Poltergeist 4K UHD

Blu-ray Review

Warner Home, 06.10.2022

OT: Poltergeist

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Sie sind hiiier …!

80er-Jahre-Gruselklassiker mit hoher Auflösung neu aufgelegt.

Inhalt

Eine der ikonischsten Kinderrollen des 20. Jahrhunderts

Cuesta Verde, Kalifornien: In der beschaulichen Kleinstadt haben sich auch die Freelings niedergelassen. Diane und Steve sowie ihre sechsjährige Tochter Carol Anne, die sechzehnjährige Dana und der achtjährige Sohn Robbie leben unter einem Dach. Alles scheint normal, alles scheint so wie es in einer glücklichen Familie sein sollte. Eines Abends sitzt Carol Anne allerdings vor dem Rauschen des Fernsehers und scheint sich mit dem Bildschirm zu unterhalten. Als in der nächsten Nacht ein Erdbeben die Umgebung erschüttert, erklärt Carol Anne ihren verdutzten Eltern, dass „sie hier sind“. Fortan mehren sich seltsame Dinge. Möbel scheinen sich von selbst zu bewegen, Besteck verbiegt sich und Gegenstände gehen kaputt. Als in einem Sturm ein Ast des vor dem Haus stehenden Baumes durch das Fenster von Robbies Zimmer bricht und sich den Jungen greift, versuchen Diane und Steve ihn draußen zu retten. Währenddessen wird Carol Anne durch ein Portal in eine andere Dimension gesaugt. Als die Feelings mit dem geretteten Robbie zurück ins Haus kommen, hören sie die Stimme ihrer Tochter aus dem Fernseher …

Noch scheint alles in Ordnung, in der Familie Freeling

Es ist der 30. Oktober 1982. Schauspielerin Dominique Dunne ist Zuhause und hat Besuch von ihrem Kollegen David Packer. Mit dem hatte Dunne für die bevorstehende Rolle in V – die außerirdischen Besucher kommen geprobt, als es plötzlich klingelt. Vor der Tür steht Dunnes Ex-Freund John Thomas Sweeney. Sweeney war schon zuvor immer wieder gewalttätig gegenüber Dunne geworden. Nachdem er sie vor die Tür bittet, packt er ihre Kehle und drückt zu. Dunne fällt ins Koma und wird fünf Tage später für hirntot erklärt.
1983: Julian Beck bekommt eine Magenkrebsdiagnose. Zwei Jahre später ist er als Reverend Kane mitten in den Dreharbeiten zu Poltergeist II, als er ins Krankenhaus muss. Dort kann man ihn nur noch bis zum Tod begleiten. Der Magenkrebs war stärker.
Muskogee-Indianer Will Sampson war den meisten durch seine Rolle in Einer flog über das Kuckucksnest bekannt. 1985 spielt er in Poltergeist II den Indianer Taylor. Schon seit langem leidet er unter Sklerodermie. Sampson magert ab. Seine Organe versagen. Nach einer Herz- und Lungentransplantation im Houston Methodist Hospital stirbt er am 3. Juni 1987 an postoperativem Nierenversagen.
Heather O’Rourke ist sechs Jahre alt, als sie die junge Carol Anne in Poltergeist spielt. Drei Jahre später tritt sie im zweiten Teil erneut auf. 1987 bekommt sie gesundheitliche Probleme. Man diagnostiziert Morbus Crohn. Ein fataler Fehler. Denn O’Rourke leidet an einer angeborenen Darm-Verengung. Nach der Gabe von Cortison werden die Beschwerden nicht besser. Sie stirbt am 01. Februar 1988, kurz nach den Dreharbeiten zu Poltergeist III an den Komplikationen einer Notoperation infolge eines Darmverschlusses. Begraben wurde sie auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery in Westwood, Los Angeles – ganz in der Nähe von Dominique Dunne.

Der Fernseher ist Ausgangspunkt

Was klingt wie eine neue True-Crime-Serie auf einem Streaming-Sender sind die tragischen Begleitumstände, die rund um die Produktionen der ersten drei Poltergeist-Filme passiert sind. Dazu gesellten sich weitere „Geschichten“ und Erzählungen von Mitgliedern der Filmcrew über rätselhafte Vorkommnisse während des Drehs. Selbst Produzent Steven Spielberg hielt einiges für nicht ganz so geheuer und sprach von seltsamen Dingen. Ob wahr oder erfunden – Poltergeist gehört zu den Klassikern des Gruselkinos. Und die Credits dafür gehen an …
… tja, an wen eigentlich? Tobe Hooper als Regisseur oder Steven Spielberg als Produzent, der vielleicht doch mehr am Film beteiligt war als die meisten zunächst annahmen? Es rankten sich immer wieder Gerüchte über die „Machtverhältnisse“ am Set des Films. Immer wieder wurde Spielberg gefragt, ob er nicht doch mehr getan hätte als nur die Produktion zu beaufsichtigen. in einem Interview mit der LA Times von 1982 gab er dann zu Protokoll, dass er Tobe Hooper nicht gerade für den Filmemacher empfinde, der am Set die Dinge in die Hand nimmt. Immer wenn beim Dreh eine Frage aufkam und Hooper nicht sofort antwortete, sprang Spielberg auf und übernahm. Der Plan, dass er den Film schreiben und dann einfach einem Regisseur in die Hand geben könnte, ging offenbar nicht auf (Quelle). Dass er mit diesen Worten etwas zu weit gegangen war, erkannte Spielberg dann selbst und ließ über eine Anzeige in der Variety einen Entschuldigungsbrief veröffentlichen, der sinngemäß folgenden Wortlaut hatte:

Es häufen sich die unerklärlichen Vorfälle

Bedauerlicherweise haben einige Pressevertreter die einzigartige kreative Beziehung missverstanden, die Du und ich während der Dreharbeiten zu ‚Poltergeist‘ hatten. Ich habe es sehr genossen, dass Du mir (als Produzent und Drehbuchautor des Films) einen größeren Spielraum bei der kreativen Mitwirkung eingeräumt hast, und ich weiß, dass Du mit der Freiheit, die Du hattest, um ‚Poltergeist‘ so wunderbar zu inszenieren, sehr zufrieden warst. Mit dem Drehbuch hast Du von Anfang an eine Vision für diesen sehr intensiven Film akzeptiert, und als Regisseur hast Du perfekt abgeliefert. Du  hast durchweg verantwortungsbewusst und professionell gearbeitet, und ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem nächsten Projekt.
Man merkt den Sätzen deutlich an, dass es Spielberg ernst war, in aller Freundschaft zu verbleiben.
So wie man dem Film anmerkt, dass er die Handschrift des E.T.-Regisseurs trägt – ergänzt durch einige Horror-Momente, die zweifelsohne Hoopers Einfluss zeigen. Letzteres bspw. bei der Face-Peeling-Szene vor dem Spiegel. Momente wie dieser (oder auch das spätere Schwimmen mit den Skeletten) waren damals durchaus ungewöhnlich in einem Gruselfilm mit großen Namen und aus prominenter Produktion. Allerdings lebt Poltergeist nicht nur von diesen sehr grafischen Szenen, sondern vor allem von der stetig wachsenden unangenehmen Atmosphäre. Die sich verselbständigenden Gegenstände, Spielpuppen, die plötzlich zum Leben erweckt werden, das Fernsehgerät, das zum Ursprung des Bösen wird – die Behaglichkeit des Freelings’schen Heims wird nach und nach in jedem lieb gewordenen Detail dekonstruiert. Jede Ecke, in der man sich wohl und komfortabel fühlte, verwandelt sich in etwas Gespenstisches. Der Horror fährt zwischen die Familienmitglieder und trennt sie – was wiederum das zweite Element des Gruslers zum Tragen kommen lässt: Das Thema Familie, das hier trotz der üblichen Querelen zwischen Geschwistern und Eltern von zentraler Bedeutung ist. Steve ist vollkommen egal, was dieser Poltergeist ist. Er will einzig seine Tochter aus dessen Fängen wieder zurück haben und die Familie wieder vereinen. Und wenn er am Ende den Fernseher aus dem Hotelzimmer verbannt, gibt’s noch einen herrlich ironischen Kommentar auf die damalige Zeit des erstarkenden Video-/TV-Booms obendrauf.

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Bild- und Tonqualität BD 2008 vs. 2022

Ein echter Hooper-Moment

17. Oktober 2008 – es ist lange her, dass die ursprüngliche Blu-ray von Poltergeist hierzulande erschien. Und seitdem hat sich da auch nichts getan. Die Blu-ray kommt also noch aus der Anfangszeit des Mediums und ist deshalb, kein Wunder, noch in VC-1 kodiert. Eine Datengröße von ~17 GB spricht bei einem Film mit 114 Minuten auch nicht gerade für eine hohe Datenrate.  In der Praxis läuft diese oft mit gerade mal 15-20 Mbps und geht nur selten mal in die höheren 20er. Unter diesen gegebenen Bedingungen ist die Blu-ray damals aber erstaunlich gut geworden. Und man darf ja schon froh sein, wenn nicht (wie in den ersten Jahren der Blu-ray oft üblich) ein Rauschfilter sämtliches Filmkorn und damit auch Bildinhalt getilgt hat. Digitale Rauschreduzierung ist hier nicht zu sehen. Die Körnung ist präsent, Gesichter oder Oberflächen nie wachsartig weich und man hat auch keine Nachschärfungen angesetzt, was man relativ schnell an Objekträndern oder bei detaillierten Schriften sehen würde. Dazu gefällt die Farbgebung, die Hauttöne zwar etwas rosig präsentiert, insgesamt aber ausgewogen bleibt und es zu keiner Zeit übertreibt. Hier und da könnten die Schwarzwerte besser sein, aber das war’s eigentlich fast mit der Kritik an der Blu-ray des damals immerhin schon 26 Jahre alten Film. Größter Knackpunkt ist in der Tat das Encoding, das die Körnung zum Teil verschluckt oder in Clustern vermatscht – VC-1 ist aus heutiger Sicht einfach ein überholter Codec. Außerdem dürfte das Bild noch etwas defektfreier sein. Schmutzpartikelchen oder helle Blitzer sind nicht selten.

Der Poltergeist hinterlässt Spuren bei den Freelings

Die Full-HD-Blu-ray, die nun der 4K-Fassung beiliegt, ist nicht identisch mit der alten Fassung – erkennbar bereits daran, dass sie mit einem AVC-Codec aufwartet und nicht mit dem veralteten VC-1. Und die neue Blu-ray basiert sichtbar auf dem 4K-Master, das auch für die UHD Blu-ray zum Einsatz kommt. In praktisch jeder Einstellung ist die Detailschärfe und Abbildungsqualität deutlich besser. Nimmt man sich die feinen Äste der Bäume bei 4’38, erkennt man Verästelungen, wo man bei der alten Blu-ray (übertrieben gesprochen) Schmutz auf dem Negativ vermutet hat. In dieser Sequenz kann man auch das Flugzeug nun viel besser ausmachen, während die alte Blu-ray es hier und da einfach verschluckte oder neben dem vorhandenen Schmutz einfach nicht auffiel. Gleichzeitig ist sofort erkennbar, dass die neue Scheibe deutlich weniger hell gemastert wurde, was gut ist. Denn die alte Blu-ray war schlicht zu hell. Zwar bewirkte das in den Night Shots auf das Haus der Freelings etwas mehr Durchzeichnung, aber knackiges schwarz oder gleichmäßige Ausleuchtung waren der alten Disk fremd. Ganz anders die neue Blu-ray, die hier knackiger ist – wenngleich nicht komplett durchzeichnet. Farben sind ebenfalls anders und passen sich der 4K-Scheibe an (siehe unten). Der Himmel hat nun mehr Cyan-Anteile, was nicht immer jedermanns Geschmack ist. Das gelbe Frottee-Oberteil bei 07’00 sieht nun allerdings viel kräftiger und satter aus. Spätestens in den dunkleren Innenraumszenen ist das leichte Cyan im Himmel aber vergessen, denn die alte BD war hier teils überbetont rotstichig, wohingegen die neue Blu-ray die gelbe Lichtquelle auch für gelbe Einfärbung des Hemdes nutzt – eine wesentlich authentischere Farbgebung (34’14). Authentischer ist auch die Körnung, die durch ein sichtbar bessere Encoding und die höhere Grundauflösung feiner und gleichmäßiger erscheint. Schmutzpartikel und Störer wurden zudem effektiv getilgt. Leider gibt es aber immer mal wieder Momente, in denen das Encoding dennoch nicht perfekt ist und leicht matschige Kornstrukturen erkennbar werden (74’18). Außerdem ist der Bildausschnitt anders, da man das Bild offensichtlich horizontal etwas entstaucht hat. Gesichter wirken nun etwas runder und echter.

Blu-ray 2008 (4’38): (Slider ganz nach rechts): Die alte Blu-ray hatte kaum Bilddynamik vorzuweisen und war reichlich blass und kontrastschwach.
Blu-ray 2022 (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray ist wesentlich kontraststärker, differenzierter in den Farben, detaillierter und besser encodiert – allerdings mit einem leichten Cyan-Einschlag im Himmel.

Blu-ray 2008 (28’39): (Slider ganz nach rechts): Gut zu sehen, dass das Bildformat der alten Blu-ray etwas gestauchter war. Die Farben waren relativ blass.
Blu-ray 2022 (Slider ganz nach links): Die Farben der neuen Blu-ray sind deutlich kräftiger. Die Hautfarben wärmer.

Blu-ray 2008 (67’23): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild hier: Blasse Farben und Kontraste.
Blu-ray 2022 (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray ist dynamischer.

Blu-ray 2008 (37’19): (Slider ganz nach rechts): Das helle Mastering der alten Blu-ray führt zu überrissenen Lichtbereichen.
Blu-ray 2022 (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray ist viel besser durchzeichnet.

Blu-ray 2008 (16’44): (Slider ganz nach rechts): Gut zu erkennen, wie schlecht das Encoding der alten Blu-ray war. Die Bastdetails vermatschen komplett.
Blu-ray 2022 (Slider ganz nach links): Schon besser, aber immer noch nicht perfekt: Die neue Blu-ray.

Das Bild in voller Größe
Auch heute noch eine ziemlich schaurige Szene

Die Blu-ray von 2008 enthielt eine Dolby-Digital-Tonspur in 2.0 Stereo. Exakt diese ist nun auch Bestandteil der neuen Blu-ray und der 4K UHD Blu-ray. Das Gute direkt vorweg: Die deutsche Stereo-Fassung klingt gar nicht mal so übel. Schon die US-Nationalhymne, die direkt zu Beginn noch mit voller Wucht intoniert wird (bevor der TV dann plärrend übernimmt), kommt dynamisch und absolut klar ans Ohr. Das klingt weder dumpf, noch zu spitz. Wird es in der Folge leise, während der Hund durch die Räume streunt, gibt’s kein Rauschen oder andere Störgeräusche. Der Flöten-Score, der während der Anfangs-Credits läuft, schwankt nur ganz dezent hörbar und die Stimmen sind überraschend klar. Wenn sich die Jungs zum Sportereignis zusammenfinden, klingen S-Laute schon mal etwas spitz, was auch für die etwas hochfrequenteren Soundeffekte gilt. Apropos Soundeffekte. Während der dynamischeren Spezialeffekte-Szenen bauen die Mainspeaker sogar etwas Druck auf. Fährt die Geisterhand erstmals aus dem TV, zuckt es schon ganz ordentlich über die Speaker, auch wenn die Geräusche in sich etwas übersteuert klingen. Sehr gut gelingt die Stereo-Kulisse und die atmosphärische Einbindung des Geschehens während der regnerischen Szenen im Finale. Man hat Regen schon weniger effektvoll fallen hören. Die englische Fassung der alten Blu-ray kam (unter anderem) als 5.1 in True HD daher. Gegenüber der deutschen Stereo-Tonspur gibt’s hier mehr Räumlichkeit und auch entsprechende Signale für den Subwoofer. Allerdings klingt das gar nicht mal so dynamisch wie man hoffen dürfte. Stimmen sind gar eher mittelprächtig verständlich und so richtig differenziert tönt das nicht – Surroundeffekte hin oder her.
Auf der neuen Blu-ray (und auf der UHD Blu-ray) gibt’s für den englischen Sound eine Veränderung von True HD 5.1 auf DTS HD-Master in 5.1. Zusätzlich gibt’s noch einen 2.0-DTS-HD-Master-Track, der als „original theatrical mix“ verzeichnet ist. Die 5.1-Tonspur schlägt, die als „remastered“ verzeichnet ist, schlägt den alten True-HD-Sound dabei um Längen. Schon die Dialoge kommen klarer rüber, sind etwas lauter eingepegelt und die dynamischen Momente werden mit wesentlich mehr Differenzierung transportiert. Während des Baumangriffs auf Robbie hört man die Bläser aus dem Score viel prägnanter und fetziger als über die alte Blu-ray. Auch das Gewittergrollen hat mehr Druck und klingt bedrohlicher. Während der feineren Momente überzeugt die neue Abmischung ebenfalls und kommt tonal gleichmäßiger rüber.

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Bild- und Tonqualität UHD

State-of-the-Art-Spezialeffekte der 80er

Poltergeist wurde damals auf einer Ultracam 35 gefilmt. Eine seltene Kamera, von der lediglich 15 Stück gebaut wurden und die als eher unzuverlässig galt. Lediglich eine Handvoll Filme wurden mit ihr gedreht (unter anderem Action Jackson und Und wieder 48 Stunden). Ausgehend vom 35-mm-Filmmaterial wurde nun ein 4K-Scan erstellt, das Material neu in HDR10 inkl. erweitertem Farbraum gegradet und für die UHD Blu-ray gemastert. Wie oben erwähnt, basiert aber auch die reguläre Blu-ray bereits auf dem 4K-Scan und dem neuen Grading. Gegenüber der Blu-ray ist das Mastering etwas dunkler, farblich dafür aber noch stimmiger. Der leichte Cyan-Touch der neuen Blu-ray ist über die 4K-Scheibe nur noch einen Hauch sichtbar
Was den Detailgrad angeht, schafft es die 4K-Disk noch besser, die feinen Details an den Bäumen bei 4’38 herauszuarbeiten. Auch die Körnung auf dem Himmelshintergrund ist noch feiner und homogener. Am besten ist das erkennbar, wenn man sich das aus Bastgeflecht bestehende Hochregal bei 16’44 anschaut. Vor allem die Abrundungen an der Front weisen über die Blu-ray leichte Encoding-Vermatschungen auf, was die 4K-Disk hier sichtbar besser auflöst. Auch die Schrift auf dem Star-Wars-Plakat ist besser erkennbar, da speziell dort die neue Blu-ray ihre Probleme im Encoding hat. Farben wirken durch das leichte Abdunkeln noch etwas satter, Hauttöne weisen eine deutlichere Brauntönung auf, was den Gesichtern gut steht. Ein bisschen schade, dass sehr dunkle Nachtszenen hier und da etwas besser durchzeichnet sein dürften und Spitzlichter zur gleichen Zeit nicht sonderlich hervorstechend sind. In diesem einen Punkt setzt sich die 4K-Scheibe nicht von der Blu-ray ab (Nachthimmel 53’34). Im Gegensatz dazu sind ein paar der extrem hellen Einstellungen (bspw. in Carol Annes Zimmer) etwas überrissen. Dort zeichnet die Blu-ray eine Spur besser durch. Dennoch liefert die UHD Blu-ray das insgesamt bessere Bild.

Blu-ray (4’38): (Slider ganz nach rechts): Gegenüber der neuen Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist die UHD Blu-ray etwas dunkler, gleichzeitig aber auch kräftiger in den Farben.

Blu-ray (28’39): (Slider ganz nach rechts): Der ganz leichte Grüneinschlag in der Gesichtsfarbe …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … weicht einem natürlicherem Braun.

Blu-ray (67’23): (Slider ganz nach rechts): Die Gelb- und Grüntöne sind über die neue Blu-ray bereits kräftiger als bei der alten Blu-ray.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray wirkt aber noch kräftiger.

Blu-ray (37’19): (Slider ganz nach rechts): Auf den ganz hellen Bereichen ist die neue Blu-ray etwas souveräner.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray überzieht hier ein kleines bisschen.

Blu-ray (16’44): (Slider ganz nach rechts): War die Blu-ray schon besser im Encoding als die alte Blu-ray (siehe oben) …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … so ist es die 4K-Scheibe, die hier zeigt, wie es richtig geht. Die Bast-Details kommen fein und detailliert zur Geltung.

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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial befindet sich auf der Blu-ray des Sets. Die UHD-BD enthält keine Extras. Allerdings ist es ohnehin das bisher bekannte Bonusmaterial, das schon die alte Blu-ray lieferte. Es besteht aus dem zweiteiligen „Sie sind unter uns – Poltergeist in der realen Welt“, das sich mit dem Phänomen der Poltergeister beschäftigt. Außerdem gibt’s noch das siebenminütige Making-of, das (noch im 4:3-Format) Einblicke in die Arbeit am Set gibt.

Fazit

Poltergeist ist bis heute ein echter Gruselklassiker – egal, ob nun Spielberg oder Hooper hauptsächlich Regie geführt hat. Atmosphärisch und in puncto Spannung packt der Film auch heute noch. Und das tut er jetzt in der bisher besten Bildqualität. Während die neue Blu-ray hier und da in hellen Bereichen besser durchzeichnet ist, liefert die 4K-Scheibe das sichtbar bessere Encoding, die passendere Farbgebung und mehr Kontrastdynamik. Der deutsche Ton wurde zwar nicht verändert, gehört aber zu den besseren entsprechender Filme aus dieser Zeit.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2008): 60%
Bildqualität BD (2022): 80%
Bildqualität UHD: 80%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 70%

Tonqualität BD (Originalversion): 65%
Tonqualität BD/UHD 5.1 DTS-HD Master (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 40%
Film: 85%

Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA 1982
Regie: Tobe Hooper
Darsteller: JoBeth Williams, Heather O’Rourke, Craig T. Nelson, Beatrice Straight, Dominique Dunne, Oliver Robins, Michael McManus
Tonformate BD: Dolby True HD: en // Dolby Digital 5.1: en // Dolby Digital 2.0: de, en
Tonformate UHD: DTS HD-Master 5.1: en // Dolby Digital 2.0: de
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 114
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: 814 Nit
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Warner Home Video)
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Trailer zu Poltergeist

Poltergeist | 4K UHD Trailer | Warner Bros. Entertainment


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

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11 Kommentare
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Heiko

Hallo Timo, wieder einmal eine spannend zu lesende bzw. sehr gut geschriebene und informative Rezension.
Habe aus Interesse meine Blu-ray von 2008 eingelegt (habe den Panasonic DP-UB824 und den 65JZN1508): Ich würde da eher 80 % bei der Bildqualität geben. Sieht m. E. wesentlich besser aus als die alte BD von The Big Lebowski, welcher Du ja sogar 65 % gegeben hattest (diese würde ich ggf. austauschen), so als Beispiel.
Jedenfalls behalte ich die BD von Poltergeist, auch dank Deiner Rezension.
Beste Grüße, Heiko

Jenso

Super tolle Review! Zu Beginn die schaurigen Fakten zu erwähnen, fand ich eine fantastische Idee.

Beste Grüße,
Jenso

Stephan Trapp

Das Steelbook und die „Deluxe“-Ausgabe waren von Anfang an rar. Hatte keine Chance auf eine Vorbestellung…
Ist aktuell häufiger der Fall, dass Sondereditionen bei Amazon angekündigt werden und dann gar nicht zu bekommen sind…
Habe heute „aus Verzweiflung“ in Frankreich bestellt. Die Deluxeausgabe für 44,95 inklusive Versand….
Bin mal gespannt.

Basti

Moin Timo,

wäre das Steelbook nicht so hässlich, hätte ich es direkt vorbestellt.
Auf jeden Fall klingt das Update von Bild- und Ton gut und da hoffe ich mal auf ein baldiges Release der „4K mastered“ Amaray bei uns.

PS: Bram Stoker´s Dracula ist für Deutschland gar nicht mehr vorgesehen im 4K Steelbook, oder?

Helmut

Gibt es eigentlich einen plausiblen Grund, warum exklusiv Deutschland immer erstmal auf die günstigere Amaray warten muss? In UK gibt’s auch schon beide direkt zum Start, auch mit deutschem Ton. Hätte ja lieber über deinen Link bestellt, aber Steelbook brauch ich nicht wirklich. Aber danke für das wieder mal tolle Review, steigert die Vorfreude noch mehr, alter Favorit von mir.

Hans-Ingo Trompeter

Manchmal, lieber Timo, frage ich mich, warum Du Dir die Mühe machst, solch schöne und informative Reviews zu schreiben, wenn die Objekte der Begierde gar nicht käuflich sind…. „Derzeit nicht erhältlich“ ist der Standardsatz bei amazon mal wieder. Zu meinem Glück hier mag ich den Film nicht…

dc_coder_84

Da is was dran! Als ich meine letzte Grafikkarte gekauft habe, habe ich im nachhinein auch noch Testberichte gelesen ^^

ChuckyChuck

Falls doch noch Interesse bestehen sollte – Steelbook ist bei Amazon Italien noch verfügbar, da habe ich bestellt. Beide Discs kommen mit deutschen Ton.

Danke für das review Timo!