No Way Out: Gegen die Flammen 4K UHD

Blu-ray Review

no way out - gegen die flammen 4k uhd blu-ray review cover
Studiocanal, 12.10.2018
no way out - gegen die flammen blu-ray review cover
Studiocanal, 12.10.2018

OT: Only the Brave

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„Hier oder irgendwo anders!“

Packender Firefighter-Film nach wahren Geschehnissen.

Inhalt

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Eric und Duane geben Anweisungen für einen Einsatz

Eric Marsh ist Leiter der Fire and Rescue Crew 7 in Prescott, Arizona. Als solcher wird er zu Rate gezogen, als ein Waldbrand in Arizona ausbricht. Allerdings glauben die dortigen Feuerwehr-Männer des Hotshots-Teams nicht seiner Prophezeiung, dass eine bewohnte Gegend vom Feuer bedroht sein könnte. Die „Hotshots“ sind die speziell für Wald- und Flurbrände ausgebildeten Kollegen, die Feuer mit Feuer und nicht mit Wasser bekämpfen – eine Elite-Einheit der Firefighter, sozusagen. Um diesen Status ebenfalls zu erlangen, kämpft Eric mit seinem Team dafür und beginnt eine harte Ausbildung. Denn immerhin war seine Prophezeiung wahr geworden und die Wohngegend wurde vom Feuer überrannt. Erics Team wächst derweil um Brendan McDonough an. Ein junger Kerl, der durch Drogenmissbrauch und einen Diebstahl auf die schiefe Bahn geraten war und dem Eric eine neue Chance gibt. Gemeinsam bestehen die 20 Männer die Hotshots-Prüfungen und bekämpfen in der Folge erfolgreich einige Flurbrände. Doch dann kommt der 28. Juni 2013 und ein durch einen Blitzschlag verursachtes Feuer auf dem Yarnell Hill in Arizona wird in den folgenden Tagen zur gefährlichen Falle …

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Eric kann das Feuer lesen wie kaum ein anderer

No Way Out – Gegen die Flammen basiert auf den wahren Begebenheiten des Yarnell-Hill-Feuers im Juni 2013, bei denen die 20 Männer der Granite Mountain Hotshots in einen äußerst gefährlichen Einsatz gegen einen Flurbrand aufbrachen. Bis hin zur Tatsache, dass Brendan tatsächlich mit Drogen zu tun hatte und einen Diebstahl begangen hatte, stimmen die Fakten des Drehbuchs. Letzteres verfassten Ken Nolan und Eric Warren Singer nach dem Lesen eines Artikels in einem Männer-Magazin, der dort unter dem Titel „No Exit“ veröffentlicht wurde.
Als Regisseur nahm Joseph Kosinski hinter den Monitoren Platz. Durchaus eine ungewöhnliche Wahl, war Kosinski bisher doch vor allem durch visuell einzigartige Sci-Fi-Filme aufgefallen (TRON: Legacy, Oblivion). Dass er aber auch anders kann, zeigt er in No Way Out eindrucksvoll. Bereits ohne ein bisschen im Bonusmaterial vorbei geschaut zu haben, ahnt man, wie viel Recherche man im Vorhinein in den Film gesteckt hat. Wie sehr man sich mit Angehörigen und Zeugen unterhalten hat, um den Figuren gerecht zu werden und sie zu ehren. Denn abseits von der Unterhaltung und der Spannung, die Kosinski vermitteln will, geht es eben doch um eine der tragischsten Geschichten, die die US-Feuerabwehr je erlebt hat. Und solche eine Story schlachtet man nicht einfach seelenlos aus. Ein Grund, warum es hier beileibe nicht nur um die Action der Brand-Situationen geht, sondern vor allem auch um die Charaktere. Der Film kümmert sich um die Konflikte innerhalb des Teams. Um Brandons eifrigen Kampf, für seine Tochter ein guter Vater zu sein. Und um den Wunsch von Erics Frau Amanda, eventuell auch mal für Nachwuchs zu sorgen.Die inszenatorische Sorgfalt, den Figuren möglichst gerecht zu werden, ist aber nicht nur ein Ding von Kosinski. Es würde nicht klappen, wenn die Schauspieler nicht entsprechend leidenschaftlich und überzeugend am Werk wären.

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Oft wird es gefährlich für die Fire-Fighter

Selbst wenn man mit Josh Brolin in der Hauptrolle den sicheren Weg beschritt (immerhin ist er aktuell nicht nur äußerst beliebt, sondern eben auch ein fantastischer Darsteller), so hat er ja noch einige jüngere Kollegen an seiner Seite. Und hier fällt erneut Miles Teller auf. Der junge Schauspieler, der den intriganten Peter im Bestimmung-Franchise gab und sich in Whiplash die Finger wund trommelte, darf hier erneut zeigen, dass er zu den Besten seiner Generation gehört.
Und er beweist, dass seine intensive Darstellung in Whiplash eben kein Einzelfall war. In No Way Out gelingt ihm die Wandlung vom drogenabhängigen Taugenichts zum Teamplayer hervorragend. Man nimmt seinem Brandon ab, dass er sich wandeln möchte, weil er gerade Vater wurde. Man glaubt ihm, wenn er sich nach ein paar Kilometern Jogging die Seele aus dem Leib kotzt und fühlt mit ihm mit, wenn er nur noch Kontakt über Funk zu seinen Kollegen hat und ihm vor Schock und Schmerz der Speichel aus dem Mund rinnt. Nur wenige Darsteller sind bereit, für einen Film derartige Emotionen und physische Strapazen auf sich zu nehmen. Grandios, wenn er am Abend seines ersten Trainings gebückt wie ein Greis davonschleicht.Da kann und darf man auch mal darüber hinwegsehen, dass im Team von 20 testosterongeschwängerten Kerlen eben auch eine Menge heiße Luft gequatscht wird und man sich den einen oder anderen Machospruch auch hätte sparen können. Wenn man allerdings den Aussagen in den Making-of-Featurettes Glauben schenk und ein bisschen spürt, wie die Jungs waren, wird auch das ziemlich authentisch nachempfunden sein.

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Eric gibt Brandon eine zweite Chance

Neben Brolin und Teller gibt auch Jennifer Connelly als Amanda eine prima Figur ab – vor allem, wenn sie mit Selbstbewusstsein die Partnerin an Erics Seite gibt, die ihm völlig zu Recht ab und an die Leviten liest.
Dazu ist Jeff Bridges als Chef der Feuerwache Duane Steinbrink erstaunlich nahe am Original, was man gut erkennen kann, wenn man Steinbrink im Bonusmaterial anschaut. Außerdem darf Bridges einen netten Country-Song zum Besten geben, womit er sein Sanges-Talent nach Crazy Heart erneut unter Beweis stellen kann.
Sämtliche Darstellungen und Vertiefungen der persönlichen Motivationen und Emotionen führen dazu, dass man mit den Hot Shots fühlt. Und das wiederum bindet in den dramatischen Szenen ans Geschehen. Wenn es im Finale dann richtig gefährlich wird, stellt man sich vor, wie man sich in Brandons Situation fühlen würde. Hier funktioniert auch der Pathos, der erstaunlicherweise viel geringer ausfällt, als man ahnen würde. Kosinski beging trotz heldenhafter und beeindruckender Bilder nicht den Fehler, No Way Out wie einen Kriegsfilm zu inszenieren. Dafür gehen Film und Figuren viel zu sehr in die Tiefe. Dennoch gibt es natürlich diese groß angelegten Feuer- und Actionszenen, die atemberaubend angelegt sind und im Zusammenspiel mit den teils grandiosen Aufnahmen der Landschaft von Hügeln und Tälern für absolut packende Momente sorgen. Das Zusammenspiel aus virtuellem und kontrolliert abgebranntem Feuer funktioniert dabei zu jeder Zeit hervorragend und lässt keinen Zweifel daran aufkommen, wie gewaltig solch eine Feuerbrunst ist.

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Erfolgreich Feuer mit Feuer bekämpft

Bild- und Tonqualität BD

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Brendan ist nicht immer einfach zu nehmen

Das volldigitalen Kameras aufgenommene Bild von No Way Out kommt in der Praxis mit genau der Detailtiefe rüber, die man sich aufgrund der Ausgangsauflösung von 4K gewünscht und vorgestellt hat. Ausgenommen ein ganz geringes, höchstwahrscheinlich nachträglich hinzugefügtes Korn, das vor allem auf uniformen Hintergründen (Himmel, Asphalt oder Holzwand 13’30) zum Vorschein kommt. Auch in den wenigen Szenen bei Available Light (vor allem gegen Ende) wird es mal etwas wuseliger. Das allerdings wirkt authentisch und ansonsten bleibt es meist sehr ruhig. Noch besser aber ist die Schärfe, die Einstellungen von Gesichtern oder Bekleidung zum Höchstgenuss werden lassen. Schon Brolins Antlitz im fahrenden Pick-up lässt trotz Bewegung jedes einzelne Barthaar erkennen. Auch die Schärfentiefe ist immens, wenn die Kamera kurz darauf die weite Landschaft filmt (4’16). Ähnlich plastisch und krisp gestaltet sich die Struktur in Jesses Mütze und selbst Baumrinden bleiben durchweg gut durchzeichnet. Dass Einstellungen der Jungs vor hellem Himmels-Hintergrund und in rauchender Umgebung nicht den letzten Kontrast rausholen, ist kein Fehler der Disk, sondern schlicht authentische Wiedergabe des Geschehens. Wie dynamisch aber die BD sein kann, zeigt erneut Brolins Antlitz im Vordergrund nach knapp neuen Minuten – der charismatische Darsteller erscheint dermaßen dreidimensional im Vordergrund, dass man meint, man könne jeden der vergangenen Einsätze an seinen faltigen und abgewetzten Handschuhen ablesen – fantastisch (8’43). Wenn man dem fast hyperrealen Bild etwas anlasten möchte, dann allerhöchstens eine ganz leichte Tendenz ins Grün auf neutralen Flächen.

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Hartes Training führt zum Status eines Hot-Shot-Teams

Was war das für ein Hickhack bei der Vorankündigung der Disks. Da hieß es zunächst, die deutsche Tonspur läge in Dolby Digital vor, nur um auf Nachfrage zu korrigieren – und zwar auf Dolby Atmos für beide Sprachen. Das war aber noch nicht das Ende, denn zum Schluss änderte man wieder zurück und auch heute noch steht Dolby Digital laut Anbieter.
Faktisch stimmt aber nichts von beidem. Denn die BD liefert den deutschen Ton in verlustfreiem dts-HD-Master, während Dolby Atmos (in True HD) nur für die englische Fassung gilt. Nimmt man sich die hiesige Fassung in dts-HD zur Brust, beginnt sie mit relativ luftigem Rocksound während der Autofahrt und setzt erstmals Akzente, wenn der Rotor des Hubschraubers von oben in Zeitlupe gefilmt wird. Hier schneiden die Blätter beeindruckend wuchtig durchs Heimkino. Allerdings muss man den Regler am Receiver tüchtig nach oben drehen. Denn die englische True-HD-/Atmos-Fassung ist um Welten lauter. Gute 10db sind es an meinem Pioneer SC-LX59. Dennoch ist der Druck noch etwas geringer und auch die Stimmen klingen nicht so harmonisch eingebettet wie auf der englischen Tonspur. Der Score wirkt im Vergleich ebenfalls etwas brummelig/dröhnend und nicht sonderlich gut definiert im LFE-Bereich. Besser sind die Geräusche während der Einsätze. Feuerwalzen, Gewitter, krachende Bäume und der allgegenwärtige Wind fegen beeindruckend effektvoll durchs Heimkino. Und jede in Zeitlupe gefilmte Sequenz wird richtig dynamisch (117’30). Klasse auch die entfernten Geräusche des Feuers nach knapp 50 Minuten (48’50). Als Resümee kann gesagt werden, dass No Way Out in Sachen Effektqualität und Direktionalität hervorragend gefällt, während im LFE-Bereich hier und da mehr Differenziertheit und weniger Brummeln möglich gewesen wäre.

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Manchmal hilft trotz des heldenhaften Einsatzes nur die Flucht

Wechseln wir zum Schluss mal zur englischen Fassung und ihrem Dolby-Atmos-Sound.
Der meldet sich erstmals beim Funkenflug direkt zu Beginn. Wenn die Kamera durch die brennenden Bäume fährt, zischt und lodert es auch von oben, was den Zuschauer mitten in das Feuer hinein versetzt. Natürlich wird auch der Hubschrauber (zunächst) korrekt von oben vertont (5’30) – allerdings macht es keinen Sinn, seinen in Zeitlupe zu sehenden Rotor aus der Höhe zu hören, wenn die Kamera von oben drauf filmt (5’38). Im späteren Verlauf machen sie es wieder besser, wenn man ständig einen Helikopter über dem Waldbrand hört, ohne ihn zu sehen. Das stellt eine tolle Atmosphäre her, wenn Sound für Informationen genutzt wird, die weit außerhalb der Sichtweite der Kamera stattfinden. Ohnehin sind es immer wieder die Hubschrauber, die für Effekte von oben sorgen, weil sie einfach so zahlreich vorkommen.
Schade, dass man generell nicht stärker die Rotorengeräusche genutzt hat, wenn die Firefighter im Heli sitzen und der Motor direkt über ihnen ist (44’00). Allerdings liefert auch die reguläre Ebene hier keine Sounds, sodass sie schlicht nicht vorhanden sind.
Dass es aber doch nicht nur Helikopter sind, die man von oben vernimmt, zeigt der Angriff der Bienen nach knapp 50 Minuten. Wie wahnsinnig schwirren sie um die beiden „Helden“ und versetzen auch den Zuschauer in akutes Herumwedeln (48’08). Weitere Signale aus den Heights gibt’s dann beim Wasserabwurf des Flugzeugs und vor allem bei der kleinen Feuerwalze kurz danach (69’40, 71’35). Auch der Überschlag des Autos und der Funkenschlag mit den knacksenden Bäumen gelangt sehr eindrucksvoll ins Heimkino (78’20). Und im Finale wird es ab Minute 113 richtig immersiv. Durch die Windgeräusche, das Krachen und das später lodernde Feuer, fühlt man sich als Zuschauer mittendrin, im Inferno.

Bild- und Tonqualität UHD

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Amanda steht nicht immer zum Job ihres Mannes

No Way Out – Gegen die Flammen bietet bei der Frage nach der technischen Entstehung endlich mal etwas Abwechslung vom Arri-Alexa-Einerlei der meisten Produktionen. Kameramann Claudio Miranda  drehte den Film mit einer Sony CineAlta F65. Die volldigitale Kamera zeichnet bis zu 8K auf. Für den Film setzte man allerdings auf einen 4K-Workflow, der auch auf das Digital Intermediate gerettet wurde. Wir haben es bei einem 4K-DI also tatsächlich mit einem nativen 4K-Film auf UHD zu tun. Zusätzlich integrierte man natürlich einen erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie die höhere Bilddynamik. Diese kommt hier in HDR10 und Dolby Vision.
Legt man die Disk ein und stellt erste Vergleiche zwischen der HDR10-Varainte und der Blu-ray an, fällt sofort eines auf: Die UHD ist wesentlich weniger farbig. Auch die Bilddynamik scheint eher schwächer denn besser. Das Color Grading wurde deutlich sichtbar verändert. Neutrale Töne tendieren Richtung grün, Hauttöne sind ebenfalls fahler und das rosig-gesunde weicht einem eher kränklicen Teint. Bei den grünen Büschen wurden die Gelbanteile komplett reduziert, sodass sich deren Farbe eher in ein dunkles Flaschengrün verändert. Auch die gelben Jacken der Einsatzkräfte wirken durchweg schmuddeliger und die Randbereiche von Feuerwalzen leuchten nicht mehr so kräftig orange aus. Lediglich der heiße Kern des Feuers ist noch gelborange. Die Korona bleibt eher blass. Schaut man die UHD isoliert, kann man diesen Look gut finden. Er ist halt eben deutlich anders – letztlich ist hier Geschmackssache, ob man es lieber bunt und abwechslungsreich oder eher etwas fahler und erdiger präferiert.
In Sachen Bilddynamik schlägt Dolby Vision die HDR10-Variante in jeder Einstellung. Selbst das Color Grading ist hier eher im Kompromissbereich zwischen BD und HDR10. Ein wenig mehr Farbe kommt in die Gesichter zurück, was insgesamt am angenehmsten wirkt. Wirklich gut sichtbar ist aber, dass Dolby Vision sowohl in hellen als auch in dunklen Einstellung mehr Kontrastumfang liefert. Schwarz wird knackiger, helle Anteile erhalten mehr Kraft und ein Überstrahlen ist zu keiner Zeit sichtbar. Wo HDR10 in der einen oder anderen Einstellung mit Rauch und Dunst eher trüb wirkt, holt Dolby Vision noch mal Punch raus. Besonders gut ist das zu sehen, wenn im Wald die Flammen lodern oder auch bei dunkleren Einstellungen von Gesichtern. Während die HDR10-Variante deshalb gegenüber der Blu-ray Federn lassen muss, liefert Dolby Vision einen gesunden Kompromiss aus geringer(er) Farbreduktion bei gesteigertem Kontrast.
Was die Schärfe und Auflösung angeht, so punktet auch hier Dolby Vision gegenüber HDR10. Da der verringerte Kontrast und das reduziertere Color Grading auch Details auf Gesichtern etwas weniger deutlich herausarbeitet, liefert DV hier die eindrucksvollere Detaillierung.

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(100’27): Gut zu sehen, dass im direkten Vergleich die Blu-ray farbiger wirkt und mehr Gelbanteile im Grün hat.
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Die UHD (hier HDR10) reduziert das Grün auf ein sehr dunkles und färbt auch die neutrale Fläche stärker ein.
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(60’34): Noch deutlicher wird die Differenz in der Farbgebung bei Hauttönen in gut ausgeleuchteten Szenen. Wo die Blu-ray rosige Gesichter mit Rotanteilen bietet, …
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… zeigt die UHD (hier ebenfalls HDR10) einen wesentlich grüneren Teint mit weniger Nuancierung. Tellers Antlitz wirkt kränklicher.
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Blu-ray (71’59): Die Blu-ray ist zwar etwas dunstig und nicht ganz perfekt im Kontrast (in dieser Szene), liefert aber mehr oranges Flammenmeer.
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HDR10: Auch hier reduziert die UHD per HDR10 die farbigen Anteile sichtbar und lässt nurmehr das gleißende Licht der Feuerzentren durch. Der brennende Dunst drumherum ist wesentlich grauer.
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Dolby Vision: Dolby Vision liefert zwar ebenfalls nicht mehr Orange-Anteile, kann gegenüber HDR10 aber die wesentlich dynamischeren Kontaste anbieten. Schon der dunkle Anteil im Gebirgs-Sockel wirkt viel plastischer. Auch der Dunst/Rauch im linken Bildbereich lässt mehr Feinheit zu und sieht nicht so milchig aus.
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Blu-ray (81’32): Eine Szene, in der der Unterschied im Color Grading zwischen BD und UHD am deutlichsten wahrgenommen werden kann. Wo die Blu-ray noch rote und braune Töne anbietet …
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HDR10: Erscheint die UHD per HDR10 fast einfarbig grün. Auch der Kontrastumfang wirkt geringer, fahler.
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Dolby Vision: DV hingegen holt wieder etwas Farbe zurück und verbessert die Kontrastdynamik gegenüber HDR10 merklich.
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Blu-ray (100’36): Die Blu-ray ist im Rahmen von 1080p-Konkurrenten gerade bei gut ausgeleuchteten Szenen im qualitativ vorderen Bereich.
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HDR10: Per HDR10 gehen nicht nur die Farben etwas abhanden, auch im Kontrastumfang wirkt die UHD hier schwächer als die Blu-ray.
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Dolby Vision: DV intensiviert Kontraste und liegt auch bei den Farben im guten Kompromiss. Im direkten Vergleich mit HDR10 hat Dolby Vision hier deutlich die Nase vorn.
Beim Sound von No Way Out gibt’s für die UHD keinen Anlass für Veränderungen. Die Tonspuren sind identisch mit jenen der Blu-ray.

Bonusmaterial

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Trockenübung

Das Bonusmaterial von No Way Out ist relativ reichhaltig gefüllt. Neben einem Audiokommentar, den Josh Brolin gemeinsam mit Regisseur Kosinski abhält, gibt es noch drei Featurettes, das Musikvideo „Hold the Light“ von Dierks Bentley sowie ein Making-of dazu und eine entfernte Szene.
Die drei Hintergrund-Dokus beschäftigen sich in „Den Helden zu Ehren“ mit den Hintergründen zu den damaligen Geschehnissen. Hier kommen nicht nur die am Film beteiligten zu Wort, sondern auch die Angehörigen der damaligen Fire-Fighter. In „Das Team“ betont man erneut, wie sehr man die Vorbilder mit der Darstellung der Schauspieler ehren und nicht einfach imitieren wollte. In „Boot Camp“ letztlich geht es um die „Ausbildung“ der Darsteller. Immerhin hat sich jeder voll in die Dreharbeiten reingehängt und einen 20 bis 30kg schweren Rucksack über Meilen hinweg getragen. Man gab sich die allergrößte Mühe, den echten Hotshots gerecht zu werden – selbst wenn das künstliche Feuer im Hintergrund die Nackenhaare abbrannte.

Fazit

No Way Out – Gegen die Flammen ist nicht nur ein spannendes Action-Drama, sondern vor allem eine nachträgliche Ehrerbietung an die 20 Männer der Granite Mountain Hotshots. Herausragend gespielt und mit atemberaubenden Feuerbrunst-Szenen spektakulär umgesetzt, zieht man seinen Hut vor den Feuerwehrmännern. Dass der Film verschweigt, welche rechtlichen Streitigkeiten im Nachgang für Kontroversen sorgten, ist sicher beschönigend. Letztlich ist ein Film aber immer noch ein Film und eben keine Dokumentation.
Technisch überzeugen Blu-ray und UHD mit äußerst dynamischem und knackscharfem Bild.
Der deutsche Sound ist dabei zwar sehr effektvoll, könnte während der Filmscore-Sequenzen aber sauberer im Bass sein.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 90%
Bildqualität UHD (HDR10): 75%
Bildqualität UHD (Dolby Vision): 85%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 75%

Bonusmaterial: 60%
Film: 80%

Anbieter: Studiocanal
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Joseph Kosinski
Darsteller: Josh Brolin, Miles Teller, Taylor Kitsch, Jeff Bridges, Jennifer Connelly, James Badge Dale, Andie McDowell, Ben Hardy
Tonformate BD/UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-Master 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 134
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und Screenshots von BD und UHD liegt bei Anbieter StudioCanal)

Trailer zu No Way Out – Gegen die Flammen

NO WAY OUT – GEGEN DIE FLAMMEN Trailer Deutsch | Jetzt im Kino!

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