtbarer wird als hier auf dem Screenshot.

Blu-ray (10’07): (Slider ganz nach rechts): Die Blu-ray hat bereits Problem mit Durchzeichnung im Schwarz.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD mitunter noch mehr. Abhängig vom PC/Laptop/Tablet oder Handy, auf dem ihr diesen Bildvergleich seht, kommt das allerdings zuweilen etwas zu dramatisch rüber. Dennoch: Der Anzug zeichnet sich vor dem Hintergrund kaum noch ab.

Blu-ray (10’15): (Slider ganz nach rechts): Ein ähnliches Bild auch hier.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Wo über ein HDR-Display die Fahrzeuglichter richtig toll knallen, erkennt man vom Grün der Bäume in der Mitte nicht viel.

Blu-ray (38’04): (Slider ganz nach rechts): Für dieses Bild gilt das Gleiche.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Farben und Leuchtkraft der Spiegelung auf den Wolkenkratzern knallen über die 4K-Disk mehr, die Durchzeichnung dürfte besser sein.

Blu-ray (61’11): (Slider ganz nach rechts): Wenn die Ausleuchtung besser ist …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): setzt sich die UHD-BD von der Blu-ray ab. Sie ist kontraststärker und farbkräftiger.

Die einzige Person, der Morbius noch trauen kann?

Während der deutsche Ton (glücklicherweise immerhin) bei DTS HD-Maser verbleibt, gibt’s für den O-Ton eine Dolby-Atmos-Spur, die  auf der regulären Ebene dem DTS-HD-Master-Sound praktisch ebenbürtig ist, allerdings im Tiefbass noch ein bisschen mehr zupackt. Doch das Herz der Atmos-Spur ist ihre Räumlichkeit rundherum, die wahrlich fantastisch ist. Die Höhen-Ebene beginnt direkt zu Beginn schon mit Windgeräuschen und lässt nach knapp zwei Minuten den Hubschrauber dermaßen kraftvoll aus den Höhenspeakern ertönen, dass man Angst um die Heights bekommt. Kurz darauf tröpfelt das Wasser des Wasserfalls hörbar und sehr atmosphärisch von oben und die glucksenden und klickenden Geräusche der Tiere in der Höhle sind phänomenal. Ebenso die Sounds der Vögel und anderen Tiere, die den Zuschauer mitten in den Urwald versetzen. War die Intro-Sequenz schon für 2D-Tonspuren eine Referenz-Szene, ist sie es in Sachen Atmos noch mehr. Diese ersten Minuten werden ab sofort sehr oft in Heimkinos demonstriert werden, wenn Bekannte zum Filmschauen oder zum Nerd-Talk vorbeikommen. In der Folge gibt’s natürlich erst einmal weniger Anlass für 3D-Sounds, allerdings wird es immer wieder dann aktiv, wenn es Sinn macht und sich die Möglichkeit bietet. So sind in der zweiten Sequenz immer wieder Möwen zu hören und auch ein vorbeifahrender Krankenwagen. Auch das Geflatter der Fledermäuse im Laborbehälter wird eindrucksvoll von oben wiedergegeben (12’10). Auf dem Schiff hört man dann die Sirene und kurz darauf das Poltern von Morbius, wenn er an den Deckenschächten unterwegs ist (ab 24’30). Klasse auch die wubbernden und zeitverzögernden Sounds im Fight nach 26’05. Hört Morbius Fledermaus-Geräusche im Kopf oder aktiviert seine übernatürlichen Sinne, dringt das Echolot-Geräusch von den Heights zum Zuschauer – mit fantastischen 3D-Sounds. Weiter geht’s mit den Leuchtröhren, die sich nach etwas über 44 Minuten aktivieren und kurz darauf gibt es erneut Sinneswahrnehmungsgeräusche bei Morbius sowie die Lautsprecher-Durchsagen im Krankenhaus. Keine fünf Minuten später hagelt es Zeitlupen-Projektilsounds, wabernde Effekte und akustisch betonte Kampfgeräusche – es ist schon erstaunlich, was diese Atmos-Spur aus dem Material holt. Selbst die Atmosphäre der raunenden Sprechgeräusche im Knast ist authentisch und passt zu dem kalten und widerhallenden Gemäuer. Bricht Morbius dann aus, gibt’s eine intensive Alarmanlage sowie erneut Wuschsounds durch seine Bewegungen. Gehen Morbius und Milo dann erstmals in den In-Fight, wird’s nochmals richtig wuchtig aus sämtlichen Speakern. Heftig und rundherum rauschend sind die Windgeräusche kurz vor Morbius‘ Surfen vor der U-Bahn nach knapp einer Stunde. Und so geht es im Prinzip durchgängig bis zum erneut effektvollen Finale weiter. Am Ende steht fest: Diese Atmos-Spur holt das Maximum aus dem, was der Film ihr thematisch zu bieten hat. Hier saß jemand an den Reglern, der’s drauf hat.

Morbius (4K Ultra HD) (+ Blu-ray)
Preis: 24,99 €
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Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von Morbius gibt’s zunächst mal ein paar Outtakes, die eine schmerzhafte Erfahrung des Kameramanns beinhalten. In „Licht, Kamera, Action“ geht’s kurz um Regisseur Espinosa, den alle (natürlich) als visionären Traumregisseur bezeichnen.  Außerdem wird die Postproduktion etwas näher beleuchtet. „Die Definition des Antihelden“ geht auf die Herkunft der Figur ein und darauf, dass sie Leto die Möglichkeit gab, eine Figur in Transformation darzustellen. In „Die Stuntarbeit“ schauen wir ein wenig hinter die Kulissen der Stunts und lernen Second-Unit-Regisseur Gary Powell kennen, der einige der Actionszenen drehte. „The Good, Bad & Ugly“ stellt die fünf Haupt- und Nebencharaktere noch einmal etwas näher vor und ein weiteres Feature kümmert sich um ein paar der versteckten Easter-Eggs (also die Querverweise auf die Comic-Hintergründe und Popkulturzitate). „Vom Mensch zum Vampir“ ist letztlich ein Beitrag über die visuellen Effekte. Sämtliche Featurettes sind eher kürzer und nicht sonderlich tiefgründiger Natur. Alle sind deutsch untertitelt.

Fazit

Morbius hat ein paar starke Grundideen und macht daraus genau nichts. Sämtliche Prämissen werden frühzeitig zugunsten der simpelsten aller simplen Superheldenfilme-Konfrontationen fallen gelassen. Und nicht mal dieses Aufeinandertreffen der eigentlichen Freunde nutzt das dramatische Potenzial, das darin gesteckt hätte. Unglaublich eigentlich, wie sehr hier nichts funktioniert und kein einziges Puzzleteil zum anderen passt. Unpassend ist ein gutes Stichwort, denn wo man Morbius 100 Minuten lang lediglich zu Fuß (oder per Superkraft fliegend) gesehen hat, fährt er in der Mid-Credit-Scene plötzlich Auto, um für ein Fahrzeug eines Stuttgarter Herstellers Promotion zu machen – viel auffälliger kann Product Placement kaum sein.
Wer über all das hinwegsehen kann oder will, bekommt zumindest eine Blu-ray (und das gilt ja auch vorab schon für die UHD-BD mit dem gleichen Codec), deren DTS-HD-Master-Tonspur phänomenal räumlich klingt und mehrere Demonstrations-Sequenzen enthält. Übertroffen wird das nur noch vom englischen Atmos-Sound, der sich locker in der Top-5 dieses Blogs wiederfinden wird. Das Bild der UHD Blu-ray ist satter in den Farben und dynamischer in den Spitzlichtern, leidet aber noch etwas mehr unter dem sehr dunklen Mastering.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 75%
Bildqualität UHD: 75%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 100%
Tonqualität BD (Originalversion): 100%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 100%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 90%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 100%

Bonusmaterial: 40%
Film: 20%

Anbieter: Sony Pictures Germany
Land/Jahr: USA 2020
Regie: Daniel Espinosa
Darsteller: Jared Leto, Matt Smith, Adria Arjona, Jared Harris, Al Madrigal, Tyrese Gibson
Tonformate BD: dts-HD-Master 5.1: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-Master 5.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 104
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: Angabe folgt
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 2022 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved. | MARVEL and all related character names: © & ™ 2022 MARVEL)
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Trailer zu Morbius

MORBIUS - Offizieller Trailer - Ab 31.3.2022 NUR im Kino!


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

10 thoughts on “Morbius 4K UHD

  1. k-ulf

    Schade dass ausgerechnet solche Gurkenfilme tontechnisch glänzen.
    Der DTS:X Sound des neuen Jurassic Park wird voraussichtlich ja auch wieder ordentlich reinknallen, ohne dass der Film auch nur ansatzweise sehenswert ist.

  2. Simon

    Ach, dass der so einen guten Sound hat, wusste ich noch gar nicht.
    Jetzt wandert der auf meine „Kaufe ich mal nur wegen des Sounds für kleines Geld“-Liste.
    Danke. 😀

  3. Jonas

    Thx Timo, hatte sowas befürchtet & wollte die UHD eigentlich stornieren, habe ich dann vergessen. Nun liegt sie hier & geht in vollem Vertauen auf dein Urteil ungeschaut zurück, nur guter Ton ist mir persönlich deutlich zu wenig

  4. Pk

    Also ich weiß nicht ob es an den Fotos liegt aber alle UHD-Screenshots sind im Vergleich mit der Blu-Ray einfach blasser und es wirkt so als wäre ein grauer Schleier davor. Die Blu-Ray wirkt sehr viel besser was die Farben angeht. Wenn man bedenkt dass HDR/DV das ja eigentlich besser machen sollen ist das schon enttäuschend.

    • Bitte immer beachten: HDR lässt sich über keinen Screenshot darstellen. Weder an der ursächlichen Quelle, noch am Wiedergabegerät, über das der Screenshot geschaut wird. Bitte deshalb UNBEDINGT auch den Text zum Review lesen, nicht nur auf die Bilder vertrauen. Screenshots können einen Hinweis darauf geben, ob Gradings anders sind und auch darstellen, wenn Auflösung sich deutlich ändert. HDR lässt sich aber nur im laufenden Bild auf dem TV darstellen. Und welche Vorteile UHD BDs da haben, steht bei meinen Rezensionen immer im Text! Deshalb: Immer Text und Bilder im Kontext sehen, nie die Bilder für sich alleine nehmen! Zumal MORBIUS auf der UHD-BD sehr dunkel gemastert ist, was hier noch zusätzlich auf die Screenshots einwirkt.

      • Pk

        Ok dass man HDR nicht auf Fotos festhalten kann weiß ich. Nu ich muss immer an deine Review von Rogue One denken, denn da sieht man deutlich den Unterschied aber kann auch daran liegen dass Rogue One grundsätzlich heller ist. Ich finde es einfach nur schade, dass nicht jede 4K-Blu-Ray besser ist als die Blu-Ray. Bei manchen kommt es dann ja noch dazu, dass der Ton verschlechtert wurde wie zum Bleistift bei den Star Wars Filmen. Trotzdem finde ich deine Arbeit richtig gut und sehr professionell dafür auf jeden Fall einen Daumen hoch!!

        • Es gibt natürlich Filme, deren HDR sehr auffällig ist und das erkennt man dann auf Screenshots auch etwas besser. Morbius ist halt sichtbar dunkler und HDR vornehmlich in Spitzlichtern und den teils intensiveren Farben aktiv. Am Ende kein Referenztitel für das Team UHD Blu-ray.
          Der Ton von Star Wars klingt übrigens gar nicht wirklich schlechter. Er wurde nur mit einem stärker komprimierten Codec gemastert. Im Falle der klassischen Star-Wars-Teile hat das aber nicht wirklich zu einer Verschlechterung geführt. Denn wenn DD+ gut umgesetzt wird, ist das ein sehr effizienter Codec. Die SW-Filme sind etwas leiser eingepegelt, in manchen Szenen tonal aber sogar ausgewogener als die alten DTS-HD-Spuren.
          Das soll natürlich keine Rehabilitation der Disney-Praxis sein, nun alles in DD+ zu mastern. Und es ist auch kein Freifahrtschein für die jüngeren Disney-Outputs, die fast alle schwach und undynamisch klingen – das allerdings im gleichen Maße auch auf der unkomprimierten DTS-HD-MA-Spur des O-Tons, der keinen Deut besser (manchmal sogar schlechter klingt) als die deutsche DD+-Fassung. Hier ist also nicht der Codec schuld, sondern in der Regel die Abmischung selbst.

  5. Jochen

    „Echo-Ortungs-Sounds ab 36’30“ –> Wahnsinn, so muss es sich anhören!

  6. Rüdiger Petersen

    Sehr schade der Film scheint wirklich schlecht zu sein habe mir aber trotzdem die UHD besorgt. Wenigstens auf den Ton kann man sich freuen denn auf vielen Scheiben ist der Sound einfach nur Schrott. Gerade auch deswegen habe ich meine Käufe stark zurückgefahren denn ich sehe schon lange nicht mehr ein für sowas minderwertiges viel Geld zu bezahlen. Gerade bei diesen Film sieht man das es doch geht wenn der Richtige am Regler sitzt so wie Timo auch schreibt. Von denen müsste es viel mehr geben. Sehr ärgerlich das der Film so schlecht sein soll, na ja ich lasse mich einfach mal überraschen.

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