Parasite – Finde den Eindringling! 4K UHD

Blu-ray Review

Koch Media, 05.03.2020
Capelight Pictures, 05.03.2020

OT: Gisaengchung

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Aus Zitronen Limonade machen

Hier kommt der frischgebackene vierfache Oscargewinner.
Update: 01.05.2020: Nachdem bei meinem Review damals auffiel, dass PARASITE zunächst ohne HDR auf die Disk gelangte, wurden bald Austauschdisks ins Aussicht gestellt. Diese sind nun verfügbar und werden wohl auch schon verschickt.
Deshalb gibt’s in meinem Review auch ein Update mit Screenshots für den Vergleich zwischen BD und UHD – nun MIT HDR.

Inhalt

So ein Job als Pizzakartonfalter trägt nicht gerade zum Reichtum bei

Familie Kim lebt bescheiden. Naja, eher runtergekommen. Irgendwo in einem schummrigen Souterrain in der großen Stadt müssen Aushilfsjobs herhalten, um überhaupt über die Runden zu kommen – und wenn es das Falten von Pizzakartons ist. Als wäre das alles noch nicht schlimm genug, hat nun auch noch die Nachbarin über ihnen das zuvor offene WLAN passwortgeschützt. Einen Funken Restempfang eines öffentlichen WLANs findet Sohn Ki-woo noch – direkt neben dem winzigen Klo.
Aufwärts scheint es zu gehen, als er außerdem einen Job als Nachhilfelehrer der reichen Schülerin Da-hye Park annimmt. Wie es der Zufall will, suchen die Parks auch noch eine Kunst-Unterstützerin für den begabten kleinen Sohn Da-song. Und wie es der Zufall will, ist Ki-woos Schwester Ki-jung ziemlich gut in kreativer Kunst. Nach und nach schafft Ki-woo es, seine ganze Familie bei den Parks einzuschleusen. Und die Kims werden immer unersetzlicher für die Parks. Doch dann geschieht etwas, mit dem auch die Kims nicht gerechnet haben …
(Mediabook A, UHD, Blu-ray, Bonus-Blu-ray)

WLAN nur noch in der letzten Ecke der Behausung

Parasite ist schon ein kleines Phänomen: Goldene Palme von Venedig, Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film und je ein Oscar© für den besten Film und den besten nicht englischsprachigen Film (was für sich genommen schon eine bisher einmalige Sensation ist) – nimmt man die bisher rund 200 Preise, die Parasite gewonnen hat, dürfte man annehmen, dass Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Bong Joon Ho gerne so langsam mal wieder einen faulen Abend auf der Couch verbringen würde. Denn zwischendurch dürften die Termine zu Preisverleihungen und Festivals des Öfteren miteinander in Kollision gestanden haben.
Selbst wenn der Lohn von sensationellen 204 Mio. Dollar weltweitem Einspiel (Stand Ende Februar 2020) üppig ausfiel, gehen einem die immer gleichen Fragen von Journalisten sicherlich irgendwann auf die Nerven.
Es ist aber auch unheimlich, wenn man bedenkt, dass Parasite auf einzelnen Filmbewertungs-Plattformen derzeit sogar Der Pate von der Spitzenposition verdrängen konnte (Quelle).
Bong Joon Ho kam die Idee zu seinem Drehbuch 2013 während der Dreharbeiten zu Snowpiercer. Ursprünglich wollte er die Erfahrungen, die er als Nachhilfelehrer für einen Jungen aus gutem Haus gesammelt hatte, in ein Bühnenstück verarbeiten.
Im Laufe der Zeit (und mit dem Zutun von Co-Autor Jin Won Han) formte sich aber immer mehr eine filmische Geschichte heraus. Eine Geschichte, die Bong Joon Ho vom südkoreanischen Genreklassiker Hanjo -- Das Hausmädchen beeinflusst sieht. Im 1960er Film führt die Anstellung eines Haus- und Kindermädchens zur Zerstörung einer Familie, nachdem der Hausheer eine Affäre mit der jungen Frau beginnt.

Ständig pöbeln Betrunkene vor der Souterrain-Wohnung herum

Diese Grundidee mixt der Regisseur mit einigen realen Geschehnissen und verdichtet sie in seinem Parasite zu einem atmosphärisch packenden Mix aus so unterschiedlichen Genres wie Drama, schwarze Komödie, Thriller und Home Invasion. Die unterliegenden Hauptthemen Klassenunterschied und soziales Ungleichgewicht werden an der Oberfläche schon deutlich, wenn man sich die Inhaltsangabe durchliest. Aber auch visuell und inszenatorisch macht der Film klar, welche Klasse wo (die Armen im Souterrain/Keller, die Reichen in prunkvollen Häusern) lebt und welche Wohnumstände dort jeweils herrschen. Geld siegt hier eindeutig über Sicherheit und gesundheitsgefährdende Lebensumstände. Die Kritik am Kapitalismus ist dabei allgemeingültig, selbst wenn der Film in Korea noch spezifischere Jugendthemen anspricht und noch dazu eine unverhohlene Kritik am Lifestyle der USA, bzw. der Hörigkeit der Südkoreaner gegenüber dem US-Konsum.
Sensationell gut ist dabei die Verwebung von Setdesign und Kameraarbeit. Man weiß von der ersten Minute an, dass die Kims in einem Drecksloch leben. Das Klo auf einer halben Etage höher gelegt kann man nur in gebückter Haltung erklimmen, die Habseligkeiten haben kaum Platz in der klaustrophobisch engen Wohnung und die Tatsache, dass ständig Betrunkene in die offenen Fenster der Halbkeller-Wohnung urinieren, verdeutlicht den sozialen Stand der Kims.
Ganz anders die Parks. Sie leben etwas höher gelegen innerhalb von dicken Mauern und Toren, abgesichert durch Kameras in einer kleinen Oase mitten in der Stadt. Ihr Garten gleicht einer kleinen Wohlfühloase und im Wohnzimmer könnte man auch Fußball spielen.
Das ist aber nur der visuelle Aspekt. Inhaltlich spielt sich das Arm gegen Reich und Reich gegen Arm über den Geruch ab. In einer Schlüsselszene bekommt Vater Kim mit, wie Vater Park ganz offen den Gestank kritisiert, der angeblich von Kim ausgeht. Einen Geruch, das weiß Kim, den er nie wird ablegen können. Einen Geruch, der die Kluft zwischen ihm und Park offenbart und der so eklatant zu sein scheint, dass Park – so respektvoll wie er Kim zunächst gegenüber tritt – sich in einem Moment der Ehrlichkeit darüber beschwert.

Ki-woo stellt sich bei den Parks vor

Das Szenario selbst filmt Kameramann Kyung-pyo Hong so smart, dass es visuell ein echter Genuss ist. Ob das die tollen Bildkompositionen sind, in denen das Innere des Hauses der Parks fast geometrisch dargestellt wird oder die teils aus der Vogelperspektive geschilderten Bilder im Finale.
Aber auch die Kameraeinstellungen der Figuren nehmen das Thema des Films auf. Bisweilen sieht man den jeweils anderen aus der Hinter-der-Kopf-Position seines Gegenübers. Allerdings nicht vollumfänglich, sondern nur im Anschnitt – so als würden die Figuren zu verschmelzen beginnen und ihre Positionen tauschen – eine glänzende Arbeit von Kyung-pyo, der schon in Snowpiercer mit Bong Joon Ho zusammengearbeitet hatte (und dort ebenfalls fantastische Arbeit ablieferte).
Das Besondere an Parasite ist aber neben dem Setting auch seine unglaublich gekonnte Mixtur aus Drama, Thriller und Humor. Besonders zu Beginn gibt’s immer wieder witzige Situationen. Ob es die offenen Fenster während der Schädlingsbekämpfungs-Dämpfe sind oder die fast schon slapstickartigen Ungeschicklichkeiten von Vater Kim. Erstaunlich westlich ist diese Art von Humor, während die brüsken Kommandos von Mutter Kim eher den fernöstlichen Witz übermitteln.
Schwarz und schwärzer wird der Humor dann, wenn Bong Joon Ho uns nach gut einer Stunde die erste faustdicke Überraschung präsentiert. Von da an zieht gleichzeitig die Spannungskurve an und lenkt den Film in eine ganz andere Richtung. Gleichermaßen bleibt man aber am Geschehen und möchte unbedingt wissen, wie es denn jetzt mit den Kims und den Parks weitergeht.

Hat sein Fahrer wirklich im Auto …?

Schwierig steht’s um Parasite nur dann, wenn man ihm Fragen bezüglich des Realismus stellt – und das gar nicht darauf bezogen, dass es so einfach scheint, sich in die reiche Familie einzuschleusen. Vielmehr fällt es schwer, wirklich zu glauben, dass dieses Quartett, das sich zunächst nicht gerade vornehm und organisiert darstellt, den Haushalt der Parks ebenso perfekt schmeißt wie die langjährigen Vorgänger. Das ist ein Punkt, an dem Parasite sicherlich einige Zuschauer verliert. Gleichsam droht ein anderes Problem für eine Zweiteilung der Zuschauer in Pro und Contra. Denn während man anfänglich durchaus auf der Seite der Kims stand und ihnen schon gönnte, auch ein wenig von den Früchten der Reichen zu essen, steht der Film vor dem letzten Drittel schon mal kurz vor der Schwelle, den Kontakt zu den Hauptfiguren zu verlieren. Auch mit dem überraschenden Finale wird das nicht unbedingt besser. Und es wird auch Kritiker geben, denen das Schicksal der vier Kims am Ende etwas absurd wirkt.
Doch wer Parasite mal sacken lässt. Wer ihm mal einen Tag des Wirkens gönnt. Und wer ihm dann noch mal nachspürt. Der wird merken, dass es gerade diese absurden Momente sind, die den Übergang der so unterschiedlichen Genres am Ende so gelungen werden lassen.

Ki-jung bekommt den Job als Kunst-Nachhilfe

Bild- und Tonqualität BD

Eine ernsthafte Unterredung mit der Haushälterin

Parasite zeigt sich im Bild auf internationalem Top-Niveau. Seine volldigitale und hochaufgelöste Herkunft (siehe nächstes Kapitel) kann der Oscar-Gewinner kaum verleugnen. Vor allem Close-ups sowie nächtliche Szenen liefern eine tolle Schärfe und Auflösung in der Tiefe (Anfang Kapitel zwei). Dort kann sich auch der Kontrastumfang wirklich sehen lassen. Schwarz ist knackig, helle Bereiche bleiben definiert und es säuft praktisch nichts ab. Das dezente Korn, das man hinzugefügt hat, lässt den Film etwas schmuddeliger, gleichzeitig authentischer erscheinen. Zumal es sich sehr im Rahmen hält und auf zwei Meter Entfernung schon kaum mehr auffällt.
Ein paar Minuten weiter im Film sehen wir eine kleinen asphaltierten Hügel – einmal von oben nach unten gefilmt, einmal anders herum. Beide Einstellungen bieten eine dermaßen gut aufgelöste Tiefe, dass man hier schon fast die UHD vermutet (12’20). Eine phänomenale Schärfe gibt’s dann beim Filmen des Lehrbuches nach 15’50. Jedes einzelne Wort, das im Fokus der Kamera liegt, lässt sich perfekt ablesen. Die Farbgebung in der Souterrain-Wohnung ist ein wenig gelbgrünlich, was zum Ambiente der armen Familie und ihrer Lebenssituation gut passt. Im Haus der Parks wird das Geschehen neutraler dargestellt, gut zu erkennen an den kalten, grauen Betonwänden.

Da-hye will nicht nur Nachhilfe von Ki-woo

Parasite kommt mit dts-HD-Master-Spuren in 5.1 für beide Sprachen. Vorzüglich gelingt dessen Räumlichkeit und Aufgelöstheit beim kongenialen Score. Gerade die sanfteren Instrumente wie Glöckchen werden fein und detailliert wiedergegeben. Gleichermaßen wird Schlagwerk im Raum verteilt. Aber auch Umgebungsgeräusche passen. Wenn des Nachts ein Bus hinter Ki-woo entlangfährt, braust dieser perfekt ortbar über die Surrounds. Sogar der Subwoofer wird bisweilen aktiviert. Erstmals, wenn nach 13 Minuten das Anwesen der Parks betreten wird. Aber auch nach gut einer Dreiviertelstunde, wenn ein Gewitter grollend vom kommenden Regen verkündet. Gleichzeitig kommen immer wieder Stimmen sehr griffig aus den unterschiedlichen Speakern.
Highlight ist sicherlich der heftige Regenfall nach etwas über 90 Minuten, der das Heimkino mal so richtig flutet. Die Dynamik hingegen entsteht meist aus dem Score, der in den dramatischen Szenen sehr stark aufbrandet und die Schere aus lauten und leisen Passagen maßgeblich öffnet.

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Studio:
Format: Blu-ray
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Bild- und Tonqualität UHD

WICHTIGE INFO:
Wie von mir einleitend zunächst beschrieben, kam die UHD ohne HDR und Rec.2020.
Dies war ein Fehler seitens des Masterings. Die Anbietern Koch Films und Capelight Pictures bieten aber eine Austauschdisk an, die ab sofort bereits zum Versand bereit ist. Solltet ihr also noch über eine UHD verfügen, die ohne HDR gemastert wurde, könnt ihr euch nach wie vor an parasite@kochfilms.de wenden, um einen Austausch in Gang zu bringen. Dafür sendet bitte ein Foto eures Kaufbelegs und eure Adresse per Mail an obige Adresse.

Der Plan scheint aufzugehen

Wie oben bereits beschrieben, basiert Parasite auf volldigitalen Aufnahmen aus einer ARRI-Alexa-65-Kamera. Diese zeichnet in 6.5K auf, was glücklicherweise über ein 4K DI gemastert und so auch auf die UHD kam. Um die teils engen Räumlichkeiten formatfüllend zu filmen, kamen bisweilen Weitwinkel-Objektive zum Einsatz, die allerdings glücklicherweise keine Randunschärfen verursachten.
Wie während des Reviews (siehe oben) auffiel, musste die Erstauflage der UHD aufgrund eines Fehlers beim Mastering ohne einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum und ohne eine höhere Kontrastdynamik auskommen.
Jetzt allerdings werden nur noch die neuen Fassungen mit HDR10 Rec.2020 ausgeliefert.
Für den deutschen Markt teilen sich hierbei Capelight Pictures und Koch Films die Auswertungsrechte mit je einem Mediabook in unterschiedlichen Covern.

Nun ist also nicht mehr „nur“ die Auflösung sichtbar besser sondern auch der Kontrasteindruck.  Zwar liefert die Blu-ray bei der Auflösung schon sehr gute Werte, kommt aber mit der Feinauflösung in Details und bei Totalen nicht mit. Die UHD liefert hier absolute Referenzwerte, was feine Linien, Feinheiten bei Schriften und Darstellung von Details auf Gesichtern und in den Haaren angeht. Zudem ist die Körnung sichtbar feiner, was das Bild in Summe ruhiger und noch rauschärmer darstellt. Aufgrund der um ca. 2/3 höheren Datenrate gegenüber der Blu-ray bleibt diese Qualität dauerhaft erhalten.
Aktuell ist das in Sachen Auflösung das Maß an dem sich andere Filme messen lassen müssen. Nun kommt natürlich noch HDR hinzu, was im Falle von Parasite zu weiteren positiven Parametern führt. So fallen Gesichter nun natürlicher, wärmer und etwas brauner aus, weniger gelblich. Farben bekommen bei Mischhelligkeiten etwas mehr Kraft, was grünem Blattwerk zu mehr Strahlkraft verhilft. Herausragend ist das Mastering bei dunklen Bildanteilen. Hier zeichnet die UHD besser durch als die Blu-ray, was für sichtbar mehr Details sorgt, ohne dass Schwarz unangenehm aufgehellt würde. Gerade in den Kellerszenen sorgt das für mehr sichtbare Bildanteile.
Obendrauf gibt es genau in diesen Sequenzen mehr Detail-Definition in den Lampen. Man sieht deren Streben besser, ohne dass das Licht alles überstrahlt. Dennoch ist die punktuelle Helligkeit höher und prägnanter. Spitzlichter sorgen für mehr Punch und auch Reflexionen auf den blutigen Gesichtern im Finale kommen einprägsamer rüber.

 

Blu-ray (53’53): (Slider ganz nach rechts): Wo sämtliche Szenen bei der ersten Veröffentlichung ohne HDR keinerlei Differenzen …

UHD (Slider ganz nach links): … zwischen BD und UHD zeigten, …

Blu-ray (53’53): (Slider ganz nach rechts): … ändert sich dies nun.

UHD (Slider ganz nach links): Die UHD bietet mehr Differenzierung im Himmel und reduziert einen etwas gelblichen Anteil.

Blu-ray (12’18): (Slider ganz nach rechts): Auch hier zeigen sich jetzt Unterschiede.

UHD (Slider ganz nach links): Das Laub hat mehr Kraft, die Differenzierung der beiden hellen Wandfarben hinten kommt besser raus und der Zaun im oberen Bereich ist satter und farbiger, ohne übertrieben zu strahlen.

Blu-ray (12’18): (Slider ganz nach rechts): Gleichzeitig ist die Auflösung sichtbar unterschiedlich gut. Zugegeben: Diese feinen Strukturen von Hängeleitungen sind maximal schwierig für eine 1080p-BD.

UHD (Slider ganz nach links): Dennoch ist es erstaunlich, wie gut die UHD hier auflöst und wie ruhig die Leitungen im Vergleich stehen.

Blu-ray (15’50): (Slider ganz nach rechts): Die Schrift sowie der Tisch offenbaren jetzt ebenfalls Unterschiede.

UHD (Slider ganz nach links): Die UHD liefert das neutralere Weiß auf dem Papier, arbeitet das Heft dreidimensionaler heraus und hat das kräftigere Braun des Tisches.

Blu-ray (15’50): (Slider ganz nach rechts): Gehen wir näher ran, werden die Ausfransungen in den Schriften im unteren Bereich sichtbar.

UHD (Slider ganz nach links): Die UHD ist hier klar, definiert und die Linien sind ohne jede Problematik.

Blu-ray (15’58): (Slider ganz nach rechts): Noch ein weiteres Detailbild, das über die BD auch in den Haaren Abstufungen zeigt.

UHD (Slider ganz nach links): Der UHD sind diese Treppenstufen unbekannt.

Blu-ray (116’40): (Slider ganz nach rechts): Gesichter wirken über die Blu-ray eine Spur zu gelblich.

UHD (Slider ganz nach links): Zumindest im direkten Vergleich mit der UHD, die sich wärmer und natürlicher präsentiert.

Blu-ray (62’09): (Slider ganz nach rechts): Normalerweise zeigen sich Blu-rays in dunklen Szenen aufgehellter.

UHD (Slider ganz nach links): Hier aber schlägt die UHD mit besserer Durchzeichnung zu Buche, ohne im Schwarz an Dynamik zu verlieren.

 

Gespräch zwischen Vater und Sohn – per Walkie-Talkie

Beim Ton der UHD ändert sich nichts. Hier bleiben die beiden dts-HD-Master-Spuren der Blu-ray erhalten. Eine Dolby-Atmos-Version gibt’s nicht.
Ein Hoch auf Leser Anton!
Während meines Nach-Tests zur Bildqualität mit HDR fiel die Konzentration aufs Bild. Zumal weder die neue Disk in meinen Händen einen Verweis auf Dolby Atmos aufweist, noch es im Menü dargestellt wird. Man muss die koreanische Tonspur anwählen, um zu merken, dass sie mit 3D-Sound kommt. Die deutsche Tonspur bleibt identisch bei dts-HD-Master. Wer also des koreanischen mächtig ist oder aber gerne jede Art von Film im Original mit Untertiteln schaut, hat nun noch eine weitere Ebene mit Tonsignalen am Start.
Jetzt wird man sich fragen, was ein derart dialogkonzentrierter Film mit der Höhen-Ebene anfängt?
Zunächst einmal liefert er den einfühlsamen Score dezent und angenehm mit von den Decken-Speakern. Wenn der Betrunkene draußen rum krakeelt, gibt’s dann authentische Geräusche von ihm – immerhin lebt die Familie im Souterrain, also unterhalb seiner Bekundungen.
Nach dreizehn Minuten gibt’s dann etwas Wind und Vogelgeräusche von oben. Bei 31’44 wird die Marsch-Filmmusik dann urplötzlich äußerst vehement eingesetzt, was für ein kurzes „Hallo wach“ sorgt. Nach 46’18 donnert dann mal kurz ein Gewitter vorbei und bei 60’21 wird’s gar richtig gewittrig und rumpelig.
Sobald es nach 66 Minuten eine Ebene tiefer geht, hört man dann authentisch gedämpftes und verhallendes Geschrei. In der Folge kommen zudem immer mal wieder dedizierte Stimmen von oben, was die Atmosphäre insgesamt durchaus steigert. Das mag am Ende in Summe nicht viel sein, wirkt aber authentisch und nachvollziehbar gemacht.

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Format: Blu-ray
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Bonusmaterial

Die Party wird eine überraschende Wendung nehmen

Während die Single-Blu-ray bis auf zahlreiche Trailer und Teaser kein Bonusmaterial enthält, kommen die beiden Mediabooks mit einer Bonus-Blu-ray sowie einem 24-seitigen Booklet im Gepäck. Diese liefert einige Interviews, elf Minuten an entfernten Szenen, Grüße von den Darstellern und ein kurzes Making-of sowie ein noch kürzeres Hinter den Kulissen, bei dem etwas über das Setting des Films berichtet wird. „Keine Spoiler“ ist ein Aufruf der Darsteller, die Handys während der Vorstellung auszuschalten und niemandem, der den Film noch nicht gesehen hat, etwas von den Wendungen zu verraten.
Während das erste Interview in einem Studio noch etwas steif daher kommt, ist das Q&A nach einer Vorstellung beim Filmfest München viel entspannter. Bong Joon Ho wechselt fließend von englisch nach koreanisch und erzählt freizügig wirklich witzige Anekdoten aus seinem Leben. Ein weiteres Q&A gibt’s beim TIFF (Toronto International Film Festival), das gut 16 Minuten läuft und neben Bong Joon Ho auch noch ein paar der Darsteller zu Wort kommen lässt. In „Expect the Unexpected, das Bong ebenfalls während des TIFF gegeben hat, referiert er selbst über sich und seine Arbeiten. Ebenfalls vom TIFF ist „Master Class“, das in gut einer Stunde retrospektiv über Bongs Filme referiert.
Das Booklet wurde von Kulturwissenschaftler Marco Heiter mit einem Text über die „Parasitologie“ gefüllt – ein lesenswerter Beitrag!
Parasite erscheint neben der regulären Blu-ray, wie oben beschrieben, in zwei verschiedenen Mediabooks. Eines (Motiv A) kommt ebenso wie die herkömmliche Blu-ray über Koch Films, das zweite (Motiv B) wird von Anbieter Capelight Pictures vertrieben.

Fazit

Parasite ist nicht perfekt. Zwischenzeitlich ist er sogar etwas nachlässig.
Aber: Parasite ist vielschichtig, glänzend gespielt, erlesen fotografiert und unglaublich elegant inszeniert. Als Kommentar auf den Kapitalismus der westlichen Welt und als Gesellschaftssatire auf die Kluft zwischen arm und reich funktioniert Bong Joon Hos Film überdies hervorragend – selbst wenn das nicht für jeden (Mainstream)Fan unterhaltsam sein wird.
Während die Blu-ray bereits ein ganz vorzügliches und sehr scharfes Bild hat, krönt die UHD das mit sichtbar mehr Kontrastdynamik, ausgewogeneren Farben und einem nativen 4K-Bild, das in Sachen Detailauflösung als Referenz gelten darf.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 90%
Bildqualität UHD: 95%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 85%
Tonqualität BD (Originalversion): 85%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 85%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 20%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial (Mediabook): 70%
Film: 90%

Anbieter: Koch Films / Capelight Pictures
Land/Jahr: Südkorea 2019
Regie: Bong Joon Ho
Darsteller: Kang-ho Song, Sun-kyun Lee, Yeo-jeong Jo, Woo-sik Choi, So-dam Park, Jeong-eun Lee, Hye-jin Jang
Tonformate BD/UHD: dts-HD-Master 5.1: de, kor
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit:132
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: 10.000
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Koch Films & Capelight Pictures)

Trailer zu Parasite

Offizieller Trailer PARASITE (Deutsch)
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44 thoughts on “Parasite – Finde den Eindringling! 4K UHD

  1. Avatar Anton Koschak

    Ist das deren Ernst??????? Kein Hdr?? Absolute Frechheit sowas. Welche Version wurde reviewed? Das Capelight Cover weißt ein HDR Sticker auf, die Koch Media Version nur ein 4K Sticker. Möglich dass die Capelight Version Hdr hat?

    • Hallo Anton.
      Getestet wurde die Disk von Capelight. Macht aber keinen Unterschied. Die Disks kommen von Koch. Nur das Booklet und das Mediabook sind von Capelight.
      Ich habe das Problem bereits zu Capelight kommuniziert, die (Stand: Jetzt) selbst nicht wussten, dass kein HDR drauf ist. Ich schreibe mehr dazu, wenn ich Antwort bekommen habe.

  2. Avatar Anton Koschak

    Vielen Dank dass du dich für eine Aufklärung einsetzt! Das kein HDR drauf ist mag die eine Sache sein (bin sehr wütend), aber dass sie auch noch mit einem HDR Sticker vermarktet wird ist Irreführung.

    • Avatar Jacob

      Da fordere ich auch eine dringende Aufklärung. Geht überhaupt nicht sowas!

  3. Avatar Andreas Häusler

    Hallo zusammen,
    Ich habe vor einer Woche den Film auf Apple TV gekauft. Normalerweise kaufe ich keine Filme oder Serien online, sondern gönne mir die physischen Einheiten. Bild und Ton sind da einfach um Längen besser. Bei Parasite konnte ich auf die Blu-Ray Veröffentlichung nicht warten. Ich war einfach zu gespannt auf den Film und hab es auch nicht bereut. Selten war ich so gefangen von einem Film. Das Drehbuch ist klasse geschrieben, Visuell hat mich der Streifen umgehauen( jeder Frame ein Gemälde , die Kamera ist spitze ( immer in Bewegung ) und das Editing genial. Nach Oldboy kommt direkt Parasite in meiner Liste an genialen Koreanischen Filmen. Freut mich auch sehr das er den Oscar für den besten Film bekommen hat. Hätte ich nicht gedacht, dachte er bekommt nur den trost Oscar für den besten fremdsprachigen Film, so wie sonst üblich. Von der Bildqualität war ich schwer begeistert. Kann jetzt such gar nicht sagen ob er mit HDR war oder ohne, ehrlich gesagt bin ich davon ausgegangen das er ein HDR Format hat. Wenn nicht war die Bildqualität aller ehren wert. Genug gelobhudelt, schaut euch den Film an

  4. Avatar Jacob

    Wow was für ein Schrott. Kein HDR und auch schon kein Atmos. Hätte die französische 4K bloß zumindest englische Untertitel.

    Was denkt sich Koch hierbei? Da hat man schonmal die riesen Chance was richtig gutes auf den Markt zu bringen, gerade wo es die 4K bislang nur hier und in FR gibt, und dann sowas.

    Ich kapiere es nicht. Bin kurz davor zu stornieren und nur die Bluray zu kaufen.

  5. Avatar Esel Else

    Hmm, Koch Media hat HDR bestätigt und die Cover haben auch das HDR-Siegel drauf!

    Sind die Disks von Koch Media und Capelight denn komlett identisch? Auch von der Bitrate?

    • Die Koch- und Capelight-Disks sind identisch.
      Wie gesagt: Ich bin dran und stehe im Kontakt mit dem Label. Sobald es Infos gibt, was gemacht wird, poste ich sie hier.

      • Avatar Jacob

        Super vielen Dank, dass du dranbleibst. Unglaublich, dass die ernsthaft nicht wissen, was für technische Daten die Disk in deren Hülle hat.

        Was soll man da noch sagen.

  6. Avatar Esel Else

    Wird vermutlich eine Neupressung geben. Dann hoffentlich direkt bitte die Schwarz-Weiß-Fassung des Films in 4K HDR mit veröffentlichen!

  7. Avatar Maximilian

    Habe heute die 4K Blu-ray von Saturn bekommen. Diese hat leider kein HDR drauf, obwohl es auf der Verpackung steht.. Bekomme ich in diesem Fall mein Geld zurück ?

    • Wie im Review beschrieben, gibt es derzeit keine dt. UHD mit HDR und/oder Rec.2020.
      Ich gehe davon aus, dass der Händler die Disk zurück nimmt.

  8. Als Antwort an ALLE, die bisher hier kommentiert haben und sich über das fehlende HDR/Rec.2020 geärgert haben, kommt hier das offizielle Statement von Koch und Capelight:

    „Liebe PARASITE-Fans,
    bei der Produktion unserer 4K ULTRA HD Blu-ray ist uns ein Fehler unterlaufen, der beide Varianten unseres PARASITE-Mediabooks betrifft (G1 wie auch G2). Beim Quality-Check ist uns leider nicht aufgefallen, dass uns ein falsches Master angeliefert wurde.
    Deshalb enthalten beide Mediabooks nicht die eigentlich angegebene HDR-, sondern die SDR-Version.
    Wir arbeiten selbstverständlich bereits an einer Austausch-Version! Um diese zu erhalten, sendet uns bitte ein Foto eures Kaufbelegs und eure Adresse per Mail an: parasite@kochfilms.de
    Wir bitten alle Fans um Entschuldigung.
    Euer Team von Koch Films“

  9. Avatar Horst Holzer

    HaHa,
    für eine fehlerhaft produzierte UHD 95 % bei der Bildqualität!
    Wie konnte das passieren?

    UHD ist eben nicht nur Auflösung, sondern auch HDR.
    Ohne dieses reich auch die BD wie das Beispiel mit der Buchseite in diesen Beitrag beweist.
    Und 90% BD können nicht 95% UHD sein, da UHD das besser Medium ist!

    • Vor dem Auslachen bitte erst einmal nachfragen, das gebietet die Höflichkeit. Danke!
      Die Rezension zu PARASITE ist aus gegebenem Anlass ein laufender Prozess. Die Wertung von 95% bezieht (bzw. bezog) sich REIN auf die Auflösung, da zum Zeitpunkt des Reviews NICHT feststand, dass HDR schlicht „vergessen“ wurde. Wäre also die UHD nur mit SDR und ohne Rec.2020 ausgeliefert worden, hätten sich die 95% eben lediglich auf die Auflösung bezogen.
      Da nun aber HDR nachgeliefert wird, werde ich die Bewertung „on hold“ setzen, falls das dann eindrücklicher und weniger missverständlich ist. Sie wird dann vollumfänglich nachgeholt, sobald die neuen Disks mit HDR-Mastering ausgeliefert sind.
      Zur Differenzierung zwischen BD und UHD, ganz wichtig:
      Diese Wertungen sind NICHT miteinander zu vergleichen. Sie werden immer INNERHALB ihres eigenen Bewertungsschemas bemessen.
      Würde man nun alle Blu-rays an den UHDs messen, müsste man nachträglich sämtliche Blu-rays, die eine UHD-Veröffentlichung bekommen, degradieren/abwerten.
      Eine 90% Blu-ray ist also (in der Regel) immer schwächer als eine 90% UHD. Selbst eine 95% Blu-ray kann noch schwächer sein als eine 85% UHD.
      Es geht bei den Bewertungen immer darum, das Medium innerhalb anderer Filme auf dem GLEICHEN Medium einzuschätzen, nicht gegen das nächsthöhere Medium.
      Ansonsten hätte man im Nachgang auch alle früheren DVD-Bewertungen massiv nach unten korrigieren müssen, als die Blu-rays auf den Markt kamen.
      Im Übrigen wird dieses Vorgehen von entsprechenden Review-Seiten weltweit vorgenommen.

      • Avatar Horst Holzer

        Dann ist das Bewertungs-System falsch angelegt.

        Ein UHD mit optimaler Auflösung und keinen HDR erhält 95% wo ist da noch Luft für eine Bewertung des HDR?

        Wie der Test beweist, muß man sich schon sehr bemühe hier einen Vorteil gegenüber der BD heraus zu arbeiten.
        Das ist für meine Kaufentscheidung UHD / BD aber ein Entscheidens Kriterium.

        Ich finde die 95% zu hoch gegriffen.
        Was passiert, jetzt mit der verbesserten HDR variante des Filmes?
        Bei Top HDR also 100% und Bild-Referenz.
        Bei mäßigen HDR wird die Scheibe trozdem besser ausfallen und müsste mindestens 97% erhalten.

        Zum Bild gehört nun mal nicht nur Schärfe, das Phänomen kennt man schon von den Pixel-Zähler bei der DSLR.
        Wenn helle Flächen absaufen und z.B. der Himmel keine Struktur hat, nützt mir die top schärfe im Rest des Bildes nichts.
        Das Bild mit schönen Wolken am blauen Himmel wird immer gewinnen.

        PS: Nichts für ungut. Ich mag Eure Seite, sonst hätte ich mich nicht gemeldet. Mir geht es um konstruktive Kritik.

        • Konstruktive Kritik, wie du sie jetzt ausübst, ist auch durchaus willkommen und fließt gerne in meine Überlegungen mit ein.
          Wer aber direkt mit einem Auslachen in die Diskussion einsteigt, der muss sich auch von mir eine kleine Kritik anhören.

          Das „Problem“ der Bewertungen ist ohnehin ein sehr reduziertes. Persönlich bin ich gar kein Freund von irgendwelchen Prozentangaben. Aber das englische Prinzip, nachdem (meist) nur im Text steht, was gemeint ist, funktioniert hierzulande nur bedingt.
          Entsprechend wichtig ist aber bei meinen Reviews dennoch genau das: Der Text. Dort werden die Feinheiten der Differenzen zwischen BD und UHD herausgearbeitet und man kann für sich entscheiden, welche Disk mehr Sinn macht oder sich lohnt.
          Sich immer nur an den Prozentangaben entlang zu hangeln, wird immer mal für Verwirrung sorgen, weil man dann doch Dinge anders sieht oder sie für sich persönlich anders wertet. Bewertungen haben immer einen „finalen“ Charakter. Das, was im Text steht, sorgt für die Differenzierung zwischen einer 90%, einer 95% und einer 100%-Bewertung.
          Man könnte jetzt soweit gehen, die Bildnote noch in Auflösung und HDR-Qualität zu splitten. Das habe ich lange überlegt, wird aber irgendwann auch sehr unübersichtlich. Gerade, wenn man auch eine Top-5-Liste pflegen möchte.
          Es gibt ja bereits einige SDR-UHDs, die auch eine entsprechende Wertung erhalten haben. Für diese Titel liegt kein HDR-Master vor. Und im Vergleich mit diesen hat PARASITE seine 95% in der Auflösung redlich verdient. Es ist natürlich dann sehr schwierig, eine generelle Abwertung für etwas vorzunehmen, das nicht vorhanden ist, weil es nicht existiert.
          Müsste man einem Schwarz-Weiß-Film per se 20% abziehen, weil er die Farbe nicht liefert, die Farbfilme haben? Käme die UHD von Schindler’s Liste deshalb dann grundsätzlich nur auf 70 oder vielleicht 75%?
          Ich denke, beide Ansätze können mit Argumenten belegt werden und es muss nicht immer eine kumulative Bewertung sein – so nach dem Muster: 50% Grundbewertung, 20% für perfektes 4K, 20% für perfektes HDR und noch mal 10% für maximale Ausnutzung des erweiterten Farbraums.
          Da ich für den Moment des Reviews selbst davon ausgehen musste, dass HDR für PARASITE in Deutschland nicht kommen wird, fiel die Wahl auf die 95% – eben vor allem deshalb, um heraus zu stellen, dass sie wirklich vorzüglich aufgelöst ist.
          Ähnliche Problematik beim Thema BD vs UHD.
          Vielleicht (wer weiß) kommt doch noch eine bessere, höher aufgelöste noch dynamischere, noch farbkräftigere physische Scheibe in der Zukunft (unwahrscheinlich, aber man kann ja nie wissen). Müsste ich deshalb jetzt schon „Reserve“ halten, wenn ich UHDs bewerte, nur um dieser kommenden (vielleicht ist es ja auch ein verlustfreier Ultra-Stream in 8K oder whatever) Technik im Voraus gerecht zu werden?
          Das Bessere ist immer der Feind des Guten. Bewertungen müssen aber in der Gegenwart und innerhalb ihres Bezugssystems spielen.
          Und wenn in diesem Bezugssystem bspw. kein HDR bei einem Film vorgesehen ist, halte ich es für ungerecht, deshalb schlechter zu bewerten.
          Es ist nun aber auch müßig, darüber zu diskutieren. HDR für PARASITE wird kommen und meine Bewertung wird entsprechend ausfallen. Möglich, dass sie dann wieder bei 95% liegt, weil dann aber auch andere Voraussetzungen und andere konkurrierende UHDs als Bemessungsgrundlage dienen.
          Ich werde aber überdenken, ob in ähnlichen Fällen eine andere Differenzierung vorgenommen wird.
          Dennoch sage ich, dass man sich von bloßen Prozentangaben mal etwas befreien sollte und sich etwas locker machen, nicht alles so dogmatisch sehen sollte, was mit Schulnoten, Prozentwerten oder anderen messbaren Bewertungs-Schemata zu tun hat. Wichtig ist letztlich, was der Text aussagt und welche Infos man für sich selbst aus diesem zieht.

          • Avatar UHD-Fan

            Die grundsätzliche Frage wäre meiner Meinung nach: Ist HDR überhaupt ein Kriterium für die Bewertung des Bildes? Beispiel: Alien (eigentlich alle älteren Filme) – da war es natürlich ursprünglich überhaupt nicht geplant HDR einzusetzen – es wurde nachträglich eingefügt. D.h. der Film sieht nicht so aus wie vom Regisseur beabsichtigt. Klar sieht der Film auf heutigen Displays toll aus, aber eben nicht so wie vom Regisseur gewollt. Gleiches gilt für irgendwelche Farbveränderungen etc. – das Maß der Dinge sollte meiner Meinung nach sein, dass der Film genau so, d.h. 1:1 so aussieht wie auf dem Negativ, bzw. dem Master. Alles andere ist eine Veränderung des Bildes, was ich für meinen Teil nicht möchte. Bei Parasite, wie bei anderen neuen Filmen stellt das aber kein so großes Problem dar, weil bei diesen Filmen bereits auf die neue Technik Wert gelegt wurde. Der erweiterte Farbraum ist da schon eine bessere Sache – hier kann man die Farben näher am Original halten. War nur mal so als Denkanstoß zum Thema „HDR und Bewertung“ gedacht…

          • Das ist eine durchaus berechtigte Anmerkung.
            Problematik ist dann natürlich, dass die prozentualen Bewertungen überhaupt nicht mehr transparent und vergleich bar sind, sondern sich praktisch nur noch individuell auf jeden Film beziehen. Das wäre für den Film sehr fair, für den Leser aber oft sehr unbefriedigend.
            Zumal – und das ist die Crux bei dieser Fragestellung: Wer sagt mir, wie genau es der Regisseur wollte. Ich vermag nicht zu beurteilen, ob (bspw.) die UHD von ALIEN näher an dem ist, was Scott und sein Kameramann sich damals dachten oder eben weiter entfernt.
            Manchmal kann man mit intensiver Recherche Aussagen der Filmemacher zu den neuen Mastern, Farbastimmungen etc. finden. Und bisweilen gab es da schon deutliche Aussagen, dass das neue UHD-HDR-Grading näher am gewollten Look war. Aber oftmals findest du solche Interviews/Aussagen leider nicht.
            Und dann ist es für mich natürlich ultraschwer – nein, eigentlich unmöglich – das fundiert zu beurteilen.
            Es gibt in Summe viele Faktoren die man beachten könnte und müsste. Und egal, in welche Richtung man sich mit Bewertungen am Ende bewegt: Es wird Leser/Rezipienten geben, die mit dieser Richtung nicht einverstanden sind.
            Ein weiteres gutes Beispiel für diese Fragestellung ist auch die Bewertung von analogen Mastern vs. digitaler Herkunft.
            Du hast also einen komplett anderen Look: Körnung vs. glatte Oberflächen und Rauschfreiheit. Darf man das in Bewertungen gleichsam widerspiegeln? Müsste man hier differenzieren?
            Nächstes Beispiel: Sehr alte Filme. Filme, die eingangsseitig nicht über die höchstmögliche Qualität an Kameras und Technik verfügten, die aufgrund ihres Alters auch nicht mehr perfekt defektfrei zu bekommen waren. Dürfen sich diese Mankos in der Bewertung widerspiegeln oder bewertet man sie „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“. Die UHD kann ja letztlich nichts dafür, dass vor 60 Jahren die Technik noch nicht soweit war wie 40 Jahre später.
            Es wird also immer diskutable Bereiche geben, wenn man auf eine Bewertung nicht verzichten möchte. Deshalb, wie oben ausgeführt: Ich bin kein großer Freund davon.

  10. Avatar Andreas Häusler

    Hallo
    Das erklärt jetzt auch warum es bei Apple den Film mit HDR Implementierung zu kaufen gibt. Naja, irren ist menschlich. Da ich den Film in HDR schon gesehen habe, kann ich euch eins versprechen. Das Bild ist über jeden Zweifel erhaben. Da fallen euch die Augen raus. Also nicht grummeln sondern Disc austauschen und freuen. Grüße an alle Film Liebhaber.
    Ps. Danke Timo für deine tollen Reviews. Ich bin täglich auf deiner Seite und lese deine Kritiken. Lohnt sich immer für mich. Hoffentlich gibt es dich noch lange im WWW

    • Hi Andreas.
      Besten Dank fürs Lob. Ich habe vor, das noch eine ganze Weile zu machen. Wirst mich also so schnell nicht los 😉

  11. Avatar Martin

    Wie wird das mit den Versandkosten sein? Man muss ja bestimmt seine alte UHD denen schicken oder?

    • Aktuell gehe ich davon aus, dass dieser Satz:
      „Um diese zu erhalten, sendet uns bitte ein Foto eures Kaufbelegs und eure Adresse per Mail an: parasite@kochfilms.de
      wirklich auch so gemeint ist.
      Sprich: Das Foto und die Adresse per Mail sollte reichen. Von einem Rückversand der alten UHD ist bisher keine Rede.

    • Avatar Flo

      Zurückschicken wirst du da nichts müssen, die Disk würden sie dann auch nur wegschmeißen. Dafür dann noch Geld auszugeben wäre dumm. Habe meine Gregorian Bluray auch behalten dürfen, nachdem ich die neue mit funktionierendem 5.1 Ton bekam.

  12. Avatar Andreas Häusler

    Ich hab vorher von Amazon eine Mitteilung bekommen, dass sich der Versand vom Mediabook verschiebt. Ich gehe jetzt mal davon aus das der Anbieter die ganzen Discs zurückgerufen hat und ich bald eine fehlerfreie zu geschickt bekomme. Anders kann ich mir die Verzögerung nicht erklären.

  13. Avatar Marcel

    Kommt mal wieder runter Leute. Als wenn euch noch nie Fehler passiert sind. Brauch man ja nicht gleich die Heugabeln und Fackeln raus holen.
    Die Disc wird kostenlos ausgetauscht, was will man mehr. Damit hat sich die Sache erledigt.

  14. Avatar Kayin1311

    Also bitte, wie sich hier manche echauffieren, weil denen ein Fehler unterlaufen ist. Ich wette sogar, dass diejenigen, die hier am lautesten gröhlen, den Unterschied noch nicht mal gesehen hätten. Außerdem hat Timo Wolters alles dazu in seiner Review geschrieben. An den Posts merkt man mal wieder, dass die meisten, die hier rummeckern, noch nicht mal die Review gelesen haben. Typisch! Text überflogen, nur die Hälfte kapiert aber dann so rummeckern. Euren Hass könnt ihr auf Facebook raushauen aber doch bitte nicht auf einer seriösen Film seite.

  15. Avatar Rolf

    Habe meine Mail abgeschickt. Danke für die Info.

  16. Avatar Jochen

    Also ich hab mir den Film im Originalton in Dolby Atmos angeschaut. Allerdings muss man sagen, dass „Atmos“ bei dem Film nicht wirklich was bringt. Gute DTS-Spur reicht da völlig, wobei mir nach wir vor schleierhaft ist warum die Anbieter sich mit einer neu-vertonten Atmos Version immer so schwer tun. Gerade bei diesem Film ist es so dermaßen einfach nur die Dialoge zu wechseln, da kommt ja keine Stimme von oben etc.

  17. Avatar Florian Schäfer

    Alexa 65 mit 4K-DI steht für allerhöchste Bildqualität. Siehe The Revenant und Joker. Das MUSS in UHD angeschaut werden .

  18. Avatar Kanyon

    Ist mittlerweile die Neupressung erschienen?

  19. Avatar Christian

    Hab heute eine Email von Kochfilms bekommen in der stand dass die neuen Discs eingetroffen sind und in den nächsten Tagen an die Kunden verschickt werden.
    Bin mal gespannt…

    • Moin Christian.

      Bin auch gespannt drauf. Hab leider keine Vorabfassung bekommen und warte selbst auf das Steelbook, das dann hoffentlich mit implementierter HDR-Fassung kommt.

      • Avatar Christian

        Hi!

        Also hast du deine Austausch Disk wohl schon bekommen.
        Freu mich schon sehr drauf den Film nochmal zu sehen. Wollte aber abwarten bis ich die korreckte Version erhalte.
        Danke für das Update des Reviews. Da wächst die Vorfreude noch ein bisschen…

        • Darfst dich wirklich freuen. Das HDR sieht richtig gut aus und die native 4K-Schärfe ist ohnehin schon toll gewesen.

  20. Avatar Anton Koschak

    Hallo Timo,

    meine Ersatzdisc kam heute an, und auf der Disc ist eine Dolby Atmos Tonspur im Koreanischen enthalten. Wie darf ich das jetzt verstehen? Ganz wissen die bei Koch Media nicht was sie wollen. Bist du dir sicher dass deine Disc keine Atmos Version hat? Lg

    • Siehste mal, ist doch super! 🙂
      Mir hat man das seitens Koch gar nicht kommuniziert, weshalb ich gar nicht damit gerechnet und es auch nicht nachgecheckt habe.
      Hole ich heute Abend nach. Gehe aber davon aus, dass meine Disk auch den koreanischen Atmos-Sound hat.
      Ich wollte mit dem ergänzenden Review natürlich vor allem schnell das Bild-Update bringen und hab‘ über mögliches Atmos für den O-Ton überhaupt nicht nachgedacht.

  21. Avatar Tom

    Ich hab diese Woche das UHD Steelbook von Amazon bekommen, das Anfang Mai erschienen ist. Getestet hab ichs noch nicht, aber kann man davon ausgehen, dass sich hier schon die korrigierte Fassung drauf befindet?
    HDR Aufkleber war drauf, aber muss ja nix heißen…

  22. Avatar Ian Niklas

    Ich habe weder meine Austauschdisk, noch eine Versandbestätigung. Bei Koch Media ist zur Zeit leider auch keiner zu erreichen 🙁

  23. Avatar Jacob

    Ja sehr geil mit der Atmos Spur. Haben wir doch mit der deutschen Version die gleiche Qualität wie in Frankreich.

    Auf meine Austauschdisk warte ich auch weiterhin

  24. Avatar Gregor

    Ich habe heute auch meine Austauschdisk bekommen. Neben der koreanischen Atmos-Tonspur wurde auch die deutsche DTS-HD MA Tonspur von 16 auf 24 bit Auflösung verbessert.

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