Oblivion

Blu-ray Review

Universal Pictures HE, seit 15.08.2013
Universal Pictures HE, seit 15.08.2013

OT: Oblivion

 


Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

Tom Cruise sorgt dafür, dass die Menschheit weiterlebt …

Inhalt

Hoch über den Wolken haben Jack und Olivia ihre Basisstation
Hoch über den Wolken haben Jack und Olivia ihre Basisstation

Die Erde im Jahr 2077 ist eine verwüstete Einöde. Als eine außerirdische Rasse über sechzig Jahre zuvor den Mond zerstörte und die Erde angriff, blieb nur die Abwehr mit Atomwaffen. Der Krieg wurde zwar gewonnen, doch der blaue Planet wurde unbewohnbar verseucht. Die wenigen Überlebenden retteten sich auf „Tet“ – eine tetraedisch geformte Raumstation, die darauf wartet, zum Titan, Saturns größtem Mond zu fliegen. Dafür werden jedoch noch Erd-Ressourcen benötigt. Ressourcen, die über riesige Hydrotürme erwirtschaftet werden, die den Meeren das Wasser entziehen und in Energie umwandeln. Zum Schutz dieser gigantischen Anlagen sind flugfähige Drohnen installiert.
Jack Harper und Victoria Olsen kümmern sich um die Wartung und Reparatur der Drohnen – Victoria von der Basisstation 49 aus, Jack per Flugobjekt und am Boden.
Die Arbeit ist nicht ganz ungefährlich, denn auch nach dem gewonnenen Krieg marodieren immer wieder außerirdische Plünderer durch die Gegend, zerstören Drohnen oder entfernen deren Energiekern. Doch die beiden sind ein effektives Team und bestätigen ihre perfekte Zusammenarbeit täglich an Sally, der Einsaztleiterin von Mission-Control im „Tet“. Als eines Tages ein unbekanntes Flugobjekt in einen von Jacks Überwachungsquadranten bruchlandet, ignoriert er sämtliche Direktiven und fliegt zur Absturzstelle. Dort findet er sechs Menschen, die in Schlafkapseln liegen, kann aber nur eine Frau retten, bevor eine Drohne sämtliche Fremdkörper zerstört. Die Gerettete hört auf den Namen Julia und nennt Jack zu dessen Verwunderung beim Namen. Wer ist sie? Wo kommt sie her?
Bevor Harper das beantworten kann, wird er von den Plünderen gekidnappt und erlebt die Überraschung seines Lebens …

Welches Geheimnis verbirgt Julia?
Welches Geheimnis verbirgt Julia?

Von der ersten Sekunde an sieht man, dass Tron Legacy-Regisseur Joseph Kosinski für Oblivion verantwortlich zeichnet. Sein Faible für klare und gerade, praktisch rasterförmige Formen bestimmt auch hier das Setdesign. Gerade die Gestaltung der modernen Basisstation, der Entwurf für Harpers Flugobjekt „Bubbleship“ und später auch für das Innendesign von „Tet“ sind ebenso visuell einzigartig wie atemberaubend. Bei aller optischer Opulenz schafft es Kosinski dennoch, dass man die erste Stunde fasziniert der Geschichte folgt und miträtselt, was hinter all dem steckt. Mit Beginn der Enthüllungen jedoch verliert der Film zunehmend seinen roten Faden, präsentiert plötzlich zu viele Fakten auf einmal und hinterlässt dabei einige Logiklöcher. Wer diese ausblenden kann, wird in Oblivion jedoch blendend unterhalten und sieht famose Flug- und Stuntsequenzen. Tatsächlich hat man diese so stylish zuletzt lange nicht gesehen und mit ein bisschen Wohlwollen kann man Oblivion sogar einen philosophisch angehauchten Diskurs unterstellen – immerhin werden hier zeitgenössische und kritisch betrachtete Themen angesprochen. Tom Cruise spielt souverän wie meistens, seine kühle Gegenspielerin Andrea Riseborough als Victoria darf demnächst gerne öfter in Erscheinung treten und . Morgan Freeman letztlich gibt dem Film das Rückgrat, das er nahezu jeder Produktion verleiht, bei der er mit von der Partie ist.

Bild- und Tonqualität

Olivia tut, was ihr die "Mutter" befiehlt
Olivia tut, was ihr die „Mutter“ befiehlt

Lange musste man warten, bevor ein Realfilm mal wieder ein absolutes Top-Bild aufweisen konnte. Bei Oblivion ist es endlich wieder der Fall: Jedes Detail im „Bubbleship“ ist erkennbar, der perfekte Kontrast und die extrem gute Schärfe sorgen für eine unheimlich hohe Plastizität. Das Bild der Blu-ray erscheint oft derart dreidimensional, dass eine etwaige 3D-Fassung des Films vollkommen unnötig gewesen wäre – lediglich bei sanften, kaum merklichen Bewegungen sind hier und da leichte Artefakte zu sehen.
Ebenso referenzverdächtig ist der Ton von Oblivion. Während im englischen eine verlustfreie dts-HD-Master-Spur mit 7.1 Kanälen aus allen Rohren feuert, gefällt hier auch der deutsche Sound. Dieser kommt zwar „nur“ als dts-HD-High-Resolution-Spur (reduziert auf 2 Mb/s), klingt aber ebenso dynamisch. Von Beginn an überzeugen die Tonfassungen mit fantastischer Räumlichkeit. Wenn Jacks „Bubbleship“ landet, pumpt der Subwoofer ordentlich Luft ins Heimkino (9’16) und die Actionsequenzen zum Schluss lassen fürchten, dass sich der Nachbar von unten meldet. Der großartige Synthie-Score von M83 klingt wunderschön über alle Lautsprecher und ist als reine 5.1-dts-Spur auch isoliert anwählbar.

Die fantastischen Aufnahmen werden von der Blu-ray eindrucksvoll wiedergegeben
Die fantastischen Aufnahmen werden von der Blu-ray eindrucksvoll wiedergegeben

Bonusmaterial

Freund oder Feind? Jack kann den mysteriösen Fremden noch nicht einschätzen
Freund oder Feind? Jack kann den mysteriösen Fremden noch nicht einschätzen

Der Filmkommentar im Bonusmaterial von Oblivion mit Tom Cruise und Joseph Kosinski bleibt grundsätzlich eher nüchtern. Spannender geht es da in den fünf Featurettes zu. Diese bleiben zwar mit fünf bis 16 Minuten eher kurz, vermitteln aber gut, mit wie viel Engagement alle Beteiligten zu Werke gegangen sind. Über die Entstehung der Idee zum Film, die Optik und die Filmmusik bis hin zu den körperlichen Herausforderungen an die Darsteller reicht die Palette der Informationen. Natürlich hat es Tom Cruise sich auch dieses Mal nicht nehmen lassen, seine Stunts größtenteils selbst zu erledigen. Dies wiederum brachte Olga Kurylenko in Zugzwang, als sie sich ängstlich neben ihn in die Rig, die das „Bubbleship“ simulierte, setzen musste.

Fazit

Nach Tron Legacy zeigt Regisseur Kosinski nun mit Oblivion, dass er verstanden hat, wie Science-Fiction funktioniert. Obwohl er zum Ende hin die Story etwas aus den Augen verliert, schafft er es mit sensationellem Setdesign und fantastischen optischen Einfällen den Zuschauer zu beeindrucken. Dazu kommt die hervorragende technische Umsetzung auf der Blu-ray, die in Sachen Bild- und Tonqualität ganz weit vorne liegt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 95%
Tonqualität (dt. Fassung): 95%
Tonqualität (Originalversion): 95%
Bonusmaterial: 70%
Film: 80%

Anbieter: Universal Pictures Home Entertainment
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Joseph Kosinski
Darsteller: Tom Cruise, Olga Kurylenko, Andrea Riseborough, Morgan Freeman
Tonformate: dts HD-Master 7.1: en // dts HD-High-Resolution 7.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 105
Codec: AVC
FSK: 12

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