Pitch Black: Planet der Finsternis – Director’s Cut 4K UHD

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Blu-ray Review

Turbine Medien, 13.05.2022
Turbine Medien, 13.05.2022

OT: Pitch Black

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Das Licht marschiert weiter

Der Film, der Vin Diesel wirklich so richtig berühmte machte.

Inhalt

Durch eine Augen-OP kann Riddick in völliger Dunkelheit sehen. Tagsüber geht’s nicht ohne starke Schutzbrille

Die Zukunft: Der Raumkreuzer Hunter-Gratzner ist unterwegs zu einem anderen Sonnensystem. Die Passagiere liegen allesamt in Kryostase. Unter ihnen ist ein muslimischer Prediger, der drei junge Menschen nach Neu-Mekka führen möchte. Außerdem aber auch der Kriminelle Richard B. Riddick, dessen Augen chirurgisch verändert und dadurch extrem lichtempfindlich sind. Riddick wird von einem Officer namens William J. Johns eskortiert. Als kleinere Meteoriteneinschläge den Rumpf des Schiffes beschädigen, wird die Hunter-Gratzner vom Kurs abgebracht. Mit Mühe und Not kann Andockpilotin Carolyn Fry den Kreuzer auf einem nahen Planeten landen. Nur wenige Passagiere überleben den Absturz und Riddick flieht in die Wüste. Als großes Problem erweist sich bald die Hitze, da die drei Sonnen, die auf den Planeten einstrahlen keine Nacht und damit auch keine Abkühlung bieten. Bei Erkundungen auf dem öden Wüstenplaneten stoßen sie auf eine Forschungssiedlung und auf fremdartige Wesen, die in unterirdischen Höhlen lauern. Lichtempfindlich wie sie sind kommen sie nicht an die Oberfläche. Doch der Schutz wird nicht lange währen, denn ein Orakel prophezeit, dass bald eine totale Sonnenfinsternis bevorsteht. Ein Freifahrtschein für die Kreaturen, aus ihren Löchern zu kriechen und die Gestrandeten zu töten …

Carolyn Fry hat das Shuttle gerade so landen können

Man mag es kaum glauben, dass es mittlerweile auch schon 22 Jahre her ist, seit Vin Diesel den ikonischen Richard B. Riddick in Pitch Black spielte. Stellt sich ganz nebenbei die Frage, ob Turbine Medien (deren Blu-ray-Special-Edition eigentlich schon vor drei Jahren mal angekündigt war) auch deshalb noch so lange gewartet hat, weil auf dem wüstenhaften Planeten alle 22 Jahre die gefürchtete Sonnenfinsternis einsetzt …?
Im Prinzip spielt Diesel hier seine erste große Rolle, seitdem man ihn in Steven Spielbergs Soldat James Ryan entdeckt hatte. Keiner konnte zu dem Zeitpunkt ahnen, welche Karriere der Glatzkopf in der Folge vor allem aufgrund des Fast-and-Furios-Franchise machen würde. Doch zurück zu Pitch Black: Der von David Twohy erdachte und inszenierte Mix aus SciFi und Horror kommt vordergründig wie ein B-Movie der 80er daher und zitiert (böse Zungen behaupten: klaut) munter aus anderen Genreklassikern. So sahen nicht wenige Kritiker in den Außerirdischen einen Abklatsch von H.R. Gigers Alien-Designs und auch sonst würde viel an zahlreiche Alien-Klone erinnern. Dazu hölzern agierende Akteure und eine völlig innovationsarme Story. Es ist schon erstaunlich, dass es immer mal wieder Filme gibt, die zwar zunächst nur leidlich erfolgreich liefen (ein echter Hit war Pitch Black im Kino nicht) und von den Kritikern gescholten werden, dann aber im Nachgang eine Art Kult entwickeln.

Johns traut Riddick nicht über den Weg

Das ist hier natürlich vornehmlich der Figur des Riddick und dessen Darstellung durch Vin Diesel zu verdanken. Der charismatische Glatzkopf mit der sonor-tiefen Stimme (die mit Martin Keßler im Deutschen übrigens fantastisch getroffen wurde) hat durch seine wortkarge, unfassbar coole und abgebrühte Verkörperung des Sträflings mit den auf Nachtsicht modifizierten Augen eine Ikone des SciFi-Kinos erschaffen. Eine Ikone, die es sogar überlebt hat, dass der zweite Teile eine vollkommen andere Richtung einschlug und mit dem ersten Film eigentlich nur noch die drei überlebenden Charaktere gemein hat – vermutlich eines der Sequels der Filmgeschichte, die sich am weitesten vom Vorgänger entfernte. Witzigerweise beschwerten sich über die Fortsetzung dann wiederum die gleichen Kritiker, die den ersten Teil nicht gut fanden und attestierten dem Sequel, sich zu weit vom Original zu entfernen – nein, man muss Kritiker oftmals nicht verstehen. Der Kult allerdings, der sich um Riddick aufbaute, dem konnte weder das Feuilleton etwas anhaben noch die Nominierungen Diesels für die Goldene Himbeere als Schauspieler. Denn am Ende entscheiden die Zuschauer und Käufer da draußen, ob ein Film seinen zweiten Frühling in der Heimkino-Auswertung erlebt.

Es wird dunkel auf dem Planeten

Und das tat er. Nach und nach entwickelte sich der Horror-SciFi-Streifen zu einem kleinen Kulthit, der zwar sicherlich nie das Zeug zum Klassiker nach Alien-Manier haben wird, aber aufgrund seiner starken und sehr individuell gezeichneten Figuren selbst heute noch mehr zu fesseln weiß als jüngere Filme ähnlicher Machart. Und das liegt eben auch an Vin Diesel als Riddick, der mit dieser Rolle den wortkargen Filmhelden in Perfektion etablierte. Seine beeindruckende Physis, die coolen Einzeiler, das „Harte-Schale-weicher-Kern“-Gehabe – das hatte Vin Diesel damals wirklich drauf. Ein Glück, dass er die Rolle am Ende bekam und nicht der vom Studio zunächst vorgeschlagene Herr (siehe Bonusmaterial). Das Zusammenspiel mit Radha Mitchell gelingt zudem hervorragend und Cole Hauser darf den Kopfgeldjäger grimmig und bierernst porträtieren. Das mag insgesamt relativ klischeehaft umrissen sein, doch die Charaktere haben alle ihre Stärken und Schwächen, was der Film durchaus thematisiert und für den Zuschauer auch erfahrbar werden lässt. Was Twohy aber beinahe meisterlich versteht, ist die Erzeugung von Spannung. Der „Laternen“-Spaziergang ab Minute 70 wird zum packenden Ereignis, indem die wenigen Lichtquelle und die Nähe aller Überlebender zueinander über Leben und Tod entscheiden. Während unsere Helden mit Fackeln und Magnesiumleuchten für Abschreckung bei den Aliens sorgen, wimmelt es von diesen rundherum nur so. Die exzellenten Soundeffekte der Kreaturen sowie der klasse Score tun ihr Übriges zum Gelingen dieser Szenen hinzu. Pitch Black erfindet das Rad des SciFi-Horrors sicher nicht neu, ist in seiner Grundprämisse aber interessant genug und aufgrund der individuellen Figuren sowie der hübsch animierten Kreaturen immer noch ein kleiner Genrehit.

Bild- und Tonqualität BD 2009 vs Arrow BD vs Turbine BD

Freund oder Feind?

Die zuletzt erhältliche Blu-ray basierte auf jener von Universal aus dem Jahre 2009. Und die war vor allem eines: Relativ stark rauschgemindert. Hier und da zeigen sich außerdem Überschärfungsartefakte und das Encoding dürfte auch besser sein (Mitchells Nase bei 13’20). Wird’s dunkler, erscheint die Körnung des analog gedrehten Films teils stärker, wirkt aber nicht sonderlich homogen – sicherlich auch ein Tribut an den veralteten VC-1 Codec. Grundsätzlich ist Pitch Black natürlich ein fast durchweg extrem stilisierter Film. Die Außenaufnahmen bei Tageslicht sind bewusst überbelichtet und haben keinerlei Zeichnung im Himmel oder auf hellen Oberflächen. Wahlweise gelb-, sepiafarben oder aber deutlich bläulich wurde gefiltert und natürlich Hauttöne sieht man allenfalls in den Szenen im Shuttle. Dort passt der Schwarzwert immerhin einigermaßen und die Kontrastierung ist gefälliger als in den Außenaufnahmen. Allerdings gibt es durchaus auch Versumpfungen im Schwarz. Und komplett frei von Schmutz- und anderen Störpartikeln ist die Blu-ray ebenfalls nicht.

Ein unwirtlicher Planet

2020 erstellte der britische Independent-Filmverleih Arrow Films dann ein 4K Remaster, bearbeitete auch das Grading und veröffentlichte das Ganze dann auf Blu-ray und 4K UHD-BD. Erstaunlicherweise war das ansonsten sehr gute Encoding der Briten in diesem Fall nicht ganz so herausragend. Das Bild wirkte verhältnismäßig soft. Details wurden nicht so herausgearbeitet, wie man es von einer Scheibe, die auf einem 4K-Scan basiert, erwarten würde. Zwar muss man auch attestieren, dass die Nachschärfung der alten Blu-ray hier nicht betrieben wurde, aber das alleine erklärt nicht den etwas detailarmen Look der Arrow Blu-ray, die zumindest im Ansatz rauschgefiltert wirkt.
Turbine nutzte das Material von Arrow Films nun, um eine eigene Blu-ray (und UHD Blu-ray) zu realisieren. Für die Blu-ray nahm man sich das Encoding noch einmal vor und siehe da: Es sieht deutlich besser/schärfer aus – und zwar ohne an den Schärfereglern oder anderen Filtern gespielt zu haben. Die Körnung ist durchweg intakter, Details sind dadurch krisper und der Gesamteindruck ist weniger soft. Das Bild der Blu-ray erscheint dadurch grundsätzlich griffiger und plastischer. Außerdem ist die Durchzeichnung im Dunklen sichtbar besser. Wo die alte Blu-ray zu steile Kontrastflanken hatte, bleibt die neue Blu-ray souveräner und feiner abgestimmt (2’54). Was das Grading angeht, kommt in den bläulichen Szenen an der Planetenoberfläche noch etwas mehr Magenta hinzu. Außerdem gibt’s mehr Farbdifferenzierung, wie man an der Haut von Ezekiel erkennen kann, die erst über die neue Blu-ray überhaupt Hauttöne aufweist (27’11). Helle Bereiche überstrahlen zudem etwas weniger und die Körnung kommt sehr authentisch und natürlich rüber. Kein Vergleich mit dem Pixelmatsch der alten Blu-ray (Hintergrund bei 36’47). Ob die Farben vom neuen Grading so von Twohy und/oder Kameramann Eggby gewünscht sind, war nicht herauszubekommen, denn durch die stärker ins Magenta gehende Filterung zeigt sich bspw. der Strahl vom Schweißgerät mit violetter Korona, während die alte Blu-ray hier cyan/blau war (74’19). Die gelblich-/orange-/sepiafarben überstrahlenden Szenen erhalten mehr Dynamik und Kontrastintensität.

Blu-ray Arrow Films: (Slider ganz nach rechts): In der Folge zwei Screenshots von der Arrow Blu-ray im Vergleich zur Turbine BD mit neuem Encoding.
Blu-ray Turbine (Slider ganz nach links): Bereits im Komplettbild lassen sich Differenzen erkennen. Die Turbine-Scheibe gibt die Körnung gleichmäßiger wieder.

Blu-ray Arrow Films: (Slider ganz nach rechts): Aus der Nähe wird’s noch deutlicher.
Blu-ray Turbine (Slider ganz nach links): Der Zugewinn an Detailauflösung kommt ausschließlich durch das neue Encoding. Turbine drehte hier nach eigenen Aussagen nicht an Schärfereglern oder ähnlichem.

Blu-ray alt: (Slider ganz nach rechts): So sah übrigens die alte Blu-ray in dieser Szene aus: Überstrahlt, und wenig harmonisch.
Blu-ray Turbine (Slider ganz nach links): Deutlich zu erkennen, wie viel besser die Turbine-Blu-ray in sämtlichen Parametern ist.

Blu-ray Arrow Films: (Slider ganz nach rechts): Noch ein zweiter Vergleich. Man beachte den Sandboden.
Blu-ray Turbine (Slider ganz nach links): Auch hier lässt sich schon im Komplettbild ein Unterschied erkennen.

Blu-ray Arrow Films: (Slider ganz nach rechts): Und auch hier wird der Unterschied im Ausschnitt noch deutlicher.
Blu-ray Turbine (Slider ganz nach links): Die Turbine-Scheibe hängt jene von Arrow ab.

Man sieht sich einer fremdartigen Gefahr gegenüber

Die alte Blu-ray lieferte fürs deutsche eine verlustbehaftete DTS-Spur, die in der Wiedergabe der tiefen Synchronstimme von Martin Keßler sehr authentisch und voluminös bleibt. Der Meteoritenbeschuss wird dann schön räumlich wiedergegeben und auch die Rears werden mit Donnern und diversen Sounds befeuert. Die Alarmsirenen kommen von überall her und erzeugen eine hübsche Räumlichkeit. Wenn das Shuttle dann in die Atmosphäre des Planeten eintritt, wird’s auch mal kräftiger und der Tiefbass schaltet sich hinzu. Zahlreiche Surroundeffekte werden integriert und man fühlt sich durchaus mittendrin. Das erreicht zwar nicht die Vehemenz, die moderne Abmischungen liefern können, ist für sich genommen aber erst einmal durchaus ansprechend.
Turbine ließ es sich nicht nehmen, im Zuge der (Nach)Synchronisation für die Szenen des Director’s Cut auch eine neue Tonabmischung zu veranlassen. Bereits die neue Blu-ray bekam deshalb einen Dolby-Atmos-Mix, während man auf Auro 3D dieses Mal verzichtete. Auf der regulären Ebene hört sich Pitch Black nun eine Spur ausgewogener an, weniger spitz in den Höhen. Ansonsten klingen Atmos-Sound und DTS-only-Fassung der alten Blu-ray sehr ähnlich. Das gilt auch für den Basseinsatz, der sich nur unmerklich voneinander unterscheidet. Wir können uns also auf die Höhenebene konzentrieren, die vom verantworten Studio sehr aktiv gestaltet wurde. Neben dedizierten 3D-Sounds wie den Einschlägen des Meteoriten, werden die Actionsequenzen zusätzlich mit nach oben gelegt, was den Raum hör- und spürbar erweitert. Während des Absturzes des Frachters ist es auch okay, dass die Sprache etwas von oben zu hören sind. Immerhin ist es eng in der Blechbüchse und die Stimmen würden auch in einer vergleichbaren Situation von Wänden und Decke nachhallen. Sobald das Geschehen nach draußen wechselt, werden Stimmen nicht mehr über die Heights wiedergegeben. Was praktisch dauerhaft auch über die Höhen-Speaker kommt, ist der Filmscore, der das Geschehen hier mächtig vorwärts treibt. Wird das erste Opfer in der Höhle von den Aliens erledigt, gibt’s weitere Soundeffekte von oben. Schüsse, die abgefeuert werden, der Schwarm nach etwas über 45 Minuten sowie entzündete Fackeln liefern ebenfalls durchweg 3D-Sounds. Wenn sich die großen Schwärme der Aliens dann nach knapp einer Stunde auf den Weg machen, wimmelt es nur so auf den Heights. Zwar ist manchmal etwas wenig Differenzierung zwischen unterer und oberer Ebene vorhanden, doch wenn die Aliens angreifen und man ihr typisches Ortungsgeräusch hört, macht das schon Spaß.

Bild- und Tonqualität UHD

Johns macht ernst

Pitch Black wurde vor 22 Jahren natürlich analog gefilmt. Zum Einsatz kamen Panavision-Kameras und gedreht wurde auf 35mm Filmmaterial. Von diesem ließ Arrow Films 2020 ein frisches 4K-Master erstellen und mit einem HDR-Grading versehen. Turbine Medien arbeitete mit diesem Master, nahm für die eigene Fassung aber ein eigenes Encoding vor. Geblieben ist das Grading mit HDR10 und Dolby Vision sowie einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum. Gegenüber der bereits guten Blu-ray hat die HDR-Scheibe dann die bessere Kontrastdynamik und die noch bessere Durchzeichnung voraus. Allerdings nicht zu Lasten der Stilisierung des Films. Die Bilder während der Tageslicht-Momente sind immer noch überstrahlt und zeugen von der Helligkeit der drei Sonnen. Auch die blaulastigen Szenen sind immer noch blau – und das sogar noch intensiver. Auch hier ist die Kontrastdynamik noch einmal besser als bei der neuen Blu-ray, die gegenüber der alten BD bereits die bessere Differenzierung aufweisen kann. Auch bei den Feuerszenen zu Beginn ist die UHD-BD noch souveräner und besser differenziert. Bei den dunkleren Szenen gehen zudem keine Details verloren. Wenngleich die neue Blu-ray das alles bereits hervorragend macht, kann die 4K-Scheibe in allen Punkten noch mal Nuancen drauflegen oder – im Falle der Kontrastdynamik – auch noch mal sichtbar mehr Punch ins Bild bringen. Und das alles bei konstant authentischer Körnung, hervorragendem Encoding und Beibehaltung der eigentlichen Stilistik. Gute macht, Turbine.

Blu-ray alt (17’00): (Slider ganz nach rechts): Überstrahlt und gleichzeitig eher blass: Die alte BD.
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Die neue BD bringt mehr Dynamik und Tiefe ins Spiel.

Blu-ray neu: (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild zwischen neuer BD und UHD-BD.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD addiert noch etwas mehr Rotanteile, wirkt noch kräftiger.

Blu-ray alt (27’11): (Slider ganz nach rechts): Auch in den blau gefilterten Szenen ist die alte BD eher blass und differenziert Farben nicht gut aus.
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Die neue BD behält den Look prinzipiell, kann aber die Hautfarben vom Rest besser differenzieren. Der helle Stalagmit im Vordergrund hat mehr Zeichnung.

Blu-ray neu: (Slider ganz nach rechts): Neue BD vs UHD-BD.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-Blu-ray holt noch mehr Kraft aus dem Bild und ist dynamischer.

Blu-ray alt (7’14): (Slider ganz nach rechts): Gut zu sehen, wie flach und gefiltert die alte BD war. Kaum Körnung im Gesicht und irgendwie nicht ganz natürlicher Hauttöne.
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Die neue BD ist um ein Vielfaches differenzierter, dynamischer und zeigt die Körnung authentisch.

Blu-ray neu: (Slider ganz nach rechts): Neue BD vs UHD-BD.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Scheibe wirkt noch mal stimmiger, kräftiger und homogener ausgeleuchtet.

Blu-ray neu (5’48): (Slider ganz nach rechts): Zum Schluss mal nur ein Vergleich zwischen neuer BD und UHD-BD.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Scheibe bietet auch hier mehr Kontrastdynamik.

Keine Änderung beim Ton. Auch hier gibt’s Dolby Atmos für beide Sprachen.

Unterschied Kinofassung vs. Director’s Cut

Von Pitch Black gab es schon lange einen Director’s Cut – allerdings lediglich in den USA, wo er zum DVD-Start des Films erschien. Die 2009er Blu-ray von Universal lieferte diesen entgegen erster Ankündigungen nicht. Turbine kündigte bereits 2019 eine Special-Edition-Blu-ray an, die jedoch nicht kam. Mit dieser 4K-UHD-BD-Ultimate-Edition liegt die knapp vier Minuten längere Version nun erstmalig hierzulande vor – in den zusätzlichen Szenen komplett neu synchronisiert, was das Herausragende ist. Immerhin sind mittlerweile 20 Jahre vergangen, seit der Film erstmalig erschien. Die Erweiterungen an sich sind allerdings lediglich story-/charakterbasiert und nicht aufgrund von Gewaltmomenten für die Kinofassung entfernt worden.

Unterschied Kinofassung vs. Dir. Cut
Einige Dialoge zwischen (bspw.) Fry und Imam sowie Fry und Johns kommen hinzu, die inhaltlich über Riddick gehen. Außerdem macht man sich zwischendurch Sorgen um den Zustand des Shuttles. Wirklich interessant ist lediglich die Szene, in der erklärt wird, dass Johns das Morphium brauchte, da er von Johns angeschossen wurde. In der Kinofassung fehlt diese Information.

Bonusmaterial

Gibt es noch einen Weg weg von dem Planeten?

Das Bonusmaterial der Ultimate Edition ist reichhaltig. Fangen wir mit den physischen Dingen an, die neben den Disks enthalten sind. Als da wären: Das 180 Seiten starke Buch „Die Entstehung des Riddick-Universums“ mit einer unglaublichen Vielfalt an Hintergrundinformationen und zusätzlichen Interviews. Dazu gibt’s ein Lobby-Card-Set, ein DIN-A2-Filmposter sowie Replicas eines Ausweises und eines Uniformaufnähers. Auf den Disks gibt’s neben den diversen Trailern zwei untertitelbare Audiokommentare (einen mit Vin Diesel, Cole Hauser und David Twohy, den anderen mit Twohy, Tom Engelman und Peter Chiang). Auf der dritten Blu-ray Disk sind dann die teils neuen Extras untergebracht. Beginnend bei neuen und teils weltexklusiven! Interviews mit einer Gesamtlaufzeit von 2,5 Stunden. Hier kommen folgende Beteiligte zu Wort: David Twohy (Regie, ca. 24 Min.), Keith David (Imam-Darsteller, ca. 27 Min.), David Eggby (Kamera, ca. 15 Min.), Peter Chiang (F/X, ca. 28 Min.), Ken Wheat (Story-Autor, ca. 15 Min.), John Cox (Monster-Animation, ca. 19 Min.), Brian Murray (Storyboards, ca. 26 Min.), David Melvin (TV-Prequel-Regie, ca. 15 Min.). Das etwas ältere Featurette „Die Brücke zu RIDDICK – CHRONIKEN EINES KRIEGERS“ liegt in SD-Auflösung vor und läuft 80 Minuten. „RIDDICK: KRIEGER DER FINSTERNIS aka DARK FURY“ ist ein Animations-Sequel zu Pitch Black, das 35 Minuten läuft. Weitere Featurettes kümmern sich um die Pre-Animation und integrieren auch noch kleinere Beiträge. Ebenso vorhanden ist das TV-Prequel „Into Pitch Black“, das noch einmal 45 Minuten lang ist. Zwei Hinter-den-Kulissen-Berichte, zwei Making-ofs, ein Logbuch sowie eine visuelle Enzyklopädie runden das Material ab. Eine der interessantesten Infos aus den neuen Interviews ist die Tatsache, dass das produzierende Studio seinerzeit einen großen Star als Riddick vorschlug, den Twohy aber ablehnte, weil er ein echter „Dick“ (also: Ar*ch) sei und er nicht mit ihm arbeiten wolle. Im Interview sagt er nicht, wer gemeint ist. In einem Yahoo-Chat spricht er den Namen dann doch aus: Steven Seagal.

Fazit

Pitch Black ist auch heute noch ein spannender Film, dessen Optik und Ausgangssituation für packende Momente sorgt. Vin Diesels Riddick wurde zur Ikone und visuell sah der Film nie besser aus. Auch akustisch hat man noch mal einen draufgelegt und kann eine sehr aktive Atmos-Fassung bieten. Kombiniert mit dem genialen Bonusmaterial ist diese Box – egal, in welcher Covervariante – eine (wenn auch streng limitierte) Pflichtangelegenheit für Fans des Films.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2009): 60%
Bildqualität BD (2022): 85%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD (2009) (dt. Fassung): 75%
Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 80%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 70%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 70%

Bonusmaterial: 100%
Film: 80%

Anbieter: Turbine Medien
Land/Jahr: USA 2000
Regie: David Twohy
Darsteller: Vin Diesel, Radha Mitchell, Cole Hauser, Keith David, Claudia Black, Rhianna Griffith
Tonformate BD/UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en // DTS 2.0: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 108/112
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 1000 Nit
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Turbine Medien)
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Trailer zu Pitch Black

Pitch Black (2000) mit Vin Diesel | Trailer HD | Deutsch/German


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
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Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

25 thoughts on “Pitch Black: Planet der Finsternis – Director’s Cut 4K UHD

  1. k-ulf

    „Die alte Blu-ray lieferte fürs deutsche eine verlustbehaftete DTS-Spur, die in der Wiedergabe der tiefen Synchronstimme von Martin Keßler.“

    Fehlt da irgendwas?
    Der Satz klingt so unvollständig. xD

  2. ondy

    Ist an mir echt vobei gegangen das eine neue uhd kommt und dazu noch mit atmos ton, die wird gekauft. Ich liebe den film.

  3. Olli

    Moin Moin,

    erst einmal ein großes Lob für deine Arbeit, oder sollte ich lieber Leidenschaft sagen. Deine Seite hält sehr oft als Entscheidungshilfe hin. Pitch Black zwar nicht, ist aber nicht persönlich gemeint, die Box wurde blind bestellt. Was mich interessieren würde, in welcher Bild und Tonqualität liegt RIDDICK: KRIEGER DER FINSTERNIS vor.

    • ChuckyChuck

      Geht mir genauso! Hätte den Film wirklich gern in 4k, aber 35-40 Euro wäre meine Schmerzgrenze gewesen.

      Diese Box als Verpackung gefällt mir auch überhaupt nicht. Für den Preis den Turbine hier abruft hätte ich zudem ein Steelbook oder Mediabook erwartet.

  4. David

    55 Euro sind – leider – eine Ansage für mich für diesen Monat. Das Kontingent gibt es diesen Monat nicht her.

    Weiß jemand, ob es da auch eine Amaray geben wird? Würde gerne upgraden – aber das hier ist mir als jemand, der den Film zwar mag, aber eben nicht absolut euphorisch zurück lässt, dann doch ein bisschen zu viel des Guten.

  5. Luke

    Ist die Auflösung gleich geblieben? Nur wegen dem etwas ( Nuancen) die 4k zu holen wegen hdr wenn die Auflösung gleich bleibt dann hole ich nur die normale extendet bluray wenn sie mal erscheint.

  6. Oli

    Danke für den super Review! Als Besitzer der Arrow-UHD frage ich mich: Ist die UHD-Bildqualität von Turbine denn auch besser als die von Arrow? Bei der Blu-ray ist das ja so (sagt der Review), aber gilt das auch für die UHD?

    Danke1

    • Die Arrow UHD-BD sieht nahezu identisch aus. Die Turbine lohnt sich also dann vornehmlich wegen des Atmos-Sounds.

      • Lukas

        Ist die 4k Fassung auch schärfer oder ist das genau so wie die blu ray? Also während bei der 4k Fassung nur das hdr ein kauf Grund?

        • Sie ist bei großer Bildgröße noch etwas besser aufgelöst, ja.

  7. Kartenlehrling

    Ich bin enttäuscht, hier wird Dreck mit Dreck verglichen.
    Laut, caps-a-holic gibts eine 1080pHD Universal Home Entertainment Version, die der Arrow 80% überlegen ist.
    Das Turbine die Arrow 4k Version übernommen haben ist eine Katastrophe.
    Nur ein Beispiel die Saturnringe und Sterne sind bei der UHE Version, sauberer und mehr Sterne sichtbar.

    • Zunächst einmal: Hier auf meinem Blog herrscht ein freundlicher Umgangston „Dreck“ als Beschreibung für eine sehr sorgfältige und gute UHD-BD-Umsetzung akzeptiere ich genau einmal. Sollten deine weiteren möglichen Kommentare einen ähnlichen Tonfall haben, werde ich sie nicht mehr freischalten.

      Zweitens: Links zu Screenshotvergleichen von Caps lösche ich hier generell aus Copyright-Gründen.

      Des Weiteren: Die ARROW BD, die du mit der Universal-BD vergleichst, hat mit dem Turbine-Output nichts mehr zu tun.
      Zumal die Universal-BD, die du in diesem Screenshot auf Caps, zum Vergleich heranziehst, deutliche Überschärfungen aufweist und massive Artefakte im Encoding hat, was du gut siehst, wenn du auf Ultra-Zoom gehst.

      Wenn du mein Review aufmerksam gelesen hast, dann wüsstest du, dass die Turbine-BD deutlich besser encodiert ist als die ARROW-BD, die im Vergleich weniger scharf/detailreich ist. Die Turbine-BD ist also absolut kein „Dreck“, wie du es sagst, sondern eine hervorragende Umsetzung des Originalmaterials und zwar OHNE Überschärfungsartefakte.

      Außerdem wirfst du dann auch noch 4K und BD durcheinander. Denn die 4K-Version von ARROW ist hervorragend. Und es ist absolut kein Problem, dass Turbine dieses Master (mit eigenem Encoding) übernommen hat. Warum auch?

      Und um es noch mal ganz klar zu sagen: Die Universal Blu-ray ist zunächst rauschgefiltert und dann teilweise nachgeschärft. Das fördert Details zu Tage, die nicht natürlich im Material sind, sondern letztlich Artefakte aus Überschärfung und Überkontrastierung. Wer die Universal BD als „überlegen“ ansieht (und das nur aufgrund von Screenshots festmacht), hat sie a) nicht im laufenden Bild gesehen und/oder b) weiß die technischen Bedingungen und Manipulationen nicht zu deuten.

      Wenn dir die Universal BD besser gefällt: Kein Problem. Kauf sie und sei glücklich. Sie ist aus technisch-objektiver Sicht aber keineswegs besser, sondern voller Artefakte. Ganz im Gegensatz zur Blu-ray und 4K-UHD-BD von Turbine, die das analoge Material ohne Filterungen und Nachschärfungen authentisch rüberbringt, wie es auf dem Filmmaterial damals aussah.

  8. Bernd

    Vielen Dank für die Vorankündigung letzte Woche und das tolle und sehr ausführliche Review. Freut mich, dass der Film eine gelungene Umsetzung erhalten hat. Jetzt wird meine DVD endlich in den Ruhestand verabschiedet!

  9. Luke

    Habe einen 75 Zoll tv merkt man da den Schärfe unterschied zur bluray?

    • Lukas, wie soll ich das beantworten?
      Mein TV ist 55“, meine Leinwand hat 2,4 Meter Bildbreite. Du liegst also irgendwo dazwischen.
      Gegenüber der alten Blu-ray ist aber schon der Vorsprung im Grading und in der Authentizität des analogen Filmlooks so groß, dass ich (wenn man den Film mag und das Geld für die Box aufbringen kann) nur zum Wechsel/Upgrade raten kann.

  10. Mr. Black

    Zu Beginn der Audiobewertung ist der Satz nach „Martin Kessler“ abgeschnitten.

  11. Wassilis

    Hat der Sound auch den gewissen Punch der im Sub Bereich Spaß macht? Kann mich kaum noch an die Qualität diesbezüglich bei der Blu Ray erinnern.

    • Naja, es ist kein aktueller Film, der auf Godzilla macht. Du hast auch nur wenige Momente, in denen echter Punch erforderlich wäre.
      Für einen Film aus 2000 klingt das aber sehr ordentlich.

  12. Wassilis

    Schauen wir mal. Habe die Turbine Box mal bestellt.

  13. blooob

    „Die Arrow UHD-BD sieht nahezu identisch aus. Die Turbine lohnt sich also dann vornehmlich wegen des Atmos-Sounds.“

    hm, beides DC …

    Arrow -> Bitrate mit DV: 68041 kbps @ 24 fps

    Turbine -> Bitrate mit DV: 56538 kbps @ 23.976 fps

    • Was magst du mir mitteilen, mit deinen Daten? Die Bitrate ist ja noch nicht zwingend eine Aussage über Bildqualität. Im Encoding liegt stets auch Potenzial für Einsparung, wenn es gut gemacht wird. Visuell (also mit den eigenen Augen) wirst du im Blindtest zwischen der ARROW 4K-Scheibe und der Turbine 4K-Scheibe keine Differenz sehen.

  14. Timo

    Tolles Review, die Box ist heute bei mir eingetroffen und wundervoll! Hast du noch einen Hinweis zum Unterschied HDR/Dolby Vision? Was lohnt mehr? Danke dir!

    • Die Differenz zwischen HDR10 und DV fand ich eher marginal. Zudem hängt sie davon ab, wie DV im TV implementiert ist. Da man in die DV-Schaltung kaum eingreifen oder Kalibrierungen vornehmen kann, ist die Aussage immer relativ schwierig zu übertragen. Für mich war HDR10 hier absolut ebenbürtig. Und ich mag beim LG den leichten Hang zu Grün bei DV nicht so gerne.

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