Pitchfork – Limited Mediabook

Blu-ray Review

OT: Pitchfork

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Mist: Gabel

In Pitchfork ist der Name tödliches Programm.5555

Inhalt

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Wenn die Stadtmädels mal aufs Land kommen, geht die Sause los

Hunter muss seinen Eltern etwas erzählen. Etwas Wichtiges. Denn Hunter ist schwul. Weil sein Dad aber stockkonservativ ist, nimmt er sich gleich siebenfache Verstärkung in Form seiner besten Freunde und Freundinnen mit. Und dennoch bringt Hunter es nicht über die Lippen. Was aber zunächst auch in den Hintergrund rückt, weil die acht jungen Mädels und Kerls erst einmal das coole Leben auf dem Land genießen.
Hunter (Brian Raetz) fährt zur elterlichen Farm nach Michigan, um über sein Outing zu reden und den Segen seines konservativen Vaters zu bekommen. Zur Unterstützung hat er viele seiner Freunde aus New York mitgebracht. Die Clique genießt das ungewohnte Landleben in vollen Zügen und alles scheint in Ordnung, doch bald sucht ein grausamer Killer die Farm heim. Anstelle einer Hand trägt er eine blutverkrustete Forke, die nach frischem Blut verlangt. Schnell verkleinert sich die Gruppe, ein Entkommen erscheint unmöglich. Zu allem Überfluss stellt sich heraus: Die Bestie in Menschengestalt ist nicht allein …

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Nutznießer vom Frischfleisch ist der Junge mit der Heugabelhand

Glenn Douglas Packard liefert mit Pitchfork sein Regiedebüt ab und sahnte beim Hot Springs Horror Film Festival 2016 gleich mal den Preis für den besten „First Time Filmmaker“ ab. Nicht ganz zu Unrecht, denn er hat durchaus Sinn für das Erzeugen von Atmosphäre und wählt geschickt Kameraperspektiven. Die von ihm co-verfasste Story kommt dabei zwar nicht über die gängigen Horrorklischees von Hinterwäldler-Filmen à la Texas Chainsaw Massacre oder Wrong Turn hinaus und die Darsteller sind auch nur zur Hälfte wirklich talentiert, doch mit der Prämisse, ein leidenschaftliches B-Movie zu sehen, kann man sich eigentlich nicht beschweren.
Schon gar nicht über die handgemachten Effekte. Denn die sind durchweg blutig geraten und landeten ungekürzt auf diesem Doppel-Disk-Mediabook – allerdings komplett ohne Freigabe. Denn die FSK ließ weder die Uncut-Fassung noch den um gut drei Minuten gekürzten Vorschlag des Labels Redscreen passieren. Zu sadistisch, sexistisch aufgeladen und selbstzweckhaft seien die Gewalttaten. Wer genau wissen will, was die Freiwillige Selbstkontrolle von Pitchfork hielt, der liest die unkommentierten Begründungen im 24-seitigen Booklet nach.
Von der Gewalt selbst darf sich dann ein jeder sein eigenes Bild machen und darüber urteilen, ob’s reine Unterhaltung ist oder tatsächlich Selbstzweckhaft und übertrieben. Fakt ist: Es geht nicht zimperlich zu.
Beginnt das Ganze noch mit Andeutungen der Taten, wird es im späteren Verlauf deutlicher. Allerdings wird auch dann nicht auf expliziteste Art gezeigt, was der Killer so tut. Vielmehr geht es um die eher sadistische Art der Quälerei, die vor allem gegenüber den Frauen deutlich zum Tragen kommt und keinen großen Anklang bei der FSK fand.

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Die Landluft hatte er sich anders vorgestellt

Ein Beispiel für Feminismus wird Pitchfork deshalb nicht abgeben und als Zuschauer hat man ziemlich schnell ziemlich wenig Sympathien für die männlichen Charaktere. Weil die sich wahlweise verhalten wie die dümmlichsten Nerds oder die gröbsten Machos, dürfen sie vom Killer nur allzu gerne gemetzelt werden. Eine Träne weint man allerdings den Mädels auch nur bedingt nach. Man sollte also nicht mit einer Erwartungshaltung in den Film gehen, irgendeine Art von Figurentiefe vermittelt zu bekommen. Das kann und will Pitchfork gar nicht leisten. Was er aber durchaus bietet, sind ein paar ziemlich überraschende Situationen sowie ein bisschen Witz. Denn so ganz ernst nimmt sich der Film dann doch nicht, wenn er ein soeben gemeucheltes Pärchen synchron zu Boden gehen lässt. Nicht nur hier merkt man, dass Regisseur Packard bisher vornehmlich als (Emmy prämierter) Choreograf unterwegs war. Kein Wunder, dass er nach knapp 20 Minuten aus dem Stegreif eine Scheunenparty vom Stapel lässt, die außerdem zeigt, dass die Darsteller des Films als Tänzer ebenfalls gut aufgehoben wären.
Nach 50 Minuten ist das bunte Treiben dann allerdings ohnehin vorbei, denn dann beginnt die zweite Hälfte von Pitchfork, die später auch noch zwei weitere Figuren integriert und atmosphärisch wesentlich grimmiger rüberkommt als die erste Hälfte. Das liegt nicht mal am gesteigerten Blutgehalt, sondern am Fokus auf die zum Trio anwachsende Meuchelgruppe. Schon der früh auftauchende Heugabelprothesen-Killer liefert mal eine nette Abwechslung und verhält sich in ein paar erstaunlich agilen Szenen zunehmend irrer. Ganz zu schweigen vom familiären Anhang, der auch nicht anständiger unterwegs ist und für ein paar besonders menschenverachtende Szenen sorgt.
Was dem Film also an Geld, schauspielerischem Talent und Dialog-Intelligenz fehlt, macht er mit durchaus packender Atmosphäre im Finale wieder wett – was im Übrigen auch durch das weitgehende Fehlen von auflockernder Filmmusik erreicht wird.

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Mutter und Söhnchen – ein tödliches Gespann

Bild- und Tonqualität

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Sie macht es ihm leicht und begibt sich schon mal auf die richtige Höhe

Der digital gefilmte Pitchfork beginnt mit einer eindrucksvollen Kamerafahrt über die Wipfel der Maisfelder. Während Kontrast und Schwarzwert passen, gibt’s an den Spitzen der Korn-Pflanzen leichte Unruhen und dezente Artefakte. Grundsätzlich bevorzugte Regisseur Packard einen abgesofteten Look. Close-ups von Gesichtern wirken oft arg weich und sehen ein wenig aus wie in Photoshop bearbeitete Modelfotos. Farben und Spitzlichter sind teils bewusst überhöht und wirken beinahe wie eine HDR-Dynamik auf einer UHD.
Beim Ton dominieren die Dialoge, während atmosphärische Hintergrundgeräusche eher dezent bleiben. Die deutsche Fassung nutzt tatsächlich teilweise deutlichere Sounds wie die (auf Dauer nervenden) quietschenden Vogelgeräusche während der . Die sind in der Form auf der Originalspur gar nicht vorhanden. Kommt Filmmusik ins Spiel, werden die Hauptlautsprecher recht kräftig mit einbezogen und der Raum öffnet sich auch etwas auf die Rears.

Bonusmaterial

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Wenn ein Film so beginnt, weiß man, ob die Dame überlebt oder nicht

Das Bonusmaterial von Pitchfork beginnt schon beim limitierten Mediabook mit drei unterschiedlichen Covern, das auf 222 (Cover A und C) bzw. auf 333 (Cover B) Stück limitiert ist. Alle drei Versionen liefern ein 24-seitiges Booklet, das vor allem einen Comic zum Film beinhaltet. Dazu gibt es noch Infos des Regisseurs und nach einem Statement von Christoph Schmidt von Redscreen über die FSK-Beantragung die entsprechenden Antworten der Freiwilligen Selbstkontrolle.
Das Bonusmaterial, das auf der Blu-ray selbst ist, beginnt mit einem 26-minütigen Behind the Scenes, das schon mal in schonungslos-ehrlichen Wörtern beschreibt, wie gering das Budget und wie klein die Crew war. Danach darf man dann ausführlich in die Dreharbeiten oder Choreografien am Cowboy-Tanz hineinblicken und ist hautnahe dabei, wenn der Killer gleich diverse Mal zuschlägt. In „Becoming Pitchfork“ widmet man sich dann vor allem dem Bad Guy und zeigt, wie man seine Maske sowie die Armprothese anfertigt. Ein paar Deleted Scenes sowie Fun Outtakes und Blooper schließen sich an. Ein paar Minuten Probenaufnahmen schließen sich an und das Making-of der Synchro ist abgedreht spannend geraten. Acht Minuten lang ist man darin auf der Suche nach Synchronsprecher Sven Riemann (der „Moderator“ selbst), was sich mehr und mehr zum Horror-Kurzfilm entwickelt. Mehrere Trailer sowie eine Bildergalerie runden das für einen B-Horror-Film ziemlich interessante und umfangreiche Bonusmaterial ab.

Fazit

Pitchfork lässt in der letzten halben Stunde aufblitzen, dass der Regisseur mit einem besseren Drehbuch und etwas talentierteren Schauspielern sowie mit höherem Budget durchaus zu atmosphärisch-spannender Horror-Unterhaltung in der Lage wäre. Denn von dem Moment an, da der Killer und seine Eltern das Geschehen dominieren, wird Packards Film grimmig und böse. Der durchaus vorhandene Sadismus dürfte nicht jedermanns Sache sein, sodass
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 80%
Film: 60%

Anbieter: Redscreen / Wicked Vision
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Glenn Douglas Packard
Darsteller: Daniel Wilkinson, Brian Raetz, Lindsey Dresbach, Ryan Moore, Celina Beach
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 94’38
Codec: AVC
FSK: ungeprüft

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Redscreen)

Trailer zu Pitchfork

PITCHFORK – Deutscher Teaser

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