Predator – Upgrade 4K UHD

Blu-ray Review

predator upgrade 4k uhd blu-ray review cover
20th Century Fox, 24.01.2019
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20th Century Fox, 24.01.2019

OT: The Predator

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Überlegene DNA

Der Jäger aus dem All ist zurück.

Inhalt

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McKenna und die Verrückten

Army-Sniper-Schütze Quinn McKenna ist gerade auf einer Geiselbefreiungs-Mission als ein Alien-Schiff in seiner Nähe bruchlandet. Dessen Steuermann, einen außerirdischen Jäger, macht er kampfunfähig und klaut einen Teil seiner Ausrüstung. Während der Predator von Regierungsagent Will Traeger aufgelesen und in ein Labor verbracht wird, sendet McKenna die Ausrüstung des Alien per Post an seine Ehefrau Emily und den gemeinsamen Sohn Rory. Dass der damit an Halloween auf Süßes-oder-Saures-Jagd geht, konnte McKenna natürlich nicht ahnen. Während Quinn von Traeger gemeinsam mit anderen Regierungs-Gefangenen abtransportiert wird, sehen die Insassen des Busses, wie der Predator aus dem Labor ausbrechen kann. Ein Blutbad anrichtend verschont er lediglich die Biologin Casey Bracket, die McKenna und der bunt zusammengewürfelte Trupp aus dem Bus vor dem Killer aus dem All retten. Doch wie es scheint, ist der Predator nicht alleine. Bald taucht noch ein zweiter, größerer Jäger auf. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, haben sich die Predatoren offenbar mit der DNA anderer Spezies aufgerüstet, was sie nahezu unbesiegbar werden lässt …

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Funktioniert garantiert ….. NICHT: Einen Predator alleine runterdrücken

Shane Black ist kein unbeschriebenes Blatt, wenn es um das Franchise geht: Als Produzent Joel Silver 1987 Predator auf den Weg brachte, bot man Black an, ein paar Zeilen zum Skript hinzuzufügen, die das Geschehen etwas mit Witz auflockerten sollten – immerhin hatte er kurz zuvor das humorvolle Drehbuch zu Lethal Weapon verfasst. Black lehnte dankend ab, da er nicht fand, dass der Film Humor benötige. Doch man blieb hartnäckig und lud ihn ein, zumindest als Darsteller mit zu machen. Zum „Dank“ für seine Absage als Co-Autor fiel Blacks Figur Hawkins (der mit den nervtötenden Pussy-Gags) dem Predator als Erster zum Opfer.
Nun, 30 Jahre später, schließt sich der Kreis und der mittlerweile durch die Regie von Filmen wie Iron Man 3 oder Nice Guys versierte Filmemacher darf noch mal ran, ans Franchise. Zeitlich spielt er mit Predator – Upgrade zwar in der Gegenwart, sortiert sich aber dennoch zwischen Predator II und Predators ein. Erkennbar ist das vor allem aufgrund der zahlreichen Querverweise auf den zweiten Teil. Beispielsweise in der Figur des von Jake Busey gespielten Wissenschaftlers Sean Keyes. Der ist kein Geringer als der Sohn von Peter Keyes (dargestellt von Jakes Vater Gary Busey), dem NSA-Agenten aus Predator II.

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Wie gesagt: Funktioniert NICHT

Neben zahlreichen Querverweisen auf die beiden ersten Teile versucht sich Black außerdem daran, wieder die Atmosphäre des Originals einzufangen. Dazu verlegte er die Hauptschauplätze der Kämpfe zwischen Menschen und Predatoren wieder von der Stadt in ein Waldgebiet und macht erneut ausgiebig Nutzen von der Infrarot-Sicht der Jäger. Gleichzeitig würfelt er in Predator – Upgrade eine bunte Truppe zusammen, die ähnlich viel Testosteron versprüht wie Arnolds Kollegen im ersten Teil. Außerdem fügt er (wie schon McTiernan im Original) eine starke Frauenrolle hinzu – nun eine studierte Biologin und keine Partisanin.
Und Black tat das, was er damals verweigerte: Humor integrieren. Es scheint, als hätte er seine Meinung geändert, denn in der Figur Coyles und dem unter Tourette leidenden Baxley wechseln sich Zoten und Running Gags ab. Im Übrigen: Man kann dem Film vordergründig sicher vorwerfen, dass er sich des Tourette-Syndroms bedient, um billige Lacher zu erzeugen. Doch wer etwas recherchiert (oder gut informiert ist), weiß, dass Black selbst unter der Krankheit leidet, wenn auch nicht sehr ausgeprägt. Möglicherweise war es seine Art und Weise damit umzugehen und es über den Film zu verarbeiten. Dennoch muss man nicht jeden Gag mögen, wirken sie doch zeitweise so aus der Zeit gefallen wie die Outlaw-Typen selbst.

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Hat einfach mehr Schwung, der außerirdische Jäger

Wesentlich zeitgemäßer ist der Blutzoll, der sich der härteren Gangart bedient. Befürchteten Fans der ersten beiden Teile eine Verweichlichung der Gewalttaten, darf Entwarnung geben werden. Der Splatterfaktor ist für einen SciFi-Actioner erstaunlich hoch. Gerade die praktischen Masken überzeugen dabei auch. Leider gilt das nicht für (alle) CGI-Szenen. Ein durch die Tarnfunktion des Raumschiffs durchtrennter Körper sieht so dermaßen künstlich aus, dass man es doch lieber hätte sein lassen sollen – zumal der finale „Abflug“ sichtbar vor Green-Screen gedreht wurde und aussieht wie im Photoshop schlecht freigestellt. Konsequent geraten ist allerdings die beinahe überhebliche Art der Gewaltausübung durch den Predatoren. Wenn er nach seinem Aufwachen im Lab mit einem Fingerschnipp einem der Sicherheitsleute das Lebenslicht ausbläst, hat das diese kalte Erbarmungslosigkeit, die man von einem solch überlegenen Jäger erwartet.
Ziemlich glücklich gelang dazu die Wahl von Brian Prince, der den Predator spielt. Der 2,07 Meter große Kerl ist nicht nur physisch entsprechend gebaut, sondern aufgrund seiner Leidenschaft für Parkour-Sport auch in Sachen Bewegungsabläufe perfekt trainiert. Sein Verdienst ist es, dass der teils deutlich in heller Umgebung zu sehende Jäger nicht billig wirkt.

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Mehr Kraft hat er auch

Ebenfalls nicht billig ist die Action, die Shane Black angemessen rasant und ausgefeilt inszenierte. Allerdings täuscht das nicht über das unschlüssige Drehbuch hinweg. Immer wieder hat man das Gefühl, Predator – Upgrade könne sich nicht so recht entschließen, was er eigentlich möchte. Oft wirken die Sequenzen abgehackt und zusammenhanglos – ganz zu schweigen vom teils unangebrachten Humor des Predatoren (Stichwort: Schwarzenegger-Thumbs-up-Geste). In solchen Szenen ist der Film kurz davor, seiner brutalen Hauptfigur jeglichen Schrecken zu nehmen. Dazu kommt die ärgerliche Tatsache, dass McKenna seinen eigenen Sohn gleich mehrfach nicht aus der Gefahrenzone heraushält. Zwar kommt dem vom (unterforderten) Jacob Tremblay gespielten autistischen Jungen eine wichtige (allerdings SEHR fragwürdige) Bedeutung zu, doch derart fahrlässig kann ein ausgebildeter Soldat kaum mit dem eigenen Nachwuchs umgehen.

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Noch hässlicher als 1987: Der Hybrid-Predator

Bild- und Tonqualität BD

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Baxley ist ein bisschen durchgeknallt – was helfen kann gegen einen Gegner wie den Predator

Predator – Upgrade punktet in der Opening-Sequenz mit tollen Farbkontrasten im All und einer sehr hohen Laufruhe. Allerdings dürfte Schwarz noch etwas knackiger sein. Die Eröffnungs-Sequenz im All wirkt nicht in jeder Situation mit absoluter Tiefe. Außerdem könnte die Schärfe in Halbtotalen durchweg etwas besser sein. Sie ist zwar gut, aber nicht ganz auf dem Niveau von Referenztiteln. Sehr gut ist die Laufruhe, die nur in den ganz späten dunklen Waldszenen etwas Körnung aufweist. Dafür sind helle Bereiche auf Gesichtern, der Haut des betäubten Predator oder auch dem orangeroten Himmel zu Beginn frei von Rauschen (siehe Bildqualität UHD). Gegenüber der UHD ist die BD allerdings weniger farbkräftig. Schon der Wald/Dschungel im Finale könnte mehr Grün und mehr Strahlkraft vertragen. Auch die neongrünen Verletzungen des Jägers wirken im direkten Vergleich flauer. Dennoch gehört das Bild der Blu-ray zu den besseren Produktionen der letzten Monate.
Wie üblich hat 20th Century Fox seinem Titel „nur“ eine dts-Spur für die deutsche Fassung beschert, während der O-Ton der Blu-ray in verlustfreiem dts-HD-Master daherkommt. Das ist zwar grundsätzlich ärgerlich, weil man dem deutschen Zuhörer damit dauerhaft nur komprimierten Sound zur Verfügung stellt. Doch grämen muss man sich deshalb nicht, weil Fox für reguläres dts beständig sehr hohe Qualität abliefert. Klar ist es ärgerlich, wenn die Datenrate einfach nicht ausschöpft, was sie könnte. Doch schon der Beginn von Predator – Upgrade zeigt, dass gut ausgenutztes dts auf hohem Niveau spielen kann. So erklingen die Szenen im All mit den beiden kämpfenden Gleitern äußerst effektvoll und reizen zudem den Subwoofer bis an seine Grenzen. Wenn sich das Dimensionstor öffnet, setzt es einen respektablen Bass-Sweep und das abstürzende Raumschiff sorgt für diesen typisch übersteuernd-spratzelnden Sound – klasse. Direkt danach wechselt die Szenerie in den Urwald und man hört die Tiere mit sensationeller Direktionalität aus allen Speakern.
Taucht dann der zweite Predator im All wieder auf und dringt durch den Spalt, setzt es wieder ordentlich Dynamik und während des Kampfes im Laboratorium bekommen auch die Surrounds wieder gut zu tun. Stets herausragend und nach wie vor genial sind die klackernden Geräusche, die der Predator beständig von sich gibt. Und wenn dann der ausgewachsene Hybrid-Predator auftritt, gibt’s akustisch eh kein Halten mehr. Zumal dessen Stimme noch tiefer und grummelnder ist – alleine für sich schon ein genialer Soundeffekt. Vielleicht fehlt in einigen wenigen Szenen die letzte Bassgewalt, aber in Sachen Räumlichkeit und Surround-Feeling spielt der Film trotz komprimierter dts-Spur ganz weit vorne mit.

Bild- und Tonqualität UHD

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Da kann einem Army-Sniper schon mal schwindelig werden

Wie zuletzt viele Filme wurde auch Predator – Upgrade mit den beiden Arri-Kameras Alexa XT und Alexa Mini aufgezeichnet. Diese liefern am Ausgang 3.4K. Für das Digital Intermediate wurde hier allerdings auf 2K herunter gerechnet und für die UHD entsprechend wieder hochskaliert. Wir haben es also nicht mit einer nativen 4K-Scheibe zu tun, was bei einer Original-Auflösung von 3.4K natürlich ohnehin nicht komplett möglich gewesen wäre. Davon ab hat man der Scheibe natürlich einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum spendiert und mit HDR10 die statische Standard-Variante des höheren Kontrastumfangs implementiert.
In Sachen Schärfe und vor allem Kontrast kann die UHD gegenüber der BD trotz „nur“ 2K DI tatsächlich fast in jeder Szene zulegen. Allerdings zeigt sie in einigen Szenen stärker sichtbare Unruhen. So setzt es beispielsweise unschönes Rauschen auf dem orangeroten Himmelshintergrund, wenn der Außerirdische in die Erdatmosphäre eindringt (ab 1’50) – ein Rauschen, das die BD an gleicher Stelle nicht zeigt. Ähnliche Unruhen gibt es später auch noch mal auf der Haut des Predator (23’12).
Dafür ist gerade Schwarz viel satter und weit weniger grau als über die Blu-ray. Exemplarisch wunderbar zu sehen in der Eröffnungssequenz. Dort ist das All wirklich pechschwarz und wunderbar tief.
Auch Close-ups profitieren von der hochgerechneten 4K-Scheibe, was wieder einmal zeigt, dass ein 2K-DI kein Makel sein muss, wenn es gut umgesetzt wurde. Gerade in den Laborszenen kommt die gute Auflösung zur Geltung. Die teils sehr hell ausgeleuchteten Räume offenbaren eine hohe Detailtiefe sowie gleißend helle Arbeitskittel ohne jedoch je zu überstrahlen. Auch die wässrig-spiegelnde Oberfläche der Predator-Haut wirkt wunderbar plastisch über die UHD. Selbst wenn die Schärfe nicht durchweg auf Referenz-Niveau ist, macht es die UHD durchweg besser.
Ebenfalls besser sind auch die Spitzlichter – und davon gibt’s eine Menge. Da der Film zu weiten Teilen im Dunkeln spielt, sieht man das Weiße in den Augen oder die hellen Zähne der afroamerikanischen Darsteller extrem prägnant hervorblitzen. Nicht zu hundert Prozent gelungen ist allerdings der Schwarzwert in den späteren Szenen im Wald. Dort sieht man zum einen doch wieder deutlichere Unruhen und zum anderen könnte das Schwarz hier noch etwas knackiger sein.

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(8’32) Blu-ray: Als läge ein leicht milchiger Schleier über dem Bild. Die BD zeigt im direkten Vergleich das flauere Bild mit weniger gut ausgearbeiteten Farben.
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Legt man die UHD ein, zeigt sich, wie gut HDR auch in Sachen Farbdifferenzierung arbeitet. In den Baumwipfeln zeigen sich deutlich mehr unterschiedliche Farbanteile als über die Blu-ray, die im Vergleich viel eintöniger erscheint. Außerdem hat man den milchigen Schleier vom Bild genommen.
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(78’52) Blu-ray: Relativ gut zu sehen: In den dunkleren Bereichen hat die Blu-ray eine ganz leichte Grüntendenz …
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… während die UHD die neutralfarbenen Flächen eher ins leicht Bläuliche verschiebt, was dem Film aus atmosphärischer Sicht ein wenig besser steht.
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(82’49) Blu-ray: Auch hier zeigt sich die leichte Tendenz ins Grün auf den grauen Texturen des Predator. Dazu wirkt seine „Fresse“ nicht ganz so fleischig.
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Die UHD ist hier wieder etwas bläulicher, das Rot um das Maulwerk des Predatoren ist prägnanter und die Oberfläche seiner Haut wirkt insgesamt dreidimensionaler.
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(27’36) Blu-ray: Auch hier wirkt das Bild der Blu-ray verschleiert und milchig im direkten Vergleich mit der UHD.
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Die 4K-Scheibe intensiviert Kontraste sichtbar und lässt bspw. wesentlich mehr Differenzierung im Zusammenspiel von Hautfarbe am Arm und dem durchsichtigen Schutzanzug zu.
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(58’34) Blu-ray: In Szenen mit ausgewogenem Kontrast- und Farbverhältnis fällt der Unterschied zwischen Blu-ray und UHD eher gering aus.
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Hier erscheint die UHD nur unwesentlich kontraststärker und zeigt das etwas sattere Orange der Früchte auf dem Tisch
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Mit so einer Crashlandung hatte er nicht gerechnet

Gegenüber der Blu-ray ändert sich beim deutschen Ton nichts. Auch die UHD von Predator – Upgrade weist die dts-Spur auf. Der englische Sound erhält allerdings ein Upgrade und punktet nun mit Dolby Atmos.
Von Beginn an spielt hierbei die Filmmusik von oben etwas mit, was für ein etwas räumlicheres Rundumerlebnis sorgt. Erste echte 3D-Soundeffekte gibt’s allerdings auch schon früh – beispielsweise, wenn das Raumschiff nach knapp einer Minute gleich mehrfach über die Kamera hinwegrauscht (ab 1’02). Wunderbar räumlich hat man den Dschungel gestaltet, in dem die Tiere gleich in Scharen aus den Heights zu hören sind (ab 2’15). Und wenn nach ziemlich genau sechs Minuten zum ersten Mal das knatternde Kehlengeräusch des Predatoren von oben hört, zuckt man unwillkürlich zusammen. Gleich danach gibt’s dann noch einen schönen Schockeffekt aus den Heights und ein Hubschrauber rattert kurz drauf auch noch über die Köpfe (7’30). Auch wenn man dessen Rotoren kurz darauf bei der Landung nicht mehr aus der oberen Etage hört – ein guter akustischer Einstand in die folgenden 105 Minuten. Aufgrund des Filminhalts und der folgenden Dialogszenen bleibt’s dann eine Weile lang etwas ruhiger. Umso schöner, dass man sogar solche Sequenzen in die Höhe gemischt hat, die nur sehr leise Signale aussenden. So muss man schon sehr genau hinhören, dass der Regen aufs Dach des Gefängnis-Transporters fällt (18’30), was aber Sinn macht, da die Außen-Atmosphäre hier sehr in den Hintergrund gemixt wurde. Wenn dann nach 19’05 aber der Donner des nahenden Gewitters erklingt, sind die Heights hörbar präsent. Im Labor gibt es dann einen ziemlich unangenehmen 3D-Soundeffekt, wenn Casey und der Kollege durch die Ultraschalldusche entkeimt werden (22’50). Und beim „Level-2-Alert“ sitzt man dann nach einer kurzen akustischen Entspannungsphase wieder aufrecht im Heimkino-Sessel (28’15). Im Nachgang räumt der außerirdische Invasor dann im Labor auf, was immer mal wieder für spontane Effekte über die Höhen-Speaker sorgt, während die Alarmsirene weiterhin von dort zu hören ist. Brachial wird’s wenn nach etwas über einer halben Stunde weitere Gleiter am Himmel auftauchen und über Casey hinweg fliegen. Auch die schweren Tritte des Predator kommen prägnant von oben, was ein besonders cooler Soundeffekt ist (ab 34’40). Ebenso übrigens wie die erneuten Predator-Geräusche, die sehr griffig aus der Höhe kommen, als er Rory auf dem Bus festhält (54’00). Einen weiteren Hubschrauber gibt es nach gut 65 Minuten – dieses Mal bleibt er (im Gegensatz zum Beginn) fast zu lange hörbar – selbst wenn die Kamera schon einige Meter entfernt und fast auf einer Höhe ist mit ihm (64’50).
Durchweg witzig sind die fluiden Sounds, die man hört, wenn die Kamera die Infrarot-Sichtweise der Jäger einnimmt. Nach ein paar weiteren Action-Sounds und Fußtritten aus der oberen Etage in McKennas Haus, ist die abgeschossene Signalrakete wieder ein echtes Highlight. Man kann sie mit den Ohren verfolgen, wie sie über die Lautsprecher wandern und die Luft steigt (77’00). Im Finale bekommt dann der Wald wieder ein geniales Eigenleben, wenn man die Baumwipfel von oben hört, während der Jäger sich an ihnen entlang bewegt.

Bonusmaterial

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Größer, stärker, erbarmungsloser: Der Predator Hybrid

Im Bonusmaterial von Predator – Upgrade finden sich drei entfernte Szenen, in denen Traeger auf McKenna trifft, Lynch sich mit einem Rocker anlegt und die Truppe das Haus von McKennas Ex inspiziert. Außerdem gesellt sich eine verpatzte Szene mit Nettles hinzu. Daran schließen sich vier Featurettes an, die eine Gesamtlaufzeit von etwa 55 Minuten aufweisen.
Im ersten geht’s hinter die Kulissen mit Regisseur Shane Black. Black erzählt, wie er seinerzeit zum Original-Predator kam. „Die Evolution des Predators“ schildert als Hauptfeature die Entwicklung, die der außerirdische Jäger über die Jahre gemacht hat und die man für den jüngsten Teil vornahm. Natürlich versuchte man, so nahe wie möglich am ikonischen Original zu bleiben und nur moderat zu verändern. Auch auf die Waffen geht das Feature ein. „Das Einsatzteam“ kümmert sich hingegen um die menschlichen Hauptdarsteller. Darum, welche Typen da aufeinander treffen und um die Entwicklung der Kameradschaft innerhalb der Gruppe. „Ein Rückblick auf die Predator-Filme“ fasst abschließend in jeweils drei Minuten noch mal die entscheidenden Momente der drei Vorgänger-Filme zusammen.

Fazit

Predator – Upgrade ist blutig, rasant und hat irgendwie alles, was auch Teil I und II ausmachte – dennoch fehlt irgendwas. Regisseur Black kennt sich zwar mit dem Franchise aus, dennoch schafft er es nur bedingt, den Film zu einem homogenen Ganzen werden zu lassen. Und am Ende kommt ihm in die Quere, was er für das Original als Co-Autor noch ablehnte: Der teils unpassende Humor.
Technisch gesehen hat die UHD trotz leichter Rauschmuster auf helleren Bereichen das plastischere Bild mit besserer Detailauflösung und den kräftigeren Farben. Außerdem lohnt sich der englische Dolby-Atmos-Track, der mit zahlreichen direktionalen Soundeffekten und bisweilen fantastischem Sound-Design den Schrecken der außerirdischen Jäger intensiviert.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 90%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 75%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 90%

Bonusmaterial: 60%
Film: 65%

Anbieter: 20th Century Fox Home Entertainment
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Shane Black
Darsteller: Jacob Tremblay, Olivia Munn, Boyd Holbrook, Sterling K. Brown, Lochlyn Munro, Jake Busey, Yvonne Strahovski,
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // dts 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 108
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: 20th Century Fox Home Entertainment)

Trailer zu Predator – Upgrade

PREDATOR – UPGRADE | Offizieller Trailer 2 | Deutsch HD German (2018)

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3 thoughts on “Predator – Upgrade 4K UHD

  1. Ralf

    Es bleibt weiterhin Sinnfrei keine deutsche Atmos Tonspur hinterlegt zu haben. Deutschland wird weiterhin als einer der größten Weltmärkte überhaupt in dieser Sache übergangen. Es ist an der Zeit solche Scheiben im Ton einfach mal negativ zu bewerten, vielleicht sogar zu boykottieren. Der Endverbraucher investiert viel Geld in neue Tonformate und erhält meistens durch die Amerikaner lächerlichen 5.1Ton. Willkommen im Mittelalter!

  2. Christian N.

    Schade das der UHD vergleich so minimal ausfällt, werde mir aber denke trotzdem die UHD holen. Hätten wenigstens ne HD tonspur beilegen können ey. Der Humor im Film war mal was „neues“ aber Lachen musste ich trotzdem öfter :).

    Danke für den Test!

  3. Jonas Mack

    Ich hoffe Grobi TV bringt die Major Studios irgendwann zum umdenken in Sachen deutschem 3D-Sound!

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